# Writing Friday 2022 :  Januar #3 – System Error

Nach den Vorsätzen vom 14. Januar ist jetzt beim #writing friday auf elizzys Blog die vierte Schreibaufgabe an der Reihe:

Schreibe eine Geschichte und lasse folgende Wörter mit einfließen: Neustart, Glück, Liebe, Hindernisse, Mut.

Bitte nicht von den ersten Zeilen in einer fremden Sprache verwirren lassen – aber genau so habe ich auch aus der Wäsche geguckt, als mein Laptop von mir gegangen ist. Der Rest dieses unrühmlichen und leicht technischen Kapitels ist in meiner Muttersprache geschrieben.

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System Error

Default Boot Device Missing or Boot Failed. Insert Recovery Media and Hit any key. Then Select ‚Boot Manager‘ to choose a new Boot Device or to Boot Recovery Media.

Piep!

Ungläubig starrte Julia in das grelle Blau des Bildschirms. Diese Meldung hatte ihr an diesem Morgen gerade noch gefehlt. Das durfte doch alles nicht wahr sein. Für besonders abergläubisch hatte sie sich nie gehalten, doch wenn sie tief in sich hineinhorchte, hatte sie vermutlich schon immer geahnt, dass das Pendel irgendwann in die Gegenrichtung ausschlagen würde, nachdem sie all ihren Mut zusammengenommen hatte und es nach dem klärenden Gespräch mit Tim in ihrem Leben endlich wieder halbwegs rund lief und ihrem Glück mit Chris nichts mehr im Wege stand.

Jetzt saß sie schon wer weiß wie lange mit ihrem vierten Becher Kaffee aus der altersschwachen Maschine in dem schlecht geheizten Büro und versuchte, den Rechner zum Laufen zu bringen. Doch egal, wie oft sie das Gerät einschaltete – über den blauen Bildschirm mit der verhassten Aufforderung zum Reboot kam das Firmenlaptop nicht hinaus. Die Meldung, es gäbe keine Objekte, auf die das System zugreifen könne, machten jegliche Versuche eines Neustarts zunichte. Natürlich führte die Suche nach der zum Wiederherstellen erforderlichen Software zu nichts, was im Nachhinein kein Wunder war, wenn sie sich an ihren ersten Arbeitstag in diesem Chaosbüro erinnerte, und so musste sich Julia nach drei weiteren erfolglosen Versuchen geschlagen geben.

Kaum meinte das Schicksal es gut mit ihr, tauchten neue Hindernisse vor ihr auf.

Sieh es ein, stieg die Erkenntnis, dass sie diesmal richtig tief in der Patsche saßen, wie eine siedend heiße Welle in ihr auf, um den Kauf eines neuen Geräts werden wir nicht herumkommen. Wenn es nur um das Ersetzen des Rechners gegangen wäre… Dieser Punkt bereitete ihr keine Magenschmerzen. Doch bei aller Liebe – beim Sichern von Daten hatten sich anscheinend weder Chris noch sein Bruder besondere Mühe gegeben.

Von fast allem hatten sie noch rechtzeitig Sicherungskopien gezogen und auf einer externen Festplatte gespeichert, doch ausgerechnet die Bilder von ihrer letzten Fotosession waren nicht dabei gewesen. Auch wenn sie die Flyer, für die sie sie gemacht hatten, schon längst verteilt hatten, waren die Fotos für eine neue Version unwiederbringlich verloren. Und neue zu schießen? Was beim ersten Mal aus einer Laune albernen Geblödels heraus entstanden war, ließ sich nicht wiederholen – soviel wusste sie aus Erfahrung.

Es half alles nichts: Ob sie sich dieses Extra leisten konnten oder nicht, sie würden einen Fotografen engagieren müssen, und am besten fing sie schon einmal mit der Suche an.

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Fortsetzung folgt.

Dies sind die Schreibthemen für den Januar: 1) Was nimmst du aus dem letzten Jahr für dich mit? +++ 2) Was ist deine Schwäche? Kannst du daraus eine Stärke machen? +++ 3) Schreibe eine Geschichte, die mit dem Satz „Dieses Jahr wird alles anders, denn…“ beginnt. +++ 4) Schreibe eine Geschichte und lasse folgende Wörter mit einfließen: Neustart, Glück, Liebe, Hindernisse, Mut. +++ 5) Auf welche Bücher freust du dich in 2022 am meisten?

Dies sind die Regeln: Am Freitag wird veröffentlicht. ++ Wählt aus einem der vorgegeben Schreibthemen. ++ Schreibt eine Geschichte / ein Gedicht / ein paar Zeilen – egal Hauptsache ihr übt euer kreatives Schreiben. ++ Vergesst nicht den Hashtag #WritingFriday und den Header zu verwenden. ++ Schaut unbedingt bei euren Schreibkameraden vorbei, lest euch die Geschichten durch und hinterlasst einen Kommentar! ++ Habt Spaß und versucht voneinander zu lernen

# Writing Friday 2022 :  Januar #2 – Veränderung

Nach der Buchvorstellung vom 7. Januar ist jetzt die dritte Aufgabe beim #writing friday auf elizzys Blog dran: Schreibe eine Geschichte, die mit dem Satz „Dieses Jahr wird alles anders, denn…“ beginnt.

Frei nach dem Motto „Change keeps us moving on“, ist das jedoch keine Geschichte, sondern ein schlichter Sechszeiler ohne spektakulären Titel, erdacht unter der Dusche und festgehalten, als meine Eingebung noch anhielt.

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Veränderung

Dieses Jahr wird alles anders, denn ich wage mich aus der Komfortzone. ~~~Dieses Jahr wird alles anders, denn es ist Zeit für etwas neues. ~~~ Dieses Jahr wird alles anders, denn diesmal mache ich geschmiedete Pläne wahr. ~~~ Dieses Jahr wird alles anders, denn auf Vorsätze habe ich verzichtet. ~~~ Dieses Jahr wird alles anders, denn meine Pläne habe ich schon umgesetzt. ~~~ Dieses Jahr wird alles anders, denn das Dümpeln hat jetzt ein Ende.

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Dies sind die Schreibthemen für den Januar: 1) Was nimmst du aus dem letzten Jahr für dich mit? +++ 2) Was ist deine Schwäche? Kannst du daraus eine Stärke machen? +++ 3) Schreibe eine Geschichte, die mit dem Satz „Dieses Jahr wird alles anders, denn…“ beginnt. +++ 4) Schreibe eine Geschichte und lasse folgende Wörter mit einfließen: Neustart, Glück, Liebe, Hindernisse, Mut. +++ 5) Auf welche Bücher freust du dich in 2022 am meisten?

Dies sind die Regeln: Am Freitag wird veröffentlicht. ++ Wählt aus einem der vorgegeben Schreibthemen. ++ Schreibt eine Geschichte / ein Gedicht / ein paar Zeilen – egal Hauptsache ihr übt euer kreatives Schreiben. ++ Vergesst nicht den Hashtag #WritingFriday und den Header zu verwenden. ++ Schaut unbedingt bei euren Schreibkameraden vorbei, lest euch die Geschichten durch und hinterlasst einen Kommentar! ++ Habt Spaß und versucht voneinander zu lernen

# Writing Friday 2022 :  Januar #1 – Buchvorstellung

Nachträglich nochmal ein frohes neues Jahr. Von den neuen Schreibaufgaben des #writing friday auf elizzys Blog habe ich erst auf meiner Heimreise von meinem Jahreswechsel in Würzburg gelesen. Leider hat ein Hexenschuss auch meine Kreativität kurzzeitig lahmgelegt, weshalb ich mir als erstes die fünfte Aufgabe vorgenommen habe:

Auf welche Bücher freust du dich in 2022 am meisten?

Das passt dann auch thematisch zum Jahreswechsel mit seiner Tradition, Vorsätze fürs kommende Jahr zu fassen.

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Buchvorstellung

Ich fürchte, ich würde lügen, wenn ich auf diese Frage mit „auf die Kandidaten aus meinem Stapel noch immer ungelesener Bücher“ antwortete. Und darum stelle ich nun die drei nicht mehr ganz so frischen Neuzugänge vor, die es im letzten Jahr noch nicht auf diesen Stapel geschafft haben.

Die aktuelle Mogelpackung: Eine Mogelpackung ist der im Tribus-Verlag erschienene Roman „Mit Herz und Degen“ von Margo Wendt, weil ich bereits im Dezember des letzten Jahres damit angefangen habe – frei nach dem Motto „Setzen wir unsere Vorsätze für 2022 schon jetzt in die Tat um“.  In der mit leichter Hand geschriebenen Geschichte stehen die stets impulsiv handelnde Polizistin und Hubschrauberpilotin Lisa Ritter und ihr bestens organisierter und zum Grübeln neigender Nachbar Paul Darrer, der kurz vor dem Ende seiner Karriere als Profisportler steht und nicht weiß, wie es beruflich bei ihm weitergehen soll. Die beiden könnten unterschiedlicher nicht sein, und doch fühlen sich beide recht bald nach ihrem chaotischen Zusammentreffen zueinander hingezogen. Ich hatte das Buch bereits auf Wattpad gelesen und habe daher zugegriffen, als man es auch als Taschenbuch erwerben konnte. Von den 383 Seiten bleiben mir noch rund 60 Seiten – und das sind genau die, die für mich noch absolutes Neuland sind (ISBN 978-3-7541-4623-1 – erhältlich leider nur über amazon).

Der Zufallstreffer: Noch bevor ich den Film „Gunpowder Milkshake“ beim Fantasy-Filmfest gesehen habe, ist „Ein Zimmer für sich allein“ von Virginia Woolf in meinen Bücherschrank gewandert – und tatsächlich nimmt der Film an einer Stelle darauf Bezug: „You’ll need a Jane Austen” (Pride and Prejudice), a Charlotte Brontë (Jane Eyre), and a Virginia Woolf” (A Room of One’s Own)… „ – die genannten Bücher sind Attrappen mit Waffen darin – „… Oh, and an Agatha Christie—for reading.” Natürlich ist meine Ausgabe von Virginia Woolfs „Klassiker des Feminismus“ (Zitat auf der Einbandrückseite) kein Behältnis für einen Revolver, sondern ein Essay über die geistige Unabhängigkeit der Frau, das ich mir letztes Jahr bereits gekauft, aber nur kurz angelesen hatte. Die 183 Seiten des im Kampa-Verlag erschienenen Klassikers müssten leicht zu bewältigen sein (ISBN 978-3-311-15008-4 – erhältlich auch im regulären Buchhandel).

Der Klassiker: Lang verschollen und endlich wieder in Griffweite: „Daddy Langbein“ von Jean Webster als antiquarische Ausgabe von 1960 (246.-262. Tausend, erschienen im Droste-Verlag, Düsseldorf), damals noch ohne ISBN (ja, das soll vorkommen) befindet sich schon seit Jahrzehnten in meinem Besitz. Als ich wegen Corona ins Home-Office wechseln musste, habe ich den 1912 erschienenen Briefroman, der 1955 mit Leslie Caron und Fred Astaire verfilmt wurde, in meinem Schließfach zurücklassen müssen. Im Mittelpunkt steht in diesem Buch das Waisenmädchen Jerusha Abbott, das von einem der Aufsichtsräte des Waisenhauses wegen ihres schriftstellerischen Talents auf ein College geschickt wird, doch als Gegenleistung erwartet der Mäzen, der anonym bleiben möchte von ihr einen Brief pro Monat, in dem sie ihre Fortschritte schildern soll, ohne auf eine Antwort von ihm zu hoffen. Mit seinen 216 Seiten stellt es die ideale Urlaubslektüre dar, doch lange Zeit kam ich an dieses leinengebundene Werk einfach nicht heran. Als wir dann zwischendurch ins Büro zurückkehren durften, habe ich es mir wiedergeholt, um es so bald wie möglich erneut zu lesen. Jetzt habe ich die Chance dazu (ISBN: 978-3730605998).

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Dies sind die Schreibthemen für den Januar: 1) Was nimmst du aus dem letzten Jahr für dich mit? +++ 2) Was ist deine Schwäche? Kannst du daraus eine Stärke machen? +++ 3) Schreibe eine Geschichte, die mit dem Satz „Dieses Jahr wird alles anders, denn…“ beginnt. +++ 4) Schreibe eine Geschichte und lasse folgende Wörter mit einfließen: Neustart, Glück, Liebe, Hindernisse, Mut. +++ 5) Auf welche Bücher freust du dich in 2022 am meisten?

Dies sind die Regeln: Am Freitag wird veröffentlicht. ++ Wählt aus einem der vorgegeben Schreibthemen. ++ Schreibt eine Geschichte / ein Gedicht / ein paar Zeilen – egal Hauptsache ihr übt euer kreatives Schreiben. ++ Vergesst nicht den Hashtag #WritingFriday und den Header zu verwenden. ++ Schaut unbedingt bei euren Schreibkameraden vorbei, lest euch die Geschichten durch und hinterlasst einen Kommentar! ++ Habt Spaß und versucht voneinander zu lernen

# Writing Friday 2021 :  Dezember #4 : Last Christmas

Silvester ist da – diesmal an einem Freitag, die letzte Gelegenheit für mich, eine der fünf Schreibaufgaben bei elizzys #writing Friday zu lösen. Da versuche ich mich doch gerne an der dritten und schreibe eine Geschichte, die mit dem Satz „Christian freute sich so sehr auf die Adventszeit, doch…“ beginnt und eher zu einem der letzten Freitage gepasst hätte, und ich habe den Einleitungssatz ein wenig abgewandelt. Da ich den Namen des Hauptcharakters über kurz oder lang sowieso abgekürzt hätte, habe ich das gleich am Anfang gemacht.

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Last Christmas

Chris freute sich so sehr auf die Adventszeit, doch dieses Jahr blickte er den letzten Wochen des Jahres mit gemischten Gefühlen entgegen. Was er zunächst für eine kurzlebige Sache gehalten hatte, war dank Julias Hartnäckigkeit nicht bei dem einen Mal geblieben. Mit der Freundin seines besten Freundes anzubandeln, war das eine und die älteste Geschichte der Welt – Tim aber mit Absicht zu hintergehen, und das über Wochen, drückte ihn immer schwerer im Magen. Am liebsten hätte er sich dafür in den Hintern getreten, dass er bei Julia immer wieder schwach geworden war anstatt wie ursprünglich geplant, dem Ganzen ein Ende zu setzen.

„Last Christmas I gave you my heart“ dudelte es aus dem Büro hinter ihm, während er an der antiken Vespa herumschraubte, die ihm Max in die Werkstatt gerollt hatte. Ha ha, selten so gelacht… Letztes Jahr hatte er noch ganz andere Probleme gehabt. Ein Beziehungsdreieck hatte nicht dazu gehört. Eigentlich war es ja ein Viereck, wenn er bei genauerem Nachdenken Delia mit dazuzählte. Delia, die eigentliche Leidtragende in diesem Chaos, das heute ein Ende haben würde, denn Julia wollte Tim reinen Wein einschenken… auf dem Weihnachtsmarkt.

Nach ihrer „Beichte“ würde es mit der jahrelangen Freundschaft dann wohl vorbei sein. Wie fröhlich Weihnachten werden würde, konnte er sich jetzt schon lebhaft vorstellen. Max hatte schon angekündigt, dass er über den Jahreswechsel ins Warme fliegen würde, auf ihn brauchte Chris also nicht zählen. Und der Rest der Familie? Der war sozusagen in alle Winde, über die ganze Welt verstreut, er konnte also an einer Hand abzählen, wie groß die Party werden würde. Nur er und Julia, und sonst niemand. Aber ob die traute, innige Zweisamkeit den Verlust und das damit verbundene schlechte Gewissen aufwiegen konnte? Chris bezweifelte es. Vielleicht sollte er es genau wie Max machen und irgendwohin fahren, wo sich alle Beteiligten nicht permanent über den Weg liefen. Vielleicht in die Berge? Oder doch lieber an die Küste? Obwohl…

Wahrscheinlich gingen seine Chancen, irgendwo unterzukommen, gegen Null. Von den überhöhten Zimmerpreisen ganz zu schweigen. Bei seinem schmalen Budget war zur Zeit so ein Luxus einfach nicht drin. Wie er Max beneidete, der so schlau gewesen war, rechtzeitig zu buchen, als er noch nicht ahnen konnte, dass es wegen des geplatzten Geschäfts mit der Glückssträhne für ihre Werkstatt über Nacht vorbei war. Wenn er aber andererseits seine restlichen Kröten zusammenkratzte, konnte es vielleicht gerade noch für ein Ticket nach England reichen. Sein Vater wäre zunächst sicherlich überrascht, dass er sich nach so langer Zeit wieder einmal meldete, aber am Ende sich vielleicht sogar über seinen Besuch freuen. Er musste nur zum Hörer greifen und…

Verblüfft hielt er in der Bewegung inne und ließ bei Julias Anblick, die plötzlich im Türrahmen auftauchte, den Hörer sinken. Das Freizeichen verhallte ungehört, als er auf ihrem Gesicht einen Ausdruck erblickte, den er nur schwer deuten konnte.

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Das waren die Aufgaben: Beschreibe Schnee ohne die Wörter „weiß, „nass“ und „kalt“ +++ Eine Weihnachtskugel erzählt aus ihrem Alltag im Deko-Geschäft +++ Schreibe eine Geschichte, die mit dem Satz „Christian freute sich so sehr auf die Adventszeit, doch…“ beginnt. +++ Schreibe eine Geschichte und lasse folgende Wörter mit einfliessen: Husten, Unsinn, Geburtstag, freudig, Süssigkeiten. +++ Drei Wünsche fürs neue Jahr.

Und hier sind die Regeln dazu:  Jeden Freitag wird veröffentlicht.  +++ Wählt aus einem der vorgegebenen Schreibthemen. +++ Schreibt eine Geschichte/ein Gedicht/ein paar Zeilen – egal, Hauptsache ihr übt euer kreatives Schreiben.  +++ Vergesst nicht, den Hashtag #Writing Friday und den Header zu verwenden, schaut unbedingt bei euren Schreibkameraden vorbei und lest euch die Geschichten durch. +++ Habt Spaß und versucht, voneinander zu lernen.

# Writing Friday 2021 :  Dezember #3 : Wünsch dir was

Ein Thema, das gut zum letzten Freitag des Jahren (31.12.) passt – aber ich ziehe es jetzt schon vor: Drei Wünsche fürs neue Jahr – bei nur noch zwei Schreibterminen für elizzys #writing Friday (24.12. und 31.12) ist es gehopst wie gesprungen.

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Wünsch dir was

Heute sind wir zur Abwechslung mal bei „Wünsch dir was“ und nicht bei „So isses!“. Auch wenn es hier keine gute Fee oder einen Flaschengeist gibt, der sie mir erfüllen könnte, präsentiere ich meinen virtuellen Wunschzettel für 2022.

Gesundheit: Mit diesem ganz oben auf meiner Liste stehenden Wunsch stehe ich nicht mit hundertprozentiger Sicherheit nicht alleine da (ein Wunsch, der das böse C-Wort mit einschließt). Was brauche ich da große Reisen oder einen prall gefüllten Kleiderschrank.

Das Ende der Prokrastination: Verschieben wir’s auf morgen? Mit meinem Hang, unangenehme Dinge hinauszuschieben, habe ich mir in der Vergangenheit nur selten einen Gefallen getan. Deshalb wünsche ich mir die Kraft, dass ich im nächsten Jahr meinen Hintern eher hochbekomme und all die Projekte, die ich mir vorgenommen habe, auch bis zum Ende durchziehe.

Kreativität: Die Ideen sind da, aber wenn sich meine Muse eine Auszeit nimmt und mich mit einer Schreibblockade belegt, sprudeln sie nur noch dürftig. Deshalb wünsche ich mir, dass sie diesmal länger bei mir bleibt und mir zu neuen Taten verhilft.

Das war es dann auch schon mit dem kurzen Wunschzettel für das neue Jahr. Mögen sich all eure Wünsche erfüllen.

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Das sind die Aufgaben: Beschreibe Schnee ohne die Wörter „weiß, „nass“ und „kalt“ +++ Eine Weihnachtskugel erzählt aus ihrem Alltag im Deko-Geschäft +++ Schreibe eine Geschichte, die mit dem Satz „Christian freute sich so sehr auf die Adventszeit, doch…“ beginnt. +++ Schreibe eine Geschichte und lasse folgende Wörter mit einfließen: Husten, Unsinn, Geburtstag, freudig, Süssigkeiten. +++ Drei Wünsche fürs neue Jahr.

Und hier sind die Regeln dazu:  Jeden Freitag wird veröffentlicht.  +++ Wählt aus einem der vorgegebenen Schreibthemen. +++ Schreibt eine Geschichte/ein Gedicht/ein paar Zeilen – egal, Hauptsache ihr übt euer kreatives Schreiben.  +++ Vergesst nicht, den Hashtag #Writing Friday und den Header zu verwenden, schaut unbedingt bei euren Schreibkameraden vorbei und lest euch die Geschichten durch. +++ Habt Spaß und versucht, voneinander zu lernen.

# Writing Friday 2021 :  Dezember #2 : Do it yourself

Nach diesem Freitag noch zwei… dann ist das Jahr vorbei – dazu passt die vierte Aufgabe, die ich mir für den dritten Schreibtermin von elizzys #writing Friday (3.12., 10.12., 17.12., 24.12. und 31.12) ausgesucht habe: Schreibe eine Geschichte und lasse folgende Wörter mit einfließen: Husten, Unsinn, Geburtstag, freudig, Süßigkeiten. Die kurze Episode fasst noch einmal vergangenes zusammen und gibt gleichzeitig einen Vorgeschmack auf das, was kommen mag.

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Do it yourself

Wohin nur mit den ganzen Süßigkeiten? Diese Frage habe ich mir auch dieses Jahr wieder gestellt, nachdem an Halloween wieder niemand vorbeigekommen ist, um an der Tür zu klingeln und „Süßes oder Saures“ zu flöten. Ich hätte wissen müssen, dass es Unsinn war, einen neuen Versuch mit fünf großen Dosen, gefüllt mit Colafläschchen, weißen Mäusen, Schnullern, Anakonda-Riesenschlangen und Sauren Gurken zu starten. Nun kamen auch noch Plätzchen, Stollen und ein Schokonikolaus dazu, den mir meine Freundin geschenkt hatte. Wenn ich so weiter futterte, wog ich an meinem Geburtstag kurz vor Jahresende doch glatt fünf Kilo mehr. Von dem Vier-Gänge-Menü an Silvester gar nicht erst zu reden. Wenn das große Schlemmen bei mir schon im Herbst losging, war der Spruch „Man nimmt nicht zwischen Weihnachten und Neujahr zu, sondern zwischen Neujahr und Weihnachten“ doch geradezu wie für mich erdacht.

Wie sehr, das bewies mir die letzte Anprobe meiner Wintergarderobe, die mir vor zwei Jahren noch gepasst hatte. Auf einmal bekam ich bei den Röcken und Kleidern nicht mehr die Reißverschlüsse zu. Da will man sich nach über einem Jahr Home-Office mal wieder so richtig schick machen, und dann das! Dass ich da nicht freudig in die Luft gesprungen war, kann sich ja jeder denken. Aber wenn wir schon beim Thema waren: Wenn Du die Luft anhältst, geht’s vielleicht gerade so, versuchte ich, mir Mut zu machen. Nur mit dem Ausatmen würde es nach diesem Kraftakt schwierig werden, und was passieren würde, wenn mich der dank dieses Schmuddelwetters drohende Husten überkam, wollte ich mir gar nicht erst vorstellen. Abnehmen war keine Option, dazu schmeckte es mir viel zu gut. Aber ich konnte etwas anderes versuchen.

Vier Röcke und drei Kleider als Kandidaten für mein geplantes Projekt waren die Bilanz meiner Schrankinspektion. Vier Röcke und drei Kleider, sündteure Designerware, die ich nicht weggeben oder weiterverkaufen, für die ich mich aber auch nicht kasteien oder in einen exzessiven Sportrausch hineinsteigern würde. Nein, im neuen Jahr würde ich meine Home-Office-Küche in ein temporäres Änderungsstudio verwandeln.

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Das sind die Aufgaben: Beschreibe Schnee ohne die Wörter „weiß, „nass“ und „kalt“ +++ Eine Weihnachtskugel erzählt aus ihrem Alltag im Deko-Geschäft +++ Schreibe eine Geschichte, die mit dem Satz „Christian freute sich so sehr auf die Adventszeit, doch…“ beginnt. +++ Schreibe eine Geschichte und lasse folgende Wörter mit einfließen: Husten, Unsinn, Geburtstag, freudig, Süßigkeiten. +++ Drei Wünsche fürs neue Jahr.

Und hier sind die Regeln dazu:  Jeden Freitag wird veröffentlicht.  +++ Wählt aus einem der vorgegebenen Schreibthemen. +++ Schreibt eine Geschichte/ein Gedicht/ein paar Zeilen – egal, Hauptsache ihr übt euer kreatives Schreiben.  +++ Vergesst nicht, den Hashtag #Writing Friday und den Header zu verwenden, schaut unbedingt bei euren Schreibkameraden vorbei und lest euch die Geschichten durch. +++ Habt Spaß und versucht, voneinander zu lernen.

# Writing Friday 2021 :  Dezember #1 : Wintergedicht

Der letzte Monat dieses Jahres schreitet voran und bietet Platz für fünf Schreibtermine für elizzys #writing Friday (3.12., 10.12., 17.12., 24.12. und 31.12), von denen ich jedoch schon einen verpasst habe. Macht nichts, also habe ich mich zum Aufwärmen für die erste Aufgabe entschieden: Beschreibe Schnee ohne die Wörter „weiß, „nass“ und „kalt“. Weil Weihnachten naht, als Gedicht.

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Wintergedicht

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Das sind die Aufgaben: Beschreibe Schnee ohne die Wörter „weiß, „nass“ und „kalt“ +++ Eine Weihnachtskugel erzählt aus ihrem Alltag im Deko-Geschäft +++ Schreibe eine Geschichte, die mit dem Satz „Christian freute sich so sehr auf die Adventszeit, doch…“ beginnt. +++ Schreibe eine Geschichte und lasse folgende Wörter mit einfliessen: Husten, Unsinn, Geburtstag, freudig, Süssigkeiten. +++ Drei Wünsche fürs neue Jahr.

Und hier sind die Regeln dazu:  Jeden Freitag wird veröffentlicht.  +++ Wählt aus einem der vorgegebenen Schreibthemen. +++ Schreibt eine Geschichte/ein Gedicht/ein paar Zeilen – egal, Hauptsache ihr übt euer kreatives Schreiben.  +++ Vergesst nicht, den Hashtag #Writing Friday und den Header zu verwenden, schaut unbedingt bei euren Schreibkameraden vorbei und lest euch die Geschichten durch. +++ Habt Spaß und versucht, voneinander zu lernen.

# Writing Friday 2021 :  November #1 : Only happy when it rains

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Erst am zweiten Freitag dieses Monats kann ich wieder bei elizzys #writing Friday einsteigen, und darum übe ich mich mal wieder im Kombinieren zweier Themen (die Gesamtübersicht gibt es am Ende dieses Beitrags):

Schreibe eine Geschichte, die mit dem Satz „Grau ist meine Lieblingsfarbe, denn…“ beginnt.   

und   

Schreibe eine Geschichte und lasse folgende Wörter mit einfließen: nass, kalt, Pferde, klitzeklein, rot.

Mit 204 Wörtern ist diese Übung diesmal bedeutend kürzer ausgefallen als üblich.

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Only happy when it rains

Grau ist meine Lieblingsfarbe, denn sie beruhigt mich ungemein. Blendendes Weiß tut meinen Augen weh, und Schwarz stimmt mich nicht heiter. Lieber nass und kalt als heiß und trocken: Nicht umsonst liebe ich es, im Regen spazierenzugehen und dabei „I’m only happy when it rains“ *) zu singen – und nicht von ungefähr kommt es, dass alle meine Kleider grau sind. Grau in allen nur denkbaren Schattierungen. Nicht blau, nicht gelb, nicht rot… grau geht immer und passt zu allem, grau ist edel und seriös und verleiht mir eine erhabene, mystische Aura…

Ja, ja – wer’s glaubt. Man hat schon Pferde vor der Apotheke…

Da unterbrach ein Klingeln meinen Selbstbetrug (mit einem klitzekleinen Körnchen Wahrheit darin), mit dem ich mich für das nächste Vorstellungsgespräch zu wappnen versucht hatte.

Vor der Tür stand nicht die freundliche Avon-Beraterin, sondern der Mann vom Paketdienst, der mir meine aktuelle Bestellung brachte – gerade zur richtigen Zeit, denn der November hatte Einzug mit seinen regnerischen Tagen gehalten, die mit fortschreitender Zeit immer kälter und ungemütlicher wurden. Hatte es nicht gestern erst bereits im Harz geschneit? Wunderbar! Mit meinem neuen, knallroten Wollmantel auf dem Weg zum morgigen Bewerbungstermin wäre ich in der Masse schwarzer, dunkelblauer, -brauner und -grauer Michelinmännchen auf jeden Fall der Hingucker.

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*) Den Song von der Band „Garbage“ habe ich früher tatsächlich oft und gerne gehört.

Trotz Regen schön bunt – https://youtu.be/GpBFOJ3R0M4

Die Aufgaben für den November sind diesmal: 1) Dichter Nebel liegt nun bereits seit Wochen über deiner Stadt. Beschreibe die Stimmung. +++ 2) Beschreibe den Regen, als würdest du ihn das erste Mal bewusst wahrnehmen.  +++ 3) Schreibe eine Geschichte, die mit dem Satz „Grau ist meine Lieblingsfarbe, denn…“ beginnt. +++ 4) Schreibe eine Geschichte und lasse folgende Wörter mit einfließen: nass, kalt, Pferde, klitzeklein, rot.   +++ 5) Welche Bücher haben dich dieses Jahr am meisten berührt? Stelle sie uns kurz vor. Wenn du willst; mit Verlinkung zu deiner Rezension.

Und hier sind die Regeln dazu:  Jeden Freitag wird veröffentlicht.  +++ Wählt aus einem der vorgegebenen Schreibthemen. +++ Schreibt eine Geschichte/ein Gedicht/ein paar Zeilen – egal, Hauptsache ihr übt euer kreatives Schreiben.  +++ Vergesst nicht, den Hashtag #Writing Friday und den Header zu verwenden, schaut unbedingt bei euren Schreibkameraden vorbei und lest euch die Geschichten durch. +++ Habt Spaß und versucht, voneinander zu lernen.

# Writing Friday 2021 :  Oktober #4 : Ein Plan für die Hose

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Am letzten Freitag dieses Monats bei elizzys #writing Friday bringe ich die mit Mitgefangen, mitgehangen angefangene und mit Wieso, weshalb, warum fortgesetzte Geschichte zu ihrem Abschluss, und zwar mit folgendem Thema:

Lu war blind vor Eifersucht und begeht einen großen Fehler.

Was mir schon klar war, als ich meine nicht nur nicht sehr widerstandsfähige, sondern auch sehr rachsüchtige „Heldin“ Lu genannt habe.

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Ein Plan für die Hose

Nach dem Verhör, bei dem ich mich mit meinem Gestammel bis auf die Knochen blamiert hatte, musste ich dringend an die frische Luft. Serienmörder hin oder her – der Wunsch, mein Praktikum abzubrechen, kam doch bestimmt nicht von ungefähr. Und dabei hatte ich mich so darauf gefreut. Aber vielleicht hatte mein Vater recht, und eine berufliche Laufbahn bei der Polizei war einfach nichts für mich. Andererseits – wäre ich bei einem anderen Dezernat gelandet, dann vielleicht… Bestimmt hatte ich nur überreagiert und solche Zweifel waren in der ersten Woche nichts ungewöhnliches. Ob es den anderen „Frischlingen“, die mit mir zusammen angefangen hatten, genauso ging?

Wie auch immer, mit Rupali, Alec, Ross und Carly war ich zur Happy Hour verabredet, da konnte ich ihnen etwas näher auf den Zahn fühlen. Was für ein glücklicher Zufall, dass Inspector Cameron der Meinung war, für mich gäbe es nichts mehr zu tun. Der unerwartet freie Nachmittag war doch geradezu ideal für ein Treffen mit meiner Freundin Liz, die ich in letzter Zeit nicht mehr ganz so oft gesehen hatte. Ein Stadtbummel mit anschließendem Kaffee an unserem Lieblingsplatz am Pier wäre jetzt genau das Richtige, um meine Nerven zu besänftigen. So aufgekratzt, wie ich war, hatte ich etwas Ablenkung bitter nötig. An meinem Zustand war der gestörte Irre in seiner Zelle nämlich nicht alleine schuld. Es war Alec, bei dem mein Puls schneller schlug, und bei dem Gedanken, mehr Zeit mit ihm zu verbringen, auch wenn die anderen dabei waren, fuhren meine Gedanken Achterbahn.

Leider erreichte ich Liz, wie so oft in letzter Zeit, mal wieder nicht – es sprang nur ihre Mailbox an. Verflixt, was trieb Liz nur. Ich wusste, dass der Laden, in dem sie arbeitete, jetzt geschlossen war, und dass sie eventuell frisch verliebt gewesen wäre, hätte ich gewusst. Liz war zur Zeit genauso solo wie ich, aber Zeit schien sie deshalb trotzdem keine für mich zu haben. Der dämliche Spruch von ihrer Mailbox, den ich mir jetzt zum fünften Mal anhören durfte, klang wie Hohn in meinen Ohren, und plötzlich fühlte ich mich wieder wie vor ein paar Jahren mit fünfzehn, als Liz auf Wolke sieben schwebte und ich plötzlich abgemeldet war. Alle anderen waren frisch verliebt, nur ich guckte in die Röhre, war todunglücklich und tröstete mich für diese Ungerechtigkeit mit Eiscreme und Schokolade – ein zweifelhafter „Genuss“, für den ich mit zusätzlichen Kilos abgestraft wurde, wodurch ich mich noch schrecklicher fühlte als so schon.

Nur ein konsequentes Sportprogramm hatte mich danach aus meinem Tief herausholen können, und als Liz sich dann irgendwann zerknirscht bei mir gemeldet hatte und wir uns scheinbar vollständig ausgesprochen hatten – oder besser ich mich ausgekotzt –, war die Welt so langsam wieder ins Lot gekommen. Und dennoch… zwar waren wir noch immer Freundinnen, doch so unbeschwert wie früher war es nie wieder zwischen uns geworden. Und jetzt ging alles wieder von vorne los?

Schlimmer geht immer. Diese Weisheit sollte sich leider bewahrheiten, als ich kurz vor dem Pier um die Ecke bog und mitten in der Bewegung erstarrte. Kaum fünfzig Meter entfernt, vor einem Juwelierladen, stand Liz, händchenhaltend mit Alec. Das war doch die Höhe! Dabei wusste sie ganz genau von meiner Schwärmerei für meinen Kollegen, den ich schon eine Weile kannte und deshalb freudig überrascht gewesen war, dass man seine Bewerbung ebenfalls beim Police Department angenommen hatte. Unzählige Nachrichten, die Liz und ich miteinander ausgetauscht hatten, waren um dieses Thema gekreist, und jetzt war sie drauf und dran, ihn mir auszuspannen, wo das zwischen uns beiden noch so frisch war. Aber diese Suppe würde ich dieser falschen Schlange versalzen.

Was für ein Zufall!“ rief ich in gespielt freudiger Überraschung aus, als ich mich den beiden näherte. Wie ihre Finger vor Schreck auseinanderfuhren… diese Heuchler glaubten wohl, ich hätte ihr verliebtes Geturtel nicht gesehen – was für ein erbärmliches Schauspiel. Und zur Krönung des Ganzen so zu tun, als wäre nichts… Dass Alec den Großzügigen mimte und uns „zur Feier des Tages“ in unser Lieblingscafé einlud, spielte mir geradezu in die Hände. Der große Cappucino, den Liz mit Behagen schlürfte, während das Gefüßel unter dem Tisch weiterging, tat dank der Tropfen, die ich heimlich hineingegeben hatte, bald schon seine Wirkung. Ihre Tasche ließ sie am Tisch liegen, und schließlich war es Alec, der ihre unerwartete längere Abwesenheit für eine Raucherpause nutzte und mir das nötige Zeitfenster verschaffte.

Seine Jacke mit der Geldbörse darin ließ er praktischerweise über dem Stuhl hängen. Praktisch für ihn, dass ich so gutmütig war und als Wachhund für seine und Liz‘ Wertsachen am Tisch saß – praktisch für mich, dass mich beide unterschätzten. Mit der dummen Lu konnten sie es ja machen, grollte ich düster. Ein Griff, und ich hielt seine Kreditkarte in der Hand. Ein weiterer Griff, und der Verschluss von Liz‘ Tasche konnte seine verheerende Wirkung auf den Magnetstreifen der Karte tun. Einen Vorwand, unter dem ich mich vorzeitig von Alec verabschiedete, hatte ich schnell gefunden. Ein längeres Verweilen am Tatort war nicht notwendig, um zu wissen, dass Alec beim Bezahlen sein blaues Wunder erleben würde.

„Da seid ihr ja!“, begrüßte Carly Rupali und mich, als wir kurz nacheinander im Pub eintrudelten und uns zu ihr und Ross an den Tisch setzen wollten. Auf das dumme Gesicht von Alec war ich schon sehr gespannt.

Doch leider sollte es dazu nicht mehr kommen. Es war Ross, der die Hiobsbotschaft wie eine Bombe platzen ließ. Alec würde uns heute Abend mit seiner Anwesenheit nicht mehr beehren, denn leider war die durchschlagende Wirkung des zu hoch dosierten Abführmittels im wahrsten Sinne des Wortes bei Liz nach hinten losgegangen – eine vorerst nicht bezahlte Runde Kaffee war in dieser Situation sein kleinstes Problem gewesen, denn er hatte den Rettungswagen rufen müssen. Keine Minute zu früh, wie sich zum Glück herausstellte, denn Liz hatte die Tortur gerade so überlebt, aber als es ans Bezahlen der Krankenhausrechnung gehen sollte, sah es düster für ihn aus.

Düster für ihn, aber noch finsterer für mich, denn noch bevor ich reagieren konnte, hörte ich schon das verdächtige Klicken von Handschellen und sah mich einem Beamten gegenüber, der seinen für Verhaftungen üblichen Spruch aufsagte, um mich in Gewahrsam zu nehmen.

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Die Aufgaben für den Oktober waren diesmal: Du triffst einen Serienmörder. Welche Fragen hast du an ihn? Schreibe das Gespräch auf. +++ Lu war blind vor Eifersucht und begeht einen großen Fehler. Erzähle uns davon. +++ Schreibe eine Geschichte, die mit dem Satz „Die Leiche musste wieder ausgegraben werden.“ beginnt. +++ Schreibe eine Geschichte und lasse folgende Wörter mit einfliessen: blutig, ängstlich, Konfetti, Kürbissuppe, Ohnmacht +++ Welchen Zauberspruch könntest du jetzt am meisten gebrauchen? Was würde dieser in deinem Leben verändern?

Und hier sind die Regeln dazu:  Jeden Freitag wird veröffentlicht.  +++ Wählt aus einem der vorgegebenen Schreibthemen. +++ Schreibt eine Geschichte/ein Gedicht/ein paar Zeilen – egal, Hauptsache ihr übt euer kreatives Schreiben.  +++ Vergesst nicht, den Hashtag #Writing Friday und den Header zu verwenden, schaut unbedingt bei euren Schreibkameraden vorbei und lest euch die Geschichten durch. +++ Habt Spaß und versucht, voneinander zu lernen.

# Writing Friday 2021 :  Oktober #3 : Wieso, weshalb, warum 

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Passend zu den vielen Horrorfilmen, die ich mir im Oktober gerne ansehe, sind auch die Schreibaufgaben dieses Monats bei elizzys #writing Friday ganz schön düster. Ging es letzte Woche um eine ausgegrabene Leiche, so findet dieses Thema heute seine Fortsetzung mit der ersten Aufgabe:

Du triffst einen Serienmörder. Welche Fragen hast du an ihn? Schreibe das Gespräch auf.

Leider ist die Heldin in diesem Krimi nicht sehr widerstandsfähig und in Sachen Protokollführung kein Profi, und schon die Vorbereitungen darauf bereiten ihr schlaflose Nächte.

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Wieso, weshalb, warum

Nachts suchen sie dich heim… nur war es jetzt nicht mehr die arme Frau, der die Toten im Schlaf erschienen waren, sondern ich. „Warum?“ Die Frage geisterte durch meine Gedanken, und mit jeder Nacht, mit der der Tag X näher rückte, wurde sie lauter und lauter, bis selbst meine bevorzugten und jahrelang bewährten Einschlafhilfen keine Wirkung mehr zeigten.

Warum? Für die Befragung sah ich jetzt schon schwarz, denn insgeheim ahnte ich, dass von einem Psychopathen wie Robert H keine befriedigende Antwort zu bekommen wäre. Auch das Dossier, das mir Constable Davis in die Hand gedrückt hatte, war mir keine echte Hilfe.  

Bei den blutigen Aufnahmen konnte sich einem schon der Magen umdrehen, so schlimm war es bei mir zum Glück nicht, doch mit dem Essen war das so eine Sache. Vielleicht war ich doch nicht so hartgesotten, wie ich dachte. Zweifel beschlichen mich, ob eine berufliche Laufbahn bei der Polizei wirklich das Richtige für mich war.

„Du schaffst das schon, Lu“, versuchte ich mir einzureden, denn so lange Inspector Cameron die Vernehmung führte, konnte mir nicht viel passieren. Doch gleichzeitig wünschte ich mir, man hätte mich zum Aufschreiben von Falschparkern eingeteilt und jemand anderen an Inspector Camerons Seite gestellt.

Es war kein gewöhnlicher Vernehmungsraum, in dem wir uns Robert H gegenübersehen würden. Eine doppelt und dreifach gesicherte und mehrfachverglaste Zelle, gut einsehbar von allen Seiten – nur dass wir uns in keinem Film befanden, sondern in der Realität. „Das Schweigen der Lämmer“ war vorvorgestern, niemand würde mich alleine mit diesem Irren lassen. Und das war auch gut so. Denn Camerons Katalog war beachtlich. Was er alles wissen wollte… Das Spektrum reichte von „Wie viele waren es genau?“ über „Weshalb ausgerechnet in der Area 51?“ bis hin zu „Wie hatten die Morde so lange unbemerkt bleiben können?“

22. November 2019. Genau 25 Jahre nach der Verurteilung des Serienmörders Robert H.  hat man heute mit der Obduktion der Gebeine begonnen, die man nach einem anonymen Hinweis vor zwei Tagen in einer großangelegten Aktion in einem Massengrab unter dem historischen Wasserturm des Schlachthofs „Area 51“ von Downtown Eastside entdeckt hat. Sollte es sich bei diesem aufsehenerregenden Fund tatsächlich um die Überreste der Personen handeln, die seit den Neunziger Jahren spurlos verschwunden sind, würde sich die Zahl der Opfer des Ice Killers auf sechsundzwanzig erhöhen.

Wieso, weshalb, warum… Reißerische Artikel wie dieser trugen wohl kaum zur Klärung der immer noch rätselhaft wirkenden und auf den ersten Blick doch so eindeutigen Bluttat bei. Und so wunderte es mich gar nicht, dass ich kaum bei der Sache war und nur unter großen Schwierigkeiten das gesamte Gespräch mitschreiben konnte. Konzentration sah anders aus. Die großen, grauen Wattewolken in meinem Hirn kamen nicht von ungefähr, denn wie den berühmt-berüchtigten Elefanten mitten im Zimmer umschiffte Cameron die alles entscheidende Frage nach dem Motiv – die einzige Frage, die mich beschäftigte.

„Warum?“

Erstaunt sah mich mein Vorgesetzter von der Seite an, als ich dem sich kryptisch gebenden Ice Killer direkt in die Augen sah und das aussprach, was zu dem Knoten in meinen Gehirnwindungen geführt hatte. Ungerührt erwiderte er meinen Blick. Seine Antwort verschlug Cameron und mir die Sprache.

„Weil sie es verdient hatten.“

Verdient hatten? Dieser Irre war ja der reinste Abklatsch von Jigsaw, dem selbstgerechten Killer aus „SAW“. Mit allem hätte ich gerechnet – „weil ich es konnte“ oder „weil ich mich lebendig fühlen wollte“ – auch ein „weil es mir Spaß gemacht hat“ hatte ich erwartet. Aber das? Mit einem Eispickel erschlagen und dann unter dem Schlachthof verscharrt – verdient hatte so ein Schicksal niemand, und ich wusste mit Sicherheit, dass nichts von dem, was der Kerl noch zu Protokoll gab, mich von meinem Entschluss, mein Praktikum abzubrechen, abbringen würde.

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Die Aufgaben für den Oktober sind diesmal: Du triffst einen Serienmörder. Welche Fragen hast du an ihn? Schreibe das Gespräch auf. +++ Lu war blind vor Eifersucht und begeht einen grossen Fehler. Erzähle uns davon. +++ Schreibe eine Geschichte, die mit dem Satz „Die Leiche musste wieder ausgegraben werden.“ beginnt. +++ Schreibe eine Geschichte und lasse folgende Wörter mit einfliessen: blutig, ängstlich, Konfetti, Kürbissuppe, Ohnmacht +++ Welchen Zauberspruch könntest du jetzt am meisten gebrauchen? Was würde dieser in deinem Leben verändern?

Und hier sind die Regeln dazu:  Jeden Freitag wird veröffentlicht.  +++ Wählt aus einem der vorgegebenen Schreibthemen. +++ Schreibt eine Geschichte/ein Gedicht/ein paar Zeilen – egal, Hauptsache ihr übt euer kreatives Schreiben.  +++ Vergesst nicht, den Hashtag #Writing Friday und den Header zu verwenden, schaut unbedingt bei euren Schreibkameraden vorbei und lest euch die Geschichten durch. +++ Habt Spaß und versucht, voneinander zu lernen.