# Writing Friday 2021 – Juni, 25. Woche : Rome wasn’t built in a day

Ich gebe zu, ich mache mich so langsam rar beim #Writing Friday von elizzy – schuld daran sind mehrere parallel laufende Schreibprojekte, aber auch in diesem Monat ist es wieder die dritte Aufgabe:

Schreibe eine Geschichte, die mit dem Satz “Der Himmel verdunkelte sich und…” beginnt.

Heute bin ich mal wieder mit einem längeren Text unterwegs.

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Rome wasn’t built in a day

Der Himmel verdunkelte sich und das innerhalb kürzester Zeit.

Mit offenem Mund blieb Angelo wie angewurzelt stehen und starrte reglos vor Entsetzen die Gasse der Balkone entlang bis hinauf zu dem Berg, an dessen Fuß die Stadt lag und auf dessen Gipfel es unheilvoll brodelte. Wieviel Pech konnte ein Mensch haben? Dabei hatte es so gut angefangen, als er mit dem Ticket in die Agentur hineinspaziert war und sich für einen Ausflug in die Antike entschieden hatte. Genauer gesagt, ins Alte Rom. Und er wusste auch schon ganz genau, was er dort als erstes tun wollte.

Eigentlich hätte sein Bruder Ricardo ja die Zeitreise antreten sollen, doch der hatte es mit dem Feiern am Vorabend übertrieben und lag mit einem mörderischen Kater im Bett. Reisen in die Vergangenheit oder in die Zukunft sollte man bei klarem Verstand und mit wachen Sinnen antreten. Dieser Kelch würde an Ricardo vorbeigehen, und wenn er die von zu viel Alkohol verursachte Apokalypse erst einmal überstanden hatte, würde er sich tierisch aufregen. Aber wie hieß es doch so schön, grinste Angelo schadenfroh vor sich hin, Strafe muss sein. Das war seine Chance – da hieß es zugreifen, denn eine solche bot sich ihm nicht jeden Tag. Er hatte schon oft genug hinter seinem älteren Bruder zurückstecken müssen – nun war er an der Reihe.

Das einzige, was seine freudige Erwartung trübte, war der ganze bürokratische Teil mit den vielen Regeln, an die er sich halten und die Verschwiegenheitserklärung, die er unterschreiben sollte. Als ob er später seine Erlebnisse ausposaunen würde! Er war doch nicht lebensmüde. Genießen und schweigen, war seine Devise, auch wenn Angelo sich nicht als Gentleman sah, sondern eher als der Sand im Getriebe oder das eine Puzzleteil, das nicht passen wollte – der Tunichtgut in der Familie.

Er kenne doch seine Schweinchen am Gang, hatte sein Vater den Monolog eingeleitet, mit dem er Angelo auf die vor ihm liegenden Tage vorbereiten wollte und hatte ihm zum Schluss eingeschärft, sich peinlich genau an sämtliche Anweisungen zu halten, die man ihm in der Agentur erteilen würde, vor allem an die zweite Regel: „Reisende Zweiter Klasse müssen sich im Hintergrund halten.“ Schließlich hatte diese Vorschrift ihren Grund. Nicht auszudenken, was geschehen würde, wenn sich durch irgendeine unbedachte Handlung oder ein falsches Wort von ihm der Lauf der Geschichte ändern würde, bis hin zu einem Paradoxon, das die Existenz seiner Familie bedrohen würde, und damit auch seine. Aber ganz ehrlich: Was sprach gegen ein bisschen Spaß, zum Beispiel bei einem Gladiatorenkampf oder einem Wagenrennen in der Arena? Mit der Sprache sollte es keine Probleme geben. Sein Italienisch war zwar nicht ganz fehlerfrei, aber zur Not konnte er sich auch mit Händen und Füßen verständigen.

Außerdem schrien manche Regeln doch förmlich danach, gebrochen zu werden. Etwas gebrochen schien auch bei dieser vermaledeiten Zeitkapsel einiges zu sein, mit deren Hilfe er nach dem Drücken des Knopfs das Tor zur Vergangenheit öffnete. Dass etwas überhaupt nicht stimmte, wurde ihm in dem Moment klar, als er sich im hellen Sonnenlicht dieses Novembermorgens mitten in einer belebten Gasse vor einer Taverne wiederfand. Um nicht von wie aus dem Nichts auftauchenden Handwerkern, umgerannt zu werden, zog er sich hastig in den Eingang eines erstbesten Hauses zurück und ließ sich auf einem Mäuerchen nieder. „XVII Nov 79“ hatte jemand mit Holzkohle an eine der Säulen geschmiert. Lange konnte das da noch nicht gestanden haben – solche Inschriften waren nichts für die Ewigkeit.

Ewig hatte Angelo im sommerlichen Rom auch nicht bleiben wollen, aber Sommer war das hier nicht, und auch nicht das Jahr, das ihm vorgeschwebt war. Ihn beschlich eine ganz seltsame Vorahnung: Wenn schon der Zeitpunkt nicht stimmte, dann vermutlich auch nicht der Ort. Zögernd schob er sich wieder in die belebte Gasse, und folgte den zur Taverne strömenden Bauarbeitern und Gladiatoren mit den Augen. Sein Blick fiel auf die Unzahl von blutroten Inschriften an den Hauswänden in den Seitengassen, angebracht in den Nachtstunden, damit man von ihrem Treiben nichts mitbekam – ein Treiben, für das der jeweilige Auftraggeber, in diesem Fall ein gewisser Lucian, so manchen großzügigen Obolus springen ließ. Natürlich so diskret wie möglich. Aber ihn zog noch etwas anderes in seinen Bann. Hoch und bedrohlich ragte am Ende der Gasse der Vesuv über ihm auf. Das Zeitportal hatte ihn nach Pompeji verschlagen.

Wie er den Nachmittag herumbrachte, entzog sich seiner Erinnerung. Er wusste nur noch, dass er gerne den Schock mit einem ordentlichen Schoppen Wein hinuntergespült hätte. Aber mit welchem Geld? Mit den römischen Münzen, die er bei sich trug, konnte er hier und jetzt nichts anfangen. Doch die Antwort ließ nicht lange auf sich warten, denn unverhofft hatte das Glück ihm mit einem Farbeimer und einem Satz Pinsel in die Hände gespielt. Wahlwerbung für Lucian zu betreiben und für das Geschmiere am nächsten Morgen fürstlich entlohnt zu werden – was für ein genial einfacher Plan. Einen Teil der Münzen gab es jetzt schon. „Aber denk dran, wir haben den Einundzwanzigsten, und uns bleiben nur noch wenige Tage, bis…“

Klar, ich bin ja nicht von gestern, ging es Angelo durch den Kopf. Nur noch wenige Tage – und er war der einzige, dem die Ironie in den Worten seines Instruktors auffiel. Beschwingt vom Wein machte er sich ans Werk und freute sich schon auf die kräftige Mahlzeit, die er sich am nächsten Morgen gönnen würde, und vielleicht blieb noch genug Geld für den Besuch der Arena übrig. Soweit er mitbekommen hatte, feierte man morgen den zehnten Jahrestag der Wiedereröffnung. Nachdem man das Verbot zur Aufführung von Gladiatorenkämpfen endlich aufgehoben hatte, war die Freude grenzenlos gewesen. Aber so richtig bergauf gegangen war es erst mit dem Bauboom, der mit dem Pflastern der Straßen seinen Lauf genommen hatte.

Die Nacht neigte sich ihrem Ende zu, schon färbte sich der Himmel rot, doch der zu erwartende Gesang der Vögel wollte sich nicht einstellen. Angelo schenkte dem keine Beachtung, viel wichtiger waren ihm die pompejanischen Münzen, die nun in seinem Beutelchen klimperten. Müde, aber guten Mutes, zog es ihn zurück in die Taverne, die er jetzt schon zu seinem Stammlokal erklärt hatte. Wie der Eintopf mundete – gierig schaufelte Angelo die dampfende Mischung aus Lammfleisch und ihm unbekanntem Gemüse und Getreide in sich hinein, gönnte sich noch einen Becher Wein und zahlte die Rechnung, bevor er sich auf den Weg zur Arena machte. Wenn er sich ranhielt, konnte er vielleicht noch einen der begehrten Plätze zur Jubiläumsdarbietung ergattern. Ein markerschütterndes Grollen und Beben ließ ihn mitten in der Bewegung innehalten. Der Vesuv war erwacht. Früher als gedacht. Fassungslos beobachtete er die immer höher aufsteigende schwarze Säule aus Rauch und Asche. Gleich würde es Bimsstein regnen…

Porca Miseria! Er musste schleunigst weg, doch seine Füße gehorchten ihm nicht. Wie in Zeitlupe drehte sich Angelo in die entgegengesetzte Richtung und stolperte die Gasse der Balkone entlang. Nicht lange, dann prasselten auch schon die ersten heißen Steinchen von oben auf die Stadt und die sich entweder fliehende oder in den Häusern verschanzende Bevölkerung herab. Wie es endete, kannte Angelo aus dem Geschichtsunterricht – begraben unter einer meterhohen Schicht porösen Gesteins, um dann von der pyroklastischen Flut das Lebenslicht ausgelöscht zu bekommen, so durfte es für ihn nicht enden. Doch war eine Flucht überhaupt möglich? Jetzt, wo es drauf ankam, wollte ihm das Codewort einfach nicht einfallen. Statt dessen erinnerte er sich leider nur zu genau an die dritte Regel für Zeitreisende: „Verlieren Sie Ihr Leben am Zielort, haben Sie hier nie existiert. Die Auflösung Ihrer Existenz wird nicht dokumentiert.“

Er lief und lief… lief, bis er nicht mehr konnte… Lief, bis es zu spät war. Asche und Fetzen giftigen Gases hefteten sich an ihn, nebelten ihn ein und erschwerten seine Sicht auf den Weg vor ihm. Seine Augen wurden trübe, immer dichter werdende Schwärze breitete sich vor ihm aus – Schwärze, so bitter wie dunkle Schokolade.

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1300 Wörter, um genau zu sein – für eine Zeitreisegeschichte, die nicht nach Plan verlaufen ist.

Die Schreibthemen im Juni sind: 1) Ein Pilz berichtet aus seiner Sicht über die vielen Wanderer, die seinen Weg kreuzen. +++ 2) Hendrik kommt in Südafrika an – er hat sich für eine Safari angemeldet. Er schreibt seine Erfahrungen und Gedanken über diesen 3-Wöchigen Urlaub in sein Reisetagebuch. Lass uns einen Blick hineinwerfen. +++ 3) Schreibe eine Geschichte, die mit dem Satz “Der Himmel verdunkelte sich und…” beginnt. +++ 4) Schreibe eine Geschichte und lasse folgende Wörter mit einfliessen: Hund, Jagd, Kieselsteine, Wald, Gelächter +++ 5) Maja verliebt sich das erste Mal, sie schreibt dies in ihr Tagebuch. Ihr Tagebuch plaudert uns diese Gedanken fröhlich aus – schreibe aus der Sicht des Tagebuchs.

Und hier sind die Regeln dazu: Jeden Freitag wird veröffentlicht. +++ Wählt aus einem der vorgegebenen Schreibthemen. +++ Schreibt eine Geschichte/ein Gedicht/ein paar Zeilen – egal, Hauptsache ihr übt euer kreatives Schreiben. +++ Vergesst nicht, den Hashtag #Writing Friday und den Header zu verwenden, schaut unbedingt bei euren Schreibkameraden vorbei und lest euch die Geschichten durch. +++ Habt Spaß und versucht, voneinander zu lernen.

# Writing Friday 2021 – Mai, 21. Woche : Geisterstunde

In letzter Zeit habe ich beim #Writing Friday von elizzy nicht mehr mitgeschrieben, weil mir die Inspiration gefehlt hat. Für den 21. Mai habe ich mich für die dritte Aufgabe entschieden:

Schreibe eine Geschichte, die mit dem Satz “Geister gab es doch nun wirklich nicht, aber…” beginnt.

Nun denn, mal wieder etwas aus dem echten Leben. Denn das bietet manchmal mehr Horror als jeder Film oder Roman.

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Geisterstunde

Geister gab es doch nun wirklich nicht, aber wer konnte schon wissen, ob an den Erzählungen Alisons, unseres Tourguides, nicht doch etwas dran war? Gerade noch hatten wir auf dem Friedhof und ihren Schilderungen von den im späten 19. Jahrhundert ihr Unwesen treibenden Grabräubern gelauscht – nun stiegen wir hinab in die verborgene Stadt, tief unter dem mittelalterlichen Teil Edinburghs.

„Ghosts & Ghouls“ – das Highlight zum Abschluss meiner Kurzreise, die ich ohne meinen Mann unternommen hatte: Die Tour führte von einem der ältesten Friedhöfe der Stadt, auf der Rückseite des Cafés, in dem Joanne K. Rowling eines ihrer Harry-Potter-Manuskripte auf Servietten gekritzelt hatte, hinüber zur George-IV-Brücke, und durch eine unscheinbare Tür, hinter der eine steile, spärlich beleuchtete Treppe auf uns wartete, hinunter in die Eingeweide der Stadt. Am Ende sollten wir noch die Underground City zu sehen bekommen.

Ein modriger Geruch empfing uns bei unserem Abstieg in den Untergrund. Ich wagte kaum, mir vorzustellen, wie hier einst die Ärmsten der Armen in der unterirdischen Stadt dicht aufeinander gehaust hatten. Unangenehm kalt und feucht war es, von frischer Luft weit und breit keine Spur, und ich sah zu, dass ich den Anschluss an die Gruppe nicht verlor – hier unten, metertief unter einer der Brücken die Orientierung zu verlieren, konnte es einen größeren Alptraum geben? Gerade hatten wir uns in einem Halbkreis um Alison aufgestellt, da senkte sie ihre Stimme um eine halbe Oktave, und noch bevor sie uns alle mit verschwörerischem Tonfall in Unruhe versetzte, streifte mich ein unangenehm kalter Luftzug, und in meinem Nacken stellten sich sämtliche Härchen auf, als die verhängnisvollen Worte fielen.

„Ein böser Geist geht hier um, so sagt man.“

Die plötzlich einsetzende Stille war geradezu mit den Händen greifbar, und mein Herz schlug mir bis zum Hals. Für einen Moment war die Welt eingefroren, und kein Laut kam über meine Lippen. Erst im nächsten Gewölbe kam ich wieder zu mir und konnte spüren, wie sich der Druck von meiner Brust erhob und sich in nichts auflöste. Ob mich die Gruppe weitergeschoben oder sich meine Füße automatisch in Bewegung gesetzt hatten, konnte ich nicht sagen. Das soeben Erlebte fühlte sich so echt und gleichzeitig so surreal an, und Alisons Worte, dass auch in dem Raum, in dem wir uns gerade befanden, ein Geist existierte, ließen mich an meinen Ansichten zweifeln. Zu wirklich hatte sich die Präsenz angefühlt, unter deren Einfluss ich anscheinend gestanden hatte.

Geister gab es nicht? Nachdenklich nahm ich noch einen Absacker, bevor es am nächsten Tag wieder zurück in die Heimat ging.

„Hier, Schatz, der neueste Stern!“ – nanu, dieses Blatt las mein Mann doch sonst nicht, wunderte ich mich, schlug aber trotzdem neugierig die Zeitschrift auf. Doch es war nicht die Reportage über einen Fotografen, der das Ungeheuer von Loch Ness abgelichtet und seine verblüffend echt wirkenden Aufnahmen mit dem Datum „31. Juni“ versehen hatte, die mich aus meiner Sonntagsruhe riss. Wer Augen im Kopf hatte, konnte schließlich sehen, dass das Monster im See in Wahrheit ein harmloser Gummisaurier in der Badewanne war.

Es war ein Artikel über sogenannten Infraschall. Die in dem Artikel beschriebenen Symptome wie Beklemmung, Unbehagen, Furcht und Druck auf der Brust traten bei extrem niedrigen Schwingungen von 17 Hertz auf und konnten von Windkraftanlagen ausgelöst werden. Oder von dem über die George-IV-Brücke unablässig dahinrollenden Straßenverkehr, verstärkt durch ihre Pfeiler.

Nein, Geister gab es wirklich nicht.

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Für kurze Zeit habe ich damals wirklich geglaubt, Geister existierten vielleicht doch – aber da es für alles eine wissenschaftliche Erklärung gibt…

Die Schreibthemen im Mai sind: 1) Marlen betritt einen alten Buchladen und entdeckt dabei ein sprechendes Buch. Beschreibe den Buchladen, die Stimmung und lass uns am Gespräch zwischen ihr und dem Buch teilhaben. +++ 2) Eine Wasserleiche taucht beim Badesee auf – schreibe eine Polizeibericht über diesen Vorfall. +++ 3) Schreibe eine Geschichte, die mit dem Satz “Geister gab es doch nun wirklich nicht, aber…” beginnt. +++ 4) Schreibe eine Geschichte und lasse folgende Wörter mit einfliessen: Sonnenschein, Knallbonbon, friedlich, vorwärts, Katze +++ 5) Max darf zum ersten Mal mit seinen Freunden auf den Jahrmarkt. Erzähle von seinem Tag und versuche dabei aus dem Blickwinkel eines 10-Jährigen zu schreiben.

Und hier sind die Regeln dazu: Jeden Freitag wird veröffentlicht. +++ Wählt aus einem der vorgegebenen Schreibthemen. +++ Schreibt eine Geschichte/ein Gedicht/ein paar Zeilen – egal, Hauptsache ihr übt euer kreatives Schreiben. +++ Vergesst nicht, den Hashtag #Writing Friday und den Header zu verwenden, schaut unbedingt bei euren Schreibkameraden vorbei und lest euch die Geschichten durch. +++ Habt Spaß und versucht, voneinander zu lernen.

# Writing Friday 2021 – April, 16. Woche : Die Drohne

In letzter Zeit habe ich ein wenig den #Writing Friday von elizzy vernachlässigt, weil ich nicht wusste, wo mir der Kopf stand. Doch in diesem Monat hoffe ich auf neue Inspiration, indem ich mal wieder zwei Aufgaben miteinander kombiniere.

3) Schreibe eine Geschichte, die mit dem Satz “Dieses Ufo lässt sich nicht so leicht steuern wie…” beginnt. +++ 4) Schreibe eine Geschichte und lasse folgende Wörter mit einfliessen: kaputt, Freizeit, Honigbrot, kunterbunt, wütend

Gut Ding will Weile haben – in diesem Fall habe ich fast drei Wochen gebraucht.

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Die Drohne

„Dieses Ufo lässt sich nicht so leicht steuern wie … rkrrrsdkdkrrrrrr!“

Der Rest von Pascals Gemaule ging in dem Heulen und Knattern in fünf Metern Höhe unter, während der Achtjährige wütend mit dem Fuß aufstampfte. Seufzend nahm Andy seinem kleinen Bruder die Steuerung für die Drohne aus der Hand, bevor noch ein Unglück geschah. So unkontrolliert, wie sie zischend und fauchend über ihren Köpfen durch die Luft taumelte, war es nur eine Frage der Zeit, bis das schweineteure Teil abstürzte. Mit der Jagd auf Aliens, bei der Andy den wagemutigen Captain des Raumschiffs Pegasus unterstützen sollte, war es für heute vorbei, denn „der Captain“ war außer sich und konnte sich gar nicht mehr einkriegen.

Babysitten in seiner Freizeit, die er weiß Gott hätte spannender verbringen können, war so viel einfacher gewesen, als Pascal in seiner Malbuchphase noch eine kunterbunte Kritzelei nach der anderen produziert hatte. Warum konnte der Knirps nicht Fußball spielen wie die anderen Nachbarskinder auch? Statt dessen hatte er jetzt diesen Weltraumfimmel, doch um ihm dabei zu helfen, hatte Andy die Drohne nicht angeschafft. Aber so oder so war sie nun hinüber und für ihren eigentlichen Zweck nicht mehr zu gebrauchen. Was für ein riesengroßer Mist. Dabei war beim Ausprobieren im Laden noch alles in Ordnung gewesen.

„Ultraleise, leicht zu handhaben und kombinierbar mit einer hochauflösenden Kamera“, so hatte der Verkäufer die Vorzüge dieses Wunderwerks allerneuester Technik angepriesen, und im Geiste hatte sich Andy schon die Hände gerieben. Mochte der Preis für es auch noch so hoch sein, für seine Zwecke war es perfekt. Und nun war dieses blöde Ding kaputt? Das durfte doch alles nicht wahr sein. Was für eine Blamage! Irgendwie zog er dieses Jahr das Unglück förmlich an, fast so wie ein Marmeladen- oder Honigbrot, wenn es einem aus der Hand fiel und dann mit der klebrigen Seite auf dem Fußboden landete.

Eigentlich hatte seine Pechsträhne erst mit diesem unseligen Wochenende am See angefangen, als er so kurz davor gewesen war, endlich Lucy näherzukommen, ihn aber dann der Mut verlassen hatte. Kommt Zeit, kommt Rat?

Nicht, wenn lästige Konkurrenz in Gestalt eines Möchtegern-Easy-Riders auf seiner Suzuki auftaucht.

Und auch nicht, wenn wegen eines einzigen Idioten Hunderte von Leuten am Ort des Geschehens einfallen und die Polizei ausrücken muss, um die aus dem Ruder gelaufene Party zu sprengen.

Und erst recht nicht, wenn das dazu führt, dass er sich den Kontakt zu seinem bisher besten Kumpel erst einmal abschminken darf.

Und nun ging statt ihm dieser Motorradfuzzi bei den Röders ein und aus. Genau wie Tom traute Andy ihm nicht über den Weg, und wenn er nur an ihn dachte, dann stieg ihm die Galle.

Auf die Idee mit der Drohne war er erst durch einen Zeitungsbericht über angepöbelte Rettungskräfte gekommen: Gestochen scharfe Bilder, geschossen von einer Kamera an einer Drohne, hatten eindrucksvoll die Zustände am Einsatzort dokumentiert und in Andy einen Plan reifen lassen. Eigentlich hatte er vorgehabt, seinen Rivalen so lange zu beobachten, bis er ihn bei einem Fehltritt erwischte und er Andy mit den Beweisfotos versorgen konnte. Doch daraus würde nun ja wohl nichts werden.

Kommt Zeit, kommt Rat? Vielleicht war an dem Sprichwort ja doch etwas dran.

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Ob er die geheime Observation noch fortsetzen kann oder seine Karriere als Nachwuchs-James-Bond mit diesem Absturz ein jähes Ende gefunden hat, bleibt ungewiss. Diese Momentaufnahme ist Teil eines längerwährenden Projekts mit dem Titel „Nach dem Regen“:

Die Schreibthemen im April sind: 1) Das etwas andere Spielbrett – Du landest als kleine Spielfigur auf dem Spielbrett deiner Wahl (Monopoly, Mensch ärgere dich nicht etc.) erzähle uns von diesem Abenteuer. +++ 2) Juno und ihre Familie sind in eine neue Stadt gezogen – sie muss heute das erste Mal in den Kindergarten. Berichte von diesem besonderen Tag. +++ 3) Schreibe eine Geschichte, die mit dem Satz “Dieses Ufo lässt sich nicht so leicht steuern wie…” beginnt. +++ 4) Schreibe eine Geschichte und lasse folgende Wörter mit einfliessen: kaputt, Freizeit, Honigbrot, kunterbunt, wütend +++ 5) Wenn du jetzt sofort auswandern könntest, wohin würde es dich ziehen? Wie würde dein Leben dort aussehen? Wärst du glücklicher?

Und hier sind die Regeln dazu: Jeden Freitag wird veröffentlicht. +++ Wählt aus einem der vorgegebenen Schreibthemen. +++ Schreibt eine Geschichte/ein Gedicht/ein paar Zeilen – egal, Hauptsache ihr übt euer kreatives Schreiben. +++ Vergesst nicht, den Hashtag #Writing Friday und den Header zu verwenden, schaut unbedingt bei euren Schreibkameraden vorbei und lest euch die Geschichten durch. +++ Habt Spaß und versucht, voneinander zu lernen.

# Writing Friday 2021 – März, 12. Woche : Live in Concert

Eskapismus – meine kleine Flucht vom momentan eher unschön verlaufenen Alltag ist die vierte Schreibaufgabe zum #Writing Friday von elizzy, bei dem ich jetzt zweimal pausiert habe:

Schreibe eine Geschichte und lasse folgende Wörter mit einfliessen: Flirten, Lächeln, durchschaut, grossartig, hibbelig.

Wenn man zur Aufsichtsperson gewählt wurde, aber keine Lust darauf hat: Seinen Lauf hat das Schicksal bei den ABC-Etüden unter dem Titel „Watermelon Sugar“ genommen – nun geht es etwas ausführlicher hier weiter:

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Live in Concert

Babysitten bei einer Dreizehnjährigen? Im Leben nicht, hätte Lucy am liebsten gerufen, als das Problem wie aus dem Nichts im Raum gestanden hatte. Und doch war sie jetzt hier beim Harry-Styles-Konzert, als Begleitperson für Charly. Eine ganz großartige Methode, ihr das gesamte Wochenende zu versauen, ätzte sich der Ärger durch ihr Inneres und schrie danach, in einer ordentlich gezapften Maß ertränkt zu werden, aber daraus würde nichts werden.

Bier vom Fass war Fehlanzeige, und obendrein musste sie noch fahren. Sie würde sich wohl mit Cola oder alkoholfreiem Bier begnügen müssen. Trotzdem war eines sicher: So schnell würde sie den Getränkestand nicht verlassen, denn noch unerträglicher als ihre nervige Cousine, die ihr während der nächsten zwei Stunden besser nicht unter die Augen kam, war für sie die Vorstellung, von hibbeligen One-Direction-Fans umzingelt zu sein.

Aber wenn Charlys und ihre Eltern glaubten, dass sie sich das freiwillig antun würde, hatten sie sich aber schön geschnitten. Die saßen nichtsahnend zu Hause und vertrauten darauf, dass die beiden Mädchen den ganzen Abend einander nicht von der Seite wichen, und so langsam fragte sich Lucy, was wohl passiert wäre, wenn sie durchschaut hätten, was sich hier wirklich abspielte. Vielleicht hätte sich dann ja ihre Mutter als Aufpasserin für das Gör angeboten.

Sie hätte bestimmt ein tolles Fangirl für Charlys Idol abgegeben, wenn sie an den ganzen Krempel aus den Achtziger Jahren dachte, der in einer Kiste auf dem Speicher lagerte, zusammen mit der Plattensammlung ihrer Mutter. Irgend so eine Band vom anderen Ende der Welt, die heute kein Mensch mehr kannte. Popmusik aus Down Under? Na, schönen Dank auch – jedenfalls hatte deren Sänger schon mal denselben gruseligen Klamottengeschmack wie Mr. Styles. What the… Lucy verschluckte sich fast an ihrer Wassermelone, als dieser auf die Bühne kam, und die Mädchen in der Reihe vor ihr in Wallung gerieten.

„Haaaaaach, sein Lächeln ist der Wahnsinn – ich…“ Der Rest des Gequietsches ging in frenetischem, anfeuerndem Applaus unter, als die ersten Klänge von „Watermelon Sugar“ durch den Saal hallten. Im Prinzip fand sie den Song nicht schlecht, leider aber ging er ihr zunehmend auf den Geist, seitdem er im Radio ständig zu hören war und Charly ihn zu allem Überfluss auch noch als Klingelton für ihr Smartphone ausgewählt hatte.

Auch wenn sie bei dem Gedudel lieber den Rückzug angetreten hätte, eines musste sie dem Star des Abends lassen: Das Flirten mit dem vorwiegend weiblichen Publikum beherrschte er mühelos. Fasziniert lehnte sich Lucy gegen die Wand des Getränkestands. Sie war gespannt darauf, was der Sänger noch so drauf hatte. Trotz des holprigen Einstiegs versprach der Abend, doch noch auf die ein oder andere Weise spaßig zu werden.

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Wie spaßig dieser Abend noch werden könnte, wird eventuell die Fortsetzung zeigen.

Die Schreibthemen im März sind: 1) Frühlingsgefühle – schreibe aus der Sicht eines jungen Vogels, der gerade aus dem Süden zurückkehrt. Was hat er im Süden erlebt und wer ist die junge Vogeldame an seiner Seite? +++ 2) Am 4. März ist Tag der Snacks! Schreibe deinem liebsten Snack zu Ehren einen Liebesbrief. +++ 3) Schreibe eine Geschichte, die mit dem Satz “Als Pusteblume hat man es nicht leicht…” beginnt. +++ 4) Schreibe eine Geschichte und lasse folgende Wörter mit einfliessen: Flirten, Lächeln, durchschaut, grossartig, hibbelig +++ 5) Schreibe über deine grösste Angst.

Und hier sind die Regeln dazu: Jeden Freitag wird veröffentlicht. +++ Wählt aus einem der vorgegebenen Schreibthemen. +++ Schreibt eine Geschichte/ein Gedicht/ein paar Zeilen – egal, Hauptsache ihr übt euer kreatives Schreiben. +++ Vergesst nicht, den Hashtag #Writing Friday und den Header zu verwenden, schaut unbedingt bei euren Schreibkameraden vorbei und lest euch die Geschichten durch. +++ Habt Spaß und versucht, voneinander zu lernen.

# Writing Friday 2021 – Februar, 9. Woche : aus Rache

Noch ein Versuch mit der dritten Schreibaufgabe zum #Writing Friday von elizzy:

Schreibe eine Geschichte, die mit dem Satz “In einer so unbequemen Lage war er noch nie, doch…” beginnt.

Gut Ding will eben gut geplant und noch besser ausgeführt sein.

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aus Rache

In einer so unbequemen Lage war er noch nie, doch die ganz große Katastrophe war das nicht. Jedenfalls glaubte er das zu diesem Zeitpunkt noch.

Das Gespräch zwischen dem Direx und seinem Klassenlehrer, von Julian auf dem Gang belauscht, versetzte ihn in Unruhe. Sie hatten ihn auf dem Kieker, und wenn er die nächste Chemieklausur versemmelte, war’s das. Sein Vater war ohnehin schon nicht entzückt von seinen Leistungen, und obwohl diese sich auf dem Internat schon stark gebessert hatten, konnte von Entwarnung keine Rede sein, denn Chemie war seine Achillesferse. Beim letzten Referat hatte er sich gründlich blamiert und dumm dagestanden, als er nicht erklären konnte, was Soda ist. Das nächtelange Lernen hatte sich ja echt gelohnt: Die kümmerlichen drei Punkte für diese „Meisterleistung“ waren ein Witz. Ja, macht euch nur lustig über mich, brodelte es in ihm, als er wieder an das misslungene Wortspiel mit seinem Namen auf seine Kosten dachte, aber wartet nur ab, wer als letztes lacht; und er hatte auch schon einen Plan. Sie würden schon noch bereuen, ihn unterschätzt zu haben.

Die Idee hatte Julian aus einem Highschooldrama. Sein Glück, dass die Digitalisierung hier noch keinen Einzug gehalten hatte – so altmodisch, wie diese Schule geführt wurde – und sämtliche Daten noch immer in Papierform vorlagen. So konnte er alles abfotografieren und sich dann gezielt auf die Prüfungsfragen vorbereiten.

Gib moderner Technik keine Chance? Hätte er nur in den vergangenen Wochen besser aufgepasst, als auf dem Gelände vermehrt Angestellte einer Sicherheitsfirma die Schule auf Schwachstellen untersuchten, wegen denen es überhaupt erst zu Einbrüchen gekommen war. Ja, hätte er – denn dann hätte er den kleinen Sensor wahrgenommen, der dafür sorgte, dass seine Bewegungen in der Zentrale von Secur-i-Net einen Alarm auslösten.

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So viel also zum Thema „Alles verlief nach Plan, aber der Plan war Mist.“ Diese Momentaufnahme ist Teil eines längerwährenden Projekts mit dem Titel „Nach dem Regen“:

Die Schreibthemen im Februar waren: 1) Märchenhaft – schreibe eine Geschichte zu folgender Szene: Lara geht auf einen Maskenball, dort trifft sie auf Clark – es ist Liebe auf den ersten Blick. Doch Clark ist nicht der, für den er sich ausgibt. Lüfte sein Geheimnis am Ende deiner Geschichte. +++ 2) Am 28. Februar ist Tag der Zahnfee! Schreibe ihr zu Ehren einen Brief. +++ 3) Schreibe eine Geschichte, die mit dem Satz “In einer so unbequemen Lage war er noch nie, doch…” beginnt. +++ 4) Schreibe eine Geschichte und lasse folgende Wörter mit einfliessen: karamellisierte Erdnüsse, Liebesgeständnis, rosarot, dunkelblau, Kerzenlicht. +++ 5) Du bist für einen Tag Wettermoderator/in – Schreibe den Text für deine Wettervorhersage fürs Wochenende – sei dabei möglichst originell – Lügen oder Katastrophenvorhersagen sind erlaubt.

Und hier sind die Regeln dazu: Jeden Freitag wird veröffentlicht. +++ Wählt aus einem der vorgegebenen Schreibthemen. +++ Schreibt eine Geschichte/ein Gedicht/ein paar Zeilen – egal, Hauptsache ihr übt euer kreatives Schreiben. +++ Vergesst nicht, den Hashtag #Writing Friday und den Header zu verwenden, schaut unbedingt bei euren Schreibkameraden vorbei und lest euch die Geschichten durch. +++ Habt Spaß und versucht, voneinander zu lernen.

# Writing Friday 2021 – Februar, 8. Woche : Mut zur Lücke

Übe Dich an Aufgaben, die Dir nicht so liegen, um an ihnen zu wachsen. Da ich nicht an das Fabelwesen in der zweiten Aufgabe des #writing friday auf dem Blog von elizzy glaube und sie mich auch nie besucht hat, dachte ich, es könnte doch einen Versuch wert sein:

Am 28. Februar ist Tag der Zahnfee! Schreibe ihr zu Ehren einen Brief.

Aber eine großartige Briefeschreiberin war ich auch nie, deshalb habe ich ein kleines Holpergedicht verzapft – Mut zur Lücke (in diesem Fall zur Zahnlücke):

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Mut zur Lücke

O Zahnfee draußen vor der Wand,

wer hat die schönsten Beißerchen im Land?

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Mein Brüderchen Marc und die kleine Carola

haben verkündet, sie verzichten auf Cola

und Süßigkeiten noch und nöcher –

so haben bei ihnen Null Chance die Löcher.

*****

Geplündert habe ich mein Schwein

voll Münzen und wart‘ auf Dich allein

*****

Und wird’s Dir zuviel mit unserem Haus,

schick uns als Vertretung die Zähnchenmaus.

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PS: Ich habe im Übrigen weder einen Bruder namens Marc noch eine kleine Schwester, die Carola heißt.

Die Schreibthemen im Februar sind: 1) Märchenhaft – schreibe eine Geschichte zu folgender Szene: Lara geht auf einen Maskenball, dort trifft sie auf Clark – es ist Liebe auf den ersten Blick. Doch Clark ist nicht der, für den er sich ausgibt. Lüfte sein Geheimnis am Ende deiner Geschichte. +++ 2) Am 28. Februar ist Tag der Zahnfee! Schreibe ihr zu Ehren einen Brief. +++ 3) Schreibe eine Geschichte, die mit dem Satz “In einer so unbequemen Lage war er noch nie, doch…” beginnt. +++ 4) Schreibe eine Geschichte und lasse folgende Wörter mit einfliessen: karamellisierte Erdnüsse, Liebesgeständnis, rosarot, dunkelblau, Kerzenlicht. +++ 5) Du bist für einen Tag Wettermoderator/in – Schreibe den Text für deine Wettervorhersage fürs Wochenende – sei dabei möglichst originell – Lügen oder Katastrophenvorhersagen sind erlaubt.

Und hier sind die Regeln dazu: Jeden Freitag wird veröffentlicht. +++ Wählt aus einem der vorgegebenen Schreibthemen. +++ Schreibt eine Geschichte/ein Gedicht/ein paar Zeilen – egal, Hauptsache ihr übt euer kreatives Schreiben. +++ Vergesst nicht, den Hashtag #Writing Friday und den Header zu verwenden, schaut unbedingt bei euren Schreibkameraden vorbei und lest euch die Geschichten durch. +++ Habt Spaß und versucht, voneinander zu lernen.

# Writing Friday 2021 – Februar, 7. Woche – Teil 2 : In Venice

Auf einem Maskenball war ich noch nie – dennoch lasse ich ihn nicht in Venedig, sondern auf einem englischen Landsitz stattfinden und habe mal wieder eine längere Erzählung zu dem folgenden Thema geschrieben:

Märchenhaft – schreibe eine Geschichte zu folgender Szene: Lara geht auf einen Maskenball, dort trifft sie auf Clark – es ist Liebe auf den ersten Blick. Doch Clark ist nicht der, für den er sich ausgibt. Lüfte sein Geheimnis am Ende deiner Geschichte.

800 Wörter für die erste von fünf Schreibaufgaben des #Writing Friday von elizzy., die ich für mich etwas modifiziert bzw. uminterpretiert habe. Oft macht man sich ein völlig falsches Bild von jemandem, bevor er oder sie mit einem auch nur ein Wort gewechselt hat. In diesem Fall erwischt es Lara.

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In Venice

Dienst schieben am Samstagabend. Muss das sein?“, stöhnte Lara, als sie mit Betty, Mitch und Nigel den Dienstplan für den kommenden Monat durchging. Noch so eine endlose Soirée! Bis in die frühen Morgenstunden fortwährend lächelnd Häppchen servieren und Tabletts herumtragen, bis sie im Morgengrauen ins Bett kippte, mit Füßen wie Blei von den Schuhen, die Mylady als angemessen erachtete. Gut, dass sie am Tag danach frei hatte und es zwischendurch immer mal wieder Pausen gab. Sie hasste diesen Job, aber sie war auf ihn angewiesen. Freie Kost und Logie und der Umstand, dass es die Mortimer-Henleys mit Papieren nicht so genau nahmen – eigentlich ideale Voraussetzungen in ihrer Lage.

Die Aufgaben waren verteilt, nun stand dem Gelingen des Balls nichts mehr entgegen. Nigel mit dem Schlüssel zu Sir Randolphs Weinkeller war für die Versorgung mit Champagner zuständig, Betty und Mitch mit ihren Kollegen für das Servieren von Häppchen, und Lara mit ihrem ruhigeren Händchen hatten sie zusammen mit einigen anderen zum Tragen der Getränketabletts eingeteilt, schließlich durfte nichts von den edlen Tropfen verschüttet werden. Mylady war entzückt, dass sich die Gäste in ihren vom venezianischen Karneval inspirierten Kostümen amüsierten.

Für Lara verlief der Abend unspektakulär, obwohl sie und ihre Kollegen gut zu tun hatten. Den Gästen mundeten Canapés und Champagner sichtlich. Letzterer floss reichlich, bei denen mit Halbmasken, im Gegensatz zu den wenigen als Moretta muta erschienenen Damen mit vollständiger Gesichtsbedeckung ohne Mundöffnung.

Was auch immer sie dazu bewogen hatte, das Spiel der perfekten Verhüllung mitzuspielen und den ganzen Abend über die Maske durch einen Knopf an deren Innenseite mit den Zähnen festzuhalten, angenehm war das für die Trägerinnen mit Sicherheit nicht, aber einen Vorteil hatten diese Masken: Plaudertaschen waren gezwungen, endlich einmal den Schnabel zu halten. First World Problems – die Probleme der Reichen und Schönen. Dagegen sind meine Füße das kleinere Übel, dachte Lara, und sie wusste, es würde nicht mehr lange dauern, und sie sehnte sich das Ende des rauschenden Festes herbei, was nicht zuletzt auch an den aufgeschnappten Gesprächsfetzen lag.

Blöd gelaufen für Clarks Schwester. Jetzt muss sie als Vogelscheuche in grün seine Ausrüstung bewachen und darf nichts essen. Gehässiges Kichern bohrte sich in Laras Gehörgang, und das Geläster ging weiter: Geht ja auch schlecht mit diesem grünen Ungetüm vom Gesicht. Ist vielleicht besser so – dann kann sie sich schon mal an die Diät gewöhnen. Das Lästerobjekt kam in Sicht, und Lara folgte der Gestalt in Grün aus sicherer Entfernung mit den Augen. Dann sah sie ihn, mit einem Glas, das ihm die Grüngewandete in die Hand gedrückt hatte. Lara erstarrte.

Passend zur schlichten Halbmaske ganz in schwarz gekleidet, wirkte er eher wie ein Rockstar als wie ein Doge aus dem 16. Jahrhundert. Das ihm in Wellen auf die Schultern fallende honigblonde Haar verlieh seiner ganz und gar nicht venezianischen Aufmachung aus nachlässig geknöpftem Hemd und Lederhose etwas verwegenes und ließ ihn aus der bunten Menge herausstechen. Graublaue Augen… Ihre Blicke trafen sich über die Köpfe der anderen hinweg und blieben für wenige Sekunden aneinander haften. Wie auf Knopfdruck verflog Laras Müdigkeit. Sie kannte jeden der Anwesenden. Ihn dagegen hatte sie noch nie gesehen, aber es war ihr egal; so egal wie ihre Devise, sich stets unauffällig zu verhalten. Es konnte gewiss nicht schaden, sich ihm zu nähern, Getränke zu servieren war schließlich ihr Job.

Kurz darauf überreichte sie dem attraktiven Fremden einen Sektkelch, und als er ihn entgegennahm, richteten sich die feinen Härchen an ihrem Unterarm auf, wo seine Finger sie berührten. Es kam ihr wie ein Wunder vor, dass von den Umstehenden niemand die Elektrizität in der Luft spürte oder ihr anmerkte, wie sehr ihre Nerven flatterten. Als sie sich von ihm löste, nahm sie aus dem Augenwinkel seinen Namen auf dem laminierten Ausweis wahr: Clark Douglas. Pressefotograf. Dass sie sich aber auch immer in die Falschen verlieben musste. Am besten vergaß sie die ganze Geschichte gleich, doch wenn sie an diese graublauen Augen dachte, bekam sie auf der Stelle weiche Knie. Sie brauchte dringend Abkühlung. Doch vorher musste sie ihre sich schier in die Länge ziehende Runde noch zu Ende bringen. Je mehr leere Gläser sich auf ihrem Tablett sammelten, desto nervöser wurde sie, und sie betete, dass es auf den letzten Metern nicht noch Scherben gab. Ein letzter Blick zurück in die Menge, doch der Mann in Schwarz war verschwunden. Vielleicht war es ja besser so.

Aber irgendwann konnte sie endlich das Tablett loswerden. „Ich geh‘ dann mal Nigel suchen“, rief sie, erhielt aber keine Antwort. Unter dem Vorwand, eine neue Lage Champagner zu holen, hastete Lara ins Freie. Die kühle Luft ließ sie erschauern, doch die frostigen Temperaturen waren nichts gegenüber der Eiseskälte, die sich um ihr Herz legte, als sie mitansehen musste, wie sich Clark und ihr Kollege Mitch vor den Stufen zum Weinkeller engumschlungen und leidenschaftlich küssten.

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Die Schreibthemen im Februar sind: 1) Märchenhaft – schreibe eine Geschichte zu folgender Szene: Lara geht auf einen Maskenball, dort trifft sie auf Clark – es ist Liebe auf den ersten Blick. Doch Clark ist nicht der, für den er sich ausgibt. Lüfte sein Geheimnis am Ende deiner Geschichte. +++ 2) Am 28. Februar ist Tag der Zahnfee! Schreibe ihr zu Ehren einen Brief. +++ 3) Schreibe eine Geschichte, die mit dem Satz “In einer so unbequemen Lage war er noch nie, doch…” beginnt. +++ 4) Schreibe eine Geschichte und lasse folgende Wörter mit einfliessen: karamellisierte Erdnüsse, Liebesgeständnis, rosarot, dunkelblau, Kerzenlicht. +++ 5) Du bist für einen Tag Wettermoderator/in – Schreibe den Text für deine Wettervorhersage fürs Wochenende – sei dabei möglichst originell – Lügen oder Katastrophenvorhersagen sind erlaubt.

Und hier sind die Regeln dazu: Jeden Freitag wird veröffentlicht. +++ Wählt aus einem der vorgegebenen Schreibthemen. +++ Schreibt eine Geschichte/ein Gedicht/ein paar Zeilen – egal, Hauptsache ihr übt euer kreatives Schreiben. +++ Vergesst nicht, den Hashtag #Writing Friday und den Header zu verwenden, schaut unbedingt bei euren Schreibkameraden vorbei und lest euch die Geschichten durch. +++ Habt Spaß und versucht, voneinander zu lernen.

# Writing Friday 2021 – Februar, 7. Woche – Teil 1 : Teestunde

Die vierte der fünf Schreibaufgaben des #Writing Friday von elizzy deutet ganz stark auf das Thema Valentinstag hin, denn sie lautet:

Schreibe eine Geschichte und lasse folgende Wörter mit einfliessen: karamellisierte Erdnüsse, Liebesgeständnis, rosarot, dunkelblau, Kerzenlicht.

Mir hat es aber der dank Corona ausgefallene Weihnachtsmarkt angetan, und deshalb habe ich mich für den zweiten Freitag von meinem Lieblingstee inspirieren lassen.

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Teestunde

Mit einer dampfenden Tasse Lapsang Souchong stand Marlene Röder am Fenster und ließ ihren Blick über die weihnachtlich herausgeputzten Vorgärten in der schon etwas in die Jahre gekommenen Wohnsiedlung schweifen. Außer ihr mochte niemand, abgesehen von Alex, diesen ausgefallenen Tee mit seiner ausgeprägten Rauchnote. Tom und Lucy hatten es eher nicht so mit rauchigen Aromen, außer beim Grillen; und selbst Manfred hatte früher stets missbilligend die Nase gerümpft, wenn sie eine neue Packung in die Teedose aus Blech umgefüllt und es dabei in der ganzen Küche nach rohem Schinken gerochen hatte. Seitdem wartete sie damit bis zur Teestunde am Nachmittag, denn diese eine Stunde gehörte ihr ganz alleine.

Es dauerte nicht mehr lange, dann würde der Himmel von rosarot über lachsrosa verblassen, bis er einem dunkelblauen Mantel aus Samt glich, auf dem unzählige Sterne wie Kristalle funkelten. Nachdenklich nippte sie an ihrem Tee, der sie in Momenten wie diesen in eine melancholische Stimmung versetzte, vor allem in der Weihnachtszeit.

Schade, dass Manfred in diesen letzten Wochen des Jahres regelmäßig Überstunden machte; dabei war die Gelegenheit zu einem romantischen Beisammensein bei Kerzenlicht gerade heute so günstig wie schon seit langem nicht mehr: Tom in New York, Lucy mit ihrem Freund auf dem Weihnachtsmarkt – „sturmfreie Bude“ hätten sie in den Achtziger Jahren dazu gesagt. Ach ja, jung müsste nochmal sein, dachte Marlene wehmütig und seufzte in die rauchige Flüssigkeit hinein. Schade, dass sich Manfreds Sinn für Romantik in den langen Jahren ihrer Ehe zurück entwickelt hatte. Vielleicht beneidete sie deshalb insgeheim Lucy und ihren aufmerksamen Verehrer. Der bedachte seine Freundin gerne mit Kleinigkeiten wie karamellisierten Erdnüssen, die sie am liebsten aß. Doch die größte Überraschung für sie alle war gewesen, dass Alex sein Motorrad eingemottet hatte, vorübergehend und über die Wintermonate, wie er sagte. Auf Probe, gewissermaßen.

Die Entscheidung war ihm nicht leicht gefallen. Nachdem die Tage immer kürzer und die Straßen immer rutschiger geworden waren, hatte sich Lucy auf dem Soziussitz immer unwohler gefühlt und schließlich nicht mehr bei ihm mitfahren wollen – Touren bei Wind und Wetter waren eben doch nicht jedermanns Sache.

Dass Alex, der sich für sein Leben gern sogar bei frostigen Temperaturen den Wind um die Nase wehen ließ, selbst diese Idee gehabt hatte, war für Lucy einem riesigen Liebesgeständnis gleichgekommen, vermutlich sogar dem größten aller Zeiten. Manfred hatte sich beeindruckt gezeigt – Marlene eher weniger. Für sie roch sein „Liebesbeweis“ stark nach einem Plan, die Maschine im kommenden Frühjahr loszuwerden. So fing es doch immer an. Ob es klug war, sich einzuschränken und persönliche Leidenschaften dem Partner zuliebe hinten anzustellen? Wenn diese Entscheidung mal nicht irgendwann zum Bumerang wurde. Verzicht als Gradmesser, wie groß seine Liebe zu ihr wirklich war? Zahlt sich selten aus – das wusste sie aus Erfahrung.

Entschlossen leerte Marlene ihren Becher. Manche Dramen waren es definitiv nicht wert, wiederholt zu werden, und sie wusste, was sie zu tun hatte, damit dem jungen Paar ein solches erspart blieb: ein Gespräch mit Alex unter vier Augen, bei einer schönen Tasse Lapsang Souchong.

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Die Schreibthemen im Februar sind: 1) Märchenhaft – schreibe eine Geschichte zu folgender Szene: Lara geht auf einen Maskenball, dort trifft sie auf Clark – es ist Liebe auf den ersten Blick. Doch Clark ist nicht der, für den er sich ausgibt. Lüfte sein Geheimnis am Ende deiner Geschichte. +++ 2) Am 28. Februar ist Tag der Zahnfee! Schreibe ihr zu Ehren einen Brief. +++ 3) Schreibe eine Geschichte, die mit dem Satz “In einer so unbequemen Lage war er noch nie, doch…” beginnt. +++ 4) Schreibe eine Geschichte und lasse folgende Wörter mit einfliessen: karamellisierte Erdnüsse, Liebesgeständnis, rosarot, dunkelblau, Kerzenlicht. +++ 5) Du bist für einen Tag Wettermoderator/in – Schreibe den Text für deine Wettervorhersage fürs Wochenende – sei dabei möglichst originell – Lügen oder Katastrophenvorhersagen sind erlaubt.

Und hier sind die Regeln dazu: Jeden Freitag wird veröffentlicht. +++ Wählt aus einem der vorgegebenen Schreibthemen. +++ Schreibt eine Geschichte/ein Gedicht/ein paar Zeilen – egal, Hauptsache ihr übt euer kreatives Schreiben. +++ Vergesst nicht, den Hashtag #Writing Friday und den Header zu verwenden, schaut unbedingt bei euren Schreibkameraden vorbei und lest euch die Geschichten durch. +++ Habt Spaß und versucht, voneinander zu lernen.

# Writing Friday 2021 – Februar, 6. Woche – Teil 2 : Nix zu verzollen

Joyeux Noël… Dass mich die dritte Schreibaufgabe zum #Writing Friday von elizzy zu einem Ausflug in die Weihnachtszeit inspirieren würde, hätte ich nicht gedacht:

Schreibe eine Geschichte, die mit dem Satz “In einer so unbequemen Lage war er noch nie, doch…” beginnt.

Ich war noch niemals in New York… aber bei diesen Schwierigkeiten möchte ich so schnell da auch gar nicht hin.

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Nix zu verzollen

In einer so unbequemen Lage war er noch nie, doch was hätte er statt dessen tun sollen? Sich den neuesten Flop in diesem Jahr schönzureden oder gar zu -trinken, hatte keinen Sinn, vor allem letzteres nicht – das war schon aus anderen Gründen nicht möglich.

Dass das Geld auf einmal weder vorne noch hinten reichte, war das eine. New York war ein teures Pflaster, gerade vor Weihnachten. Jetzt aber auch noch ohne Dach über dem Kopf dazustehen, nachdem sich herausgestellt hatte, dass sie bei der Buchung das „pro Person“ bei den Zimmerpreisen übersehen hatten und nun kaum noch flüssig waren, nachdem David und Andy in einen wahren Kaufrausch geraten waren – der eine bei der neuen Kamera, der andere bei den Sneakers -, setze dem Ganzen die Krone auf. Gut, dass Tom sich zurückgehalten und der Versuchung widerstanden hatte, sich die x-te Markenjeans zuzulegen.

Mit diesen Tücken hatte er nicht gerechnet, als seine Freunde und er den Trip nach New York im Internet gebucht hatten: Die Unterkunft teuer als erwartet, Davids Kreditkarte nach dem letzten Einkauf plötzlich gesperrt und Andy, dem es auch nicht besser ging, der aber auch keinen vernünftigen Plan hatte und so aussah, als wäre es ihm egal, Hauptsache er hatte bekommen, wonach er gesucht hatte.

Mit Toms letzten Dollars war es ihnen gelungen, auf einen früheren Flug umzubuchen, denn am Flughafen zu campieren wie Tom Hanks in „Terminal“, damit wollte keiner von ihnen ihre späte Versöhnung nach der in einem Fiasko geendeten Party am See auf die Probe stellen. Eine harte und vor allem unbequeme Probe. Noch nie waren sie so froh gewesen, endlich im Flugzeug zu sitzen und sich Meile um Meile von dem Ort ihrer Niederlage zu entfernen.

Nach Hause zu kommen… bald war es soweit. Zwar früher als geplant, und die letzten paar Tage hatten sie trotz des Reinfalls mit ihrem Hostel im Grunde eine geile Zeit gehabt, aber wenn sie so darüber nachdachten, fanden sie es doch nicht so übel, jetzt schon nach Hause zu kommen. Im Gegensatz zu David, der sich nach dem dritten Bier die Lichter ausgeschossen hatte und leise schnarchend auf seinem Fensterplatz hing, war Tom dank der späten Abflugzeit den ganzen Flug über hellwach und konnte kein Auge zutun, und mit Andy war auch nicht viel anzufangen. Der saß weiter hinten und amüsierte sich prächtig mit seiner Sitznachbarin. Tom beneidete seine Freunde um deren Sorglosigkeit und dass sie das Ende ihrer Reise so locker nahmen. Vielleicht ein wenig zu locker. Er wurde das Gefühl nicht los, dass trotz ihres Pechs alles etwas zu glatt gegangen war.

„So, und jetzt kommen Sie bitte mit, meine Herren“, versperrten ihnen zwei Zollbeamte den Weg und führten sie in einen abgetrennten Raum, in dem sie ihr Gepäck öffnen und ihre Neuerwerbungen herausholen mussten. Sie fielen aus allen Wolken, als es hieß, sie müssten ihre Einkäufe doch noch verzollen.

Es spielte keine Rolle, dass sie beim gesamten Warenwert knapp unter der Höchstgrenze geblieben waren. Ob bewusst oder unbewusst – wie auch beim Zimmer, war der kleine aber feine Zusatz „pro Person“ ihrer Wahrnehmung entgangen.

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Die Schreibthemen im Februar sind: 1) Märchenhaft – schreibe eine Geschichte zu folgender Szene: Lara geht auf einen Maskenball, dort trifft sie auf Clark – es ist Liebe auf den ersten Blick. Doch Clark ist nicht der, für den er sich ausgibt. Lüfte sein Geheimnis am Ende deiner Geschichte. +++ 2) Am 28. Februar ist Tag der Zahnfee! Schreibe ihr zu Ehren einen Brief. +++ 3) Schreibe eine Geschichte, die mit dem Satz “In einer so unbequemen Lage war er noch nie, doch…” beginnt. +++ 4) Schreibe eine Geschichte und lasse folgende Wörter mit einfliessen: karamellisierte Erdnüsse, Liebesgeständnis, rosarot, dunkelblau, Kerzenlicht. +++ 5) Du bist für einen Tag Wettermoderator/in – Schreibe den Text für deine Wettervorhersage fürs Wochenende – sei dabei möglichst originell – Lügen oder Katastrophenvorhersagen sind erlaubt.

Und hier sind die Regeln dazu: Jeden Freitag wird veröffentlicht. +++ Wählt aus einem der vorgegebenen Schreibthemen. +++ Schreibt eine Geschichte/ein Gedicht/ein paar Zeilen – egal, Hauptsache ihr übt euer kreatives Schreiben. +++ Vergesst nicht, den Hashtag #Writing Friday und den Header zu verwenden, schaut unbedingt bei euren Schreibkameraden vorbei und lest euch die Geschichten durch. +++ Habt Spaß und versucht, voneinander zu lernen.

# Writing Friday 2021 – Februar, 6. Woche – Teil 1 : Meteoritenschauer

Was für ein Schietwetter! An diesem ersten Freitag im Februar habe ich mir die fünfte Schreibaufgabe zum #Writing Friday von elizzy geschnappt:

Du bist für einen Tag Wettermoderator/in – Schreibe den Text für deine Wettervorhersage fürs Wochenende – sei dabei möglichst originell – Lügen oder Katastrophenvorhersagen sind erlaubt.

Sonnenwinde, Sternhagel und Meteoritenschauer… das Wetter im All in all seinen Eigenheiten wird heute präsentiert von der reizenden Miss Skye Diver, nicht zu verwechseln mit Mister Luke Skywalker.

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Meteoritenschauer

Guten Abend, verehrtes Publikum. Ein neues Wochenende steht vor der Tür, und ich habe wenig erfreuliche Nachrichten. Wer sich auf gepflegtes Cruisen entlang des Andomedanebels gefreut hat, sollte seine Freizeitplanung nochmal überdenken, denn gegen Mittag drohen starke Sonnenwinde, der natürliche Feind moderner Antriebs- und Lenksysteme der neuesten Generation. Besonders zu meiden sind außerdem der Pferdekopfnebel wegen extrem schlechten Sichtverhältnissen und die Ringe des Saturn.

Eine sich in den frühen Morgenstunden aufbauende Okklusion zwischen den Wurmlochfeldern der Galaxie Yendys im dreidimensionalen „Bermudadreieck“ sorgt für eine Erhöhung des Sogs in der Region der Schwarzen Löcher 16T-857F, J108F61 und GGB22657 und führt zu einem verstärkten Auftreten größerer Felder von Sternenstaub und Partikeln in Meteoritengröße. Keine Gefahr besteht jedoch in der von intensiven Meteoritenaktivitäten geprägten Region SRC524.

Blauleuchtende Sternkugelhaufen lassen sich wegen ausgezeichneter Sichtverhältnisse am Sonntag besonders gut im Deltaquadranten beobachten, wie z.B. der türkise MX47-KP58, die azurblaue Formation AF27359 und die mit bloßem Auge kaum sichtbaren Sternenkonstallationen 22M1H60 und KP4758. Nicht zu verwechseln mit dem roten Riesen KW4711. Der befindet sich im Sternbild Hüter der Wahrheit.

Vorsicht auch vor Meteoritenschauern und Sternhageln in den Nächten zwischen den Aufgängen der Monde Hallux und Valgus im Asteroidengürtel des Hydraquarius Taurii im Gammaquadranten. Ungewöhnlich hohe Aufkommen von Gammastrahlung machen das Tragen von speziellen Schutzanzügen erforderlich.

Die gute Nachricht zum Schluss: Größere Temperaturschwankungen sind für dieses Wochenende nicht zu erwarten. Und damit verabschiede ich mich mit dem Wetterpanorama und gebe zurück an die Spätnachrichten.

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Die Schreibthemen im Februar sind:

1) Märchenhaft – schreibe eine Geschichte zu folgender Szene: Lara geht auf einen Maskenball, dort trifft sie auf Clark – es ist Liebe auf den ersten Blick. Doch Clark ist nicht der, für den er sich ausgibt. Lüfte sein Geheimnis am Ende deiner Geschichte. +++ 2) Am 28. Februar ist Tag der Zahnfee! Schreibe ihr zu Ehren einen Brief. +++ 3) Schreibe eine Geschichte, die mit dem Satz “In einer so unbequemen Lage war er noch nie, doch…” beginnt. +++ 4) Schreibe eine Geschichte und lasse folgende Wörter mit einfliessen: karamellisierte Erdnüsse, Liebesgeständnis, rosarot, dunkelblau, Kerzenlicht. +++ 5) Du bist für einen Tag Wettermoderator/in – Schreibe den Text für deine Wettervorhersage fürs Wochenende – sei dabei möglichst originell – Lügen oder Katastrophenvorhersagen sind erlaubt.

Und hier sind die Regeln dazu: Jeden Freitag wird veröffentlicht. +++ Wählt aus einem der vorgegebenen Schreibthemen. +++ Schreibt eine Geschichte/ein Gedicht/ein paar Zeilen – egal, Hauptsache ihr übt euer kreatives Schreiben. +++ Vergesst nicht, den Hashtag #Writing Friday und den Header zu verwenden, schaut unbedingt bei euren Schreibkameraden vorbei und lest euch die Geschichten durch. +++ Habt Spaß und versucht, voneinander zu lernen.