Dienstags-Gedudel #61 : Reisefieber, Teil 15 – noch ein Jubiläum

nämlich die 15. Etappe auf meiner musikalischen Weltreise, die sich in Australien befindet – genauer gesagt in Tasmanien. Van Diemen’s Land von U2:

Tasmaniens Koordinaten 42°3’S, 146°37’O – Van Diemen’s Land, gefunden
auf youtube: https://www.youtube.com/watch?v=iR_tgIL_Yu4

Bei dieser Aufnahme stand zur Abwechslung nicht Bono am Mikrofon, sondern sein Kollege The Edge, dessen Stimme ich nicht uninteressant finde und für diesen Song viel passender als die von Mr. Hewson.

In dem Song geht es um den Anführer eines irischen Aufstands von 1848, der zur Strafe für die Anstiftung zur Rebellion an diesen ungastlichen Ort verbannt wurde.

Media Monday # 508 : Frühlingsanfang ist’s …

… und nur noch eine Woche, bis erneut die Uhren umgestellt werden. Abends länger hell, das könnte mir über etwaige Tiefs hinweghelfen. Im Sonntagsgottesdienst am Tag nach der Frühlingstagundnachtgleiche haben wir meiner Mutter gedacht, die wir am Freitag zu Grabe getragen haben. Von Frühlingsgefühlen keine Spur, aber vielleicht kann eine Stimmungsaufhellung auch der Media Monday bewirken, denn das Ausfüllen der sieben Lückentexte finde ich immer wieder aufs Neue spannend.

Denn manchmal kommt es vor, dass ich ein Video einbette – doch anders als manche an dieser Stelle vermuten, gibt es heute kein Musikvideo aus Australien, sondern ein Filmchen zum Thema „Kein Styling ist auch keine Lösung“. Passt, weil demnächst bei mir ein Friseurbesuch ansteht.

Zum letzten Mal hat mich ein Salon im Herbst 2019, nach meinem Kanadaurlaub, von innen gesehen. Dass es mich dort hin verschlägt, war eine spontane Entscheidung und vermutlich die größte Überraschung für mich in diesem „Winter“. Fast so groß, wie das Phänomen, dass ich beim Ausfüllen ein Schreibflash heimgesucht hat und ich das H-Wort (in roter Schrift) nun wirklich in jeden Punkt eingeflochten habe.

Media Monday # 508

1. Glaubt man den Gerüchten, könnte es tatsächlich sein, dass der für April 2020 angekündigte Filmstart von „Black Widow“ nach der wievielten Verschiebung auch immer am 6. Mai dieses Jahres über die Bühne geht (sofern man ihn nicht ein weiteres Mal verschiebt). So manche finden diese ständigen coronabedingten Ausfälle und Vertagungen auf später einfach nur haarsträubend; aber das Scarlett-O-Hara-Prinzip kommt sicher nicht aus Jux und Dollerei zur Anwendung. A propos Scarlett: Mir persönlich ist Scarlett Johansson lieber als die Südstaatenlady aus dem Epos „Vom Winde verweht“.

2. Ich habe lange nicht mehr erlebt, dass mich jemand Unbekanntes zum Zurückflirten inspiriert hat. Haargenau: die paar Male, dass mich einer angesprochen hat, kann ich an einer Hand abzählen, doch auf das Geplänkel bin ich nur einmal eingestiegen: im August 2019 in Toronto. Ob ich zuletzt beim Einkaufen am Samstagmittag in unserem Einkaufszentrum nur wegen meiner ausgefransten Wallemähne angesprochen wurde, habe ich jedoch nicht herausgefunden.

3. Die richtige Idee für eine Kurzgeschichte, ABC-Etüde oder ein alles erklärendes Kapitel zu finden, zaubert mir immer wieder ein Lächeln aufs Gesicht, denn das fühlt sich an wie das Auffinden des fehlenden Puzzleteils nach unzähligen Versuchen, mit dem sich dann endlich alles ha(a)rmonisch ineinander fügt.

4. Bei all dem, was mich so umtreibt, ist für mich im Moment das Achten auf einen vernünftigen Abstand sehr wichtig. Derzeit tüftle ich noch an einer Methode, mir den Hintermann so vom Leib zu halten, dass die Situation nicht eskaliert. Manche Momente, die ich bei solchen Begegnungen erlebe, sind echt zum Haareraufen!

5. Ein haariges Thema: Being a fangirl. Michael Hutchence, dessen Bild meine Tasse auf dem Beitragsbild schmückt, hat einen festen Platz in meinem Fan-Herzen, einfach weil ich mich in den 80er Jahren in seine Stimme verliebt habe, als meine australienbegeisterte Schwester die INXS-Schallplatte „Listen like Thieves“ anschleppte.

Das war 1985, und wir hatten kein Musikfernsehen, weil wir nur drei Kanäle empfangen konnten. Erst als die Band dann Jahre später auch auf meinen optischen/visuellen Radar geriet, war ich dann vollends aus dem Häuschen. Aber das lag nicht an den wilden Frisuren in jenem Jahrzehnt. Und weil ich gerade gedanklich in den 80er Jahren bin, muss ich jetzt an die Haarspraywerbung mit der Vielfliegerin denken, die jetzt von der Firma, die das Haarspray herstellt, parodiert wird. Schön, dass sich manche selbst nicht ganz so ernst nehmen und sich schön selbst veralbern:

6. Auch wenn ich es mir lange nicht vorstellen konnte, fange ich dieses Jahr wieder mit dem Schneidern an. Die verliehene Schneiderpuppe, die ich wieder nach Hause transportiert habe, wäre um ein Haar dabei vollends kaputt gegangen. Aber nun ist sie mit minimalem Schaden wieder da.

7. Zuletzt habe ich an einem Gedenkgottesdienst teilgenommen, und das war eine ganz wunderbare Erfahrung , weil es nicht notwendig war, einen Platz zu reservieren. Man konnte sich auf einen freien Platz setzen, und selbst zu singen hat mir auch nicht gefehlt, weil der Sänger auf der Empore einfach unübertrefflich war – nun habe ich den Vorsatz gefasst, in dieser Kirche demnächst auch an einer Abendandacht teilzunehmen, auch wenn es a) nicht meine Gemeinde ist und b) es sich um eine evangelische Kirche handelt, ich aber katholisch getauft worden bin. Mir ist die Trennung in unterschiedliche Konfessionen aber Wurst, und das nicht erst seit jetzt, sondern schon, solange ich mich zurückerinnern kann (sehr zum Unverständnis einer Verwandten, die früher ordentlich Haare auf den Zähnen hatte, jetzt aber altersmilde geworden ist).

ABC -Etüden – Woche 12 & 13 : Etüde 1 – Das Kaffeekränzchen

Moin, schon als ich die drei neuen von puzzleblume gespendeten Wörter sah, wusste ich, das könnte klappen…

Dackelfalten, fruchtig, scheppern

… und die Idee für die aktuelle Etüde auf Christianes Blog war auch schon da, was nicht zuletzt auch an der hübschen Illustration mit den vitaminreichen Früchtchen liegt:

Eine Klasse für sich ist Lauras Jungfernfahrt mit dem VW-Käfer aus einer meiner Extra-Etüden in der fünften Januarwoche („Die Premiere“) gewesen. Was mag sich wohl bei ihr zu Hause während des Wartens abgespielt haben? Erfahren Sie es hier:

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Das Kaffeekränzchen

Emmi und Hugo waren die ersten, die sich zum Kaffeekränzchen eingefunden hatten. Frau König hatte sich diesmal ganz besondere Mühe gegeben: Neben der Sachertorte prangte ein fruchtiger Lemon-Cheescake auf der liebevoll geschmückten Kaffeetafel – extra für Laura, die sich in diesem Moment durch ihre Jungfernfahrt mit dem Käfer zitterte.

Damit war die frischgebackene Führerscheininhaberin jedoch nicht die einzige. Entgegen aller Unkenrufe, war es nicht Tante Emmi, die zu hysterischen Anfällen neigte, sondern Onkel Hugo, der mit in Dackelfalten gelegter Stirn Bedenken äußerte: „Und ihr lasst sie so einfach ganz alleine fahren?“

Um Tante Emmis Augenwinkel zuckte es bedenklich, wie bei Hörnchen Scrat im Film „Ice Age“, ein untrügliches Zeichen dafür, dass man sich am besten schon mal bereit machte, den Enzian zu holen. Aber möglichst so, dass Hugo nichts davon mitbekam.

„Ja, wie soll Laura es denn sonst lernen?!“ In diesem Punkt war Herr König unerbittlich, auch wenn es bei Lauras ersten Fahrten noch ordentlich scheppern würde. Dass Blechschäden nicht ausblieben, kannte er noch aus seiner eigenen Zeit als Anfänger. Doch bevor er das noch weiter vertiefen konnte, öffnete sich die Haustür. Laura war zurück; außer Atem und mit geröteten Wangen.

„Cheesecake? Yammi!“

Mit vollen Backen erzählte Laura aufgeregt von der Straßensperre und dem Stau hinter dem Transporter, hinter dem sich ein SUV, ein tiefergelegter BMW, ein himberroter Smart und ein vollbeladener Pickup wie Perlen auf einer Schnur aufgereiht hatten, und dem Rückwärtsmanöver unter ihrer Regie. Dass sie und der Typ im BMW ihre Handynummern ausgetauscht hatten, überging sie geflissentlich.

Das musste niemand erfahren, vor allem nicht Tante Emmi, die bei Lauras Schilderungen erstaunlich ruhig geblieben war. So ruhig, dass die Flasche mit dem Enzian heute garantiert nicht mehr zum Einsatz kommen würde.

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285 Wörter für eine weitere Momentaufnahme in meinem „Regen“-Universum. Diesmal hat es Laura erwischt.

Projekt ABC – F wie Flaschen & Flakons

Wortman und aequitasetveritas teilen in diesem Jahr die Mitmachaktionen im 14tägigen Wechsel unter sich auf: „Momentaufnahmen“ und „Projekt ABC“ – hier symbolisiert ein Foto jeden Buchstaben des Alphabets (ohne Ä, Ö und Ü). Für das F steht diesmal meine Kollektion von Flaschen und Flakons.

Die folgenden Aufnahmen zeigen zwei Schätzchen, die im Licht der Nachmittagssonne besonders schön zur Geltung kommen.

Ein inzwischen leerer Flakon von Lalique – René Jules Lalique (1860-1945) war ein Schmuck- und Glaskünstler des Art Déco und des Art Nouveau (eine Ausprägung des Jugendstils):

Und eine Sonderedition eines meiner früheren Lieblingsparfüms, die einem Eisblock nachempfunden ist:

Und da ich jetzt zu den Flaschen komme, kann ich auch gleich einen Tick von mir verraten. Wenn ich eine leere Flasche übrig habe, die mir so gut gefällt, dass ich sie nicht wegwerfen möchte, befülle ich sie neu – in diesem Fall dient eine leere Duschgelflasche dazu, jedes x-beliebige Duschgel hineinzufüllen. Auf diesem Bild kann man sehen, was passiert, wenn man ein anderes Produkt als das vorige von oben nachfüllt:

In dieser Flasche aus einem luxemburger Hotel war ursprünglich eine Körperlotion – nun bewahre ich darin ein Gesichtswasser auf:

Und zum Schluss ein Ensemble von leeren Flaschen – das einfallende Licht wirft bunte Schatten in verschiedenen Farbtönen:

Das war’s nun auch schon wieder mit meiner Flaschen- und Flakonsammlung. Mal sehen, was das G so bringt.

# Writing Friday 2021 – März, 12. Woche : Live in Concert

Eskapismus – meine kleine Flucht vom momentan eher unschön verlaufenen Alltag ist die vierte Schreibaufgabe zum #Writing Friday von elizzy, bei dem ich jetzt zweimal pausiert habe:

Schreibe eine Geschichte und lasse folgende Wörter mit einfliessen: Flirten, Lächeln, durchschaut, grossartig, hibbelig.

Wenn man zur Aufsichtsperson gewählt wurde, aber keine Lust darauf hat: Seinen Lauf hat das Schicksal bei den ABC-Etüden unter dem Titel „Watermelon Sugar“ genommen – nun geht es etwas ausführlicher hier weiter:

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Live in Concert

Babysitten bei einer Dreizehnjährigen? Im Leben nicht, hätte Lucy am liebsten gerufen, als das Problem wie aus dem Nichts im Raum gestanden hatte. Und doch war sie jetzt hier beim Harry-Styles-Konzert, als Begleitperson für Charly. Eine ganz großartige Methode, ihr das gesamte Wochenende zu versauen, ätzte sich der Ärger durch ihr Inneres und schrie danach, in einer ordentlich gezapften Maß ertränkt zu werden, aber daraus würde nichts werden.

Bier vom Fass war Fehlanzeige, und obendrein musste sie noch fahren. Sie würde sich wohl mit Cola oder alkoholfreiem Bier begnügen müssen. Trotzdem war eines sicher: So schnell würde sie den Getränkestand nicht verlassen, denn noch unerträglicher als ihre nervige Cousine, die ihr während der nächsten zwei Stunden besser nicht unter die Augen kam, war für sie die Vorstellung, von hibbeligen One-Direction-Fans umzingelt zu sein.

Aber wenn Charlys und ihre Eltern glaubten, dass sie sich das freiwillig antun würde, hatten sie sich aber schön geschnitten. Die saßen nichtsahnend zu Hause und vertrauten darauf, dass die beiden Mädchen den ganzen Abend einander nicht von der Seite wichen, und so langsam fragte sich Lucy, was wohl passiert wäre, wenn sie durchschaut hätten, was sich hier wirklich abspielte. Vielleicht hätte sich dann ja ihre Mutter als Aufpasserin für das Gör angeboten.

Sie hätte bestimmt ein tolles Fangirl für Charlys Idol abgegeben, wenn sie an den ganzen Krempel aus den Achtziger Jahren dachte, der in einer Kiste auf dem Speicher lagerte, zusammen mit der Plattensammlung ihrer Mutter. Irgend so eine Band vom anderen Ende der Welt, die heute kein Mensch mehr kannte. Popmusik aus Down Under? Na, schönen Dank auch – jedenfalls hatte deren Sänger schon mal denselben gruseligen Klamottengeschmack wie Mr. Styles. What the… Lucy verschluckte sich fast an ihrer Wassermelone, als dieser auf die Bühne kam, und die Mädchen in der Reihe vor ihr in Wallung gerieten.

„Haaaaaach, sein Lächeln ist der Wahnsinn – ich…“ Der Rest des Gequietsches ging in frenetischem, anfeuerndem Applaus unter, als die ersten Klänge von „Watermelon Sugar“ durch den Saal hallten. Im Prinzip fand sie den Song nicht schlecht, leider aber ging er ihr zunehmend auf den Geist, seitdem er im Radio ständig zu hören war und Charly ihn zu allem Überfluss auch noch als Klingelton für ihr Smartphone ausgewählt hatte.

Auch wenn sie bei dem Gedudel lieber den Rückzug angetreten hätte, eines musste sie dem Star des Abends lassen: Das Flirten mit dem vorwiegend weiblichen Publikum beherrschte er mühelos. Fasziniert lehnte sich Lucy gegen die Wand des Getränkestands. Sie war gespannt darauf, was der Sänger noch so drauf hatte. Trotz des holprigen Einstiegs versprach der Abend, doch noch auf die ein oder andere Weise spaßig zu werden.

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Wie spaßig dieser Abend noch werden könnte, wird eventuell die Fortsetzung zeigen.

Die Schreibthemen im März sind: 1) Frühlingsgefühle – schreibe aus der Sicht eines jungen Vogels, der gerade aus dem Süden zurückkehrt. Was hat er im Süden erlebt und wer ist die junge Vogeldame an seiner Seite? +++ 2) Am 4. März ist Tag der Snacks! Schreibe deinem liebsten Snack zu Ehren einen Liebesbrief. +++ 3) Schreibe eine Geschichte, die mit dem Satz “Als Pusteblume hat man es nicht leicht…” beginnt. +++ 4) Schreibe eine Geschichte und lasse folgende Wörter mit einfliessen: Flirten, Lächeln, durchschaut, grossartig, hibbelig +++ 5) Schreibe über deine grösste Angst.

Und hier sind die Regeln dazu: Jeden Freitag wird veröffentlicht. +++ Wählt aus einem der vorgegebenen Schreibthemen. +++ Schreibt eine Geschichte/ein Gedicht/ein paar Zeilen – egal, Hauptsache ihr übt euer kreatives Schreiben. +++ Vergesst nicht, den Hashtag #Writing Friday und den Header zu verwenden, schaut unbedingt bei euren Schreibkameraden vorbei und lest euch die Geschichten durch. +++ Habt Spaß und versucht, voneinander zu lernen.

Dienstags-Gedudel #60 : Reisefieber, Teil 14 – Die Jubiläumsausgabe

Der freudige Anlass: Zum sechzigsten Mal dudelt es an diesem Dienstag bei mir, und schwupps isser auch schon da – der neue Kontinent: Australien.

Improvisationstheater made in Australia, oder auch „wir spielen den Text pantomimisch nach“,
gefunden auf youtube: https://www.youtube.com/watch?v=XfR9iY5y94s

Man nennt ihn auch Down Under, und deshalb haben heute die Men at Work die Ehre. Ein totgedudelter Ohrwurm in den Achtziger Jahren, mit dem charakteristischen Bierflaschenintro, von mir neu belebt. Prost.

Media Monday # 507 : Ich habe heute kein Foto für euch …

… denn das einzige Bild, das ich für den Termin beim Pfarrer ausgewählt habe, ist ein sepiagetöntes Jugendfoto meiner Mutter. Zu diesem Media Monday steuere ich deshalb heute mal kein Foto bei, und auch kein Video:

Media Monday # 507

1. Derweil lässt der Frühling noch auf sich warten und auch das Wetter lädt nicht unbedingt zu Außer-Haus-Aktivitäten ein. Wie schön ist es da, nicht nur Gesellschaft zu haben, sondern auch ein paar Alben auf Vinyl, die beim Sortieren „Hier!“ geschrien haben, einen Durchlauf zu gönnen. Ein Foto habe ich von diesem Experiment aber nicht für euch.

2. Um sich ein bisschen Kino-Flair nach Hause zu holen, greife ich ab und zu auch mal ganz gerne zu sogenannten Blockbustern. Allerdings bin ich nicht sicher, ob der Film „The Circle“ in diese Kategorie fällt.

3. Der Bestseller „In eisige Höhen“ von Jon Krakauer verspricht nicht nur spannende Lektüre, sondern wurde auch sehr packend verfilmt – und lässt bei mir zu keiner Zeit den Wunsch aufkommen, an Expeditionen dieser Art teilzunehmen.

4. Reguläres, lineares Fernsehen ist bei mir immer noch Teil des abendlichen Unterhaltungsprogramms, und manchmal entdecke ich auf Sendern, die ich eher seltener einschalte, wahre Schätzchen – wie zum Beispiel die Themenwochen des Senders „arte“ im Januar, die sich um das Meer drehten.

5. Der Kampf der Streaming-Anbieter um die neuesten Produktionen oder verschobene/abgesagte Kinoveröffentlichungen findet außerhalb meines Radars statt.

6. Die Veränderungen in den letzten Jahren, was meine Vorlieben beim Reisen angeht, habe ich erst spät bewusst wahrgenommen. Lag mein Focus früher auf wildromantischen Landschaften in Schottland, England und Irland oder gar in der Schweiz, um einen Gang runterzuschalten, konnte es jetzt nicht turbulent genug sein. Hoch im Kurs standen bei mir dabei Ziele wie Berlin oder Toronto.

7. Zuletzt habe ich meine Schwester mit Barbarie-Entenkeule, Rotkohl und Mini-Kartoffelknödeln bewirtet. Zum Bewirten kommt man ja dank Corona immer noch so schlecht, und deshalb fällt auch verwandtschaftliches Beisammensein nach der kommenden Urnenbeisetzung flach – allerdings spiele ich mit dem Gedanken, meinen Verwandten Kreppel (Krapfen/Berliner) als Wegzehrung mit auf den Nachhauseweg zu geben.

ABC -Etüden – Woche 10 & 11 : Etüde 2 – Fine Line (Etüde mit Triggerwarnung)

Manchmal kommt die Inspiration trotz familiären Verlustes und gesundheitlicher Schwierigkeiten von ganz woanders her. Youtube-Playlisten machen es möglich, und so bleibe ich auch weiterhin den Etüden auf Christianes Blog erhalten. Die Wörter Klassenkeile, schwammig und trödeln wurden diesmal vom BerlinAutor gespendet.

Die Illustration stammt von Christiane. By the way, war es nicht das Substantiv, sondern das Adjektiv, an dem ich mir – gelinde gesagt – die Zähne ausgebissen habe.

Herausgekommen ist eine weitere figurenrecycelnde Etüde, die mit einer Triggerwarnung (Suchtverhalten) einhergeht. Sie ist einem Charakter gewidmet, der in meinem für den #writing friday geschriebenen Sechsteiler „Als der Regen kam“ bisher nur eine untergeordnete Rolle gespielt hat.

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Fine Line

Solche Konzerte waren der Horror.

Frauen mittleren Alters wurden bei Matthias Reim zu hysterisch kreischenden Fangirls, und wenn sich bei Justin Bieber fast nur Teenager tummelten, war klar, was auf ihn zukam: Kollabierte Mädchen herausziehen, die nach dem Erholen von ihrer Ohnmacht wenig begeistert waren, dass ihr Platz futsch war. Sie töten Dich mit Blicken: Lieber hätte er eine Portion Klassenkeile bezogen. Und jetzt das: „Fine Line – Styles in Concert“ – wieder ein vergeudeter Samstagabend.

Ja, es war unfair, aber als Sanitäter hatte er es wirklich nicht leicht. In letzter Zeit häuften sich die Einsätze, die an seine Substanz gingen: Trödeln bei der Rettungsgasse, von Gaffern gefilmte Unfallopfer, an die Rettungskräfte gerichtete Pöbeleien. Dazu die teilweise echt grausamen Bilder an der Einsatzstelle, von denen er nicht wusste, wie er sie abschütteln konnte. Dagegen war so ein Konzert vielleicht doch so etwas wie ein Spaziergang.

Lass es nur nicht zu nah an Dich ran, hatte ihm ein älterer Kollege geraten, leider hatte der sich bezüglich weiterer Tips bedeckt gehalten. Schwammig eben, war ihm beim ein oder anderen Feierabendbierchen durch den Kopf gegangen. An denen hielt er sich so lange fest, bis nichts mehr schwammig war, sondern sich alles in einem gleichmäßig und wohltuend betäubenden Nebel auflöste. Danach schlief er meistens wie ein Stein, nur das Aufwachen am nächsten Morgen war grenzwertig, aber nach einem Kaffee und zwei Hallo-Wach ging es dann meistens. Doch wie lange noch? Die vor ihm liegende Durststrecke war nicht abzusehen.

Fine Line. Den Hang zum Rausch zwecks gelegentlicher Ablenkung und schwer abzulegende Gewohnheiten trennte oft nur eine hauchfeine Linie, doch ihm fehlte das Gespür, ob sie nicht schon längst überschritten war.

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Mit 275 Wörtern ist diese Momentaufnahme geeignet, das Fundament für weitere in meinem „Regen“-Universum angesiedelte Etüden oder längere Texte zu legen.

ABC -Etüden – Woche 10 & 11 : Etüde 1 – Der Neustart

Die Frühjahrsmüdigkeit hat zugeschlagen und lähmt meine Kreativität sowie die Lust auf jegliche Aktivitäten im Freien. Fliegende Pollen machen’s möglich.

Dennoch: Trotz meines familiären Verlustes und gesundheitlicher Schwierigkeiten versuche ich auch weiterhin, den Etüden auf Christianes Blog treu zu bleiben. Die Wörter Klassenkeile, schwammig und trödeln wurden diesmal vom BerlinAutor gespendet – die Illustration stammt von Christiane.

Meine aktuelle Etüde recycelt eine Person, die in Kurzgeschichten für den #writing friday auftaucht. Oder war auch die ein oder andere ABC-Etüde dabei? Wie auch immer, jedenfalls aber bezieht sie sich auf eine Person aus meinem sechsteiligen Kurzroman „Als der Regen kam“.

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Der Neustart

Das Leben war so viel leichter, seit Julian im Internat war.

Zu diesem Schluss kam Suzanne nach drei Wochen Ostseeurlaub, als sie feststellte, dass das übliche Luftanhalten nach Schulschluss der Vergangenheit angehörte. Warum sein Platz im Englisch-Leistungskurs von nun an leer blieb, ging aus der schwammig formulierten Ansprache des Tutors nicht hervor, doch im Grunde ihres Herzens war es Suzanne egal. Trotzdem wagte sie nicht, näher auf das Thema einzugehen, vielleicht, weil sie fürchtete, plötzlich doch noch aufwachen, um festzustellen, dass alles nur ein Traum war.

Zugegeben, ein schöner Traum: Kein Julian – keine Clique, die sich am Haupteingang breitmachte und den Vorbeigehenden dumme Sprüche hinterherschickte, besonders den Mädchen. Geschichte war auch die Klassenkeile, die allen blühte, die diesen Typen in die Quere kamen. Obwohl Cliquenkeile es besser traf und es die Clique immer noch gab, wenn auch ohne Wortführer. Und ohne den war es mit ihrer Großspurigkeit nicht weit her. Außenstehende konnten ihre Erleichterung nur schwer nachvollziehen, aber es fing schon mit kleinen Dingen an – wo sie sonst nach der letzten Stunde auf dem schnellsten Weg das Schulgebäude verlassen hatte, konnte sie nun nach Herzenslust trödeln.

Und wenn sie sich geschickt genug anstellte, würde sie über kurz oder lang Marc über den Weg laufen, für den sie schon lange schwärmte und der sich während der Ferien anscheinend von Alexandra getrennt hatte. Dem Dunstkreis Julians entzogen, bestand nun vielleicht doch noch Hoffnung, dass sie und er…

Ach ja, seufzte Suzanne verzückt, als sie zu Hause angekommen war – besser konnte das neue Schuljahr nicht beginnen, und vielleicht würden die letzten Semester vor dem großen Abschluss zur besten Zeit ihres Lebens werden.

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In 272 Wörtern zu einer weiteren Momentaufnahme aus meinem „Regen“-Universum.

Die 5 Besten am Donnerstag : Meine liebsten Filmzitate

Yippieh-ya-yay, Schweinebacke! Im Merken von Filmzitaten oder darin, sie wortwörtlich wiederzugeben, bin ich ganz schlecht. Daher musste ich für die neueste Kopfnuss bei den Besten am Donnerstag auf Ginas Blog eine Weile in der Versenkung – äh, in den unendlichen Weiten des Internets – buddeln und habe meine Fundstücke auf ihre Anwendbarkeit in unterschiedlichen Lebenslagen getestet. Dabei bin ich zu ganz erstaunlichen Erkenntnissen gekommen und habe auf eine wertende Reihenfolge verzichtet.

Wenn’s mal wieder länger dauert

Nicht so hektisch übern Ecktisch! Die aktuelle Folge von „9-1-1 : Notruf LA“ hat mich darauf gebracht: als einer der Gangster nämlich partout allen anderen sein eigenes Tempo aufzwingen will. Hier nun das passende Zitat aus der Filmkomödie „Superstau“ aus dem Jahr 1991, aus dem Mund von Jan Fedder: „Feddich is nich feddich, wenn du sachst feddich, feddich is feddich, wenn ich sach feddich. Außerdem sind wir nich bei Aldi, sondern im Stau. Feddich.“ Habe fertig – Flasche leer.

Wenn man eine Rede halten muss

Flieht, Ihr Narren! Bei manchen Reden oder Ansprachen kommt es auch stark aufs Publikum an. Wenn man mit einem Teil der buckligen Verwandtschaft über Kreuz ist und dann auch noch so viele kommen, dass man den Überblick verliert, kann man schon mal wie Bilbo Beutlin ins Trudeln kommen. Oder war es am Ende eine Mischung aus Bosheit und Absicht? „Ich kenne die Hälfte nicht halb so gut, wie ich es möchte, und ich mag weniger als die Hälfte von euch auch nur halb so gern, wie ihr es verdient.“ – bei dieser Ansprache zu Beginn von „Der Herr der Ringe – die Gefährten“ kommen so manche aus der zahlreichen Gästeschar ins Grübeln, wie das „Kompliment“ denn nun gemeint war.

Wenn man nicht weiß, was man bestellen soll

Das Gleiche – oder: Reden mit Händen und Füßen… In „Harry und Sally“ gibt es die eine Szene, in der Sally im vollbesetzten Restaurant dem verblüfften Harry eindrucks- und äußerst geräuschvoll demonstriert, wie man als Frau glaubhaft einen Orgasmus vortäuscht. Als sie mit ihrer Show fertig ist, folgt die Bestellung einer der am Nachbartisch sitzenden Dame auf dem Fuße: „Ich will genau das, was sie hatte.“ – Dagegen fiel meine Bestellung in einem Straßencafé in Paris geradezu harmlos aus, als ich nicht wusste, wie ein bestimmtes Getränk hieß und „Le même“ orderte, während ich dabei auf das Glas eines anderen Gastes deutete.

Wenn man eine gute Begründung braucht

Towanda! Es ist aber auch ein Kreuz mit der Parkplatzsuche; kaum hat man nach endlosem Gegurke schließlich einen gefunden, gibt es immer jemanden, der ihn einem vor der Nase wegschnappt. Dass die beiden Parkplatzdiebinnen in dem Drama „Grüne Tomaten“ die gestresste Evelyn auch noch verhöhnen, lässt bei der Übervorteilten sämtliche Sicherungen durchbrennen, und die sonst so schüchterne Evelyn wird zur autozerstörenden Furie, die die legendären Worte spricht: „Seht es ein, Kinder: Ich bin älter und viel besser versichert.“ Kann man machen, und ist auch verständlich – sollte man aber nicht, wenn einem seine Finanzen und sein Versicherungsschutz lieb sind.

Wenn man auf etwas hingefiebert hat

Vorfreude ist doch die schönste Freude. Von wegen: Da investiert man Stunden in die Zubereitung des Festessens, und dann ist es in weniger als zwanzig Minuten verputzt. Oder man sehnt sich den Urlaub herbei, und ehe man sich’s versieht, sitzt man auch schon wieder im Flieger in die Heimat – eine Situation, die die meisten von uns kennen dürften. Von wem das folgende Zitat aus „Die fabelhafte Welt der Amélie“ stammt, weiß ich nun wirklich nicht mehr, aber es fasst das von mir Gesagte exzellent zusammen: „Wissen Sie, das Glück ist wie die Tour de France. Man wartet so lange, und dann rast es vorbei.“ Diese Erfahrung habe ich zuletzt im Sommer 2019 machen dürfen, als zwei Wochen in Ontario und Québec wie im Flug vergingen und ich am liebsten John McClanes Statement aus „Stirb langsam – jetzt erst recht“ unterschrieben hätte. I had no idea Canada would be this much fun – obwohl er seine Worte bestimmt anders gemeint hat.

Das Beitragsbild stammt übrigens aus dem Hotel, in dem ich bei den Niagarafällen ganz feudal residieren durfte.

Und by the way – es gäbe noch so viele weitere Zitate, die mir auf der Zunge lagen, wie z.B. „Ich habe eine Wassermelone getragen“ (Dirty Dancing), „Ich könnte mich als Führer anbieten – nein Danke, heute nicht.“ (Der Wixxer), „Jeder nur ein Kreuz“ (Das Leben des Brian) oder „Jetzt nicht den Kopf verlieren! – Kopf verlieren, Kopf verlieren…. Aaaaaaah!“ (Hennen rennen), aber die fünf oben fand ich treffender – in diesem Sinne dann bis zum nächsten Mal, oder – wie der Terminator: Hasta la vista, baby.