„Splish-Splash, I was taking a bath“ : Die Badesaison ist eröffnet

 


So nach und nach schließen die Freibäder, nicht ohne an ihren letzten Wochenenden einen Hundebadetag zu veranstalten: Herrchen und Frauchen lassen ihre Wauzis zu Wasser, und letztere haben anscheinend irre Spaß im Schwimmbecken. Mit von der Partie bin ich dabei nicht, denn ich habe keinen Hund. Dennoch hatte auch ich heute Gesellschaft im Wasser; 23°C Außentemperatur, blauer Himmel und Sonnenschein waren ideal, um eine zweite Runde der Teichaktion zu starten: 300-Liter-Teich leerschöpfen, Pflanzen herausholen, Schlamm und Modder entfernen, vergammelte Pflanzenteile entsorgen, Pflanzen wieder einsetzen und Teich neu befüllen. That’s it! Das klang nach einem einfachen Plan, für den ich zwei Stunden veranschlagt hatte, inclusive Umziehen, denn nach dem letzten Mal wollte ich diesmal schlauer sein.

Weil ich immer noch keine Gummistiefel habe, nahm ich als „Arbeitsschuhe“ meine Gummischlappen mit, die mir auf Reisen als Hausschuhe dienen. Gummischlappen lassen sich leicht reinigen und schnell trocknen; außerdem habe ich lieber in denen nasse Füße statt in Turnschuhen – und als ich dann zum Schluß in den Teich klettern musste, weil sich die schweren Pflanzkörbe nicht anders heraushieven ließen, war ich froh, nicht mit der blanken Fußsohle im Schlamm herumwaten zu müssen. Das macht mich zwar immer noch nicht zu einem geeigneten Kandidaten für den Tough Mudder, aber im Wasser war es weit weniger unangenehm, als ich zunächst befürchtet hatte.

 

20170923_140110

 

Den kleinen Schwimmer, den ich in einer Pause ablichtete, habe ich dann mit bloßen Händen aus dem fast leeren Teich expediert. Ganz schön zappelig, so ein kleines Kerlchen, und bestimmt leichter aus dem Wasser zu bekommen als einen Hund.

Advertisements

Die 5 besten am Donnerstag #62 : Die 5 schönsten Orte in Filmen


 

In ihrer Rubrik „Die 5 besten am Donnerstag“ fragt Gorana nach fünf Orten aus Filmen die wir gerne mal besuchen würden oder an welchen wir sogar für immer bleiben würden.

Abgesehen von meinem gestrigen Kinobesuch in Frankfurt zu „Tulpenfieber“, bin ich in den letzten Jahren immer seltener ins Kino gegangen. Und so sind von den fünf Filmen, die mir optisch viel zu bieten haben, nur zwei dabei, die ich tatsächlich im Kino gesehen habe – den Rest habe ich auf DVD.


 

1. Der Herr der Ringe – die Gefährten: das Auenland. So eine Hobbithöhle inmitten idyllischer grüner Hügel hat etwas faszinierendes für mich, und ich kann jeden Hobbit verstehen, der diesen traumhaften Ort nicht verlassen möchte.

2. Gosford Park: Der englische Landsitz, der während des ganzen Films nicht einmal genannt wird, reizt mich, nicht nur sein Inneres, sondern auch die weitläufigen Parkanlagen zu erkunden.

3. Das zauberhafte Land: Oz, und zwar genau den Punkt, in dem der gelbe und der rote Steinweg ineinander zusammenlaufen. Und dann würde ich dem roten Steinweg folgen. Da ich keiner Hexe etwas weggenommen habe, werde ich für die vermutlich völlig uninteressant sein.

4. Nightmare before Christmas: Der Ort im Wald mit den Türen zu den anderen Welten wie Ostern, Valentinstag, Thanksgiving oder St. Patrick’s Day. Ich glaube, auf die Oster-Town mit dem Bunny wäre ich am neugierigsten.     

 

easter-door-nightmare-before-christmas-isney-and-ixar-the-nightmare-before-christmas-door-decorations-l-6d879c0b72cb1433

(Bildquelle – http://www.themeschurch.net/upload/2017/07/12/easter-door-nightmare-before-christmas-isney-and-ixar-the-nightmare-before-christmas-door-decorations-l-6d879c0b72cb1433.jpg)

1191b4a7-cc36-46e9-8b97-b5cda3896723

(Bildquelle — http://cdn.playbuzz.com/cdn/08eb8847-876e-4941-b121-45bff06f1d9a/1191b4a7-cc36-46e9-8b97-b5cda3896723.jpg)


 

5. Inception: Den Film fand ich verwirrend, aber die Landschaften, in denen man sich in allen Perspektiven gleichzeitig befinden bzw. in denen einzelne Perspektiven kollabieren, übten eine ungeahnte Faszination auf mich aus. Man muss schon sehr stark sein, um nicht die Orientierung zu verlieren, wenn oben gleichzeitig unten ist:

 

inception_background

(Bildquelle — http://www.evolveandascend.com/wp-content/uploads/2016/02/inception_background.jpg)


 

So schön ich diese Orte finde, für immer dort bleiben möchte ich nicht – höchstens für eine kleine Weile.

Media Monday # 325

 

 

Schade, dass ich gestern keine Kamera dabei hatte, um das zu fotografieren: Der Kleingarten meiner Freundin, in dem ich die Teiche leerschöpfen, säubern und neu befüllen sollte, stand unter Wasser. „Kipp das Wasser nicht in die Beete, sondern auf den Weg.“, hatte es geheißen, und da stand ich nun – überlegend, auf welchen Teil des Wegs ich das Wasser aus den Teichen kippen sollte, und kam auf einen äußerst passenden Titel: Waterworld.

Okay, den Film fand ich zwar nicht gelungen, aber das Motto passend. Eine SMS meiner Freundin bestätigte meine Vermutung, dass es keinen Sinn ergibt, die 300 Liter aus dem größten Teich in diese Waterworld auch noch hineinzuschütten. Sinnvoller erschien mir da schon eher, den Sonntag auf dem Sofa mit einem weiteren meiner bereits gelesenen Bücher zu verbringen und am Abend ein paar geistige Klimmzüge mit sieben neuen Lückentexten auf dem Blog medienjournal einzulegen. So let’s go:

 

Media Monday #325

 

1. Wenn heutzutage noch immer Serien nur auf DVD und nicht auf Blu-ray veröffentlicht werden interessiert mich das nicht, weil meine Geräte ohnehin kein Blu-ray abspielen können und ich mir keine neuen Geräte anschaffen werde.

2. Gilmore Girls habe ich nach Jahren nun auch endlich mal gesehen und kann nun verstehen, warum die Serie damals so viele Fans hatte. In diesem Fall kann ich mich anschließen und sehe das Sprichwort „Gut Ding will Weile haben“ bestätigt.

3. Immer wenn ich die Sendung „Countryfile“ sonntagabends auf BBC 1 sehe, bekomme ich regelrecht Lust mal wieder nach Großbritannien zu reisen.

4. Das Lesen von Blogs, die sich mit dem Nähen beschäftigen, ist seit Jahren quasi eine Konstante, schließlich bin ich durch den MeMadeMittwoch in Kontakt mit anderen Hobbyschneiderinnen gekommen.

5. Ich packe meinen Koffer und lasse Platz für ein paar kleine Mitbringsel, obwohl ich bis jetzt noch nicht weiß, wo nächstes Jahr die Reise hingeht.

6. Die künstlich erzeugte Exklusivität mancher Serien/Filme, beispielsweise in Bezug auf unterschiedliche Streaming-/Premium-Anbieter bringt mich jetzt auch nicht unbedingt dazu, Mitglied eines solchen Streaming-Dienstes zu werden, denn so wichtig sind mir diese Serien oder Filme dann auch wieder nicht, zumal manche Serien oder Filme irgendwann doch auf DVD erhältlich sind. Außerdem muss ich nicht noch mehr Zeit vor der Glotze verbringen.

7. Zuletzt habe ich Federweißen am Stand eines Winzers gekauft, und das war für längere Zeit wohl das letzte Mal, weil die Geschäftsleitung des Einkaufszentrums, wo der Stand seit Jahren seinen festen Platz hatte, dem Winzer nun gekündigt hat und ich noch nicht weiß, wo der Stand nächstes Jahr zu finden sein wird.

 

 

Mittendrin-Mittwoch #82 : Die Schrecken des Eises und der Finsternis

 


 

Lesen geht immer, und wenn’s nur ’ne Zeitung ist. Zu Neukäufen kann ich mich nicht aufraffen, und die Stadtbücherei hat mich vor längerem zum letzten Mal gesehen. Also bediene ich mich bei den Büchern in meinem Schrank, die ich schon einmal gelesen habe; dass ich am Montag zu einem Buch gegriffen habe, das ich seit Oktober 2013 besitze, passt hervorragend zu der neuesten Ausgabe des MittendrinMittwoch von elizzy91, die zur Zeit „all the strangest things are true“ liest. Und darum geht’s beim Mittendrin-Mittwoch:

Mittendrin Mittwoch besteht aus immer neuen Zeilen von Büchern in denen ich gerade mittendrin feststecke. Momentaufnahmen von Büchern, die ich gerade lese“

(Zitat aus ihrem Blog)

In welchem Buch liest Du gerade?

Antwort:

Die Schrecken des Eises und der Finsternis“ von Christoph Ransmayr, 2013 erschienen in der Fischer TaschenBibliothek(ISBN 978-3-596-50985-0)

 

Wie sehen Deine nächsten Zeilen aus?

 

24. Montag: Klotz und ich fußmarod. 25. Dienstag: Helles Wetter. Klotz und ich marod. Unter der Mannschaft werden Geschenke zum Ausspielen gegeben. Ich habe eine Flasche Himbeersaft gewonnen. Johann Haller“

 

Aus den Tagebüchern der österreichisch-ungarischen Polarexpedition, geschrieben im Februar 1873. Die Yacht „Admiral Tegetthoff“ war vom Packeis eingeschlossen, und die Besatzung musste die lange Polarnacht (mehrere Monate am Stück bei fast völliger Dunkelheit) überstehen. Am Valentinstag sendeten sie verkorkte Flaschen mit Post in alle vier Himmelsrichtungen aus, ohne zu wissen, dass die erste der Flaschenposten erst nach 48 Jahren gefunden werden würde.

Nach „Längengrad“ und „Sextant“ ist dies nun bereits das dritte Buch, das sich mit dem harten Leben auf See beschäftigt; nur sind die Widrigkeiten, unter denen die Nordpolexpedition zu leiden hatten, noch extremer gewesen. Länger als ein Jahr im ewigen Eis ausharren zu müssen- das würde mir um keinen Preis der Welt einfallen.

Media Monday # 324


 

So viel wie am vergangenen Wochenende habe ich schon lange nicht mehr fotografiert. Zuerst das Hayner Burgfest in Dreieichenhain, dann der Tag des offenen Denkmals, das bundesweit unter dem Motto „Macht und Pracht“ stand; da kommen schon einige gelaufene Kilometer zusammen. Der einzige Wermutstropfen ist die bescheidene Möglichkeit, mit öffentlichen Verkehrsmitteln an den gewünschten Ort zu kommen, obwohl schon allein der Versuch, das Auto an solchen Tagen zu nutzen, zum Glücksspiel mutiert. Doch trotz weniger verfügbarer Parkplätze in Dreieichenhain fand ich doch noch eine winzige Lücke.

Mit Bus und Bahn wäre ich für die gleiche Strecke wahrscheinlich viermal so lange unterwegs gewesen. Und ausgerechnet an diesem Sonntag musste in der Nähe unseres Wohngebiets der monatliche Schnäppchenmarkt stattfinden, bei dem man gut beraten ist, wenn man das Auto stehen lässt. Sagt das mal denen, die gar nicht erst aus ihrer Garage herausfahren können, weil irgendein ortsfremder Vollpfosten eine Einfahrt sei ein guter Platz zum Parken. Oder sich gleich die Bushaltestelle dazu aussucht, weshalb auch die Busfahrer auf den Verstärkerlinien nicht begeistert sind. Tja, mir blieb dann für die Fahrt zum drei Kilometer entfernten Friedhof nur als Alternative die Fahrt mit dem Taxi, denn ausgerechnet die Buslinie, die mich dorthin hätte bringen können, fährt sonntags gar nicht. Möp!

Mit noch platter gelatschten Füßen und bleierner Müdigkeit relaxte ich danach auf dem Sofa und füllte die sieben Lückentexte des 324. Media Mondays auf Wulfs Blog aus; als Gehirnjogging, um die physische Faulheit angemessen kompensieren zu können. And now here we go:

 

Media Monday #324

 

1. Hätte ich plötzlich und unerwartet eine ganze Woche frei und somit Zeit, würde ich mein Stofflager im Keller drastisch durch das Nähen neuer Kleidung abbauen.

 

2. Der Film „Dead Zone – Das Attentat“ mit Christopher Walken hat mich mit seiner Auflösung regelrecht vom Hocker gehauen, denn ich hätte nie gedacht, dass auch ein vereiteltes Attentat zum ersehnten Ergebnis führen würde.

 

3. Wenn ich von Blog-Artikeln, Trailern oder dergleichen gespoilert werde, muss mich der Film oder die Serie schon sehr interessieren, um nicht dadurch abgeschreckt zu werden.

 

4. Diese ständigen Vergleiche in Klappentexten oder auf Filmplakaten gehen mir am Allerwertesten vorbei, denn das Anstellen von Vergleichen möge man doch bitteschön mir überlassen.

 

5. Als ich mit dem letzten Band der „Tribute von Panem“-Trilogie durch war, konnte ich einfach nicht widerstehen und habe zum wiederholten Male das Sachbuch „Sextant“ von David Barrie zum Lesen aus dem Schrank geholt, denn das geht auf ganz andere Aspekte der Navigation auf See ein und ist eine gute Ergänzung zu „Längengrad“ von Dava Sobel.

 

6. Obwohl mich Snacks für die Mikrowelle sonst nicht so reizen, gefiel mir das Mikrowellenpopcorn mit Karamell aus dem Supermarkt doch überraschend gut, denn nichts eignet sich für mich besser zum Knabbern als etwas süßes, das noch warm ist (abgesehen von einem fertigen Popcorn aus der Tüte, das salzig und süß zugleich ist).

 

7. Zuletzt habe ich mein Smartphone aufgeräumt, weil ich erklärt bekommen habe, dass Videos, die man per Whats App bekommt, im Hintergrund weiterlaufen und den Akku über Gebühr strapazieren und das war frustrierend, weil mich die schiere Masse an Filmchen und Fotos mit Sinnsprüchen beinahe in den Wahnsinn getrieben hätte. Und kaum hatte ich meine Löschaktion erfolgreich abgeschlossen, kam schon wieder neues Material per Whats App hereingeflogen. Ich glaube, ich sollte nächstes Mal nicht mehr ganz so viel Zeit verstreichen lassen.

 

 

So, nachdem ich mich nun wacker durch alle sieben Texte hindurch navigiert habe, kann die neue Woche beginnen.

Macht und Pracht : Tag des offenen Denkmals – 10. September 2017


 

Schon einmal ein Mausoleum samt Gruft von innen besichtigt? Beim Tag des offenen Denkmals, das unter dem Motto „Macht und Pracht“ steht, hatte ich die Gelegenheit dazu. Auf dem Alten Friedhof in Offenbach am Main. Bei dem Mausoleum, das im Zentrum der eineinhalbstündigen Führung stand, handelt es sich um das sogenannte Krumm-Mausoleum. Diesen Tempel ließ die Witwe des 1912 verstorbenen Lederwarenfabrikanten Heinrich Krumm (Goldpfeil) ihrem verstorbenen Gemahl zu Ehren im Jahr 1919 errichten.

 

Denkmal 03

Denkmal 02

Denkmal 04

 

Vor ein paar Jahren wurde es vollständig restauriert und konnte nun heute zwischen 11:30 Uhr und 15:30 Uhr in seiner ganzen Schönheit bewundert werden. In einem Bericht der Offenbach-Post vom 10. Februar 2010 wird es auch als Tadsch Mahal von Offenbach bezeichnet, aber dieser Vergleich erscheint mir dann doch etwas hoch gegriffen; trotzdem fand ich die goldbedampften Glasmosaiken in der Gruft, die sonst mit einer hydraulisch heb- und absenkbaren Metallplatte verschlossen ist, wunderschön…

 

Denkmal 06

Denkmal 10

 

… fast noch schöner als die blaue Kuppel mit goldenem Mond und Sternen und dem eingemeißelten Spruch „Dein Leben war Liebe – deine Liebe war mein Glück“, den ich leider nicht ganz aufs Bild bekommen habe:

 

Denkmal 08

Denkmal 09

 

Es war eine sehr interessante Führung, vorbei an den Gräbern der einst Mächtigen. Direkt neben dem Gräberfeld der im 1. Weltkrieg in Offenbacher Lazaretten Verstorbenen befindet sich ein Denkmal für die Opfer eines Chemieunfalls im Jahr 1916. An Prächtigem gibt es auf dem Friedhof, der komplett unter Denkmalschutz steht, noch so einiges; angefangen bei den vielen Skulpturen in Form von Engeln bis hin zu dem alten Baumbestand.

 

Denkmal 01

Denkmal 05

 

Für mich waren es zwei unterhaltsame und lehrreiche Stunden, die bei einem Stückchen Kuchen und einem Becher Kaffee auf dem Rasen vor dem Mausoleum ihren gelungenen Ausklang fanden.

Hayner Burgfest 9. September 2017


 

Wie lange ist es eigentlich her, dass ich das letzte Mal auf einem Mittelalterlichen Spectaculum war? Muss Jahre her sein – und deshalb hatte ich mir vorgenommen, dass ich dieses Jahr das Hayner Burgfest besuchen würde, und zwar mit einer Freundin, der es auf dem Mittelaltermarkt in Münzenberg so gut gefallen hatte. Treffen wollten wir uns um 19 Uhr an einem noch näher zu bezeichnenden Punkt, weil ich gerne bereits schon am Nachmittag dort sein wollte. Das Wetter war ja soweit okay.

Burgfest 01

 

Das Programm erschien mir nämlich sehr reizvoll, denn aus der Menge der Musikanten und Gaukler stachen für mich folgende drei heraus: die Horus-Falknerei aus Westensee (Schleswig-Holstein), die Filmtierschule Weselohs Tierleben aus Neu Wulmstorf (Niedersachsen) und Lady of Arrows aus meiner Heimatstadt Offenbach (Hessen). Sie veranstalteten die um 15 und 18 Uhr stattfindende Vorstellung „Vom Hühnerei bis zur Falkenjagd – Nutztiere im Mittelalter“.

 

Burgfest 08

 

Nachdem ich mich mit Apfelschorle, einem schottischen Bannock und einem Becher Rosenblüten-Federweißer gestärkt hatte, ging es los mit meinem Rundgang über das Festgelände, wo es zwar viele Stände gab, die die für Mittelaltermärkte typischen Waren feilboten, aber auch mit einigen Überraschungen glänzten, wie z.B. das handbestriebene „Riesenrad“ (ca. 1600) …

 

Burgfest 12

 

… oder den Stand mit Wollstoffen, direkt von einer Weberei. Oder eine Mitmach-Schmiede:

 

Allerdings hatte das Festgelände dann doch größere Ausmaße hatte als gedacht; schon bald hatte ich rundgelatschte Füße (aber das kam nicht allein vom Laufen – der Federweiße hatte sicher auch seinen Anteil daran). Als ich dann zwischendurch mit der Freundin telefonierte, erklärte mir diese, dass sie mir doch am Vortag bereits abgesagt hatte und ihr nicht ganz wohl sei. Schade, da war wohl nichts zu machen – aber Frust kam trotzdem auf, und den konnte ich nur noch mit extrastarkem Mokka mit Kardamom (am Stand unten links im Vordergrund) herunterspülen.

Burgfest 13

 

Der half gegen die bleierne Müdigkeit, denn die konnte ich bei der 18-Uhr-Show am Turnierplatz nun gar nicht gebrauchen. Wie schön, dass es dort dann doch noch jede Menge freie Sitzplätze in der ersten Reihe gab.  So konnte ich die vielen Tiere ganz vorzüglich sehen: ein Winzling von einem Buntfalken, ein Uhu, zwei Wüstenbussarde und einen Kordillerenadler mit bläulich schimmerndem Gefieder. Aber im Mittelalter, erfuhren wir, wurde nicht nur mit Greifvögeln gejagt: Für die Kaninchenjagd bevorzugte man Frettchen; und ein solches Exemplar war ebenfalls Bestandteil der Show. Dass ein Frettchen extrem riecht, konnte meine verstopfte Nase nicht bestätigen, obwohl der Herr, der damit an den Kindern in der ersten Reihe vorbei ging, scherzte, dass man als Mädchen nervige Jungs abschrecken kann, wenn man nach Frettchen duftet.

Ob die anwesenden Mädchen diesen Joke goutierten, wage ich zu bezweifeln. Da fand ich den direkten Größenvergleich zwischen irischem Wolfshund und Shetlandpony mit 60 cm Stockmaß schon spannender. Zum Schluß führte die Lady of Arrows noch das Ringstechen als mittelalterliche Turnierdisziplin und Bogenschießen vom Pferderücken aus vor.

Burgfest 07

Sehr beeindruckend. Das Zentrum dieser Zielscheibe zu treffen, ist nicht einfach zu meistern:

 

Burgfest 04

 

Bevor es nach Hause ging, suchte ich aber noch ganz profan den Mittelalterlichen Toilettenwagen auf. Obwohl die Homepage des Veranstalters damit wirbt, dass sich hier stilvoll unter Begleitung keltischer Klänge bestens alle „Geschäfte“ erledigen lassen, hatte ich nicht gezielt danach gesucht. Nachdem ich mit meinem halben Taler die Kasse zum Klingeln gebracht hatte, durfte ich tatsächlich stilvoll Platz nehmen. Die Musik war allerdings nicht keltisch… obwohl: Harfenklänge in Verbindung mit Helge Schneiders Möhrchenlied hört man auch nicht jeden Tag. Schon gar nicht an solchen Orten. Aber: Am Ende zählt doch, dass es gefallen hat. Sehr sogar.

Und zum Abschluss dieses gelungenen Tages gönnte ich mir dann noch ein Fläschschen des schottischen Biers, das ich mir außer den zwei Metern des edlen Woll-Leinen-Gemischs dort auch noch gekauft hatte. Die passende musikalische Untermalung als Ersatz für die entgangene keltische Klangwelt: Die besten Szenen aus dem Royal Edinburgh Military Tattoo – gesendet auf BBC Alba. Ein Spartensender, den ich ab und zu schaue. Moderiert in gälischer Sprache, mit englischen Untertiteln für alle, die des gälischen nicht mächtig sind. Eine Sprache, die ich nie lernen werde, obwohl ich sie schön finde.


 

PS: Dem hier  

Burgfest 09

bin ich auf dem Fest öfters über den Weg gelaufen, aber der Genuß des Bieres ist ohne Folgen geblieben. Kein schwummeriges Gefühl – kein Kater. Eine gute Ausgangsbasis für den Besuch des Tag des Offenen Denkmals.

 

 

 

Serienmittwoch #88 mit Ohrwürmern

 

 

 

Corlys 88. Serienmittwoch beschäftigt sich mit der Frage von tarlucy, welches Serien-Intro bei uns zum Ohrwurm geworden ist. Da fallen mir spontan einige Serien ein.

Das fängt bei Zeichentrickserien meiner Kindheit mit der „Biene Maja“ an, gesungen von Karel Gott („in einem unbekannten Land, vor gar nicht allzu langer Zeit…“), gefolgt von Paulchen Panther („Wer hat an der Uhr gedreht? Ist es wirklich schon so spät?“) und endet bei dem Titellied von „Heidi“ von Gitti und Erika. Aber da war auch noch das berühmte „Vielen Dank für die Blumen“ von Udo Jürgens, als Titellied zu Tom & Jerry. Diesen Oldies möchte ich meinen Beitrag heute aber gar nicht widmen, sondern lieber dem, was in den letzten paar Jahren bei mir über den Bildschirm geflimmert ist.

The first

Aber welcher Ohrwurm mir aber tatsächlich als erstes beim Lesen von Corlys Beitrag einfiel, war das Intro zu „Die Simpsons

 

The current

Aber welche Fernsehserien erzeugen bei mir eigentlich noch Ohrwürmer? Zuerst die Serien, die ich regelmäßig schaue:

Gilmore Girls

Grey’s Anatomy

Dr. Who (in diesem Fall die 4.Staffel mit meinem Lieblings-Companion nach Rose Tyler)

Quelle: https://www.youtube.com/watch?v=Jwj5KhF1Hhk

 

The older ones

Und nun die Serien, die schon eine ganze Weile zurück liegen:

Downton Abbey

Call the Midwife

Inspector Barnaby: Diese schaurige Thereminmusik würde sich auch zur Untermalung von Gruselfilmen eignen.

 

My beloved ones – outstanding from the older ones

Dazu zählen auch zwei besonders hübsch gemachte Intros mit großem Ohrwurmpotential:

Desperate Housewives: Die stimmungsvolle Musik von Danny Elfman schafft eine gelungene Verbindung zu den Bildern, die berühmten Gemälden nachempfunden sind.

Game of Thrones: Bis ich zur 7.Staffel komme, dauert das noch etwas länger    

 

Das beste kommt zum Schluß

Und zum Schluß noch ein Schmankerl. Was passiert, wenn man Die Simpsons mit Game of Thrones kreuzt, könnt Ihr hier und im Link sehen:

 

Quelle: https://www.youtube.com/watch?v=qq_5UQry3T4

 

Einen Ohrwurm habe ich aber noch vergessen: den Skye Boat Song alias Titelmusik zu „Outlander“ – und in den 80er Jahren wurde ich ewig die Musik zu „Dallas“ nicht los. Das war’s jetzt aber mit den Ohrwürmern und einer richtig tollen Aufgabe zum Mitmachen. Demnächst gerne wieder.

Media Monday # 323 : nein, ich bin kein Dr. Seltsam …

 

und ich werde auch nie lernen, die Bombe zu lieben.

 

Gestern ist in Frankfurt eine Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg entschärft worden, und den ganzen Tag kam im Hessischen Rundfunk eine Sondersendung über die Evakuierung eines Stadtteils, in dem ca. 60.000 Menschen wohnen, und die Entschärfung des Monstrums von 1,8 Tonnen Gewicht.

Wie gut, dass ich nicht in dieser Sperrzone lebe und um meine Wohnung bangen muss. Allein die Vorstellung, dass sie doch hochgeht und alles im Umkreis von 100 Metern zerstört, gruselt mich. Umso unverständlicher finde ich es, dass es Menschen gab, die sich schlichtweg weigerten, ihre Wohnung zu verlassen, dadurch den Beginn der Aktion verzögerten und dafür sorgten, dass die teils ehrenamtlichen Rettungskräfte sich auf zusätzliche Stunden im Einsatz „freuen“ durften.

Wirklich gefreut aber habe ich mich auf das Ausfüllen der Lückentexte zum Media Monday Nr. 323 – wie immer auf dem medienjournal-Blog: Here we go …

 


 

Media Monday #323

 

1. Im September freue ich mich wohl am meisten auf das Hayner Burgfest, den Tag des offenen Denkmals, den Film „Tulpenfieber“ und die Serien „The IT Crowd“ und „Outlander“ .

2. Das Thema „Katastrophenalarm“ läuft mir in letzter Zeit quasi ständig über den Weg, sei es ein Spielfilm wie „Dantes Peak“ (Samstagabend auf zdf neo) oder eine reale „Bombenentschärfung“ im Hessischen Rundfunk und in unserer Zeitung, der Offenbach Post; in einem Diskussionsforum habe ich erwähnt, dass ich jenen, denen ein solcher Einsatz zu lange dauert, am liebsten das Buch „Mein Leben als Minenräumerin“ von Vera Bohle empfehlen würde. Mehr zu diesem Thema gibt’s am Ende – nach dem siebten Text.

3. Von all diesen mega-gehypten Serien kenne ich praktisch nur Game of Thrones.

4. Vergleiche ich meinen Enthusiasmus für das Thema/Hobby Nähen mit Fotografieren, so stelle ich fest, dass ich zur Zeit viel lieber auf Motivsuche gehe, als mir ein Kleidungsstück anzufertigen.

5. Habe ich die Wahl zwischen Buch oder Film so fällt meine Wahl inzwischen immer öfter zu Gunsten des Films aus. Aktuelles Beispiel: Game of Thrones. Da ich die Bücher nicht kenne und öfters schon gelesen habe, dass die Handlung doch stark von der literarischen Vorlage abweicht, habe ich mal ein paar Kapitel in der Stadtbücherei gelesen. So richtig gefallen hat mir der Schreibstil von Mr. Martin aber nicht.

6. Die Idee, dass manche Dialoge in gälisch ohne Untertitel geführt werden, reizt mich ja ganz besonders an der Serie „Outlander“– noch ein Beispiel für Punkt Nr. 5, da ich die Bücher grauenhaft finde, aber die Serie wirklich gelungen.

7. Zuletzt habe ich mich durch den zweiten Band von „Die Tribute von Panem“ geschmökert und das war aufs neue ein Erlebnis, weil ich manche Szenen ganz einfach vergessen hatte und weil mir nun so manche Zusammenhänge begreiflicher geworden sind.

 


 

Kurz nach 18:30 Uhr schien die Bombe endlich entschärft worden zu sein, und prompt hagelte es nochmals Kritik an jenen, die durch ihren Starrsinn vorsätzlich die Evakuierungsarbeiten behindert haben – bei einem gleichzeitigen Aufruf an die gesunde Bevölkerung, doch bitte noch so viel Geduld aufzubringen, bis die Gehandicappten wieder sicher zu Hause angekommen sind.

Auf die Interviews mit diversen Klugschwätzern, die darüber jammerten, dass ihr Tag nicht so lief wie sonst oder ein Problem damit haben, wie sie den Tag außer Haus verbringen sollten, habe ich dann doch keine Lust mehr gehabt und habe mich dann vom Hessischen Rundfunk verabschiedet.

 

LK 3

 

Interessant dagegen fand ich, dass die Frankfurter Luftschutzkeller miteinander verbunden waren, so dass im Notfall ein Entkommen in den Keller eines anderen Hauses möglich war. Nun ist’s aber gut mit diesem Bombenthema, und ich starte unendlich erleichtert in die neue Woche.

Bevor sie ganz verschwunden sind : die Bar, die einst eine Apotheke war.

 

Jetzt habe ich im Rahmen der Magischen Mottos über so viel vergängliches geschrieben und habe doch das wichtigste vergessen:

Vergangenheit wird ab morgen meine Lieblingscocktailbar sein, in der Andy und ich am Tag unserer Eheschließung und an vielen Abenden in den Jahren danach nette Stunden verbracht haben.

 


 


 

Heute abend steigt hier die große Abschiedsparty, denn der Vermieter hat dem Barbesitzer dermaßen drastisch die Miete erhöht, dass diesem nichts anderes übrig bleibt, als das Lokal nach fast 20 Jahren für immer zu schließen. Eine herbe Enttäuschung für all jene, die dort schon wie zu Hause waren. Ich in den letzten Monaten eher weniger, weil weder mir noch meinem Mann gesundheits- und streßbedingt immer weniger nach ausgehen und „feiern“ war.

 

 

Für mich haben solche Partys immer etwas trauriges, und weil ich heute Abend weder Zeit noch Lust habe, dort hinzugehen, haben eine Freundin und ich eben gestern nacht dort den Abschied „gefeiert“; na ja, oder wie man Cocktailtrinken sonst noch so nennen könnte.

 

 

Zu lang gefeiert – zu viel getrunken – zu wenig geschlafen: Trotzdem ließ ich es mir nicht nehmen, heute morgen noch einmal loszuziehen und Bilder von dem Lokal zu machen. Und wieder ist es etwas, das mir in Zukunft fehlen wird. Adieu & Farewell.