Mein Kinojahr 2020 : Es lebe die Vielfalt!

 

Ja, mach‘ nur einen Plan – und dann gehst Du nicht in „Knives Out“ oder „The Peanut Butter Falcon“, und schon gar nicht in „Pavarotti“, sondern in „Parasite“, der von verschiedenen Bloggern und auch woanders dermaßen gelobt wurde, dass ich neugierig geworden bin. „Der beste Plan ist der, der nie geschmiedet wurde“ – dieses Filmzitat könnte auch als Motto für den ersten Abend im Januar stehen, der mir einen richtig guten Film beschert hat. Vermutlich wird dies nicht die einzige Planänderung sein, die auf mich wartet, denn ich habe das Gefühl, dass dieses Jahr noch mehr Überraschungen auf mich warten, was die Fülle von neuen Filmen betrifft.

Für zwei Sondervorführungen liegen schon die Tickets bereit, und mit dem Ausprobieren neuer Lichtspielhäuser habe ich gerade erst begonnen. Das Lobpreisen der Vielfalt bezieht sich daher nicht allein auf meine Filmauswahl. Und wenn ich schon dabei bin, ergänze ich die Liste der Veränderungen um die Uhrzeiten der Vorstellungen. Doch zunächst mal ein kurzer Rückblick. Man kann nie zu früh damit anfangen.

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Was bisher geschah

2018 war ich viermal im Kino: „Ocean’s Eight“, „Bohemian Rhapsody“, „A Star is Born“ und „Mary Poppins‘ Rückkehr“. Alles sehenswerte Filme – kein einziger Flop. Ich war begeistert. Vor allem schon allein deswegen, weil ich da erst gemerkt habe, wie sehr ich es früher geliebt habe, ins Kino zu gehen und manche Filme sogar mehrmals zu sehen (zuerst in der Originalversion, danach in der Synchronfassung). Die Anzahl der 2019 von mir in verschiedenen Kinos gesehenen Filme beläuft sich auf siebzehn. Eine Vervierfachung der Vorjahresmenge. Aber Quantität und Qualität decken sich nicht immer. Hier meine äußerst subjektive Einteilung, von Top bis Flop

Einer hat mich regelrecht umgehauen: The Lighthouse. Schade, dass der in den Nominierungen für den Oscar fehlt. 


 Vier haben mich nachhaltig begeistert:  Wir, Le Mans 66 – gegen jede Chance, Official Secrets und Amazing Grace – Aretha Franklin.  Bei solchen Filmen ist mir dann auch die Überlänge egal.


Bei fünf weiteren führte der Fangirl-Faktor zu einem Kinoerlebnis der besonderen Art:  Downton Abbey, Mystify: Michael Hutchence, M C Escher – Reise in die Unendlichkeit, Depeche Mode : SPIRITS in the forest und INXS : Live Baby Live.  Die hätten auch ruhig noch länger sein dürfen (kleiner Joke).


Vier von dieser Liste fand ich insgesamt ganz okay:  Manhattan Queen, Plötzlich Familie, Green Book – eine besondere Freundschaft und Book Week. Da hätte es auch ein DVD-Abend getan.   —


Und drei haben mich dagegen regelrecht enttäuscht: Yesterday, Once upon a time in Hollywood und Nurejew The White Crow. Hier habe ich mich dabei ertappt, wie ich zwischendurch immer wieder auf die Uhr geschielt habe. Ein typischer Fall von Zeitverschwendung, und gerade im Fall von „Yesterday“ hätte ich mir statt dessen viel lieber „Kursk“ angesehen, aber als ich dann wieder Zeit hatte, lief er nicht mehr. Kurzer Nachtrag zwischendurch: Inzwischen gibt es den Film auch auf DVD – einem Abend, an dem ich den Film dann doch noch sehen kann, steht eigentlich nichts mehr im Wege.

Und bevor gleich der große Aufschrei beginnt („Was? Once upon a Time… – Aber das ist doch ein Tarantino!“) kommt hier meine Gegenfrage: „Ja – und?“ Der Name eines Regisseurs ist nicht immer ein Garant dafür, dass mir ein Film gefällt. Zum Beispiel mag ich „Kill Bill“, aber mit dieser hochgelobten und für einige Oscars nominierten Hommage an Hollywood konnte ich einfach nichts anfangen. Dafür können andere meine Begeisterung für einen Teil der Filme auf meiner Liste nicht teilen. Wie meine Bilanz für 2020 aussieht, werden die kommenden Monate zeigen. Dann folgt eine Rückschau – pro Monat eine.

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meine Bilanz für 2020

Eine monatliche Rückschau mit Datum und Ort, ergänzt durch Pro und Kontra, erscheint mir sinnvoll. Ein Jahresrückblick, fortlaufend geschrieben und zeitnah aufbereitet, solange die Eindrücke noch frisch sind, und ergänzt um meine Vorlieben bei den Veranstaltungsorten.

Bisher waren meine Lieblingskinos in Frankfurt die sogenannten Arthouse-Kinos: Das Cinema am Rossmarkt und die Harmonie am Lokalbahnhof. Ich kenne beide noch unter der Bezeichnung „Programmkino“, und was sie gemeinsam haben, sind wechselnde Zeiten bei den Vorführungen, anders als bei den großen Kinos, die vorwiegend Blockbuster zeigen. Einen Star-Wars-Film oder das neueste Werk von Quentin Tarantino wird man dort vergeblich suchen. Statt dessen darf man sich dort auf Filme wie „Als Hitler das rosa Kaninchen stahl“ oder „Das geheime Leben der Bäume“ freuen. Auch Biografien wie die über Miles Davis oder Luciano Pavarotti sind ein Fall für diese Lichtspielhäuser. Das ist schön, hat aber einen Haken: Manchmal kollidieren die Termine der Vorführungen mit meinen Feierabendaktivitäten. Genug der Vorrede – let the show begin – schon sehr,  sehr bald in diesem Theater.

# Writing Friday 2020 – Februar, 6. Woche : Laras Entscheidung

 

Es ist wieder soweit bei elizzys #Writing Friday dem Schreibprojekt zum Mitmachen für alle, egal in welcher Form auch immer (Kurzgeschichte, Gedicht u.a.). Fünf Themen stehen auch diesen Monat wieder zur Auswahl, und als Einstieg habe ich das Folgende gewählt:

2) Schreibe eine Geschichte und flechte darin folgende Wörter mit ein: Gänsehaut, Libelle, rundherum, aufgeschrieben, 5 Jahre

Inspiriert vom Murmeltiertag, habe ich diese Kurzgeschichte am 2.2.2020 (2:20 p.m.) verfasst, doch entgegen aller Spekulationen spielt sie nicht in Punxsutawney (Pennsylvanien), sondern in einer nicht näher bezeichneten Stadt.

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Laras Entscheidung

Lara schloss die Augen und nippte an ihrem Glas. Ruhig, sagte sie sich selbst, bleib ganz ruhig, und atmete bewusst durch. Dabei musste sie an die Worte denken, die sie aufgeschrieben und an den Kühlschrank gepinnt hatte. „Beende angefangene Dinge, und Du erhältst inneren Frieden.“ Eigentlich war der Sinn hinter ihnen ein anderer und nicht die Anweisung an ihren Bruder, angefangene Lebensmittel oder die von der Party übriggebliebenen Spirituosen zügig aufzubrauchen. Angefangene Dinge beenden…

Lara seufzte und nahm noch einen Schluck von dem schweren Barolo, dessen tiefrote Farbe allein schon eine beruhigende Wirkung auf sie hatte. Angefangene Dinge beenden – das klingt so einfach, wenn es sich um eine Tüte Chips oder eine Flasche Milch handelt, aber eine Entscheidung zu treffen, die ihr ganzes Leben in eine andere Bahn lenken würde, war etwas völlig anderes und mit so etwas banalem wie dem Aufräumen der Wohnung nach einer Party wohl kaum zu vergleichen. Nein, diese Aufgabe war größer und würde ihr einiges abverlangen.

Wie durchbricht man einen Kreislauf, in den man nur durch puren Zufall geraten ist und dem man seitdem nicht entkommen kann? Ein Kreislauf, an dessen Beginn man sich nicht mehr erinnern kann? Lara waren nur noch zwei Fixpunkte geblieben: Jenes unsägliche Halloween, an dem sie Paolo zum ersten Mal begegnet war und jede weitere zukünftige Begegnung mit ihm. Dass sie durch die Abfolge von unterschiedlich langen Zeitschleifen jegliches Zeitgefühl verloren hatte, war längst nicht das Schlimmste. Wenn sie die Zeiträume zusammenzählte, in denen sie ihre Vergangenheit wieder und wieder durchlebte, kam sie gut und gerne auf fünf Jahre.

Mit Bedauern dachte sie daran, wie dumm sie doch gewesen war und die Euphorie sogar noch genossen hatte, in die Vergangenheit zu reisen und an gewissen Stellschrauben drehen zu dürfen. Wie überlegen sie sich doch gegenüber Tim gefühlt hatte, der ebenfalls von einem Weinenden Engel in die Vergangenheit versetzt worden war. Doch diese Putte war noch klein gewesen und ihre Fähigkeiten noch nicht voll entfaltet. Sie dagegen hatte das „Vergnügen“, nicht bloß die letzte halbe Stunde erneut zu erleben, bei ihr ging es um andere Zeiträume: Mal sechs Monate, mal drei, dann wieder nur zwei Wochen… sie war immer nur für kurze Zeit von Paolo zurückgeschickt worden, und wenn sie sich dann endlich wieder gegenüber standen, überkam sie stets ein Schauer. Zu gerne hätte sie ihn länger berührt, aber genau das war nicht möglich.

Eine Berührung mit einem Weinenden Engel genügte, und man landete irgendwo in der Vergangenheit, je nachdem, wie viel Energie der Engel aus diesem Zeitsprung zu gewinnen suchte. Paolo mochte zwar aus der Art geschlagen sein, und ganz am Anfang hatte sie sich sogar noch auf die Begegnungen mit ihm gefreut. Doch das verliebte Kribbeln, die berühmten Schmetterlinge im Bauch, war längst vergangen. Inzwischen waren Lara diese ständigen Wiederholungen nur noch lästig. Wenn es doch wenigstens so gewesen wäre wie in „Und täglich grüßt das Murmeltier“ oder wie in jenen Geschichten von Leuten, die die Lottozahlen, Sportergebnisse oder Aktienkurse eines bestimmten Datums in der Zukunft kennen und durch die Anwendung ihres Wissens stinkreich werden. Leider hatten Laras Zeitschleifen die unangenehme Eigenschaft, sich gelegentlich zu verändern, und damit auch ihr Leben. „Change keeps us moving on“? Lara schnaubte verächtlich. Für alle anderen vielleicht, aber nicht für sie. Die einzigen Veränderungen, die sie erlebte, fanden in der Vergangenheit statt. Eine Vergangenheit, die sich stets zwischen zwei Fixpunkten abspielte. Eine Vergangenheit ohne Wechsel der Jahreszeiten: keine Schneeglöckchen im Frühling, keine Libellen im Sommer… Ein Leben im Reset-Modus, gefangen zwischen Herbst und Winter, ein Leben ohne Zukunft. Doch damit würde heute und für immer Schluss sein.

In Gedanken ging sie die vor ihr liegenden Stunden und ihren Plan noch einmal durch. Am späten Nachmittag sollte das Treffen im Park stattfinden. Zeit und Ort hatte sie mit Bedacht gewählt, denn damit konnte sie gleich zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen: Es wäre noch hell genug für das, was sie vorhatte, und dass sich an der verabredeten Stelle andere Menschen aufhielten, war nicht zu erwarten. Zum Glück, denn wenn es etwas gab, das sie nicht brauchen konnte, so waren es Zeugen. Sie würden alles nur völlig unnötig komplizerter machen.

Wie schon bei ihrem ersten Zusammentreffen, waberte Nebel in der Nähe des Eingangs zum Park. Früher wäre Lara erschaudert, aber jetzt kümmerten sie solche Kleinigkeiten nicht mehr. Entschlossen betrat sie den Skulpturengarten und schaute sich um. Sie war jetzt bis zu dessen Zentrum vorgedrungen und auf ihrem Weg dorthin keinem Menschen begegnet. Kein Wunder, die Bäume rundherum wirkten in ihrer Kahlheit trostlos und unheimlich, und weil die Sonne nicht schien, war der Park heute kein einladender Ort. Spaziergänger bevorzugten in der Regel schöneres Wetter und eine ansprechendere Umgebung. Doch für ihre Zwecke war dieser Umstand perfekt.

Das Geräusch hinter ihr kannte Lara zur Genüge. Jedes Mal dasselbe Knirschen von Marmor auf Kies. Und jedes Mal lief ihr dieselbe Gänsehaut den Rücken hinunter. Reiß Dich zusammen, versuchte sie sich innerlich für das zu wappnen, was nun kam. Nur noch wenige Meter trennten sie und Paolo voneinander. Ihre Hände fest in den Manteltaschen vergraben, drehte sie sich langsam um. Jetzt bloß nicht falsches tun. DON’T BLINK. Jedenfalls noch nicht jetzt. Ihre Finger legten sich um das kühle, sich seidig anfühlende Tablet, bereit zum Schuss. Bereit zum Angriff auf das ahnungslose Opfer. Doch versuchen Sie mal, nicht zu blinzeln, wenn Sie an nichts anderes denken können. Dreimal dürfen Sie raten, was dann passiert. Und wenn Sie sich mit einem solchen Engel konfrontiert sehen…

Nur noch wenige Sekunden blieben Lara, dann würde sich Paolo mit ausgebreiteten Armen auf sie stürzen und sie an sich ziehen. Wenn sie nicht erneut auf Zeitreise geschickt werden wollte, dann musste sie handeln, und zwar schnell. BLINK! Genau jetzt! Lara stellte sich in Position und riss ihr Tablet am ausgestreckten Arm in die Höhe und brachte es zwischen sich und Paolo. „Es ist aus! Für immer!!!“ schrie sie aus Leibeskräften, und auf Paolos Gesicht erschien ein Ausdruck des Entsetzens, als er auf der Tabletoberfläche sein eigenes Spiegelbild erblickte. Dann erstarrte er auf der Stelle zu Stein.

Wer ebenfalls erstarrte, war Lara. Zu spät erkannte sie, dass in dem Augenblick, als der grelle Blitz während des Fotografierens aufgeflammt war, Paolo nach ihrer Hand gegriffen hatte und diese fest umklammert hielt. Noch einmal flackerte der Blitz auf, dann fiel das Gerät zu Boden und verstummte augenblicklich. Es wurde schwarz, und das einzige, was außer einem Haufen unbrauchbarer Elektronikteile übrig blieb, war Laras Handschuh in Paolos verkrümmten Fingern.

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Nach diesem offenen Ende gibt es noch einmal einen Überblick über die Themen dieses Monats und die Regeln:

Die Schreibthemen im Februar: 1) Eine rote Rose erzählt aus ihrem Alltag, berichte davon. +++ 2) Schreibe eine Geschichte und flechte darin folgende Wörter mit ein: Gänsehaut, Libelle, rundherum, aufgeschrieben, 5 Jahre +++ 3) Schreibe eine Geschichte, die mit dem Satz “Die Uhren liefen rückwärts, als…” beginnt. +++ 4) Welches Buch hat dich als Teenager (von 13 – 18) begeistert? Magst du es heute auch noch? +++ 5) Schreibe eine “Streit-Szene” – egal ob zwischen einem Paar, Geschwistern oder Freunden – wichtig ist hierbei das Üben eines Dialoges. Lasse aber Beschimpfungen aus und versuche den Konflikt am Ende zu beseitigen.

Die Regeln: Jeden Freitag wird veröffentlicht. +++ Wählt aus einem der vorgegebenen Schreibthemen. +++ Schreibt eine Geschichte/ein Gedicht/ein paar Zeilen – egal, Hauptsache ihr übt euer kreatives Schreiben. +++ Vergesst nicht, den Hashtag #Writing Friday und den Header zu verwenden, schaut unbedingt bei euren Schreibkameraden vorbei und lest euch die Geschichten durch. +++ Habt Spaß und versucht, voneinander zu lernen.

 

Dienstags-Gedudel #2 : eine Serie von nellindreams

 

Der Dienstag beginnt bei mir jetzt immer mit einem Ohrwurm oder zumindest mit einem Klängen, die von dem abweichen, was ich sonst so höre.

Neuinterpretationen oder Coverversionen bekannter Songs sind auch nicht verkehrt – vorausgesetzt, sie haben etwas, das mich berührt. Heute hat es U2 erwischt, deren Song „One“ im Original für mich schon eine Wucht ist, aber was Mary J Blige mit Unterstützung von U2 daraus macht, ist mein persönliches Highlight (https://youtu.be/ZpDQJnI4OhU):

 

 

Musik kann befreiend sein? Bei mir öffnen sich da jedesmal sämtliche Schleusen.

Media Monday # 449: The Bold Type…

 

ist entweder die Bezeichnung für einen bestimmten Schrifttyp, denn wir befinden uns im Zeitschriftenwesen (eigene Mutmaßung) oder in diesem Fall der Name einer Serie, die ich neu entdeckt habe und mir sofort ausleihen musste. Drei New Yorker Freundinnen, die bei einem Frauenmagazin arbeiten. Sieben von zehn Folgen der ersten Staffel habe ich am Wochenende gesehen und brauche erst einmal eine Pause. Die darf aber nicht zu lange dauern, denn es warten noch eine Serie und zwei Filme auf mich. Was meine Filmabende in diversen Filmtheatern betrifft, so habe ich seit Beginn des Jahres vier Filme in vier verschiedenen Kinos gesehen. Ein Erfahrungsbericht folgt am Ende des Quartals, denn garantiert werden noch einige Highlights folgen.

Jetzt geht es aber erst mal weiter mit dem Media Monday und seinen sieben Lückentexten weiter:

Media Monday # 449

1. Wenn in knapp einer Woche wieder die Oscar-Verleihung stattfindet ist das für mich erst dann interessant, wenn nicht schon wieder ein Film für massig Oscars nominiert wurde und obendrein ein Film, den ich letztes Jahr verpasst habe, die Auszeichnung bekommt, damit ich dieses Jahr eine Chance habe, ihn noch zu sehen.

2. Ungebrochen begeistert bin ich nach all der Zeit noch immer von der Musik von Depeche Mode, und jetzt bin ich in den Genuß einer Best-of-Kollektion aus DVD und CD gekommen.

3. Manche Künstler erfährt/erfahren meines Erachtens viel zu wenig Aufmerksamkeit für ihre Nebenprojekte abseits der eigentlichen Band, in der sie hauptsächlich aktiv sind.

4. Tatsächlich hat mich Film/Buch/Serie/etc. einst dazu inspiriert mir die Heimat von „Poldark“ in echt anzuschauen, und so bin ich 1999 und 2000 dort hin gereist. Und dieses Jahr ist es wieder so weit, aber diesmal in einer anderen Region von Cornwall.

5. Ansonsten schätze ich es immer sehr, wenn ein Künstler nicht nur auf einen Typ oder eine bestimmte Rolle festgelegt wird und mal etwas anderes ausprobieren möchte, denn nichts ist langweiliger als immer das Gleiche.

6. Nicht unbedingt optisch, aber dramaturgisch/inhaltlich ziemlich schlecht gealtert ist bestimmt so einiges, aber mir fällt gerade nichts passendes ein.

7. Zuletzt habe ich mal wieder einen Abstecher in die Stadtbücherei unternommen und eine Serie entdeckt, von der ich neulich schon mal gehört habe, mich aber nicht mehr erinnern konnte, wo – und das war „The Bold Type“, bei dem mich sofort ein aktuter Anfall von Binge-Watching ereilt hat, weil ich die Geschichten um drei Freundinnen, die bei einem New Yorker Frauenmagazin arbeiten, sehr witzig und mich nachdenklich stimmend zugleich fand. Geht ein bißchen in Richtung „Sex and the City“, ist aber nicht ausschließlich auf ein bestimmtes Thema fixiert.

# Writing Friday 2020 – Januar, 5. Woche : Das erste Buch in diesem Jahr

 

Einer muss immer der erste sein, und wenn’s der Kandidat für die 5. Aufgabe des Schreibprojekts #Writing Friday auf dem Blog von elizzy ist. Anstatt mir selbst etwas auszudenken, dürfen es heute mal ein paar Worte über die Kreativität anderer Leute sein: Welches ist das erste Buch, das du dir im neuen Jahr gekauft hast? Stelle es kurz vor – wieso war es dieses?

Ich lese gerne Krimis und Thriller. Auch makaber dürfen sie gerne sein. Wenn es zu brutal wird, stößt mich das eher ab – wenn aber die Brutalität durch den Kakao gezogen wird und der Autor einen gewissen Trend bei sogenannten Life Coaches und Ratgebern für alle Lebenslagen aufs Korn nimmt, dann werde ich neugierig.

Ein schönes Beispiel für absurde Komik, gepaart mit knallharter Kriminalität, bietet „Achtsam morden“ von Karsten Dusse, mit dem sinnigen Untertitel „ein entschleunigter Krminalroman“, der sich um einen Anwalt dreht, der von seiner Frau wegen seiner unausgeglichenen Work-Life-Balance zu einem Achtsamkeits-Seminar geschickt wird, das sich am Ende nützlicher erweist als geahnt. Denn als ihn laut Beschreibung auf dem Einband sein Mandant Dragan in Schwierigkeiten bringt, befördert er ihn nach allen Regeln der Achtsamkeit geradewegs ins Jenseits. Der Weg ist frei für eine steile Mafiakarriere.

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Karsten Dusse : „Achtsam morden – ein entschleunigter Kriminalroman“

 

Anwalt Björn handelt im Namen seines Mandanten und versammelt alle dessen sogenannten Officer zu einem Meeting im Kindergarten. Dessen Übernahme steht als nächstes auf der To-Do-Liste – ein cleverer Schachzug, wenn man etwas von allen Beteiligten will. Und was Björn nicht will, ist ein Bandenkrieg mit Boris – statt dessen sähe er gerne eine gewisse Person mundtot. Schauen wir mal, wie man eine unangenehme Person aus dem Konzept bringt – Zitat (Seite 330):

Kennt ihr eigentlich noch den Schweigefuchs?“, fragte ich in die Runde. Kinderstühle, Fischstäbchen und der Wunsch nach Capri-Sonne hatten die Gruppe für weitere Kindheitserinnerungen geöffnet.

Sascha und Carla machten sofort das Handzeichen des Schweigefuchses in Richtung Toni.

Was bedeutet das?“, wollte Walter wissen.

Wer den Schweigefuchs gezeigt bekommt, muss das Maul halten“, erklärte Stanislav und zeigte Walter, wie der Schweigefuchs ging: Mittel- und Ringfinger auf den Daumen, Zeige- und kleiner Finger als „Ohren“ gespitzt.

Vier Schweigefüchse zeigten daraufhin auf Toni.

Toni schaute nur sprachlos. Er war Waffen und Fäuste als Argumente gewohnt. Mit Schweigefüchsen konnte er nicht umgehen. Ich machte weiter im Text. (Zitatende)

Achtsam morden“ von Karsten Dusse ist erschienen im Wilhelm Heyne Verlag, ISBN 978-3-453-43968-9 und umfasst 415 Seiten. Jedem Kapitel vorangestellt sind Zeilen aus dem Achtsamkeitsratgeber, den sich Björn während seines Coachings zu Gemüte führen darf und dessen Regeln er fortan bei allen weiteren Unternehmungen konsequent anwendet, mit teilweise verblüffenden Ergebnissen, die schreiend komisch geschildert werden. Schwarzer Humor ist genau das richtige für mich in dieser tristen Jahreszeit.

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Die Regeln des Projekts „Writing Friday“ auf dem Blog von elizzy sind diese:

Jeden Freitag wird veröffentlicht. +++ Wählt aus einem der vorgegebenen Schreibthemen. +++ Schreibt eine Geschichte / ein Gedicht / ein paar Zeilen – egal, Hauptsache ihr übt euer kreatives Schreiben. +++ Vergesst nicht, den Hashtag #Writing Friday und den Header zu verwenden, schaut unbedingt bei euren Schreibkameraden vorbei und lest euch die Geschichten durch. +++ Habt Spaß und versucht, voneinander zu lernen.

Und das waren die Schreibthemen für den Januar:

1) Erzähle von einem Vorsatz für 2020. Wieso willst du dieses Ziel erreichen? Wie sieht dein Plan aus? +++ 2) Schreibe eine Geschichte und flechte darin folgende Wörter mit ein: Geschenk, Pinguin, Tintenfass, ruhig, zart +++ 3) Schreibe eine Geschichte, die mit dem Satz: “Dieses Jahr wird fabelhaft, weil…” beginnt. +++ 4) Dein Tannenbaum möchte nicht entsorgt werden, berichte von seiner Flucht. +++ 5) Welches ist das erste Buch, das du dir im neuen Jahr gekauft hast? Stelle es kurz vor – wieso war es dieses?

Serienmittwoch bei Corly # 311 – fesselnde Film/Serienschauspieler

 

Beim Serienmittwoch auf dem Blog von Corly gab es Anfang Januar sämtliche Fragen für den Monat auf einmal – heute ist folgende Frage dran: Welche Schauspieler habt ihr in welchen Filmen/Serien entdeckt, die euch heute noch nicht loslassen? Warum ist das so?

Aller guten Dinge sind drei, und deshalb widme ich meinen Beitrag heute drei Damen und drei Herren, jeweils in der Reihenfolge, wann sie mir jeweils in welcher Rolle bzw. Serie oder Film zum ersten Mal begegnet sind. Und zwar nach dem Motto „Ladys first“

 

1) Margaret Rutherford als Miss Marple:

Wenn ein Film erfolgreich ist, wird oft eine ganze Reihe daraus. Meine erste „Serien“-Heldin, an die ich mich erinnern kann, war Miss Marple. Die vier Filme mit der resoluten Dame aus dem beschaulichen St. Mary Mead, die sich stets mit dem treuen Mr. Stringer an ihrer Seite auf Mörderjagd begibt, habe ich in den 80er Jahren entdeckt und meine Begeisterung für das englische Landleben nachhaltig geprägt. Aber nicht nur als Miss Marple fand ich sie top, sondern auch witzig in der Komödie „Ernst sein ist alles“, wo sie eine schusselige Gouvernante mimt, der ihr Schützling abhanden kommt (https://cloud10.todocoleccion.online/cine-fotos-postales/tc/2012/02/17/30617542.jpg):

 

2) Jennifer Lawrence (Die Tribute von Panem) – vor 2015

Jennifer Lawrence in der Rolle von Katniss Everdeen, der Heldin der Film- und Buchtrilogie, war der Auslöser, dass ich zuerst die Bücher von Suzanne Collins lesen musste. Mit dem Ergebnis, dass ich begeistert davon war und mit dem Nebeneffekt, dass ich dann auf mehr Filme mit ihr achtete, wie z.B. „Joy – Alles außer gewöhnlich“ oder „Silver Linings“ (https://i.pinimg.com/474x/cd/fb/d5/cdfbd52b35595c063af0685054e91bba.jpg):

 

3) Angela Bassett (American Horror Story) – nach 2016

Ich mag Schauspieler, die ihre Rollen mit Bedacht wählen, anstatt sich für die leichtere Bank entscheiden und dann feststellen müssen, dass sie auf einen Typ festgelegt worden sind. Bei Angela Bassett muss ich das nicht befürchten: Sie spielt die weiblichen Fieslinge bzw. Unsympathen in American Horror Story mit Bravour, da war ich begeistert, dass sie in „9-1-1: Notruf LA“ eine andere Facette zeigen konnte.

 

1) David Tennant (Doctor Who) – vor 2010

Mein persönlicher Lieblingsdoktor, und damit stehe ich nicht alleine da. Die Kultserie war aber nur der Auftakt zu meinem Wunsch, noch mehr Produktionen mit ihm zu sehen. Nachdem er der Rolle des Timelords den Rücken gekehrt hatte, war der Weg frei für andere Rollen. Der nächste Geniestreich, den ich mir auf BBC vor ein paar Jahren im Weihnachtsprogramm ansehen durfte, war Hamlet. Als Aufführung, die als Film im britischen Fernsehen gezeigt wurde. Es folgten weitere Produktionen wie „The politician’s husband“ oder „The escape artist“ (Der Anwalt des Teufels) – das letzte Glanzlicht auf dem Bildschirm mit ihm war für mich „Broadchurch“, und zwar alle drei Staffeln. Spannung auf höchstem Niveau, die mir an die Nieren ging (https://i.pinimg.com/474x/12/89/66/1289660a9aa4d222496ca9a030a149a7.jpg):

 

2) Patrick Stewart (Star Trek) – vor 2015

Patrick Stewart kann mehr, als nur den Captain der Enterprise, Jean-Luc Picard, zu spielen. Gute Beispiele: „X-Men“ und „Eine Weihnachtsgeschichte“, in der er den geizigen Ebenezer Scrooge spielte. Sehr überzeugend, wie ich finde.

 

3) Aidan Turner (Poldark) – 2015

Hier spricht das Fangirl. Als die Nachricht kam, dass die Serie aus den 70er Jahren, die ich in den 80er Jahren geliebt habe, neu verfilmt wurde, war ich skeptisch. Remakes gehen so oft daneben, da befürchtete ich ähnliches. Doch als ich 2015 die neue Fassung sah, änderte ich meine Meinung. Optisch genau meine Kragenweite, fand ich auch seine Darstellung des Titelhelden einfach wunderbar, und ich wollte mir einen Überblick über andere Serien und Filme mit ihm verschaffen. Gut, dass ich es getan habe, denn mit „Being Human“ habe ich eine Serie entdeckt, die mich von der ersten Folge an begeistert hat. Mr. Turner als sexy Vampir. Wow – und die dreiteilige Miniserie „And then there were none“ nach einem Roman von Agatha Christie (Und dann gab’s keines mehr) war sogar noch besser. Schön düster, und die Rolle des Kandidaten Philip Lombard, der ziemlich spät den tragischen Serientod sterben muss, fand ich wie geschaffen für ihn.

Einen Vorteil haben solche Entdeckungen: Man stößt auch auf andere Schauspieler, die man gut findet, aber in dieser Konstellation nicht erwartet hätte. Dass Aidan Turner zusammen mit seiner Partnerin Eleanor Tomlinson (The White Queen) aus „Poldark“ in dem genialen Film „Loving Vincent“ zu sehen war, empfand ich persönlich als das Tüpfelchen auf dem I (https://i.pinimg.com/474x/0a/51/2c/0a512ce16b3a5c14fe7c787ebfc9a5c5.jpg):

 

Die sogenannten „honorable mentions“ oder wen ich noch erwähnen wollte:

Bradley Cooper,: „A Star is born“ und „Silver Linings“   +++   Colin Farrell in „Nicht auflegen“, „Kill the boss“ und „Ondine, das Mädchen aus dem Meer“   +++   James Franco in „127 Hours“, „Die fantastische Welt von Oz“ und „11.22.63 – Der Anschlag“    +++   Emilia Clarke in „Game of Thrones“ und „Ein ganzes halbes Jahr“   +++   Reese Witherspoon in „Walk the Line“, „Natürlich blond“ und „Pleasantville“   +++   Sandra Bullock in „Speed“, „Miss Undercover“ und „Während du schliefst“.

Dienstags-Gedudel : mein Einstieg in eine Serie von nellindreams

 

Mit „Dienstags-Gedudel“ hat Bloggerin nellindreams eine Reihe eröffnet und den Fokus musikalisch auf den Dienstag gelegt. Die von ihr aufgeworfene Frage, ob sich ihr jemand anschließen möchte, kann ich nach der dritten Ausgabe mit Ja beantworten.

Das ist die Gelegenheit, meinen musikalischen Horizont auszuloten. Es kann doch nicht sein, dass ich von meiner 253 Songs starken Playlist immer nur das gleiche abspiele – es wird Zeit für Musik, die sich bisher außerhalb meines Radars bewegt hat oder für Künstler, denen ich bisher eher weniger meine Aufmerksamkeit geschenkt habe.

Toutes directions“ ist das Zauberwort: Frei nach der Devise „see no evil in all directions“ starte ich mit meiner Reise nach Norden, besser gesagt nach Island – an das Stück „Fjara“ der isländischen Band Sólstafir hat mich der Kommentar von Stepnwolf erinnert. Und tatsächlich war es auch das Lied, das mir bei dem 3. Beitrag des Dienstags-Gedudels als erstes in den Sinn gekommen ist und dessen Video ich auf youtube vor längerem als „gefällt mir“ markiert habe (Video gefunden auf https://www.youtube.com/watch?v=XmGdSOhBx8E&feature=youtu.be) – deshalb gibt es das Werk heute als ersten Beitrag bei mir:

 

 

 

Man mag es glauben oder nicht, aber auf mich haben diese Klänge eine beruhigende Wirkung, die Atmung wird ruhiger, und der Puls verlangsamt sich. Dass ich von den Worten kein einziges verstehe, spielt keine Rolle… die Bilder mögen verstörend sein, die Landschaftsaufnahmen sind grandios, und zusammen zeigen sie mir auf eindringliche Weise, wie schwer das Loslassen sein kann.

Media Monday # 448: Matcha! Oder wenn der Sonntag auf den Magen schlägt…

 

dann war entweder der Burger vor dem Kinobesuch schlecht oder die Kombination aus Stress und Kaffee nicht gut. Eine Woche krankgeschrieben zu sein, ist das eine, aber auf Koffeinentzug zu sein, ist das Fiasko schlechthin. Der Kreislauf fährt dann Achterbahn, und die Müdigkeit ist der ständige Begleiter. Die wenigen halbwegs wachen Stunden habe ich zum Nachholen der bisher noch nicht gesehenen dritten Staffel von „The Royals“ genutzt und dem letzten Album von Florence & The Machine eine zweite Chance gegeben. Mit dem Ergebnis, dass ich jetzt hin und weg von der CD bin, und weil’s so schön war, habe ich die Doppel-CD  „Aerial“ von Kate Bush rauf und runter gehört.

Und was den Koffeinentzug betrifft: Zum Glück habe ich mich dann doch noch rechtzeitig erinnert, dass ich noch Matcha-Tee im Haus hatte. Das Gebräu aus grünem Teepulver erinnert geschmacklich zwar an feingemahlenen Rasenschnitt, hat aber genug Koffein, das über einen längeren Zeitraum an den Körper abgegeben wird als Kaffee. Und Tee durfte ich ja trinken. Nur welchen, das hat der Herr Doktor nicht gesagt. Übrigens war Matcha schon den Höhlenmenschen bekannt, denn dieses edle Produkt war wie kein anderes dazu geeignet, in Enthusiasmus auszubrechen, wenn man den großen, bösen Dino überlisten konnte – hier ein lehrreiches Video aus dem Jahr 1981, der (nicht ganz ernstznehmende) Beweis ab der 58. Sekunde  –  und zugleich ein echtes Highlight der (Trash)-Filmkunst (Quelle: https://youtu.be/Dy6s4IGRcko?t=58)

Was sich sonst noch ereignet hat, versuche ich in den sieben Lückentexten des Media Monday zu verarbeiten:

Media Monday # 448

1. Nach knapp vier Wochen auf etwaige Neujahrsvorsätze zurückblickend, kann ich sagen, dass ich bei einigen Punkten gut vorgelegt, aber bei einem anderen vorschnell die Flinte ins Korn geworfen habe.

2. Die Aussagekraft von Filmpreisen und Awards im Allgemeinen möchte ich ab und an doch ziemlich anzweifeln, wenn ich z.B. an den Film „MASH“ von 1970 denke, den ich mir am Samstagabend auf DVD angesehen habe. X Nominierungen, aber so nachvollziehen konnte ich diese nicht. Allein das Footballspiel am Ende des Films und der konfuse „Abspann“ waren mir persönlich die fünf Euro wert, die ich vor Jahren für diese Klamotte ausgegeben habe.

3. Die Flut an Film-News im Netz versuche ich, schon frühzeitig von eventuellen Überschwemmungen abzuhalten und greife lieber zu Filmzeitschriften.

4. Einmal Zeit/Geld/Spontanität besitzen, um genau das zu erleben, wovon ich schon länger träume – das wär’s!

5. David Tennant als Doctor Who zu besetzen, war meiner Meinung nach ein echter Coup, denn durch ihn ist die Messlatte für diese Rolle hoch gelegt worden. Und weil ich ein neugieriger Mensch bin, habe ich angefangen, mich für weitere Filme und Fernsehserien seiner schauspielerischen Laufbahn zu interessieren. Dadurch konnte ich mich davon überzeugen, was für ein vielseitiger Schauspieler er ist.

6. Schade, dass Pushing Daisies niemals fortgesetzt worden ist, schließlich fand ich die Art, wie das Thema vom Kuchenbäcker, der die Liebe seines Lebens wieder zum Leben erweckt, sie aber nicht berühren darf, damit sie nicht stirbt, so liebevoll und skurril zugleich umgesetzt.

7. Zuletzt habe ich meine Plattensammlung um ein Album aus farbigem Vinyl erweitert, und das war ein Zufallskauf, weil ich eigentlich auf der Suche nach dem Doppelalbum „Aerial“ von Kate Bush war, aber dann doch bei Joan Baez gelandet bin, und von dieser Dame habe ich noch keine einzige Platte. Asche auf mein Haupt!

# Writing Friday 2020 – Januar, 4. Woche : Obi-Wan

 

Ob ich beim Schreibprojekt #Writing Friday auf dem Blog von elizzy diesmal zu allen Themen etwas schreiben kann – die Frage bleibt für mich spannend. Weihnachten ist vorbei, die guten Vorsätze sind gefasst, der Fortsetzungsroman ist am Wachsen. Nach Teil eins und zwei muss Teil drei auf sich warten lassen, denn die vierte Aufgabe passt nicht dazu – sie lautet: Dein Tannenbaum möchte nicht entsorgt werden, berichte von seiner Flucht. Eine Übersicht über sämtliche Themen für den Januar und die Regeln findet Ihr am Ende dieses Beitrags.

 

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Obi-Wan

Love it, change it, or leave it. – Als dieses Sprichwort entstand, hat man nicht an mich gedacht. Love it? Really? Are you kidding me? Weihnachten geht maximal drei Tage, und dann gewährt man mir noch eine Gnadenfrist von knapp zwei Wochen? Den Rest des Jahres liege ich dann wieder zusammengeklappt in meiner Schachtel, bis wieder der Vierundzwanzigste naht. Ja, ja, alle Jahre wieder. Ich weiß… Als sie mich damals im Baumarkt holten, hoffte ich, dass wenigstens der Mann so helle sein würde, mich mal wie der Kollege seiner Frau schon Anfang Dezember aufzustellen, damit dessen Frau ihre Freude an ihm hat. Aber Fehlanzeige! Welche Chance habe ich Kunstbäumchen schon gegen eine echte Nordmanntanne… Ach ja – change it. Hm, wenn ich darauf warte, dass sich bei Madame was ändert, werde ich noch alle überleben. Einmal war es fast so weit – Madame hatte erwähnt, dass manche ihren Christbaum bis Mariä Lichtmess stehen lassen, aber da war im Hause S. vielleicht was los! Wie – den Baum den ganzen Januar stehen lassen? Du hast wohl nicht mehr alle Nadeln an der Tanne! Nix da – nach Heilige Drei Könige wird der Obi-Wan abgeräumt und weggepackt. Den Baum bis zum 2. Februar stehen lassen… Und täglich grüßt das Murmeltier. Da bleibt nur noch die dritte Option übrig: Leave it. Genau, einfach abhauen. Damit ihr alle mal wach werdet!“

Beleidigt feilte Obi-Wan an seiner Weihnachtsansprache. Besser gesagt an dem Bekennerschreiben, das er zu fälschen gedachte – das genauso echt war wie seine von ihm eigenhändig geplante Entführung. Darauf gekommen war er, als Frau S. mal wieder eine ihrer Lieblings-CDs durchs Haus hatte dröhnen lassen. Light beams from outer space, drifting to your satellite, your dish responds … Communication – disinformation – So entertaining“ – das geheime Leben der Bäume? Nein, Freunde der Nacht, sinnierte er vor sich hin, das geheime Kommunikationsnetz der Aliens. Eine Satellitenschüssel hatten Herr und Frau S. schon seit Jahren auf dem Dach installiert, und Herr S. hatte einen Teil seiner Freizeit in das Projekt „SETI“ (Search for Extraterrestrial Intelligence) investiert. Das Abhören des Himmels nach Signalen von außerhalb der Erde nahm ihn dermaßen in Anspruch, dass ihm mit Sicherheit nicht auffallen würde, wenn Obi-Wan nach außen kommunizieren würde. Er würde nicht mal bis ins All funken müssen; die erfolgreiche Aufnahme eines Kontakts zu anderen Leidensgefährten würde schon genügen.

Soweit die Theorie. Aber was nach einem ausgefuchsten Plan klang, entpuppte sich als schwieriger als von Obi-wan-Tannobi geplant. Den Namen hatte Andy dem künstlichen Bäumchen, das schon seit mindestens zehn Jahren treu und brav seinen Dienst tat, verpasst, nachdem er einen Glühwein zu viel intus gehabt hatte. Der arme Baum, einen noch blöderen Namen hatten sie ihm wohl nicht geben können – da half auch nicht die Drohung mit dem bösen Obi-Hörnchen. Im Gegenteil. Im nächsten Jahr hielt ein neuer Baumschmuck Einzug in den Haushalt: ein Eichhörnchen, aber Herr S. nannte es „das Obi-Hörnchen“. Zum Glück war das die letzte Peinlichkeit gewesen; dennoch hielt Obi-Wan hier nichts mehr – das Equipment für die Kommunikation stand – sein SOS, das er über die Lichterkette in den Vorgarten auf der anderen Straßenseite funkte, kam bei dem rotleuchtenden Stern der Nachbarn zwar mit Verzögerung an, aber dann flackerte sein Licht dreimal kurz auf, zum Zeichen, dass der Hilferuf vernommen worden war. Den Plan hinüberzumorsen, war ein Kinderspiel gewesen – was nun noch fehlte, war ein geeigneter Zeitpunkt. Und der kam schneller als erwartet.

Ding Dong! Frau S hechtete aus dem Badezimmer. Sie hatte sich gerade abgetrocknet und freute sich auf ihr samstägliches Pflegeritual, da schellte es Sturm. Der Paketbote! Mist – den hatte sie ja gar nicht mehr auf dem Radar gehabt. Ihr Mann war auch keine Hilfe, denn der saß schon wieder vor dem Rechner und war mit SETI beschäftigt. Außer Atem und ohne Schuhe hechtete sie nach draußen. Mit einem fulminanten Sprint erreichte sie das Hoftor genau in dem Augenblick, als der Mann in der braunen Uniform sich bereits zum Gehen anschickte. Das kostbare Paket, auf das sie so lange gewartet hatte, war endlich da. Andy würde begeistert sein, wenn er in ein paar Stunden die Werner-Komplettbox auspacken würde. Große Augen würde er machen. Augen groß wie Teller? Aber nicht so groß wie ihre, als sie die Stelle im Wohnzimmer erblickte, die ihr leer entgegen gähnte. Nur die abgerissene Lichterkette war stummer Zeuge, dass hier bis vor kurzem noch ein Baum gestanden hatte.

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Und zum Schluss nun die Regeln für dieses Projekt:

Jeden Freitag wird veröffentlicht. +++ Wählt aus einem der vorgegebenen Schreibthemen. +++ Schreibt eine Geschichte / ein Gedicht / ein paar Zeilen – egal, Hauptsache ihr übt euer kreatives Schreiben. +++ Vergesst nicht, den Hashtag #Writing Friday und den Header zu verwenden, schaut unbedingt bei euren Schreibkameraden vorbei und lest euch die Geschichten durch. +++ Habt Spaß und versucht, voneinander zu lernen.

Die Themen im Januar lauten:

1) Erzähle von einem Vorsatz für 2020. Wieso willst du dieses Ziel erreichen? Wie sieht dein Plan aus? +++ 2) Schreibe eine Geschichte und flechte darin folgende Wörter mit ein: Geschenk, Pinguin, Tintenfass, ruhig, zart +++ 3) Schreibe eine Geschichte, die mit dem Satz: “Dieses Jahr wird fabelhaft, weil…” beginnt. +++ 4) Dein Tannenbaum möchte nicht entsorgt werden, berichte von seiner Flucht. +++ 5) Welches ist das erste Buch, das du dir im neuen Jahr gekauft hast? Stelle es kurz vor – wieso war es dieses?