Corlys Themenwoche zum Land meiner Wahl : Schottland


 

Am vergangenen Mittwoch habe ich auf corlys Blog von ihrer Themenwoche gelesen, die sich um Lieblingsländer dreht. Bei mir ist es Schottland, und über meine Liebe zu diesem Land habe ich einen Sammelbeitrag für die Fragen von Montag bis Mittwoch geschrieben. Nun sind die Fragen von gestern und heute dran. Corlys heutiger Beitrag dreht sich um die Frage, ob wir nochmal hinreisen würden und was wir uns dann ansehen wollen. Doch zuerst beschäftige ich mich mit dem Donnerstag.

 

Donnerstag: Welche Sehenswürdigkeiten gefielen euch am besten in diesem Land?

Schon alleine die Hauptstadt Edinburgh ist voll von Sehenswürdigkeiten: Parks, Museen, historische Gebäude, die „Unterwelt“, die komplette mittelalterliche Altstadt, Burg, Palast… Sehenswürdigkeiten, die man in jedem Reiseführer findet. Und auch von den Orten, die ich mir immer wieder gerne anschaue, findet man so einige im Reiseführer – da bin ich jetzt nicht die touristische Ausnahme. Hier ein paar Auszüge:

 

Edinburgh:

Der Royal Botanic Garden, die National Gallery und St. Giles Cathedral; bisher habe ich hierfür noch nie Eintritt bezahlt. Aber wer weiß, wie schnell sich das ändern kann. Auch die Westminster Abbey in London konnte man im letzten Jahrhundert noch für lau besichtigen – vor ein paar Jahren wollten sie bereits 10 Pfund Eintritt. Im Botanischen Garten habe ich ein Kunstwerk des Land-Art-Künstlers Andy Goldsworthy entdeckt.

 

Was die Parks angeht: Schöner als die Princes Street Gardens fand ich den Bruntsfield Park, von dem aus an schönen Tagen einen erstklassigen Blick auf Arthur’s Seat, den Hausberg der Stadt hat.

 

Wer vor langen Spaziergängen nicht zurückschreckt, kann den Leith Walk an einem Flüßchen bis nach Leith entlangwandern; der Pfad beginnt an der Dean Bridge in dem malerischen Stadtteil Dean Village. Etwas weiter außerhalb von Edinburgh liegt am Meer der Stadtteil Portobello mit seiner Strandpromenade und einem Schwimmbad aus viktorianischer Zeit, das auch einen Saunabereich hat.

 

Wem es nicht vor Friedhöfen gruselt, kann sich die Zeit auf einigen davon vertreiben; unterhalb der Burg am westlichen Ende der Princes Street Gardens, einen unterhalb von Calton Hill und den wohl berühmtesten, den Greyfriar’s Kirkyard, auf den man einen Blick durch ein Fenster auf der Rückseite des Lokals „The Elephant House“ werfen kann. Angeblich hat J.K. Rowling sich hier ihre Inspiration für Harry Potter geholt. Ich zog es dagegen vor, das überfüllte Lokal zu meiden und lieber bei einem klaren Herbsttag über den Friedhof zu flanieren.

Das soll jetzt hier kein neuer Reiseführer werden, deshalb zähle ich jetzt noch ein paar Gegenden auf, die mir auf meiner Schottlandreise vor neun Jahren besonders gut gefallen haben.

Dunnet Head:

Dies ist wirklich der nördlichste Punkt Schottlands mit einem Leuchtturm und einem sensationellen Blick auf die Orkneyinseln mit dem Felsen namens Old Man of Hoy. Ja, ich weiß, die meisten halten John O’Groats für den nördlichsten Punkt, aber er ist nur berühmter – vielleicht wegen des bekannten Wegweisers am anderen Ende von Großbritanniens, in Land’s End, wo auf diesen Punkt verwiesen wird. Und selbst Land’s End ist nicht der südlichste Punkt, wie ich bei wikipedia eben nachgelesen habe. Ebenfalls dort gelesen habe ich, dass den Leuchtturm von Dunnet Head der Großvater des Schriftstellers Robert Louis Stevenson erbaut hat. Aber wie auch immer – aber im Gegensatz zu John O’Groats gab es 2008 dort kein Hotel.

Themenwoche 11 hoy

Isle of Skye:

Selbst eine Insel wie die Isle of Skye hat noch eine Halbinsel, die Neist Point heißt und als westlichster Punkt der Insel gilt. Besonders beeindruckend fand ich außer dem Leuchtturm auch das riesige Nebelhorn und die vielen kleinen Steintürmchen, die wir am Strand gefunden haben. Ein weiterer, wirklich schöner Strand auf der Isle of Skye ist Coral Beach mit seinem feinen weißen Sand und den dort grasenden Rindern.

Themenwoche 10 coral

 

Faszinierend fand ich auch die Robbenkolonie in der Bucht vor Dunvegan Castle. Allein von den dort lagernden Seehunden haben wir hunderte von Fotos geschossen.

Themenwoche 09 Dunvegan Seal

Noch eine Halbinsel:

Die Black Isle – nordöstlich von Inverness – ist eine kleine Welt für sich. Doch dazu mehr am Samstag.

Themenwoche 13 cloud

Und noch zwei „Points of Interest“ zum Abschluß:

1) Die Whiskydestillerie Edradour, die als die kleinste Destillerie Schottlands beworben wird, und zu der man von dem Urlaubsort Pitlochry aus wandern kann, vorbei an einem kleinen Wasserfall.

2) Das ehemalige Baumwollfabrikationszentrum New Lanark am Ufer des Clyde, das durch den Sozialreformer Robert Owen bekannt geworden ist, der es im 19. Jahrhundert geführt hat.

Freitag: Würdet ihr noch mal hinreisen und was würdet ihr euch dann ansehen wollen?

Klar gibt es Gegenden in Schottland, denen ich mich noch nicht gewidmet habe, und das wäre zum einen die Westküste und zum anderen sämtliche Hebrideninseln sowie die Orkney- und die Shetlandinseln. Hätte ich noch einmal genauso viel Zeit wie vor neun Jahren, so würde ich nach Glasgow fliegen und von dort aus mit einem Mietwagen nach Norden aufbrechen, immer an der Westküste entlang, mit einem Abstecher nach Islay und seinen acht Whiskybrennereien. Da es hier einen Steinkreis gibt, kann ich den von Callanish auf der Insel Lewis auslassen und im Uhrzeigersinn weiterfahren, bis zu meinem endgültigen Ziel – der Black Isle, wo ich mir zum Abschluß eine Woche in einem schnuckeligen B&B gönne.

Themenwoche 12 BB

 

to be finished …

Themenwoche zum Land meiner Wahl : Mo – Mi

 

Seit 31 Jahren gibt es ein Land, das mich fasziniert wie kein anderes: Schottland.

 

Kennengelernt habe ich zunächst nur seine Hauptstadt und deren nähere Umgebung bei der Abschlussfahrt des Englischleistungskurses im Herbst 1986. Bei der wurden wir in Zweier- und Vierergruppen in privaten Haushalten untergebracht, und seitdem habe ich immer noch Kontakt mit „meiner“ Landlady.

Zwischen 1986 und 2016 waren ich bestimmt gefühlt zehn Mal in Schottland, meistens in Edinburgh, mit Tagesausflügen nach Stirling, Loch Ness oder Fort William – aber 2008 haben mein Mann und ich uns damals den Traum von einer knapp vierwöchigen Rundreise durch dieses zauberhafte Land erfüllt; mit einer Woche Aufenthalt im August im Haus meiner Landlady, die zu diesem Zeitpunkt in Paris weilte, uns aber großzügiger Weise einen Schlüssel deponierte.

Bei keiner anderen Reise habe ich mich je wieder so frei gefühlt wie während dieser vier Wochen von Mitte August bis Mitte September; aber damit dieser Beitrag zu Corlys Themenwoche (endlich ist die Katze aus dem Sack!) kein Roman wird, versuche ich, mich kurz zu fassen, mich auf die wichtigsten Punkte zu beschränken und die Fragen mehrerer Tagen zusammenzufassen, denn die Woche habe ich entdeckt, als bereits zwei Tage um waren.


 

Montag: Wie hat euch das Land gefallen, und was gefiel euch am besten?

 

Hatte ich bei meinen ersten Besuchen zunächst nur Edinburgh erkundet und nicht verstanden, warum die Mehrheit der Schottlandreisenden so von den Highlands schwärmen, überfiel mich die Erleuchtung in 2008, denn unsere mehrwöchige Reise führte uns genau dort hin.

Leider muss ich zugeben, dass diese weitverbreitete Highlandbegeisterung für mich bisher nur ein abgedroschenes Klischee gewesen war, doch als wir uns diese wunderbare Landschaft selbst erwanderten, erkannte ich endlich, warum alle davon schwärmten. Schottland besteht aber nicht nur aus den Highlands, sondern aus den Borders, den Lowlands und vielen Inseln. Und überall dort ist es schön, deshalb kann ich die Frage vom Montag nur im Zusammenhang mit der vom Dienstag beantworten:

 

Dienstag: Wo wart ihr überall?

Ausführliche Reiseberichte mit Fotos zu jener Reise, gegliedert in sechs Kapitel, habe ich bereits 2008 auf ciao.de veröffentlicht – die Links zu dieser Verbraucherplattform verbergen sich hinter den fettgedruckten Datumsangaben; die komplette Übersicht über den Reiseverlauf gibt es nun hier:

14.8./15.8.08: Fahrt mit der Fähre von Amsterdam Ijmuiden nach Newcastle, und von dort weiter nach Edinburgh.

15.8.-20.8.08: Edinburgh.

20.8.-25.8.08: Dufftown (Speyside)

25.8.-30.8.08: Balblair (Black Isle)

30.8.-5.9.08: Kildonan (Isle of Skye)

5.9.-7.9.08: Glenshee

 

Mittwoch: Warum dieses Land?

Diese Frage habe ich mir schon unzählige Male selbst gestellt; auch war ich schon in Irland, Cornwall und England – nur in Wales war ich noch nicht. Aber immer wieder zog es mich wieder nach Schottland zurück. Grüne Hügel, sturmumtoste Küsten, hohe Berge… diese Kombination ist mir bisher wirklich nur in Schottland begegnet. Klar, Irland, Cornwall und England – jedenfalls die Gegenden, die ich bereist habe –haben Grün, Grün und nochmals Grün, und Meer natürlich auch. Fehlen nur noch die Berge- und die gibt’s in Schottland. So schön die Landschaft auch ist, ein Schottlandurlaub wäre für mich ohne den Besuch eines Pubs oder einer Whiskydestillerie unvollständig.

Und noch ein Punkt: die Herzlichkeit, die uns dort begegnet ist. Nie werde ich vergessen, wie wir auf einer Sechsmeilenwanderung vom Regen durchnäßt wurden, weil es nirgends eine Möglichkeit des Unterstellens gab, und als wir dann in diesem Zustand in einem Hotel einen Kaffee trinken wollten, um die Wartezeit auf unseren Bus zu überbrücken, wurden wir so zuvorkommend behandelt, als hätten wir die teuerste Suite in diesem glanzvollen Etablissement gebucht.

Oder das Ceilidh, der gesellige, bunte Abend mit Musik und Tanz in den Räumen des Royal British Legion Club von Dufftown, bei dem wir als Außenstehende genauso herzlich willkommen geheißen wurden wie die Einwohner der Stadt oder der halben Belegschaft von Glenfiddich. Anscheinend waren wir die einzigen Touristen, die sich dort hin trauten; aber es machte einfach Spaß, den Klängen der jungen Dudelsackspielerin zu lauschen oder beim Gruppentanz für Alt und Jung mitzumachen – da wahren etwaige Berührungsängste schnell vergessen.

Oder das stundenlange Heidelbeerpflücken in der Nähe der Dog Falls, irgendwo in der weiteren Umgebung von Loch Ness, als wir plötzlich vor einem Schild standen, auf dem man lesen konnte, dass hier die Dreharbeiten zu dem Film „Valhalla Rising“ stattfinden würden. Den Film habe ich nie gesehen, aber man kann nie wissen.

Ich könnte hier noch stundenlang so weiterschreiben, aber morgen ist auch noch ein Tag; dann widme ich mich den Fragen von heute und morgen. Und vielleicht fällt mir bis Samstag auch noch eine besondere Geschichte zu dem Land ein.


 

To be continued … Dann gibt’s auch Fotos dazu.

Noch eine Mittwochaktion : Serienmittwoch # 81 – ausgestiegene Seriencharaktere


 

Bei der heutigen Ausgabe ihres Serienmittwoch möchte corly wissen, welchen ausgestiegenen Seriencharakteren wir hinterhertrauern. Die Frage ist für mich nicht gerade einfach, weil ich schon so viele Serien gesehen habe, dass ich teilweise schon gar nicht mehr weiß, welche Charaktere ausgestiegen sind, und weil ich es zwar schade um sie fand, aber nicht getrauert habe. Eher war ich bei manchen Figuren geschockt ob der Heftigkeit oder Unbarmherzigkeit, mit der sie per Drehbuch aus der Serie entfernt wurden – wie z.B. Lexy Grey, Mark Sloan oder Derek Shepherd per Flugzeugabsturz oder Autounfall aus der Serie „Grey’s Anatomy“.

Was mich aber tatsächlich für eine gewisse Zeit traurig gestimmt hat, war das drastische Ausscheiden der folgenden beiden Companions bei Dr. Who: Rory Williams und Rose Tyler – wobei gerade bei Rose der Doktor bestimmt am meisten gelitten hat.


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(Bildquelle – https://s-media-cache-ak0.pinimg.com/originals/f1/1c/6f/f11c6f99bcafc9423eb3533ecc6147bb.gif)

 


 

Und wenn wir schon beim Doktor sind: Dass David Tennant den Doktor nicht bis an sein Lebensende spielen wollte, kann ich zwar sehr gut nachvollziehen, denn so entgeht er wenigstens der Gefahr, auf eine einzige Rolle festgelegt zu werden. Aber schade fand ich es trotzdem. Vielleicht bin ich deshalb wohl nie so richtig warmgeworden mit Matt Smith als seinem Nachfolger. Oder war er mir nur zu jung oder hat mir zu sehr genuschelt, weil ich Tennants Aussprache bisher am verständlichsten fand?

Dass bei Downton Abbey die mir ans Herz gewachsene Lady Sibyl so grausam sterben musste und Matthew einem Autounfall mit tödlichem Ausgang zum Opfer gefallen ist, fand ich auch nicht so toll. Seltsam, dass den Drehbuchautoren vorwiegend das Ausscheiden mittels Serientod einfällt, wenn sie eine Figur nicht mehr länger in der Serie haben wollen oder wenn der Darsteller andere Pläne für die Zukunft hat.

Manchmal streben die mir sympathischen Gestalten eine berufliche Veränderung an (Christina Yang aus Grey’s Anatomy) oder setzen sich zur Ruhe (Inspector Barnaby). Oft hat es dann der Nachfolger schwer, aus dem Schatten seines Vorgängers herauszutreten. Noch ein paar Worte zu Inspector Barnaby. Dessen Nachfolge hat sein Neffe angetreten. Bis ich mich mit dem angefreundet habe, dauerte es einige Folgen.

Nur um dann irgendwann festzustellen, dass für mich der heimliche Star der Serie John Barnabys Hund Sykes war. John Nettles, der ursprünglich die Rolle des Inspector Barnaby gespielt hat, hatte eine Nebenrolle in der Serie Poldark. Was freute ich mich zu Beginn dieses Jahres, dass John Nettles auch in der dritten Staffel wieder mit von der Partie sein würde. Und was ist? Bereits in der ersten Folge stirbt er als Folgeerscheinung seiner Diabetes. Was für ein riesiger Mist! Ob er für die Handlung nun elementar wichtig war, lasse ich mal dahingestellt – aber musste man ihn erst groß ankündigen, nur um ihn gleich am Anfang fallenlassen wie eine heiße Kartoffel? Ich glaube, es gibt Dinge, die ich nicht verstehen muss.

So, mehr Serien fallen mir nicht mehr ein. Aber es hat Spaß gemacht, auch bei dieser Blogparade wieder mitzumachen.

Mittendrin-Mittwoch #74 : Landpartie

 

Da der MeMadeMittwoch zur Zeit mal wieder Sommerpause hat, nehme ich gerne an anderen Mittwochaktionen teil, wie an der, die ich durch puren Zufall beim Stöbern quer durch meinen Reader gefunden habe: der MittendrinMittwoch – eine Aktion von elizzy91, die sich (stark vereinfacht gesagt) ums Lesen dreht. Genaueres dazu in diesem Zitat aus ihrem Blog:


Mittendrin Mittwoch besteht aus immer neuen Zeilen von Büchern, in denen ich gerade mittendrin feststecke. Momentaufnahmen von Büchern, die ich gerade lese“


 

Die Frage lautet: In welchem Buch liest Du gerade? Antwort: Brombeertage“ von Angela Huth, 1998 erschienen bei Piper (ISBN 3-492 22607-8) Wie sehen Deine nächsten Zeilen aus?


Ag fühlte sich gedemütigt. Niemand würde sie zum Tanzen auffordern. Sie fühlte sich in ihre Teenagerzeit zurckversetzt, als ihr das so oft passiert war. Sie kam sich lächerlich vor in Prues affigem Chiffontuch und den albernen Locken. Sie wünschte, sie wäre nicht mitgekommen und Joe würde nicht so gelangweilt dreinschauen.“ (S.171)


 

Laut Klappentext handelt das Buch von „Liebe und Freundschaft in den Zeiten des Krieges“, als sich 1941 drei junge Frauen aus der Stadt als Freiwillige zur Landarbeit im abgelegenen Dorset melden; und es ist eins von den Büchern, die ich mir kaufe, wenn mir die Verfilmung gefallen hat. Damals hatte ich den Film „Brombeerzeit“ mit Rachel Weisz, Catherine McCormack und Anna Friel in den Hauptrollen als Landmädchen (Originaltitel: The Land Girls) von David Leland im Kino gesehen.

Wie zuvor schon der Film, konnte mich das Buch restlos begeistern: Es ist nämlich nicht nur leichtfüßig und flott geschrieben, sondern die Schriftstellerin nimmt kein Blatt vor den Mund, und dennoch rutscht die Sprache zu keiner Zeit ins Schlüpfrige oder Geschmacklose ab. Ein Kunststück, das nicht jeder fertigbringt.

Mit seinen 382 Seiten passt es auch noch bequem in die Handtasche, so dass ich mir den morgendlichen Weg zur Arbeit und abends wieder zurück sehr vergnüglich gestalten kann.

 

Media Monday # 316

 

Die Woche endete für mich mit einem literarischen Ärgernis: In der Erwartung, mir mit „Zeiten des Aufbruchs“ von Carmen Korn einen interessanten Roman über das Nachkriegsdeutschland und dessen Wiederaufbau gekauft zu haben, musste ich zu meiner Enttäuschung bald feststellen, dass die Schriftstellerin auf knapp 600 Seiten im Schweinsgalopp durch die Jahre 1949 bis 1969 eilt und es dabei fertigbringt, wichtige Ereignisse wie die Hamburger Sturmflut von 1962, die Attentate auf bedeutende Persönlichkeiten oder den Mauerbau nur oberflächlich anzureißen.

Allein der Ohrfeige, die Beate Klarsfeld 1968 Kurt Georg Kiesinger verpaßt hat, ist eine längere Passage gewidmet. Ansonsten beschäftigt sich der Roman mit den Schicksalen der Familien von vier miteinander befreundeten Frauen, aber das so sprunghaft, dass es mir noch nicht einmal unter diesem Aspekt gelang, mit den Figuren warm zu werden. Das hatte ich in der Vergangenheit so auch noch nicht. Schade um die verschwendete Lesezeit.

Wie gut, dass es einen neuen Lückentext zum Media Monday gibt, wie immer entworfen von Wulf auf seinem Blog medienjournal, der bereits am Sonntagabend ab 18 Uhr zum Ausfüllen bereitsteht. Das macht mir eindeutig mehr Spaß, als mich durch dicke Wälzer zu Schmökern, bei denen ich es nicht schaffe, die innere Distanz zu den Figuren im Buch zu überwinden. Lieber lese ich „Die Chroniken von Deverry“ von Katharine Kerr und Umberto Ecos bahnbrechendes Werk „Der Name der Rose“ zum dritten Mal.

 

Media Monday #316

1. Um mich an eine Serie zu binden, bedarf es eigentlich nur einer Handlung, die ich als nicht abgedroschen empfinde, einem gelungenen Drehbuch und im Idealfall keine Unterbrechungen durch Werbepausen.

2. Wer der neue Doctor (Who, Anm. d. Red.) wird, habe ich noch immer nicht herausgefunden, aber ehrlich gesagt, wird mir das ganze Rätselraten darum langsam zu dumm; mittlerweile denke ich, dass es das beste sein wird, wenn ich mich überraschen lasse.

3. „Der Name der Rose“ ist mir lang im Gedächtnis geblieben, denn sowohl Film als auch Buch gehören zu meinen persönlichen Top Ten.

4. Der Trend, bei Unfällen zu gaffen, Rettungskräfte zu behindern und zu bedrohen und alles ohne Rücksicht auf Verluste zu filmen, um es später gar noch auf Youtube hochzuladen, sollte hoffentlich bald ein Ende haben.

5. Im dritten Quartal dürfte meines Erachtens „Das Pubertier“ einen Kinobesuch wert sein, schließlich spielen Jan-Josef Liefers und Heike Makatsch die Hauptrollen, und beide würde ich gerne öfter auf der Leinwand oder im Fernsehen sehen.

6. „Minion Rush“ fürs Tablet ist eines dieser Spiele, bei denen ich über die Anfangslevel nicht hinausgekommen bin und nicht nur deshalb recht schnell wieder vom Tablet gelöscht habe. Die ständigen Versuche, mich mit Facebook verbinden zu wollen, haben ihr übriges dazu getan.

7. Zuletzt habe ich einer Freundin beim Hochladen eines Porträtfotos zwecks Echtheitsprüfung geholfen und das war überaus interessant, weil sie mir eine Freundschaftsanfrage von Leuten zeigte, zu denen ich den Kontakt in vollem Bewußtsein einschlafen ließ. Und, zu guter Letzt, habe ich am Sonntagabend eine Mail mit einem interessanten Link zu einem Film erhalten, der sich um eine Fahrt durch die Highlands mit dem legendären Zug „The Royal Scotsman“ dreht. Ach, wie gerne ich da auch einmal mitfahren würde! Und wieder einmal heißt es: „Real men wear kilt“.

 

FUSSA 2017 : Film- und Serien-Sew-Along 2017 – das Finale



 

Das Ende ist da: Agatha Raisin und Jane Kennedy (The Coroner) haben den Fall gelöst und präsentieren das Ergebnis ihrer Ermittlungen am Finaltag des Film- und Serien-Sew-Alongs (FUSSA), dem 16. Juli.

Bei yacurama (minimale extravaganz), die diesen Sew-Along ins Leben gerufen hat, treffen sich heute alle, die sich zum Nähen neuer Kleidungsstücke von Fernsehserien wie „Call the Midwife“, „Agent Carter“ oder „Mord mit Aussicht“ haben inspirieren lassen. Bei mir war es ein Mix aus „The Coroner“ und „Agatha Raisin“ – beide Serien liefen nur kurze Zeit auf ZDF neo. Jetzt aber zu meinem Ergebnis.

 

(Bildquelle: https://i.ebayimg.com/00/s/NzY4WDEwMjQ=/z/6cYAAOSwiA9ZYlWn/$_99.JPG)


 

Mit zwei luftig-weiten Seidenblusen nach einem Schnitt von Burda ins Rennen geschickt, warten sie nun darauf, wer das Recyclingprodukt Bleistiftrock in Zukunft tragen darf. In seinem früheren Leben war er ein Etuikleid von Orsay, das mir oben herum leider nicht mehr passt, aber das ich schon allein wegen des Metalls in Taillenhöhe nicht wegwerfen wollte. Also habe ich kurzerhand das Rockteil und die Passe im Mittelteil abgetrennt und neu zusammengefügt, wobei ich die Passe mit Vliesline verstärkt und zu einem Bund umgearbeitet habe. Geschlossen wird der Rock mit einem aufgesetzten Metallreißverschluss. Den hatte ich nämlich als einzigen schwarzen Reißverschluss noch herumliegen und musste keinen neuen kaufen.

 

 

Agatha Raisin


 

 

The Coroner Jane Kennedy


 

Außerdem habe ich eine ähnliche Optik bei der letzten Staffel von „Geschickt eingefädelt“ gesehen und fand dieses Unperfekte ganz schön cool. Abgesehen davon, war ich mir nicht sicher, ob der Rock vielleicht nicht doch eine Spur zu eng ist und durch einen nahtverdeckten Reißverschluss mögliche Zugfalten viel mehr auffallen.

Doch wie heißt es so schön? Was nicht passt, wird passend gemacht. Das führt mich zu der Frage, ob alle Teilnehmerinnen bei dieser schönen Aktion ihre Projekte auch so erfolgreich passend machen konnten; für den diesjährigen FUSSA möchte ich mich deshalb hier nochmal bedanken und jetzt die Ergebnisse der anderen ausgiebig bewundern.

Sekt zum Anstoßen gibt’s diesmal keinen, da ich heute lieber Matcha oder Landmilch trinken möchte. In diesem Sinne: Möge die Milchbar baldigst ihre Pforten öffnen. The guests are thirsty.

 

 

Die fünf Besten am Donnerstag # 53 : Lies mal wieder


 

Tage gibt’s – das hab‘ ich nun davon: Mein Kommentar bei den „5 Besten“ vom letzten Donnerstag auf Goranas Blog, dass ich auf eine einsame Insel lieber Bücher als Filme mitnehmen möchte, hat mir heute prompt eine Retourkutsche eingebracht, über die ich aber gar nicht traurig bin, denn Gorana fragt heute in ihrer Rubrik „Die 5 Besten am Donnerstag:

5 Bücher, die ich auf eine einsame Insel mitnehmen würde

 

Drei hatte ich bereits in meinem Kommentar letzte Woche genannt, hinzu kommen noch zwei weitere aus meiner riesigen Privatbibliothek – und alle fünf haben eine Gemeinsamkeit, auf die ich aber am Schluss eingehe. Am liebsten würde ich ja noch viel mehr mitnehmen, zumal ich ja auch noch einige Fortsetzungsromane besitze, und wenn ich alle zusammenzähle, werden aus den fünf schnell fünfzig. Jetzt aber Spaß beiseite – hier kommt meine fünfteilige Auswahl aus meinen „All-Time-Favourites“:

 

1. Michael Ende – „Die unendliche Geschichte“:

Welche Offenbarung, als ich durch meine Deutschlehrerin die Bekanntschaft mit diesem fürs Kino verfilmten Klassiker machte und feststellte, dass der Film nur die erste Hälfte des Romans zusammenfasste und ich beim Lesen feststellte, dass es ab der der Mitte erst so richtig spannend wurde. Was mir besonders gefiel, abgesehen von der Handlung, ist der Druck in den Farben Rot und Grün und dass jedes Kapitel mit dem nächstfolgenden Buchstaben des Alphabets beginnt.


 

2. Umberto Eco – „Der Name der Rose“:

Neugierig geworden durch den gleichnamigen Film mit Sean Connery, musste ich unbedingt Umberto Ecos bekanntestes Werk lesen und hatte beim Schmökern natürlich prompt Schauplatz und Äußeres der handelnden Personen für Augen; für viele ein No-Go, weil Lesen ja die Phantasie anregen soll. Aber da das Buch dank ellenlanger lateinischer Passagen und der erklärenden Fußnoten noch wesentlich umfangreicher ist als der Film ist, gibt die Lektüre noch viel mehr her.


 

3. Robert Crichton – „Die Camerons“:

First things first: Robert Crichton ist nicht mit Michael Crichton, dem Autor von „Jurassic Park“ verwandt. Aufmerksam auf diesen Roman, der in einem schottischen Bergbaustädtchen im 19. Jahrhundert spielt, bin ich durch die gleichnamige Fernsehserie geworden, die 1982 von der ARD im Vorabendprogramm ausgestrahlt wurde. Die Handlung hatte ich beim Kauf des Buchs schon wieder vergessen, aber die Personen und das Städtchen sind mir noch lange im Gedächtnis haften geblieben. Auf fernsehserien.de steht das folgende Zitat aus der HörZu: „An ihrem 16. Geburtstag verlässt Maggie Drum ihren Heimatort Pitmungo, ein westschottisches Bergarbeiterdorf. Sie will unbedingt einen Highlander heiraten, einen, der anders ist, als die Männer ihrer Gegend. Mit ihren Ersparnissen kommt sie an die Küste und lernt Gillon Cameron kennen, einen armen Fischer des Hochlandes.“ Immer, wenn ich „Die Camerons“ lese, wird die Sehnsucht nach meinem Lieblingsland Schottland wieder wach. Auch wenn ich niemals auf die Idee käme, freiwillig in so ein rußiges, düsteres Dorf wie Pitmungo zu reisen.


4. Die Gesamtausgabe „Der Trotzkopf“ von Emmy von Rhoden, Else Wildhagen und Suse Lachapelle-Roobol:

Jetzt werden einige aufjaulen, denn immer wieder gerne greife ich zu diesem vierbändigen Sammelband von drei verschiedenen Schriftstellerinnen. Der erste Band beginnt mit dem Tag, an dem die 15jährige Ilse Macket erfährt, dass sie in ein Mädchenpensionat geschickt werden soll, um dort die für eine „höhere Tochter“ angemessene Schulbildung und gesellschaftlichen Schliff zu erhalten. Die folgenden Bände begleiten Ilse durch ihre Zeit als Verlobte, als Ehefrau, und zu guter letzt als Großmutter. Zwar gehe ich in vielen Punkten so gar nicht konform mit dem Frauen-, Familien- und Gesellschaftsbild von damals. Dennoch finde ich diese Reise in eine längst vergangene Zeit höchst vergnüglich, weil sich darin die ein oder andere Passage verbirgt, die ich für damals erstaunlich fortschrittlich halte und die ich genau so ebenfalls unterschreiben würde.


5. Jean Webster – „Daddy Langbein“:

Vom Waisenhaus ans College. Dieses Schicksal widerfährt der jungen Jerusha Abbott, die von einem reichen Unbekannten die Studiengebühren bezahlt bekommt, unter der Bedingung, dass sie ihm jeden Monat einen Brief über ihre Fortschritte schreiben muss.. Im Verlauf des 1912 erschienenen Briefromans entwickelt sich diese ungeliebte Pflichtaufgabe für Jerusha zu einer Möglichkeit, sich schriftstellerisch ausdrücken zu können. Laut Wikipedia „zeigen die Motive des Buchs Jean Websters Interesse an sozialen Fragen und der Frauenbewegung“. Einen größeren Kontrast zu dem Buch unter Punkt 4 kann ich mir nicht vorstellen.


 

Und nun die Gemeinsamkeit, falls es nicht schon in den fünf Absätzen durchgeschimmert ist: Alle Bücher sind verfilmt worden – entweder fürs Kino oder fürs Fernsehen: „Die unendliche Geschichte“, „Der Name der Rose“ und „Daddy Langbein“ konnte man auf der Leinwand bewundern; „Die Camerons“ und „Der Trotzkopf“ liefen in der ARD als Fernsehserie. Dummerweise halte ich die Trotzkopf-Verfilmung für am wenigsten gelungen, was aber nicht unbedingt an der Hauptdarstellerin Anja Schüte liegt.

So, das war mein kleiner Ausflug in die Bücherwelt, die mich auf eine einsame Insel begleiten darf; ins Rennen geschafft hat es leider nicht „Die 13 ½ Leben des Käpt’n Blaubär“ oder Andreas Feiningers Sachbuch über „Schwarz-Weiß-Fotografie“.

 

Media Monday # 315

 

Irgendwie ist am Wochenende mein Schlafrhythmus so durcheinandergekommen, dass mir am Sonntagabend bei Erscheinen von Wulfs neuestem Lückentext auf seinem Blog medienjournal nicht mehr der Sinn nach weiteren Aktivitäten stand. Nicht, dass ich besonders viel am Wochenende gemacht hätte; wenn man samstagnachmittaglichen Schlummer auf der Couch und Essengehen als Aktivität bezeichnet, dann war ich wirklich sehr aktiv. So aktiv, dass ich dann zur „Geisterstunde“ noch immer nicht schlafen konnte und der Meinung war, dass ein Spaziergang durch Feld und Flur um elf Uhr nachts eine Super-Idee sei. Dementsprechend spät (bzw. früh) löschte ich dann auch das Licht und hatte am folgenden Tag zu beinahe nichts mehr richtig Lust. Wenn da nicht der Media Monday wäre.

Sobald der am Sonntagabend um 18 Uhr online ist, lasse ich meine kleinen grauen Zellen zu meinem persönlichen Plaisir arbeiten – nun denn, here we go:

 

Media Monday # 315

1. “Der Zauberer von Oz“ aus dem Jahr 1939 ist bis heute einer meiner Lieblingsfilme überhaupt wobei es noch ganz viele andere gibt, die ich zu meinen Lieblingsfilmen zähle, wie z.B. „Vertigo“ von Alfred Hitchcock.

2. Sommerzeit bedeutet für mich ja immer auch das Beobachten der Mauersegler am Abend bei ihrer waghalsigen Flugakrobatik. Sobald diese liebenswerten Geschöpfe wieder nach Süden ziehen, ist für mich bereits Herbst.

3. Regelrecht stolz bin ich auf den ersten Band in meiner „Poldark“-Roman-Sammlung, schließlich habe ich mir darin 2000 ein Autogramm von dem Hauptdarsteller der Verfilmung aus den 70er Jahren geben lassen.

4. Johnny Depp hat mit Filmen von Tim Burton in meinen Augen eine vielversprechende Karriere gestartet, aber dann kam ein Fluch-der-Karibik-Film nach dem anderen, und an dem Punkt, glaube ich, stagniert sie nun.

5. Entgegen der vorherrschenden Meinung bin ich ein großer Freund von gut gemachter Science-Fiction und filmischen Zukunftsszenarien , immerhin bin ich dafür bekannt, dass ich liebend gerne sogenannte Period-Dramas sehe.

6. Eine Auswahl an Filmen oder Serien landet immer dann im Player, wenn das Wetter oder das Fernsehprogramm Mist ist – wobei es zu viele sind, um an dieser Stelle genannt zu werden.

7. Zuletzt habe ich einen nächtlichen Spaziergang ohne Taschenlampe unternommen und das war anders als sonst, weil mich beim Abendessen jemand fragte, ob ich so alleine in der Nacht keine Angst hätte – und prompt fing ich an, auf jedes Geräusch zu achten. Zum Schluss bekam ich dann doch noch einen gewaltigen Schrecken, weil sich aus dem Baum direkt vor meiner Nase eine Eule erhob und davonflatterte. Wer hat hier nun vor wem mehr Angst gehabt: Ich vor der Eule oder die Eule vor mir? Aber egal, welche Version zutrifft – dieses Erlebnis hat mir bewiesen, dass ich weniger auf andere Leute und ihre Bedenken hören sollte, sondern mehr auf meine eigene Erfahrung und gesunden Menschenverstand.

Serienmittwoch #79 : Hype (r Hyper, oder was?)


 

Bei Bücherhypes sind ja viele abgeneigt, das Buch zu lesen, was gerade gehypt wird und warten erst mal ab. Wie steht ihr zu Serienhypes? Ist es da genauso oder behandelt ihr die anders?


 

Das fragt Corly bei ihrer 79. Ausgabe des „Serienmittwochs“ – und ich muss sagen, dass mir Hypes so ziemlich auf den Senkel gehen, egal ob es sich um Bücher, Filme oder Serien handelt. Aus Erfahrung weiß ich nämlich, dass ich bei „gehypten“ Filmen bisher meistens auf die Nase gefallen bin und daher fast auch sicher sein kann, dass „La La Land“ aus dem Grund nichts für mich ist. Ausnahmen bestätigen die Regel. „Titanic“ gehört dazu. Oder „Der Herr der Ringe“. Oder… aber es geht ja nun um Serien. Und da gibt es für mich zwei Optionen:    1. Ich steige ein, wenn der Hype schon ein wenig abgeflaut bzw. fortgeschritten ist    -oder-    2. Ich steige in eine Serie ein, ohne zu wissen, dass es um sie einen Hype gibt.

Option 1

Meistens steige ich in Serien dann ein, wenn sie schon einige Staffeln auf dem Buckel hat, was aber nur bedingt funktioniert: Was bei Emergency Room (ER) geklappt hat, ist bei Lost total in die Hose gegangen. Darum war ich bei späteren Serien, die mir allenthalben angepriesen oder auf Teufel komm raus zitiert wurden, auch schlauer – doch dazu später mehr.

 

Eingestiegen in fortgeschrittene Hypes

Um mal bei den Beispielen ER und Grey’s zu bleiben: Was wurde damals ein Bohei um ER veranstaltet, weil George Clooney das Zugpferd war. Eingestiegen bin ich erst, als Mr. Clooney gar nicht mehr in der Besetzungsliste auftauchte, und trotzdem kam ich bei der Handlung noch mühelos mit. Bei Lost dagegen entwickelte die Story sich für mich dermaßen konfus, dass ich überhaupt nicht verstand, was daran so toll war. Und noch ein kurzer Nachsatz: Heute kennt ER vermutlich kaum noch jemand. So viel zum Thema „Hype“ und „muss man gesehen haben“.

Bei anderen Serien wie „Downton Abbey“ und „Game of Thrones“ habe ich tatsächlich mit der ersten Staffel angefangen, als bereits die dritte (DA) bzw. die vierte Staffel (GoT) angelaufen war. Bei DA konnte ich mir die DVD von meiner Schwester ausleihen – bei GoT habe ich einen Gutschein, den mir Kollegen zum Geburtstag geschenkt haben, eingelöst. Der Gedanke dahinter: Sollte mir die Staffel nicht gefallen, brauchte ich es nicht weiter schauen und kann die DVD weiterverschenken – bei Gefallen jedoch kann ich günstig die restlichen erwerben, um dann die aktuellen Folgen aus dem Fernsehen aufzunehmen. Der Plan ging auf, und ich wurde nicht enttäuscht, obwohl beide Serien gegensätzlicher nicht sein könnten. Aber ich habe halt einen vielseitigen Geschmack.

 

Nicht eingestiegen in laufende Hypes

Worum auch sehr viel Wind gemacht wurde, war Star Wars. Mitsamt dem ganzen Merchandising. Ist zwar keine Fernsehserie, aber eine Filmreihe. Da ich in meiner Jugend keinen einzigen Film aus dem großen George-Lucas-Imperium gesehen habe, war mir der ganze Rummel um die Teile 1 bis 3 so ziemlich fremd. Ja, die ersten beiden Teile habe ich – warum auch immer – im Kino gesehen, und ich fand die Filme auch sehr spannend, aber warum sich Leute die Filme ein Vierteljahr vorher nächtelang auf mehreren Rechnern aus dem Netz herunterladen müssen, habe ich in dem Zusammenhang nie verstanden. Abgesehen davon, dass solche Aktionen illegal sind; was gibt es Leuten, den Film noch vor dem offiziellen Start gesehen zu haben. Einen Wissensvorsprung? Neid anderer Star-Wars-Fans? Nach einem Vierteljahr hat sich dieser Zustand sowieso relativiert. Aber das sind bloß meine 50 Pfennige, äh Cent, für die Parkuhr.

 

Option 2

Von Anfang an dabei war ich bei Outlander, und zwar durch puren Zufall. An jenem Abend war mir meine Lieblingsserie (Grey’s Anatomy) aus irgendeinem Grund zu blöd, und ich hatte auf Geschnippel im OP und Beziehungsgeschwätz keine Lust, zappte durch die Programme und blieb ausgerechnet bei einer Szene in Outlander hängen, in der Claire dem Helden die Schulter wieder eingkugelt. Es wurde auf Gälisch geflucht, und ich dachte mir, das könnte vielleicht doch ganz interessant werden. Und so bin ich dabei geblieben und habe erkannt, dass ich die Verfilmung gelungener finde als die literarische Vorlage. Dass sich Outlander zum Renner bzw. zum Hype entwickeln würde, habe ich aber nicht geahnt. Und da mich Fandiskussionen in Internetforen meistens nicht interessieren, kann mich der eventuelle „Hype“ auch nicht tangieren.

Was mich allerdings tierisch nervt, ist massives Merchandising wie momentan mit den Minions oder wie vor einiger Zeit mit den Figuren aus Ice Age. Das schreckt mich dann tatsächlich von dem Besuch des Films ab. Von dem ich übrigens glaube, dass er so großartig nicht sein kann, wenn es sich um das x-te Sequel handelt und so eine Werbegroßoffensive nötig hat.

 

Und das war mein heutiger Beitrag zum Serienmittwoch. Hat Spaß gemacht. Danke.

Me Made Mittwoch : Eigentlich wollte ich …


 

 

bis zum 16. Juli mit der Präsentation meiner Bluse warten, denn da ist das Finale des Film- und Serien-Sew Along (FUSSA) – und dafür ist sie auch gedacht. Weil aber heute der MeMadeMittwoch zum letzten Mal vor der Sommerpause stattfindet, präsentiere ich sie hier, diesmal wieder ziemlich spät – mit der „Startnummer“ 89:

Das Modell ist die ärmellose Bluse Nr. 101 (burdastyle 9/2016)– die relativ weit fällt, und die ich trotzdem nicht eine Nummer kleiner genäht habe, weil sie sonst nicht mehr so bequem wäre. Den Seidenstoff mit Animalprint habe ich beim beim Nähbloggerinnentreffen in Stuttgart gekauft. Das waren die Eckdaten, kurz und knackig aufnotiert.

 

 

Bei den momentanen Temperaturen trägt sich die Bluse äußerst angenehm, und ich bin froh, dass sie nicht so körpernah fällt wie die Teile, die ich sonst so bevorzuge. Mal sehen, welche Abwandlung mir einfällt, wenn ich diese Bluse noch einmal nähen möchte. Und nun geht’s zur Präsentation weiterer selbstgenähter Kleidung – auf dem MMM vom 5. Juli 2017, der unter dem Motto „ich packe meinen Koffer“ steht.

 

Meinen Koffer packe ich zwar nicht, weil mein Urlaub schon lange vorbei ist, aber der nächste Urlaub in wärmeren Gefilden kommt bestimmt, und bis dahin kann luftige Kleidung fürs Büro auch nicht schaden.