12 letters of handmade fashion : Juni-Buchstabe B…

… und zwar B wie Blau-Weißes Batikkleid. Als Emma auf ihrem Blog Frühstück bei Emma das

                                                      B

als Buchstaben für den Juni im Rahmen von „12 letters of handmade fashion“ gezogen hat, ist mir als erstes die Farbe Blau eingefallen, was deshalb für mich so naheliegt, weil a) mein Blog mit einem B anfängt und b) ich bereits einige selbstgenähte Kleidungsstücke in Blau besitze. Aber irgendwie war es das für mich dann doch nicht.

Bis ich am Anfang des Monats ein Probekleid in den Händen hielt, das zwar mir passte, aber nicht der Person, für die es gedacht war. Spontan erkannte ich die verborgenen Qualitäten des unfertigen Stücks:

Das Oberteil eignet sich hervorragend für den Film- und Serien-SewAlong (FUSSA), weil es Teil einer Modestrecke ist, die Burda unter dem sinnigen Titel „Romantische Mode à la Downton Abbey“ anpreist. Downton Abbey ist zwar nicht die von mir ausgesuchte Serie, aber durch einige Änderungen wird daraus ein Pulli, der von der Serie „Star Trek Voyager“ inspiriert worden ist.

Das komplette Kleid aus weißer Baumwolle war also die berühmte weiße Leinwand, an der sich Künstler austoben, und da ich in letzter Zeit immer öfter über die japanische Färbetechnik Shibori gestolpert bin, hatte ich auch sofort den grandiosen Plan, das Kleid vor dem Fertignähen wie ein kleines Päckchen zu verschnüren und es in marineblaue Batikfarbe zu tauchen. Und so sieht das Ergebnis aus – wie es entstand, folgt nach der Fotosession…

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Genaugenommen versteht man unter Batik eigentlich etwas anderes, aber das würde hier zu weit führen (gerne komme ich später noch einmal darauf zurück). Und wenn ich mich recht entsinne, habe ich als Teenager massenweise T-Shirts in der Abbindetechnik „gebatikt“. Eben Hippie forever. Omm! Durch das Abbinden mit Schnur entstanden die wildesten kreisförmigen Muster auf knallbuntem Grund. Die Ergebnisse waren manchmal ganz schön grenzwertig, aber was tut man nicht alles, um die ältere Generation zu schocken 😉

Jetzt geht es bei Shibori aber nicht um das Erzeugen von lustig-bunten Kreisen durch Abbinden des Stoffs mit Schnur, sondern eine sehr aufwendige Technik, bei der streng geometrische, aber für mich sehr reizvolle Muster entstehen – vorausgesetzt, man macht es richtig. Japanische Meister sollen Jahre zur Vervollkommnung eines einzigen Musters brauchen. Okay, so lange wollte ich nicht warten und lange studieren, sondern einfach mal probieren. Schnur und Farbe waren schnell gekauft, und Laminatreste zum Zusammenhalten der Päckchen waren auch noch vorhanden. Also habe ich den vergangenen Donnerstagabend damit verbracht, das Probekleid frei Schnauze zu malträtieren.

Zunächst wurde es der Länge nach ziehharmonikaartig gefaltet und die Falten akkurat gebügelt, danach kam das Abbinden einzelner Partien. Das nun einer Wurst gleichenden Stück Stoff habe ich dann noch einmal eingerollt und wiederum mehrmals verschnürt. Meditative Arbeit habe ich mir irgendwie anders vorgestellt, aber hey – no risk, no fun! Zum Schluß hat mir mein Mann beim Festzurren, unter Einsatz von zwei Schraubzwingen, geholfen und mir noch einen Stein aus dem Garten geholt. Mit dem habe ich dann das Päckchen im Farbbad beschwert und es so daran gehindert, wieder aufzutauchen. Nach einer dreiviertel Stunde kam dann das Päckchen aus dem Farbbad, wurde entkordelt und so lange ausgespült, bis fast keine Farbe mehr austrat – danach ab in die Waschmaschine mit einem Farbfangtuch. Nach dem Trocknen war aus dem satten Marineblau (im nassen Zustand) ein zartes, verblasstes Jeansblau geworden, durchzogen von einem weißen Muster, das mich teils an Kirchenfenster, teils an einen Rohrschachtest erinnerte.

Das gebügelte Probekleid habe ich heute fertiggestellt und sämtliche Nahtzugaben (gefühlte zwanzig) sowie alle Säume mit einem doppelten „Rautenstich“ versäubert, bei dem es sich eigentlich um zwei gegenläufige Zickzackstiche handelt. Und falls es jemanden interessiert: Bei meiner Bernina-Nähmaschine (huch! Unbezahlte Werbung!     *schäm*) ist dies der Stich Nr. 22 – welche Nummer der Stich auf Maschinen anderer Fabrikate hat, entzieht sich leider meiner Kenntnis.

Film- und Serien-SewAlong (FUSSA) – Update Planung Stoffe und Schnitte

 

Nun ist der wieder da: der zweite Termin des Film- und Serien-SewAlongs. Ab dem 5. Juni 2016 geht es bei yacurama (minimale extravaganz) um die Planung von Stoffen und Schnitten. Zwar habe ich bereits am 26. Mai  vorgegriffen und zwei Teile aus meiner geplanten Kollektion vorgestellt Mantel und Rock) – inclusive Stoff und Schnitt, aber es ist noch ein drittes Teil hinzugekommen, und das möchte ich mit seiner Vorgeschichte nun vorstellen:

Vor längerer Zeit habe ich meiner Schwester versprochen, folgendes Kleid zu nähen: Modell 116B aus burdastyle 08/2013. Es ist Teil einer Modestrecke, die von Burda als „Romantische Mode à la Downton Abbey“ angepriesen wird; aber nicht, wie auf den folgenden Bildern, aus grauer Spitze, sondern aus einem Waxprint mit floralem Muster in grün, lila und schwarz:

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Quelle: http://www.burdastyle.de/chameleon/mediapool/thumbs/0/da/116B-0813-B_400x533-ID298702-77cada43a7f83a24eda4f55dfac226b0.jpg

 

 

 

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Quelle: http://www.burdastyle.de/chameleon/mediapool/dffa299e-f70f-b0ab-77f6-3794a3e140ab.png

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Quelle: http://www.burdastyle.de/chameleon/mediapool/thumbs/4/65/116B-0813-B_400x533-ID298861-3303b0ae3eea84566c444104c8af6314.jpg

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Oooops, Downton Abbey hatte ich als Fernsehserie gar nicht mehr auf dem Radar, würde aber auch gut zum Sew Along passen. Nun aber zurück zum Thema:

Um den schönen Stoff nicht sinnlos zu verschneiden, habe ich am vergangenen Wochenende ein Probemodell aus weißer Baumwolle angefertigt, das zwar mir hervorragend passt, aber leider nicht meiner Schwester. Für sie ist wohl noch eine große Änderung am Schnitt fällig; für den Pulli von Kes jedoch habe ich mit dem Oberteil des Kleides eine solide Ausgangsbasis. Inzwischen bin ich bei dem Probemodell sogar noch einen Schritt weitergegangen, denn ich hasse es, Stoff zu verschwenden und das angefangene Kleid sinnlos im Keller vergammeln zu lassen. Da es gut an mir sitzt, habe ich am Donnerstagabend die japanische Färbetechnik Shibori daran ausprobiert.

 

Das Ergebnis ist zwar weit davon entfernt, einem japanischen Shiborimeister das Wasser reichen zu können, aber mir gefällt das dabei entstandene wilde Muster, das mit der in den 80ern von mir bis zum Exzess betriebenen Knüpf- bzw. Abbindebatik nur noch wenig Ähnlichkeit hat. Statt marineblau ist es nun eher jeansblau geworden, mit einem weißen Muster, das mich entfernt an Rohrschachtests erinnert – und passt somit auch prima zu der Aktion „12 letters of handmade fashion“, deren Stichtag auf den 27. Juni fällt, und damit auf den Tag nach dem nächsten Termin des FUSSA 2016 (Zwischenstand am 26. Juni).

Und nun zu der mit Spannung erwarteten Galerie der anderen, die ebenfalls beim FUSSA mit dabei sind.

12 letters of …

… handmade fashion findet diesmal bei „Frühstück bei Emma“statt, und ich bin schon ganz gespannt, welcher Buchstabe es wird. Nach dem W, dem J, dem A, dem Z und dem O hoffe ich auf einen, zu dem mir wieder etwas tolles einfällt.

Die Spannung steigt, blätter blätte scroll… und… es… ist… ein:

Quelle: https://2.bp.blogspot.com/-w1buGdXvaco/V03VNAR3LkI/AAAAAAAAIas/9GrcsCKscZI7ebBlCknhCLbs44wJW84HACLcB/s1600/12%2BLetters%2BJune.jpg


Ein B. Hm. Schwierig. Was könnte mir einigermaßen sinnvolles einfallen? Bis zum 27. Juni habe ich jetzt Zeit, mir ein Kleidungsstück oder Accessoire zu nähen, häkeln oder etwas bestehendes umzumodeln und das gepostete Ergebns mittels Formular bei Emma einzureichen.

Na denn, auf ein neues.

 

 

 

 

Me Made Mittwoch am 18 Mai 2016 – im Probeshirt ins Büro

18-05-16

PS: bitte das Chaos im Hintergrund nicht beachten. Es sollte heute morgen schnell gehen.

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Heute trage ich zu einer gekauften Hose ein Probeshirt – Modell 114 aus Burda 04/2016 – mit Stoff vom Tauschtisch der AnNäherung Süd (Oktober 2015). Dieses Shirt ist übrigens Teil meines Mai-Buchstabens „O“ des Projekts „12 letters of handmade fashion“.

Modell 114 ist ein Shirt mit tiefem Rückenausschnitt, der bei Burda durch einen angeknöpften Steg zusammengehalten wird; in meiner Version sind es zwei Stege, die ich zwischen Rückenteil und Beleg mitgefasst habe.

Verlängert man das Oberteil und näht Seitentaschen ein, erhält man Kleid Nr. 115 aus demselben Heft. Dieses Kleid befindet sich bei mir in Planung und wird hoffentlich bis zum nächsten MMM (Mottotag „Tierstoff“) fertig werden.

Was alle anderen beim Me-Made-Mittwoch präsentieren, gibt es hier zu sehen.

12 letters of handmade fashion : Mai

findet diesmal statt bei: golden cage

Wie schon in der Ankündigung zu Beginn des Monats geschrieben, dreht sich „12 letters of handmade fashion“ diesmal um den Buchstaben

                                                                                       O

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Bei mir heißt es „Viele viele bunte Ostereier“… äh nein! Es heißt natürlich „O wie Oberteil“ – auch wenn mein neuestes Motto lautet: „Bei mir ist immer Ostern. Ich suche jeden Tag etwas.“ Gnarf!

Aber warum über Ärgernisse reden, wenn es doch viel schöner ist, seinen Blick auf das Schöne zu richten. Und deshalb traf es sich wie durch Zufall, dass ich gerade damit begonnen hatte, mir ein Oberteil zu nähen, und zwar aus Stoff vom Tauschtisch der AnNäherung Süd, an der ich letzten Oktober teilgenommen hatte. Aber mein Oberteil hat noch zwei weitere O’s im Gepäck.

Zum einen hat es offene Kanten und (hier geht mein Dank an Jenny von exclamation point und ihre Anregungen für Inspirationen) einen sogenannten „open back“ in Form eines Rückenausschnitts, der bei meiner Version von zwei Riegeln statt wie bei burda nur von einem in Form gehalten wird. Damit nicht am Ende daraus noch ein One-Shoulder-Piece wird.

Und weil ich gerade so schön im Nähflow war, musste ein zweites Top in diesem Stil her, und wieder ist der Stoff von der AnNäherung Süd, aber diesmal war es eine Viskose mit einem wunderschönen Fischeprint, wovon ich gleich drei Meter gekauft habe. Bei dem zweiten Oberteil befindet sich ein Riegel mehr im Rückenausschnitt.

Komplettiert wird die Ostereierparade durch mein Upcycling eines 2014 gekauften Overalls: In meinem Nähkorb befand sich Borte und Perlenschnur als Meterware. Das Band mit den tropfenförmigen Kunstoffperlen habe ich in vierstündiger Arbeit von Hand angenäht. Am kniffligsten waren die Ecken, denn das Band konnte ich an diesen beiden Stellen nicht im 90°-Winkel fortlaufen lassen. Ich musste also eine Lücke lassen und diese zum Schluß mit einzelnen Tropfen besticken.

Gegen Mitternacht habe ich dann die letzten Fäden verknotet und den Overall aufgehängt. Viel mehr möchte ich nicht daran machen, und ich denke, im Sommer kann er in Kombination mit Metallic-Accessoires und mit einem sonnengebräunten Teint echt schön aussehen. Und hier zum Schluß jetzt noch mal alle drei Teile auf einen Streich:

 

05 Mai insgesamt

# 12 letters of handmade fashion : Mai

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Alles neu macht der Mai, und deshalb gibt es ab heute bei golden cage einen neuen Buchstaben für „12 letters of handmade fashion“. Nach dem Z (was gar nicht so einfach war) ist diesmal das

                                       O

gezogen worden. O wie „o Gott“ – oder „o wie schön“ ? Ich neige zu der zweiten Antwort, denn ich habe bereits ein Oberteil in Arbeit. Der Stoff ist vom Tauschtisch der AnNäherung Süd Oktober 2015.

Vielleicht fällt mir bis zum 27. Mai aber noch mehr ein, denn dieser Buchstabe erscheint mir doch ein wenig zu leicht. Um was es sich bei „12 letters…“ handelt und was es mit dem 27. eines jeden Monats auf sich hat, können Interessierte  in den FAQs nachlesen.

12 letters of handmade fashion : Nachtrag – die wandelnde Zeitung

Dies wird Beitrag Nr.2 zu 12 letters of handmade fashion – diesen Monat bei seemannsgarn.

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Die Aufräumwut hat mich gepackt, und so sind mir zwei angefangene Röcke in die Hände gefallen, die ich nie fertig genäht hatte. Der eine davon stammt noch aus den 80er Jahren – ist also ein echter Oldie, dem das lange Liegen in der Kiste nicht geschadet hat. Wegen des ausgefallenen Zeitungsdrucks halte ich den Stoff für geeignet, um ein Kandidat für „12 letters of handmade fashion : Z“ zu werden. Nach welchem Schnittmuster ich den Stoff zugeschnitten habe, weiß ich nach drei Jahrzehnten nun wirklich nicht mehr, aber er besteht aus 4 Bahnen und hat Nahttaschen.

Warum ich ihn damals nicht weitergenäht habe? Weil die einzige verfügbare Maschine im Haus nicht mehr richtig genäht, sondern nur noch Schlingen produziert hat, und nachdem sie aus der Reparatur gekommen war, hatte ich wahrscheinlich keine Lust mehr und auch keine Idee, wie ich den Bund enger bekommen sollte, ohne ein Gummiband einzuziehen. Gummi einziehen – kann ich bis heute nicht vernünftig. Den Gummi zu verknoten, kann die Lösung nicht sein. Wenn also jemand einen Tip hat, wie man das Problem zufriedenstellend löst – bitte, immer her damit. Für gute Ideen bin ich immer dankbar.

 

PS: das Shirt ist gekauft.

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Das erste, was ich jetzt nach Abtrennen des Bundes gemacht habe: vom Bund ein gutes Stück abgeschnitten; dann habe ich die Mehrweite des Rocks durch Falten an die neue Bundweite angepasst und festgeheftet. Anstatt eines Reißverschlusses muss nun ein Druckknopf die Aufgabe des seitlichen Schließens übernehmen. Et voilà: Fertig ist der Zeitungsrock mit Ausschnitten aus der Badischen Zeitung, des Wall Street Journals und des Corriere della Sera in topmodischer Midilänge. Für die italienischen Momente im Leben.

12 letters of handmade fashion : Zara-Shirt, recycelt — mit Zipfeln

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 Zara-Shirt, recycelt — mit Zipfeln

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0404 shirt

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12 letters of handmade fashion findet diesen Monat bei seemannsgarn statt, und zwar mit dem

                                            Z

Nach kurzer Überlegung hatte ich die Idee, ein unvollendetes Projekt zu Ende zu bringen: das Recycling eines Zara-Shirts, das in der Waschmaschine kaputtgegangen war. Wie das vor sich gehen sollte, habe ich hier beschrieben – nun kann ich endlich das Ergebnis präsentieren:

 

Im ersten Versuch ist es zu eng geworden, also habe ich alles nochmal aufgetrennt und an den Seiten zwei Streifen von je 7 cm Breite eingefügt, die Ärmel nach innen umgeklappt und festgesteppt (inspiriert von den 80er Jahren) und die Säume frei Schnauze nach innen umgebügelt und knappkantig umgenäht. Der Teufel hat sich im Detail versteckt und dafür gesorgt, dass das Shirt zu den Seiten hin zipfelig verläuft.

0401 Zipfel

Nun ja, die Zipfel passen auf jeden Fall auch zum Z, und deshalb: Mission accomplished.

 

# 12 letters of handmade fashion im März : Anfängerstück (A-Linien)-Rock in rot.

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Zu dem in dieser Ausgabe von 12 letters of handmade fashion gezogenen Buchstaben

                                         A

sind mir auf Anhieb verschiedene Dinge eingefallen, die ich für mich basteln oder nähen könnte bzw. eine Stilrichtung oder eine Stoffart (Accessoires, Ansteckblumen, Abendtäschchen, Art Déco, African Waxprints) – letztendlich habe ich mich dann doch für etwas ganz anderes entschieden, nämlich einen (A-Linien-)Rock in rot:

 

In Klammern habe ich „A-Linie“ deswegen gesetzt, weil es eigentlich ein verstümmelter Teller ist (ursprünglich war es mal ein ganzer, aus dem ich nach und nach verhunzte Stücke herausgeschnitten und ihn auf diese Weise verschmälert habe). Aber ob A-Linie oder abgewandelter Teller, ganz so neu ist der Rock nicht.

Es handelt um einen meiner ersten selbstgenähten Röcke, also ein Anfängerstück. Obwohl ich beim Einnähen des Reißverschlusses etwas falsch gemacht hatte, habe ich den sich weit von perfekt befindenden Rock sehr häufig in der Freizeit und ab und zu auch im Büro getragen, weil mir Farbe und Glanz der Stoffoberfläche so gut gefallen. Aber in letzter Zeit habe ich ihn immer öfter im Schrank hängen lassen, weil er mir langsam immer weiter wurde: denn der leicht dehnbare Stoff hatte in einem schleichenden Prozess nach und nach ausgeleiert.

Als mir dann bei der diesjährigen AnNäherung verständlich erklärt wurde, wie man einen nahtverdecken Reißverschluss einnäht, konnte ich mich nun endlich dazu aufraffen, den Rock enger zu machen, und zwar um zwei Zentimeter – nun sitzt er wieder und darf sich bei auf dem Blog von exclamation point gesammelten Werken einreihen.

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PS: Um mir ein Abendtäschchen zu basteln/nähen, wird die Zeit bis zum 27. März wahrscheinlich nicht mehr ausreichen, aber aufgeschoben ist nicht aufgehoben.

# 12 letters of handmade fashion : Februar – Finale

 

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Nun ist das Kleid endlich präsentierfertig, für den Monat Februar, im Rahmen des Projekts „12 letters of handmade fashion“ – diesmal auf dem Blog von tagtraeumerin. Es ist ein

                                                               J

und obwohl Jeans oder Jersey das Naheliegende gewesen wäre, kam mir bei diesem Buchstaben als erstes eine Farbe in den Sinn; und so werfe ich mein Jadegrünes Abendkleid ins Rennen, auch wenn ich im Moment nicht weiß, zu welchem Anlass ich es tragen soll und ich zeitweilig beim Nähen ins Fluchen kam.

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Ich weiß nämlich nicht, wie oft ich die Nähte an diesem Kleid aufgetrennt und wieder zusammengefügt habe; das Unheil hatte seinen Lauf bereits bei der AnNäherung im Januar genommen, wo ich den Reißverschluß derart vermurkst hatte, dass ich ihn auf 60 Zentimeter Länge heraustrennen durfte, nur um festzustellen, dass das Kleid insgesamt viel zu eng war und einer Wurstpelle glich.

Das Zaubermittel dagegen (zumindest bei diesem Modell): beide Seitennähte auftrennen! Was für ein Spaß – schließlich ist das Kleid bodenlang, und das kann dauern. Anschließend habe ich auf jeder Seite einen Zentimeter Stoff zugegeben, und so schrumpfte die Nahtzugabe von 1,5 cm auf einen halben Zentimeter Breite. Aber jetzt ist an Brust und Hüfte endlich genügend Platz, um mich bewegen zu können, ohne die Luft anhalten zu müssen. Hach, es ist großartig, frei zu sein!

Widmen wir uns nun den Feinheiten, den Besatzstreifen für den Ausschnitt. Die Schrägstreifen aus dem Kleiderstoff hinzubekommen, war eine ziemliche Fummelei, auch wenn der Satin sich als weniger widerspenstig als zunächst befürchtet entpuppte. Nachdem ich dachte, dass ich diese Hürde endlich gemeistert hatte, zog ich das Kleid auf die Puppe und stellte mit Schrecken fest, dass ich am Vorderteil einen deutlich sichtbaren Versatz in der Höhe hatte, während es am Reißverschluß in der Mittte des Rückenteils passte. Dumm gelaufen, denn – man wird es schon erraten haben – ein erneutes Auftrennen war angesagt. Fehlte nur noch das Einsetzen der Ärmel, samt Einfaßstreifen.

Anstatt die Ärmel zwischen den mit Sternchen markierten Stellen einzureihen und eingekräuselt einzunähen, habe ich sie in kleine Fältchen gelegt – und auf die Einfaßstreifen habe ich komplett verzichtet. Statt dessen habe ich die Säume per Hand nach innen mit Blindstich festgenäht; bis ich Knopf und Schlaufe am Ausschnitt befestigen konnte, wurde es 19 Uhr. Die anschließende Fotosession im Flur bei Kunstlicht führte leider – warum auch immer – zu nicht gerade meisterlichen Aufnahmen. Aber Hauptsache, ich habe das Kleid fertigbekommen und konnte es noch rechtzeitig vor Beginn des Films „Der Große Gatsby“ anziehen. Und nun bin ich auf die anderen Werke zu dem Buchstaben J und den nächsten Buchstaben, der am kommenden Dienstag gezogen wird, gespannt.