Das Alphabet | Etüdensommerpausenintermezzo III-2020 – August

 

Die ABC-Etüden sind in der Sommerpause, und deshalb gibt es bei Christiane das

Etüdensommerpausenintermezzo,

bei dem es diesmal eine besondere Herausforderung gibt – das Alphabet.

Zu einem Oberthema – in meinem Fall „Reisen“ – gilt es nun, ein Alphabet aus Begriffen zu kreieren, die mit allen 26 Buchstaben anfangen, und zu denen dann beschreibende Sätze oder Geschicht(ch)en entstehen sollten, siehe Illustration oben… Eine Aufgabe, die mich an meinen singenden, klingenden Adventskalender vom Dezember 2019 erinnert und die mich zu einer Etüde inspiriert hat, die von Wilhelm Buschs naturgeschichtlichem Alphabet in 26 Zweizeilern beeinflusst wurde, wenn auch arg holprig. Et voilà – lasset die Reise beginnen.    

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Reisefieber von A bis Z

Australien, Hawaii und Tennessee – An diesen Orten war ich noch nie.

Basler Fasnacht zum Morgestraich – Fürs nächste Jahr buch‘ ich das gleich!

In Cornwall war es wunderschön – Zum Jubliäum wollt‘ ich’s seh’n…

Doch leider heißt es #stayathome – Da reicht’s nur für den Kölner Dom

Englisches Frühstück mag ich sehr – Drum hol ich mir die Bohnen her.

Französisch lernen ist beschwerlich – Doch für Québec ist’s unentbehrlich.

Gemse, Steinbock, Mumeltier – Findet am Großglockner ihr!

Höhenangst ist nicht der Hit – will ich zu Aussichtspunkten mit.

Im Intercity durch das Land – Bringt manche glatt um den Verstand.

Jersey und die Channel Islands – Kenn ich nicht, dafür die Highlands.

Erst Kamerun, dann Dänemark – An einem Tag: das ist kein Quark!

Läuten die Glocken in der Früh – Sind’s beim Almabtrieb die Küh‘

M4-Expressway ist was Feines – Die Maut dafür etwas Gemeines.

Mit dem Nachtzug nach Toulouse – ist ohne Schlafplatz kein Genuss.

Obers, Marillen und Paradeiser – Damit bin ich in Wien der Kaiser.

Pandababys in Berlin – Würd ich gern seh’n, ich komm nur nicht hin.

Québecs Altstadt war das Ziel – Mir war jedoch der Kitsch zu viel.

Rechtsverkehr kann man sich sparen – Will man in Irland Auto fahren.

Schwarze Strände, grünes Land – Dafür ist Lanzarote bekannt.

Toronto hat mich fasziniert – Drum bin ich dort auch viel spaziert.

Urlaub machen, das muss sein – Und im Taunus ist’s auch fein.

Vier Sterne für Schottland in manchem Jahr – Drum war ich auch so oft schon da.

Whiskytasting in der Destille – Und zwar auf Islay, das ist mein Wille.

Xmal hab ich es versucht – Und doch nicht im Internet gebucht.

Yalla Yalla – Eil Dich, Eil Dich“? – Muße im Urlaub ist unvergleichlich!

Zimmer mit Aussicht hab ich gerne – Um zu genießen den Blick in die Ferne.

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Holpern du musst, wenn du reimst? Lyrische Meisterleitungen sehen zwar anders aus, aber wenigstens kann ich sagen, dass ich es versucht habe und dass alle Buchstaben einen Bezug zum Oberthema haben. Mission accomplished – Ziel erfüllt.

7 aus 12 | Etüdensommerpausenintermezzo II-2020 – Juli … #2

Die ABC-Etüden gehen in die Sommerpause, und deshalb hat Christiane das

Etüdensommerpausenintermezzo

initiiert, bei dem wir aus zwölf Wörtern sieben auswählen dürfen. Dabei spielen Länge, Zeit und Ort keine Rolle, aber es gibt zwei Bedingungen. Die erste gibt die Mindestzahl der vorgegebenen Wörter (7 von diesen 12:

Blaupause – Diätwahn – Herzschmerz – Kantine – Kommentar –
Ohrenkneifer – Sahnewölkchen – Stoppelfeld – Strandkorb – Vulkan – Windjammer – Zwischentöne

aber es dürfen auch mehr sein). Die zweite lautet:

#stayathome, #supportyournachbarschaft – Wenigstens ein Teil eurer Geschichte spielt an einem echten (öffentlichen) Ort, den man wiedererkennen kann, den ihr gut kennt. Damit hatte ich ursprünglich zwar im engeren Sinne euren Wohnort gemeint, aber das will bestimmt nicht jede*r und es wohnt ja auch nicht jede*r in einer größeren Stadt.

Ich weiß nicht, wie ihr das am besten löst. Die Idee ist jedenfalls, dass jemand, der eure Geschichte liest, an diesen Ort kommt, sich umschaut und denkt: Aha, ich erkenne das Setting wieder. Und ich würde ziemlich gern mit euch durch – keine Ahnung – Berlin, Bremen, Hamburg, Köln, Frankfurt, Hannover, Freiburg, Wien etc. … irgendeine Strandpromenade eines Kaffs an Nord-, Ost-, Boden-, Neusiedler See ? oder Adria ? Laufen … „

Mehr als sieben Wörter konnte ich in meiner ersten Juli-Etüde nicht unterbringen. Damit auch die anderen nicht zu kurz kommen, reiche ich eine zweite Etüde nach. Think Big!

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Diese Stadt ist ein Moloch

Der erste Eindruck zählt, denkt sie, als sie endlich die Ankunftshalle hinter sich gelassen hat. Ein Taxi hat sie schnell gefunden, um ein Haar hätte sie sich blamiert, als sie vorne Platz nehmen wollte, wo bereits eine Tasche lag – das Lunchpaket des Fahrers. Hierzulande sitzen Fahrgäste hinten; auf einen entsprechenden Kommentar hat der Fahrer verzichtet – vermutlich hat er alle Nase lang Leute wie sie, die das nicht wissen. Andere Länder, andere Sitten, und in diesem Fall ein ganzer Kontinent – aber wenigstens wird auf der rechten Straßenseite gefahren, und nicht links, wie sie gedacht hatte. Das kommt davon, wenn man glaubt, dass die Queen das Staatsoberhaupt ist. Aber nun gut, sei’s drum, jetzt ist sie auf dem Weg in die Stadt und zu ihrem Hotel.

Eine Stunde hat die Fahrt gedauert. Um sechzig Dollar ärmer, betritt sie das riesige Foyer, um einzuchecken. Es dauert noch, sagt man ihr. Also begibt sie sich in den Speisesaal, in den die Kantine zu Hause fünfmal hinein passen würde. Aber an daheim wollte sie eigentlich nicht schon wieder denken; sie hat sich so lange schon auf diese Reise gefreut, bei deren Planung sie mit alten Gewohnheiten gebrochen hatte. Lebe jetzt und nicht irgendwann, war das Motto, mit dem sie in das neue Jahr gestartet war. Und auch wenn sich ab und zu immer noch der Herzschmerz meldete, piepegal! Du kannst Dich nicht ständig in Watte packen, aus Furcht, von der Trauer überrollt zu werden. Das ist jetzt Deine Zeit – die schlechten Energien schickst Du in die Sommerpause und machst endlich Deine Träume wahr…

Kaffee gibt’s hier nur im Becher, was für eine Enttäuschung – aber die Dessertauswahl ist ein Traum. Gegen die üppigen Kuchen und Torten hat der Diätwahn keine Chance; und ein weiterer Beweis, dass hier alles größer ist als in der Heimat. In erster Linie hat sie dabei an die Entfernungen gedacht; jetzt fragt sie sich, ob sie nicht lieber auf Entdeckungstour gehen soll, anstatt auf ihren Zimmerschlüssel zu warten. Bis zu dem gewaltigen See mit seiner Strandpromenade, an der sie bei ihrer Fahrt zum Hotel entlanggefahren ist, ist es zu Fuß bestimmt kein Katzensprung; auf dem Weg zum See zwischen den Häuserschluchten dieser Millionenstadt dampfgegart zu werden, stellt sie sich nicht verlockend vor. Wie war das nochmal mit dem ersten Eindruck? Summer in the City? Zwei Millionen Einwohner, viel Beton und wenig Grün, hatte sie im Taxi gedacht – diese Stadt ist ein Moloch. In der Schwüle der sommerlichen Hitze wähnt sie sich auf der Oberfläche eines Vulkans.

Zu ihrem Erstaunen bleibt das Gefühl, gegen gallertartige Luftmassen ankämpfen zu müssen, schon nach den ersten Metern auf der Hauptstraße aus. Bin ich denn die Einzige, der das Klima nichts ausmacht, fragt sie sich. Vielleicht ist es auch die Aussicht auf eine frische Brise von der Harbourfront, die sie beflügelt und neue Energie verleiht. Von wegen Betonwüste, von wegen Häuserschluchten… links von ihr kommt ein viktorianisches Theater in Sicht. Allmählich beginnt sie, auf Zwischentöne in der Architektur zu achten, und als sie eine halbe Stunde später mit dem Wassertaxi zu der größten der Inseln mit ihren ausgedehnten Parklandschaften übersetzt, entfaltet sich vor ihren Augen das Panorama der Skyline. Der Centre Island Park ist nicht mehr weit. Als das Boot anlegt, dauert es nicht lange, bis sie ganz für sich ist und ein Plätzchen gefunden hat, an dem sie entspannen und dem Gezwitscher der Vögel lauschen kann.

Die Enten im Wasser vor ihr gehen auf Tauchstation, in der Ferne glitzert die Skyline in unterschiedlichen Farben und mit dem Fernsehturm, auf den Steinen zu ihren Füßen sonnt sich ein Ohrenkneifer. Niemals hätte sie gedacht, dass auf sie am Ende doch noch so ein Idyll auf sie warten würde. Diese Stadt ist ein Moloch? Jetzt vielleicht nicht mehr.

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Vom beschaulichen Sonderburg in Dänemark zur größten Stadt Kanadas – die anderen fünf Wörter, die ich in der ersten Etüde ausgelassen habe, sind bei dieser Erinnerung an meine Reise aus dem letzten Sommer zum Einsatz gekommen. Auf die Aufgabe, die am 2. August folgt, bin ich schon sehr gespannt.

7 aus 12 | Etüdensommerpausenintermezzo II-2020 – Juli … #1

 

Die ABC-Etüden gehen in die Sommerpause, und damit wir auch weiterhin in Übung bleiben und so schön kreativ sein können, hat sich Christiane für uns das

Etüdensommerpausenintermezzo

ausgedacht, bei dem wir aus zwölf Wörtern sieben auswählen dürfen. Dabei spielen Länge, Zeit und Ort keine Rolle, aber es gibt zwei Bedingungen. Die erste gibt die Mindestzahl der vorgegebenen Wörter (7 von diesen 12:

Blaupause – Diätwahn – Herzschmerz – Kantine – Kommentar –
Ohrenkneifer – Sahnewölkchen – Stoppelfeld – Strandkorb – Vulkan – Windjammer – Zwischentöne

aber es dürfen auch mehr sein). Die zweite lautet:

#stayathome, #supportyournachbarschaft – Wenigstens ein Teil eurer Geschichte spielt an einem echten (öffentlichen) Ort, den man wiedererkennen kann, den ihr gut kennt. Damit hatte ich ursprünglich zwar im engeren Sinne euren Wohnort gemeint, aber das will bestimmt nicht jede*r und es wohnt ja auch nicht jede*r in einer größeren Stadt.

Ich weiß nicht, wie ihr das am besten löst. Die Idee ist jedenfalls, dass jemand, der eure Geschichte liest, an diesen Ort kommt, sich umschaut und denkt: Aha, ich erkenne das Setting wieder. Und ich würde ziemlich gern mit euch durch – keine Ahnung – Berlin, Bremen, Hamburg, Köln, Frankfurt, Hannover, Freiburg, Wien etc. … irgendeine Strandpromenade eines Kaffs an Nord-, Ost-, Boden-, Neusiedler See ? oder Adria ? laufen … „

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Leichtes Gepäck

Bunt sind schon die Wälder, Gelb die Stoppelfelder, Und der Herbst beginnt.
Rote Blätter fallen, Graue Nebel wallen, Kühler weht der Wind…“

Kühler weht der Wind? … ach, wenn er das doch täte: Nun hatten wir schon seit Wochen diese mörderischen Temperaturen dicht an der 40-Grad-Marke, weshalb ich es kaum noch erwarten konnte, meine Reise in den Norden anzutreten. Eine Weltreise sollte es werden, hatte ich im Freundes- und Kollegenkreis verkündet, doch nur meine beste Freundin, wusste, was ich tatsächlich im Schilde führte. Zwei Tage lang war ich voll beschäftigt damit, die letzten Klamotten einzupacken und mein Blog Blaupause7 von öffentlich auf privat umzustellen, um mir mit der Überarbeitung nach meiner Rückkehr Zeit zu lassen. Nachrichten wieBlaupause7, Sie haben 524 Kommentare“ wollte ich nicht erleben, denn das hätte meiner entspannten Laune ein schnelles Ende bereitet. Dank der guten Vorbereitung vergingen die zwei Tage wie im Flug, und so näherte ich mich zuversichtlich meinem ersten Etappenziel: Texas.

Gut, dass ich den Kollegen nicht verraten hatte, welchen Orten ich auf meiner Reise einen Besuch abstatten wollte, denn schon beim ersten Punkt auf meiner Liste versagte mein Navi und ließ mich ratlos auf dem Parkplatz eines Baumarkts stranden. Mit Zwischentönen hatte es dieses dämliche Gerät wohl nicht – aber übermäßig viel Zeit auf die Suche danach wollte ich auch nicht verschwenden. Noch heute wollte ich bis nach Kamerun kommen; und auch wenn meine gebuchte Unterkunft nicht allzu weit davon entfernt lag – mitten in der Nacht wollte ich dort nicht eintrudeln.

Es bringt nichts, sich den Kopf über Katastrophen zu zerbrechen, die möglicherweise nie eintreten. Zu diesem Ergebnis kam ich schon ein paar Tage später bei einer Tasse Tee vor dem Schlafengehen, nachdem ich es mir auf der Fensterbank in meinem Zimmer gemütlich gemacht hatte. Die Sahnewölkchen in meiner Tasse mit dem Löffel verteilend, ließ ich den Tag meiner Ankunft auf dänischem Boden Revue passieren.

Unbeschreiblich war der Schreck gewesen, als ich nach wenigen Kilometern Autobahn in unserem Nachbarland im Norden erkannt hatte, dass mein Navi kein Kartenmaterial für Nordeuropa besaß und ich – was noch viel schwerer wog – einen Teil meines Gepäcks verloren hatte. Eine nicht vernünftig schließende Heckklappe war der Grund dafür gewesen. Heute haben wir Tag der offenen Tür und entrümpeln bei der Gelegenheit unseren Kofferraum – großes Gepäck ist ohnehin überbewertet, und fotografieren konnte ich auch mit dem Smartphone. Mit meinen Fotos aus der dänischen Südsee hatte ich ohnehin nicht vor, sie beim nächsten Fotowettbewerb des National Geographic einzureichen.

Schnappschüsse, um die kostbaren Momente einzufangen, waren mir schon seit langem wichtiger. Hinter mir das Schlösschen aus dem 12. Jahrhundert mit seiner rötlichen Fassade, vor mir der Hafen mit den großen Windjammern; die Avatar, die Pippilotta, und noch viele andere mehr… Was machte es da schon, dass es an dem feinsandigen Strand an der Promenade nicht einen einzigen Strandkorb gab, wenn doch die Hotdog- und Eisbuden nicht fern waren und ich einen idyllischen Blick auf die Windmühle auf der anderen Seite des Fjords genießen durfte. Manche Momente waren eben unbezahlbar, und mit leichtem Gepäck ein einzigartiges Gefühl.

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Das war meine Etüde mit den Wörtern Blaupause – Kommentar – Sahnewölkchen – Stoppelfeld – Strandkorb – Windjammer – Zwischentöne.  Jetzt hätte ich Lust, auch mit den übrigen Wörtern etwas anzustellen – drei Wochen Zeit müssten doch locker reichen, bevor Christiane am 2. August mit einer neuen Aufgabe winkt.

ABC-Etüden – Wochen 26 & 27 : Der Kölner Glühwein-Express

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Es ist Zeit für eine neue Etüde auf Christianes Blog mit maximal 300 Wörtern, in der die von stepnwolf gespendeten Wörter Reagenzglas – übermächtig – vergessen vorkommen sollen.

Die Illustration stammt von Christiane.

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Der Kölner Glühwein-Express

Mer losse de Dom in Kölle, denn da jehört er hin!“

Sein Kölsch klang schauderhaft. Ich hasse es, wenn Leute ungekonnt andere Dialekte imitieren. Hoffentlich sparte er sich solche Kamellen, wenn wir dort auf den Weihnachtsmärkten aufkreuzen, dachte ich, denn so würden wir uns hundertprozentig blamieren. In zwei Stunden in diesem Sonderzug konnte noch viel passieren, und Wetzlar hatten wir gerade erst hinter uns gelassen. Damit die Fahrgäste nicht auf dem Trockenen saßen, gab es für alle Glühwein und Kölsch gegen einen zivilisierten Obolus.

Zweifelnd warf ich einen Blick auf Tommys Tasse – den Glühwein darin wollte ich geschenkt nicht haben, denn bei dem Preis konnte man vernünftige Qualität vergessen. Die süße Plörre war ein Garant für Kater der besonders hartnäckigen Sorte. Dann doch lieber Kölsch. Aber das konnte er wiederum nicht verstehen: „Das Zeug schenken’s im Reagenzglas aus!“ lästerte er.

Oha, da hatte wohl jemand zu viel Michael Mittermeier geguckt. Inzwischen war er bei seinem dritten Glühwein. Seine Freundin Moni und ich schauten uns an, zwei Dumme – ein Gedanke: Nahezu übermächtig war unser Wunsch, ihn an den Sitz zu fesseln und auf Glühweinentzug zu setzen. Was natürlich nicht ging, und das sah Andy, der vierte aus unserer Clique, ähnlich. Nachschub, war seine Devise. Irgendwann schlummerte Tommy friedlich vor sich hin. Bis Köln wäre er hoffentlich wieder friedlich.

Darauf noch ein Kölsch, Moni!“ nickte ich seiner Freundin zu und stieß mit ihr an.

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Die Idee kam mir, weil bald die Adventüden losgehen – ich musste an eine Fahrt zum Kölner Weihnachtsmarkt vor sieben Jahren denken und an eine Bemerkung Michael Mittermeiers über die Ausschankgröße von Bier – alles in allem diesmal verpackt in 236 Wörter.

ABC-Etüden – Wochen 24 & 25: Glänzende Aussichten

Noch eine Etüde, diesmal mit einem ganz anderen Thema, gibt es heute von mir, nachdem ich schon eine mit exakt dreihundert Wörtern verzapft habe.

Zur Erinnerung: Für die Etüden der Wochen 24 und 25 mit maximal 300 Wörtern sind auf Christianes Blog die folgenden drei Wörter gespendet worden: Geräteschuppen – kupferfarben – feiern. Die Wortspende stammt von Susanne (https://books2cats.wordpress.com/) und die Illustration von Christiane

So richtig nett wird’s auch diesmal nicht:

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Glänzende Aussichten

Ach, und Eure Heldentat sollen wir jetzt auch noch feiern?“ Toms Vater war wütend. Was sein Sohn und dessen Freunde sich mit der gesprengten Massenparty geleistet hatten, war der berühmte Tropfen, der das Fass zum Überlaufen gebracht hatte. „Nix gibt’s, Freundchen.“

Seine Meinung stand fest. Dafür, dass das eigentlich harmlose Wochenende so aus dem Ruder gelaufen war, dass die Polizei mit mehreren Einsatzwagen hatte anrücken müssen, würde sein Sohn jetzt die Quittung bekommen. Hausarrest bis zum Ende der Ferien. Und damit Tom gar nicht erst auf die Idee kam, in dieser Zeit auf der faulen Haut zu liegen und stundenlang am Rechner zu zocken, hatte er sich eine besondere Aufgabe für ihn einfallen lassen: „Räum den Geräteschuppen auf.“

Nun stand Tom vor dem Chaos, das einmal wohl sortiert gewesen war. Zerbeulte Gießkannen lagen unordentlich in der einen Ecke, auf einem Balken dicht unter dem Dach hatten sich mehrere Rechen, Harken und Schaufeln ineinander verkeilt. Tom fluchte bei dem Gedanken, dass er aussehen würde wie ein Schwein, wenn der Rost dieser Gartengeräte auf ihn herab rieseln würde, sobald er sie auch nur anrührte.

Rostiges Gelump, einst kupferfarben, in seinen Augen nur ein Haufen Schrott, aber sein Vater war zu geizig, sich von dem alten Gerümpel zu trennen. Warum wegwerfen, wenn man es mit etwas Arbeit wieder zum Glänzen bringen kann. Eine Arbeit, für die Toms Vater den idealen Kandidaten gefunden hatte. Der Rest der Ferien würde im Nu verfliegen, spottete Tom. Ein Traum.

Wirklich, glänzende Aussichten!

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Diesmal waren es 246 Wörter.

ABC-Etüden – Wochen 24 & 25: Finale – oho!

Für die neue Etüde mit maximal dreihundert Wörtern sind auf Christianes Blog die folgenden drei Wörter gespendet worden: Geräteschuppen – kupferfarben – feiern. Die Wortspende kommt diesmal von Susanne  und die Illustration von Christiane:

Manchmal dauert’s etwas länger, bis die zündende Idee entsteht.

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Finale – oho!

Tag Zwei bei Shopping Queen. Am Finaltag sind wir bei Schmuckdesignerin Nicole, von ihren Freunden liebevoll Nicky genannt: ‚Glänzende Aussichten – sei der Hingucker in Metallic‘ lautet das Motto dieser Woche. Doch bevor Nicky heute mit Sandra, ihrer Shoppingbegleitung loszieht, begleiten wir sie nach draußen. Nicky hat sich für die anderen etwas besonderes ausgedacht. Die warten drinnen schon ganz gespannt.“

Ende der Durchsage. Statt der Stimme aus dem Off ist nun Nicky dran. Sie wirft sich vor dem Geräteschuppen in Pose und wiederholt den Spruch, der schon zu Beginn der Woche die Zuschauer „entzückt“ hat: „Ich werde Shopping Queen, weil ich das Gold zur Krone schon hier habe.“

Die Kamera zoomt Nicky heran und verweilt auf ihrem sonnenstudioverwöhnten Teint und der kupferfarbenen Spange an ihrem Arm.

Es ist nicht alles Gold, was glänzt“, säuselt die Stimme des Sprechers. Gut, dass Nicky ihn nicht gehört hat, denn das wird alles später für die spätere Ausstrahlung zusammengeschnitten.

So, Mädels, damit Ihr Euch nicht langweilt, habe ich vier Objekte versteckt“, verkündet sie. „Findet die Schmuckstückchen und bringt sie heute Abend an den Laufsteg mit.“

Nicky klimpert noch einmal betörend mit den Wimpern, dann wirft sie ihr wasserstoffblondes Haar neckisch über die Schulter und stöckelt beseelt zurück ins Haus. Während Kamera Eins ihr folgt, streift der zweite Kameramann durch den Garten und filmt die versteckten Ersatzkrönchen für Nickys Mitstreiterinnen, begleitet von einem Voice-Over mit Nickys bezauberndem Stimmchen:

Vier Krönchen für Sarah, Aylin, Dorothea und Kim – damit wir morgen bei Guido meinen Sieg gebührend feiern können.“

Die Quittung dafür bleibt nicht lange aus: „Wenn sich unsere angehende Königin des Einkaufsbummels damit mal nicht gnadenlos überschätzt. Warten wir es ab.“

Und damit ist auch die letzte Szene im Kasten, und die Sendung wird in ein paar Wochen über die Mattscheiben flimmern.

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Die Bosheit ist mein Hauptpläsier, drum hab ich 300 Wörter hier… und das Maximum voll ausgereizt.

ABC -Etüden – Extra-Etüde für die 23. Textwoche

Wegen des fünften Sonntags im Mai gibt es auf Christianes Blog eine Extra-Etüde – eine Fingerübung, bei der diesmal fünf von sechs vorgegebenen Wörtern in einen Text aus maximal 500 Wörtern eingebaut werden sollten – in welcher Form auch immer. Ob Lyrik, ob Prosa oder Sachtext – alles ist möglich. Die von Gerhard (Blog „Kopf und Gestalt“) und Olpo Olponator gespendeten Wörter lauten:

Katamaran großspurigtotschweigen / Zeitplan schlimmfallen

Die Illustration von Christiane fasst das Wesentliche zusammen:

Schiff Ahoi, kann ich da nur sagen…

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Port Reagh, 22. Januar 2020

Sehr geehrter Herr Rossetti,

Vielen Dank für das Interesse, das Sie an dem Törn mit unserem Katamaran entlang der Hebriden gezeigt haben. Die Anzahl der eingehenden Bewerbungen war groß, und nach eingehender Prüfung haben wir uns dafür entschieden, Sie als Skipper zu engagieren. Die „Mara“ bietet Platz für insgesamt zehn Personen, und der Zeitplan lässt genügend Raum für Ausflüge zu besonderen Orten auf den Inseln, wie z.B. den Steinkreisen auf Lewis und Uist oder dem Old Man of Storr auf Skye.

Wir stechen am 25. Mai in See, und falls Ihnen einer der Vorbereitungstermine nicht zusagt, so ist das nicht schlimm. Sie wissen ja selbst, dass es nicht einfach ist, alle Teilnehmer unter einen Hut zu bekommen. Zu Ihrer Information habe ich die Liste aller Termine auf einem Extrablatt diesem Schreiben beigefügt. Die meisten fallen auf einen Samstag. Ich denke, das sollte für Sie kein Hindernis darstellen.

Wir freuen uns, Sie bei den geplanten Treffen näher kennenzulernen und bald an Bord begrüßen zu dürfen.

Mit freundlichen Grüßen

Anne K. Bunt

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Nun war das Schreiben unterwegs. Die anderen neun ebenso. Nicht umsonst hatten sie Herrn Rossetti ausgesucht. Die Privatsekretärin lächelte in sich hinein. Es war ein von langer Hand geplantes Unterfangen mit einigen Anlaufschwierigkeiten gewesen. Schließlich wollte die Zusammenstellung einer solchen Crew wohlüberlegt sein. Zumal ihr Auftraggeber niemals den sicheren Hafen verlassen, sondern von der Ferne die Fahrt der Mara überwachen würde. Ein- oder zweimal war sie versucht gewesen, ihren Auftraggeber zu bitten, von dem Vorhaben abzulassen. Doch sie musste sich nur jenen Indizienprozess ins Gedächtnis zu rufen, und sie war wieder auf Kurs.

Wie großspurig Rossetti damals in diesem Indizienprozess aufgetreten war! Mit einem Victoryzeichen der ausgestreckten Finger seiner linken Hand und einem verächtlichen Lächeln auf den Lippen, der feine Herr Staatsanwalt. Er war der perfekte Kandidat, genau wie die neun anderen, um die es ebenfalls nicht schade war, wenn die Mara auf ihrem Kurs in Richtung Orkneys langsam vom Radar verschwinden würde.

Das Meer mit seinen unergründlichen Tiefen würde diesen Akt der Vergeltung totschweigen.

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Simsalabim – 345 Wörter. Ich habe trotzdem alle sechs Wörter untergebracht. Und nicht immer muss man das Maximum ausreizen.

 

ABC -Etüden – Wochen 21 & 22 : Der Mann Deiner Träume? – Ällabätsch !

 

Noch ’ne Etüde, und siehe da: Es geht noch kürzer. Die Fingerübung, bei der drei Wörter in einen Text aus maximal 300 Wörtern eingebaut werden sollen, ist etwas, das mir unglaublichen Spaß macht, seit ich sie auf Christianes Blog entdeckt habe. Die Wörter, die von Gerhard (Blog „Kopf und Gestalt“) vorgegeben wurden, lauten: Zeitplan – schlimm – fallen

Daraus lässt sich bestimmt was tolles backen, äh, basteln… Die Illustration stammt übrigens von Christiane:

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Der Mann Deiner Träume? – Ällabätsch !

Als Single auf eine Party eingeladen zu werden, hat schon seltsame Seiten: Pärchen, aufgepaßt! Nehmt Euch in acht! Frauen, bringt Eure Männer in Sicherheit – die Singlefrau ist im Anmarsch und hat es auf alles abgesehen, was nicht bei Drei auf dem nächsten Baum ist. Oder so. Ich weiß ja nicht, was in den Köpfen mancher Leute vorgeht, aber seit ich wieder alleinstehend bin, werde ich nur noch selten auf Feten eingeladen. Das ist nicht nur nervig, sondern sogar richtig schlimm. Wenn ich dagegen jemanden mitbrachte…

Aber wer sollte das sein? Steffi, die mich für den kommenden Samstag zu ihrer Einweihungsparty in ihre neue Wohnung eingeladen hatte, war der Meinung, dass der richtige Mann für mich erst noch gebacken werden müsste. War ich wirklich so wählerisch? Einen Mann backen? Es gibt Sprüche, mit denen kann man mir echt auf die Nerven fallen. Aber halt! Plötzlich hatte ich eine Idee.

816544… Steffis Nummer wusste ich auswendig. Mit gespielter Arglosigkeit flötete ich ihr durch den Hörer die Frage entgegen, ob sie etwas dagegen hätte, wenn ich noch jemanden mitbrächte. Warum auch nicht, antwortete sie und fragte sich bestimmt, wer das wohl sein könnte. Grinsend legte ich auf.

Jetzt konnte ich beruhigt in die heiße Phase durchstarten. Alles was ich dazu brauchte, waren noch die richtigen Zutaten, mit denen mein Plan konkrete Formen annahm. Mein Anruf, der zwischen der Entstehung meines Plans und der Party lag, kam wie immer auf den letzten Drücker, doch noch lag ich gut im Zeitplan.

Steffi würde staunen, wenn sie Schrödi zu Gesicht bekam – ein wahrer Prachtkerl aus Hefeteig und Rosinen. Ein Mann, den ich mir selbst gebacken hatte.

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Do-it-yourself, lautet meine Devise. Mit 272 Wörtern.

ABC -Etüden – Wochen 21 & 22 : Die Maschine

 

Wir haben Mitte Mai, und auf Christianes Blog gibt es eine neue Etüde – eine Fingerübung, bei der drei vorgegebene Wörter in einen Text aus maximal 300 Wörtern eingebaut werden sollten – in welcher Form auch immer. Ob Lyrik, ob Prosa oder Sachtext – alles ist möglich. Ich habe mich mal wieder für die mir liebste Textform entschieden: eine Kurzgeschichte, in die ich die von Gerhard (Blog „Kopf und Gestalt) gespendeten Wörter eingebaut habe. Sie lauten:

Zeitplan
schlimm
fallen

Ein Gedicht schreibe ich diesmal übrigens nicht auch noch, denn ich habe andere Pläne. Die Illustration stammt übrigens von Christiane:

Und nun geht es auch schon los mit einer Momentaufnahme, die die Obergrenze von 300 Wörtern komplett ausreizt.

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Die Maschine

Diese Sauklaue ist echt schlimm! Wer soll denn das lesen können? K.Mahoney, K.Mallory, K.Marley… dieses Geschmiere könnte alles mögliche heißen.“

Julia seufzte genervt. Die Unterlagen waren ein Chaos, die Steuer machte sich nicht von selbst, und die Kaufabrechnung für die Harley würde dem Finanzamt sicherlich nicht gefallen, wenn weder Name noch Adresse leserlich darauf ausgewiesen waren. Noch lagen sie gut im Zeitplan, aber wenn noch mehr solche Highlights auf sie warteten, sah sie schwarz. Sie würde wohl Max danach fragen müssen. Der hatte die Maschine schließlich angeschleppt, aber der wäre erst wieder am Samstag da.

Eine tolle Aufgabe hatte sie sich mit diesem Chaosbüro aufgehalst. Berge von Papier: Das war keine Zettelwirtschaft mehr, sondern eine ausgewachsene Gastronomiekette. Bildlich gesprochen. Sie hatte jetzt schon keine Lust mehr, und dabei war erst Montag. Aber à propos Gastronomie. Ein Kaffee wäre jetzt schön. Während die schwarzbraune Flüssigkeit in der altersschwachen Kaffeemaschine vor sich hin blubberte, ließ Julia ihren Blick durch die Glasscheibe der Trenntür zwischen Büro und Werkstatt fallen.

Da stand die Maschine, an der Chris jetzt schon seit Wochen herumwerkelte. Max hatte sie zu einem Spottpreis erworben. Ein unschlagbar günstiges Angebot, hatte er gesagt; ob das Teil aus einer Konkursmasse stammte oder aus einem Nachlass, entzog sich ihrer Kenntnis, spielte aber auch keine Rolle. Vermutlich war das Bike weit unter Wert zwangsversteigert worden, und so wie sie Max einschätzte, würde er es mit einem satten Gewinn weiterverkaufen, wenn Chris mit seiner Arbeit fertig war. Ach ja, seufzte sie, manche Dinge änderten sich eben nie.

Wozu leider auch gehörte, dass sie nie selbst in den Genuss einer Fahrt darauf kommen würde. Selbst wenn er nur die üblichen Kosten auf den Kaufpreis drauf rechnete, würde die Harley für Julia nur ein Traum bleiben. Ein Traum in Rot und Silber, maßangefertigt, für wen auch immer.

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Falls die Personen in dieser Momentaufnahme jemandem bekannt vorkommen: Ja, es sind die gleichen wie in einer meiner letzten Etüden, denn das hat einen Grund. Während eines anderen Projekts, bei dem ich seit letztem Sommer mitmache, habe ich kurze Storys geschrieben, die zum Teil aufeinander aufbauen und sich aufeinander beziehen; und mir schwebt vor, daraus ein Buch zu machen.

Der grobe Plan steht bereits, nun fehlen nur noch eine ganze Reihe von Kapiteln, eine sinnvolle Reihenfolge und ein gewisses Feintuning.

 

 

ABC -Etüden – Wochen 19 & 20 : Sommergedicht

 


Übung macht den Meister, vor allem wenn ich einen neuen Versuch unter dem Motto „Fasse Dich kurz“ bei den abc-Etüden auf Christianes Blog wage: diesmal mit einem Gedicht aus maximal 300 Wörtern, in dem die von Olpo Olponator gespendeten Wörter „Katamaran“, „großspurig“ und „totschweigen“ vorkommen.

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Sommergedicht

Ein Sommertag…  ich seh Dich winken
an diesem See. Dort schwimmt ein Schwan
Du lädst mich ein, etwas zu trinken
mit Dir auf dem Katamaran.

Großspurig habe ich verkündet
„Bestimmt gibt’s jemanden da draußen
denn heißt es nicht ‚wer sucht, der findet?‘
– den Fernsehabend lass ich sausen“

Nun ist er da, der Augenblick
Dein Bild, es sprach mich an.
Von nun an gibt es kein Zurück
bei diesem Traum von einem Mann.

Ein Traum, zu schön um wahr zu sein,
das dachte ich, als ich Dich sah.
Nicht immer aber trügt der Schein
und ich bin Dir so nah.

Ein Rendez-vous auf einem Boot
gab’s immer nur in meinen Träumen
Nun steh’n wir hier im Abendrot
und nähern uns unter den Bäumen.

Du siehst mich an, reichst mir die Hand
mein Glück kann ich nicht fassen.
Du führst mich über diesen Strand
und kannst den Blick nicht von mir lassen

Vergessen hab ich Zeit und Raum,
Musik schwingt durch die Lüfte
Ich wand’le mit Dir wie im Traum
und schwebe durch die Blumendüfte.

Beseelt betrete ich die Planken
und fühle mich leicht schwummerig,
der Weg an Deck beginnt zu schwanken.
Im Kerzenlicht wirkt alles schummerig.

So schlidd’re ich, verlier den Halt,
entgleite Dir und fall‘ von Bord,
stürze ins Wasser, elend kalt.
und hasse diesen finst’ren Ort.

Du traust Dich nicht, mir nachzufolgen.
Mein Traumgebilde, es stürzt ein.
Ernüchtert fall‘ ich aus den Wolken:
Mein Rendez-vous sollt‘ wohl nicht sein.

Mein Date, es war mir nicht vergönnt,
an jenem Tag am See.
Totschweigen bis in den Advent
sollt‘ ich’s, wenn fällt der Schnee.

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Für den Schrifttyp kann ich nichts, der hat sich bei dieser Formatierung automatisch gezogen. Die Illustration zu meiner 268 Wörter kurzen Etüde stammt diesmal von mir.