ABC -Etüden – Wochen 4 & 5 – Etüde 3 – Es werde Licht

Nicht nur drei schöne Wörter hat Christiane zu ihrer eigenen Etüdenrunde beigesteuert: Drache *** edel *** häkeln, sondern auch drei schöne Illustrationen, von denen nun noch eine zum Einsatz kommt. Damit wären es dann bei mir insgesamt drei Etüden. Diesmal hatte ich mal wieder Lust, ein paar Reime zu schmieden, mit einem Nonsensgedicht:

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Es werde Licht

Ich ging so in den Wald hinein und las im Taschenlampenschein.

Da kam ein Drache um die Eck und nahm mir meine Lampe weg.

Mir wurde es ums Herz ganz schwer – vor Furcht, die überfiel mich sehr.

Und dennoch sprang ich ihm entgegen, als hoffte ich auf seinen Segen.

„O edler Lindwurm“, rief ich aus, „schickt mich nicht ohne Licht nach Haus.

Lasst häkeln mich den Lampenschirm, hab ich auch jetzt mehr keine Birn.“

So ließ er mich von dannen zieh’n

und verschreckt nach Hause flieh’n.

Und was lernen wir daraus? Geh niemals schmökernd aus dem Haus.

Gib immer auf den Weg fein acht, dann wird’s um dich nicht plötzlich Nacht.

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Kölle Alaaf 111 – denn genauso viele Wörter hat mein Ausflug in die nicht ganz so edle Welt der Dichtkunst, und heute haben wir auch ein „Schnapsdatum“, nämlich den 2.2. – also Mariä Lichtmeß, und so gesehen passt es dann auch wieder.

ABC -Etüden – Wochen 4 & 5 – Etüde 2 – Das große Nachsitzen

Drei schöne Wörter hat Christiane zu ihrer eigenen Etüdenrunde beigesteuert: Drache *** edel *** häkeln. Zauberhafte Wörter bedürfen eines zauberhaften Themas.

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Das große Nachsitzen

Nun, dann wollen wir mal.

Gerade eben noch habe ich mit Behagen meinen ersten Kaffee dieses herrlichen Tages geschlürft, nun stoße ich mit Schwung die Tür zum Raum auf, in dem meine Kandidaten auf mich warten. Sonntägliches Nachsitzen – hach, wie ich mich schon freue. Ich, Draconia Drake, bekannt für meine drakonischen Erziehungsmethoden, gespickt mit kleinen Gemeinheiten, die man der Hauslehrerin Hufflepuffs nicht zutrauen würde. Aber so ist das nun mal. Sie sehen, was sie sehen wollen: eine etwas unscheinbare Hilfskraft, die für die erkrankte Vorsteherin des am meisten unterschätzten Hauses von Hogwarts die Stellung halten soll, und nicht eine Nachfahrin des Ordens vom Drachen.

Der Orden, dessen berühmtester Vorfahr längst in Vergessenheit geraten ist. Und nur, weil er damals von Salazar Slytherin ausgebootet wurde und den sprechenden Hut ausgetrickst hat.

Na, wer hat sich denn heute alles versammelt?

Hagrid, den tollpatschigen Wildhüter, der einmal zu oft gegen irgendwelche obskuren Fremden im Wirtshaus verloren und seltsame Tiere angeschleppt hat. Harmlos.

Dann die üblichen Tunichtgute, die mit Tarnumhängen das Ausgehverbot umgehen wollten und die Rechnung nicht mit dem Hausmeister und seiner Katze gemacht haben. Eine leichte Übung.

Und als letzten in dieser illustren Runde Draco Malfoy, Slytherins Musterschüler und größte Nervensäge von ganz Hogwarts und Umgebung. Wer auch sonst? Na, jetzt wird’s interessant.

Mag sich dieser Sprössling einer langen Reihe von Ahnen auch noch so viel auf seine ach so edle, angeblich bis auf Merlin zurückgehende Herkunft einbilden, bei meiner kleinen Schikane für diesen sonnigen Morgen wird ihm der Hochmut bald vergehen.

Keine Magie der Welt wird meinen Kandidaten bei der heutigen Lektion helfen, die ich für sie geplant habe: häkeln für den Osterbasar, ein großer Spaß für jeden Anfänger. Denn dieser Raum ist von einem Abwehrzauber umgeben, als erste Lerneinheit, wie man nur mit seiner Hände Arbeit, allein unter Muggeln zurechtkommt.

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300 Wörter für meinen Ausflug in die zauberhafte Welt von Hogwarts. Ich hoffe, Joanne K. Rowling nimmt mir meine kleine Spinnerei nicht übel.

ABC -Etüden – Wochen 4 & 5 – Etüde 1 – Wider den Perfektionismus

Die zweite Etüdenrunde in diesem Jahr hält eine Überraschung für mich parat: Christiane, bei der die maximal 300 Wörter langen Fingerübungen alle zwei Wochen zu finden sind, hat auch gleich die neuen Wörter gespendet:

Drache *** edel *** häkeln

Und schon habe ich ein Thema gefunden, von dem ich mir wünsche, ich wäre nie darauf gestoßen. Von daher muss die ursprünglich gedachte Etüde noch ein Weilchen warten.

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Wider den Perfektionismus

Gut, dass ich manche Diskussionen nicht mitbekomme oder nicht mitbekommen möchte. Nennt mich ruhig ignorant, aber manchmal gibt es solche Momente, in denen ich mich lieber vornehm zurückhalte, anstatt Öl ins Feuer zu gießen.

Und doch treibt mich nun eine Sache um, bei der ich spüre, wie ich innerlich zum Drachen mutiere, der mit glühendem Atem seine Brut verteidigt: Der Einzug von Robotern in die Kunst. Da ich denke, dass es die Fantasie ist, die uns von ihnen unterscheidet und überhaupt erst menschlich macht, hinterlässt die Richtung, in die die Reise zu gehen droht, ein ungutes Gefühl bei mir.

Aber mal ganz ehrlich: Mag der Reiz, fehlerfreie Texte und makellose Gemälde zu produzieren, noch so groß sein, so fühle ich mich an die Schneekönigin in Hans Christian Andersens gleichnamigem Märchen erinnert. Denn was nützt mir all die Perfektion, wenn keine Seele darin steckt?

Ein technisch einwandfrei gehäkelter Pulli als Geburtstagsgeschenk für mich von meiner besten Freundin? Über einen, bei dem sie sich in der Farbe vergriffen oder kleine Fehler im Maschenbild auftauchen, würde ich mich mehr freuen und das edle Stück in Ehren halten.

Deshalb auch mein Kommentar, den ich in der aktuellen Schreibeinladung hinterlassen habe: Lieber lese ich einen nicht ganz fehlerfreien Text, der von Herzen kommt, als so ein Machwerk, das aus Faulheit und Mangel an Ideen geboren wurde.

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220 Wörter für mein Wettern gegen das Sterben der Fantasie, das ich mit einem schwer zu übersetzenden Zitat von Charles Rennie Mackintosh (7.6.1868 – 10.12.1928, schottischer Architekt, Künstler und Kunsthandwerker) beschließe: There is hope in honest error, none in the icy perfection of the mere stylist. Wenn ich dafür die passenden Worte in Deutsch gefunden habe, lasse ich es euch wissen.

ABC -Etüden – Wochen 2 & 3 – Etüde 3 – Der gestiefelte Kater

Meine dritte Fingerübung als Beitrag zu den ABC-Etüden (hier, bei Christiane) beschäftigt sich nochmal mit einem anderen Thema, was vermutlich nicht nur mich bei von Ludwig Zeidler gespendeten Wörtern (Fluchtsieger / füttern / wunderbar) auf eine harte Probe gestellt hat. Aber nun kann ich wenigstens von mir sagen, Ende gut alles gut.

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Der gestiefelte Kater

Als steckbrieflich gesuchter, furchtloser Held aller Herzen, der dem Tod ins Gesicht lacht, stellen sich ihm die Haare auf, als ihn am Tresen ein Fremder mit rotglühenden Augen anspricht: Zwei Sensen, verborgen unter einer Kutte in Schwarz… das kann nur ein Kopfgeldjäger sein. Doch dieser ist anders – so sehr der Kater sich auch abmüht, diesen Wolf kann er nicht besiegen.

Stationen seines Lebens erscheinen vor seinem inneren Auge. Umgehend verspürt er den Drang, schleunigst das Weite zu suchen und doch noch den Rat des Dorfquacksalbers zu befolgen: Du hast nur noch ein Leben, Kater, und den Rest davon verbringst du am besten in einer Katzenpension, wo du dich füttern lassen und faul abhängen kannst.

Vorbei ist’s allerdings mit dem sorgenfreien Leben, als er ein Gespräch belauscht, das sich um den sagenumwobenen Wunschstern dreht. Heureka! Wäre es nicht wunderbar, sämtliche seiner neun Leben auf einen Schlag wiederzubekommen? Was kümmert es ihn in diesem Augenblick, dass der Tod der ewige Fluchtsieger bleiben wird – Hauptsache, erst mal Zeit geschunden.

Und die braucht er unbedingt, denn um den Stern zu finden, muss er zuvor der Schatzkarte habhaft werden, womit er leider nicht alleine dasteht. Seine alte Liebe Kitty, Goldilocks und die drei Bären sowie der fiese Jack Horner wollen ebenfalls das Objekt der Begierde in ihren Besitz bringen. Und sie schrecken vor nichts zurück.

Wird es dem Kater gelingen, die Gefahren zu meistern und den Stern zu finden, bevor ihn der Tod einholt?

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239 Wörter für den Versuch eines Filmberichts ohne Spoiler, ohne damit bis zum Ende des Monats zu warten. Denn bei „Der Gestiefelte Kater: der letzte Wunsch“ habe ich mich gleich zweimal amüsiert (in 2D und in 3D) – und vermutlich besser als die Kinder, von denen sehr viele mit ihren Eltern am ersten Samstag des Monats im Kino waren, auch wenn ich die Altersfreigabe (ab 6 Jahre) nicht nachvollziehen kann, denn für so kleine Kinder fand ich ihn an einigen Stellen definitiv zu gruselig und düster.

ABC -Etüden – Wochen 2 & 3 – Etüde 2 – Stück für Stück zum Glück

Mit meiner zweiten Etüde für die erste Runde im neuen Jahr (hier, bei Christiane) gehe ich in eine ganz andere Richtung, was bei den von Ludwig Zeidler gespendeten Wörtern (Fluchtsieger — füttern — wunderbar) gar nicht so einfach ist. Lasst euch überraschen.

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Stück für Stück zum Glück

„Nanu, was hopst du denn so aufgeregt herum?“

„Was?“

„Na ja, so wie du grinst, könnte man glatt meinen, jemand hätte dich mit Quecksilber gefüttert.“

„Huch? Ich bin doch kein Hutmacher!“

„Weiß man’s… Aber Spaß beiseite: Du strahlst genau so immer dann, wenn für dich etwas ganz wunderbar war.“

„Na ja, vielleicht hab ich ja…“

„Im Lotto gewonnen?“

„Ähm. Nein.“

„Deine Traumreise im Internet gefunden?“

„Hmmmm. Nö. Aber es wird schon wärmer. Jedenfalls der Teil mit dem Internet. Aber rat ruhig weiter.“

Hi hi, einen Versuch hat sie noch. Dann spann ich sie nicht mehr länger auf die Folter.

„Gehaltserhöhung?“

Ihr ratloses Gesicht als Reaktion auf mein Kopfschütteln ist Gold wert. Unbezahlbar.

„Ach was. Nee, ich hab mir ein Puzzle bestellt. 500 Teile. Am Samstag ist es da!“

„Oh. Wow. Ein Puzzle. Mach Sachen…“

„Och Menno. Das ist doch nicht irgendein Puzzle, sondern ein Unikat. Angefertigt nach einem von mir eingeschickten Foto.“

„Oh je. Ich ahne es schon…“

Hm. Diesen Gesichtsausdruck kenne ich. Begeisterung sieht anders aus. Ob ich es in letzter Zeit mit meinem Fimmel für den hübschesten Menschen aller Zeiten doch etwas übertrieben habe?

„… jedenfalls wünsche ich dir schon jetzt viel Spaß, besonders mit den vielen Randstücken in Schwarz.“

Wo sie recht hat. Aber alles besser als dieses Flussdelta von oben, das mir beim Puzzeln dreimal runtergefallen ist, nachdem ich schon zu zwei Dritteln fertig war. Wenn mir dieser Rockstar zu Boden geht, sind es zum Glück nur halb so viele Teile die ich aufsammeln darf.

„Wünsch mir lieber Glück, dass diesmal alle Teile auf dem Tisch liegenbleiben und nicht wieder eins abhaut und sich drei Wochen lang unterm Couchtisch versteckt.“

„Ob Spaß oder Glück, jedenfalls drücke ich dir ganz fest die Daumen, dass du deinen Hübschen fertig bekommst, ohne einen Ausreißer zum Fluchtsieger ernennen zu müssen.“

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300 Wörter für einen Dialog in Bicolor – über eine Freizeitbeschäftigung, der ich mich schon länger nicht mehr gewidmet habe.

ABC -Etüden – Wochen 2 & 3 – Etüde 1 – Wohl bekomm‘s

Eine Woche ist das neue Jahr schon alt, und endlich geht es bei Christiane in die neue Etüdensaison mit den von Ludwig Zeidler gespendeten Wörtern: Fluchtsieger — füttern — wunderbar. Und schon habe ich mit dem Fluchtsieger die erste Kopfnuss auf der Tastatur.

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Wohl bekomm‘s

„So, und nun esst schön eure Teller leer. Tante Ulla hat euch was ganz wunderbares zubereitet. Ihr wollt doch bestimmt, dass es auch morgen schönes Wetter gibt.“

Schönes Wetter? Iiiiek!

Wenn sie mir so kommt, dann weiß ich, was die Glocke geschlagen hat. Etwas ganz wunderbares zubereitet? Dann hat sie mal wieder ein ganz neues Rezept ausprobiert, das sie aus dem Fernsehen oder von Pinterest hat. Das perfekte Dinner? Nee, so nicht. Jedenfalls nicht mit mir.

Denn wenn das Essen erst mal vor mir steht, dann nimmt das Unheil seinen Lauf. Dann gibt es kein Erbarmen. Und wer sich ganz verweigern will, wird notfalls gefüttert. Was haben wir denn diesmal auf dem Tablett, das die Tante stolz vor sich herträgt?

Poutine! Oh je, Pommes mit Bratensoße, und das Ganze mit Schmelzkäse überbacken.

Schauder!

Ich muss mir das Desaster nicht anschauen, um zu wissen, dass ich diese Abscheulichkeit auch mit gutem Zureden nicht hinunterbekommen werde. Der Geruch alleine reicht schon.

Ah-oh! stachelt mich mein innerer Teletubby an, aufzuspringen und den Stuhl von mir zu schleudern, ihr in die Quere – damit ich beim Wegrennen einen ordentlichen Vorsprung vor meinen Kusinen und vor allem vor meiner Schwester habe und am Schluss aus diesem Rennen als Fluchtsiegerin hervorgehe.

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204 Wörter für die Rettung des guten Geschmacks.

02.12. – Schöne Bescherung | Adventüden

Ich gebe zu, mittlerweile bin ich Fan von Adventskalendern, darum habe ich mir dieses Jahr nicht nur gleich vier gekauft, sondern schreibe auch noch an vier Adventskalendern mit: der erste ist die 24teilige Sammlung von Adventüden, bei der mein Beitrag bereits am zweiten Tag erscheint – die anderen drei gibt es auf Wattpad (24 Türchen, 24 Wohnungen, der Last-Minute-Community-Adventskalender).

Doch nun zu Türchen #2 bei den Adventüden:

Irgendwas ist immer

Guten Morgen, Sternenglanz, die Welt sagt Hallo!«

Sechs Uhr morgens, nach endlosem Gefriemel mit dem Schlüssel im Schloss (ein Wunder, dass er den Schlüssel diesmal nicht abgebrochen hat), kommt er zur Tür hereingewankt, reißt enthusiastisch die Arme in die Höhe und dabei den gerade erst aufgehängten Adventskalender zu Boden, dann folgt das Unvermeidliche: der Sturz!

Planlos tastet er noch nach seinem Taschentuch, dann wird es zappenduster.

Sternenglanz… hallo? Diese Art von Liebeserklärung kann er sich sonst wohin stecken. Doch wohl eher sternhagelvoll oder sturzbetrunken, da hat wohl einer mehr als nur die Hefe… eben das übliche Dezemberdilemma. Ihre Freundinnen können ein Lied davon singen.

Nur gut, dass sie nicht schon am Vorabend die gut gefüllten Gebäckdosen für die Firmenfeier im Flur aufgestellt hat, das hätte eine schöne Schweinerei gegeben, und die ganze Arbeit wäre für die Katz. Aber sei’s drum. Den Teufel wird sie tun und sich wie eine…

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ABC-Etüden 2022 – Wochen 46 & 47 – Etüde 4 – Emil

Zur Abschlussrunde der regulären Etüdenrunde  (hier, bei Christiane) vor den Adventüden und der Pause bis zum 8. Januar 2023 wurden folgende Wörter von mir beigesteuert: Rolle, halbherzig und belohnen.

Welche Rollen hatten wir denn noch nicht? Biskuitrollen, mechanische Hilfen oder gar das Ding, mit dem man den Teig ausrollt? Lasst euch überraschen, denn in der Vorweihnachtszeit ruft nicht nur die Weihnachtsbäckerei.

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Emil

„Und heute Abend werde ich meinen ganzen Frust beim Töpfern rauslassen!“

Hatte ich morgens noch laut getönt, wie ich mich an unschuldigem Ton abreagieren würde, so verpuffte nun mein schöner Plan. Man sollte halt auch Ideen mitbringen, meldete sich mein inneres Stimmchen, während ich halbherzig den Ton vor mir auf dem Werktisch betatschte, denn ich war unschlüssig, was daraus werden sollte. Vielleicht eine Teeschale mit Untersetzer und Löffel? Oder Sterne zum Aufhängen? Wie kreativ…

Da war Nicole schon weiter. Mit genauen Vorstellungen hatte sie mich in die offene Werkstatt mitgenommen. Eine riesige Vase sollte es werden, und während sie die Rolle zum Auswalzen des Tons schwang, saß ich nur da und beobachtete.

Auf den Regalen standen Miniaturbüsten, seltsame Gebilde und sogar ein kleines Einhorn einträchtig nebeneinander. Um meine Füße wuselte ein Hund. Emil. Ach, es half ja nichts. Seufzend schnappte ich mir den Sternenausstecher und legte los.

„Brauchst du noch Ton?“

Ohne meine Antwort abzuwarten, schob mir die Keramikmeisterin einen frischen Klumpen vor die Nase. Bizarr geformt, ließ er ein Lebewesen erahnen, und ich begann zu kneten. Hier zusammengedrückt und da gezogen, vorne modelliert und hinten Material weggenommen, um es zu einem Ringelschwänzchen einzurollen… Fertig war die Tierfigur: mein innerer Schweinehund.

„Aber das ist ja der Emil!“

Huch?

Das Entzücken der Keramikmeisterin war unbeschreiblich, und Nicole staunte laut darüber, dass meine Figur einer Mischung aus Fuchs und Corgi glich. Verblüfft betrachte ich mein Werk. Unglaublich, dass ich in der kurzen Zeit tatsächlich etwas zustande gebracht hatte; zwar ohne Farbe, aber in zwei Wochen würden wir alle unsere Objekte fertigmachen.

Doch bevor wir die Werkstatt verließen, belohnte die Meisterin noch uns beide mit einem kleinen Geschenk zum Aussuchen aus ihrem Panoptikum der verlassenen Figuren.

Figuren, die von ihren Schöpfern nicht mehr abgeholt worden waren und die dafür nun wir glasieren durften.

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In 300 Wörtern zum Erfolg? In zwei Wochen sehen wir weiter…

ABC-Etüden 2022 – Wochen 46 & 47 – Etüde 3 – Alles inklusive 

Der Etüdenregen reißt nicht ab – mit den zur Abschlussrunde der regulären Etüdenrunde (hier, bei Christiane) von mir beigesteuernden Wörtern Rolle, halbherzig und belohnen. Bleiben wir heute noch einmal beim Themenkreis „Sport und Spiel“.

Nein, mit einem wohlbekannten Schokoriegel, der auch als Teekesselchen eine gute Figur machen würde, weil die NASA ihn im Visier hat, hat meine Etüde nichts zu tun. Mit meiner Etüde möchte ich einen Gegenpol zur umstrittenen Fußball-WM (die ich im übrigen genauso boykottiere wie die olympischen Winterspiele in Saudi-Arabien) setzen.

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Alles inklusive

Samstagnachmittag, vierzehn Uhr: Ich liege mit einem ausklingenden Kater vom Vortag auf dem Sofa und zappe mich halbherzig durch das öde Fernsehprogramm und lande bei der BBC, von der ich ebenfalls nichts Großes erwarte.

Der britische Sender verkündet: Rugby League World Championship 2022, und zwar das Finale. Rugby? Die Urform, aus der sich American Football neben anderen ähnlichen Ballsportarten entwickelt hat und bei der die Spieler als einzigen Schutz nur den für die Zähne tragen? Warum eigentlich nicht…

Als ich dann mitbekomme, dass nicht nur die Damen- sondern auch die Herrenmannschaften im selben Stadion nacheinander antreten und zwischendurch zu den Rollstuhlteams hinübergeschaltet wird, bin ich interessiert und ahne noch nicht, dass mir von den australischen und neuseeländischen Damen gleich 2 fesselnde Halbzeiten von je 40 Minuten Länge geliefert werden und ich bei einem Ergebnis von 54:4 für die Jillaroos genannten Australierinnen schlagartig nüchtern sein werde.

Und während ich noch völlig aus dem Häuschen über das sensationelle Ergebnis bin, wird ein Motivationsvideo von Dwayne „The Rock“ Johnson gesendet, mit dem er seine Unterstützung für das Samoanische Team bekundet. Leider aber verlieren die heimlichen Favoriten im abschließenden, nicht ganz so elegant über den Platz gehenden Spiel gegen Australien zehn zu dreißig.

Hinterher weiß ich: Australische Teams mögen beim Fußball vielleicht nicht die Stärksten sein, aber bei diesem Ballsport sind sie unangefochten ganz weit vorne, und diesmal sogar doppelt.

Danach haben sich alle ganz doll lieb, auch wenn sie vor dem Spiel auf ihre Gegnerinnen und Gegner eingebrüllt haben, außerdem fielen weder Trainer noch Fans aus der Rolle. Dagegen überschlugen sich die Kommentatoren regelrecht vor Begeisterung (so wie ich auf dem Sofa), und am Ende wurde meine Ausdauer mit einem Erlebnis der Sonderklasse belohnt.

Mein Fazit: Vielleicht schaue ich mir in der kommenden Saison auch einmal Spiele unseres heimischen Vereins „in echt“ an.

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300 Wörter für ein inklusives Sportereignis, bei dem ich gestern Nachmittag so richtig mitgefiebert habe und hinterher erstaunt war, dass mich ein Sport, von dem ich immer nur am Rande etwas mitbekommen habe, so fesseln konnte. Der Fairness und Statistik halber möchte ich noch erwähnen, dass das Spiel der Rollstuhlmannschaften England gegen Frankreich vor 5000 Zuschauern 28:24 ausging.

Damit ist für mich diese Weltmeisterschaft eine echte Alternative zu der aktuellen Fußball-WM in Katar und den kommenden olympischen Winterspielen in Saudi-Arabien; und von wegen, wir machen alles separat im Sinne von „Männlein und Weiblein getrennt“ oder „erst die olympischen Spiele und danach erst die Paraylympics“ – nö, hier fand alles im gleichen Zeitraum statt und kommt meiner Vorstellung von Inklusion ein wenig näher.

ABC-Etüden 2022 – Wochen 46 & 47 – Etüde 2 – Ab 18 

Zur Abschlussrunde der regulären Etüdenrunde (hier, bei Christiane) vor den Adventüden und der Pause bis zum 8. Januar 2023 wurden folgende Wörter von mir beigesteuert: Rolle, halbherzig und belohnen.

Kommen wir heute mal zu dem, was ich im Vorwort zu meiner letzten Etüde als Teekesselchen bezeichnet habe (Wörter mit mehreren Bedeutungen): In meiner Kindheit war dieses Spiel auf Kindergeburtstagen der Hit. Zu einer Zeit, da die Rollerskates der letzte Schrei waren und ich als einzige mit größenverstellbaren Rollschuhen unterwegs war.

Deshalb sei diesem Spiel meine nächste Etüde gewidmet.

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Ab 18

„Du, weißt du noch?“

„Was denn?“

„- Mein Teekesselchen kann leuchten. – Mein Teekesselchen kann man essen.“

„Ach herrje. Diese olle Kamelle. Wie kommst du denn darauf?“

„Ach, nur so. Weil doch morgen die Inka…“

„Stimmt. Da war doch was. Ihr dreizehnter Geburtstag. An einem Freitag, den Dreizehnten.“

„Da haben wir das Spiel übrigens zum letzten Mal gespielt. Weil wir ja plötzlich viel zu erwachsen waren für diesen Kinderkram. Schokoladenspiel mit Papier von der Klorolle? Was für Babys. Nee, Flaschendrehen war danach angesagt!“

Oh ja, ich erinnere mich, als meine Freundin diesen „Partykracher“ erwähnt, bei dem ich nur halbherzig mitgemacht habe, um nicht als Weichei dazustehen.

„Äh, lass mal gut sein. Mit diesem schauderhaften Flaschengedöns kannst du mich jagen. Dann doch lieber das gute alte Ratespiel. Da wird das Team belohnt, das zum Erraten weniger Hinweise braucht.“

Ein Spiel, das man übrigens auch in der hochgetunten Ab-18-Variante spielen könnte, aber das verrate ich ihr nicht. Es würde auch überhaupt keine Rolle spielen, denn früher oder später käme sie von alleine drauf. So wie jetzt.

„Pfft. Flaschendrehen. Alles alte Hüte. Pass mal auf: – Mein Teekesselchen erfordert Nacktheit vor anderen Leuten. – Mein Teekesselchen kann man abwickeln. – Mein Teekesselchen fällt ganz gerne aus sich selbst…“

„Äh…“ Nacktheit vor anderen Leuten? So genau wollte ich das gar nicht wissen und stehe dennoch auf dem Schlauch. Zu gerne würde ich jetzt ihr Gesicht sehen, aber am Telefon geht das so schlecht.

„- Mein Teekesselchen kann sich auch ohne Beine oder Räder vorwärts bewegen. – Mein Teekesselchen ist voller Fäden. – Mein Teekesselchen gibt es beim Turnen“

Oh wei, bei so viel Aufgedrehtheit gebe ich auf. Mein Hirn ist wie vernebelt.

„Stop! Du bist ja völlig von der Rolle…“

„Bingo. Der Kandidat hat 99 Punkte.“

„Und der Extrapunkt?“

„Gibt’s für die Rolle, die du zwar nicht erraten, aber trotzdem erwähnt hast.“

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300 Wörter für meine zweite Etüde in Dialogform, der besseren Lesbarkeit halber mal wieder in zwei Farben. Und wer weiß – vielleicht kommt noch was nach.