ABC -Etüden – Woche 1 & 2 : Kurz & Knackig – Etüde 02

Die ersten ABC-Etüden auf Christianes Blog in diesem Jahr sind diesmal für mich nicht nur kreativitätsfördernd, sondern mit den von Ludwig Zeidler gespendeten drei Wörtern Zetermordio — weichmütig — backen eine echte Herausforderung, zu der mir auf halber Strecke noch eine zweite eingefallen ist, mit der ich alle meine bisher erschienenen Etüden unterbiete…

… denn mit 33 Wörtern ist sie wahrscheinlich meine bisher kürzeste.

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Kurz & knackig

Samstagnachmittags, wenn sie bei Enie wieder backen, bleibt mein Glotzophon aus, denn ich bin momentan zu weichmütig, um das Programm auf den ganzen Zetermordio-Sendern zu ertragen. Dann doch lieber einen Roman mit Happy-End.

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Die Sendung „Das Große Backen“ mit Enie van de Mejklokjes läuft samstags auf sixx, ein Sender, den ich sehr oft einschalte, im Gegensatz zu den von einer ehemaligen Kollegin als „Krawallsender“ bezeichneten Privatkanälen.

ABC -Etüden – Woche 1 & 2 : Mitgefangen, mitgehangen – Etüde 01

Hui, fängt das neue Jahr schon mal gut an – es geht wieder los mit den ABC-Etüden auf Christianes Blog, einem kreativitätsfördernden Langzeitprojekt, bei dem alle Mitschreibenden aus maximal 300 Wörtern einen Text entwickeln, in dem je ein vorgegebenes bzw. gespendetes Substantiv, Adjektiv und Verb auftauchen sollen. Da mir das unglaublich viel Spaß macht, bin ich auch dieses Jahr wieder regelmäßig mit dabei, denn manche Wörter sind für mich eine echte Herausforderung, so wie die für diese Ausgabe von Ludwig Zeidler gespendeten drei Wörter

Zetermordio — weichmütig — backen

Vielleicht inspiriert mich ja diese hübsche, von Christiane gestaltete Illustration:

Die hübschen Vögelchen deuten jedenfalls eine Richtung an, die ich nicht einschlage – jedenfalls heute nicht:

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Mitgefangen, mitgehangen

„Und ich muss wirklich nur die Augen offen halten?“

„Logisch“, versicherte mir Marc genervt, „und notfalls nehmen wir die Beine in die Hand und laufen. Darauf kannst Du Dir ein Ei backen.“

Nun verdrehte ich die Augen. Abhauen? Na toll! Was musste er darauf anspielen, dass ich nicht umsonst im Staffellaufteam unserer Schule war und nach Bennys Pfeife tanzen! Anstatt mich zur Airbase mitzuschleppen, hätte er den Jungs besser absagen sollen. Benny war schon schlimm, aber Lukes Vorschlag, mich bei ihrer geheimen Aktion Schmiere stehen zu lassen, war echt die Höhe. Und dann erst sein Klaps auf meinen Hintern!

„Und jetzt verzieh Dich, Kleine“.

Kleine? Na wartet, dachte ich. Das Gelächter der anderen dröhnte in meinen Ohren. Das würde ihnen noch leid tun. Wütend ging ich zur letzten Kurve zurück. Von da hatte ich den idealen Überblick übers Feld und würde rechtzeitig sehen, wenn jemand näherkam. Noch war alles ruhig, und die Straße lag in absoluter Dunkelheit, doch das konnte sich jeden Moment ändern, und dann musste es schnell gehen, sonst gäbe es Zetermordio.

Die Lichter des rasch herannahenden Streifenwagens flackerten. Mein Einsatz und das Signal zum Abhauen waren jetzt gefragt. Schmiert es euch in die Haare, schnaubte ich, obwohl mir Marc doch irgendwie leid tat. Elektrisiert sprang ich auf, das Jaulen der Sirene in meinen Ohren. Sprinten konnte ich. Zu meiner Genugtuung ließ ich die anderen schnell hinter mir. Jedenfalls dachte ich das – bis mich eine Wurzel zu Fall brachte und ich nicht mehr auf die Beine kam.

Alles Leugnen war vergebens. Sie verfrachteten uns in den Streifenwagen und ich konnte nur noch hoffen, dass der für uns zuständige Richter weichmütig war und uns beide glimpflich davonkommen lassen würde.

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284 Wörter sollten im Prinzip als Fingerübung zum Reinkommen genügen – solch kurze Häppchen würden sich auch vorzüglich als Zwischenkapitel für umfangreichere Bücher eignen; mal sehen, was sich daraus noch so alles entwickelt.

09.12. – Jedes Jahr das Gleiche | Adventüden – Nr. 11

Jeden zweiten Sonntag gibt es auf dem Blog von Christiane drei neue Wörter, aus denen wir uns einen Text mit maximal 300 Wörten einfallen lassen konnten – die ABC-Etüden.

Da ich dort schon sehr oft mitgeschrieben habe, wollte ich auch etwas zu den adventlichen ABC-Etüden, den Adventüden, beitragen. Meine Gedanken füllen heute das elfte Türchen – ich bin schon sehr gespannt auf die anderen, die bis kurz vor Weihnachten noch folgen. Und: Tusch! Damit habe ich meinen 1500. Beitrag auf meinem Blog veröffentlicht.

Irgendwas ist immer

Lebkuchen im August, Wichteln bei der Firmenweihnachtsfeier … och nö! Und dann das Gedudel im Radio: »Last Christmas« – der Minnesang der Neuzeit? Warum keine Christmas Carols wie bei den Sternsingern? Statt dessen die tot gedudelten Evergreens aus Amerika mit Kaminabenden oder einer Schlittenfahrt mit Glöckchengebimmel durch ein Winterwunderland.

In den Bergen muss die weiße Pracht ein Traum sein, aber hier? Bis sieben Uhr morgens darf ich diese graue Pest weggeräumt haben. Zu hülf! Dann habe ich halt das Etikett »Weihnachtsmuffel«, aber das war nicht immer so. Weihnachten daheim gab es Schweinsbraten mit Semmelknödeln, danach sind wir mit Mama und Papa zum Rodeln in den Park, und abends lasen sie uns aus unserem großen Märchenbuch vor.

Jetzt habe ich Halloween lieber: gruselig kostümierte Kinder, Nebelschwaden, ausgehöhlte Kürbisse… und die Kleinen haben ihren Spaß bei der Jagd auf Süßes. So einer Prozession kleiner Gespenster, Hexen oder Vampire gebe ich doch gerne etwas…

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ABC -Etüden – Wochen 47 & 48 : Geheime Aktion

Aller guten Dinge sind drei. Eine ungeplante Zusatzetüde, die mir heute ganz spontan eingefallen ist, hat dazu geführt. Vor den Adventüden ist dies nun die letzte reguläre Etüde auf Christianes Blog – mit den gespendeten Wörtern Quelle, griesgrämig und stöbern von Ulli Gaus und dem Blog „Café Weltenall

Auf die bin ich schon sehr gespannt. Mit meiner Etüde liefere ich den Hintergrund zu „Aurora Australis – Ordnung muss sein“ (Etüde der Wochen 39 & 40) und wie es zu dem Urteil „einhundertfünfzig Sozialstunden“ kam.

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Geheime Aktion

Die Airbase lag scheinbar verlassen da, aus der Ferne schlug eine Turmuhr elfmal. In Bennys Rucksack klapperten die Spraydosen – Spezialfarben, die es nicht überall gab und deshalb nicht billig gewesen waren. Aber so war das eben mit besonderen Quellen für besondere Waren.

Nervös zog Benny an seiner Kippe. Jetzt konnte es nicht mehr lange dauern, bis die anderen eintrafen; und tatsächlich – Minuten später war die Truppe komplett, bis auf… Marc. Außer Atem und mit Verspätung tauchte er aus dem Dunkel auf, und dann auch noch mit seiner kleinen Schwester im Schlepptau.

So ein Mist, fluchte Benny griesgrämig, so hatten sie das aber nicht abgesprochen. Keine Außenstehenden, hatte er seinen Jungs eingeschärft, und nun kam Marc mit Mellie an. Es war Benny völlig wumpe, was Marc jetzt schon wieder für eine Ausrede hatte. Aber den schönen Plan jetzt einfach fallenzulassen, kam auch nicht in die Tüte.

Der Vorschlag, die Kleine Schmiere stehen zu lassen, kam von Luke. Benny war skeptisch: Wenn man herausfand, wo sie heute Nacht zuschlagen und man sie vor Ort aufstöbern würde, dann war’s das. Dann war Laufen angesagt, aber da sie laut Marc eine der besten Sprinterinnen der Schule war…

Meinetwegen, dachte er, hoffen wir mal, dass man uns nicht schnappt, und schnitt ein Loch in den Zaun. Die verwaisten Baracken in tristem Grau bildeten die perfekte Leinwand für sein Statement in Überlebensgröße.

Er hatte das Wort „Mörder“ noch nicht beendet, da hörte er schon die Sirene. Hilflos musste er mit ansehen, wie seine Jungs in alle Richtungen auseinander stoben, wie ein Mopsrudel, in dessen Mitte ein Böller hochgegangen war, nur um doch noch einkassiert zu werden.

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272 Wörter – nicht immer muss es ein ganzer Roman sein. Ein Prequel tut es manchmal auch, und jetzt habe ich endlich einen Namen für meine weibliche Hauptperson.

ABC -Etüden – Wochen 47 & 48 : Der Schockmoment

In letzter Zeit habe ich für den #writing friday und die ABC-Etüden einen Tagebucheintrag nach dem anderen verfasst. Nun schreibe ich, weil es gerade zum Datum (22. November) passt, meinen eigenen – für die letzte Etüde im November auf Christianes Blog.

Für die aktuelle und letzte vor den Adventüden stammt die Wortspende (Quelle – griesgrämig – stöbern) von Ulli Gaus und dem Blog „Café Weltenall“.

Da sich der Beitrag mit meiner eigenen Reaktion auf eine verstörende Nachricht beschäftigt, hinterlasse ich an dieser Stelle eine Triggerwarnung zu den Themen #Tod, #schlechte Nachrichten, #Pietätlosigkeit und #Trauer.

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Der Schockmoment

Als ob es erst gestern gewesen wäre, sehe ich mich wieder an diesem 22. November vor 23 Jahren in der Küche meiner kleinen Singlewohnung stehen und Zwiebeln für mein Leibgericht feinhacken.

An diesem schönen Tag konnte nicht einmal die griesgrämige Stimme des Radiosprechers, der so wie jeden Samstagmorgen gerade eine Musiksendung moderierte, meine gute Laune trüben. Jedenfalls dachte ich das, aber da hatte ich die Elf-Uhr-Nachrichten noch nicht gehört.

„Sydney. In den frühen Morgenstunden wurde der Sänger Michael Hutchence tot in seinem Hotelzimmer aufgefunden. Hutchence war der Sänger der australischen Band INXS, die 1987 mit dem Album KICK ihren weltweiten Durchbruch feierte. Die Ursache seines Todes ist noch unklar. Nicht näher benannten Quellen zufolge handelte es sich um Suizid oder einen Unfall.

Bonn. Bundesfinanzminister Theo Waigel …“

Der Rest der Sendung verhallte von mir unbeachtet. Die Nachricht (nein, nicht die mit dem Minister, sondern die davor) für einen schlechten Scherz haltend, stand ich wie gelähmt da und ließ das Messer in der Zwiebel stecken, die nicht an meinen Tränen schuld war.

Natürlich traf beides nicht zu, und dennoch musste ich die nächste Nachrichtensendung abwarten, um mich zu vergewissern, dass ich mich nicht verhört hatte – schließlich hatte ich kein Internet, in dem ich hätte stöbern können, geschweige denn einen Computer. Lange musste ich nicht warten, denn mit der pietätlosen Bemerkung des Moderators der nächsten Sendung über ein voraussichtlich zu Weihnachten erscheinendes Best-of-Album stand die Endgültigkeit fest, mit der dieser Samstag für mich von einem sonnigen zu einem rabenschwarzen Tag geworden war.

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252 Wörter, mein Beitrag zum Totensonntag. Wenn ich so darüber nachdenke, konnte ich Jahre später nachempfinden, wie sich eine meiner Bekannten bei der Nachricht vom Tod Michael Jacksons gefühlt hat oder wie es wie es meiner Mutter beim Tod von John F. Kennedy ging, der am 22.11.1963 einem Attentat zum Opfer fiel, obwohl man keinen dieser Tage miteinander vergleichen kann.

Aber die nächste Etüde zu diesen Wörtern ist schon in Planung, und sie wird garantiert nicht so traurig wie diese hier.

ABC -Etüden – Wochen 47 & 48 : Das Urteil

Nachschub für die letzte November-Etüde auf Christianes Blog – für die aktuelle stammt die Wortspende (Quelle – griesgrämig – stöbern) von Ulli Gaus und dem Blog „Café Weltenall“, bevor es mit den Adventüden losgeht.

Auf die bin ich schon sehr gespannt. Mit meiner Etüde liefere ich den Hintergrund zu „Aurora Australis – Ordnung muss sein“ (Etüde der Wochen 39 & 40):

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Das Urteil

Alle Zeugen waren gehört worden, die Anwälte hatten ihre Plädoyers gesprochen, jetzt war es Zeit für Richter Quentin und seinen Auftritt. Als Vorsitzender am Jugendgericht hatte er schon zu viele Wiederholungstäter erlebt. Griesgrämig nahm er noch einen Schluck von seinem inzwischen kalten Kaffee. Alles Punks – er kannte doch seine Schweinchen am Gang! Auf die Handvoll Sprayer, die er gleich ihrer gerechten Strafe zuführen würde, hatte er sich schon ganz besonders „gefreut“.

Schmierfinken waren das und Tagediebe – außer Langeweile hatten die keine größeren Probleme. Sie waren das beste Beispiel für das, was er seit Jahren predigte: „Nichtstun ist die Quelle allen Übels.“ Aber wer badete es aus? Die Gerichte waren überlastet, und er musste Überstunden machen, um sich durch die Akten der fünf Angeklagten zu wühlen und in den Gesetzbüchern zu stöbern. Er würde schon noch den richtigen Paragraphen finden, um endlich durchzugreifen und ein Exempel zu statuieren.

Da saßen sie nebeneinander aufgereiht, wie Perlen auf einer Schnur. Mit dreien von ihnen hatte er schon mehrmals das „Vergnügen“ gehabt, die bekamen jetzt für das sinnlose Besprühen von Regierungseigentum die Quittung. Der vierte war Ersttäter, blieb aber verstockt.

Der für ihn vorgesehene Denkzettel fiel nicht ganz so hart aus wie für die drei Bürschchen, von denen der Älteste gerade zwanzig geworden war. Nur bei dem Mädchen musste er Gnade walten lassen. Sie hatte Schmiere gestanden, aber bisher noch nichts auf dem Kerbholz. Aber sie zeigte sich einsichtig und schien ihre Missetat ehrlich zu bereuen. Vielleicht bestand ja doch noch Hoffnung.

Noch einmal kurz durchschnaufen, dann räusperte sich Quentin und verkündete das Strafmaß: Einhundertfünfzig Sozialstunden, abzuleisten in einer Einrichtung der Regierung, dem Raumfrachter Aurora Australis.

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274 Wörter – nicht immer muss es ein ganzer Roman sein.

ABC -Etüden – Wochen 45 & 46 : Aus dem Tagebuch von Emma Wilson

Nachschub für die letzten Etüden im November auf Christianes Blogfür die aktuelle stammt die Wortspende (Nachtlicht – lieblich – teilen) von Kain Schreiber mit seinem Blog „Gedankenflut“ – bevor es in den Advent geht.

Mir schwant, da könnten noch mehr solcher Notizen folgen – von welchen Crewmitgliedern noch, das steht zur Zeit noch in den Sternen.

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Aus dem Tagebuch von Emma Wilson

Liebes Tagebuch… na, das fängt ja schon mal gut an. Ich bin doch kein Kind mehr, das versucht, die Seiten mit seiner krakeligen Handschrift zu füllen. Also nochmal von vorn.

Tag zwei. Unsere Mission hat unspektakulär begonnen. Stundenlang in einem Raumanzug – nachdem Dean und ich alles aufgebaut hatten, waren wir fix und alle.

Aber während er jetzt sicher tief und fest schläft, kriege ich kein Auge zu. Wenn ich doch bloß das blöde Nachtlicht an meiner Tür abschalten oder wenigstens runterdimmen könnte. Oder den Farbcode ändern. Gleich morgen früh: Dunkelrot statt Blau, das wär’s.

Da fällt mir ein, ich könnte mir eine Flasche von dem Roten aufmachen, den ich mir mitgenommen habe und der im Kasten unter meiner Schlafkoje schlummert. Schön lieblich. Den würde ich gerne mit jemandem teilen. Und ich wüsste auch schon, mit wem.

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126 Wörter – eine Kurzetüde diesmal. Aber man muss sein Tagebuch ja nicht mit Romanen füllen; und manch einer muss noch kräftig üben.

PS: Die gesammelten Werke der bisherigen Geschichten um die Mondexpedition habe ich hier zusammengeführt: Writing Friday August Woche 33: Völlig losgelöst, ABC-Etüden Woche 41 & 42 – Aus dem Tagebuch von Irina Pawlowna, ABC-Etüden Woche 45 & 46 – Clair de Lune, ABC-Etüden Woche 45 & 46 – Aus dem Tagebuch von Emma Wilson

Fortsetzung möglich.

ABC -Etüden – Wochen 45 & 46 : Clair de Lune

Nur noch im November gibt es die regulären Etüden auf Christianes Blog für die aktuelle stammt die Wortspende (Nachtlicht – lieblich – teilen) von Kain Schreiber mit seinem Blog „Gedankenflut“.

Doch noch ist es etwas hin bis zum 1. Advent und dem Beginn der Adventüden, auf die ich mich schon sehr freue.

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Clair de Lune

Die Tür der Kommandozentrale schloss sich hinter Emma. Zeit, den letzten Abschnitt ihrer Mission im Logbuch festzuhalten, und zwar mündlich, denn man schrieb schon lange nichts mehr. Zeit war Geld, und das floss an anderer Stelle in das Projekt. Schreiben war Luxus, den man sich zu seinem Privatvergnügen gönnte.

Es teilen sich die Wolken, ich habe freie Sicht auf die Sterne. Frieden, so weit das Auge reicht. Hier kann ich sie sehen, tausende und abertausende Lichtpunkte. Sie funkeln wie Diamanten, unerreichbar hoch über den Hügeln, die sich in sanften Wellen zum Horizont und weit darüber hinaus erstrecken. Lieblich schimmern sie im kühlen Mondenschein. Clair de Lune: mein Freund, mein Begleiter in der Dunkelheit; stets war mir dein Nachtlicht Trost.“

Heute würde ihr Tagebuch nicht mehr so aussehen, aber sie war ja auch keine vierzehn mehr. Selbst Irina führte eins, und bestimmt stand darin nicht so ein pubertäres, romantisch-verklärtes Geschwurbel, sondern das Wesentliche in prägnanten Sätzen.

Emmas Entschluss stand fest. Gleich nach dem Abliefern ihres Berichts und dem Verlassen der Sprachbox in der Kommandozentrale würde sie sich auf die Suche nach etwas zu Schreiben aufmachen.

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Mal wieder etwas rund um ein Tagebuch – diesmal mit 185 Wörtern. Vielleicht schreibe ich ja noch eine.

ABC -Etüden – Wochen 43 & 44 : Ihr großer Tag

Der Oktober neigt sich dem Ende zu, und so reiche ich kurz vor knapp noch eine zweite Etüde mit 255 Wörtern nach, die die gespendeten Wörter Schmutzfink & fabelhaft & mopsen enthalten. Die Wortspende für Christianes aktuelle Etüde stammt von mutigerleben.

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Ihr großer Tag

„Aufgewacht, die Sonne lacht – der Tag beginnt ganz fabelhaft!“

Trällernd balancierte Paola ein Tablett durchs Wohnzimmer zur Couch, auf der Michele und das Baby aneinander gekuschelt schlummerten. Bei diesem Bild des Friedens hätte sie dahinschmelzen können, und so gerne sie ihren Liebsten auch hätte weiterschlafen lassen – der Duft von Brötchen, frisch aus dem Ofen, und Kaffee hing als Erinnerung daran in der Luft, dass sie heute noch etwas zu erledigen hatten.

Den Termin beim Standesamt hatten sie erstaunlich schnell bekommen – es ging ja auch nicht um eine Eheschließung, sondern um die Eintragung des Namens für ihr Töchterchen. Auch wenn sich üblicherweise der Vater alleine darum kümmerte. Aber es hatte sie beide noch nie interessiert, was andere taten.

Ob sie ihrem Liebsten die Decke mopsen sollte? Nein, das wäre dann doch zu gemein – schließlich stand er nachts freiwillig auf und nahm es in Kauf, dass er kaum noch ein Auge zu bekam, damit Paola sich auf ihren Job konzentrieren und die Interviews für ihre Sendung vorbereiten konnte. Ihre Freunde hatten ihren Rollentausch anfangs zwar etwas seltsam gefunden, aber inzwischen verloren sie kein Wort mehr darüber, dass sich Michele um Haus und Kind kümmerte, während sie das Geld beim Radio verdiente.

Die einzigen, die sich Paulas Meinung nach wirklich zum Teufel scheren konnten, waren die Paparazzi, die jetzt wahrscheinlich drei Kilometer entfernt wieder vor ihrem und Micheles Haus herumlungerten, diese Schmutzfinken! Aber sie würden vergeblich auf Paola warten – es ging doch nichts über Freunde, die einen vorübergehend bei sich wohnen ließen.

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Schmutzfinken mal im übertragenen Sinn… ich bin schon auf die nächste Etüde gespannt, die bereits vor der Tür steht.

ABC -Etüden – Wochen 43 & 44 : Die Konfrontation

Der Oktober steht im Zeichen von Horror, Grusel und mysteriösen Geschichten – so auch mein Beitrag für Christianes aktuelle Etüde. Die Wortspende dazu stammt von mutigerleben und setzt sich zusammen aus den folgenden Worten: Schmutzfink + fabelhaft + mopsen.

Und weil es heute mysteriös wird, habe ich meine eigene Illustration entworfen.

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Die Konfrontation

„Du bist wieder dort gewesen.“

Traurig sah er sie an. Sie musste nichts sagen – die Spuren ihrer nassen Füße von der Haustür bis zum Kamin, vor dem sie sich aufwärmte, sprachen Bände. Das Kleid mehrfach eingerissen und voller Seetang, Arme und Beine voller Abschürfungen: mit dem Dreck im Haar glich seine Jo einem Schmutzfink, doch selbst der Schlamm in ihrem Gesicht konnte ihre Schönheit nicht schmälern.

Inzwischen konnte sie ihre monatlichen Ausflüge nicht mehr verbergen. Immer bei Vollmond zog es Jo hinunter an den Strand, hin zu den anderen, die so waren wie sie. Herausgefunden hatte Aidan es nur durch Zufall, als er eines Nachts wachgeworden war und den Platz neben sich im Bett leer vorgefunden hatte. Heimlich war er ihr beim nächsten Mal nachgeschlichen und hatte sich in einem Alptraum gewähnt. Der Anblick hatte ihn trotz der lauen Sommernacht frösteln lassen: Reglos saßen sie da, zu Dutzenden, dem Meer zugewandt, schauten in die Ferne über Stunden, taten nichts… als ob sie auf etwas warteten.

„Selkies: Fabelhafte Wesen, aus dem Meer geboren“, las er in einem Buch über nordische Sagen und Mythen aus der Bücherei, „und wenn die Sehnsucht nach dem Meer übermächtig wird und sie sich ihr verstecktes Fell wieder überstreifen, kehren sie für immer in ihrer wahren Gestalt in ihre wahre Heimat zurück – als Seehund.“

Für immer.

Diese beiden Worte genügten, und Aidan fragte sich, was ihn davon abhielt, ihr wo auch immer vergrabenes Fell zu mopsen und zu verbrennen – dann konnte sich Jo nicht mehr zurückverwandeln und würde für immer bei ihm bleiben.

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261 Wörter für einen Ausflug in die Welt der Sagen und Mythen, passend zum Oktober.