Ankündigung : 12tel Blick


 

Immer wieder begegnet mir bei meinen Fotostreifzügen durchs Internet der ein oder andere Beitrag zu dem Langzeitprojekt „12tel Blick“ von Tabea Heinicker. Und wie oft habe ich dann immer gedacht, wie schön es doch wäre, bei diesem Projekt mitmachen zu können – allein am geeigneten Motiv hat es mir gemangelt. Schließlich geht es darum, jeden Monat von einem bestimmten Motiv ein Foto zu zeigen und so den Wandel bzw. die Veränderung des Motivs und seiner Umgebung sowie das Spiel von Licht und Schatten festzuhalten. Und da soll es dann schon nicht irgend etwas sein, sondern etwas, was für mich eine persönliche Bedeutung hat.

 

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Als ich dann neulich nach langer Zeit wieder einmal meine Bilder aus dem Taunus sortierte, fiel mir auf, dass ich wieder einmal eine bestimmte Baumgruppe fotografiert habe. Erst vor kurzem spottete ich noch darüber, dass ich schon gar nicht mehr wüsste, wie oft ich meine Lieblingsbäume schon abgelichtet habe… und das Motiv für den 12tel Blick war gefunden. Es gibt nur einen Haken: Immerhin haben wir schon Juli, und der Januar ist schon lange vorbei. Na gut, dann lasse ich das Jahr eben im Juli beginnen und im Juni 2018 enden. Im Kasten ist mein Motiv auf jeden Fall. Nun muss ich es nur noch veröffentlichen – und zwar am 30. Juli 2017.

Die 5 Besten am Donnerstag # 55 : English for runaways, in films

 

Absurd ins Deutsche übersetzte Filmtitel – wem sind die nicht schon aufgefallen? Und wer hat sich nicht schon mal darüber lustig gemacht? Mit diesem Thema beschäftigt sich die heutige Ausgabe der 5 Besten am Donnerstag auf Goranas Blog. Nun war ich ja schon lange nicht mehr im Kino, aber in meiner umfangreichen DVD-Sammlung gibt es so einige Schätzchen, bei denen ich mich schon ab und zu über die irreführende Übersetzung gewundert habe. Also kommen nun hier meine „Top Five“ (oder doch eher Flop Five), mit der Übersetzung in pinkem Fettdruck und dem Originaltitel im schwarzen Fettdruck.

 

Die 5 absurdesten deutschen Filmtitel Übersetzungen

 

We want sex : Made in Dagenham

Vielleicht war „Hergestellt in Dagenham“ nicht eingängig genug, und vielleicht wäre es geschickter gewesen, den Arbeitskampf der Näherinnen bei den Ford-Werken in Dagenham in den Titel zu packen. Dieser dreht sich nämlich um gleiche Bezahlung von Männlein und Weiblein. Fakt ist, dass auf dem Banner, das die Näherinnen bei ihrem Streik aufrollen, der Slogan „We want sex equality“ steht, aber das „equality“ durch ein dummes Mißgeschick kaum zu sehen ist. Zwar finde ich, dass „We want sex“ nicht allzu weit hergeholt ist, aber diejenigen in die Irre geführt werden, die von der dem Film zugrundeliegenden Geschichte keine Ahnung haben und einen heißen erotischen Streifen erwarten. Eine absurde Erwartung, wenn man weiß, dass der Film ab einem Alter von 6 Jahren freigegeben worden ist.

 

In guten Händen : Hysteria

Korrekt wäre die Übersetzung „Hysterie“ gewesen, denn um die ärztliche Behandlung weiblicher Hysterie im viktorianischen England geht es in dem Film. Ob man die Assoziation zu dem Horrorfilmgenre bei einem Film mit FSK-12-Freigabe vermeiden wollte? Oder man wollte dem Publikum versichern, dass die Patientinnen bei dieser neuartigen Behandlungsmethode in guten Händen gewesen sind. Gibt man bei Google „In guten Händen“ ein, werden u.a. folgende Stichwörter vorgeschlagen: Pflege, Altenpflege, Versicherungen, Beisetzung.

 

Harry Potter und die Heiligtümer des Todes : Harry Potter and the Deathly Hallows

Okay, hier hat man einfacherweise den Titel des gleichnamigen Romans zum Filmtitel erklärt, damit die Fans sofort wissen, um welche Verfilmung es sich handelt. Trotzdem betreibe ich hier meine Erbsenzählerei, und zwar bei der Übersetzung des Buchtitels:

Heiligtümer des Todes“ hätte ich mit „Sanctuaries of Death“ übersetzt – während „Deathly Hallows“ für mich immer noch „Tödliche Heilige“ sind. Wie man es aber dreht und wendet, konnte ich diesem Film nicht viel abgewinnen, denn das einzige, das hier für mich tödlich war, war die Langeweile, die auch noch in epischer Breite über zwei Teile ausgewalzt wurde.

 

Der Wachsblumenstrauß : Murder at the Gallop

Was passiert, wenn ich den Spieß umdrehe und das Wort „Wachsblumenstrauß“ ins Englische übersetze? Es kommt ein noch absurderer Titel heraus, und zwar „Bunch of Flowers of Wax“ oder „Bouquet of Wax“ heraus. „Mord im Gallop“ wäre zwar näher dran am Original, aber dass mit „Gallop“ das Hotel und nicht die schnelle Gangart des Pferdes gemeint ist, wäre wahrscheinlich nicht vielen aufgefallen. Dabei ist das namengebende Hotel der Schauplatz, und das im Film vorkommende Gemälde „Der Wachsblumenstrauß“ nur eine Randerscheinung.

 

Vier Frauen und ein Mord : Murder most foul

Mit dem Zusatz „most foul“ zu dem Wort „Mord“ konnte ich nicht viel anfangen, denn ist so ein Mord nicht immer etwas böses? Aufklärung bringt ein Blick auf die „Trivia“ im entsprechenden Eintrag bei Wikipedia. Demzufolge ist „murder most foul“ ein Auszug aus dem Shakespeare-Zitat „Murder most foul, as in the best it is, / But this most foul, strange and unnatural.“ aus Hamlet (1. Aufzug, 5. Szene) – dort steht dann auch die passende Übersetzung: „Ja, schnöder Mord, wie er aufs beste ist, doch dieser unerhört und unnatürlich.“

Schnöder Mord“ als Titel für einen Film, der in deutschen Kinos gezeigt werden soll, klingt allerdings nicht besonders interessant. Bei den im Titel genannten vier Frauen handelt es sich immerhin um Personen, die in dem Film eine wichtige Rolle spielen. Kleines Kuriosum am Rande: In dem Film zugrunde liegenden Buch (Originaltitel: Mrs. McGinty’s Dead) ermittelt nicht Miss Marple, sondern Hercule Poirot.

Ich bin ganz sicher, dass es noch viele andere, weitaus passendere Beispiele für mißglückte Übersetzungen gibt, aber diese fünf habe ich tatsächlich auch gesehen. Und jetzt bin ich gespannt, was anderen so alles aufgefallen ist und ich am Schluss sagen kann: Again what learned (wieder was gelernt).

Serienmittwoch #82 : von A bis Z


 

Das wird ein etwas längerer Betrag, denn beim heutigen Serienmittwoch bittet Corly uns, unser persönliches Serienalphabet zu erstellen. Das ist eine Aufgabe nach meinem Geschmack, denn seit Mitte der 70er Jahre habe ich mehr oder weniger regelmäßig ferngesehen, und da waren allerlei Serien dabei; von Zeichentrick über Soap Operas bis hin zu Krimis – das Spektrum ist ziemlich breit gefächert. Damit soll es der Vorrede auch schon genug sein.

 

Hier kommt mein Serienalphabet, und zwar mti den Serien, von denen ich mindestens zwei Folgen gesehen habe:

 

Das A-Team: (1983-1987)

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Die deutsch-japanische Produktion „Die Biene Maja“: (1975-1980)

Catweazle: (1970-1971) – zwei Staffeln um einen Hexenmeister, der 1066 vor den Normannen flieht und bei seinem Sprung in den Burggraben im 20. Jahrhundert landet.

Der Denver-Clan (Dynasty): Diese amerikanische Serie (1981-1989) mit Joan Collins als fiese Alexis Carrington fand ich noch besser als „Dallas“. Vor allem lief sie zu einer aufstehfreundlicheren Zeit; so war ich Mittwochabends noch vor zehn im Bett, und meine Eltern hatten nichts zu meckern.

Die französisch-japanische Produktion von 1978 Es war einmal – der Mensch erklärte in 25 Minuten Geschichte auf spannende und unterhaltsame Weise.

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Die amerikanische Seifenoper Falcon Crest (1981-1990) drehte sich um die Familien Gioberto und Channing und ihre Intrigen und lief immer dienstags im Vorabendprogramm der ARD. Dass davor und danach immer Werbung lief, störte mich nicht, denn zwischen den Werbespots liefen kleine Cartoons mit den Sendermaskottchen (Onkel Otto – hr; Pferdle & Äffle – Südwestfunk).

Game of Thrones: War ja klar, dass diese Serie mit in mein Alphabet hinein muss, denn sie ist seit 2011 in aller Munde; ich dagegen bin erst im letzten Dezember eingestiegen – das aber mir Volldampf.

Heidi: Einen stärkeren Kontrast zu dem Buchstaben davor kann ich mir mit dieser Anime-Serie von 1974 nicht vorstellen. Aber: als Kind habe ich diese Serie geliebt, aber nicht, weil ich Anime so toll finde, sondern wegen der Geschichte an sich.

Inspector Barnaby (gibt es seit 1997): Das war bis zum Ausscheiden von John Nettles eine meiner Lieblingskrimiserien; doch seit sein Neffe dessen Nachfolge angetreten hat, ist er von meinem Radar verschwunden

In Jakob und Adele zeigten Carl-Heinz Schroth und Brigitte Horney von 1982-1989, dass man mit 65 und aufwärts noch lange nicht zum alten Eisen gehören muss. Ich hab‘ den beiden alten Leutchen gerne dabei zugesehen, wenn sie sich als Privatdetektive betätigten.

Knight Rider: (1982-1986)

Lewis – Der Oxford-Krimi: (2006-2015)

Mord ist ihr Hobby: (1984-1996) – und noch eine Krimiserie, die statt in einer britischen Universitätsstadt in dem beschaulichen Städchen Cabot Cove an der Küste des amerikanischen Bundesstaats Maine. Die Serie mit Angela Lansbury als Krimischriftstellerin, die in jeder Folge einen anderen Kriminalfall löst, habe ich im letzten November sehr häufig auf SAT1 Gold gesehen.

Navy CIS gibt es seit 2003. Am interessantesten in dieser Krimiserie finde ich „Goth Girl“ Abby, gespielt von Pauley Perrette; sie hat so einen herrlich trockenen Humor.

Schiff Ahoi! Die britische Onedin-Linie ließ ihre Schiffe von 1971-1980 ihre Segel hissen und in See stechen. Der Sprung von der modernen zur historischen Navy ist mir hiermit gelungen.

 

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(Bildquelle: https://s1-ssl.dmcdn.net/NU6Rc/x240-6ir.jpg)


 

Und noch etwas historisches: Poldark. Leider kann ich mich immer noch nicht entscheiden, ob mir die britische Fernsehserie von 1975-1977 oder die seit 2015 laufende Neuauflage mit Aidan Turner in der Hauptrolle besser gefällt. Kleine Anekdote am Rande: In der Erstverfilmung spielte Jane Wymark eine Nebenrolle – bei Inspector Barnaby war sie die Joyce Barnaby, die Frau des Inspektors.

Dr. Quinn – Ärztin aus Leidenschaft (1993-1998): Viele Folgen habe ich allerdings davon nicht gesehen.

Dagegen habe ich das Schicksal von Regina auf den Stufen im Nachkriegsdeutschland durch alle zehn Folgen 1990 hindurch komplett mitverfolgt.

Die Sesamstraße gibt es seit 1969, und was habe ich in den siebziger Jahren das Krümelmonster, Kermit, Ernie & Bert, Bibo und Grobi geliebt! Die späteren Folgen mit Samson und Tiffy fand ich nicht so prickelnd, aber da war ich aus dem Alter auch schon lange raus.

Torchwood (2006-2011): Bis gestern wurden auf ARD One die ersten beiden Staffeln des Dr. Who-Ablegers wiederholt. In dem Sci-Fi-Mystery-Drama ging es teilweise heiß her, es gab Spannung, Action, jede Menge Kraftausdrücke, aber auch so viel Herzerwärmendes, dass ich jede Menge Taschentücher durchgeschnieft habe.

Unsere kleine Farm (1974-1983) war eine meiner Lieblingsserien. Am liebsten wäre ich mit Sack und Pack nach Walnut Grove gezogen und mit Laura Ingalls zur Schule gegangen. Gegen uns als Team hätte die blöde Nellie Olson es schwer gehabt, davon war ich als Kind ganz fest überzeugt.

Wer auf Slapstickfilmchen und Kurzfilmkomödien der 10er und 20er Jahre des letzten Jahrhundert stand, wurde mit Väter der Klamotte von 1973-1986 rundum bedient. Dementsprechend humorig fielen dann auch die Kommentare von Hanns Dieter Hüsch oder Ernst H. Hilbich aus.

Wickie und die starken Männer (1972-1974): Hey, hey, Wickie, hey, Wickie, hey. Zieh fest das Segel an.

Xena – die Kriegerprinzessin (1995-2001): Auch wenn man es mir nicht glauben mag, aber auch zu dem Buchstaben X gibt es eine Serie, von der ich ein paar Folgen gesehen habe. Mein kleines „guilty pleasure“ der Erwachsenenzeit zum Schluss.

Yao – Abenteuer eines Häuptlingssohnes: Von dieser 1969 von Frankreich und der Elfenbeinküste produzierten dreizehnteiligen Serie um den von seinem Stamm verstoßenen Häuptlingssohn habe ich nur die ersten paar Folgen gesehen – dann war der Sportverein interessanter, und die Serie hatte bei mir keine Chance mehr. In welchen Archiven sie auch immer verschollen sein mag; aber auch zu dem Y gibt es eine Serie, die ich einst kannte.

Von 1989 bis 1991 gab es Montags im Bayerischen Fernsehen immer die Kurzcomedy „Die Zeit ist reif für Ernst Eiswürfel“: Und jetzt habe ich nicht nur das Bild von Eisi Gulp vor Augen, wie er auf der Balkonbrüstung kauert, sondern auch noch diesen dämlichen Ohrwurm („Überall blüh’n Blumen, du bist nicht allein, nimm die Welt in deine Hand, dann wird sie deine sein. Spring nicht aus dem Fenster, fasse neuen Mut, denn du hast einen Engel mit dem wird alles gut. Ernst Eiswürfel, du wirst es seh’n, Ernst Eiswürfel, die Welt ist schön“) — aber zum Z ist mir wirklich nichts vernünftigeres eingefallen. Ach, was war das aber auch schön: Livemusik aus dem Alabama oder dem Schlachthof, dann eine Talkrund mit Giovanni di Lorenzo oder Amelie Fried, und mittendrin dann diese kurzen Comedyfilmchen.

Und nun, wo ich am Ende des Alphabets angekommen bin, endet auch mein Wort zum Mittwoch. Oder Donnerstag. Hat Spaß gemacht. Sehr sogar. Hätte ich nicht gedacht – aber: Hier kann man mal wieder sehen, dass die vermeintlich „schwierigen“ Buchstaben wie Q, X oder Y am Ende leichter sind als gedacht.

Media Monday # 317

 


 

Was für eine Sound- und Lightshow!

Mitten in der Nacht von Samstag auf Sonntag von flackerndem Licht in einer ansonsten stockdunklen Hütte geweckt, dauerte es einige Minuten, bis ich erkannte, dass über mir das heftigste Gewitter tobte, das ich je erlebt hatte. Jede Sekunde ein Blitz (oder auch zwei,) und in der Luft so viel Elektrizität, dass ich sie förmlich riechen konnte…. die darauf folgenden Donnerschläge waren lauter als die in der Schweiz, die ich vor Jahren auf 1200 Metern, umringt von einigen Dreitausendern, live miterleben durfte. Ich muss gestehen, dass mir – im Gegensatz zu dem Sommergewitter im Wallis – diesmal ganz schön mulmig zumute war. Dazu noch der starke Wind und die Regenmassen, die auf die Dachpappe über mir niedergingen. Kaum zu glauben, dass das Unwetter keine Spuren hinterlassen hatte.

So muss ich mir keine Sorgen oder Gedanken über etwaige Reparaturen machen und kann mich unbeschwert Wulfs Lückentext widmen, der für mich inzwischen ein kleines Highlight zum Wochenwechsel darstellt.

 

Media Monday #317

 

1. Serien mit „Bösewichtern“ als Protagonisten (bspw. Hannibal, Dexter, …) habe ich noch nie gesehen, es sei denn, man zählt die Kinofilme mit Hannibal Lecter als Hauptperson nicht dazu.Aber wie konnte ich bloß Outlander vergessen?

2. Die fabelhafte Welt der Amelie hat wirklich bahnbrechende Effekte, was z.B. die sprechenden Paßfotos oder der zusammengesetzte Brief angeht. Das Blitzspektakel von Samstag auf Sonntag übrigens auch – siehe Einleitung; die machten den Weg frei für den gewaltigen Donner.

3. Ich habe ja schon ein ziemliches Faible für Zeitungen in Papierform, die ich gegenüber der Online-Version bevorzuge. Was einmal gedruckt worden ist, das kann nicht mehr verändert werden. Bei Onlineausgaben bin ich mir da nicht so sicher.

4. Gilmore Girls könne ja nicht gut werden, dachte ich so, doch als ich abends einmal vergaß, nach Grey’s Anatomy den Fernseher auszuschalten, blieb ich an der Serie kleben, und nun schaue ich mir jeden Montag auf sixx zwei Folgen nacheinander an.

5. Dem Spiel Zug um Zug wollte ich ja schon immer eine Chance geben, allein wegen des Mangels an Mitspielern ist bisher noch nichts daraus geworden.

6. Grundsätzlich kann man sagen, dass ich in punkto Serien Produktionen von niemand bestimmtem präferiere, schließlich bin ich auf kein bestimmtes Genre festgelegt, und schaue gar nicht so viele Serien oder Filme, wie viele vermuten würden.

7. Zuletzt habe ich einen Spaziergang zu meinen Lieblingsbäumen unternommen und das war der Beginn des langfristigen Projektes „12tel Blick“, von dem ich noch nicht weiß, ob ich es wirklich schaffe, jeden Monat ein Bild vom selben Motiv aus demselben Winkel zu knipsen, weil irgendwas immer dazwischen kommen kann.

Corlys Themenwoche zum Land meiner Wahl : Schottland


 

Am vergangenen Mittwoch habe ich auf corlys Blog von ihrer Themenwoche gelesen, die sich um Lieblingsländer dreht. Bei mir ist es Schottland, und über meine Liebe zu diesem Land habe ich zwei Sammelbeiträge geschrieben – für die Frage des Samstags habe ich mir ordentlich Zeit gelassen, denn sie dreht sich um eine besondere Geschichte zu diesem Land. Oh, Geschichten gibt es viele; schließlich währt diese Liebe schon 31 Jahre, und da müsste es doch einiges zu erzählen geben:

 

Samstag: Gibts eine besondere Geschichte zu dem Land?

Soll ich beschreiben, wie ich meine Liebe zu Schottland entdeckte? Oder wie ich einmal einen An- und Abreisemarathon absolvierte, weil ich mit Bus & Bahn unterwegs war? Oder sind kurze Anekdoten interessanter? Oder eine Geistergeschichte aus dem Herzen der Hauptstadt? Ich glaube, es wäre das beste, wenn ich sie alle einmal niederschreibe, aber zu einem angemesseneren Zeitpunkt. Fürs erste sollen Episoden aus unserer vierwöchigen Reise genügen

20. August 2008: Nach fünf Tagen in der schottischen Hauptstadt fuhren wir zu unserem nächsten Etappenziel: Dufftown (Speyside), Wir konnten es gar nicht erwarten, endlich in die Highlands zu kommen, und als wir dort unsere erste Pause einlegten, erblickten wir einen Hügel, der auf der linken Hälfte grün und auf der rechten Hälfte lila war. Anscheinend hatte jemand eine akkurat senkrechte Grenzlinie zwischen gewöhnlichem Rasenbewuchs und Bepflanzung mit Heidekraut gezogen. Es war ein skurriler Anblick, den wir bewunderten, dann aber in Gedanken erst einmal abhakten.

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Dann folgten fünf Tage in Dufftown, fünf Tage auf der Black Isle und sechs Tage auf der Isle of Skye, bis wir am 5. September für zwei Nächte nach Glenshee in ein B&B mitten in der freien Natur zurückkehrten.

Hier stimmte einfach alles; gemütliche Zimmer, ein wunderschöner Ausblick aus dem Fenster, zwei rundum aufmerksame und liebenswürdige Gastgeber und das Haus selbst, mit Wintergarten – eingebettet in eine idyllische Landschaft. Und mitten in dieser Landschaft prangte… richtig: der grün-lila Hügel mit der akkurat gezogenen vertikalen Grenze zwischen Gras- und Heideland.

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Dass wir in der Abenddämmerung von Fledermäusen umschwirrt wurden und das Haus sogar noch über funktionierende Dienstbotenglocken à la Downton Abbey oder Gosford Park verfügte, war nettes, schmückendes Beiwerk, das aber für diese Geschichte irrelevant ist.

Dass wir an dem Ort vom Anfang am Ende wieder landen würden, hätte ich nicht für möglich gehalten; schließlich hatte ich von der Existenz dieses Hügels keine Ahnung, als ich über visitscotland die Unterkunft gebucht hatte. Ausschlaggebend für die Buchung war die Nähe zu Braemar, wo wir die Highlandgames besucht haben, wo wir am späten Nachmittag dann auch endlich die Königin zu Gesicht bekamen, nachdem ich mir beim stundenlangen Zuschauen bei sportlichen Wettkämpfen in feucht-kühlem Wetter fast den Allerwertesten abgefroren hätte. Doch wer wird so mimosenhaft sein, wenn die Teilnehmer an den Wettkämpfen weitaus luftiger gekleidet in Aktion zu sehen sind? Trotzdem würde ich kein zweites Mal mehr zu den Highland Games fahren – dann eher in diese hübsche Landschaft rund um Braemar im allgemeinen, und nach Glenshee im besonderen.

Sicher fallen mir bestimmt noch jede Menge anderer Geschichen nach und nach ein; und wer weiß, vielleicht erzähle ich die mal – fragt sich nur noch wann. Bis dahin bleibt noch Zeit für ein paar letzte Bilder zum Ausklang…

 

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und meinen Dank an corly für diese wunderbare Themenwoche, die so einige Erinnerungen bei mir wieder wachgerufen hat.


Corlys Themenwoche zum Land meiner Wahl : Schottland


 

Am vergangenen Mittwoch habe ich auf corlys Blog von ihrer Themenwoche gelesen, die sich um Lieblingsländer dreht. Bei mir ist es Schottland, und über meine Liebe zu diesem Land habe ich einen Sammelbeitrag für die Fragen von Montag bis Mittwoch geschrieben. Nun sind die Fragen von gestern und heute dran. Corlys heutiger Beitrag dreht sich um die Frage, ob wir nochmal hinreisen würden und was wir uns dann ansehen wollen. Doch zuerst beschäftige ich mich mit dem Donnerstag.

 

Donnerstag: Welche Sehenswürdigkeiten gefielen euch am besten in diesem Land?

Schon alleine die Hauptstadt Edinburgh ist voll von Sehenswürdigkeiten: Parks, Museen, historische Gebäude, die „Unterwelt“, die komplette mittelalterliche Altstadt, Burg, Palast… Sehenswürdigkeiten, die man in jedem Reiseführer findet. Und auch von den Orten, die ich mir immer wieder gerne anschaue, findet man so einige im Reiseführer – da bin ich jetzt nicht die touristische Ausnahme. Hier ein paar Auszüge:

 

Edinburgh:

Der Royal Botanic Garden, die National Gallery und St. Giles Cathedral; bisher habe ich hierfür noch nie Eintritt bezahlt. Aber wer weiß, wie schnell sich das ändern kann. Auch die Westminster Abbey in London konnte man im letzten Jahrhundert noch für lau besichtigen – vor ein paar Jahren wollten sie bereits 10 Pfund Eintritt. Im Botanischen Garten habe ich ein Kunstwerk des Land-Art-Künstlers Andy Goldsworthy entdeckt.

 

Was die Parks angeht: Schöner als die Princes Street Gardens fand ich den Bruntsfield Park, von dem aus an schönen Tagen einen erstklassigen Blick auf Arthur’s Seat, den Hausberg der Stadt hat.

 

Wer vor langen Spaziergängen nicht zurückschreckt, kann den Leith Walk an einem Flüßchen bis nach Leith entlangwandern; der Pfad beginnt an der Dean Bridge in dem malerischen Stadtteil Dean Village. Etwas weiter außerhalb von Edinburgh liegt am Meer der Stadtteil Portobello mit seiner Strandpromenade und einem Schwimmbad aus viktorianischer Zeit, das auch einen Saunabereich hat.

 

Wem es nicht vor Friedhöfen gruselt, kann sich die Zeit auf einigen davon vertreiben; unterhalb der Burg am westlichen Ende der Princes Street Gardens, einen unterhalb von Calton Hill und den wohl berühmtesten, den Greyfriar’s Kirkyard, auf den man einen Blick durch ein Fenster auf der Rückseite des Lokals „The Elephant House“ werfen kann. Angeblich hat J.K. Rowling sich hier ihre Inspiration für Harry Potter geholt. Ich zog es dagegen vor, das überfüllte Lokal zu meiden und lieber bei einem klaren Herbsttag über den Friedhof zu flanieren.

Das soll jetzt hier kein neuer Reiseführer werden, deshalb zähle ich jetzt noch ein paar Gegenden auf, die mir auf meiner Schottlandreise vor neun Jahren besonders gut gefallen haben.

Dunnet Head:

Dies ist wirklich der nördlichste Punkt Schottlands mit einem Leuchtturm und einem sensationellen Blick auf die Orkneyinseln mit dem Felsen namens Old Man of Hoy. Ja, ich weiß, die meisten halten John O’Groats für den nördlichsten Punkt, aber er ist nur berühmter – vielleicht wegen des bekannten Wegweisers am anderen Ende von Großbritanniens, in Land’s End, wo auf diesen Punkt verwiesen wird. Und selbst Land’s End ist nicht der südlichste Punkt, wie ich bei wikipedia eben nachgelesen habe. Ebenfalls dort gelesen habe ich, dass den Leuchtturm von Dunnet Head der Großvater des Schriftstellers Robert Louis Stevenson erbaut hat. Aber wie auch immer – aber im Gegensatz zu John O’Groats gab es 2008 dort kein Hotel.

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Isle of Skye:

Selbst eine Insel wie die Isle of Skye hat noch eine Halbinsel, die Neist Point heißt und als westlichster Punkt der Insel gilt. Besonders beeindruckend fand ich außer dem Leuchtturm auch das riesige Nebelhorn und die vielen kleinen Steintürmchen, die wir am Strand gefunden haben. Ein weiterer, wirklich schöner Strand auf der Isle of Skye ist Coral Beach mit seinem feinen weißen Sand und den dort grasenden Rindern.

Themenwoche 10 coral

 

Faszinierend fand ich auch die Robbenkolonie in der Bucht vor Dunvegan Castle. Allein von den dort lagernden Seehunden haben wir hunderte von Fotos geschossen.

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Noch eine Halbinsel:

Die Black Isle – nordöstlich von Inverness – ist eine kleine Welt für sich. Doch dazu mehr am Samstag.

Themenwoche 13 cloud

Und noch zwei „Points of Interest“ zum Abschluß:

1) Die Whiskydestillerie Edradour, die als die kleinste Destillerie Schottlands beworben wird, und zu der man von dem Urlaubsort Pitlochry aus wandern kann, vorbei an einem kleinen Wasserfall.

2) Das ehemalige Baumwollfabrikationszentrum New Lanark am Ufer des Clyde, das durch den Sozialreformer Robert Owen bekannt geworden ist, der es im 19. Jahrhundert geführt hat.

Freitag: Würdet ihr noch mal hinreisen und was würdet ihr euch dann ansehen wollen?

Klar gibt es Gegenden in Schottland, denen ich mich noch nicht gewidmet habe, und das wäre zum einen die Westküste und zum anderen sämtliche Hebrideninseln sowie die Orkney- und die Shetlandinseln. Hätte ich noch einmal genauso viel Zeit wie vor neun Jahren, so würde ich nach Glasgow fliegen und von dort aus mit einem Mietwagen nach Norden aufbrechen, immer an der Westküste entlang, mit einem Abstecher nach Islay und seinen acht Whiskybrennereien. Da es hier einen Steinkreis gibt, kann ich den von Callanish auf der Insel Lewis auslassen und im Uhrzeigersinn weiterfahren, bis zu meinem endgültigen Ziel – der Black Isle, wo ich mir zum Abschluß eine Woche in einem schnuckeligen B&B gönne.

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to be finished …

Themenwoche zum Land meiner Wahl : Mo – Mi

 

Seit 31 Jahren gibt es ein Land, das mich fasziniert wie kein anderes: Schottland.

 

Kennengelernt habe ich zunächst nur seine Hauptstadt und deren nähere Umgebung bei der Abschlussfahrt des Englischleistungskurses im Herbst 1986. Bei der wurden wir in Zweier- und Vierergruppen in privaten Haushalten untergebracht, und seitdem habe ich immer noch Kontakt mit „meiner“ Landlady.

Zwischen 1986 und 2016 waren ich bestimmt gefühlt zehn Mal in Schottland, meistens in Edinburgh, mit Tagesausflügen nach Stirling, Loch Ness oder Fort William – aber 2008 haben mein Mann und ich uns damals den Traum von einer knapp vierwöchigen Rundreise durch dieses zauberhafte Land erfüllt; mit einer Woche Aufenthalt im August im Haus meiner Landlady, die zu diesem Zeitpunkt in Paris weilte, uns aber großzügiger Weise einen Schlüssel deponierte.

Bei keiner anderen Reise habe ich mich je wieder so frei gefühlt wie während dieser vier Wochen von Mitte August bis Mitte September; aber damit dieser Beitrag zu Corlys Themenwoche (endlich ist die Katze aus dem Sack!) kein Roman wird, versuche ich, mich kurz zu fassen, mich auf die wichtigsten Punkte zu beschränken und die Fragen mehrerer Tagen zusammenzufassen, denn die Woche habe ich entdeckt, als bereits zwei Tage um waren.


 

Montag: Wie hat euch das Land gefallen, und was gefiel euch am besten?

 

Hatte ich bei meinen ersten Besuchen zunächst nur Edinburgh erkundet und nicht verstanden, warum die Mehrheit der Schottlandreisenden so von den Highlands schwärmen, überfiel mich die Erleuchtung in 2008, denn unsere mehrwöchige Reise führte uns genau dort hin.

Leider muss ich zugeben, dass diese weitverbreitete Highlandbegeisterung für mich bisher nur ein abgedroschenes Klischee gewesen war, doch als wir uns diese wunderbare Landschaft selbst erwanderten, erkannte ich endlich, warum alle davon schwärmten. Schottland besteht aber nicht nur aus den Highlands, sondern aus den Borders, den Lowlands und vielen Inseln. Und überall dort ist es schön, deshalb kann ich die Frage vom Montag nur im Zusammenhang mit der vom Dienstag beantworten:

 

Dienstag: Wo wart ihr überall?

Ausführliche Reiseberichte mit Fotos zu jener Reise, gegliedert in sechs Kapitel, habe ich bereits 2008 auf ciao.de veröffentlicht – die Links zu dieser Verbraucherplattform verbergen sich hinter den fettgedruckten Datumsangaben; die komplette Übersicht über den Reiseverlauf gibt es nun hier:

14.8./15.8.08: Fahrt mit der Fähre von Amsterdam Ijmuiden nach Newcastle, und von dort weiter nach Edinburgh.

15.8.-20.8.08: Edinburgh.

20.8.-25.8.08: Dufftown (Speyside)

25.8.-30.8.08: Balblair (Black Isle)

30.8.-5.9.08: Kildonan (Isle of Skye)

5.9.-7.9.08: Glenshee

 

Mittwoch: Warum dieses Land?

Diese Frage habe ich mir schon unzählige Male selbst gestellt; auch war ich schon in Irland, Cornwall und England – nur in Wales war ich noch nicht. Aber immer wieder zog es mich wieder nach Schottland zurück. Grüne Hügel, sturmumtoste Küsten, hohe Berge… diese Kombination ist mir bisher wirklich nur in Schottland begegnet. Klar, Irland, Cornwall und England – jedenfalls die Gegenden, die ich bereist habe –haben Grün, Grün und nochmals Grün, und Meer natürlich auch. Fehlen nur noch die Berge- und die gibt’s in Schottland. So schön die Landschaft auch ist, ein Schottlandurlaub wäre für mich ohne den Besuch eines Pubs oder einer Whiskydestillerie unvollständig.

Und noch ein Punkt: die Herzlichkeit, die uns dort begegnet ist. Nie werde ich vergessen, wie wir auf einer Sechsmeilenwanderung vom Regen durchnäßt wurden, weil es nirgends eine Möglichkeit des Unterstellens gab, und als wir dann in diesem Zustand in einem Hotel einen Kaffee trinken wollten, um die Wartezeit auf unseren Bus zu überbrücken, wurden wir so zuvorkommend behandelt, als hätten wir die teuerste Suite in diesem glanzvollen Etablissement gebucht.

Oder das Ceilidh, der gesellige, bunte Abend mit Musik und Tanz in den Räumen des Royal British Legion Club von Dufftown, bei dem wir als Außenstehende genauso herzlich willkommen geheißen wurden wie die Einwohner der Stadt oder der halben Belegschaft von Glenfiddich. Anscheinend waren wir die einzigen Touristen, die sich dort hin trauten; aber es machte einfach Spaß, den Klängen der jungen Dudelsackspielerin zu lauschen oder beim Gruppentanz für Alt und Jung mitzumachen – da wahren etwaige Berührungsängste schnell vergessen.

Oder das stundenlange Heidelbeerpflücken in der Nähe der Dog Falls, irgendwo in der weiteren Umgebung von Loch Ness, als wir plötzlich vor einem Schild standen, auf dem man lesen konnte, dass hier die Dreharbeiten zu dem Film „Valhalla Rising“ stattfinden würden. Den Film habe ich nie gesehen, aber man kann nie wissen.

Ich könnte hier noch stundenlang so weiterschreiben, aber morgen ist auch noch ein Tag; dann widme ich mich den Fragen von heute und morgen. Und vielleicht fällt mir bis Samstag auch noch eine besondere Geschichte zu dem Land ein.


 

To be continued … Dann gibt’s auch Fotos dazu.

Noch eine Mittwochaktion : Serienmittwoch # 81 – ausgestiegene Seriencharaktere


 

Bei der heutigen Ausgabe ihres Serienmittwoch möchte corly wissen, welchen ausgestiegenen Seriencharakteren wir hinterhertrauern. Die Frage ist für mich nicht gerade einfach, weil ich schon so viele Serien gesehen habe, dass ich teilweise schon gar nicht mehr weiß, welche Charaktere ausgestiegen sind, und weil ich es zwar schade um sie fand, aber nicht getrauert habe. Eher war ich bei manchen Figuren geschockt ob der Heftigkeit oder Unbarmherzigkeit, mit der sie per Drehbuch aus der Serie entfernt wurden – wie z.B. Lexy Grey, Mark Sloan oder Derek Shepherd per Flugzeugabsturz oder Autounfall aus der Serie „Grey’s Anatomy“.

Was mich aber tatsächlich für eine gewisse Zeit traurig gestimmt hat, war das drastische Ausscheiden der folgenden beiden Companions bei Dr. Who: Rory Williams und Rose Tyler – wobei gerade bei Rose der Doktor bestimmt am meisten gelitten hat.


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(Bildquelle – https://s-media-cache-ak0.pinimg.com/originals/f1/1c/6f/f11c6f99bcafc9423eb3533ecc6147bb.gif)

 


 

Und wenn wir schon beim Doktor sind: Dass David Tennant den Doktor nicht bis an sein Lebensende spielen wollte, kann ich zwar sehr gut nachvollziehen, denn so entgeht er wenigstens der Gefahr, auf eine einzige Rolle festgelegt zu werden. Aber schade fand ich es trotzdem. Vielleicht bin ich deshalb wohl nie so richtig warmgeworden mit Matt Smith als seinem Nachfolger. Oder war er mir nur zu jung oder hat mir zu sehr genuschelt, weil ich Tennants Aussprache bisher am verständlichsten fand?

Dass bei Downton Abbey die mir ans Herz gewachsene Lady Sibyl so grausam sterben musste und Matthew einem Autounfall mit tödlichem Ausgang zum Opfer gefallen ist, fand ich auch nicht so toll. Seltsam, dass den Drehbuchautoren vorwiegend das Ausscheiden mittels Serientod einfällt, wenn sie eine Figur nicht mehr länger in der Serie haben wollen oder wenn der Darsteller andere Pläne für die Zukunft hat.

Manchmal streben die mir sympathischen Gestalten eine berufliche Veränderung an (Christina Yang aus Grey’s Anatomy) oder setzen sich zur Ruhe (Inspector Barnaby). Oft hat es dann der Nachfolger schwer, aus dem Schatten seines Vorgängers herauszutreten. Noch ein paar Worte zu Inspector Barnaby. Dessen Nachfolge hat sein Neffe angetreten. Bis ich mich mit dem angefreundet habe, dauerte es einige Folgen.

Nur um dann irgendwann festzustellen, dass für mich der heimliche Star der Serie John Barnabys Hund Sykes war. John Nettles, der ursprünglich die Rolle des Inspector Barnaby gespielt hat, hatte eine Nebenrolle in der Serie Poldark. Was freute ich mich zu Beginn dieses Jahres, dass John Nettles auch in der dritten Staffel wieder mit von der Partie sein würde. Und was ist? Bereits in der ersten Folge stirbt er als Folgeerscheinung seiner Diabetes. Was für ein riesiger Mist! Ob er für die Handlung nun elementar wichtig war, lasse ich mal dahingestellt – aber musste man ihn erst groß ankündigen, nur um ihn gleich am Anfang fallenlassen wie eine heiße Kartoffel? Ich glaube, es gibt Dinge, die ich nicht verstehen muss.

So, mehr Serien fallen mir nicht mehr ein. Aber es hat Spaß gemacht, auch bei dieser Blogparade wieder mitzumachen.

Mittendrin-Mittwoch #74 : Landpartie

 

Da der MeMadeMittwoch zur Zeit mal wieder Sommerpause hat, nehme ich gerne an anderen Mittwochaktionen teil, wie an der, die ich durch puren Zufall beim Stöbern quer durch meinen Reader gefunden habe: der MittendrinMittwoch – eine Aktion von elizzy91, die sich (stark vereinfacht gesagt) ums Lesen dreht. Genaueres dazu in diesem Zitat aus ihrem Blog:


Mittendrin Mittwoch besteht aus immer neuen Zeilen von Büchern, in denen ich gerade mittendrin feststecke. Momentaufnahmen von Büchern, die ich gerade lese“


 

Die Frage lautet: In welchem Buch liest Du gerade? Antwort: Brombeertage“ von Angela Huth, 1998 erschienen bei Piper (ISBN 3-492 22607-8) Wie sehen Deine nächsten Zeilen aus?


Ag fühlte sich gedemütigt. Niemand würde sie zum Tanzen auffordern. Sie fühlte sich in ihre Teenagerzeit zurckversetzt, als ihr das so oft passiert war. Sie kam sich lächerlich vor in Prues affigem Chiffontuch und den albernen Locken. Sie wünschte, sie wäre nicht mitgekommen und Joe würde nicht so gelangweilt dreinschauen.“ (S.171)


 

Laut Klappentext handelt das Buch von „Liebe und Freundschaft in den Zeiten des Krieges“, als sich 1941 drei junge Frauen aus der Stadt als Freiwillige zur Landarbeit im abgelegenen Dorset melden; und es ist eins von den Büchern, die ich mir kaufe, wenn mir die Verfilmung gefallen hat. Damals hatte ich den Film „Brombeerzeit“ mit Rachel Weisz, Catherine McCormack und Anna Friel in den Hauptrollen als Landmädchen (Originaltitel: The Land Girls) von David Leland im Kino gesehen.

Wie zuvor schon der Film, konnte mich das Buch restlos begeistern: Es ist nämlich nicht nur leichtfüßig und flott geschrieben, sondern die Schriftstellerin nimmt kein Blatt vor den Mund, und dennoch rutscht die Sprache zu keiner Zeit ins Schlüpfrige oder Geschmacklose ab. Ein Kunststück, das nicht jeder fertigbringt.

Mit seinen 382 Seiten passt es auch noch bequem in die Handtasche, so dass ich mir den morgendlichen Weg zur Arbeit und abends wieder zurück sehr vergnüglich gestalten kann.

 

Media Monday # 316

 

Die Woche endete für mich mit einem literarischen Ärgernis: In der Erwartung, mir mit „Zeiten des Aufbruchs“ von Carmen Korn einen interessanten Roman über das Nachkriegsdeutschland und dessen Wiederaufbau gekauft zu haben, musste ich zu meiner Enttäuschung bald feststellen, dass die Schriftstellerin auf knapp 600 Seiten im Schweinsgalopp durch die Jahre 1949 bis 1969 eilt und es dabei fertigbringt, wichtige Ereignisse wie die Hamburger Sturmflut von 1962, die Attentate auf bedeutende Persönlichkeiten oder den Mauerbau nur oberflächlich anzureißen.

Allein der Ohrfeige, die Beate Klarsfeld 1968 Kurt Georg Kiesinger verpaßt hat, ist eine längere Passage gewidmet. Ansonsten beschäftigt sich der Roman mit den Schicksalen der Familien von vier miteinander befreundeten Frauen, aber das so sprunghaft, dass es mir noch nicht einmal unter diesem Aspekt gelang, mit den Figuren warm zu werden. Das hatte ich in der Vergangenheit so auch noch nicht. Schade um die verschwendete Lesezeit.

Wie gut, dass es einen neuen Lückentext zum Media Monday gibt, wie immer entworfen von Wulf auf seinem Blog medienjournal, der bereits am Sonntagabend ab 18 Uhr zum Ausfüllen bereitsteht. Das macht mir eindeutig mehr Spaß, als mich durch dicke Wälzer zu Schmökern, bei denen ich es nicht schaffe, die innere Distanz zu den Figuren im Buch zu überwinden. Lieber lese ich „Die Chroniken von Deverry“ von Katharine Kerr und Umberto Ecos bahnbrechendes Werk „Der Name der Rose“ zum dritten Mal.

 

Media Monday #316

1. Um mich an eine Serie zu binden, bedarf es eigentlich nur einer Handlung, die ich als nicht abgedroschen empfinde, einem gelungenen Drehbuch und im Idealfall keine Unterbrechungen durch Werbepausen.

2. Wer der neue Doctor (Who, Anm. d. Red.) wird, habe ich noch immer nicht herausgefunden, aber ehrlich gesagt, wird mir das ganze Rätselraten darum langsam zu dumm; mittlerweile denke ich, dass es das beste sein wird, wenn ich mich überraschen lasse.

3. „Der Name der Rose“ ist mir lang im Gedächtnis geblieben, denn sowohl Film als auch Buch gehören zu meinen persönlichen Top Ten.

4. Der Trend, bei Unfällen zu gaffen, Rettungskräfte zu behindern und zu bedrohen und alles ohne Rücksicht auf Verluste zu filmen, um es später gar noch auf Youtube hochzuladen, sollte hoffentlich bald ein Ende haben.

5. Im dritten Quartal dürfte meines Erachtens „Das Pubertier“ einen Kinobesuch wert sein, schließlich spielen Jan-Josef Liefers und Heike Makatsch die Hauptrollen, und beide würde ich gerne öfter auf der Leinwand oder im Fernsehen sehen.

6. „Minion Rush“ fürs Tablet ist eines dieser Spiele, bei denen ich über die Anfangslevel nicht hinausgekommen bin und nicht nur deshalb recht schnell wieder vom Tablet gelöscht habe. Die ständigen Versuche, mich mit Facebook verbinden zu wollen, haben ihr übriges dazu getan.

7. Zuletzt habe ich einer Freundin beim Hochladen eines Porträtfotos zwecks Echtheitsprüfung geholfen und das war überaus interessant, weil sie mir eine Freundschaftsanfrage von Leuten zeigte, zu denen ich den Kontakt in vollem Bewußtsein einschlafen ließ. Und, zu guter Letzt, habe ich am Sonntagabend eine Mail mit einem interessanten Link zu einem Film erhalten, der sich um eine Fahrt durch die Highlands mit dem legendären Zug „The Royal Scotsman“ dreht. Ach, wie gerne ich da auch einmal mitfahren würde! Und wieder einmal heißt es: „Real men wear kilt“.