Die 5 Besten am Donnerstag : Wo die Liebe hinfällt

Wenn’s nach den anderen gegangen wäre, dann wäre aus einigen kein Paar geworden – darum ging es gestern bei den Besten am Donnerstag, die ich glatt verpasst habe. Irgendwie ist seit Ostern mein Zeitgefühl aus dem Takt, deshalb gibt es meine Auswahl von „Paaren, die keine sein dürften“, mit Verspätung…

Harold & Maude

In der gleichnamigen schwarzen Komödie von 1971 werden aus der 79jährigen Exzentrikerin Maude und dem 20jährigen Harold, der sich für Friedhöfe und Beerdigungen interessiert und Scheinselbstmorde inszeniert, ein Paar.

Tony & Maria

Romeo und Julia als Tanzfilm der Moderne – ein Klassiker, denn in „West Side Story“ stehen beide auf einander entgegengesetzten Seiten. Er als Gründungsmitglied der Jets, einer weißen Gang – sie als Schwester von Bernardo, dem Anfüher der Sharks, einer puertoricanischen Bande. Da kann sich jeder denken, welchen Lauf das Drama nimmt.

Jess & Joe

In „Kick it like Beckham“ erwischt es Jess, die heimlich in einem Fußballclub für Mädchen mitspielt, weil sich ein solcher Sport für ein indisches Mädchen nicht schickt, als sie sich ausgerechnet in den aus Irland stammenden Coach des Teams verliebt.

Henry & Clare

Hier ist es zur Abwechslung mal nicht das Umfeld, das dagegen ist, sondern die Zeit selbst oder das Universum, je nachdem, wie man es betrachtet. Oder ist es Schicksal? Denn in „Die Frau des Zeitreisenden“ können die beiden Liebenden jederzeit voneinander getrennt werden. An Henrys unkontrollierbaren Reisen durch die Zeit in alle Richtungen ist ein Gendefekt schuld, und es gibt nichts, was man dagegen tun kann.

Kili & Tauriel

Ginge es nach Legolas‘ Vater, dem Elbenkönig Thranduíl, dürfte die eigensinnige Elbin in der „Hobbit“-Trilogie nicht einmal die Grenzen des Düsterwaldes überqueren. So aber pfeift sie auf die ihr auferlegten Pflichten und schließt sich der von Thorin Eichenschild angeführten Gruppe von Zwergen und einem Hobbit an, da sie sich in Kili, einen der beiden Neffen Thorins verliebt hat, dabei sind Elben und Zwerge schon seit Urzeiten nicht gut aufeinander zu sprechen. Dass es dabei aber dann noch zu einer Neuauflage von „I will follow her“ seitens Legolas kommt, hat wahrscheinlich wieder jeder außer mir kommen sehen.

Die 5 Besten am Donnerstag : Die (hehre) Anwaltszunft

Amerikanische Gerichtsthriller – ein weites Feld. Da kommen die unterschiedlichsten Themen vor Gericht. Die Frage ist nur: Fallen mir zu den Besten am Donnerstag auch tatsächlich Filme mit Anwältinnen ein? Ich gestehe, keinen Dunst zu haben und plädiere auf mildernde Umstände. Die Filme sind in chronologischer Reihenfolge aufgeführt und stellen keine Wertung dar.

Angeklagt (The Accused – 1988): Jodie Foster als Opfer einer Gruppenvergewaltigung, der man vor Gericht eine Mitschuld an dem Verbrechen gibt und sie somit die Hölle ein zweites Mal erleben lässt. Nach anfänglichen Vorbehalten ändert ihre Anwältin (Kelly McGillis) die Strategie und klagt nicht nur die Täter, sondern auch die Anstifter zu dem Verbrechen an.

Natürlich Blond (Legally Blonde – 1991): Blondinen werden immer unterschätzt oder für dämlich gehalten, diese Erfahrung treibt Elle Woods (Reese Witherspoon) so um, dass sie sich mit einer unorthodoxen Bewerbung einen Platz an einer Elite-Uni sichert, um es ihrem Ex gründlich zu zeigen. Dass sie dank ihrer unkonventionellen Denkweise und ihren Beauty-Erfahrungen einen scheinbar eindeutigen Fall löst, versetzt die hochnäsigen Komilitonen in Erstaunen.

Eine Frage der Ehre (A few good men – 1992): Wurde ein sogenannter Code Red, der zum Tode eines Marines geführt hat, von einem Vorgesetzten angeordnet? In dem spannenden Prozess vor einem Militärgericht geben sich u.a. Demi Moore, Jack Nicholson, Kevin Bacon und Kiefer Sutherland die Ehre.

Enthüllung (Disclosure – 1994): Diesmal ist Demi Moore die Böse – in einem firmenpolitischen Intrigenspiel. Nachdem sie ihren Kollegen (Michael Douglas) nach Dienstschluss in ihrem Büro sexuell belästigt hat, dreht der Gemobbte den Spieß um und zieht vors Arbeitsgericht. Dabei wird schnell klar, dass hinter dem im Fokus stehenden Delikt noch viel mehr steckt.

Sleepers (Sleepers – 1996): Und noch einer, der sich auf der anderen Seite wiederfindet. In „Eine Frage der Ehre“ gab Kevin Bacon den Ankläger, nun ist er selbst einer der angeklagten Wärter im Jugendgefängnis, die sich des sexuellen Missbrauchs von minderjährigen Insassen schuldig gemacht haben. Der Fall ist kniffelig und verzwickt, und der Anwalt Michael Sullivan (Brad Pitt), sieht sich gezwungen, zu einem schmutzigen Trick zu greifen, um die Peiniger seiner Freunde hinter Gitter zu bringen. Eine Anwältin ist hier zwar nicht am Start, dafür aber die Sozialarbeiterin Carol Martinez (Minnie Driver), die ebenfalls zu dem Freundeskreis gehört.

Die 5 Besten am Donnerstag : Meine liebsten Filmzitate

Yippieh-ya-yay, Schweinebacke! Im Merken von Filmzitaten oder darin, sie wortwörtlich wiederzugeben, bin ich ganz schlecht. Daher musste ich für die neueste Kopfnuss bei den Besten am Donnerstag auf Ginas Blog eine Weile in der Versenkung – äh, in den unendlichen Weiten des Internets – buddeln und habe meine Fundstücke auf ihre Anwendbarkeit in unterschiedlichen Lebenslagen getestet. Dabei bin ich zu ganz erstaunlichen Erkenntnissen gekommen und habe auf eine wertende Reihenfolge verzichtet.

Wenn’s mal wieder länger dauert

Nicht so hektisch übern Ecktisch! Die aktuelle Folge von „9-1-1 : Notruf LA“ hat mich darauf gebracht: als einer der Gangster nämlich partout allen anderen sein eigenes Tempo aufzwingen will. Hier nun das passende Zitat aus der Filmkomödie „Superstau“ aus dem Jahr 1991, aus dem Mund von Jan Fedder: „Feddich is nich feddich, wenn du sachst feddich, feddich is feddich, wenn ich sach feddich. Außerdem sind wir nich bei Aldi, sondern im Stau. Feddich.“ Habe fertig – Flasche leer.

Wenn man eine Rede halten muss

Flieht, Ihr Narren! Bei manchen Reden oder Ansprachen kommt es auch stark aufs Publikum an. Wenn man mit einem Teil der buckligen Verwandtschaft über Kreuz ist und dann auch noch so viele kommen, dass man den Überblick verliert, kann man schon mal wie Bilbo Beutlin ins Trudeln kommen. Oder war es am Ende eine Mischung aus Bosheit und Absicht? „Ich kenne die Hälfte nicht halb so gut, wie ich es möchte, und ich mag weniger als die Hälfte von euch auch nur halb so gern, wie ihr es verdient.“ – bei dieser Ansprache zu Beginn von „Der Herr der Ringe – die Gefährten“ kommen so manche aus der zahlreichen Gästeschar ins Grübeln, wie das „Kompliment“ denn nun gemeint war.

Wenn man nicht weiß, was man bestellen soll

Das Gleiche – oder: Reden mit Händen und Füßen… In „Harry und Sally“ gibt es die eine Szene, in der Sally im vollbesetzten Restaurant dem verblüfften Harry eindrucks- und äußerst geräuschvoll demonstriert, wie man als Frau glaubhaft einen Orgasmus vortäuscht. Als sie mit ihrer Show fertig ist, folgt die Bestellung einer der am Nachbartisch sitzenden Dame auf dem Fuße: „Ich will genau das, was sie hatte.“ – Dagegen fiel meine Bestellung in einem Straßencafé in Paris geradezu harmlos aus, als ich nicht wusste, wie ein bestimmtes Getränk hieß und „Le même“ orderte, während ich dabei auf das Glas eines anderen Gastes deutete.

Wenn man eine gute Begründung braucht

Towanda! Es ist aber auch ein Kreuz mit der Parkplatzsuche; kaum hat man nach endlosem Gegurke schließlich einen gefunden, gibt es immer jemanden, der ihn einem vor der Nase wegschnappt. Dass die beiden Parkplatzdiebinnen in dem Drama „Grüne Tomaten“ die gestresste Evelyn auch noch verhöhnen, lässt bei der Übervorteilten sämtliche Sicherungen durchbrennen, und die sonst so schüchterne Evelyn wird zur autozerstörenden Furie, die die legendären Worte spricht: „Seht es ein, Kinder: Ich bin älter und viel besser versichert.“ Kann man machen, und ist auch verständlich – sollte man aber nicht, wenn einem seine Finanzen und sein Versicherungsschutz lieb sind.

Wenn man auf etwas hingefiebert hat

Vorfreude ist doch die schönste Freude. Von wegen: Da investiert man Stunden in die Zubereitung des Festessens, und dann ist es in weniger als zwanzig Minuten verputzt. Oder man sehnt sich den Urlaub herbei, und ehe man sich’s versieht, sitzt man auch schon wieder im Flieger in die Heimat – eine Situation, die die meisten von uns kennen dürften. Von wem das folgende Zitat aus „Die fabelhafte Welt der Amélie“ stammt, weiß ich nun wirklich nicht mehr, aber es fasst das von mir Gesagte exzellent zusammen: „Wissen Sie, das Glück ist wie die Tour de France. Man wartet so lange, und dann rast es vorbei.“ Diese Erfahrung habe ich zuletzt im Sommer 2019 machen dürfen, als zwei Wochen in Ontario und Québec wie im Flug vergingen und ich am liebsten John McClanes Statement aus „Stirb langsam – jetzt erst recht“ unterschrieben hätte. I had no idea Canada would be this much fun – obwohl er seine Worte bestimmt anders gemeint hat.

Das Beitragsbild stammt übrigens aus dem Hotel, in dem ich bei den Niagarafällen ganz feudal residieren durfte.

Und by the way – es gäbe noch so viele weitere Zitate, die mir auf der Zunge lagen, wie z.B. „Ich habe eine Wassermelone getragen“ (Dirty Dancing), „Ich könnte mich als Führer anbieten – nein Danke, heute nicht.“ (Der Wixxer), „Jeder nur ein Kreuz“ (Das Leben des Brian) oder „Jetzt nicht den Kopf verlieren! – Kopf verlieren, Kopf verlieren…. Aaaaaaah!“ (Hennen rennen), aber die fünf oben fand ich treffender – in diesem Sinne dann bis zum nächsten Mal, oder – wie der Terminator: Hasta la vista, baby.

Die 5 Besten am Donnerstag : Meine liebsten Seriencharaktere aus 2020

Nach unseren liebsten fünf Filmen und Serien geht die Suche bei Gina bei den Besten am Donnerstag weiter. Letzte Woche waren die weiblichen Seriencharaktere dran, die uns letztes Jahr am besten gefallen haben – jetzt sind es unsere männlichen Lieblingscharaktere aus Serien. Ausgesetzt habe ich letzte Woche, weil mir nichts eingefallen ist. Herren und Damen gibt es deshalb nun im Doppelpack, in völlig willkürlicher Reihenfolge.

Die Ärzte aus Seattle

Dass in diesen doppelten Top Five der Dauerbrenner „Grey’s Anatomy“ auftaucht, wundert wahrscheinlich niemanden. Zur Zeit habe ich mal wieder eine der früheren Staffeln am Wickel, in der noch viele ihr Dasein fristen, die von den Drehbuchautoren noch nicht den Serientod verordnet bekommen haben. Bei den Damen fällt daher meine Wahl auf Dr. Callie Torres (Sara Ramirez), die Heldin der Orthopädie – bei den Herren habe ich mich für Dr. Andrew DeLuca (Giacomo Gianniotti) entschieden.

Die Kämpfernaturen aus der Vergangenheit

In „Vikings“ hat Lagertha Lothbrok (Katheryn Winnick) das Sagen – bei „Hell on Wheels“ arbeitet Südstaatensoldat Cullen Bohannon (Anson Mount) zunächst eine To-Kill-List ab, um dann seine Bestimmung beim transkontinentalen Eisenbahnbau zu finden.

Die Ermittler

In „Miss Fisher’s mysteriöse Mordfälle“ begibt sich die wohlhabende und einem Flirt nicht abgeneigte Phryne Fisher (Essie Davis) im Melbourne der 20er Jahre auf Verbrecherjagd; in „Lucifer“ ist es der Höllenfürst Lucifer (Tom Ellis) persönlich, der das LAPD unterstützt, nicht ohne seinen Charme bei allen zu versprühen, die nicht bei drei auf den Bäumen sind.

This is England *)

Nurse Beatrix Trixie(Helen George) ist eine Hebamme mit Alkoholproblemen in der im Londoner Stadtteil Poplar nach dem 2. Weltkrieg angesiedelten Serie „Call the Midwife“; Vampir John Mitchell (Aidan Turner) versucht in Bristol sein Leben als Krankenpfleger auf die Reihe zu bekommen und auf den Konsum von Blut zu verzichten.

And now for something completely different

Andie Herrera (Jaina Lee Ortiz), Feuerwehrfrau der Station 19 in Seattle – im deutschen Fernsehen ist die Serie unter dem Titel „Seattle Firefighters – die jungen Helden“ als Ableger von „Grey’s Anatomy – die jungen Ärzte“ bekannt. Eigentlich ist es kein Spin-Off, sondern ein Cross-Over. Auf der anderen Seite des Kontinents, nämlich in New York, fällt dem Trickbetrüger und Fälscher Neal Caffrey (Matt Bomer) in „White Collar“ die ehrenvolle Aufgabe zu, das FBI mit seinem Fachwissen zu unterstützen, sonst geht’s für ihn zurück ins Kittchen.

This is England, gefunden auf youtube –
https://www.youtube.com/watch?v=L4YtR9SsY2Q

*) und jetzt muss ich nur noch versuchen, diesen Ohrwurm loszuwerden: The Clash mit „This is England“

Die 5 Besten am Donnerstag : Meine liebsten Filmcharaktere aus 2020

Nach unseren liebsten fünf Filmen und Serien geht die Suche bei Gina bei den Besten am Donnerstag nach neuen Lieblingen weiter. Letzte Woche waren die weiblichen Filmcharaktere dran, die uns 2020 am besten gefallen haben – jetzt sind es unsere männlichen Lieblingscharaktere aus Filmen.

Da ich beim letzten Mal ausgesetzt habe, kommt jetzt die Zusammenfassung beider Lieblingscharaktere, ausgewählt aus einer Liste von 131 Filmen, die ich letztes Jahr gesehen habe, wie immer ohne Wertung.

Charaktere aus meinen Lieblingsfilmen

John Bender (Judd Nelson) in „The Breakfast Club“ (1985) und Wednesday Addams (Christina Ricci) in „Die Addams Family in verrückter Tradition“ (1993) – als Außenseiter – der eine in der High School, die andere im Feriencamp – ragen sie für mich aus den übrigen, nicht weniger bemerkenswerten Charakteren und ihrer Darsteller heraus. Beide Filme kann ich mir übrigens immer wieder ansehen, ohne dass mir langweilig wird, obwoh ich weiß, wie sie ausgehen.

Der Genremix : Comedy/Drama bzw. Action/Comedy

Muriel Heslop (Toni Collette) in „Muriels Hochzeit“ (1994) und der Coach (Collin Farrell) in „The Gentlemen“ (2019)… zwei völlig unterschiedliche Charaktere, so unterschiedlich wie die Filme.

Die Düsteren

Edward Daniels/Andrew Laeddis (Leonardo diCaprio) in „Shutter Island“ (2010) und Dolores Claiborne (Kathy Bates) in „Dolores“ (1995). Beide haben eine dunkle Vergangenheit, und bei beiden wird das traumatische Erlebnis, das seit Jahren auf ihnen lastet, auf einer Insel enthüllt.

Gegen den Typ besetzt

Aus leichten Komödien wie „Blondinen bevorzugt“ und „Wie angelt man sich einen Millionär“ kannte das Kinopublikum Marilyn Monroe hauptsächlich als blondes Dummchen. Die Rolle der berechnenden Femme Fatale, die in „Niagara“ (1953) als Rose Loomis mit ihrem Plan scheitert, ihren Mann von ihrem Liebhaber umbringen zu lassen und dann selber um ihr Leben zittern muss, hätte auch schiefgehen können. Tatsächlich wurde der Thriller zum Kassenschlager.

Auch mit dem Namen Audrey Hepburn habe ich immer eine gewisse Leichtigkeit verbunden, kannte ich sie doch eher aus Filmen wie „Ein Herz und eine Krone“ oder „Frühstück bei Tiffany“ – in „Warte, bis es dunkel ist“ (1967) trickste sie als blinde Suzy Hendricks eine ganze Verbrecherbande aus, die es auf eine in ihrer Souterrainwohnung versteckte Puppe abgesehen hat. In dieser Rolle hat sie mir noch besser gefallen als in dem Drama „Infam“ von 1961.

Eine aus den Fugen geratene Welt

Auf der einen Seite Travis Bickle (Robert de Niro) in „Taxi Driver“ (1976), der sich Tag für Tag als an Schlafstörungen leidender Taxifahrer durch den Alptraum New York kämpft und am Schluss zu drastischen Mitteln greift; auf der anderen der unkonventionelle AFN-Moderator Adrian Cronauer (Robin Williams), der in „Good Morning, Vietnam“ (1987) nach Vietnam versetzt wird und den wahren Alptraum erlebt.

Die 5 Besten am Donnerstag : Meine Top-Five-Serien aus 2020 – aus jedem Dorf ein Köter

Nach unseren liebsten fünf Filmen sucht Gina bei den Besten am Donnerstag nun nach den fünf Serien, die uns im letzten Jahr am besten gefallen haben. Mich hat ja ungemein erstaunt, dass mir zu der im letzten Jahr laufenden Serienchallenge jede Menge Serien eingefallen sind, obwohl ich dachte, ich sei gar nicht so ein Serienjunkie.

Eine gute Soundanlage und ein großer Bildschirm in zwei bis drei Metern Entfernung liefern mir dabei das richtige Maß an Entspannung. Der richtige Abstand ist ja so wichtig (noch ein Punkt, der bei mir gegen das Streamen am Laptop spricht). Sei’s drum. Weitere Worte spare ich mir an der Stelle, denn nun geht es schon los mit meinen Top Five ohne Wertung:

Das Westernepos : Hell on Wheels

Der transkontinentale Eisenbahnbau und (neben dem Wettrennen der Central Pacific Railroad und der Union Pacific Railroad) die damit verbundenen Konflikte zwischen allen möglichen Bevölkerungsgruppen eines zu großen Teilen noch unerschlossenen Landes – in fünf Staffeln spannend in Szene gesetzt. Fehlen darin darf keinesfalls auch das Einzelschicksal, nämlich das des konföderierten Soldaten Cullen Bohannon, der auf der Jagd nach den Mördern seiner Frau bei der Union Pacific Railroad landet. What a man! Entdeckt habe ich dieses Epos, das im kanadischen Alberta und nicht im Studio gedreht wurde, als komplette Serie in unserer Stadtbücherei und war bereits nach der ersten Folge so begeistert, dass ich mir die fünf Staffeln am Stück angesehen habe (allerdings nicht mehr als drei Folgen pro Abend). Und das, obwohl ich mit Western bisher nur wenig am Hut hatte. Schade nur, dass manche Handlungsstränge auf halber Strecke im Sande verlaufen sind.

Der Intrigantenstadel : Nashville

Let’s face the music and dance. Die Leute mit den Hüten sind überall – und wenn selbst Stars anderer Musikgenres wie Steven Tyler (Aerosmith) und Christina Aguilera kleine Gastauftritte im Zentrum der Countrymusik haben, dann hat die Serie wohl doch mehr Fans, als ich dachte. Erfreulich – denn Sie sehen mich begeistert. Nicht nur dass das ganze Spektrum an menschlichen Schicksalsschlägen abgedeckt wird, sondern es wird auch an überraschenden Wendungen und fiesen Cliffhangern nicht gespart – wobei die Musik das Sahnehäubchen on top ist. What a sound!

Auf der dunklen Seite der Macht : Atlanta Medical

Wer in diesem Krankenhaus auf der Suche nach Unterhaltung fürs Herz mit amourösen Verwicklungen im Fokus ist, hat schon lange vorher den falschen Highway genommen und ist nach Atlanta statt nach Seattle abgebogen und hat obendrein noch die falsche Tür genommen, um auf der schmutzigen Seite des Gesundheitswesens zu landen. What the ****! Statt edel, hilfreich und gut und stets um das Wohl der Patienten besorgt zu sein, zählen als wahre Werte Profit, Rentabilität und lukrative Behandlungsmethoden. Und damit die Bösen sich nicht all zu sicher fühlen, brauchte es den Whistleblower, der ihnen immer öfters kräftig dazwischenfunkt.

Das Spin-Off als Crossover : Station 19

Hierzulande kennt man den Ableger von Grey’s Anatomy als „Seattle Firefighters – die jungen Helden“ und darf sich an packenden Einsätzen der Feuerwehr von Seattle und deren regelmäßigem Zusammentreffen mit der Belegschaft von „Grey’s Anatomy“ erfreuen. Wer mit wem – dieses Serienrezept findet hier oft auch seine Anwendung. Whatever!

Der Dauerbrenner : Call the Midwife

Dass Fernsehen bilden kann, beweist die in die wievielte auch immer Staffel gehende britische Serie, in deren Mittelpunkt die im Nonnatus House im Londoner Stadtteil Poplar zusammenlebenden Nonnen und Hebammen stehen. What a mixture! Angefangen hat die Handlung der sich die ungebrochen großer Beliebtheit erfreuenden Serie kurz nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs, nun befinden wir uns mitten in den Sechziger Jahren, und die darin behandelten Themen sind vielfältig. Zeitgeschichte und medizinische Entwicklungen wie oft sehr zu Herzen gehende menschliche Schicksale… ich habe keine Ahnung, wo ich anfangen soll – aber dass ich wieder jeden Sonntagabend einschalten um auf BBC One mitzufiebern, weiss ich jetzt schon so sicher wie das Amen in der Kirche.

Die 5 Besten am Donnerstag : Meine Top Five – Filme aus 2020 – chronologisch *) sortiert

Manchmal ist es doch gut, monatliche Rückblicke zu schreiben – denn jetzt sucht Gina bei den Besten am Donnerstag nach den fünf Filmen, die uns im letzten Jahr am besten gefallen haben. Klar, dass das auch ältere Filme sein können, denn Corona hat mir als Gurke des Jahres den Kinospaß komplett verhagelt, und mein Ergebnis bezieht sich daher auf meinen DVD-Konsum.

Aus 131 Filmen fünf auszuwählen, klingt auf Anhieb schwierig. Aber nicht, wenn man so clever war, die beeindruckendsten im jeweiligen Monat entsprechend zu kennzeichnen. *) In der Reihenfolge, in der ich sie gesehen habe, kommen hier …

Jojo Rabbit

Der Februar bescherte mir ein ganz besonders Filmerlebnis. Ein wunderschönes Kino, das ich noch nicht kannte, und dann ergatterte ich ausgerechnet noch das letzte Ticket für eine proppenvolle Vorstellung – kein Wunder, denn die Geschichte des zehnjährigen Hitlerjungen Jojo Betzler, der den Führer zum imaginären Freund hat und der eines Tages entdeckt, dass seine Mutter (Scarlett Johansson) ein jüdisches Mädchen versteckt, fand ich schon im Trailer herzerwärmend und absurd zugleich. Ein Gefühl, dem auch viele andere folgten und an diesem Abend nicht enttäuscht worden sind.

The Breakfast Club

Der Klassiker aus den Achtziger Jahren über fünf Schüler, die samstags nachsitzen müssen und im Verlauf der Strafaktion erkennen, dass sie alle gegen Vorurteile kämpfen und mit persönlichem Druck klarkommen müssen. Ein Film, den ich immer wieder gerne sehe, weil auch die Besetzung für mich Top war: Ally Sheedy als die Seltsame (irgendwo zwischen Goth und Emo), Judd Nelson als der Rebell, Molly Ringwald als die „Prinzessin“ … allerdings bezweifle ich, dass die an diesem Tag gewonnene Erkenntnis den Härtetest im nahenden Alltag besteht.

Alles steht kopf

Diese Reise ins Gehirn einer 12jährigen hat es in sich. In der Kommandozentrale bricht das Chaos aus, als durch ein Missgeschick Kummer und Freude in den Tiefen des Unterbewusstseins verschwinden und die Kollegen Ekel, Angst und Wut nun auf sich allein gestellt sind. Für die Verschollenen gerät der Rückweg zum Wettlauf gegen die Zeit – für mich einer der besten Animationsfilme, das auf DVD noch durch nette Extras ergänzt wird. Zum Brüllen fand ich auch die kleinen Sequenzen im Abspann, die zeigen, was im Hirn von Hund und Katz vor sich geht.

The Artist

Die Filmindustrie im Umbruch: Der Stummfilm wird vom Tonfilm abgelöst und bedeutet für so manche Stars der Zwanziger Jahre das Aus. So auch für den alternden Star George Dujardin, der einen Misserfolg nach dem anderen erlebt, und als er ganz unten ist, hat die zum Superstar aufgestiegene Komparsin Peppy, die in ihn verliebt ist, die zündende Idee. Der Film ist erst ein paar Jahre als, aber wirkt wie ein Stummfilm aus den „Goldenen Zwanzigern“. Für mich einer der besten dieses seltsamen Jahres.

Die Taschendiebin

Was mich an diesem spannenden Werk fasziniert hat, war nicht nur die Kulisse im Südostasien der 30er Jahre, sondern die Wendungen, die mich mit offenem Mund vorm Fernseher zurückließen.

Falls hier jemand „Parasite“ oder „Midsommar“ vermisst hat, so sind diese genauso knapp an den Top Five vorbeigeschrammt wie „Midnight in Paris“ und „The Peanut Butter Falcon“, und zwar aus verschiedenen Gründen. Hier hätte es eine Top Ten gebraucht

Die 5 Besten am Donnerstag : die besten der Besten – the late show (very late) am 4. Advent

Am Donnerstag habe ich es nicht geschafft, obwohl ich das Thema schön finde und es bei Gina die Jubiläumsausgabe – die 200. Ausgabe der Besten am Donnerstag – ist: unsere fünf Liebsten, heute mit extremer Verspätung und in chronologisch gegenläufiger Reihenfolge.

„Nehmen wir es als Jahresrückblick“, habe ich mir gesagt und bin zu folgendem Ergebnis gekommen:

1) Die besten Historienfilme – 9. Juli 2020

Der Juli ist heiß, doch Ägypten ist heißer. Das Thema kam mir wie gerufen, weil ich zu dem Zeitpunkt jede Menge DVDs ausgeliehen hatte und „Cleopatra“ einer davon war. Für mich war diese Ausgabe zusätzlich die Gelegenheit, bei den Fünfen einen anderen Ansatz zu verfolgen und mir aus der schieren Masse von Historienfilmen für jeden Kontinent einen würdigen Stellvertreter herauszupicken.

2) Die besten Buchverfilmungen – 25. Juni 2020

Bei dieser Zeitreise zu den Verfilmungen meiner Lieblingsbücher auf die passenden Trailer zu stoßen und dabei ein inoffizielles Video zu einem Song meiner Lieblingsband untergejubelt zu bekommen, war für mich eine echte Überraschung. Wie passend, dass dann auch noch eine Zeitreisegeschichte dabei war, und damit kann man mich immer ködern.

3) Die besten Kostüme für Herren – 18. Juni 2020

Ich glaube, dass ich eine absolute Schwäche für Historienfilm und Kostümdramen – sogenannte Period Dramas – habe, muss ich nicht großartig vertiefen. Außerdem hat mich das Thema nicht nur deshalb gereizt, sondern auch, weil ich es einfacher finde, schöne Kostüme für Schauspielerinnen zu finden als für ihre männlichen Kollegen. Sollte das Thema nächstes Jahr erneut auftauchen, sähe die Liste gewiss etwas anders aus.

4) Die besten Biografien – 14. Mai

Die Versuchung, mich in jener Ausgabe zum wiederholten Mal über meinen Crush/ Lieblingskünstler auszulassen, war groß – dass es die Biografie „Mystify : Michael Hutchence“ nicht in die Top Five geschafft hat und die besten Plätze von Malern und Malerinnen eingenommen worden sind, war meine persönlich größte Überraschung.

5) Die besten Duelle in Serien – 9. April

Dass es für mich auch unterschiedliche Arten von Duellen geben kann und nicht nur die klassischen mit Schwertern, Degen und Pistolen (obwohl die auch dabei sind), wollte ich mit diesem Beitrag zeigen.

Sicherlich hätte es auch in diesem Jahr noch andere heiße Anwärter auf die Aufnahme in die Top Five gegeben, zum Beispiel die Musical- oder Reise-Ausgabe – aber man kann ja nicht alles haben, und außerdem finde ich es schöner, wenn die Aufgaben nicht allzu leicht sind und ich beim Schreiben nicht nur um die Ecke denken, sondern mich dabei auch noch selbst überraschen kann.

Die 5 Besten am Donnerstag : Western von gestern

Passend zu den Serien, die ich in letzter Zeit für mich entdeckt habe, erscheint heute bei passionofarts‘ 5 Besten am Donnerstag das Thema „Westernfilme“. Oldies, but Goldies… als Kind haben wir uns viele Western mit unseren Eltern zusammen im Fernsehen angeschaut, weil der Papa sich für das Genre so begeistert hat. Serien wie „Rauchende Colts“ standen auch auf dem Programmm.

Was bei mir davon in Erinnerung geblieben ist, zeigt mein Top-5-Quintett mit Filmen aus dem letzten Jahrhundert.

1) Zwölf Uhr mittags (1952) — Der Klassiker schlechthin, mit der charakteristischen Musik, die die Spannung beim Warten des Marshals (Gary Cooper) auf das unausweichliche, für die Mittagszeit zu erwartende Duell gegen seinen Todfeind in die Höhe treibt.

2) Der mit dem Wolf tanzt (1990) — Der einzige moderne Western in dieser Aufstellung, für den ich ins Kino gegangen bin – und das auch noch für drei Stunden. Da braucht es ordentlich Sitzfleisch, aber das Drama um den Unionsoffizier John J. Dunbar (Kevin Costner), der nach und nach Teil eines Sioux-Stammes wird, fand ich damals einfach toll.

3) Cat Ballou – Hängen sollst du in Wyoming (1965) — Jane Fonda in der Rolle der Lehrerin Catherine Ballou, die aus Rache für ein erlittenes Unrecht zur Gesetzlosen wird.

4) Misfits – nicht gesellschaftsfähig (1961) — Rodeos und der Fang von Wildpferden sind die zentralen Themen des Films, in dessen Mittelpunkt Außenseiter der Gesellschaft stehen: Marilyn Monroe als geschiedene Tänzerin, Clark Gable als Cowboy, Eli Wallach als Mechaniker und Montgomery Clift als Rodeoreiter.

5) Maverick – Den Colt am Gürtel, ein As im Ärmel (1994) — In dieser auf der gleichnamigen Westernserie basierenden Komödie mit James Garner, Jodie Foster und Mel Gibson dreht sich alles ums Glücksspiel und die Jagd auf das Preisgeld bei einem Pokerturnier an Bord eines Raddampfers. Im Gegensatz zu den meisten Westernfilmen sollte man hier dem Sheriff nicht trauen, denn der ist ein Langfinger.

Auch noch gut: Fluss ohne Wiederkehr (1954), Duell in der Sonne (1946), Sein Engel mit den zwei Pistolen (1948), Vera Cruz (1954), Viva Maria! (1965) und Vierzig Wagen westwärts (1965).

Die 5 Besten am Donnerstag : Filme im Lockdown

Bei passionofarts wird mit „Die 5 Besten am Donnerstag“ heute nach Filmtips für den Lockdown gefragt. Durch den Lockdown können mich am besten Filme bringen, bei denen ich auf andere Gedanken komme.

1 : Chocolat – Ein kleiner Biss genügt : Denn Schokoloade kann man nie genug haben. Oder Johnny Depp, der bei meinem Beitrag zum Serienmittwoch in der Top-Ten-Liste gefehlt hat.

2 : Taschendiebin : Denn die Dreißiger Jahre waren garantiert coronafrei. Kulissen (Japan & Korea) und Kostüme sind in diesem spannenden Thriller vom Feinsten, und die Perspektivwechsel das Sahnehäubchen.

3 : The straight story : Denn dieses Roadmovie, das die Geschichte eines alten Mannes ohne Führerschein erzählt, der mit einem Aufsitzrasenmäher hunderte von Meilen durch die USA fährt, um seinen sterbenskranken Bruder zu besuchen, ist herzerwärmend und das absolute Gegenteil von Social Distancing.

4 : Strictly Ballroom – Die gegen alle Regeln tanzen : Denn wenn zur Musik, mit der alles besser geht, auch noch gelungene Tanzeinlagen (die auch ohne Musik funktionieren, besonders ein ganz bestimmter Paso Doble) und schrille Kostüme hinzukommen, habe ich hier das ideale Mittel zum Ausblenden des tristen Alltags. Der November ist schon grau genug.

5 : Das Leben des Brian : Denn man sollte immer auf die sonnige Seite des Lebens schauen, und wenn ich schon nicht Corona „nach Hause“ schicken kann, dann sollte das wenigstens Brian mit den Römern tun dürfen. Außerdem passt der Kultklassiker nicht nur zu Ostern, sondern auch zu Weihnachten – und das steht ja schon bald vor der Tür.

Die Liste ist nach dem Zufallsprinzip zusammengestellt und stellt in ihrer Reihenfolge keine Wertung dar.