22 Wochen – 1 Objekt: Woche #4

Es gibt ein neues Fotoprojekt – aus der Taufe gehoben von aequitasetveritas und wortman, das am 4. August begonnen hat. Worum es geht, steht unten in lila Schrift.

Mein Objekt ist mein Tagebuch.

Vom 4. bis 17. August hat es mich nach Kanada begleitet – hier hatte ich es bei einem Bootsausflug zu den sogenannten Thousand Islands dabei. Eine Statistik, wie viele Inseln es tatsächlich sind oder wie sie alle heißen, befindet sich aber nicht darin. Dafür aber war hier der perfekte Platz zum Betrachten der vorbeiziehenden Inseln. Das Buch war mir am Schluss eine wertvolle Hilfe beim Schreiben meiner Reiseberichte, die in Kürze folgen werden.

Worum geht es bei diesem Projekt?
Ein von euch ausgesuchtes Objekt wird 22 Wochen lang in den unterschiedlichsten Kontexten fotografisch in Szene gesetzt – eurem Ideenreichtum sind hier keine Grenzen gesetzt: euer Handy oder das Haustier, der Schreibtisch im Büro, euer Lieblingsbaum, ein Spielzeug aus der Kindheit. Was, wie, wo etc. ist jedem freigestellt.

Zeitplan?
Das Projekt startete am 4. August mit der Präsentation eures Objektes und endet am letzten Sonntag bzw. in der letzten Woche des Jahres (29. Dezember bzw. KW01). Ihr habt jeweils eine Woche Zeit, euch eine Idee für euer Objekt einfallen zu lassen und es mit dem Handy oder der Kamera „einzufangen“; ihr müsst also nicht gleich am jeweiligen Sonntag einen Beitrag online stellen. Voraus planen dürft ihr natürlich auch. ? Falls ihr heute erst zu uns stoßt: Herzlich willkommen! Und falls euch mal nichts einfällt: auch kein Problem. Es soll ja Spaß machen!

 

ABC-Photography : Ü wie Überdruckventil

 

Bei diesem Fotoprojekt von wortman wird Woche für Woche das Alphabet fotografisch dargestellt. Als letzten Buchstaben gibt es heute das Ü zu sehen:

 

Ü wie Überdruckventil

 

Man könnte dieses hübsch designte Objekt auch als Wasserhahn bezeichnen. Aber auch Wasser muss ja irgendwann mal abfließen. Da ist dann eine solche Vorrichtung praktisch.

 

September 06

 

Zur Kontrolle habe ich bei Google „Antikes Überdruckventil“ eingegeben und anhand der ausgeworfenen Bildresultate festgestellt, dass ich mit meime Bild gar nicht  so falsch liege. Zum Schluss noch ein besonders Schmankerl, das ich vor ein paar Jahren in Stuttgart auf der Suche nach einem netten Restaurant gefunden habe, als der Hunger gar pressierte:  

 

 

Hier hat dann die Dönerbude als Überdruckventil gedient, um das bohrende Gefühl loszuwerden.

 

 

 

 

 

ABC Photography : Ö wie Ölfleck

 

In der heutigen Ausgabe des „neuen/alten Projekts ABC“ von wortman, das seit dem 6. Januar 2019 existiert, komme ich zum zweiten Mal zu den Umlauten (Vokal mit zwei Pünktchen oben drüber):

Ö wie Ölfleck

 

Gefunden habe ich ihn bei den Nilgänsen, als ich den für das N fotografierten Nachwuchs auf dem Weiher beobachtete und sah, wie er sich den Küken bedrohlich näherte.

 

 

Obwohl so ein Fleck durchaus hübsch in der Sonne schillern kann und Reinhard Mey ihn in anderer Gestalt in „Über den Wolken“ besungen hat, so bleibt er doch eine ziemliche Umweltschweinerei.

 

♫ ♪♫

In den Pfützen schwimmt Benzin,

schillernd wie ein Regenbogen.

Wolken spiegeln sich darin,

ich wär gern mitgeflogen

♫ ♪♫

 

ABC Photography : Ä wie Ähren

 

 

In der heutigen Ausgabe desneuen/alten Projekts ABC“ von wortman, das seit dem 6. Januar 2019 existiert, sind nach dem eigentlich letzten Buchstaben des Alphabets die Umlaute dran. Den ersten davon macht das Ä:

Ä wie Ähren

Meine Fotomodelle habe ich vor Jahren bei einem Campingurlaub in der Nähe von Bad Pyrmont gefunden – Getreideähren, die sich sanft im Wind wiegten…

dazu fällt mir eins meiner Lieblingsgedichte von Wilhelm Busch ein, gewidmet allen Mister Wichtigs dieser Welt

Ein dicker Sack – den Bauer Bolte,
Der ihn zur Mühle tragen wollte,
Um auszuruhn, mal hingestellt
Dicht bei ein reifes Ährenfeld –
Legt sich in würdevolle Falten
Und fängt ’ne Rede an zu halten.


»Ich«, sprach er, »bin der volle Sack.
Ihr Ähren seid nur dünnes Pack.
Ich bin’s, der euch auf dieser Welt
In Einigkeit zusammenhält.


Ich bin’s, der hoch vonnöten ist,
Daß euch das Federvieh nicht frißt;

Ich, dessen hohe Fassungskraft
Euch schließlich in die Mühle schafft.
Verneigt euch tief, denn ich bin der!
Was wäret ihr, wenn ich nicht wär‘?«


Sanft rauschen die Ähren:
»Du wärst ein leerer Schlauch,
Wenn wir nicht wären.«

ABC Photography : Z wie Zoll

 


 

 

Bevor es an die Umlaute Ä, Ö und Ü geht, kommt in der heutigen Ausgabe des „neuen/alten Projekts ABC“ von wortman, das seit dem 6. Januar 2019 existiert, der offiziell letzte Buchstabe des Alphabets dran:

Z wie Zoll

Bei meiner Fototour durch Offenbach im April dieses Jahres habe ich bereits dieses Prachtexemplar von einer Fensterfront aus Kirchenfensterglas von außen fotografiert:

 

Sie spiegelt sich in dem Verkehrsspiegel draußen vor dem Gebäude:

 

Das habe ich auch noch von einer anderen Seite geknipst:

 

Und nun zum Inneren: Wo sich einst die Bundesmonopolverwaltung für Branntwein befand, nämlich in dem denkmalgeschützten Gebäude von 1952, hat heute der Zoll seinen Sitz. Das Foyer ist nur am Tag des offenen Denkmals der Öffentlichkeit zugänglich, und nur dann hat man die Gelegenheit, die wunderschöne Glasfassade von Hans Leistikow zu bewundern und im Bild festzuhalten.

 

Die Frankfurter Rundschau hat dieses Gebäude mit der geschwungenen Wendeltreppe und den Galerien auf drei Etagen auch als Kathedrale der Verwaltung bezeichnet.

Hier nochmal als Spiegelung:

 

Und damit hat mit diesen Impressionen nun auch das Z seine bildliche Darstellung gefunden. Seien wir nun also gespannt auf das Ä, das Ö und das Ü.

ABC Photography : Y wie Ysenburg

 

Bei diesem Fotoprojekt von wortman wird Woche für Woche seit dem 6. Januar 2019 das Alphabet fotografisch dargestellt. Diese Woche ist das Y dran. Da ich aber keine Schleichwerbung für Yogurette oder Yardley-Seife betreiben wollte und auch nicht in den Palmengarten nach Frankfurt fahren wollte, um dort Yuccapalmen, Ylang Ylang oder Ysop zu fotografieren, bin ich in unserer Stadt geblieben und habe zu einem Trick gegriffen: der Schreibweise.

Y statt I… Joghurt schreiben ja auch viele als Yoghurt, und Yacht viele als Jacht – deshalb wird in meinem Buchstaben-Yoga aus dem Isenburg’schen Adelsgeschlecht das Adelsgeschlecht von

Ysenburg

Und das ist noch nicht einmal falsch, denn bis 1744 wurde die Grafschaft tatsächlich mit einem Y geschrieben – nachzulesen hier, auf wikipedia. Meine Heimatstadt Offenbach zählte damals neben Birstein, Ronneburg und Büdingen zu den Residenzen von Ober-Isenburg. Unser Schloss wurde im 16. Jahrhundert erbaut, weshalb die Schreibweise mit Y hier passt und die Aufgabe erfüllt ist. Und weil so ein Adelsgeschlecht nicht gut ohne würdige Residenz auskommen kann, hat meine Heimatstadt Offenbach sogar ein Schloss – Ladies & Gentlemen, das ist es – unser Schloss, in dekorativem Rot, mit dem es sich malerisch gegen den blauen Nachmittagshimmel abhebt:

 

 

Nach diesem Rot-Overkill richte ich den Blick auf ein paar Details wie z.B. die Fassade:

 

einen Epitaph für die Familie LaRoche

und ein verschnörkeltes Gitter:

 

ABC Photography : X wie Xenon

 

Die Edelgase, auch inerte Gase oder Inertgase bilden eine Gruppe im Periodensystem der Elemente, die sieben Elemente umfasst: Helium, Neon, Argon, Krypton, Radon, Oganesson und Xenon. Daher lautet mein heutiger Beitrag zumneuen/alten Projekt ABC“ von wortman, das seit dem 6. Januar 2019 existiert:

X wie Xenon

Xenon sorgt für Beleuchtung im Straßenverkehr. Ob Kunstobjekte ebenfalls von Xenon zum Strahlen gebracht werden – Tatort Luminale 2016 -, weiß ich nicht, aber ich zeige sie hier trotzdem:

 

 

Das ganze gibt es auch in warmen Farben:

 

 

Vorstellbar wäre es. Moderne Scheinwerfer werden ja auch mit Hilfe von Xenon zum Leuchten gebracht.

ABC Photography : U wie Unten

 

Der neueste Beitrag zum „neuen/alten Projekt ABC“ von wortman, das seit dem 6. Januar 2019 existiert, dreht sich um das U – aber heute verzichte ich auf ein Selbstporträt, sondern entscheide mich für

U wie Unten

Auf der Suche nach Inspiration habe ich meine Mediathek nach älteren Fotos durchsucht und habe tatsächlich welche gefunden, nur haben sie nichts miteinander zu tun.

Das erste Motiv befindet sich zu meinen Füßen, also unten auf dem Boden – und bei manchen befinden sich die Stolpersteine auch unter ihren Füßen, wenn sie achtlos drauftreten:

 

Noch tiefer als unter unseren Füßen, also unter der Erde, befindet sich die U-Bahn – hinunter gelangt man über Treppen:

 

Unten angekommen, hat sich jemand eine moderne Variante von Harry Potter ausgedacht:

 

Und manchmal erhält man dort sogar kryptische Angaben über das Fahrtziel. Wer nicht weiß, wohin die S3 fährt, hat Pech gehabt und muss sich durchfragen:

 

Musikalischen „Underground“ habe ich beim Wave-Gotik-Treffen dargeboten bekommen, von der amerikanischen Band „Unto Ashes“:

 

 

ABC Photography : S wie Schlangen

 

Mit meinem heutigen Motiv zum „neuen/alten Projekt ABC“ von wortman, das seit dem 6. Januar 2019 existiert, könnten viele ein Problem haben, denn Reptilien sind nicht jedermanns Geschmack – genauer gesagt, die Gattung „Serpentes“:

S wie Schlangen

Meine beiden Süßen sind vor einiger Zeit von mir gegangen. Zuerst vor ein paar Jahren das Weibchen (rot) und letztes Jahr das Männchen (grau):

 

 

Dieses Bild bleibt mir zur Erinnerung an sie, genau wie ihr Nachwuchs, meine kleine Houdini, die Ausbruchskünstlerin, die einst nur deshalb auf Wanderschaft gegangen ist, weil sie ein warmes Plätzchen unter der Heizung gesucht hat.