100 Creative Challenges #9 Natur und #15 Sand – das Two-in-One-Projekt


 

Time to collect and arrange.

 

Als ich am Strand von Noer angespülte Steine und Scherben aufsammelte, schwebte mir eine bestimmte Farbgruppe vor: Grün und Blau. Beim Betrachten meiner kleinen Sammlung tauchte dann noch Rot als dritte Farbe auf. Die Steine sind so klein, dass ich sie mühelos in einer Schale mit Sand arrangieren konnte:

Teil 2 - steinreich

 

Und schon hatte ich wieder eine Aufgabe der „100 Creative Challenges“ von hotaru erfüllt. Sie lautet:

15 – Erschaffe ein visuelles Werk, für das du Sand brauchst.

Meine Zimmerdekoration, in deren Zentrum sich eine Bienenwachskerze befindet, könnte aber genauso gut hierzu passen:

09 – Arbeite mit der Natur. Geh in den Garten oder in den Park und sammele geeignete Materialien, mit denen du ein visuelles Werk erschaffen kannst.

Auf jeden Fall ist das jetzt nicht bloß ein visuelles, sondern auch ein haptisches Werk geworden. Und wenn es dank der brennenden Kerze im Zimmer nach Bienenwachs duftet, auch noch ein Genuß für die Nase.

Mal sehen, was ich als nächstes ausprobiere.

Halloween im Mai

Matchaschokoladencreme


 

Wie ich in der Kommentarspalte zu meinem Media-Monday-Artikel schrieb, wäre die von mir nach einem Internetrezept am Herd zusammengerührte Matcha-Schokolade für Halloween äußerst passend. Warum Halloween, wenn ich schon nicht Beltane gefeiert habe? Die Schokolade ist nämlich nicht pastell-, sondern grasgrün geworden und schmeckt aber nicht nach Matcha, sondern nach weißer Schokolade. Und weil ich weder Trockenfrüchte noch Cashewkerne im Haus hatte, wie von jemandem vorgeschlagen wurde, den ich bei der Happy Hour in meiner Liebings-Cocktailbar kennengelernt habe, bin ich auf die Idee gekommen, weiße und rosa Zuckerperlen vor dem Festwerden auf der noch warmen Schokoladenmasse zu verteilen.

Ich zitiere mich an dieser Stelle selbst: „Leider ist sie doch nicht ganz so geworden, wie ich gehofft hatte – aber wenn ich mir die Zutaten anschaue (Kuvertüre, Sahne, Butter), dann konnte sie unmöglich so fest werden wie Tafelschokolade… Jetzt habe ich statt dessen einen leckeren Brotaufstrich in Form einer grünen Creme, die nach weißer Schokolade schmeckt und in der sich weiße und rosa Zuckerperlen befinden.“

 

Ich habe dieses Produkt meines Küchenexperiments dann aus der Kastenform gekratzt und in ein Schraubglas befördert und behandele es fortan so wie jeden anderen Brotaufstrich. Allerdings wird diese Creme nicht bis Halloween halten, da das Glas heute bereits halb leer ist. So ein Abend mit American Horror Story wird für mich erst mit den passenden Snacks so richtig rund. Und wenn ich mich nicht bremse, habe ich die nächste Staffel in den nächsten Tagen durch und das Glas leer.

L’étang avec des têtards : der Teich mit Kaulquappen

 


 

Hurra, hurra, sie sind da! Neulich habe ich hier über meinen Teichfund geschrieben. Heute habe ich sie endlich gesehen, die winzigen Kaulquappen, die ich nur fotografieren konnte, indem ich meine Hand in den Teich und unter das Gewimmel hielt. Dies ist das Ergebnis:

 

 

310317 Kaulquappen 1

310317 Kaulquappen 2

Schade, dass ihre Bewegungen auf den Bildern kaum zu erkennen sind, einen Film hätte ich von dem Spektakel drehen müssen!

 

 

Bonjour ou bonsoir : Aujourd’hui, nous avons du „gelée de grenouille“

 

 

Laich 2

 

 


 

 

Nein, das ist kein Gelee, den ich hier vor ein paar Tagen aufgenommen habe, sondern eine große Ansammlung von Froschlaich in unserem Teich, den ich über den Winter nicht leergeschöpft hatte. Eigentlich wollte ich den Teich ja am Anfang des Frühlings „ausräumen“ und mit frischem Wasser auffüllen, aber das geht ja nun nicht mehr, weil er zur Kinderstube von hoffentlich ganz vielen kleinen Fröschlein geworden ist.

 

 

Letzten Abend hörte ich aus dem Garten ein leises Quaken und ging heute nach der Arbeit zum Teich, um nachzusehen, wie weit der Nachwuchs gediehen ist. Nun, der „Gelee“ ist immer noch da, aber dazwischen konnte ich schon wimmelnde Bewegungen wahrnehmen. Ich glaube, es dauert nicht mehr lange, und ich kann die ersten Kaulquappen sehen.

100 Creative Challenges # 13 : Lasst Blumen sprechen …


heißt es in einem Witz, in dem ein Mann in einem Blumenladen einen Kaktus verlangt, der „Mama“ sagen kann. Okay, zugegeben, besonders originell fand ich den schon damals nicht, aber als Einleitung für die 13. Aufgabe der „100 Creative Challenges“ von Hotaru, taugt dieses Relikt mit Bart allemal:

Mach etwas mit Blumen – egal, ob künstlich oder echt, frisch oder getrocknet, gepflückt oder gekauft…

Es ist zwar erst in zwei Wochen Frühlingsanfang, aber heute war es bereits warm und sonnig, dass sich der Morgen schon wie Frühling anfühlte. Den nutzte ich für einen Ausflug nach Bad Homburg. Jetzt, da ich wieder motorisiert bin, kann ich all die Fahrten machen, zu denen ich wegen winterlichen Todes meiner Autobatterie nicht gekommen bin.

Nachdem ich den Besuch des Wollgeschäfts meines Vertrauens beendet hatte, war ich in Flanierlaune und kaufte bei einem Blumenhändler kurzentschlossen Tulpenzwiebeln zum Einpflanzen. Orange Blüten sind zwar nicht mein persönlicher Favorit, aber da die zarten Pflänzchen äußerst hübsch gestreifte Blätter haben, griff ich zu und pflanzte sie am Nachmittag in ein Beet, das ich zuvor von toten Stengeln, Moos und abgestorbenen Überbleibseln befreit hatte.

blumen-01

Nun bewacht sie der kleine Drache, den mein Mann und ich vorletztes Jahr in einem Trödelladen in Lindenfels gekauft hatten, damit sie groß und stark werden und sie mir noch lange Freude bereiten. Auch wenn sie orange sind.

yippie-yah-yah …

bestday-likes-2x

… yippie yippie yeah! – WordPress schickt mir Liebesgrüße *äh* die Information, dass ich heute einen neuen Rekord erreicht habe: „Am Sonntag, 11. Dezember 2016 hast du deinen bisherigen Rekord der meisten Likes an einem day für deine Beiträge auf Blaupause7 gebrochen. Das ist fantastisch. Gut gemacht! —Die meisten Likes an einem Tag. Aktueller Rekord: 6 -Alter Rekord: 5″- Fantastisch. Warum ich das poste, und das ganz ironiefrei?

a) weil ich mich bedanken möchte bei denen, die meine Beiträge lesen und als „gefällt mir“ markieren,

b) weil ich heute einen Erfolg auf anderer Linie verbuchen konnte (doch dazu später mehr),

c) weil mir die Grafik, die bei der oben genannten Information dabei war, so gut gefällt.


 

Sterne und Raketen hätte ich zwar noch schöner gefunden, aber man kann nicht alles haben. Sterne und Raketen wären ein super Beifall gewesen für meinen Erfolg bei der Reparatur eines sündteuren Haushaltsgeräts. Seit ein paar Jahren haben wir einen Kaffeevollautomaten, und der muss ab und an gereinigt werden, da das sich darin angesammelte Kaffeepulver mit jedem fortschreitenden Tag nicht frischer wird (ägs). Und bisher gab es auch noch nie größere Probleme beim Herausnehmen der Brüheinheit. Diesmal allerdings fiel ein Bauteil bei der Entnahme herunter, von dem ich nicht wusste, wo es hingehört:
622087

(Bildquelle: https://www.juraprofi.de/images/product_images/info_images/622087.JPG)


 

Das Rätselraten war groß. Was ist das für ein Bauteil, und wo genau im Inneren der Maschine soll es plaziert werden? Ich hatte eine Idee, aber die stellte sich als undurchführbar heraus, weil die gesamte Brüheinheit so weit herausstand, dass sich die Tür nicht schließen ließ. Ich beschloß, die gereinigte Einheit und die vorübergehend nicht einbaufähigen Teile über Nacht ruhen und an der Luft trocknen zu lassen und mein Glück am nächsten Morgen noch einmal zu versuchen. Nach ausgiebiger Recherche im Internet, natürlich.

Erste Erkundigungen brachten mich zu der Erkenntnis, dass es sich bei dem schwarzen Plastikteil mit zwei „Nöppeln“ um das „BSH Kupplung Baugruppe Drainageventil TK4“ handelt, welches im Normalfall seitlich an der Brüheinheit sitzt. Es mit den zwei Nöppeln direkt in der Maschine zu befestigen, hätte also nichts gebracht. „Again what learned“, wie eine meiner früheren Lieblingskolleginnen immer zu sagen pflegte. Mit Hilfe einer starken Brille fand ich dann auch den Modus, mit dem man dieses Ventil an der Brüheinheit befestigt.

Aber warum passte die Brüheinheit jetzt immer noch nicht in die Maschine? Eigentlich hätte sie jetzt einrasten müssen, aber das tat sie definitiv nicht, und ich stand kurz vor dem Ausrasten. Eine intensivere Inspektion der Maschine führte mich auf den richtigen Weg: Damit das blaue Röhrchen für den Wassertransport den Weg zum Drainageventil findet, hat die Maschine ein Drehrad, das einem Zahnrad ähnelt. Es hat drei schmale und eine breite Aussparung, und das Gegenstück mit den entsprechenden „Zacken“ sitzt an der Brüheinheit. Und damit die Brüheinheit einrasten kann, müssen die beiden Gegenstücke halt genau ineinander passen, sonst klemmt’s. Nur: wie das Rad so drehen, dass die Zacken zueinander finden? Drehen mit einem Löffelstiel? Keine so gute Idee. Das blaue Röhrchen kann man nicht an jeden Punkt befördern, und das in die Maschine eingebaute Drehrad lässt sich von Hand nun einmal nicht drehen. So weit so schlecht.

Des Rätsels Lösung? Maschine einschalten, dann dreht sich das Rad in die Ausgangsposition, und das Gegenstück lässt sich ganz einfach auf dem Drehrad so positionieren, dass die Brüheinheit endlich einrasten kann. Hip-hip-hurra! Für die ganze Aktion, inclusive Rätselraten, Recherche und Learning by Doing habe ich rund zwei Stunden gebraucht. Vielleicht waren es auch drei. Mann, hab‘ ich ein Schwein gehabt; hätte ich den Kundendienst angerufen und wäre einer vorbeigekommen, um das Teil zu reparieren, hätte mich das einen Haufen Geld gekostet.

PS: Um ein Haar hätte ich noch in letzter Minute die Arretierung geschrottet, aber auch die konnte ich retten. So, das war die erste umfangreichere Reparatur, die ich selbst durchführen konnte. Und beim nächsten Mal ist die Erneuerung der Terrariumsbeleuchtung dran.

Unsortierte Gedanken : methods to cool down

001 when its too hot

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Noch so ein Hitzerekord, und ich brech‘ z’samm!   Und weil Dauerbetrieb des mobilen Klimageräts auch keine Lösung ist, behelf‘ ich mir anderweitig. Zum einen wäre dann das Stöbern in Bildern, die nicht vom Sommer handeln, zum andern die Zubereitung gekühlter Speisen und Getränke. Heiße Suppe zuzubereiten, ist im Moment etwas, mit dem ich auf Kriegsfuß stehe; zumal ich mich heute ziemlich sch***e verbrüht habe, weil mir der nicht korrekt verschlossene Mixer um die Ohren geflogen ist. Autsch! Fünfzehnminütiges kaltes Wasser laufen lassen brachte Linderung und half, schlimmeres zu verhüten. Dennoch ziert mein rechtes Handgelenk eine rote Stelle vom allerfeinsten. *möp*

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Gekühlte Getränke also. Wie wäre es zum Beispiel mit kleingeschredderter Salatgurke (ohne Kerne und ohne Schale), der für eine milde Säure der Saft einer halben Limette zugefügt wurde und die mit Tonic Water aus dem Kühlschrank aufgegossen wurde? Salz, Pfeffer und Cumin verleihen dem Drink die nötige Würze; nur wie ich den Schaum wegbekommen soll, wird mir ein vorerst unlösbares Rätsel bleiben. *not so nice*

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Noch eine Methode, mich vom Sommer wegzufokussieren ist das Schauen von Filmen, die in nebligen und kühlen Gegenden spielen, wie z.B. in Glastonbury. „Die Nebel von Avalon“ wäre eventuell eine Option, aber da ich heute mal zeitig ins Bett möchte, läuft jetzt „The Gathering“ mit Christina Ricci im Player. Den Mysterythriller  über eine Kirche aus dem 1. Jahrhundert, in der Menschen dargestellt werden, die ihrer Schaulust an der Kreuzigung frönten, habe ich bestimmt auch schon zweimal gesehen, aber das ist jetzt auch schon wieder ganz schön lange her, so dass die Handlung für mich quasi schon wieder fast wie neu ist; an manchen Stellen fühle ich mich an eine Dr.Who-Folge aus der neunten Staffel erinnert, in der ein im Internet Surfender durch körnige Zeitungsfotos, auf denen der Doktor zu sehen ist, dahinter kommt, dass jener bei den großen Ereignissen der Weltgeschichte zugegen war. In „The Gathering“ tauchen dieselben Gestalten auf allen möglichen Gemälden und Filmaufnahmen von Attentaten, Hinrichtungen und Lynchaktionen auf. Das ganze Szenario wird begleitet von Visionen der Hauptdarstellerin, die durch einen Unfall kurzzeitig ihr Gedächtnis verloren hat und irgendwie zu ahnen scheint, dass ihre Anwesenheit in dem idyllischen Ort in der Nähe von Glastonbury eine tiefere Bedeutung haben könnte…

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„Sie kamen, um zu gaffen“ Sagte ich, dass sich ein Haupterzählstrang um Schaulustige dreht? Scheint heute irgendwie zu passen, denn vom Bürofenster aus konnte ich heute aus luftiger Höhe beobachten, was passiert, wenn eine Straßenbahn entgleist ist. Ach, die leidige Schaulust. Aber soweit zu gehen, nach unten zu fahren und zu gaffen, wäre mir im Traum nicht eingefallen. *seufz*

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Nach soviel Mysterygeschwurbel beschließe ich mein Lamento über den viel zu heißen Sommer(tag) mit Aufnahmen von den wunderschönen Blumen unserer Nachbarn, aufgenommen an einem kühlen Frühlingstag:

 

02 mohn

03 mohn

04 mohn

01 mohn

 

 

 

 

 

 

 

 

Unsortierte Gedanken : For the birds

 

 

 

 

 

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Eigentlich wollte ich über ganz andere Erlebnisse meines Urlaubs, den ich in den vergangenen zwei Wochen hatte, schreiben. Aber dann heute morgen etwas passiert, das die höhere Priorität hat:

Seit einiger Zeit brütet ein Pärchen Hausrotschwänze im Flachdach unsere Ferienhäuschens im Taunus. Während meines Urlaubs wurde das Gepiepse und Geflatter immer aufgeregter und war fast rund um die Uhr zu hören. Zu sehen waren immer nur die Eltern, die unermüdlich Futter anschleppten und die Hinterlassenschaften ihrer Kinder davontrugen. Heute morgen jedoch saß auf dem Terrassenfußboden fast direkt vor unserer Eingangstür ein winziges Küken, das sich aus dem Nest nach draußen verirrt hatte und sich nicht helfen konnte – geschweige denn, dass die Eltern das konnten, außer das Kleine außerhalb des Nests mit Futter zu versorgen. Aber das erschien mir kein haltbarer Zustand, denn das Wetter war zum Schlechteren hin umgeschlagen, und so auf dem Fußboden ist es wilden Tieren hilf- und schutzlos ausgeliefert.

Nach kurzem Nachdenken griff ich mir ein paar Gummihandschuhe und einen Prospekt, schob das Kerlchen auf die Papierunterlage, setzte es zurück unter den Dachsparren und schob es ganz vorsichtig weg von der Dachkante und zurück in Richtung Nest, in der Hoffnung, dass die Eltern es zurück ins Nest befördern würden. Beruhigt, dass ihm anscheinend wohl nichts schlimmeres geschehen war, konnte ich so die Heimreise antreten und die beiden Bilder, die ich noch kurz zuvor von ihm mit dem Handy geknipst hatte, auf meinen Rechner überspielen.

Weitere Eindrücke, die sich erst noch setzen müssen, werden in Kürze folgen; schließlich gibt es ja auch noch einen FUSSA-Termin, um den ich mich auf jeden Fall als erstes kümmern werde. So, und nun werde ich das halbgare Wetter im Freien genießen, so gut ich kann, denn drinnen halte ich es nun wirklich nicht mehr länger aus.

Upcycling für die Wand : Ich war ein T-Shirt

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Schon seit längerem spiele ich mit dem Gedanken, noch gut erhaltene Prints von alten, ausgeleierten T-Shirts abzuschneiden und das ausgeschnittene Bild zu rahmen, um es als Textilbild an die Wand zu hängen, aber ich wusste nicht wie. Vor ein paar Tagen jedoch ist bei mir der Groschen gefallen.

Um dem ausgeschnittenen Stück Stoff genug Stabilität zu verleihen und es am Ausfransen zu hindern, habe ich ein großes Stück Vlieseline von hinten dagegengebügelt und nach dem Abkühlen das so verstärkte Stück in der passenden Größe zugeschnitten. Zum Schluß habe ich das Rechteck ringsum einmal mit Zickzackstich versäubert und in einen passenden Rahmen eingespannt. Et voilà:

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Fertig ist der Sinnspruch „Carpe Diem“ mit aufgedrucktem Versmaß für die Wand.

Fundbüro : Im Reich der wilden Tiere

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An Pfingsten haben wir uns mal wieder ein verlängertes Wochenende in unserem Freizeitidyll gegönnt; allerdings war nicht nur relaxen angesagt, sondern auch Rasenmähen und das Streichen von Tür- und Fensterrahmen. Doch da Arbeit nur das halbe Leben ist, und die andere Hälfte zum Entspannen und Feiern, zogen wir los zu unserem Lieblingsplatz: einer Ansammlung von Felsen mitten im Wald. Inzwischen gibt es auch dort schon Kletterhaken, doch am Sonntag war alles ruhig, und wir hatten Zeit und Muße, nach einem geeigneten Plätzchen für ein Picknick im Sommer zu suchen.

Dabei stießen wir auf ein Vogelnest, in dem fünf Eier lagen. Von Mama & Papa war weit und breit nichts zu sehen, und so war der Fotoapparat schnell gezückt. Der Blick ins Vogelbuch verrät: Es könnte sich um ein Amselnest handeln.

Auf dem weiteren Weg kamen wir nicht nur an lauter Stellen vorbei, an denen sich Wildschweine gesuhlt hatten, sondern im frischen Morast entdeckte ich mitten auf dem Wanderweg rätselhafte Tierspuren:

Ob diese Abdrücke von kleinen Händchen eventuell zu einem Waschbären gehören? Ach, ein Fährtenleser werde ich wohl nie werden, und ich denke mir dabei „da kommt man sich vor wie die Pythonjäger auf RTL Nitro“ !

Ach ja – was Dokumentarfilme angeht: Was waren das früher noch tolle Sendungen. Egal ob Jacques Cousteau, Bernhard Grzimek oder Heinz Sielmann – eines unterschied ihre Sendungen von denen des „Crocodile Hunters“ Steve Irwin oder Floridas Python-Jäger: Es ging vergleichsweise ruhig zu. Teilweise zu ruhig. Und wenn ich jetzt so drüber nachdenke, gab es in den 0er Jahren des letzten Jahrhundets eine sehenswerte Fernsehsendung namens „Im Reich der wilden Tiere“, in der Dokumentationen über Tierarten aus allen Kontinenten gezeigt wurden. Leider gibt es sie nicht mehr, und „Hund, Katze, Maus“ oder „Giraffe, Leopard & Co.“ oder so ähnlich sind für mich kein Ersatz. Wilde Tiere haben mich von jeher fasziniert, und doch muss ich nur mit offenen Augen durch Feld und Flur gehen, denn selbst im Taunus, wo wir uns oft aufhalten, kann ich immer wieder neues entdecken.

Zur Zeit brütet in unserem Nistkasten ein Kohlmeisenpärchen, und das ist ein tolles Schauspiel, ihnen dabei zuzusehen, wie sie unermüdlich Futter für ihren Nachwuchs heranschleppen und im Akkord füttern. Gut, dass sie im Nistkasten ihre Familie großziehen, so sind sie in Sicherheit vor dem Kuckuck, den ich gestern auf dem Zaunpfahl erspähen durfte. Momentan sind auch die Amseln in der Balzsaison – so konnte ich Zeuge eines aufgeregten Kampfes zweier Amselmännchen werden (alldieweil das Weibchen irgendwo im Baum hockt und das Spektaktel beobachtet – Ällabätsch).

Gelegentlich kann ich nicht nur eine Haubenmeise vorbeiflattern sehen, sondern auch die Fledermäuse, wenn es wärmer wird. Letzten Herbst waren es die Kraniche auf ihrem Weg in den Süden – und im Sommer saß mir sogar ein Kauz fast schon direkt vor der Nase. Na ja, wohl eher auf der Telefonleitung über unseren Köpfen, aber es fühlte sich trotzdem verdammt nah an und irgendwie surreal. Schon komisch, wenn sich so ein großer Vogel erhebt, um nahezu lautlos über uns hinwegzugleiten. Und wenn wir schon bei wirklich wilden Tieren sind: Ein blökender Rehbock nachts vor der Hütte ist direkt harmlos; aber einem Wildschwein über den Weg zu laufen, ist schon eine andere Hausnummer, und wenn ich daran denke, dass Nachbarn sogar schon einen Luchs in der Nähe unserer Hütten gesehen haben…

Auch Waschbären, Siebenschläfer und Marder tummeln sich rings um unser Grundstück, aber von denen sind wir bisher zum Glück verschont geblieben (auch wenn so ein ins Fenster lugender Waschbär mit seiner Gesichtsmaske echt putzig aussieht – aber hast du ihn einmal im Haus, hast du ’nen „Freund“ fürs Leben).

Zum Abschluß meiner Exkursion durch die Fauna des Hochtaunuskreises möchte ich noch ein Bild zeigen, das mein Mann letztes Jahr von einem sich sonnenden Reptil geschossen hat.

01 Pfingsten 05

Den kleinen Kerl hat er nach der Aufnahme natürlich sofort wieder auf die Steine gesetzt, auf denen er ihn gefunden hat.