Media Monday # 312 : Jubiläumsausgabe

 

(Quelle des gemeinfreien Bildes:  https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/e/ea/Van_Gogh_-_Starry_Night_-_Google_Art_Project.jpg/1135px-Van_Gogh_-_Starry_Night_-_Google_Art_Project.jpg)

 


 

Diesen Monat habe ich zur Abwechslung mal einen Feiertag mitsamt dem dazugehörigen Brückentag mitgenommen, nachdem ich die Ehre hatte, an Pfingsten und Himmelfahrt arbeiten zu dürfen. Man gönnt sich ja sonst nichts – und zur Feier des Tages stelle ich gerade fest, dass ich zum fünfundzwanzigsten Mal den Media-Monday-Lückentext ausfülle, den es auf dem Blog „medienjournal“ bisher 211 mal gegeben hat.

Wobei… wenn ich es recht bedenke, war der Sonntag für mich kein Tag zum Jubeln – aber ich konnte mich von meinem mentalen Tief durch fleißiges Schaffen im Garten und Weiterarbeiten an meinem aktuellen Nähprojekt ein wenig ablenken.  Und nun kann es losgehen mit dem Lückentext :

 

Media Monday # 312

1. Fragt man mich nach meinem Lieblings-(Computer-)Spiel so muss ich leider passen, denn es ist Jahre her, dass ich solche Spiele gespielt habe; woran ich mich noch vage erinnere, ist „Die Siedler von Catan“ für eine Person, „Black & White“ und „Myst“ – letzteres habe ich überhaupt nicht begriffen, obwohl ich die Grafik und die Landschaften darin wirklich sehr beeindruckend fand.

2. Don McLean hat mit „Vincent“ im Jahr 1971 eine/s der schönsten und traurigsten Balladen geschaffen, schließlich ist der Song eine einfühlsame, zu Herzen gehende Hommage an einen meiner absoluten Lieblingsmaler: Vincent van Gogh. Wenn ich dieses Lied höre, das im übrigen viel zu selten im Radio gespielt wird, dann muss ich an die Doctor-Who-Folge „Vincent and the Doctor“ denken, die zu meinen liebsten gehört.

3. Leider enttäuschend, was man 2002 in/mit dem zweiteiligen Fernsehfilm „Das Jesus Video“ angestellt hat, denn leider driftet die Story im zweiten Teil komplett in sinnloses Geballer ab, auch wenn sich die Kritiker vor Lobpreisungen dieses Werks schier überschlagen haben. Für mich war dieses TV-Spektakel leider eine Enttäuschung. .

4. Die vierwöchige Schottlandreise, die mein Mann und ich 2008 zusammen unternommen haben ist und bleibt unvergessen, auch wenn ich mit Wehmut im Herzen daran denken muss, weil es ihn nicht mehr gibt .

5. Ich möchte ja unglaublich gerne mal Japan besuchen, immerhin ist das, was ich davon bisher auf Bildern gesehen habe, ein Traum – nicht nur zur Kirschblüte. Aber ich fürchte, dazu wird es nicht kommen, denn dementgegen steht, dass ich höchst ungern weite Strecken fliege. Da auf meiner „Bucket List“ aber auch Skandinavien steht, wird dann wohl eher Schweden oder Dänemark das nächste Reiseziel. .

6. Ist die Rede von Kultfilmen, denke ich persönlich ja immer : “was macht einen Film zum Kultfilm?“ Ich glaube, die Geschmäcker sind zwar verschieden, aber oft ist es doch dann so, dass sehr viele der Befragten den gleichen Film nennen.

7. Zuletzt habe ich erneut im Garten ausgemistet und das war eine echt anstrengende und dreckige Arbeit , weil unter den zurückgeschnittenen Büschen jede Menge alter Schrott (alte Bretter, leere Eimer und zerbrochene Blumenpötte), dessen Entsorgung auch noch Geld kostete, zum Vorschein kam.

Es war einmal ein Wollknäuel


lila Schal aufribbeln

 

Es waren einmal ein Strang lila Garn und eine Kone Wolle, aus denen ein Schal für meinen Schatz werden sollte. Und weil sich beides in der ursprünglichen Form nicht verstricken ließen, musste der Strang zu einem Knäuel aufgewickelt werden; eine Aufgabe, bei der mir mein Schatz im letzten Sommer gerne behilflich war. Bis Ende September hatte der Schal nach fleißigem Stricken in der Freizeit und beim Pendeln von und zur Arbeitsstätte immerhin schon eine Länge von sechzig Zentimetern erreicht, doch dann kam der 6. Oktober, und ein Herzinfarkt setzte dem Leben meines geliebten Mannes ein Ende.

Nun lag er da, der angefangene Schal und das viele Material, und ich konnte einfach nicht damit weitermachen. Was für einen Sinn hätte das auch gehabt? Der Mensch, für den ich diesen Schal stricken wollte, war nicht mehr da und würde auch nie mehr zurückkehren. Aber zurückgeben wollte ich Stränge und Konen auch nicht (man hätte sie wohl auch nicht zurückgenommen). Ich tat das einzig Denkbare, das mir in dieser Situation möglich war: Die Sachen packte ich in eine Tüte und verstaute sie im hintersten Winkel des Zimmers, wo Bücher, CDs und andere nicht täglich benötigte Dinge lagern.

Einen Schal wollte ich dennoch stricken, aber nicht mit diesem Garn! Des Rätsels Lösung: Ich habe das gleiche Garn in einer anderen Farbe, in einem warmen Hellgrün gekauft; und der Schal wuchs und wuchs, teilweise auch während der Bahnfahrt zu und von der Nähnerd-Klassenfahrt, die im November in Berlin stattfand.

Vor kurzem bekam ich spontan Lust, mal wieder im Zeitschriftenregal bei den Handarbeitsmagazinen zu stöbern und fand ein Heft mit neuer Strickmode, das mein Interesse weckte. Eine Kurzarmpullover fürs Frühjahr, gestrickt mit Nadeln der Stärke 4 – das ist genau das Modell, das ich nun zu Stricken beabsichtigte. Beschlossen und getan: Den Schal hatte ich in kürzester Zeit wieder aufgezogen und mit dem Stricken begonnen. Nun wuchs der Pulli, und dem Knäuel, sorgfältig im letzten Jahr von meinem Mann gewickelt, konnte ich zusehen, wie es dabei Stück um Stück schrumpfte– bis irgendwann davon nichts mehr übrig war: auch eine Art, Abschied zu nehmen.

 

lila Schal aufgeribbelt

 

Ein Zurück gab es nicht mehr, und obwohl mich dieser Umstand melancholisch stimmte, freute ich mich aber auch irgendwie auf das Weitermachen mit den nächsten Strängen, denn genau zu diesem Zweck hatte ich sie mir von der netten Ladeninhaberin in Bad Homburg mit einer Maschine zu Knäueln wickeln lassen. Das Ergebnis habe ich beim letzten MeMadeMittwoch präsentiert, und seitdem den Pulli bzw. das Top sehr oft angehabt. Und weil ich jetzt immer noch lila Wolle und einen Rest von dem grünen Garn übrig habe, kaufte ich noch einen Strang in Weiß hinzu – ebenfalls mit der Wickelmaschine zu einem Knäuel aufgewickelt.

Ich glaube, ich werde dieses Jahr noch ganz viel stricken, denn zwei weitere Pullover sind bereits in Planung, einer bunter als der andere.

100 Creative Challenges : # 29 – Landkarte

 

Mein heutiges Foto ist der Aufgabe Nr. 29 im Rahmen der „100 Creative Challenges“ gewidmet:

{ Erschaffe ein visuelles Werk mit einer alten Landkarte.Wenn du keine Karte hast, kannst du sie auch eventuell ausdrucken. }


leserland


Alte Landkarten habe ich tatsächlich herumliegen. Eine von Köln, eine alte Straßenkarte von meiner Heimatstadt und eine noch ältere Wanderkarte aus den Dolomiten. Aber die fallen bald so auseinander, dass man mit dem Papier nicht mehr viel anfangen kann. Deshalb habe ich mir heute eine Tasse geschnappt, die mir eine Kollegin in den 90er Jahren aus London mitgebracht hat. Sie zeigt zwar keine Landkarte, aber einen Ausschnitt des Londoner U-Bahn-Netzes.

Aus meiner Collage von Kölle wird diesmal nichts, und auch nichts mit dem schönen Lied „Mer losse d’r Dom en Kölle“. Mer losse d’r Dom en Kölle, denn do jehööt hä hin. Wat sull di dann woanders, dat hätt doch keine Senn? Vielleicht ein anderes Mal.

Und während in London der große Run auf die Busse herrscht, weil das Personal der U-Bahn für 24 Stunden streikt, befinden sich die hessischen Busfahrer seit gestern im Streik – auf unbestimmte Zeit, und nur mit U-, S- und Straßenbahnen gibt es ein Weiterkommen. Taxis waren noch nie so begehrt wie heute, und auch ich hatte meine Taxifahrt zum Arzt schon hinter mir.

Dann füllte ich diese schöne U-Bahn-Tasse mit frischem Kaffee, während ich in einer alten Zeitung blätterte, die ich ganz hübsch fand. Sie hatte dem letzten Karton Wein beigelegen, den mein Mann und ich an der Mosel gekauft hatten. Als letzte Erinnerung an ihn.

Der etwas andere Jahresrückblick


 

Landet die Gans im Mist, ändert sich Weihnachten oder bleibt wie es ist.“

 

Nachdem ich den Film „Single Bells“ gesehen habe, ist mir klar, warum so viele Menschen Weihnachten gleich ganz in die Tonne kloppen möchten, doch so weit bin ich zum Glück nicht. Wider Erwarten wurde es dann doch noch halbwegs erträglich: kein großes Gedöns, leere Lebensmittel- und Getränkemärkte, entspanntes Baumschmücken, einfache und von langer Hand vorbereitete Leckereien, kein Schnee oder anderes unangenehmes Siffwetter, und einfach mal ausschlafen und faul sein. Auch wenn ich weitgehend allein war… Und obwohl ich mir im Fernsehen so gut wie nie die nahezu unausweichlichen und immer unsäglicher werdenden Jahresrückblicke anschaue, habe ich an meinem eigenen gebastelt. Inspiriert hat mich ein Versprecher in der Tagesschau:

Weite Teile Augsburgs wurden entschärft, um eine Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg zu evakuieren“, oder so ähnlich – obwohl den Betroffenen zum Zeitpunkt der Meldung wahrscheinlich so gar nicht zum Schmunzeln war. Es ist zum Glück gutgegangen, und den 54000 Augsburgern ist nichts passiert. Wie eine Bombe eingeschlagen, haben persönliche Tiefschläge im Oktober, weshalb ich diesem Monat das Prädikat „Loser des Jahres“ verpassen möchte. Auf Einzelheiten möchte ich an dieser Stelle verzichten, aber ganz eng damit hängen meine Erlebnisse im Folgemonat zusammen, von denen ich zum damaligen Zeitpunkt nicht gedacht hätte, dass sie mir in den schlimmsten Momenten eine Hilfe sein würden. Dazu zählen:

– Begegnungen mit ganz tollen Menschen während der „NähNerd-Klassenfahrt“ in der zweiten Novemberwoche nach Berlin

– die Erkenntnis, dass die Bahn doch besser sein kann als ihr Ruf und ich den Besuch des Bordbistros genoss und mich fühlte wie in vergangenen Zeiten

– der Maybachufermarkt am Landwehrkanal, der auf mich aus der Ferne wirkte wie einer der Amsterdamer Flohmärkte entlang der Grachten

– die Entdeckung eines der schönsten Bücher, die ich in der letzten Zeit lesen durfte: „H wie Habicht“ von Helen MacDonald

– zwei Ausstellungen: Balenciaga im Kunstgewerbemuseum in Berlin und „The Goldfinch“ in der National Gallery in Edinburgh

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Mir scheint, ich gehe das Jahr noch einmal rückwärts durch, denn als nächstes fällt mir der September ein, in dem wir ein letztes Mal zusammen Urlaub machten. An der Mosel, auf dem Campingplatz in Wehlen, wo wir alte Bekannte wiedertrafen, mit denen wir das Weinfest mit großem Feuerwerk erlebten und uns drei Kartons mit jeweils sechs Flaschen Weißwein „Wehlener Sonnenuhr“ zur Erinnerung an diese schöne Zeit kauften. Schön deshalb, weil ich u.a. zum ersten Mal die Sonnenuhr im Weinberg auf der anderen Seite des Flusses in der Dunkelheit angestrahlt sah, wir endlich einmal mit einem Ausflugsschiff die Mosel befuhren und weil ich meine geliebten Damhirsche wiedersah. Diesmal sogar in der Morgendämmerung. Dass ich so bald nicht wieder hinfahren würde, konnten wir zu diesem Zeitpunkt beide nicht ahnen.

Im Sommer sahen wir uns nur an den Wochenenden, denn mein Mann musste erneut in die Reha in den Odenwald, und diesmal war die Route, die ich im Normalfall gefahren wäre, wegen Bauarbeiten gesperrt; weshalb ich entdeckte, dass die Ausweichstrecke landschaftlich viel mehr zu bieten hatte. Wenn ich heute an unsere gemeinsamen Spaziergänge und unser Mondscheinpicknick zurückdenke, fühle ich nichts als Traurigkeit.

Vielleicht möchte ich mich dann doch lieber an das Frühjahr mit seinen beiden Highlights erinnern: der Luminale im März und dem Nähbloggerinnentreffen im April?

Oder ich gehe noch weiter zurück in den Januar mit der AnNäherung in Bielefeld und unserem Kinobesuch im Cinemaxx – mit dem einzigen Film übrigens, den ich 2016 gesehen habe: das Dr.Who-Christmas-Special „The Husbands of River Song“ und anschließendem „Making of“… Vielleicht komme ich im neuen Jahr entdlich einmal dazu, einen der wenigen Filme zu sehen, die mich zu einem Kinobesuch reizen würden. Jetzt ist ja eine neue Jane-Austen-Verfilmung mit Kate Beckinsale angelaufen. Mal schauen, ob das was wird.

Ansonsten – viel gibt es über dieses im wesentlichen nicht so prickelnd verlaufene Jahr zu sagen, außer dass für mich der Vollhonk des Jahres jetzt schon feststeht: die Idioten, die schon an Heiligabend ballern. Stille Nacht geht irgendwie anders (und ich hoffe, dass die Böller bald alle aus sind, damit sich diese verfrühte Knallerei in erträglichen Grenzen hält). Trotz dieses leicht selbstsüchtigen Wunschs wünsche ich allen einen guten Start in das neue Jahr.

 

Unsortierte Gedanken : ein Tartan für mich – Triggerwarnung # in Memoriam

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(Bildquelle: https://s-media-cache-ak0.pinimg.com/236x/50/a5/0d/50a50d9ba0a45a991879b80432ee20be.jpg)


 

 

Als Nachtrag zum Media Monday von vorgestern schreibe ich meine Eindrücke nieder, die ich während meines DVD-Abends hatte. Da ich auf Romeo und Julia am Montagabend keine Lust hatte, sagte ich mir, dass es an der Zeit wäre, mir die Downton-Abbey-Folge anzuschauen, die ich vor längerem aufgezeichnet hatte, als das ZDF sie eines Sonntagnachmittags zeigte: „A Journey to the Highlands“. Diese Folge hatte in meiner Sammlung bisher noch gefehlt; auf die Tasse Tee und das Glas Whisky habe ich allerdings verzichtet:


7. Zuletzt habe ich mir eine Aufnahme des Highland-Specials von Downton Abbey aus dem Fernsehen angeschaut und das war vorhin , weil mich das Fernsehprogramm („Romeo und Julia“) nicht vom Hocker riß und ich heute abend mal eine Downton-Abbey-Folge sehen wollte, die ich noch nicht kannte. Witzigerweise war die ausgestrahlte Version von „Romeo und Julia“ von Julian Fellowes, dem Erfinder von Downton Abbey – habe ich aber erst hinterher festgestellt.


 

Dass mich die Erinnerungen einholen würden, damit hätte ich jedoch nicht gerechnet. Plötzlich nämlich war da der Jägerball auf Schloss Duneagle, und die feine Gesellschaft nebst Personal tanzte all die Tänze, die ich bis vor zwei Jahren auch noch gekannt hatte.

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(Bildquelle: https://s-media-cache-ak0.pinimg.com/236x/1d/7c/5a/1d7c5ad02a3e7474df356ede3a5233d0.jpg)

Jeden Dienstag waren Andy und ich abends zum Scottish Country Dancing nach Frankfurt gefahren, wo wir in einer Gruppe ständig wechselnder Stärke zwei Stunden lang fleißig übten. Aus beruflichen und gesundheitlichen Gründen waren wir aber nun lange nicht mehr mit von der Partie gewesen.

Aber schön, dass Matthew Crawleys Tanzkünste ausreichen, um einen „Dashing White Sergeant“ zu tanzen – ich hätte ja gerne gesehen, wie bei dem Jägerball ein „Reel of the 51st Division“ oder „Shiftin‘ Bobbins“ getanzt wird; an dieser Stelle die Tänze im Einzelnen zu erklären, würde jetzt aber nun wirklich zu weit führen. Den nächsten Flashback erlebte ich dann beim Anblick des Tartans, den einige der Gäste trugen.

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(Bildquelle: https://s-media-cache-ak0.pinimg.com/236x/dc/5e/4a/dc5e4a4009fc3b0995dcb49881476206.jpg)


 

Genau so einen hatte mein Andy, und den trug er dann auch, als ich ihn zum letzten Mal vor der Trauerfeier sah. Ein Strathspey-Tartan, ehemals getragen von einem Regiment, das aber mittlerweile nicht mehr existiert und somit dieses Muster freigegeben worden ist. So jedenfalls wurde uns das erklärt, als wir den Stoff bestellten und die Maßanfertigung des Kilts für Andy in Auftrag gaben.

Ob es ein Fehler war, just an diesem Abend genau diese Folge sehen zu wollen? Es ist ein Kreuz mit diesen Erinnerungen. Sie kommen und gehen, ungefiltert und in den unpassendsten Momenten. Vielleicht sind sie der Grund, warum ich mich seit jenem Tag nicht überwinden kann, die angefangene Staffel von „Star Trek Voyager“ weiterzuschauen, dabei habe ich „Voyager“ geliebt. Aber immer, wenn wir es zusammen einschalteten, war es wie „a sort of homecoming“ (Assoziationen zu „The Unforgettable Fire“ von U2 sind nicht beabsichtigt, aber auch nicht unerwünscht).

Vielleicht werde ich eines Tages an der Stelle fortfahren, wo die Handlung über Nacht eingefroren wurde, doch bis dahin wird es seine Zeit brauchen. Trotzdem würde ich gerne im neuen Jahr mit dem Schottischen Tanz von neuem beginnen.

52 Schlüsselwörter – Filme im Dezember: Treppe

 


 


 

Und weiter geht die Suche nach passenden Filmen zu den Schlüsselwörtern Treppe, Gericht, Kälte und Feuerwerk auf dem Blog von Hotaru. Nachdem mich die Kälte cineastisch in das zaristische Russland verschlagen hat, reise ich weiter in die Ukraine und verweile auf einer Freitreppe aus dem 19. Jahrhundert mit 192 Stufen, näher definiert durch die drei Zusatzfragen:

1. Was für eine Treppe ist es? — die „Richelieu-Treppe“ in Odessa
2. Wer befindet sich darauf? — die aufständischen Massen
3. Was ist das Besondere an dieser Treppe? — Sie zeichnet sich laut Wikipedia „durch in ihrer nach oben verjüngenden Bauweise durch die beabsichtigte perspektivische Verzerrung aus“.

 

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(Bildquelle: https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/8/87/Potemkinstairs.jpg)


 

In dem 1925 von Sergej M. Eisenstein gedrehten Stummfilm Panzerkreuzer Potiemkin kommt es zuerst zu einer Meuterei auf dem besagten, im Hafen von Odessa liegenden Schiff wegen mangelhafter Verpflegung, die dann auf die Hafenstadt übergreift und auf der „berühmtesten Treppe der Welt“ eskaliert, als die Armee des Zaren auf die unbewaffnete Bevölkerung schießt. Vor vier Jahren habe ich unter dem Titel „Der erste Gammelfleischskandal der Filmgeschichte“ einen Erfahrungsbericht auf ciao.de geschrieben, nachdem mein Mann und ich den Film als von Orchestermusik untermalter Aufführung im Theater hatten genießen dürfen, und noch heute erinnere ich mich an die Szene, in der ein Kinderwagen die Treppe hinunterrollt.

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Welch großes Drama! Da kann auch Scarlett O’Haras Sturz von der Freitreppe in der Empfangshalle von Tara im Film „Vom Winde verweht“ nicht mithalten… und deshalb habe ich dem Stummfilm aus den Zwanziger Jahren den Vorzug vor Gruselfilmen wie „Die Wendeltreppe“ oder „Bis das Blut gefriert“ gegeben.

 

„Spende Blut, rette Leben“

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Bildquelle: http://www.briefmarken-bilder.de/brd-briefmarken-1974-bilder/blut-spenden-leben-retten-gr.jpg


 

Seit Mai dieses Jahres bin ich offiziell Blutspenderin mit einem Ausweis, der die Blutgruppe anzeigt. Bisher gab es nicht all zu viele Termine, die gepasst hätten oder an denen ich mich wohl genug dazu gefühlt hätte. Außerdem wollte ich nicht unbedingt in der größten Sommerhitze Blut spenden, da ich nach meiner ersten Spende so was von groggy gewesen war, müde und mit ziemlich niedrigem Blutdruck.

Doch heute sollte es wieder so weit sein. Den Termin hatte ich mir schon seit Wochen vorgemerkt. Was dann kam, darauf war ich nicht vorbereitet. Ich musste einen Fragebogen ausfüllen – was übrigens jeder Spender vor der Spende machen muss – und danach noch einmal zu einem Arzt bzw. zu einer Ärztin, die mir den Blutdruck maß.

Das Ergebnis war niederschmetternd: 150 zu 90. Damit konnte mich niemand guten Gewissens auf die Couch schicken. Vielleicht, so unsere Überlegung, schlägt sich Trauer auf Herz und Kreislauf nieder, und ich habe deshalb stark erhöhten Blutdruck. Und vielleicht wache ich trotz nächtlichen Durchschlafens am Morgen wie gerädert und mit Beklemmungen auf. Nun, diesmal sollte es nicht sein – vielleicht in einem halben Jahr wieder. Aber gut, dass ich den Laufzettel für Speis‘ und Trank noch hatte: Den Snack durfte ich anschließend trotzdem zu mir nehmen, denn „Der gute Wille zählt“.