Serienmittwoch bei Corly # 204 : meine Filmhighlights 2019

 

„Tretet ein, freut euch, kommt alle!“ – mit diesem Zitat aus „Gilmore Girls“ läute ich den Mittwoch ein, denn heute gibt es bei Corly im Serienmittwoch einen Rückblick über unsere diesjährigen Filmhighlights. Super Idee! Über mein Filmjahr – den Rückblick auf 2019 – habe ich neulich schon berichtet, da Corly auch ältere Filme genannt hat, kann ich meine Liste noch um einige erweitern. Damit es nicht nur bei dreien bleibt:

 


 

1 – „Downton Abbey“

Ich fange mit dem Film an, von dem ich nach dem Sehen allen, die es hören oder nicht hören wollte, sagte, danach hätten es andere Filme schwer, diesen noch zu toppen. Darauf hatte ich mich schon seit seiner Ankündigung gefreut – und das war mir bereits 2018 bekannt. Manchmal lohnt sich das Warten. Dass Anna einen so heimtückischen Plan entwickeln würde, hätte ich nie gedacht – aber was tut man nicht, um die Ehre des Hauses zu wahren. Und auch die Liebesromanze zwischen Tom Branson und der Erbin, die zu Unrecht von Lady Violet der Erbschleicherei bezichtigt wird, ging mir zu Herzen. Ein richtig schöner Abend fürs Herz und für die Augen. Hach ja, ich liebe Period Dramas.


 

2 – „Rocketman“

Die musicalartige Biografie über Elton John habe ich zwar nicht im Kino gesehen, aber ich war eine der ersten Leser der Stadtbibiliothek, die sich diese DVD ausleihen durften. So war ich verschont von Kratzern und anderen Macken und konnte diese eindrucksvolle Werk, das mir sogar noch besser als „Bohemian Rhapsody“ gefallen hat, ohne Aussetzer genießen.


 

3 – „Le Mans 66 – Gegen jede Chance“

Autorennen halten viele ja nicht für sonderlich spannend, und von diversen Formel-Eins-Rennen habe ich nur die ersten und letzten paar Runden durchgehalten. Bei diesem Film ging es aber um mehr: das Wettrennen zwischen Ford und Ferrari, bei dem die Italiener am Ende die kürzeren zogen. Mit welchen Tricks da Carroll Shelby und sein Team in Le Mans nicht nur dem Konkurrenzteam eine lange Nase drehten, sondern auch dem arroganten Marketingchef von Ford, das sorgte bei mir für kurzweilige Unterhaltung und ließen in den Hintergrund treten, dass der Film 153 Minuten lang ist.


 

4 – „Official Secrets“

Als Whistleblower gelangte Edward Snowden zu weltweiter Bekanntheit. Das Drama „Official Secrets“ dreht sich um die Whistleblowerin Katharine Gun, die als Mitarbeiterin des britischen Geheimdienste ein streng geheimes NSA-Memo über eine Aktivistin an einen Journalisten weiterleitete und eher nicht so feine Absichten der USA auffliegen ließ. Ihre Motivation: einen aus ihrer Sicht ungerechtfertigten Krieg gegen den Irak zu verhindern. Die Folgen: Ein Jahr übelster Schikane und Beinahe-Abschiebung ihres Ehemanns, bis überhaupt Anklage erhoben wurde. Das hochkarätig besetzte Drama hat mich restlos begeistert.


 

5 – „Three Billboards outside Ebbing, Missouri“

Was wurde dieser Film in den Himmel gelobt. Zu Recht! Mit enormer Verspätung habe ich ihn mir im Bordprogramm von Air Canada auf meinem Flug nach Toronto angesehen und begab mich auf eine emotionale Achterbahnfahrt. Das Drama um eine Mutter, die endlich den Mord an ihrer Tochter aufgeklärt haben möchte, zerrte gewaltig an meinen Nerven, hatte aber auch einiges an humorvollen Szenen zu bieten.


 

6 – „Niagara“

Ein wahrer Film Noir aus den Fünfziger Jahren mit Marilyn Monroe in der Hauptrolle als Femme Fatale, die ein Mordkomplott schmiedet, das sich jedoch anders entwickelt als geplant. Da ich dieses Jahr selbst die Niagarafälle besucht habe, war dieser Film für mich mit besonderen Erinnerungen verknüpft.


 

7 – „Aretha Franklin – Amazing Grace“

Noch ein Film mit Erinnerungswert. 2017 habe ich am 1. Weihnachtsfeiertag ein Gospelkonzert besucht, und genau daran erinnerte mich das 1972 an zwei Abenden von Sidney Pollack gefilmte Konzert mit dem Southern California Gospel Choir und Aretha Franklin, der Queen of Soul. Zwei Stunden lang Musik vom Allerfeinsten mit mitreißenden Stimmen und einer ergreifenden Rede des Reverend C. L. Franklin, dem Vater von Aretha Franklin.


 

8 – „INXS : Live Baby Live“

Die Retrophase nimmt kein Ende. Diesmal führte mich die Zeitreise ins Jahr 1991, als meine Lieblingsband ein Konzert im Wembleystadion gab, das weder durch eine aufwendige Bühnenshow oder zusätzliche Backgroundsängerinnen noch durch eine Extraeinlage mit Konzertflügel glänzte. Dafür aber gerieten über siebzigtausend Fans im Stadion aus dem Häuschen und sorgten dafür, dass ich hinterher so richtig neidisch war. Und dabei war das nur die Version auf DVD. Im Kino ließ sich das Ergebnis noch steigern: Top Bild und Spitzensound – da hatte ich irgendwann nicht mehr das Gefühl, Teil des Publikums zu sein, sondern mich selbst auf der Bühne zu befinden.


 

9 – „Die Katze auf dem heißen Blechdach“

A propos „auf der Bühne stehen“ – Tennessee Williams‘ Bühnenstücke erfreuten sich nicht nur bei meinem Englischlehrer großer Beliebtheit, sondern auch bei den Regisseuren Hollywoods. „Die Katze auf dem heißen Blechdach“ spielte 1958 zwar die Ausgaben bald wieder ein und war trotz mehrerer Tabuthemen wie z.B. Alkoholabhängigkeit und Unfruchtbarkeit einer der Publikumsmagneten der 50er Jahre – dennoch gewann das Drama mit Elizabeth Taylor als Maggie und Paul Newman als Brick keinen einzigen der sechs Oscars, für die er nominiert war. Ich hatte dieses Jahr noch einmal das Vergnügen, als ich die DVD in unserer Stadtbibiliothek entdeckte.


10 – „Hidden Figures“

Drei hochintelligente Frauen und ihre beinahe gar nicht in Gang gekommenen Karrieren in der NASA – dieser Film war ein weiteres Werk, das mich dieses Jahr nachhaltig beeindruckt hat, was nicht zuletzt auch an der Spitzenbesetzung gelegen hat.


Am Ende sind doch noch zehn Filme zusammengekommen. Auf das Abbilden der Filmplakate habe ich diesmal verzichtet. Davon hatte ich schon genügend in meinem Rückblick auf mein Filmjahr.

Mein singender, klingender Adventskalender : Türchen Nr. 11

 

 

In den letzten Jahren habe ich jede Reise mit einem bestimmten Album verknüpft. War es 1999 ABBA mit „Gold“, das ich in Cornwall in Dauerschleife gehört habe, und dieses Jahr „Songs of Experience“ von U2, so hatte ich während meiner selbstzusammengestellten Reise durch Norddeutschland und Dänemark eine Best-of-CD von INXS als musikalische Untermalung für lange Autofahrten. Wachmacher Nr.2 – oder Krachmacher? Wenn man das Gitarrenriff der ersten Takte als Weckruf ins Handy einprogrammiert hat, dann steht man morgens senkrecht im Bett !

 

Kiss the Dirt (Falling down a mountain)“

 

lautet der bisher längste Titel, der in seiner Sperrigkeit noch nicht ganz heranreicht an „Der Engländer, der auf einen Hügel hinaufstieg und von einem Berg herunter kam“ oder „Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand“ – mit dem zweiten habe ich auch gleich wieder den Bogen zu Skandinavien zurückgeschlagen. Was hat jetzt dieses Video mit Dänemark zu tun? Im Prinzip nichts, aber der weitläufige und kilometerbreite Strand von Rømø erinnerte mich sofort an die Umgebung, in der das Video gedreht worden ist – https://www.youtube.com/watch?v=4Q8L0-36hTM

 

 

auch wenn es auf der dänischen Insel nicht annähernd so heiß wird wie im australischen Outback. Wem das schon alt vorkommt, kann sich schon auf morgen freuen, denn dann geht es mit dem L noch ein paar Jahre zurück.

 

Mein Kinojahr 2019 : ein Rückblick auf meinen persönlichen Rekordversuch

 

Schon letztes Jahr zeichnete sich dieser Trend bei mir ab: Ich gehe wieder öfter ins Kino als in den Jahren zuvor – und den Anfang nahm dieser Trend 2018 in meinem Sommerurlaub, als ich mich spontan für einen Kinobesuch entschied und in „Ocean’s Eight“ landete. Dank des Werbeprogramms vorab wusste ich, welche Filme noch alle ins Kino kommen würden, und so folgten noch im gleichen Jahr „Bohemian Rhapsody“, „A Star is Born“ und „Mary Poppins‘ Rückkehr“. Eine Kettenreaktion war in Gang gesetzt, denn jeder Kinobesuch lieferte mir neue Trailer, die mich neugierig auf mehr machten, und so weiter und so fort.

Dieses Jahr steigerte ich diese Quote noch, weil mein Wunsch, mehr und mehr Filme auf einer vernünftigen Leinwand und mit vernünftigem Sound zu sehen, nicht nur durch Artikel in Filmzeitschriften, sondern auch durch Werbung auf pinterest und youtube angefacht wurde. Und so kam am Ende ein bunt gemischtes Repertoire heraus, das nur wenige Flops aufweist und durch ein paar ganz besondere Highlights glänzen kann. Bei einigen Filmen hätte es auch nicht geschadet, auf das Erscheinen der DVD zu warten, aber manchmal möchte ich einfach nur raus aus meinen vier Wänden und mich unter Leute mischen, dann darf es auch gern mal leichte und lockere Unterhaltung sein.

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Manhattan Queen – Januar – Komödie mit Jennifer Lopez und Milo Ventimiglia. Karriere machen mit gefälschtem Lebenslauf und gefaktem Profil in sozialen Medien – dass das nicht lange gutgeht, kann man schon zu Beginn ahnen. Nette Unterhaltung für zwischendurch und für mich ganz okay, weil mir an diesem Januarabend langweilig war.

Plötzlich Familie – Februar – Komödie mit Rose Byrne und Mark Wahlberg. Darauf war ich dank der Werbetrailer vor „Manhattan Queen“ aufmerksam geworden, und wurde nicht enttäuscht. Den Film um ein als Paar, das statt einem Kind plötzlich drei Geschwister in Pflege nimmt und diese später adoptieren möchte, fand ich herzerwärmend und sehr gelungen.

Green Book – eine besondere Freundschaft – mein erstes Highlight in diesem Winter/Frühjahr: der schwarze Konzertpianist Don Shirley (Mahershala Ali) und sein weißer Fahrer Tony Vallelonga (Viggo Mortensen) begeben sich in den 1962 auf eine Konzertreise durch die Südstaaten der USA und müssen ihre Reise mit dem „Negro Motorist Green Book“ planen, das all die Etablissements aufführt, die auch schwarze Kunden akzeptieren: Unterkünfte, Restaurants, Tankstellen…

Wir – Nach Komödien und Drama stand mir im März der Sinn nach einem Horrorfilm. Dass es mich allerdings noch lange nach dem Ende des Films um mysteriöse und mordende Doppelgänger in roten Overalls weitergruseln würde, hatte ich vorher nicht ahnen können. Filmplakat: https://i.pinimg.com/564x/f4/5a/20/f45a205a73a128678d66a8eedd9ad2d2.jpg

 

… Vier Filme zu Beginn des Jahres – da war noch Luft nach oben, aber erst im Juli ging es weiter. Für einige Monate herrschte Sendepause …

Yesterday – was hatte ich mich auf den Sommer und auf diese Musikkomödie gefreut… leider fand ich den Trailer interessanter als den Film, von dem viele begeistert waren. Mich störte, dass die Musik der Beatles zu kurz kam, die Handlung nur langsam an Tempo gewann, um immer wieder ausgebremst zu werden… hinzu kam derselbe, ständig neu aufgewärmte Witz mit dem Nichtfinden diverser Begriffe bei Google oder Wikipedia, und am Schluss lief das Ganze dann auf eine Liebesgeschichte hinaus. Schade, dass ich wegen dieser Zeitverschwendung einen anderen Film verpasst habe, der bestimmt spannender gewesen wäre. Blöderweise lief „Kursk“ mit Colin Firth dann nur noch irgendwo in der Pampa zu einer für mich unmöglichen Uhrzeit, so dass ich dieses Werk leider verpasst habe.

Once upon a time in Hollywood – diesmal hörte ich auf meine Freundin, die mit der Idee kam, sich den neuesten Tarantino-Film anzusehen. Ich kannte bisher nur Kill Bill und war nur zu gerne bereit, mich von dem zweieinhalbstündigen Werk überraschen zu lassen. Was ich vorher darüber gelesen hatte, klang auch interessant. Aber am Ende ertappte ich mich dann dabei, wie ich während der ersten zwei Stunden öfters auf die Uhr schaute, um dann von dem sinnlos übertriebenen Gemetzel in der letzten halben Stunde abgeschreckt zu werden. Dass zweieinhalb Stunden auch unterhaltsamer und vor allem mit einer interssanten Handlung gefüllt werden können, sollte ich im November erfahren. Für mich war auch dieser Abend leider ein Fall für die Tonne.

Downton Abbey – Als Fan der Serie „Downton Abbey“ schlug mein Herz höher, als ich letztes Jahr erfuhr, dass es in 2019 tatsächlich einen Film geben sollte. Als das Veröffentlichungsdatum feststand, gab es kein Halten mehr. Ich verbrachte zwei vergnügliche Stunden im Kino und erfreute mich an den wunderschönen Kostümen und Kulissen und an einer romantischen Geschichte, bei der ich förmlich dahinschmolz, und ich verkündete, dass es nach diesem Highlight jeder nachfolgende Film schwer haben würde, „Downton Abbey“ den Rang als besten Film des Jahres abzulaufen. Filmplakat – https://i.pinimg.com/564x/8d/b7/89/8db7898386c0b17115314f89cee7fe82.jpg

Book Week dies war nicht meine erste Wahl gewesen, als ich mir Karten für Vorstellung im Rahmen des australisch-neuseeländischen Filmfestivals „Down Under Berlin“ bestellte, sondern der Abschlussfilm. Beim Studieren des Programms aber traf der Text über diese rabenschwarze Komödie in der Originalversion ohne Untertitel einen Nerv bei mir: Ein nicht sonderlich beliebter Englischlehrer durchlebt eine Woche voller persönlicher Katastrophen, bevor sein neuer Roman veröffentlicht werden soll und bekommt von einer Schülerin Konkurrenz.

Mystify : Michael Hutchence – die Filmdokumentation von Richard Loewenstein, die bisher immer nur auf Filmfestivals gelaufen und von der BBC mitproduziert worden ist, darauf hatte ich ja schon seit Juni gewartet. Rein zufällig erfuhr ich dann, dass diese der Abschlussfilm von „Down Under Berlin“ werden würde, und so sicherte ich mir ein Ticket für den 29.9.2019. Ganz schön viele Neunen. Vor dem Film gab es ein von der australischen Botschaft gestiftetes Büffett (mit Fingerfood und Wein) und eine Ansprache ans Publikum. Zu gefühlten 80% beinhaltete die Filmdokumentation nichts, das ich nicht schon vorher aus unzähligen Youtube-Clips entnehmen konnte – aber die vielen Aufnahmen aus Privatarchiven und diverse Informationen, die neu für mich waren ergaben schließlich ein stimmiges und rundes Gesamtbild über einen Menschen, der als Künstler wahrgenommen und nicht auf sein Äußeres reduziert werden wollte. Plakat: https://i.pinimg.com/564x/ed/e0/c0/ede0c019d9734e64df1609b12517b8bf.jpg

 

M C Escher – Reise in die Unendlichkeit – Wahrnehmungsänderung, die Zweite.und Filmbiografie die Dritte: Der niederländische Zeichner entgegnete einst, dass er kein Künstler, sondern Mathematiker sei, als ihm Graham Nash (Crosby, Stills,Nash & Young) seine Bewunderung aussprach – laut Interview in dieser Dokumentation, die aus unzähligen Briefen und Tagebucheinträgen des Meisters der optischen Täuschung zusammengestellt wurde. Dass dabei die Grafiken geradezu lebendig werden, empfand ich als faszinierenden Nebeneffekt, der einer Kinobesucherin einen Ausruf des Entzückens entlockte. „Wie süß ist das denn?!“ – eine gezeichnete Eidechse krabbelt aus dem Papier und quer über die Leinwand. Ich gebe es nur ungern zu, aber diese Dokumentation war für mich noch besser und interessanter als die über den Sänger von INXS. Toppen können diese beiden exzellenten Biografien nur noch „Loving Vincent“ über Vincent van Gogh und der Film mit Salma Hayek über Frida Kahlo. Aber da diese schon älter sind… Filmplakat: https://i.pinimg.com/564x/6d/c0/ad/6dc0ad1ac04a956e349c05eb8c531307.jpg

Nurejew The White Crow – und noch ein Biopic. Diesmal unter der Regie von Ralph Fiennes, als zweistündiges Epos, das sich um das mehrwöchige Gastspiel des Sankt Petersburger Kirow-Balletts und dessen Startänzer Rudolf Nurejew im Paris der 60er Jahre dreht. Sich frei zu bewegen, ist nahezu unmöglich, denn der KGB ist dem Tänzer permanent auf den Fersen, und am Ende ergreift er schließlich doch noch auf dem Flughafen die Gelegenheit, um politisches Asyl zu erbitten. Ich weiß nicht, was ich erwartet hatte, aber mir fehlte erstens insgesamt die Spannung und zweitens war der Film für meinen Geschmack mit zu vielen Rückblenden auf die Kindheit in ärmlichen Verhältnissen durchsetzt. Ein gutes Beispiel, bei dem ich mich den Lobeshymnen nicht anschließen möchte.

Depeche Mode : SPIRITS in the forest – Auf der Suche nach einem Kino, das das INXS-Konzert von 1991 (das ich auf DVD habe) zeigen würde, stieß ich unter „Events“ in der Programmvorschau des Cinemaxx auf diesen Film von Anton Corbijn, der auch schon die Biografie „Control“ über die Band Joy Division gedreht hat sowie unzählige Musikvideos für verschiedene Bands, u.a. auch für U2. „SPIRITS in the forest“ verknüpft Ausschnitte aus dem Depeche-Mode-Konzert im Juli 2018 auf der Berliner Waldbühne mit den Lebensgeschichten von sechs ausgewählten Fans aus verschiedenen Ländern. Zwei der vier Kinovorstellungen waren ruckzuck ausgebucht, was ich durchaus nachvollziehen kann, hat doch die Band, die ich immer noch sehr gerne höre, weltweit eine riesige Fangemeinde. Beinahe noch interessanter als das, was man vom Konzert zu sehen bekam, fand ich die den Film begleitenden Geschichten der sechs Fans.

Le Mans 66 – gegen jede Chance – mein zweites persönliches Spielfilmhighlight dieses Jahr. 1966 gewann Ford zum ersten Mal das legendäre 24-Stunden-Rennen von Le Mans und schlug Ferrari haushoch aus dem Feld. Den von Carroll Shelby (Matt Damon) konstruierten Shelby GT 40 fuhr Ken Miles (Christian Bale), und er ist es auch, den der Ford-Marketingchef vom ersten Augenblick an nicht ausstehen kann. Da ist die Schikane schon vorprogrammiert, auch wenn es vorrangig um den Kampf zwischen Ford und Ferrari geht. Das zwaren mal zweieinhalb Stunden, die für mich fast wie im Flug vergingen. Poster: https://i.pinimg.com/474x/95/af/08/95af088da0ef62b1854dc1600f0bbe01.jpg

INXS : Live Baby Live – und noch ein Konzertfilm. Diesmal ging es wirklich nur um das Konzert ohne Riesenschnickschnack auf der Bühne, an dem ich mich schon letztes Jahr auf DVD erfreuen konnte: INXS live im Wembleystadion am 13. Juli 1991. Gefilmt von 17 Kameras – davon eine im Helikopter: Ausverkaufter Veranstaltungsort, Riesenstimmung, genialer Sound. Auf die restaurierte, digitalisierte und um einen Song ergänzte Fassung hatte ich mich schon seit ein paar Wochen gefreut, und dank youtube wusste ich, dass es diese Sondervorführung nur ein einziges Mal, aber dafür in allen möglichen Kinos geben würde. Im Cinemaxx lief der Film zwar nicht, sondern im Kinopolis im Main-Taunus-Zentrum, aber der Ausflug war für mich ein voller Erfolg. Erst Weihnachtseinkäufe erledigen, dann etwas leckeres Essen, und zum Schluss noch Spitzenunterhaltung mit dem Liveauftritt meiner Lieblingsband genießen – so ein Erlebnis hätte ich gerne öfters. Ausschnitt (The Stairs): https://youtu.be/N8CIBNJB2FM

 

Official Secrets – Start 21. November 2019: Davon hatte ich in einer Filmzeitschrift gelesen; es geht um die britische Geheimdienstmitarbeiterin Katharine Gun (Keira Knightley), die zur Whistleblowerin wird, als sie ein NSA-Memo an den Journalisten Martin Bright (Matt Smith) durchsickern lässt. Demnach wollten die USA Großbritannien dazu bringen, Druck auf einige unschlüssige Mitglieder des UN-Sicherheitsrates auszuüben, damit diese für einen Krieg gegen den Irak stimmen. Als sie sich dann zu dem bekennt, was sie getan hat, gehen der Spießrutenlauf und die Schikanen erst richtig los. Mich hatte nicht nur das Thema gereizt, sondern auch die Besetzung, wie Ralph Fiennes, Indira Varma oder Jack Farthing und Matt Smith in den Nebenrollen – und natürlich Keira Knightley in der Hauptrolle. Für mich war „Official Secrets“ hochspannend und emotional berührend und daher für mich neben „Downton Abbey“ und „Le Mans 66…“ mit der beste Film dieses Jahres. Filmplakat: https://i.pinimg.com/474x/c8/e3/ae/c8e3ae285268aaff4fc8777ced1c109e.jpg

Amazing Grace – Aretha Franklin 1972 in concert – in einem Diskussionsforum über Filme aus TV und Kino wurde mir erzählt, Ms. Franklin hätte zu diesem Film nie ihre Zustimmung gegeben. Ich habe mich gefragt, warum sie gegen die Veröffentlichung gerichtlich vorgegangen ist, da sie ihn ja schließlich mitproduziert hat. Abgesegnet wurde das Projekt wohl erst nach ihrem Tod durch ihre Familie. Dass der von Sidney Pollack gedrehte Film erst nach 47 Jahren veröffentlicht worden ist, wird im Vorspann mit technischen Schwierigkeiten erklärt, und näher möchte ich darauf nicht eingehen. Gezeigt werden zwei Abende, an denen sie zusammen mit dem Southern California Community Choir und Reverend James Cleveland ein Gospelkonzert gab, um es dort vor Ort auf Schallplatte aufzunehmen. Ist allein schon Aretha Franklins Auftritt beeindruckend, so steigert sich das Ganze noch bei der Ansprache ihres Vaters an die Kirchenbesucher, bei der man merkt, wie stolz er auf seine Tochter war und die Anwesenheit jener Gospelsängerin, die prägend für Aretha Franklin war: Clara Ward, die den Ehrenplatz in der ersten Reihe neben Aretha Franklins Vater, dem Reverend C. L. Franklin, einnehmen darf. Unter den Besuchern des Konzerts befand sich übrigens auch Mick Jagger, dessen unerwartetes Auftauchen unter den Konzertbesuchern für Heiterkeit sorgte. Für einen Sonntagmorgen und für ein so altes Konzert, das nur am Anfang auf sehr grobkörnigem Filmmaterial aufgenommen worden ist, waren erstaunlich viele Leute im Kino. Für mich war’s wieder wie 2017, als ich am 1. Weihnachtsfeiertag in einer Kirche ein Gospelkonzert besucht habe. Ein unvergessliches Erlebnis. Plakat: https://i.pinimg.com/564x/14/29/b2/1429b28d049c12473fb0b001753cf88a.jpg

 

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Sechzehn Filme in einem einzigen Jahr, das dürfte mein persönlicher Rekord sein; so oft war ich selbst in den 80er und 90er Jahren nicht im Kino. Und wenn ich jetzt noch die Filme im Bordprogramm von Air Canada mitzähle (Crazy Rich Asians & Three Billboards Outside Ebbing Missouri), komme ich auf 18 Stück. Noch zweimal ins Kino, dann bin ich bei 20. Schön wärs! Denn das Dumme daran ist: Es läuft nichts, was mich außer dem Thriller „Der Leuchtturm“ mit Robert Pattinson und Willem Defoe noch groß interessieren würde. Trailer: https://youtu.be/X6fw9VbVJSQ

„CATS“ gefällt mir schon als Musical nicht (wegen Story und Musik), und mit Star Wars kann man mich jagen. Und sonst? Das Remake von „West Side Story“ ist ja leider erst für Dezember 2020 geplant, die Literaturverfilmung „Emma“ für Februar 2020 – bleibt noch die Übertragung von „Fidelio“ aus dem Royal Opera House, aber da wird es auch erst März. Und wann die Pavarotti-Biografie und die Lieteraturverfilmung „Little Woman“ erscheinen, konnte ich auch noch nicht herausfinden. Vermutlich wird es Januar. Für mich ist deshalb diese Kinojahr beendet. Möge 2020 genauso interessant und bunt gemischt werden.

Mein singender, klingender Adventskalender : Türchen Nr. 6

 

 

Wer meine musikalischen Vorlieben kennt, hat sicher schon damit gerechnet, dass ich früher oder später damit ankomme, aber das E war schon vergeben. Und auch wenn erst am 12. Dezember Vollmond ist, huldige ich ihm jetzt schon mit

Full Moon Dirty Hearts“

von dem gleichnamigen Album der Band INXS. Von den Megasellern der 80er Jahre war das zwar schon ein gutes Stück entfernt, aber klingt für mich um Längen interessanter als das, was sich wie warme Semmeln verkauft hat. Außerdem hatte ich noch kein Duett in meiner Sammlung – in diesem Fall steuert Chrissie Hynde den weiblichen Gesangs-Part bei – https://youtu.be/RDZqgVTG504

 

 

Disketten sind so 90er – und der Film dazu passt besser zum Sommer, aber was kann man schon gegen Sonne haben, wenn die Tage immer kürzer werden? A propos „kürzer“: Nach dem Kurzfilm von heute gibt’s morgen mit dem G das ganz große Kino.

22 Wochen, 1 Objekt: Woche #18 – der Countdown läuft

Nach der 18. Woche des Fotoprojekts „22 Wochen – 1 Objekt“ von wortman und  aequitasetveritas sind es nur noch vier Sonntage, an denen wir unser ausgesuchtes Objekt fotografisch in Szene setzen können, in welchem Zusammenhang auch immer. Gestartet hat es am 4. August und endet am 29. Dezember.

Zum 1. Advent hatte ich etwas Lichterglanz geplant, aber heute stand mir der Sinn nach einem vorgezogenen Rückblick auf „mein Filmjahr“, den man lesen kann, aber nicht muss, denn ein weiterer Rückblick auf 2019 wird vermutlich noch folgen. Vorerst aber der aktuelle Stand nach dem letzten Kinobesuch, für den ich online eine Karte für den für mich optimalen Sitzplatz gebucht habe.

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denn so oft wie in diesem Jahr war ich schon lange nicht mehr im Kino. Und es war alles dabei: Kömödien, Horrorfilme, Period Dramas, Biografien, Konzertfilme, Filme mit Überlänge, Filme in der Originalversion ohne Untertitel…

1) Manhattan Queen +++ 2) Plötzlich Familie +++ 3) The Green Book +++ 4) Us +++ 5) Yesterday +++ 6) Once upon a time in Hollywood +++ 7) Downton Abbey +++ 8) Book Week +++ 9) Mystify : Michael Hutchence +++ 10) M.C. Escher – Reise in die Unendlichkeit +++ 11) Nurejew – The White Crow +++ 12) Depeche Mode – SPIRITS in the forest +++ 13) Le Mans 66 – Gegen jede Chance +++ 14) INXS – Live Baby Live

Damit komme ich auf insgesamt 14 Filme, die beiden Spielfilme im Bordprogramm von Air Canada noch nicht mitgezählt.. Was ich noch so alles geplant hatte bzw. habe, lasse ich mal besser weg, am Ende erfüllen sich die Wünsche ja doch nicht, so wie bei „Kursk“ und „Blinded by the Light“. Ob ich noch in den Genuß des Remakes von „West Side Story“ und von „Official Secrets“ komme? Das Ticket für die Sondervorstellung am 8. Dezember im Kinopolis habe ich schon: „Amazing Grace (Aretha Franklin, 1972 live in Concert“

Konzerterlebnisse XXL : „Live Baby Live“ – Wembley 1991

 

Wenn man dem Drummer und dem Keyboarder auf die Finger schauen kann, der Frontmann dekorativ in Szene gesetzt wird und man sieht, wie im Hintergrund Kameraleute herumwuseln, dann war nicht nur eine Kamera zugegen, sondern viele – frei nach dem Motto „VHS: von vorne, von hinten und von der Seite“, erweitert um Aufnahmen aus der Frosch- und aus der Vogelperspektive.

In so einem Fall kann man davon ausgehen, dass all jene in den Genuß der Filmaufnahmen kommen sollen, die nicht das Vergnügen hatten, beim Konzert dabeigewesen zu sein. DVD sei Dank. Eine sinnvolle Sache auch für all jene, die beim Konzert von ihrer Lieblingsband nicht viel zu sehen bekamen außer sechs kleinen Männchen. Ein Umstand, den ich leider viel zu oft erlebt habe. Rühmliche Ausnahmen waren kleine Hallenkonzerte oder Festivalkonzerte, die am Nachmittag vor maximal 300 Leuten stattfanden. Aber mehr als 70.000 dicht aneinandergedrängte Fans im Wembleystadion sind dann schon wieder eine ganz andere Hausnummer.

Natürlich kann eine DVD keinen echten Konzertabend ersetzen, vor allem schon allein deswegen, weil es zu Hause oft an einem vernünftigen Bildschirm und einer leistungsfähigen Soundanlage mangelt. Aber auch, wenn letztere vorhanden ist, danken es einem Haustiere und Nachbarn, wenn man den Lautstärkeregler und die Bässe nicht bis zum Anschlag hochdreht. Was war ich deshalb aus dem Häuschen, als ich davon hörte, dass genau dieses Konzert, von dem ich die DVD seit letztem Jahr habe, jetzt noch einmal in einer restaurierten und um einen Song erweiterten Fassung ausschließlich am 27. November in allen möglichen Kinos gezeigt werden sollte (Quelle: https://youtu.be/8R6VHy_HaBg)

 

 

Auch auf die Gefahr hin, dass im Kino viele Plätze frei bleiben würden, im Gegensatz zu Depeche Mode, bei denen die wenigen Vorstellungen ruckzuck ausgebucht waren. Fairerweise muss ich sagen, dass Depeche Mode immer noch auf Tournee gehen, Alben aufnehmen und vor allem eine riesige internationale Fangemeinde jeden Alters haben. Da ist alles dabei – von Anfang zwanzig bis Mitte fünfzig. Im Fall von INXS gibt es erstens die Band seit 2012 nicht mehr, und die übriggebliebenen Fans werden auch nicht unbedingt jünger und gleichzeitig gefühlt immer weniger. Wenn’s hochkommt, waren vielleicht 10% des Kinos an besagtem Abend ausgelastet, aber wir paar Leute hatten merklich unseren Spaß.

Zeitweilig hatte ich das Gefühl, dass sich das Gesehene auf der Kinoleinwand doch ziemlich von dem auf dem Fernsehmonitor bei meiner letzten DVD-Session unterschied, was vermutlich der Tatsache geschuldet ist, dass mir beim Kinobesuch viel mehr Details aufgefallen sind als beim Mitgrooven im Wohnzimmer. Dafür gab es aber auch keine Rahmen- oder Nebenhandlung wie bei „SPIRITS in the forest“, sondern die Show, bei der ich einen Eindruck bekam, was für eine ausgelassene Stimmung im Publikum herrschte. Da steht niemand einfach nur so da, um zu filmen oder zu fotografieren – tja, diese Möglichkeit gab es 1991 nämlich noch nicht.

Gab es in dem Filmporträt „Mystify : Michael Hutchence“ nur wenige Ausschnitte aus allen möglichen Auftritten zu sehen, weil die Charakterstudie des Sängers im Vordergrund stand, konnte ich hier endlich die gesamte Show pur und ungefiltert und vor allem in Großaufnahme genießen. Die zweiundzwanzig Songs, von denen einer auf der DVD fehlt, stammen von den beiden am kommerziell erfolgreichsten Alben „KICK“ und „X“, ergänzt um drei ältere Stücke aus den frühen 80er Jahren. Bestimmt geht einigen mein Retrofimmel und meine Schwärmerei inzwischen schon auf den Keks, aber irgendwo muss ich mit meiner Freude ja hin – und wenn nicht hier, wo dann? It’s a small world but it’s mine… mit erweiterungsfähigem Horizont.

Für den Fall, dass mir’s vielleicht keiner glaubt: Auch wenn ich INXS sogar eine eigene Kategorie gewidmet habe, bin ich nicht nur auf diese eine Band festgelegt, oder gar auf eine einzige Musikrichtung. Und manchmal steht mir der Sinn nach Durcheinander – das hat mir meine diesjährige Auswahl von Musik, Serien und Filmen sehr deutlich vor Augen geführt. Die Playlist auf dem mp3-Player meines Smartphones ist der beste Beweis dafür. Dazu gibt es demnächst noch ein paar gesonderte Beitrge sowie einen Extrabeitrag im Stil eines Rückblicks auf das vergangene Jahr, und das ist ja noch nicht zu Ende. Und weil ich Gefallen an dieser Art von Kinounterhaltung gefunden habe, steht demnächst noch ein besonderes Erlebnis vor der Tür: Aretha Franklin mit James Cleveland und dem Southern California Community Choir – gefilmt 1972 und bisher noch nie veröffentlicht. Damit es noch weihnachtlicher wird (Quelle: https://www.youtube.com/watch?v=gkKOIQwTiKE)

 

 

Lassen Sie die Taschentücher zu Hause, bringen Sie gleich ein Handtuch mit!“ – Das sagt doch schon alles und mir, dass ich dort genau richtig bin.

 

 

 

 

 

 

Enjoy the Silence – mit Glitzer

 

Am Donnerstag, dem 21. November war es soweit: Der von Anton Corbijn produzierte Film „SPIRITS in the Forest“ lief in zwei ausverkauften Sondervorstellungen im Cinemaxx (und nicht nur da – in anderen Kinos deutschlandweit auch). Vielleicht war die geschätzte Zahl von 600 erwarteten Besuchern leicht übertrieben, aber ich konnte mich glücklich preisen, eine Karte für einen vernünftigen Sitzplatz ergattert zu haben.

Gut, dass ich mich vorher noch kurz über den Film informiert habe, denn sonst hätte ich einen reinen Film über das Depeche-Mode-Konzert auf der Berliner Waldbühne, letztes Jahr im Juli, erwartet. Was er nicht ist – sondern eine Hommage an die Fans, von denen sechs aus zahlreichen Bewerbungen für dieses Projekt ausgewählt wurden. Sie erzählen während der 95 Minuten aus ihrem Leben und was sie mit der Musik ihrer Lieblingsband verbinden. Musik kann eine Brücke sein? Definitiv. Genau jene Lieder, die sie heiß und innig lieben und die ihnen Hilfe in schweren Zeiten waren, kommen dann in den entsprechenden Filmaufnahmen des Berliner Abschlusskonzerts zum Zug. Und immer wieder die Einblendungen der gefilmten Fans – nicht nur das ganze Publikum ist dann zu sehen, sondern auch genau jene speziellen Fans, die dicht beieinander stehen: die 22jährige Fremdenführerin aus der Mongolei, die den fast 8000 Kilometer weiten Weg (einfache Strecke) von Ulan Bator über Moskau nach Berlin auf sich nimmt – nur für drei Tage und für ein einziges Konzert.

Oder die Französin, die sich nach einem Unfall an nichts mehr erinnern kann, außer an ihre Liebe zur Musik von Depeche Mode. Der Vater aus Bolivien, der zusammen mit seinen beiden Kindern die Coverband DMK gegründet hat und deren selbstgedrehte Videos in Ausschnitten zu sehen sind (Quelle: https://youtu.be/a6J1fFpN3S0):

Der Rumäne, der den Sturz des Kommunismus miterlebt hat und mit zwei geduldigen Freunden ein Video zu „Enjoy the Silence“ gedreht hat… so könnte es stundenlang weitergehen – aber sollte nicht der Fokus auf der Musik liegen? Das tut er. Musik gibt es nicht zu knapp, und eine Band in Großaufnahme, mit brilliantem Sound. Gut abgemischt, kann man nur ahnen, wie viele Rückkopplungen das Publkum 2018 vermutlich gehört haben mag – ein Vorteil für die Kinogänger. Allerdings kommen die auch in den Genuß von Großaufnahmen von der Band, und nun wird es heikel.

Was habe ich mich darauf gefreut, Dave Gahan, Andrew Fletcher und Martin Gore ungefiltert auf der Bühne erleben zu können, ohne nerviges Handygefilme um mich herum oder Leute, die mir die Sicht versperren, ganz zu schweigen von der Tatsache, dass ich mich bei Konzerten meistens weiter hinten aufhalte. Vorbereitet war ich jedoch nicht darauf, wie sehr die Herren gealtert sind. Das kommt davon, wenn man immer nur die alten Videos aus den 80er und 90er Jahren ansieht. Aber der Schock währte nur kurz – denn was schert mich die durch Glitzer aufgepeppte Optik, wenn die Musik absolut top ist und ich Songs hören kann, die ich bisher noch nicht gekannt habe. Und die größte Überraschung: Ausgerechnet „Just can’t get enough“, der Song, um den ich immer einen großen Bogen mache, konnte mich in dieser Fassung wirklich begeistern.

Absolute Highlights der Show waren für mich übrigens die Darbietung von „Personal Jesus“, „Never let me down again“, „Enjoy the Silence, „Walking in my shoes“ und „Heroes“. Ja, richtig, eine stimmungsvolle Coverversion von David Bowies bekanntestem Song, der eine besondere Bedeutung für die Band hat (Quelle: https://youtu.be/Sl0XlKlBgdk):

Alles in allem fand ich den Film äußerst gelungen, und das lag nicht nur an dem mitreißenden Konzert, sondern auch an den Geschichten der Fans, die mir einen ganz neuen Blick auf die Welt eröffnet und mich teilweise so berührt haben, dass ich öfters zum Taschentuch greifen musste, und ich hoffe, ich habe nicht zu viel verraten, denn den Film gibt es morgen noch einmal in den Kinos dieser Welt zu sehen.


Jetzt bin ich schon gespannt auf die Sondervorstellung am kommenden Mittwoch im Kinopolis (Main-Taunus-Zentrum), in der das INXS-Konzert vom 13. Juli 1991 im Wembleystadion in einer restaurierten und vervollständgten Fassung gezeigt wird, ohne Geschichten von Fans, ohne Glitzer, und vor allem ohne größere Überraschungen.

# Writing Friday – November, 47. Woche : The Thrilling Eight

 

Das Projekt „Writing Friday“ habe ich bei elizzy entdeckt – und darum geht es:

Jeden Freitag wird veröffentlicht. +++ Wählt aus einem der vorgegebenen Schreibthemen. +++ Schreibt eine Geschichte / ein Gedicht / ein paar Zeilen – egal, Hauptsache ihr übt euer kreatives Schreiben. +++ Vergesst nicht, den Hashtag #Writing Friday und den Header zu verwenden, schaut unbedingt bei euren Schreibkameraden vorbei und lest euch die Geschichten durch. +++ Habt Spaß und versucht, voneinander zu lernen.

 

Dies sind die Schreibthemen für den November

1) Schreibe eine Geschichte, die mit dem Satz: “Jonathan war noch nie in seinem Leben so glücklich wie gerade in diesem Moment. Endlich … ” beginnt. +++ 2) Es ist Zeit für den Winterschlaf – Bruno der Bär berichtet von seinen Vorbereitungen. Gib Bruno einen einmaligen Charakter und sei kreativ! +++ 3) Dein Lesesessel startet eine Demo – wofür protestiert er? Berichte davon. +++ 4) Schreibe eine Geschichte und flechte darin folgende Wörter ein: Wind, Comicbuch, klein, Avocado, Eule +++ 5) Welches ist dein Lieblingsgenre? Wieso ist das so? Und was magst du daran?

 

Der November ist ein ungemütlicher Monat. Da muss Spannung rein. Besinnlichkeit hebe ich mir für den Dezember auf. Bitte verzeiht mir meine Abschweifungen in Richtung Film.

 

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The thrilling eight

Thriller, Krimis und noch mehr – hol ich mir zum Lesen her

Liebesdramen und Fantasy – lese ich so gut wie nie.

Biografien und Historiendramen – sind nicht nur was für ältere Damen

Für etwas Horror und Sci-Fi – halt‘ ich mir den Abend frei.

 

Sie haben es sicherlich erraten: Mit dieser Ansammlung von Reimpaaren habe ich versucht, meine literarischen Vorlieben und Abneigungen zu beschreiben. Wobei das auch nicht so ganz stimmt, da ich zwischen gedruckten Büchern und Online erschienenen Romanen unterscheide. Lese ich zum Beispiel sehr selten Liebesromane in gedruckter Form, so kann ich mir online sehr wohl und ganz nonchalant die Zeit mit Veröffentlichungen in der Rubrik „Romance“ vertreiben.

Fantasyromane habe früher sehr viele gelesen, und meine Lieblingbücher aus diesem Genre sind die „Herr der Ringe“-Trilogie, die fünfzehnbändige Fantasysaga „Die Chroniken von Deverry“ von Katharine Kerr und die Urban-Fantasy-Reihe „Schwestern des Mondes“ von Yasmine Galenorn. Online lese ich zur Zeit eine „Being Human“-Fanfiction, die sich um eine WG aus einem Geist, einem Vampir und einem Werwolft dreht. Nur läuft diese Geschichte ein wenig anders. Fantasy mag ich zwar noch ab und zu, aber nicht mehr andauernd, da mein Schwerpunkt zur Zeit tatsächlich auf Science Fiction und Dystopien liegt.

Aber die mit Abstand von mir am meisten gelesenen Bücher sind Krimis und Thriller. Das sind auch die von mir bevorzugten Filme, und auf Wattpad durfte ich mich über längere Zeit hinweg an einer Fan Fiction erfreuen, die langsam aber sicher thrillerhafte Züge annahm, bei der die männliche Hauptperson ins Visier einer mafiaähnlichen Organisation gerät. Leider hat die Autorin das nächste Kapitel noch nicht veröffentlicht, und ich habe keine Ahnung, ob sie ihr Projekt auf Wattpad zu Ende führt.

Was bei mir zur Zeit auch noch hoch im Kurs steht, sind Biografien. Es gab eine Zeit, da habe ich mich gerne mit den Lebensgeschichten und Erinnerungen berühmter Personen beschäftigt, z.B. mit der Biografie von Hillary Clinton oder König Georg III, der seinen Verstand verlor, und die Anzahl der von mir bereits gesehenen Biopics ist über die Jahre stetig gewachsen. Allein dieses Jahr habe ich drei Filme über bekannte Künstler (Elton John, Michael Hutchence, M C Escher) gesehen. Da ich letztes Jahr die Filme über Eddie the Eagle und Paul Potts mochte und von „Bohemian Rhapsody“ geradezu überwältigt war, würde ich jetzt auch gerne mal etwas ähnliches in literarischer Form erleben. Es müssen nicht zwingend die Personen aus den Filmen sein, obwohl ich ja bereits schon ein Buch über Escher besitze. Leider habe ich bis auf den Wälzer über AC/DC noch nichts für mich Interessantes gefunden – obwohl mir ja schon die Biografien von Michelle Obama, Harry Belafonte und John Denver ans Herz gelegt worden sind. Und da ich diesen Monat „The Walk“ gesehen habe, könnte ich mich über ein Buch über den Hochseilartisten Philippe Petit erwärmen. Der hat auf einem Drahtseil 1974 den Spaziergang zwischen den beiden Twin Towers des World Trade Centers gewagt.

Um zum Schluss auf das Thema „Krimi und Thriller“ zurückzukommen, gehen manche als Thriller verpackte Kriminalromane dann doch teilweise schon in Richtung „Horror“, gerade wenn ich an die Bücher von Sebastian Fitzek denke, die oft ziemlich blutig sind. Horrorromane von Stephen King habe ich früher geradezu verschlungen, aber jetzt ist mir das dann doch zu langatmig, und ich greife lieber auf die klassischen Schauergeschichten zurück, ob modern oder klassisch – ganz egal. Hauptsache geheimnisvoll und so geschrieben, dass mir die Haare zu Berge stehen und ich aber trotzdem weiß, dass das Beschriebene nie real werden könnte.

Und Historiendramen? Die erinnern mich teilweise echt an Fantasy. Aber: Wenn’s zu real wird (außer bei Biografien), fehlt mir was – nämlich das Eintauchen in eine gänzlich andere Welt.

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Und so endet der letzte Writing Friday des Novembers bei mir mit dem Zitat „In this thriller I can’t leave the field as a winner“ (Seeed „Augenbling“).

Media Monday # 438 : Mein Jubiläum zum eintausendsten Beitrag

 

Die Statistik lügt nicht, und zunächst konnte ich es gar nicht glauben aber tastächlich steht es da. 999 Beiträge habe ich seit August 2013 auf diesem Blog veröffentlicht, und ausgerechnet die sieben Lückentexte zum Media Monday sind Beitrag Nummer 1000. Wenn das mal kein Grund zum Feiern ist.

Media Monday # 438

1. Gemessen an der Aufmerksamkeit und/oder Empörung, die das Dauerthema „Trainerwechsel beim x-ten Fußballclub“ mit sich gebracht hat, sind mir die ständigen Übertragungen von Presekonferenzen so ziemlich wurst und gehen mir am Allerwertesten vorbei.

2. Mit eines der schönsten Dinge an meinen Hobbys/Interessen ist ja, dass ich am Schluss eines kreativen Prozesses tatsächlich etwas Reales in den Händen halte, das in dieser Form kein anderer hat.

3. Nachdem man es sich mittlerweile auch immer öfter wieder einfach zuhause gemütlich macht, fällt mir beim Blick aus dem Fenster auf, um wieviel besser die eine Hälfte unseres Rasens aussieht, nachdem ich sie am Samstag endlich mal gemäht habe. Dass es in Wirklichkeit ein weicher Moosteppich ist, sieht man aus der Ferne zum Glück nicht.

4. Niemand bestimmtes hat mir in den vergangenen Monaten ja durchaus imponiert, schließlich habe ich momentan so eine Phase, in der mich nicht sehr vieles beeindrucken kann, weil für meinen Geschmack mittlerweile um jeden Pups ein Riesen-Bohei veranstaltet und zu viel heiße Luft produziert wird.

5. Ich kann nicht nachvollziehen, wie manche*r so fanatisch sein kann, dass andere, die nicht derselben Ansicht sind, zur Zielscheibe von Hasstiraden im Internet werden.

6. Dass im November gleich zwei Konzertfilme ins Kino kommen, war die mitunter schönste Überraschung/Meldung der letzten Zeit, denn im Fall von Depeche Mode (Quelle: https://youtu.be/-ldu3SqE4II) war ich erst einmal in den Neunziger Jahren in einem Konzet gewesen, und im Fall von INXS (die ich selbst noch nie live gesehen habe) bin ich echt gespannt, wie das Konzert von 1991 auf der Leinwand wirkt.

7. Zuletzt habe ich mir meine Beitragsstatistik angesehen, und das war eine Überraschung, weil ich festgestellt habe, dass dies mein tausendster Beitrag wird. Da kommt mir gerade recht, dass ich noch eine Flasche Rotwein im Haus hatte, die sich hervorragend für die Zubereitung von Glühwein eignet. Mit dem habe ich auf das Jubiläum angestoßen.

Wenn Dir alle sagen, dass sie den November furchtbar finden,

 

dann ist es Zeit für Dich, ihn Dir zu verschönern. Wie sagte ich noch neulich zu meiner Schwester? „Wenn der Monat schon sch**** ist, dann soll wenigstens das Kalenderbild was hermachen.“ Warum auf dieser Stufe stehenbleiben? Klar, es wird deutlich früher dunkel als sonst, aber auch das geht vorüber. Außerdem hätte ich nie gedacht, dass dieser Monat so viele Konzert- und Kinobesuche für mich bereit hält, wie schon lange nicht mehr.

Den Anfang hat das Konzert der irischen Band „Walking on Cars“ am Sonntag, den 3. November gemacht; ich habe zwar nur die Hälfte davon mitbekommen, aber die war dafür richtig gut, und die Band spielte die Lieder, die mir von ihrem Album „Colours“ am besten gefallen.

Noch ein Konzert erwartet mich am Sonntag, den 24. November, aber diesmal habe ich einen Sitzplatz und laufe nicht Gefahr, in der Masse eng zusammenstehender Besucher erdrückt zu werden. Bruce Guthro, der ehemalige Sänger der schottischen Folk-Rock-Band Runrig, die sich letztes Jahr aufgelöst hat, kommt im Rahmen seiner Celtic-Christmas-Tournee in die Jahrhunderthalle in Höchst. Auf das Programm, laut Ankündigung eine „Mischung aus Songs seiner kanadischen Heimat, Irischen Klassikern und einer Reihe berühmter englischer Weihnachtslieder“ besteht, bin ich schon sehr gespannt (Quelle: https://www.adticket.de/images/event/b/xbruce_guthro_2019.jpg.pagespeed.ic.5HFBTJiXVO.jpg).

 

Außerdem muss ich feststellen, dass immer mehr Kinos versuchen, mit sogenannten Events zu punkten. Schon letztes Jahr hatte das Kinopolis im Main-Taunus-Zentrum mit bestimmten Sondervorstellungen mit dem Schwerpunkt auf Klassik und Ballett geworben – dieses Jahr hat das Cinéma in Frankfurt am Main eine ähnliche Idee gehabt. In der Reihe „Royal Opera House“ werden zu bestimmten Terminen Opern- und Ballettinszenierungen live aus dem Londoner Royal Opera House direkt in den größten Saal des Kinos übertragen, und ich habe dann auch sofort Tickets für die Oper „Fidelio“ als Geschenk für meine beste Freundin erworben. Leider ist die Aufführung erst im nächsten März, aber manchmal muss man schnell sein und darf nicht lange überlegen.

Zugreifen, bevor alles weg ist, war dann auch meine Devise für den Film „SPIRITS in the Forest“, gedreht von Anton Corbijn, der am 21. und 24. November im Cinemaxx gezeigt wird, jeweils in zwei Vorstellungen an einem Abend: Depeche Mode 2017/2018 live in Concert, und zwar zum Abschluss ihrer „Global Spirits“-Tour auf der Berliner Waldbühne – ergänzt um zusätzliches Filmmaterial. Da von Anton Corbijn auch das Musikporträt „Control“ über die Band Joy Division stammt, kann ich mir vorstellen, dass „SPIRITS“ keine Enttäuschung werden wird, was vermutlich all jene auch denken, die dafür gesorgt haben, dass 20-Uhr-Vorstellung bereits so gut wie ausgebucht ist. Übrigens hatte ich erst einmal die Chance, die Band live zu sehen. Das war in den Neunziger Jahren, und danach gab es entweder keine Tickets mehr oder sie waren zu teuer. Vielleicht ist ein Konzert im Kino zu erleben, nicht dasselbe, aber dafür habe ich kein Gedränge, dessen ich mich erwehren muss (Quelle: https://cdn.cinemaxx.de/-/media/images/cinemaxx/cinemaxxposter/26631-100901577cxxposter1-posterjpg.jpg)      

 

Das gleiche gilt für ein Special-Event, das mich als Fan ganz besonders freut. Mehr Achtziger Jahre geht nicht? Irrtum: Wir liefen die Neunziger gleich mit, denn der bereits auf DVD veröffentlichte Mitschnitt des INXS-Konzerts vom 13. Juli 1991 im Londoner Wembleystadion ist jetzt nochmal extra für eine einzige Kinovorstellung am 27.11.2019 restauriert worden, dafür dann aber gleich quer durch die ganze Republik und rund um die ganze Welt (ab dem 14. November in Australien und Neuseeland, ab dem 9. Dezember in Nord- und Südamerika und ab dem 27. November international / Bildquelle: https://trailer.kinopolis.de/assets/4b5cde32/lblonesheetcineventsde.jpg)

Wow! Was für ein Aufwand für einen einzigen Abend. Ich habe zwar keine Ahnung, was „4K“ bedeutet, aber wenn die Bild- und Tonqualität wirklich so brilliant sind, wie das Kinopolis auf seiner Homepage damit wirbt, dann kann ich mich auf ein „very special concert event“ freuen. Da ich die Band nie live gesehen habe, wäre das für mich dann eine Verbesserung gegenüber der Option „DVD“, denn gegen eine riesige Kinoleinwand kommt mein Fernsehbildschirm oder Laptopmonitor  dann doch nicht an, und die Boxen kann ich zu Hause auch nicht so aufdrehen, wie ich gerne möchte. Ich bin mal gespannt, wie viele Besucher sich außer mir noch einfinden werden; bis jetzt sind jedenfalls noch nicht viele Reservierungen eingegangen.

Und ich Dussel habe im Sommer noch gedacht, mit der Filmdoku von Richard Lowenstein über den Sänger der Band wäre es das schon gewesen. Wie man sich irren kann…