Media Monday # 446: der innere Frieden 2.0

 

 

Im Rahmen des Schreibprojekts #Writing Friday hatte ich bei meinen Plänen für dieses Jahr den sogenannten inneren Frieden erwähnt: „Beenden Sie angefangene Dinge, und Sie werden inneren Frieden erhalten“: Frei nach diesem Motto habe ich zwei angefangene Serien beendet, die unterschiedlicher nicht sein könnten: „Vikings“ und „Poldark“. Das ist gemogelt, denn die sechste und letzte Staffel der Wikingersaga habe ich noch nicht gesehen, sondern jetzt den zweiten Teil der fünften Staffel beendet – und die fünfte und letzte Staffel von „Poldark“ habe ich gestern begonnen. Ich kenne zwar die Bücher, auf der die Serie basiert, aber diese Staffel ist eine Überraschung für mich, und warum das so ist, werde ich in einem gesonderten Beitrag behandeln.

Jetzt ist aber erst einmal Zeit für die sieben Lückentexte des Media Monday:

Media Monday # 446

 

1. Fernab der einschlägigen Streaming-Dienste bevorzuge ich immer noch das Kino, vor allem wenn es um Aufführungen geht, bei denen so ein Fernseh- oder Laptopbildschirm nicht mithalten kann – aktuelles Beispiel: Im März schauen eine Freundin und ich uns eine Live-Übertragung der Oper „Fidelio“ aus dem Royal Opera House an. Die Konzertfilme, die ich letztes Jahr gesehen habe („Aretha Franklin – Amazing Grace“, „INXS – Live Baby Live“ und „Depeche Mode – SPIRITS in the forest“) sind das andere Beispiel dafür.

2. Erstaunlich, wie schnell die Helligkeitsphasen dieser Tage schon wieder länger werden.

3. Diskussionen im Internet (vor allem auf youtube in den Kommentaren), welche Band denn nun die bessere ist oder gar die größte aller Zeiten, sind für mich völlig unsinnig, denn für mich geht es nicht um einen Wettbewerb wie bei der Champion’s League oder beim Super Bowl. Beatles oder Rolling Stones? Ärzte oder Hosen? U2 oder INXS? Prince oder Michael Jackson? Interessiert mich nicht die Bohne. In meiner Plattensammlung ist Platz für viele. A propos Super Bowl: Sportfans können das Event auch im Kino zelebrieren – ein Fall für Lückentext Nr. 1 an diesem Media Monday.

4. Denke ich nur daran, wie viele Flaschen Whisky mein Mann und ich im Laufe unserer gemeinsamen Jahre gesammelt haben (ohne jetzt unbedingt alle auch öffnen zu müssen), habe ich schon das Gefühl, einen Kleinwagen im Regal stehen zu haben.

5. Das Zusammensetzen von 3D-Puzzles hätte ja durchaus das Zeug dazu, für mich neue/s Hobby/Leidenschaft zu werden, denn ich finde es spannend, ein Gebäude wie den Big-Ben-Glockenturm wachsen zu sehen, auch wenn einige Teile dieses Bauwerks zum Haareraufen schwierig sind. Nicht alles ist halt so einfach wie ein rot-weißer Leuchtturm.

6. Wozu man ja auch viel zu selten wirklich Zeit und Gelegenheit findet, ist die ganz große Oper, für die man sich so richtig in Schale werfen kann – jedenfalls bekomme ich sehr oft den Eindruck, wenn ich sehe, wie wenig Wert viele Besucher von Veranstaltungen auf das Tragen festlicher Kleidung legen. Ein Herr, der bei der Show von Nicolai Friedrich in der Reihe vor mir saß, hat seine nach Pommesbude riechende Jacke über die Lehne seines Stuhls gehängt. Die Garderobière wird’s gefreut haben, ich dagegen war wenig begeistert.

7. Zuletzt habe ich mein Archiv bei wattpad aufgeräumt und das war sehr aufschlussreich , weil ich erkannt habe, was ich genreübergreifend nicht lesen möchte: Geschichten, bei denen die einzelnen Kapitel durch sogenannte „Author’s Notes“ unnötig aufgebläht werden, wenn diese länger sind als die eigentliche Handlung der Geschichte. Außerdem mag ich keine Storys, bei denen mir die Möglichkeit, mir ein eigenes Bild von den Charakteren machen zu können, genommen wird, wenn die Autoren ihre Romanfiguren durch Fotografien veranschaulichen.

 

 

Same procedure as every year, James : der Jahresrückblick – Teil 2

 

und die erste Hälfte des Jahres habe ich schon hier Revue passieren lassen. Nun ist die zweite Hälfte dran.

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Juli

Im Juli regierte das Sommerloch, und selbst im Kino wollte der Funke nicht überspringen. Was hatte ich mich doch so auf den Film „Yesterday“ gefreut, dessen Werbetrailer ich im Frühjahr im Kino gesehen hatte… und dann wurde es am Ende doch nur ein Satz mit X. Im Gegensatz zu vielen anderen konnte ich dem hochgelobten Werk nichts abgewinnen und ging mit dem frustrierenden Gefühl nach Hause, für dieses halbgare Etwas einen wirklich sehenswerten Film links liegen gelassen zu haben. Und richtig: Nachholen ließ sich die Vorstellung von „Kursk“ mit Colin Firth zu meinem großen Unmut nicht, denn als ich wieder eine Reihe freier Abende hatte, war von dem Film weit und breit nichts mehr zu sehen.

Sommerlöcher gehören eindeutig gefüllt. Deshalb deckte ich mich mit Filmen und Serien auf DVD ein: The Royals, Vikings und Broadchurch sowie der Komplettbox von „Die Tribute von Panem“ – als ich aber dann erfuhr, dass es am 14. Juli mit der fünften und letzten Staffel von „Poldarklosgehen würde, gab es für mich kein Halten mehr. Kurzes Nachrechnen: Die Folgen, die ich wegen meiner Kanadareise verpassen würde, programmierte ich kurzerhand in meinen Festplattenrecorder. Diesmal war ich fest davon überzeugt, dass mir nicht derselbe Fehler (mit den neuen Folgen die alten zu überspielen) wie im letzten Jahr passieren würde. Eine weitaus ätzendere Überraschung sollte ich nach meiner Rückkehr erleben.

Bild des Monats:

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August

Über diesen Monat muss ich nicht mehr viel schreiben – meine Reise nach Kanada war in jeder Hinsicht ein voller Erfolg. Schon lange hatte ich nicht mehr so viel Spaß. Und ein kleiner, harmloser Flirt war auch noch drin. Summer in the City? Den Song konnte ich jetzt endlich sowas von nachvollziehen. Und noch eins durfte ich feststellen: Auch bei 30°C und extrem hoher Luftfeuchtigkeit kann exzessives Walken etwas ganz Wunderbares sein. Müdes Dahinschlurfen auf Flip Flops war gestern – heute geben wir ordentlich Gas und pushen den Kreislauf mal so richtig. Dann schmeckt auch das Bierchen danach, auch wenn’s ein blumig beschriebenes Craft-Beer war, das ich im Normalfall nie getrunken hätte. Binsenweisheit Nummer Zwei: Erleb‘ mal was, ohne ständiges Knipsen mit dem Smartphone. Man bekommt so viel schneller Kontakt mit seiner Umwelt und den Menschen um einen herum. Let’s get connected.

Connected hätte auch mein SAT-Receiver bleiben sollen – so aber hatte ich statt der ersehnten Poldark-Folgen nur je 60 Minuten lang ein schwarzes Bild, einmal mit einer Sendeinfo zusätzlich, dass dort jetzt die Quizshow „Pointless“ laufen würde. Was für ein schlechter Witz. This recording was indeed… Pointless.

Mein Bild des Monats habe ich als Stellvertreter für ein weiteres sonntägliches Projekt, das mir bis zum Jahresende viel Freude bereitet hat: 22 Wochen – ein Objekt, von aequitasetveritas und wortman. Jeden Sonntag gab es von mir ein Bild, auf dem ich mein Lieblingsobjekt immer wieder anders arrangiert habe.

Bild des Monats:

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September

Stell Dir vor, Du hast 30jähriges Firmenjubiläum, aber Du bist gar nicht da. Ein Tag Sonderurlaub winkt Dir trotzdem, und den könnte man doch auch für ein verlängertes Wochenende zum Wegfahren nutzen. Die Idee kam mir, als ich am Anfang des Monats ziellos durchs Internet surfte und durch ein Bild bei pinterest auf einen Twitter-Eintrag umgeleitet wurde, der verkündete, dass es am letzten Septemberwochenende in Berlin zum neunten Mal das australisch-neuseeländische Filmfestival „Down Under Berlin“ geben würde.

Das Programm las sich vielversprechend: viele Kurzfilme, Small-Budget- und Independent-Filme, von denen ich auch schon so einige in meinem Leben gesehen habe, und zum Abschluss die Filmdokumentation von Richard Loewenstein über Michael Hutchence, den 1997 verstorbenen Sänger der Band INXS. Was gab es da für mich noch groß zu überlegen? – Karte kaufen und nix wie hin. Und mit zwanzig Euro für diesen Film und die schwarze Komödie „Book Week“ am Abend davor auch noch eine für mich günstige Veranstaltung. Dass die Unterkunft dann wegen des zur selben Zeit stattfindenden Berlin-Marathons teurer wurde als gedacht, war mir dann auch wieder egal. Pandas gucken im Zoo war noch ein Programmpunkt, der aber dann daran scheiterte, dass die gerade mal vier Wochen alten Knirpse noch viel zu klein und kälteempfindlich waren, um sie der breiten Öffentlichkeit zu präsentieren. Aber ich habe mir vorgenommen, im kommenden Jahr noch einmal nach Berlin zu fahren, denn jetzt sind sie raus aus ihrem kuschelig-warmen Refugium hinter den Kulissen.

Das Spielfilmhighlight „Downton Abbey“ genoss ich dann in meinem Lieblings-Arthouse-Kino, dem Cinéma in Frankfurt am Main, bei einem Glas Gin Tonic. An der Stelle gebe ich gerne zu, dass ich mich darauf schon das ganze Jahr gefreut habe – diese Vorfreude toppte noch die auf die Lowenstein’sche Filmdokumentation, aber sie wurde nur noch von meiner Vorfreude auf die Kanadareise übertroffen. Drei Beweise dafür, dass Vorfreude doch immer noch die schönste Freude ist und dass „Yesterday“ wohl nur die unrühmliche Ausnahme war. 

Bild des Monats:

 

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Oktober

Ein Monat unter einem einzigen Motto – es war Zeit für den sogenannten Horrorctober. Ein Wortspiel aus Horror und October. Deshalb auch die Fettschrift in fröhlichem Schwarz. Ha ha. Ja, genau – es galt, in diesem Monat 13 Horrorfilme zu gucken, und welche das waren, entschieden wir selbst. Eingestiegen bin ich spät, aber umso rasanter habe ich dann aufgeholt, und dann waren es zum Schluss doch noch einer mehr. Hier eine kurze Auswahl dessen, was das Angebot unserer Stadtbücherei so hergab – Horror Light, wenn man so will, aber ich fand’s klasse: „Spring“, „Ghost Ship“, „Fright Night“, „10 Cloverfield Lane“, „Lights Out“, „Black Water“ und „In Fear“ – eine große Bandbreite an unterschiedlichen Spielarten: Komödie, Tierhorror, Horror mit Psychos, unheimlichen Wesen und vermeintlichen Weltuntergangshysterikern… dazwischen neben einer Low-Budget-Produktion auch zwei Filme mit Top Besetzung sowie Schauspielern, die ich in solchen Rollen niemals erwartet hätte. Colin Farrell als Vampir und David Tennant als over the top agierender Showmaster und Vampirjäger wider Willen (Fright Night), und Allen Leech (Downton Abbey) als komplett durchgeknallter Mitfahrer in dem kammerspielartigen, hochspannenden „In Fear“.

Bild des Monats:

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November

Dieser Monat gehört nicht zu meinen Favoriten. Aber wie sagte ich nochmal so schön zu meiner Schwester? Wenn der Monat schon so sch***e ist , soll wenigstens das Kalenderblatt was hermachen. Und weil das so ist, gebe ich mir beim Zusamenstellen von zwölf Bildern für den kommenden Kalender inzwischen besonders viel Mühe. Und damit der Monat gar nicht erst so wird, wie meiner Schwester gegenüber geschildert, habe ich die letzten beiden mir noch zustehenden Urlaubstage am 27. und 28. November genommen. Wobei der erste von den beiden der schönere war. Morgens einen Termin, aber nachmittags eine ausgedehnte Tour durch das riesige Main-Taunus-Zentrum, wo es außer vielen Gelegenheiten, in Sachen Weihnachtgeschenk fündig zu werden, auch kleine Buden mit Lebkuchen, Glühwein und anderen netten Dingen gab – asiatisch Essen gehen musste natürlich auch sein, um mich auf einen musikalischen Abend im Kinopolis einzustimmen, zur weltweiten und einzigen Vorstellung des von 92 auf 98 Minuten erweiterten Konzertfilms „INXS – Live Baby Live“ – die über 70.000 Besucher des Wembley-Stadions am 13.7.1991 wurden noch getoppt von dem Gratiskonzert, das Paul Simon einen Monat später vor 600.000 Zuschauern im Central Park gab.

Übrigens waren bei diesem Film weitaus weniger Besucher im Kino als bei „Depeche Mode – SPIRITS in the Forest“, den ich am 21. November im Offenbacher Cinemaxx gesehen habe, aber hat mich das gestört? Nö. Für mich war’s wie in dem nachstehenden Werbetext: „Forget about being in the crowd. The cinema experience makes you feel like you’re ON THE STAGE! Every instrument, every note, is crystal clear and right there in your face“ (https://www.triplem.com.au/story/review-cinematic-release-of-inxs-live-baby-live-is-a-masterpiece-151608) – normalerweise finde ich solche Texte fast schon peinlich, aber den hier finde ich jetzt wirklich mal erfrischend; vielleicht ist das der ganz spezielle australische Humor. Ha ha. Und der Beweis, dass Kino an dieser Stelle mehr leisten kann als Fernsehen, DVD/BluRay und alle Streamingdienste dieser Welt zusammen.

Vielleicht wäre das mal ein Tip für die übernächste Fußball-WM, wenn es draußen wieder einmal viel zu heiß ist für Public Viewing im Freien oder schlechtbelüfteten Kneipen. Ich kann ja nicht jedesmal in den kühlen Norden ausweichen, so wie 2018 bei meinem Dänemark-Urlaub während jenes Fußballgroßereignisses. Vervollständigt haben diesen Monat das Konzertquartett zum einen das folkig-rockige Weihnachtskonzert „Celtic Christmas“ von Bruce Guthro am 24. November in der Jahrhunderthalle und zum anderen das Konzert der Irischen Band Walking on Cars am 3. November in der Batschkapp, über das jetzt erst mal den Mantel des Schweigens breite, obwohl es nicht an der Band lag, sondern an den unschönen Begleitumständen.

Bild des Monats:

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Dezember

Ja, haben wir denn schon Weihnachten? Die Wartezeit bis dahin habe ich mir mit einem virtuellen Adventskalender versüßt, der aus auf youtube gefundenen Videos zu 26 Liedern aus meiner Smartphone-Playlist bestand; schön alphabetisch geordnet von „A wie Alane“ bis „Z wie Zombie“ bestand. Sogar das Q und die für mich wirklich schwierigen Buchstaben R und V waren darin enthalten, und so hatte ich jeden Tag nette Klänge, auf die ich mich schon morgens freuen konnte. Ein netter Blogger hat mir dann auch prompt noch einen Ohrwurm mit Q beschert, der sich aber nicht lange in meinen Gehörgängen gehalten hat. Da waren dann einige Buchstaben doch stärker. Trotzdem ein dickes Dankeschön an diese Aufmunterung des Tages.

Musikalisch stark geprägt war zwar der November, aber ein ganz besonderes Filmerlebnis erwartete mich am 8. Dezember mit dem Konzertfilm „Aretha Franklin – Amazing Grace“, 1972 in einer Kirche an zwei Abenden mitgeschnitten und mit Cameo-Auftritt von Mick Jagger ganz hinten im Publikum. Was für eine Power. Was für eine Stimme – nein, ich meine nicht Herrn Jagger, sondern die Queen of Soul. Der sechzehnte Film – aber nicht mein letzter, denn mit „Der Leuchtturm“ fand mein Filmjahr seinen krönenden Abschluss – und mit „We salute you“, zwei Stunden geballte Power einer seit zwei Jahren bestehenden AC/DC-Tribute-Band nicht nur der krönende Abschluss meines Konzertjahres 2019, sondern auch eine richtig tolle Möglichkeit, meinen Geburtstag zu feiern, wenn ich an diesem Tag schon arbeiten muss und nicht freibekomme.

Die verspätete Geburtstagsüberraschung bekam ich einen Tag später von der BBC serviert. Durch Zufall darauf an Weihnachten gestoßen, als ich von meiner Schwester gebeten wurde, die Setlist für ein bestimmtes Konzert nachzuschlagen. Manchmal hilft das Lesen des gesamten Artikels anstatt selektives Herausfiltern.

Das war es mit meinem Rückblick auf 2019, der jetzt doch länger ausgefallen ist und nicht nur selektiv auf einzelne/wenige Monate. Steckbriefartig gibt es nun noch eine grobe Zusammenfassung meiner rein subjektiv zusammengestellten Tops und Flops.

Bild des Monats:

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Und hier kommt sie nun, meine höchst subjektive und wahrscheinlich total unfaire Best-of- und Worst-of-Liste:

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Spielfilm des Jahres: „Der Leuchtturm“   —   Würdige Spielfilm-Anwärter: „Downton Abbey“, „Le Mans 66 – gegen jede Chance“, „Official Secrets“   —   Dokumentarfilm des Jahres: „M.C. Escher – Reise in die Unendlichkeit“   —   Würdige Dokumentarfilm-Anwärter: „Depeche Mode – SPIRITS in the Forest“, „Mystify : Michael Hutchence“   —   Verpasste Gelegenheiten zu Filmen, die mich bestimmt sehr beeindruckt hätten: Kursk“, „Systemsprenger“ und „Midsomar“   —   Filmenttäuschungen des Jahres: „Yesterday“ und „Once upon a Time in Hollywood“

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Album des Jahres auf Vinyl: „Songs of Experience“ (U2)   —   Würdige Anwärter auf „Vinyl des Jahres“: „Rockferry“ (Duffy), „Taiga“ (Zola Jesus), „The silent force“ (Within Temptation) und „Born to die – the Paradise Edition“ (Lana del Rey)  —   Vinyl-Oldies des Jahres: „The Swing“ (INXS), „Gold“ (ABBA), „Greatest Hits“ (Queen) und „The unforgettable Fire“ (U2)   —   Enttäuschende Alben des Jahres: „High as hope“ (Florence and the Machine), „Mystify : a musical journey with…“ (Michael Hutchence)

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Konzert des Jahres: We Salute You   —   Konzertflop des Jahres: Walking on Cars   —   Musikvideo des Jahres: „Adore you“ (Harry Styles) — Konzertüberraschung des Jahres: Dixie Chicks, April 2016 – DCXMMXVI World Tour (ausgestrahlt auf 3SAT am 31.12.2019)

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Filme des Jahres auf DVD/im Fernsehen: „Three Summers“, „Hidden Figures“, „Mrs Mallory und der Duft von Curry“, und „Fast Girls“   —   DVD-Flops des Jahres: „Katakomben“, „Ein Goldfisch an der Angel“, „ES“ und „Kinder des Zorns“   —   Bestes Binge-Watching-Erlebnis: „Stirb Langsam“ (Teil 1 bis 4)   —   Weihnachtsfilm des Jahres auf DVD nach der Christmette: „Angels‘ Share – ein Schluck für die Engel“

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Fernsehserien des Jahres im Fernsehen/auf DVD: „Vikings“, „Lucifer“, „9-1-1 Notruf LA“ und „Younger“   —   Serienflops des Jahres: „Charmed“ und „Legacies“   —   Verpasste Serien: „Game of Thrones“ (Staffel 8) und einzelne Folgen von „Poldark“

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Überraschungen des Jahres: Dass ich am 31.12.2019 die fünften Staffel von „Poldark“ im Laden entdeckt habe – und das Silvesterprogramm auf 3SAT mit „Pop Around the Clock“ im Allgemeinen, und davon die Konzerte von The Cure, Metallica, Pink Floyd, Paul Simon und den Dixie Chicks im Einzelnen – bei letzteren fand ich schon allein das Transparent mit der Aufschrift „I postponed my wedding to be here“ mitten im Publikum zum Brüllen. Und diese Frauen sind richtig klasse und rocken das Haus. „Nothing compares 2 U“ die Coverversion mit dem Prince-Logo auf dem purpurnen Vorhang im Hintergrund der Bühne – vorgetragen von einer Sängerin, die mich stark an Pink erinnert.

Mediale Enttäuschungen des Jahres: Die verstümmelte bzw. stark gekürzte Fassung des ursprünglich 92 Minuten langen INXS-Konzerts von 1991 auszustrahlen, auf BBC 2 am 28.12.2019 (57 Minuten) und auf 3SAT am Neujahrsmorgen (74 Minuten). Außerdem das völlig wirre Durcheinandersenden von alten und neuen Dr-Who-Folgen auf ard one. Sowie die wenig hilfreiche Geheimhaltungstaktik mancher Sender, was geplante Serien- und Filmstarts angeht. „Coming Soon“ ist im Juni eine Frechheit, wenn der Film, um den es geht, erst am Jahresende im Spätprogramm läuft.

Enttäuschungen des Jahres im realen Leben: Mein Unvermögen, meine Lieblingsserie aufzunehmen und die Entdeckung, dass es immer schwieriger wird, DVD-Rohlinge zu kaufen. Dann, dass zwei meiner liebsten Kollegen gekündigt haben und jetzt auch noch mein Auto am Tag nach meinem Geburtstag sein Leben ausgehaucht hat.

Entdeckung des Jahres: Dass ich eine Miniserie von aufeinander aufbauenden Kurzgeschichten schreiben konnte und ahne, dass da noch mehr kommen könnte. Der Osten Kanadas und dass ich mich beim Ausgehen pudelwohl gefühlt habe. Das Double-Feature-Bonusprogramm der BBC2 („Mystify : Michael Hutchence“ & „INXS – Live Baby Live“) als verspätetes Birthday Present, rein zufällig beim Surfen gefunden – und weil’s so schön war, auch noch gleich ein ganz besonderes Filmhighlight in der Originalversion – der australische Spielfilm „Three Summers“, den ich so gut fand, dass ich ihn mir gleich auch noch auf einen DVD-Rohling gezogen habe.

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Das war er – mein Jahresrückblick. Ich bin gespannt, was das Jahr so bringt – angefangen hat es schon mal gut. Der Bus war pünktlich. Happy New Year.

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Unsortierte Gedanken : some special moments… as I’m not sleeping – oder: Schnipsel eines Jahresrückblicks

 

Das Gefühl hatte ich schon bei meinem letzten Aufenthalt in

Toronto

 

Ohne dass es geplant war, wurde meine Reise zunehmend musikalisch geprägt, was sich in den Zwischentiteln meiner einzelnen Reiseberichte niedergeschlagen hat *).

Das fing schon damit an, dass ich zum Walken ständig mit Musik aus meinem mp3-Player auf dem Smartphone unterwegs war und dass ich beim abendlichen Ausgehen und in meinen Walkpausen andächtig den Straßenmusikern in Toronto und Ottawa gelauscht habe, egal ob es sich um Coverversionen von PMJ und Bruno Mars oder um einen Dudelsackspieler in kompletter Montur handelte.

Musikalische Begleitung mit französischem Gesang hatten wir in der Sucrerie de la Montagne sowie eine Fotoausstellung in der National Gallery in Ottawa, untermalt mit Pop-Musik von Tim Buckley („Pleasant Street“).

 

 

Live-Gesang mit akustischer Gitarrenbegleitung gab es im Hard Rock Café zu hören: Some things you just can’t download.

 

 

Dort konnte ich eine eindrucksvolle Gitarrensammlung bewundern, genau wie die sehr kleine Sammlung im Royal Ontario Museum, während die Lücke an Sammlerstücken im Bata Shoe Museum mit den Stiefeln von Elton John geschlossen wurde.

 

 

Nicht zu vergessen das Schild, das auf den legendären Blue Note Club, ein paar Schritte von meinem Hotel in Downtown Toronto, hinweist und das ich erst am letzten Tag entdeckt habe. Den Club gab es von 1959 bis 1969 und sowohl Stevie Wonder als auch die Supremes sind hier aufgetreten.

 

*) Die berühmt-berüchtigte Playlist

Viele wattpad-Autoren haben sie – ich hatte sie bisher noch nicht: Die Playlist. Ich vermute ja stark, dass es sich bei den Songs auf solchen Listen entweder um die absoluten Lieblingslieder der Autoren handelt oder sie diese Songs beim Schreiben ihrer Geschichten gehört haben. Nicht alle Songs, die als Zwischentitel für meine Reiseberichte herhalten mussten, sind meine Lieblingssongs; sie sind mir beim Schreiben des jeweiligen Berichts, passend zum entsprechenden Thema eingefallen. Das wenigste habe ich davon auf meinem mp3-player – in diesem Sinne „Move on“, in alphabetischer Reihenfolge von A bis Z:

Auld Lang Syne : traditional

Crash Boom Bang : Roxette

Creep : Radiohead / PMJ

Diamonds are a girl’s best friends : Marilyn Monroe

Goldfinger : Shirley Bassey

Hangover : Taio Cruz

Ich war noch niemals in New York : Udo Jürgens

Islands in the stream : Dolly Parton & Kenny Rogers

Just a little bit longer : Maurice Williams & the Zodiacs

Just keep walking : INXS

Mister Brightside : Amy MacDonald / The Killers

Move on : ABBA

Not enough time : INXS

Pretty Vegas : INXS

San Francisco : Scott McKenzie / Petula Clark

Searching : INXS

Shine : INXS

Singing in the rain : Gene Kelly

Some like it hot : The Power Station

The Monster Mash : Bobby Pickett

There is a light : U2

The show must go on : Queen

Waterfalls : TLC

You lift me up: Thompson Twins

 

 

Es gibt einen Song, der auf dieser Liste nicht auftaucht, der aber das ausdrückt, was ich bei dieser Reise empfunden habe: „The Lights of Home“ von U2, vom Album „Songs of Experience“. Das Album „Songs of Innocence“ besitze ich nicht.

 

Es hatte bestimmt einen Sinn, dass ich dieses Jahr hier und nirgendwo sonst war.

Serienmittwoch bei Corly # 305 – Ausblick auf 2020

 

 

Heute gibt es ja doch noch einen Serienmittwoch bei Corly mit der folgenden Frage: Auf welche Filme freust Du Dich nächstes Jahr? Und weil’s so schön ist, kommt die nächste Frage auch schon hinterher: Auf welche Serien freust Du Dich nächstes Jahr?

So ein Zufall – wenigstens die erste Frage beschäftigt mich nicht erst seit gestern, weil am 26. Dezember 2019 die Filmbiografie von Luciano Pavarotti herauskommt. Da ich ich dazu dieses Jahr nicht mehr komme, wird das der erste Film im kommenden Jahr, auf den ich mich freue (https://www.youtube.com/watch?v=CnPPrjwyLW8)

 

 

Worauf ich mich außer auf „Pavarotti“ noch freue:

 

The Aeronauts –  Das Ballonfahrerdrama mit Eddie Redmayne startet am 9. Januar 2020, und der Trailer hat mich schon jetzt überzeugt. Hoffentlich wird das so spannend, wie ich mir das vorstelle – https://www.youtube.com/watch?v=tR4k2xKbASE:

 

Little Women Ab dem 30. Januar wird die erste Literaturverfilmung, die ich 2020 sehen möchte, in den Kinos erscheinen. Mit von der Partie sind u.a. Emma Watson, Saoirse Ronan, Laura Dern und Meryl Streep – https://www.youtube.com/watch?v=AST2-4db4ic:

 

 

Ein weiterer Film, der am 30. Januar nun auch ganz offiziell in den Kinos zu sehen sein wird, und nicht mehr – wie bisher – nur auf Festivals in vereinzelten Vorstellungen, ist Mystify : Michael Hutchenceaber den habe ich bereits im September in Berlin gesehen. Da ihn die BBC ihn mitproduziert hat, läuft er auf dem Sender BBC2 auch schon am 28. Dezember 2019 im Nachtprogramm, und gleich danach der Konzertfilm „INXS : Live Baby Live“. Was für ein Timing. So viel zum Thema „Coming Soon“. Als ich darüber heute durch puren Zufall gestolpert bin, war das für mich ein Gefühl wie Weihnachten, Geburtstag und Neujahr zusammen. Danke, BBC, für dieses verspätete Geschenk. Auf den Trailer zu diesem Film verzichte ich heute mal ausnahmsweise lieber – ein Screenshot reicht genauso:

 

screenshot

 

EmmaDa ich diese Jane-Austen-Literaturverfilmung bisher noch nicht kannte, reizt mich das Thema, das im Februar in die Kinos kommt, umso mehr – https://www.youtube.com/watch?v=qsOwj0PR5Sk:

 

Ein Film, den ich bereits für diesen Dezember erwartet habe, ist die Neuverfilmung von West Side Story von Steven Spielberg, aber da hatte ich mich im Jahr geirrt, denn geplant ist der Filmstart für den 17. Dezember 2020 – ein Trailer war hierzu nicht verfügbar. Und als letztes Highlight, aber nur – falls die Gerüchte stimmen und wirklich eine Fortsetzung geplant ist: Downton Abbey 2

 

Aber es wurde ja auch noch nach Serien gefragt.

 

Für den Januar hat die BBC Call the Midwife – Staffel 9 geplant. Staffel 10 und 11 sind auch schon fest eingeplant – na, da sind 2021 und 2022 gleich mit gerettet – https://www.youtube.com/watch?v=PlT2vpFdb84

 

 

Auf sixx sehe ich zur Zeit ständig Werbung für eine Serie, von der ich einige Folgen noch nicht gesehen habe: Seattle Firefighters – Die jungen Helden. Und wenn ich Glück habe, erwische ich noch die 6. und letzte Staffel von Vikings.

 

Damit lasse ich es erst einmal gut sein. Aber ich kann mir denken, dass es für mich noch andere interessante Filme und Serien gibt.

 

 

 

 

 

 

 

 

Mein singender, klingender Adventskalender : Türchen Nr. 14

 

Love will tear us apart“,

Never tear us apart“

Joy Division, INXS, Joe Cocker, Kurzfilme, extra lange Fassungen…. hier kommt man ja ganz Durcheinander! Stop!

Durcheinander finde ich zwar ganz prima, aber Joe Cocker wird weder heute noch an den kommenden Tagen auftauchen – bei diesem Stichwort habe ich geschummelt, denn er hat zwar eine Coverversion von diesem Hit aus den 80ern gesungen, heute steht aber erneut Paloma Faith am Mikrofon, die hier das ganz große Drama liefert: https://www.youtube.com/watch?v=dCYtesyE7OA

  

 

Warum denkt man zur Abwechslung nicht mal an sie, wenn es darum geht, einen passenden Titelsong für einen James-Bond-Film zu finden? Dann aber bitte mit einem anderen Darsteller als dem jetzigen, denn der ist so gar nicht mein Typ. Aber wen stattdessen auswählen?

Ich fürchte, auch der kommende Tag ist da mit dem O keine wirkliche Hilfe.

 

Mein singender, klingender Adventskalender : Türchen Nr. 13

 

 

 

Freitag, der Dreizehnte. Ein Tag, der Gegenstand weitverbreiteten Aberglaubens ist und um den sich viele Mysterien ranken. Das Stichwort für ein Lied mit dem passenden Titel:

 

Mystify“

 

von INXS; die Step-by-Step-Anleitung, wie man aus einem Song einen neuen entwickeln kann. Das musikalische Upgrade. Aber ob das immer so läuft? Ahnung habe ich davon nicht, aber ich muss ja auch nicht alles wissen… https://youtu.be/26ELh7P2ZtA?       

 

 

Diesen Klassiker fand ich so gut, dass eine Textzeile daraus spontan den Weg auf meine selbstbedruckte Tasse fand: „All the stars that shine upon you will kiss you every night“ – mein musikalischer Gruß ans Universum mit der Bitte, auf all jene achtzugeben, die viel zu früh aus meinem Leben für immer verschwunden sind.

Weniger melancholisch und besinnlich geht es morgen mit dem N zu, aber dafür umso dramatischer.

 

Serienmittwoch bei Corly # 204 : meine Filmhighlights 2019

 

„Tretet ein, freut euch, kommt alle!“ – mit diesem Zitat aus „Gilmore Girls“ läute ich den Mittwoch ein, denn heute gibt es bei Corly im Serienmittwoch einen Rückblick über unsere diesjährigen Filmhighlights. Super Idee! Über mein Filmjahr – den Rückblick auf 2019 – habe ich neulich schon berichtet, da Corly auch ältere Filme genannt hat, kann ich meine Liste noch um einige erweitern. Damit es nicht nur bei dreien bleibt:

 


 

1 – „Downton Abbey“

Ich fange mit dem Film an, von dem ich nach dem Sehen allen, die es hören oder nicht hören wollte, sagte, danach hätten es andere Filme schwer, diesen noch zu toppen. Darauf hatte ich mich schon seit seiner Ankündigung gefreut – und das war mir bereits 2018 bekannt. Manchmal lohnt sich das Warten. Dass Anna einen so heimtückischen Plan entwickeln würde, hätte ich nie gedacht – aber was tut man nicht, um die Ehre des Hauses zu wahren. Und auch die Liebesromanze zwischen Tom Branson und der Erbin, die zu Unrecht von Lady Violet der Erbschleicherei bezichtigt wird, ging mir zu Herzen. Ein richtig schöner Abend fürs Herz und für die Augen. Hach ja, ich liebe Period Dramas.


 

2 – „Rocketman“

Die musicalartige Biografie über Elton John habe ich zwar nicht im Kino gesehen, aber ich war eine der ersten Leser der Stadtbibiliothek, die sich diese DVD ausleihen durften. So war ich verschont von Kratzern und anderen Macken und konnte diese eindrucksvolle Werk, das mir sogar noch besser als „Bohemian Rhapsody“ gefallen hat, ohne Aussetzer genießen.


 

3 – „Le Mans 66 – Gegen jede Chance“

Autorennen halten viele ja nicht für sonderlich spannend, und von diversen Formel-Eins-Rennen habe ich nur die ersten und letzten paar Runden durchgehalten. Bei diesem Film ging es aber um mehr: das Wettrennen zwischen Ford und Ferrari, bei dem die Italiener am Ende die kürzeren zogen. Mit welchen Tricks da Carroll Shelby und sein Team in Le Mans nicht nur dem Konkurrenzteam eine lange Nase drehten, sondern auch dem arroganten Marketingchef von Ford, das sorgte bei mir für kurzweilige Unterhaltung und ließen in den Hintergrund treten, dass der Film 153 Minuten lang ist.


 

4 – „Official Secrets“

Als Whistleblower gelangte Edward Snowden zu weltweiter Bekanntheit. Das Drama „Official Secrets“ dreht sich um die Whistleblowerin Katharine Gun, die als Mitarbeiterin des britischen Geheimdienste ein streng geheimes NSA-Memo über eine Aktivistin an einen Journalisten weiterleitete und eher nicht so feine Absichten der USA auffliegen ließ. Ihre Motivation: einen aus ihrer Sicht ungerechtfertigten Krieg gegen den Irak zu verhindern. Die Folgen: Ein Jahr übelster Schikane und Beinahe-Abschiebung ihres Ehemanns, bis überhaupt Anklage erhoben wurde. Das hochkarätig besetzte Drama hat mich restlos begeistert.


 

5 – „Three Billboards outside Ebbing, Missouri“

Was wurde dieser Film in den Himmel gelobt. Zu Recht! Mit enormer Verspätung habe ich ihn mir im Bordprogramm von Air Canada auf meinem Flug nach Toronto angesehen und begab mich auf eine emotionale Achterbahnfahrt. Das Drama um eine Mutter, die endlich den Mord an ihrer Tochter aufgeklärt haben möchte, zerrte gewaltig an meinen Nerven, hatte aber auch einiges an humorvollen Szenen zu bieten.


 

6 – „Niagara“

Ein wahrer Film Noir aus den Fünfziger Jahren mit Marilyn Monroe in der Hauptrolle als Femme Fatale, die ein Mordkomplott schmiedet, das sich jedoch anders entwickelt als geplant. Da ich dieses Jahr selbst die Niagarafälle besucht habe, war dieser Film für mich mit besonderen Erinnerungen verknüpft.


 

7 – „Aretha Franklin – Amazing Grace“

Noch ein Film mit Erinnerungswert. 2017 habe ich am 1. Weihnachtsfeiertag ein Gospelkonzert besucht, und genau daran erinnerte mich das 1972 an zwei Abenden von Sidney Pollack gefilmte Konzert mit dem Southern California Gospel Choir und Aretha Franklin, der Queen of Soul. Zwei Stunden lang Musik vom Allerfeinsten mit mitreißenden Stimmen und einer ergreifenden Rede des Reverend C. L. Franklin, dem Vater von Aretha Franklin.


 

8 – „INXS : Live Baby Live“

Die Retrophase nimmt kein Ende. Diesmal führte mich die Zeitreise ins Jahr 1991, als meine Lieblingsband ein Konzert im Wembleystadion gab, das weder durch eine aufwendige Bühnenshow oder zusätzliche Backgroundsängerinnen noch durch eine Extraeinlage mit Konzertflügel glänzte. Dafür aber gerieten über siebzigtausend Fans im Stadion aus dem Häuschen und sorgten dafür, dass ich hinterher so richtig neidisch war. Und dabei war das nur die Version auf DVD. Im Kino ließ sich das Ergebnis noch steigern: Top Bild und Spitzensound – da hatte ich irgendwann nicht mehr das Gefühl, Teil des Publikums zu sein, sondern mich selbst auf der Bühne zu befinden.


 

9 – „Die Katze auf dem heißen Blechdach“

A propos „auf der Bühne stehen“ – Tennessee Williams‘ Bühnenstücke erfreuten sich nicht nur bei meinem Englischlehrer großer Beliebtheit, sondern auch bei den Regisseuren Hollywoods. „Die Katze auf dem heißen Blechdach“ spielte 1958 zwar die Ausgaben bald wieder ein und war trotz mehrerer Tabuthemen wie z.B. Alkoholabhängigkeit und Unfruchtbarkeit einer der Publikumsmagneten der 50er Jahre – dennoch gewann das Drama mit Elizabeth Taylor als Maggie und Paul Newman als Brick keinen einzigen der sechs Oscars, für die er nominiert war. Ich hatte dieses Jahr noch einmal das Vergnügen, als ich die DVD in unserer Stadtbibiliothek entdeckte.


10 – „Hidden Figures“

Drei hochintelligente Frauen und ihre beinahe gar nicht in Gang gekommenen Karrieren in der NASA – dieser Film war ein weiteres Werk, das mich dieses Jahr nachhaltig beeindruckt hat, was nicht zuletzt auch an der Spitzenbesetzung gelegen hat.


Am Ende sind doch noch zehn Filme zusammengekommen. Auf das Abbilden der Filmplakate habe ich diesmal verzichtet. Davon hatte ich schon genügend in meinem Rückblick auf mein Filmjahr.

Mein singender, klingender Adventskalender : Türchen Nr. 11

 

 

In den letzten Jahren habe ich jede Reise mit einem bestimmten Album verknüpft. War es 1999 ABBA mit „Gold“, das ich in Cornwall in Dauerschleife gehört habe, und dieses Jahr „Songs of Experience“ von U2, so hatte ich während meiner selbstzusammengestellten Reise durch Norddeutschland und Dänemark eine Best-of-CD von INXS als musikalische Untermalung für lange Autofahrten. Wachmacher Nr.2 – oder Krachmacher? Wenn man das Gitarrenriff der ersten Takte als Weckruf ins Handy einprogrammiert hat, dann steht man morgens senkrecht im Bett !

 

Kiss the Dirt (Falling down a mountain)“

 

lautet der bisher längste Titel, der in seiner Sperrigkeit noch nicht ganz heranreicht an „Der Engländer, der auf einen Hügel hinaufstieg und von einem Berg herunter kam“ oder „Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand“ – mit dem zweiten habe ich auch gleich wieder den Bogen zu Skandinavien zurückgeschlagen. Was hat jetzt dieses Video mit Dänemark zu tun? Im Prinzip nichts, aber der weitläufige und kilometerbreite Strand von Rømø erinnerte mich sofort an die Umgebung, in der das Video gedreht worden ist – https://www.youtube.com/watch?v=4Q8L0-36hTM

 

 

auch wenn es auf der dänischen Insel nicht annähernd so heiß wird wie im australischen Outback. Wem das schon alt vorkommt, kann sich schon auf morgen freuen, denn dann geht es mit dem L noch ein paar Jahre zurück.

 

Mein Kinojahr 2019 : ein Rückblick auf meinen persönlichen Rekordversuch

 

Schon letztes Jahr zeichnete sich dieser Trend bei mir ab: Ich gehe wieder öfter ins Kino als in den Jahren zuvor – und den Anfang nahm dieser Trend 2018 in meinem Sommerurlaub, als ich mich spontan für einen Kinobesuch entschied und in „Ocean’s Eight“ landete. Dank des Werbeprogramms vorab wusste ich, welche Filme noch alle ins Kino kommen würden, und so folgten noch im gleichen Jahr „Bohemian Rhapsody“, „A Star is Born“ und „Mary Poppins‘ Rückkehr“. Eine Kettenreaktion war in Gang gesetzt, denn jeder Kinobesuch lieferte mir neue Trailer, die mich neugierig auf mehr machten, und so weiter und so fort.

Dieses Jahr steigerte ich diese Quote noch, weil mein Wunsch, mehr und mehr Filme auf einer vernünftigen Leinwand und mit vernünftigem Sound zu sehen, nicht nur durch Artikel in Filmzeitschriften, sondern auch durch Werbung auf pinterest und youtube angefacht wurde. Und so kam am Ende ein bunt gemischtes Repertoire heraus, das nur wenige Flops aufweist und durch ein paar ganz besondere Highlights glänzen kann. Bei einigen Filmen hätte es auch nicht geschadet, auf das Erscheinen der DVD zu warten, aber manchmal möchte ich einfach nur raus aus meinen vier Wänden und mich unter Leute mischen, dann darf es auch gern mal leichte und lockere Unterhaltung sein.

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Manhattan Queen – Januar – Komödie mit Jennifer Lopez und Milo Ventimiglia. Karriere machen mit gefälschtem Lebenslauf und gefaktem Profil in sozialen Medien – dass das nicht lange gutgeht, kann man schon zu Beginn ahnen. Nette Unterhaltung für zwischendurch und für mich ganz okay, weil mir an diesem Januarabend langweilig war.

Plötzlich Familie – Februar – Komödie mit Rose Byrne und Mark Wahlberg. Darauf war ich dank der Werbetrailer vor „Manhattan Queen“ aufmerksam geworden, und wurde nicht enttäuscht. Den Film um ein als Paar, das statt einem Kind plötzlich drei Geschwister in Pflege nimmt und diese später adoptieren möchte, fand ich herzerwärmend und sehr gelungen.

Green Book – eine besondere Freundschaft – mein erstes Highlight in diesem Winter/Frühjahr: der schwarze Konzertpianist Don Shirley (Mahershala Ali) und sein weißer Fahrer Tony Vallelonga (Viggo Mortensen) begeben sich in den 1962 auf eine Konzertreise durch die Südstaaten der USA und müssen ihre Reise mit dem „Negro Motorist Green Book“ planen, das all die Etablissements aufführt, die auch schwarze Kunden akzeptieren: Unterkünfte, Restaurants, Tankstellen…

Wir – Nach Komödien und Drama stand mir im März der Sinn nach einem Horrorfilm. Dass es mich allerdings noch lange nach dem Ende des Films um mysteriöse und mordende Doppelgänger in roten Overalls weitergruseln würde, hatte ich vorher nicht ahnen können. Filmplakat: https://i.pinimg.com/564x/f4/5a/20/f45a205a73a128678d66a8eedd9ad2d2.jpg

 

… Vier Filme zu Beginn des Jahres – da war noch Luft nach oben, aber erst im Juli ging es weiter. Für einige Monate herrschte Sendepause …

Yesterday – was hatte ich mich auf den Sommer und auf diese Musikkomödie gefreut… leider fand ich den Trailer interessanter als den Film, von dem viele begeistert waren. Mich störte, dass die Musik der Beatles zu kurz kam, die Handlung nur langsam an Tempo gewann, um immer wieder ausgebremst zu werden… hinzu kam derselbe, ständig neu aufgewärmte Witz mit dem Nichtfinden diverser Begriffe bei Google oder Wikipedia, und am Schluss lief das Ganze dann auf eine Liebesgeschichte hinaus. Schade, dass ich wegen dieser Zeitverschwendung einen anderen Film verpasst habe, der bestimmt spannender gewesen wäre. Blöderweise lief „Kursk“ mit Colin Firth dann nur noch irgendwo in der Pampa zu einer für mich unmöglichen Uhrzeit, so dass ich dieses Werk leider verpasst habe.

Once upon a time in Hollywood – diesmal hörte ich auf meine Freundin, die mit der Idee kam, sich den neuesten Tarantino-Film anzusehen. Ich kannte bisher nur Kill Bill und war nur zu gerne bereit, mich von dem zweieinhalbstündigen Werk überraschen zu lassen. Was ich vorher darüber gelesen hatte, klang auch interessant. Aber am Ende ertappte ich mich dann dabei, wie ich während der ersten zwei Stunden öfters auf die Uhr schaute, um dann von dem sinnlos übertriebenen Gemetzel in der letzten halben Stunde abgeschreckt zu werden. Dass zweieinhalb Stunden auch unterhaltsamer und vor allem mit einer interssanten Handlung gefüllt werden können, sollte ich im November erfahren. Für mich war auch dieser Abend leider ein Fall für die Tonne.

Downton Abbey – Als Fan der Serie „Downton Abbey“ schlug mein Herz höher, als ich letztes Jahr erfuhr, dass es in 2019 tatsächlich einen Film geben sollte. Als das Veröffentlichungsdatum feststand, gab es kein Halten mehr. Ich verbrachte zwei vergnügliche Stunden im Kino und erfreute mich an den wunderschönen Kostümen und Kulissen und an einer romantischen Geschichte, bei der ich förmlich dahinschmolz, und ich verkündete, dass es nach diesem Highlight jeder nachfolgende Film schwer haben würde, „Downton Abbey“ den Rang als besten Film des Jahres abzulaufen. Filmplakat – https://i.pinimg.com/564x/8d/b7/89/8db7898386c0b17115314f89cee7fe82.jpg

Book Week dies war nicht meine erste Wahl gewesen, als ich mir Karten für Vorstellung im Rahmen des australisch-neuseeländischen Filmfestivals „Down Under Berlin“ bestellte, sondern der Abschlussfilm. Beim Studieren des Programms aber traf der Text über diese rabenschwarze Komödie in der Originalversion ohne Untertitel einen Nerv bei mir: Ein nicht sonderlich beliebter Englischlehrer durchlebt eine Woche voller persönlicher Katastrophen, bevor sein neuer Roman veröffentlicht werden soll und bekommt von einer Schülerin Konkurrenz.

Mystify : Michael Hutchence – die Filmdokumentation von Richard Loewenstein, die bisher immer nur auf Filmfestivals gelaufen und von der BBC mitproduziert worden ist, darauf hatte ich ja schon seit Juni gewartet. Rein zufällig erfuhr ich dann, dass diese der Abschlussfilm von „Down Under Berlin“ werden würde, und so sicherte ich mir ein Ticket für den 29.9.2019. Ganz schön viele Neunen. Vor dem Film gab es ein von der australischen Botschaft gestiftetes Büffett (mit Fingerfood und Wein) und eine Ansprache ans Publikum. Zu gefühlten 80% beinhaltete die Filmdokumentation nichts, das ich nicht schon vorher aus unzähligen Youtube-Clips entnehmen konnte – aber die vielen Aufnahmen aus Privatarchiven und diverse Informationen, die neu für mich waren ergaben schließlich ein stimmiges und rundes Gesamtbild über einen Menschen, der als Künstler wahrgenommen und nicht auf sein Äußeres reduziert werden wollte. Plakat: https://i.pinimg.com/564x/ed/e0/c0/ede0c019d9734e64df1609b12517b8bf.jpg

 

M C Escher – Reise in die Unendlichkeit – Wahrnehmungsänderung, die Zweite.und Filmbiografie die Dritte: Der niederländische Zeichner entgegnete einst, dass er kein Künstler, sondern Mathematiker sei, als ihm Graham Nash (Crosby, Stills,Nash & Young) seine Bewunderung aussprach – laut Interview in dieser Dokumentation, die aus unzähligen Briefen und Tagebucheinträgen des Meisters der optischen Täuschung zusammengestellt wurde. Dass dabei die Grafiken geradezu lebendig werden, empfand ich als faszinierenden Nebeneffekt, der einer Kinobesucherin einen Ausruf des Entzückens entlockte. „Wie süß ist das denn?!“ – eine gezeichnete Eidechse krabbelt aus dem Papier und quer über die Leinwand. Ich gebe es nur ungern zu, aber diese Dokumentation war für mich noch besser und interessanter als die über den Sänger von INXS. Toppen können diese beiden exzellenten Biografien nur noch „Loving Vincent“ über Vincent van Gogh und der Film mit Salma Hayek über Frida Kahlo. Aber da diese schon älter sind… Filmplakat: https://i.pinimg.com/564x/6d/c0/ad/6dc0ad1ac04a956e349c05eb8c531307.jpg

Nurejew The White Crow – und noch ein Biopic. Diesmal unter der Regie von Ralph Fiennes, als zweistündiges Epos, das sich um das mehrwöchige Gastspiel des Sankt Petersburger Kirow-Balletts und dessen Startänzer Rudolf Nurejew im Paris der 60er Jahre dreht. Sich frei zu bewegen, ist nahezu unmöglich, denn der KGB ist dem Tänzer permanent auf den Fersen, und am Ende ergreift er schließlich doch noch auf dem Flughafen die Gelegenheit, um politisches Asyl zu erbitten. Ich weiß nicht, was ich erwartet hatte, aber mir fehlte erstens insgesamt die Spannung und zweitens war der Film für meinen Geschmack mit zu vielen Rückblenden auf die Kindheit in ärmlichen Verhältnissen durchsetzt. Ein gutes Beispiel, bei dem ich mich den Lobeshymnen nicht anschließen möchte.

Depeche Mode : SPIRITS in the forest – Auf der Suche nach einem Kino, das das INXS-Konzert von 1991 (das ich auf DVD habe) zeigen würde, stieß ich unter „Events“ in der Programmvorschau des Cinemaxx auf diesen Film von Anton Corbijn, der auch schon die Biografie „Control“ über die Band Joy Division gedreht hat sowie unzählige Musikvideos für verschiedene Bands, u.a. auch für U2. „SPIRITS in the forest“ verknüpft Ausschnitte aus dem Depeche-Mode-Konzert im Juli 2018 auf der Berliner Waldbühne mit den Lebensgeschichten von sechs ausgewählten Fans aus verschiedenen Ländern. Zwei der vier Kinovorstellungen waren ruckzuck ausgebucht, was ich durchaus nachvollziehen kann, hat doch die Band, die ich immer noch sehr gerne höre, weltweit eine riesige Fangemeinde. Beinahe noch interessanter als das, was man vom Konzert zu sehen bekam, fand ich die den Film begleitenden Geschichten der sechs Fans.

Le Mans 66 – gegen jede Chance – mein zweites persönliches Spielfilmhighlight dieses Jahr. 1966 gewann Ford zum ersten Mal das legendäre 24-Stunden-Rennen von Le Mans und schlug Ferrari haushoch aus dem Feld. Den von Carroll Shelby (Matt Damon) konstruierten Shelby GT 40 fuhr Ken Miles (Christian Bale), und er ist es auch, den der Ford-Marketingchef vom ersten Augenblick an nicht ausstehen kann. Da ist die Schikane schon vorprogrammiert, auch wenn es vorrangig um den Kampf zwischen Ford und Ferrari geht. Das zwaren mal zweieinhalb Stunden, die für mich fast wie im Flug vergingen. Poster: https://i.pinimg.com/474x/95/af/08/95af088da0ef62b1854dc1600f0bbe01.jpg

INXS : Live Baby Live – und noch ein Konzertfilm. Diesmal ging es wirklich nur um das Konzert ohne Riesenschnickschnack auf der Bühne, an dem ich mich schon letztes Jahr auf DVD erfreuen konnte: INXS live im Wembleystadion am 13. Juli 1991. Gefilmt von 17 Kameras – davon eine im Helikopter: Ausverkaufter Veranstaltungsort, Riesenstimmung, genialer Sound. Auf die restaurierte, digitalisierte und um einen Song ergänzte Fassung hatte ich mich schon seit ein paar Wochen gefreut, und dank youtube wusste ich, dass es diese Sondervorführung nur ein einziges Mal, aber dafür in allen möglichen Kinos geben würde. Im Cinemaxx lief der Film zwar nicht, sondern im Kinopolis im Main-Taunus-Zentrum, aber der Ausflug war für mich ein voller Erfolg. Erst Weihnachtseinkäufe erledigen, dann etwas leckeres Essen, und zum Schluss noch Spitzenunterhaltung mit dem Liveauftritt meiner Lieblingsband genießen – so ein Erlebnis hätte ich gerne öfters. Ausschnitt (The Stairs): https://youtu.be/N8CIBNJB2FM

 

Official Secrets – Start 21. November 2019: Davon hatte ich in einer Filmzeitschrift gelesen; es geht um die britische Geheimdienstmitarbeiterin Katharine Gun (Keira Knightley), die zur Whistleblowerin wird, als sie ein NSA-Memo an den Journalisten Martin Bright (Matt Smith) durchsickern lässt. Demnach wollten die USA Großbritannien dazu bringen, Druck auf einige unschlüssige Mitglieder des UN-Sicherheitsrates auszuüben, damit diese für einen Krieg gegen den Irak stimmen. Als sie sich dann zu dem bekennt, was sie getan hat, gehen der Spießrutenlauf und die Schikanen erst richtig los. Mich hatte nicht nur das Thema gereizt, sondern auch die Besetzung, wie Ralph Fiennes, Indira Varma oder Jack Farthing und Matt Smith in den Nebenrollen – und natürlich Keira Knightley in der Hauptrolle. Für mich war „Official Secrets“ hochspannend und emotional berührend und daher für mich neben „Downton Abbey“ und „Le Mans 66…“ mit der beste Film dieses Jahres. Filmplakat: https://i.pinimg.com/474x/c8/e3/ae/c8e3ae285268aaff4fc8777ced1c109e.jpg

Amazing Grace – Aretha Franklin 1972 in concert – in einem Diskussionsforum über Filme aus TV und Kino wurde mir erzählt, Ms. Franklin hätte zu diesem Film nie ihre Zustimmung gegeben. Ich habe mich gefragt, warum sie gegen die Veröffentlichung gerichtlich vorgegangen ist, da sie ihn ja schließlich mitproduziert hat. Abgesegnet wurde das Projekt wohl erst nach ihrem Tod durch ihre Familie. Dass der von Sidney Pollack gedrehte Film erst nach 47 Jahren veröffentlicht worden ist, wird im Vorspann mit technischen Schwierigkeiten erklärt, und näher möchte ich darauf nicht eingehen. Gezeigt werden zwei Abende, an denen sie zusammen mit dem Southern California Community Choir und Reverend James Cleveland ein Gospelkonzert gab, um es dort vor Ort auf Schallplatte aufzunehmen. Ist allein schon Aretha Franklins Auftritt beeindruckend, so steigert sich das Ganze noch bei der Ansprache ihres Vaters an die Kirchenbesucher, bei der man merkt, wie stolz er auf seine Tochter war und die Anwesenheit jener Gospelsängerin, die prägend für Aretha Franklin war: Clara Ward, die den Ehrenplatz in der ersten Reihe neben Aretha Franklins Vater, dem Reverend C. L. Franklin, einnehmen darf. Unter den Besuchern des Konzerts befand sich übrigens auch Mick Jagger, dessen unerwartetes Auftauchen unter den Konzertbesuchern für Heiterkeit sorgte. Für einen Sonntagmorgen und für ein so altes Konzert, das nur am Anfang auf sehr grobkörnigem Filmmaterial aufgenommen worden ist, waren erstaunlich viele Leute im Kino. Für mich war’s wieder wie 2017, als ich am 1. Weihnachtsfeiertag in einer Kirche ein Gospelkonzert besucht habe. Ein unvergessliches Erlebnis. Plakat: https://i.pinimg.com/564x/14/29/b2/1429b28d049c12473fb0b001753cf88a.jpg

 

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Sechzehn Filme in einem einzigen Jahr, das dürfte mein persönlicher Rekord sein; so oft war ich selbst in den 80er und 90er Jahren nicht im Kino. Und wenn ich jetzt noch die Filme im Bordprogramm von Air Canada mitzähle (Crazy Rich Asians & Three Billboards Outside Ebbing Missouri), komme ich auf 18 Stück. Noch zweimal ins Kino, dann bin ich bei 20. Schön wärs! Denn das Dumme daran ist: Es läuft nichts, was mich außer dem Thriller „Der Leuchtturm“ mit Robert Pattinson und Willem Defoe noch groß interessieren würde. Trailer: https://youtu.be/X6fw9VbVJSQ

„CATS“ gefällt mir schon als Musical nicht (wegen Story und Musik), und mit Star Wars kann man mich jagen. Und sonst? Das Remake von „West Side Story“ ist ja leider erst für Dezember 2020 geplant, die Literaturverfilmung „Emma“ für Februar 2020 – bleibt noch die Übertragung von „Fidelio“ aus dem Royal Opera House, aber da wird es auch erst März. Und wann die Pavarotti-Biografie und die Lieteraturverfilmung „Little Women“ erscheinen, konnte ich auch noch nicht herausfinden. Vermutlich wird es Januar. Für mich ist deshalb diese Kinojahr beendet. Möge 2020 genauso interessant und bunt gemischt werden.

Mein singender, klingender Adventskalender : Türchen Nr. 6

 

 

Wer meine musikalischen Vorlieben kennt, hat sicher schon damit gerechnet, dass ich früher oder später damit ankomme, aber das E war schon vergeben. Und auch wenn erst am 12. Dezember Vollmond ist, huldige ich ihm jetzt schon mit

Full Moon Dirty Hearts“

von dem gleichnamigen Album der Band INXS. Von den Megasellern der 80er Jahre war das zwar schon ein gutes Stück entfernt, aber klingt für mich um Längen interessanter als das, was sich wie warme Semmeln verkauft hat. Außerdem hatte ich noch kein Duett in meiner Sammlung – in diesem Fall steuert Chrissie Hynde den weiblichen Gesangs-Part bei – https://youtu.be/RDZqgVTG504

 

 

Disketten sind so 90er – und der Film dazu passt besser zum Sommer, aber was kann man schon gegen Sonne haben, wenn die Tage immer kürzer werden? A propos „kürzer“: Nach dem Kurzfilm von heute gibt’s morgen mit dem G das ganz große Kino.