Momentaufnahmen #17.2 : Musik, die motiviert

Weil mir die heutige Momentaufnahme von aequitasetveritas *) so gut gefallen hat und ich auch „die andere Seite“ zu Wort kommen lassen wollte (hier waren eindeutig die Frauen in der Überzahl), dachte ich mir: Schiebst Du doch gleich noch einen Beitrag dazu hinterher. Bei manchen Themen fällt mir ewig nichts ein, und bei anderen dagegen sprudeln die Ideen – heute ging es um Musikstücke, die meine Stimmung heben.

Also gibt es jetzt noch fünf Stimmungsaufheller plus einen Bonustitel, diesmal vorwiegend von männlichen Stimmen.

Wenn der Titel das Glücklichsein schon im Namen trägt – Pharell Williams „Happy“

Ein echter Gute-Laune-Song – bei dem ich fröhlich mitgrooven kann, mit tanzenden Leuten und Minions.

Happy People all around – https://www.youtube.com/watch?v=ZbZSe6N_BXs

Wenn’s trübe aussieht – Eric Idle „Always look on the bright side of life“

Nur Fledermäuse lassen sich hängen. Guter Tip, denn das Leben ist oft sehr absurd – am besten alles nicht so ernst nehmen und sich eins pfeifen – Monty Python’s Schlusswort im Film „Das Leben des Brian“ ist ein echter Klassiker, ob an Ostern oder an Weihnachten. Schwarzer Humor geht immer.

always look on the bright side of death – https://www.youtube.com/watch?v=SJUhlRoBL8M

Wenn man eine toxische Person losgeworden ist – Michael Bublé „It’s a beautiful day“

It’s a beautiful day and I can’t stop myself from smiling… Wie oft wird man im Leben verarscht oder von Energievampiren heimgesucht – wenn man sich von denen befreien kann, kann es wirklich ein schöner Tag werden. Das Leben braucht einfach viel mehr bunte Luftballons.

nicht jede Trennung muss wehtun – https://www.youtube.com/watch?v=5QYxuGQMCuU

Wenn ein Tief hinter einem liegt und man durchstarten will – INXS „Don’t Change“

„Resolution of happiness, things have been dark for so long“… ich hatte schon so einige böse Tiefs im Leben, doch es ist immer weitergegangen, und manchmal auch mit richtig viel Power und Optimismus. „See no evil in all directions“ – das neue Motto für die kommende Woche.

für meine innere Optimistin – https://www.youtube.com/watch?v=sLm3Khusq_8

A propos „directions“… Nach so viel positiver Energie von der Herrenfraktion wird es Zeit für die etwas andere Motivationshilfe, von einer echten Powerfrau.

Wenn man seine inneren Dämonen in Angriff nimmt – Gossip „Move in the right direction“

Face my fears… das geht in eine ähnliche Richtung wie bei den sechs Herren aus Australien – hier tutet Beth Ditto ins gleiche Horn

Es muss nicht immer perfekt sein – https://youtu.be/12zPU-8bsTE

und wenn dann alle glücklich sind – das Extra Goodie – R.E.M. „Shiny Happy People“

Ob’s Ironie war oder nicht, lassen wir mal dahingestellt – hier singe ich gerne auch mal in der zweiten Stimme mit

unterstützt von Kate Pierson (B-52`s) – https://www.youtube.com/watch?v=YYOKMUTTDdA

So, das war es von meiner Seite nun tatsächlich mit den Momentaufnahmen – mit denen es folgendes auf sich hat: aequitasetveritas hat aus dem von ihr in diesem Jahr benutzen Tagebuch „Meine kleinen Momentaufnahmen“ 26 Fragen herausgesucht – also gibt es alle zwei Wochen eine neue Frage, und zwar immer sonntags.

Momentaufnahmen #17.1 : Musik für (fast) jede Lebenslage

Musik ist meine Leidenschaft – vielleicht packe ich deshalb in alle möglichen Beiträge Videos zu mehr oder weniger passenden Songs, vermutlich nicht immer zur Freude derer, die sie lesen. Wie schön, dass es bei aequitasetveritas‘ aktuellen Momentaufnahmen (alle 14 Tage immer sonntags), um Lieder geht, die die Stimmung heben.

Preisfrage: Bei welchen Liedern singe ich lauthals mit? – Die nicht ganz so preisverdächtige Antwort: bei fast allen, die von der während der Fahrt dudelnden CD aus den Lautsprechern tönen. Oder, noch besser: Wenn ich abends mit dem Laptop im Bett sitze und die Nachbarn auch was davon haben 😉 …. letzteres war ein Joke. Lassen wir den Countdown beginnen, mit Songs für beinahe jede Lebenslage.

Für die LMAA-Attitüde – Taylor Swift „Shake it off“:

Mit jedem Tag meines Lebens steigt die Zahl derer, die mich am -äh- mir im Mondschein begegnen können…

Ich mache mir die Welt, wie sie mir gefällt – https://www.youtube.com/watch?v=nfWlot6h_JM

Für die unerwiderte Liebe – Carly Rae Jepsen „Call Me Maybe“

Heute kann ich drüber lachen, aber damals stand die Welt still, als der Schwarm mich nur als Kumpel sah – aber das Leben ging nach Tag X trotzdem irgendwie weiter… eingeschlagen hat der Blitz dann nach einer längeren Weile dann doch noch. Hat aber auch nicht lange gehalten.

Wenn er dann doch nicht anruft – https://www.youtube.com/watch?v=fWNaR-rxAic

Für alle, die mich unterschätzt haben – Gabriella Cilmi „Sweet about me“

Den Niedlichkeitsfaktor, den man dieser Dame eventuell unterstellen könnte, kann man bei mir ausschließen – der Zug ist schon lange abgefahren. Passendes Motto: „Ich bin wie Gin Tonic: Nach nichts aussehen, aber aus dem Hinterhalt zuschlagen“. A propos zuschlagen – bei diesem Stück fehlt der Zusatz „kein Mensch kam bei den Dreharbeiten zu Schaden.“

Immer schön ruhig bleiben oder einfach mal abhängen – https://www.youtube.com/watch?v=qvuyYj5ROmk

Ganz schön damenlastig diese Hitparade – lassen wir doch mal einen Herrn dazukommen… aber nicht einfach irgendwen, sondern einen von den ganz Großen.

Für stürmische Zeiten – Tom Jones & The Cardigans „Burning down the house“

Oder wenn mir kein passender Spruch einfällt – dieses vertonte Lexikon gesammelter Lebensweisheiten zählt für mich zu den gelungenen Coverversionen, die das Original (Talking Heads) sogar noch übertreffen:

Gesammelte Lebensweisheiten – https://www.youtube.com/watch?v=iYuldgIOelY

Für die Momente, wenn es was zu feiern gibt – B-52’s „Love Shack“

Diese Hütte wird nicht abgerissen. Schließlich lässt sich da super feiern – und je mehr dabei mitmachen, desto besser (auch wenn der Titel etwas anderes suggeriert); wenn ich mich recht erinnere, war das sogar letztes Jahr noch mein persönliches Ziel für die Zeit nach Corona. Doch da wir uns bereits im zweiten Coronajahr befinden, gleicht dies einer „Mission Impossible“… vielleicht sollte ich es mit Zarah Leander halten und hoffen, dass einmal ein Wunder geschieht.

Diese Hütte muss stehenbleiben! – https://www.youtube.com/watch?v=9SOryJvTAGs

Mit jedem der oben genannten Songs ist meine heute morgen sowieso schon gute Laune gestiegen, aber ich stelle auch beim Überfliegen fest, dass sich die Stimmung innerhalb der jeweiligen Ausgangssituationen verändert hat: von Schietegal-Haltung über Liebeskummer und Sarkasmus bis hin zum Partykracher!

Dabei mitzusingen fällt mir nicht nur leicht, weil ich die Texte inzwischen auswendig kann, sondern weil mir die Stimmlagen darin es mir ermöglichen. Kein Wunder, dass der Frauenanteil darin überwiegt. A propos mitsingen, einen hätte ich noch – nämlich den Song, der laut Statistik meines letzten Handys in der Originalversion der am meisten abgespielte war (was ich immer noch nicht so ganz glauben kann). Und darum schließe ich diese Momentaufnahme mit einem sogenannten Mash-Up, einem synchron laufenden Zusammenschnitt aus Originalvideo (rechte Bildhälfte) und einem Livemitschnitt der Dame, die das Lied für ihr Konzert richtig gut gecovert hat (linke Bildhälfte).

Das Songduell „Cover vs Original“ – https://www.youtube.com/watch?v=bBRgoJZd73M

Diese Vorlage mit Mitsing-Garantie konnte ich mir dann doch nicht verkneifen.

Momentaufnahmen #16 : was mir viel bedeutet

Momentaufnahmen – ein Projekt von aequitasetveritas, bei dem wir unsere Gedanken zu bestimmten Momenten in unseren Leben festhalten… Alle 14 Tage kommt ein neuer Impuls, und der vom letzten Sonntag lautete: Welche vermeintlich wertlose Sache bedeutet dir sehr viel? – oder auch: Welchen Gegenstand, der maximal 50 Euro teuer war/ist, würdet ihr auf jeden Fall mitnehmen, wenn ihr umzieht? Welcher Verlust würde euch schmerzen? 

Mir gehören so einige Objekte, die für mich von einzigartigem Wert sind – das Spielzeug aus meiner Kindheit, das Sparschwein aus grünem Glas, die alte schwergewichtige Olympia-Schreibmaschine, das selbstgeschriebene Buch über meine Studienfahrt nach Schottland von 1986, diverse antike Gegenstände… aber da ist doch das eine, das trotz seines vermutlich eher geringen Materialwerts unbezahlbar ist und das ich niemals hergeben würde.

Und das ist die kleine Lampe, die mein Vater gebastelt und mir geschenkt hat, als ich noch ein kleines Kind war:

Auf eine Seifendose aus Kunststoff hat er einen Plastikseehund geklebt und in die Dose Lämpchen und Blockbatterie gepackt – der Schalter befindet sich an der dem Betrachter abgewandten Schmalseite der Dose, unterhalb der Schwanzflosse.

Jahrelang war dieses geliebte Erinnerungsstück an meinen verstorbenen Vater funktionsuntüchtig und stand in der Vitrine, bis mein Mann sie eines Tages repariert und das kaputte Birnchen gegen eine LED-Leuchte ausgetauscht hat.

Nun erinnert der Kleine mich nicht nur an meinen Papa, sondern auch an meinen verstorbenen Mann, der von Seehunden genauso fasziniert war wie ich.

Momentaufnahmen #15 : was mich glücklich macht

Momentaufnahmen – ein Projekt von aequitasetveritas, bei dem wir unsere Gedanken zu bestimmten Momenten in unseren Leben festhalten… Momentaufnahmen könnte ich bei mir auch unter dem Stichwort „Unsortierte Gedanken“ zusammenfassen, und Tagebuch habe ich schon lange nicht mehr geschrieben (eigentlich sollte mein Blog ja eines sein, aber so wie es ist, gleicht es eher einem Gemischtwarenladen mit einem Köter aus jedem Dorf).

Fünf Dinge, die mich glücklich machen – was könnte wohl auf meiner Liste stehen?

Ein Geschwindigkeitsrausch kann Glücksgefühle auslösen – so flüchtig sind sie aber auch.

Ein Happy End, sei es in Büchern oder bei Filmen:

Wie der Zufall es will, habe ich gerade gestern auf wattpad einer meiner Lieblingsautorinnen einen abschließenden Kommentar zu ihrem spannenden Roman hinterlassen.

Yay! Ob realistisch oder nicht - die beiden haben sich und damit endlich ihr Happy End gefunden und mich damit gleich mit glücklich gemacht.

Wenn ich in der Handlung aufgehe und mir die Charaktere so ans Herz wachsen, dass ich mit ihnen mitfiebere und sie real zu werden scheinen, freue ich mich, wenn ihre Geschichte zu einem guten Ende findet.

Wenn ich eine Aufgabe erfolgreich meistern konnte.

Und damit meine ich nicht nur berufliche Angelegenheiten. Ein Rätsel, Sudoku oder Puzzle zu lösen, nachdem ich Stunden darüber gebrütet habe, kann auf mich so unglaublich befreiend wirken. Dazu zähle ich auch die Erleuchtung, wenn mir plötzlich klar wird, um wen es sich bei einer mir bekannt vorkommenden Person handelt, deren Name mir nicht einfallen wollte.

Das Wiederfinden verloren geglaubter Dinge oder Personen.

Da sucht man sich verzweifelt einen Wolf, und dann – genau dann, wenn man es nicht mehr für möglich gehalten hat – weiß man plötzlich, wo sich das Objekt des Verlangens befindet. So ging es mir neulich mit dem Buch, in dem ich meine Erinnerungen an meine Reise mit dem Englisch-Leistungskurs nach Schottland festgehalten habe. September 1986 – geschrieben mit Füller in dunkelroter Tinte und gestochen scharfer Handschrift (die heute ganz anders aussieht), garniert mit Fotos, Ticket und Landkarten.

Noch schöner ist es für mich, wenn ich wieder mit Menschen in Kontakt trete, die scheinbar aus meinem Leben verschwunden sind. Unterschiedliche Lebenswege treiben Menschen in verschiedene Richtungen. Die einen treibt es für immer fort – andere kehren für eine Weile zu einem späteren Zeitpunkt wieder zurück. Die Frage ist nur, für wie lange.

Besondere Momente auf besonderen Reisen.

Das kann die Situation sein, in der man über sich hinauswächst, wie zum Beispiel das Weiterwandern im strömenden Regen, wenn man weiß, dass alles Jammern nichts hilft und man keine andere Wahl hat, als jetzt genau diese sechs Meilen bis zum nächsten Städtchen durchzuziehen, weil Stillstand zu nichts führen würde als zu Unterkühlung. Oder ein Naturschauspiel der besonderen Art erleben zu dürfen, wie in einem der vergangenen Sommer, als mein Mann und ich gemeinsam den Nachthimmel beobachteten und unzählige Sternschnuppen beobachteten. Zu den besonderen Augenblicken zählt für mich auf jeden Fall auch das Erleben eines Sonnenaufgangs am Meer oder das Erreichen eines Berggipfels, wenn sich ein grandioses Panorama vor mir ausbreitet und ich Weite und Freiheit spüren kann.

Was hier auf keinen Fall fehlen darf, sind die Begegnungen mit mir unbekannten Menschen, wenn die sich daraus ergebenden Gespräche über einfachen Smalltalk hinaus und unter die Oberfläche gehen. 2019 hatte ich so eine Unterhaltung an der Bar meines Hotels in Montréal mit einer jungen Frau aus Alberta (Kanada). Irgendwann waren wir an dem Punkt, an dem es darum ging, wie wichtig es ist, Träume wahr werden zu lassen, sobald und solange man es kann, da man nie weiß, wie schnell es vorbei sein kann – und man später nicht bereuen muss, bestimmte Dinge nicht getan zu haben.

Musik, für die ich mich begeistere: Musik, die mein Herz berührt.

Sei es eine Stimme, die Glücksgefühle in mir auslöst, oder rein instrumentale Klänge, die sich wortwörtlich beruhigend auf meine Herzfrequenz auswirken… Bei manchen Stimmen schlägt mein Herz von ganz allein schneller, und dann kann es geschehen, dass ich mich hier darüber auslasse. Und dummerweise merke ich gerade, dass Worte nur unzureichend das wiedergeben, was in mir gerade vorgeht.

Momentaufnahmen #14 : auch mal wieder

Jetzt, nachdem der größte Stress hinter mir liegt, möchte ich mich wieder mehr den Momentaufnahmen widmen, die es alle 14 Tage bei aequitasetveritas gibt – während es für andere bereits die vierzehnte dieser Art ist, formuliere ich meine insgesamt dritte.

Heute gilt es, der Frage „Wenn du irgendwo auf dieser Welt leben könntest – eine Zeit lang oder auch für immer –, wo wäre das?“ nachzuspüren. Good-bye Deutschland? Vermutlich eher nicht, denn dazu ist mir meine stille Zuflucht: inzwischen viel zu sehr ans Herz gewachsen. Ein umzäuntes Grundstück (am Rande eines Naturschutzgebiets), auf der sich eine Hütte befindet.

Bei ihr handelt sich um ein sogenanntes „mobile home“ aus den 50er oder 60er Jahren, das der Vorbesitzer komplett mit Holz verkleidet und mit einem Dach inclusive Dachpappe versehen hat. Von uns wurde es nach dem Erwerb nicht nur von innen gedämmt und mit Elektrik und neuen Fußböden ausgestattet – nein, weil wir schon mal dabei waren, wurde der Innenraum neu aufgeteilt und um einen Anbau erweitert, in dem sich unsere Küche befindet.

Der Blick aus dem Fenster auf meine Rosen ist unbezahlbar.
Oh, wie schön ist es im Taunus – hier kann ich schalten und walten, wie ich will (aber: das hier ist nicht mein Grundstück).
Auch im Winter ist es hier ein Traum.
Am Rande eines Naturschutzgebiets

Dank der brillianten Idee, das von mir gepachtete Idyll gleich ganz zu kaufen, konnte ich meine letzten Urlaube in Zeiten von Corona dort ganz entspannt genießen. Was Strom angeht, bin ich autark, und das Wasser hole ich mir in Kanistern von einer Zapfstelle. Bis auf das klitzekleine Problem mit dem Internet könnte ich mir vorstellen, hier sogar eine Weile leben zu können.

Doch nicht nur meine Urlaube, sondern auch die Wochenenden verbringe ich hier ausgesprochen gerne – mein absoluter Traum: Freitagabends nach der Arbeit aufbrechen, im Ort ein leckeres Abendessen genießen und dann den Alltag bis Sonntagabend ausblenden.

Fragte man mich dagegen, wohin ich gerne auswandern würde, wenn mich hier nichts mehr hält, so müsste ich eine Weile überlegen – denn vor dem BREXIT hätte ich noch „Schottland“ gerufen, ohne mit der Wimper zu zucken. Seit 2019 tendiere ich jedoch eher zu Kanada – zumal nun keines der beiden Länder zu der EU gehört und ich schon für normale Reisen einen Pass benötige.

Momentaufnahmen 3/26 – Alltagsoasen

Alle 14 Tage blitzen sie auf, die Momentaufnahmen – als Mitmachaktion ins Leben gerufen von aequitasetveritas – heute geht es um die folgende Frage:

Was ist gerade deine Alltagsoase? Was hilft dir, innerlich (wieder) zur Ruhe zu kommen?

Zur Ruhe zu kommen, wenn es so einfach wäre. Zählen Wochenenden noch zum Alltag? Ich definiere Alltag als die Zeit abseits des Urlaubs, die wie geschaffen scheint für kleine Fluchten. Ein Hoch auf den Eskapismus? Flucht insofern, dass mir mittlerweile nicht der Sinn steht nach Nachrichten über die x-ten Hochrechnungen, Statistiken und Inzidenzen, seitdem das Virus auch in meiner Familie zugeschlagen hat. Es zerrt an den Nerven, und nun gilt es, Dinge zu tun, die mich auf andere Gedanken bringen, um nicht so langsam aber sicher durchzudrehen.

Zu diesen Dingen gehören für mich die Tasse Tee am Abend, bei der ich spüren kann, wie die Lebensgeister zurückkehren, mich abends beim Tanzen im Zimmer auszupowern, wenn es nötig ist und nicht zuletzt das Schreiben meiner „unsortierten Gedanken“, die spätestens dann wohlgeordnet sind, wenn ich sie mit anderen teilen möchte. An manchen Tagen möchte ich mich dagegen einfach nur noch berieseln lassen – meine Couch, auf der ich auch so manches spannende oder zu Herzen gehende Buch verschlungen habe, ist geradezu prädestiniert dafür. Film- und Serienabende gönne ich mir dagegen lieber im Bett.

Eskapismus oder Selbstreflexion? Vielleicht ist ja doch etwas dran an dem Satz „Writing is Therapy“ (Schreiben ist Therapie), und damit meine ich nicht die Texte, die allein meiner Fantasie entsprungen sind, sondern das, was entsteht, wenn mir Realität und Erinnerungen dazwischen grätschen. Planbarkeit sieht anders aus, aber warum nicht, wenn sich durch den Mix aus Fiktion und Biografischem unerwünschte Zustände im Vorfeld verhindern lassen. Schreiben als Kataharsis – oder besser gesagt, als Mittel der Verarbeitung heikler Themen, die mir auf der Seele liegen – hätte ich es doch nur viel früher entdeckt. Mir wäre einiges erspart geblieben.

Aktualisierung vom 1. Februar 2021:

Aber wenn Hiobsbotschaften wie eine Bombe nächtens am Telefon einschlagen und mich das Gehörte wie ein Güterzug überrollt, hilf auch alles Tagebuchschreiben und Bloggen nichts. Es dürfte trotz einiger lange vorgeschriebener Beiträge etwas ruhiger hier werden. Meine Alltagsoasen sind landunter.

Momentaufnahmen 2/26 – vom Scheitern

Alle 14 Tage blitzen sie auf, die Momentaufnahmen – als Mitmachaktion ins Leben gerufen von aequitasetveritas – den Auftakt bildete unsere Einstellung gegenüber Vorsätzen fürs neue Jahr halten, nun geht es um die folgende Frage:

Wie gehst du mit Scheitern um – deinem eigenen und dem von anderen?

Beinahe wäre ich zeitlich an dieser Aufgabe gescheitert – aber Spaß beiseite:

Dass das Leben nicht immer wie gewünscht läuft, wer kennt das nicht? Vielleicht ist ja etwas dran an den Sätzen „Das menschliche Schicksal erfüllt sich im Scheitern“ und „Das Recht auf ein gescheitertes Leben ist unantastbar“ aus dem Film „Die fabelhafte Welt der Amélie“. Doch worin besteht der Unterschied zwischen Misserfolg und Scheitern?

Das Scheitern anderer nimmt mich nur dann mit, wenn es sich bei der Person um jemand mir Nahestehendes oder eine von mir bewunderte Person handelt und es diese derart aus den Angeln hebt, dass sie sie sich dazu entschließt, ihr Leben zu beenden. Traurig, aber wahr. Und deshalb bezieht sich der übrige Text nun wirklich auch nur noch auf mich.

Hätte man mich 2015 gefragt, wo ich mich fünf Jahre später sehe, wäre ich im Leben nicht darauf gekommen, dass ich bereits im folgenden Jahr meinen Lebensweg alleine fortsetzen würde. An diesem Verlust war aber nicht das Scheitern, sondern das Schicksal schuld – und mit diesem habe ich auch eine Zeitlang gehadert. Trotz meines Wunschs, die Zeit zurückdrehen zu können, erkannte ich bald, dass ich auf lange Sicht damit nirgends hinkomme, und auch nicht mit dem Versuch, schmerzhafte Erlebnisse zu verdrängen oder mir selbst die Frage zu stellen, wo ich mich in fünf Jahren sehe.

Ach ja, diese Frage, auf die ich am liebsten antworten würde: „Wer nix plant, kann nicht enttäuscht werden.“ – doch es steckt mehr dahinter. Erstens kann sich das ganze Leben mit einem Schlag ändern. Zweitens ist das Leben viel zu kurz, um sich in ursprünglich vermeintlich wichtige Pläne zu verbeißen. Wie sieht es aus, wenn sich die eigenen Prioritäten unmerklich ändern? Kann man es wirklich als Scheitern bezeichnen, wenn sich das ursprünglich angestrebte Ziel nicht erreichen lässt?

2012 hatte ich im Kleinen so ein Erlebnis. Nach ausführlicher Vorbereitung einer mehrtägigen Wanderung entlang eines Teilstücks des Jakobswegs (alleine und Ende Februar), kam unterwegs alles anders. Während ich durch verschneite Auen und eisige Wälder wanderte, dachte ich: „Pfeif drauf. Brich es ab. Der Weg ist das Ziel.“ Welch abgedroschene Weisheit, doch in diesem speziellen Fall war es einfach nicht mein Weg, das Ziel auf Biegen und Brechen erreichen zu wollen.

Im Großen fällt mir nur das ein oder andere Erlebnis im Verlauf meines Berufslebens ein, bei dem ich mich teilweise gefragt habe, wie es dazu bloß kommen konnte. Allerdings ist Aufgeben auch keine Option; und mich entmutigen zu lassen, noch weniger – so schlau bin ich inzwischen auch schon geworden. Never give up. Und wer weiß, vielleicht hat vermeintliches Scheitern ja auch etwas Gutes und es tun sich Möglichkeiten auf, an die man vorher nie gedacht hätte.

Momentaufnahmen 1/26 – die Vorsätze fürs neue Jahr

Happy New Year! Auch wenn 2021 jetzt nicht mehr so neu ist und diesen Spruch einige gar nicht mehr hören möchten…

Und deshalb starte ich nun auch sofort durch in die nächsten Projekte, die mich zum Mitmachen verlockt haben. Zu den beiden Schreibprojekten, die mich schon seit längerem begeistern (#writing friday und ABC-Etüden) kommen nun noch die von aequitasetveritas ausgerufenen 26 „Momentaufnahmen“ hinzu: Zu 26 Fragen aus dem Tagebuch können sich alle, die diese Aktion reizt, ihre eigenen Gedanken dazu machen und diese unter dem Stichwort „Momentaufnahmen“ hier virtuell festhalten.

Nach der groben Zusammenfassung „in a nutshell“, worum es bei dieser Aktion geht, kommt nun auch schon die erste Frage:

Wagst du es vor dem Hintergrund der Erfahrungen von 2020 noch, für das neue Jahr Pläne zu schmieden, gute Vorsätze aufzustellen?

Wie praktisch, dass ich diesem Thema mit der ersten Aufgabe bei elizzys #writing friday bereits am 1. Januar vorgegriffen habe, denn dabei ging es um das Fassen von sogenannten Nicht-Vorsätzen, also Dingen, die man nicht bzw. nicht mehr tun möchte. Die möchte ich zwar nicht mehr recyceln, aber um ein paar weitgeführende Gedanken und die passende Musik ergänzen.

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Die erweiterte Neujahrsansprache

Woher kommt die Neigung, Dinge aufzuschieben?

Lange habe ich mit mir gerungen, mich immer wieder selbst in den Allerwertesten getreten und versucht, den inneren Schweinehund auf die Beine zu scheuchen und im Feuer unterm Hintern zu machen. Wie das im Einzelnen ausgegangen ist, möchte ich lieber nicht vertiefen, aber Fakt ist, dass das schlechte Gewissen in diesem Punkt mein ständiger Begleiter war. Doch damit ist jetzt Schluss. Aber nicht mit der Prokrastination – falls ihr das geglaubt hat, seid ihr einer falschen Fährte gefolgt – sondern mit dem schlechten Gewissen. Denn so wie ich jetzt öfter meinen Nicht-Geburtstag feiere, habe ich als Nicht-Vorsatz entschieden, Prokrastination nicht mehr grundsätzlich als etwas Schlechtes zu betrachten.

Warum soll ich mich deshalb nur unnötig belasten? Denn wo kein schlechtes Gewissen, da auch kein Stress. Das war jetzt weder grammati(kali)sch korrektes Deutsch, sondern hatte auch noch ganz schön viele „Nicht“s in sich, und obendrein im scheinbaren Widerspruch zu meinen nicht nur im letzten Jahr gemachten Erfahrungen in Bezug auf das Aufschieben von Lebensträumen und vor langer Zeit geschmiedeten Plänen, zumindest was das Reisen oder persönliche Rituale angeht. „Kein Zurück“ von Wolfsheim war mein Motto – dem Song, demzufolge irgendwann auch ein Traum zu lange her ist.

… Dein Leben dreht sich nur im Kreis, so voll von weggeworf’ner Zeit. Deine Träume schiebst Du endlos vor Dir her.

Du willst noch leben irgendwann, doch wenn nicht heute, wann denn dann? Denn irgendwann ist auch ein Traum zu lange her …


Das Lied von Wolfsheim (gefunden auf youtube – https://www.youtube.com/watch?v=UjsvyeBWNQQ) ist schon älter – eine Pandemie hatte niemand auf dem Radar.

Aber selbst diese Erkenntnis hatte ich nicht über Nacht oder gar pünktlich zu Silvester, sondern sie war Teil einer Entwicklung, die sich schon viel früher abzeichnete; denn sonst wäre ich wohl kaum 2018 zu meiner eigenen kleinen „Weltreise“ aufgebrochen oder hätte gar letztes Jahr den Sprung bzw. Flug über den „Großen Teich“ gewagt, der stellvertretend für das steht, was ich „weise Voraussicht“ nenne.

In weiser Voraussicht habe ich 2019 nach dem Eintreffen einer Glücksbotschaft den Plan mit der Traumreise sofort durchgezogen, anstatt fünf Jahre damit zu warten. „Was weiß denn ich, was in fünf Jahren ist?“ – diese Frage aus einem Telefonat mit Freundinnen im Januar 2019 habe ich jetzt noch im Gedächtnis. Allerdings dachte ich dabei eher daran, dass ich nicht jünger werde und vielleicht 2024 nicht mehr so fit wie jetzt durch die Gegend turne. Die Eingebung war zwar richtig – aber fünf Jahre?

Ein Jahr trifft’s eher. Denn wer von uns hätte denn 2019 geahnt, dass bereits im nächsten Jahr ein unbekanntes Virus um die Ecke kommen würde, das nicht nur vielen das Leben kostete, sondern das Leben der anderen auf vielen Ebenen tiefgreifend veränderte oder gar lahmlegte? In dieser Hinsicht war ich froh, dass ich das getan habe, was andere als Fassen guter Vorsätze bezeichnen. Für mich rangiert diese Episode mit meiner Reise nach Kanada unter „Nicht lang schnacken“: Warum soll ich umständlich einen Vorsatz fassen, wenn ich statt dessen gleich loslegen kann? Wie gesagt, „A little less conversation, a little more action“ – denn dieser Meinung war auch schon Elvis (auch wenn der Sinn dahinter vermutlich ein anderer war).

gefunden auf youtube – https://www.youtube.com/watch?v=WWVMXLSS1cA

Dagegen sind nicht geputzte Fenster oder die Staubschicht auf den Schränken der reinste Pipifax – mich von dem durch mein ewiges Aufschieben verursachten schlechten Gewissen zu befreien, ist doch ein super Vorsatz bzw. Nicht-Vorsatz für 2021. Lasst mich Prokrastination in „kreative Ruhepause“ umbenennen, und schon wird alles leichter. Was ich außerdem nicht bzw. nicht mehr haben will, ist:

Corona (worauf ich nur bedingt Einfluss habe) — mein Chaos im Wohnzimmer (weshalb ich mit dem Aufräumen schon vor Weihnachten angefangen habe) — mein Leben vorwiegend im Schlafzimmer stattfinden zu lassen (auch wenn dort jetzt ein neuer, noch schönerer Kalender als der vom letzten Jahr hängt und zum Verweilen einlädt) — mich zu früh von Sachen trennen, die mit angenehmen Erinnerungen verbunden sind (weshalb ein bestimmter Kalender von 2010 dieses Jahr zu neuen Ehren kommt) — und zuletzt noch, ganz wichtig: das Weiterschlummern von eingeschlafenen Kontakten.

In diesem Sinne bin ich jetzt schon gespannt, was daraus in den nächsten Monaten werden wird. Vielleicht kommen ja noch ein paar neue hinzu.

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