NaBloPoMo #23 … 23.Juli „Ich bin ein Sandwich“

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Heute liefert der Schreibimpuls des National Blog Posting Month (NaBoPoMo) folgendes Thema: Wenn ein Restaurant ein Gericht nach dir benennt, welches wäre es? (Bonus Punkte für ein Rezept..“ – Zwanzig Minuten dürften dafür reichen (18:23 Uhr):

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Wassermelone

~~~~~~~~~~~~~ Huch! Wieso ist denn die Schrift auf einmal so klein? Egal, vergößern werde ich den Text jetzt nicht.

Uff. Essenszeit: „Feeeedeeeriiiiicoooo! Miraaaacoooooliiiii!“ Äh, nein doch lieber nicht. Ich habe, ehrlich gesagt, lange gegrübelt, welches Essen zu mir passt. Vielleicht sollte ich in Zukunft darauf verzichten, parallel dazu mein Gehör der Lieferheld- oder Miracoli-Werbung zu schenken,während mein Magen knurrt. Ein Gericht nach mir zu benennen, dürfte nicht einfach sein, weil ich niemand bin, der gerne lange und ausgiebig in der Küche steht und mit Hingabe die Zubereitung raffinierter Speisen zelebriert. Kurz und knackig, mit guten Zutaten, pur und unverfälscht, schnell und unkompliziert – so sollte mein idealer Snack aussehen. Und in der Tat habe ich da so einige Zwischengerichte für den kleinen Hunger, der mit dem Inhalt des Kühlschranks gestillt werden kann, auf Lager.

Weichgekochtes Ei mit Salz und frischgemahlenem Pfeffer obendrauf, als Topping für eine schöne Scheibe Butterbrot – Butterbrot, bestreut mit Schnittlauch und/oder Kresse – reifen Camembert, direkt vom Laib abgeschnitten – Crème Fraiche gemixt mit dreifach konzentriertem Tomatenmark… das sind selbstgemachte Schweinereien, die man wohl kaum in einem Restaurant bestellen kann.

Das erinnert mich vage an den Film „Lemony Snicket“, in dem der böse Count Olaf (gespielt von Jim Carrey) von den Beaudelaire-Geschwistern die Zubereitung eines deliziösen Dinners verlangt, und den Kindern nur „Spaghetti Puttanesca“einfallen. Spaghetti mit allem, was im Haus ist.

Wenn es stimmt, was Wikipedia zu diesem Gericht ausspuckt, dann könnte dieses Gericht auch von Nerds erfunden worden sein, die nur selten zum Einkaufen können. Ich kenne auch jede Menge Bloggerinnen, die sich selbst als Nähnerds bezeichnen. Ich sehe mich zwar nicht als Nähnerd, aber wenn ich für das Gericht Fadennudeln in Überlänge verwende, könnte man das Gericht auch „Blaupauses Spaghettini No.7 @ Nähnerd-Style auf schottische Art“ nennen. Für die schottischen Momente nehme ich statt Hackfleisch einfach Haggis und lösche die Soße mit einem kräftigen Schluck getorften Single Malt ab. Erinnert mich an die uralte Werbung für Sechsämter-Tropfen, in der ein gezeichnetes Männlein ganz viele Kräuter und Heidelbeeren reintun möchte und sich auf den unnachahmlichen Geschmack freut, mit den Worten „Das wird schmecken!“ — und dann zu der Erkenntnis kommt, dass dies ein Griff in die Porzellanschüssel war. „Brrr!“

Bleibt nur zu hoffen, dass mir das mit meinem hippen Nudelgericht nicht passiert; und wenn doch, dann ist noch kein Meister vom Himmel gefallen, und ich bin auch gar nicht böse, wenn das Restaurant auf eine Ehrung meiner Person mittels Nennung auf der Speisekarte verzichtet.

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(18:43 Uhr)

NaBloPomMo #22 … 22.Juli „Statistik“

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Heute liefert der Schreibimpuls des National Blog Posting Month (NaBoPoMo) folgendes Thema: „Welches waren deine 3-5 erfolgreichsten Posts in diesem Jahr? Warum denkst du, dass gerade sie erfolgreich waren? Gibt es eine Verbindung zwischen ihnen? – Hier mein 20-Minuten-Statement (17:16)

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Definiere „erfolgreich“; was macht einen oder mehrere Posts erfolgreich? Die Anzahl derer, die ihn nicht nur gelesen, sondern auch kommentiert haben? Oder denen er gar gefallen hat. Ich gebe zu, ich habe zwar am Ende des vergangenen Jahres eine Statistik von WordPress bekommen, in der alles mögliche gestanden hat (u.a. auch die meistgelesenen Beiträge). Aber irgendwie muss ich diese Aufstellung vollständig verdrängt haben, denn ich habe keinen blassen Schimmer mehr, wie diese Statistik ausgesehen hat.

Überhaupt habe ich es nicht so mit Statistiken; sie haben mich schon nicht interessiert, als ich mich ehrenamtlich als Wahlhelfer betätigt habe. Ganz ehrlich? Was bringt es mir, zu wissen, wie hoch die Wahlbeteiligung sonntags um acht, neun, zehn oder vierzehn Uhr war? Mich interessiert diese Zahl frühestens so ungefähr eine Stunde, bevor das Wahllokal schließt – damit ich mir ungefähr ausrechnen kann, wie hoch sie sein wird, wenn wir die erste Schnellmeldung ans Wahlamt durchgeben. Und selbst dann ist diese Zahl für mich nicht von Belang, weil ich weiß, dass in der Nacht alles noch einmal gründlich nachgeprüft wird und das Ergebnis dann wesentlich genauer feststeht. Das endgültige Ergebnis reicht mir dann auch noch am nächsten Tag.

Nach diesem kurzen Abstecher zu Statistiken anderer Art, schaue ich jetzt doch mal in meine WordPress-Statistik… aus der ich nicht schlau werde. Ich sehe zwar haufenweise Besucher, aber darin ein Muster oder einen Zusammenhang zu erkennen, fällt mir schwer. Ich weiß nur, dass die Beiträge, die ich im Rahmen des MeMadeMittwoch oder zu SewAlongs veröffentliche, am häufigsten angeklickt werden, auch wenn dort nicht immer Kommentare zu finden sind. Aber wie auch immer, das beste am Bloggen für mich ist nicht, eine supertolle Statistik hinzubekommen, sondern um den Spaß am Schreiben, Fotografieren und den Hobbys, über die ich blogge.

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(17:36 Uhr)

NaBloPoMo #21 … 21.Juli „Feierlaune“

Heute liefert der Schreibimpuls des National Blog Posting Month (NaBoPoMo) folgendes Thema: „Wie geht es dir in großen Menschengruppen, fühlst du dich belebt oder willst du lieber mit einem Buch in die Ecke kriechen?– Hier mein 20-Minuten-Statement (20:32)

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Glasspielerei

Definieren Sie „große Menschengruppen“. Bis wieviel Personen sind es noch kleine Gruppen? Gruppen sind für mich dann groß, wenn ich sie nicht mehr überschauen kann; ab fünfzig People wird’s für mich langsam unübersichtlich – aber ich glaube, es kommt nicht so sehr auf die Größe, sondern auf den Charakter der Veranstaltung an. Hochzeitsfeiern, Betriebsfeiern, Konzerte, Open-Air-Festivals, Geburtstagspartys, Klassenfahrten, Silvesterpartys, Theatervorstellungen, Reisegruppen … ich glaube, ich habe schon so einige Gruppenstärken und -zusammensetzungen erlebt, und es gab nur wenige Situationen, in denen ich gerne schon bald nach dem Beginn wieder verschwunden wäre. Betriebsfeiern zählen nicht dazu; da weiß ich in der Regel, wer alles kommt und mit wem ich mich dann auch unterhalte. Verschwunden bin ich von dort nur, wenn ich sehr erschöpft war, aber das war dann meistens der Fall, wenn die Band die Bühne betrat. Spät nachts sind ja auch die Möglichkeiten, mit öffentlichen Verkehrsmitteln nach Hause zu kommen, eher sparsam gesät.

Den Wunsch, im nächsten Mauseloch zu verschwinden, hatte ich da schon eher bei Hochzeitsfeiern, auf denen ich außer dem Brautpaar niemanden kannte oder bei Geburtstagsfeiern, auf denen sich irgendein Verwandter als Nervensäge gerierte.

Worauf ich aber nun wirklich getrost verzichten kann, ist die Wiederholung eines Erlebnisses, das uns leider auf einem Open-Air-Festival widerfahren ist: Wir gerieten zwischen zwei sich diametral aneinander vorbei bewegenden Menschenmassen bei aufziehendem Gewitter (der eine Teil wollte weg von der Open-Air-Bühne, der andere Teil in den Flugzeughangar) und wurden fast voneinander getrennt. Ich wage bis heute nicht, das Szenario bis zum Schluß in Gedanken durchzuspielen, denn zwangsläufig schieben sich die Bilder dazwischen, die die Medien über die Loveparadekatastrophe (24. Juli 2010) von Duisburg wochen- und monatelang verbreiteten. Oder was gewesen wäre, wenn auf der von mir rein zufällig besuchten Flugschau in Plymouth 2000 das gleiche passiert wäre wie am 28. August 1988 Ramstein…

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(20:52 Uhr)

NaBloPoMo #20 .. 20.Juli „Zuhause“

Zum zwanzigsten Mal möchte ich heute einen Beitrag im National Blog Posting Month (NaBloPoMo) innerhalb von zwanzig Minuten schreiben, diesmal zum Thema „Brauchst du eine home base? Was macht ein Zuhause aus?

(10:52 Uhr)

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Heimat ist da, wo man sich nicht erklären muß“, hatte ich mir einst als Signatur für Forenbeiträge ausgesucht. Dass dieses Zitat heute passender denn je erscheint, ist wahrscheinlich kein Zufall. Denn so sehr ich manches Mal all die beneide, die all ihren Besitz aufgeben, um durch die Welt zu ziehen, so ungern möchte ich tief im Inneren das aufgeben, woran mein Herz hängt: ein Platz zum Leben, ein Platz zum Auftanken, ein Platz, um Ruhe zu finden. Das muss nicht zwangsläufig da sein, wo ich wohne, auch wenn ich mir dort meine kleine Insel geschaffen habe. Schon allein, abends einfach nur dazusitzen und den über den Himmel flitzenden Mauerseglern zuzuschauen, lässt mich wieder zur Besinnung kommen, nach all der Hektik des Tages.

Eine „home base“ alleine reicht mir jedoch nicht auf Dauer, und so haben wir uns ein weiteres Rückzugsgebiet geschaffen; eins, das nah genug bei einer Kleinstadt liegt, um sich mit dem Notwendigen zu versorgen, dennoch weit genug weg ist, um einmal etwas anderes zu sehen, als andere Menschen, Autos und dem ganzen Kram, den Zivilisation mit sich bringt. Ich möchte ihn nicht mehr missen, unseren Platz – unseren kleinen Rosengarten, der sich noch in den Kinderschuhen befindet. Was unsere kleinen Oasen jedoch auszeichnet, sind die Türen, die wir hinter uns zumachen können, wenn uns alles zu viel wird. Eine Wohnung oder ein Haus ohne Türen, ohne Privatsphäre, so wie in der Deep-Space-Nine-Folge „Das Paradies Experiment“, wäre für mich unvorstellbar, auch wenn ich oft alle Türen im Haus geöffnet lasse. Open Space, freier Raum, kann im beruflichen Umfeld wunderbar sein, möchte man nicht alle naselang von einem Hinernis ausgebremst werden; dennoch gibt es Momente, in denen ich einfach das Abgeschlossensein brauche wie die Luft zum Atmen, um nicht hibbelig zu werden.

Momenten, in denen der Hamster im Laufrad die Oberhand zu gewinnen droht, kann ich mit unterschiedlichen Strategien begegenen; sei es mit einem langen Waldspaziergang oder handwerklichen Tätigkeiten in Haus und Garten, sei es mit Sport im Studio um die Ecke, oder mit einer Tasse Tee auf dem Sofa, beim Hören einer Schallplatte und Beobachten unserer Terrarienbewohner, die sich ja auch ganz gerne zurückziehen und hektisches Gewusel gar nicht mögen. Und wenn draußen auf dem Flur hektisches Gewusel stattfindet, ist so eine Tür, die ich schließen kann, so unglaublich hilfreich.

Wie ein Nomade durch die Lande ziehen, das habe ich während der vergangenen Wochen schon einmal festgestellt, und ich bewundere jeden, der das gerne tut. Für mich ist es nicht das Richtige.

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(11:12 Uhr)

NaBloPoMo #19 … 19.Juli „Fliege an der Wand“

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Heute liefert der Schreibimpuls des National Blog Posting Month (NaBoPoMo) folgendes Thema: Wenn du irgendwo Mäuschen spielen könntest, an jedem Ort der Welt, zu jeder Zeit, was würdest du wählen?“ – Und wie bisher bei den vergangenen 18 Tagen, bleiben mir 20 Minuten für das Formulieren meiner Gedanken dazu (20:01 Uhr):

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Wenn ich die Frage richtig verstanden habe, bin ich nicht auf die Vergangenheit festgelegt – obwohl ich es sicher reizvoll fände, die Weltausstellung besuchen zu können, auf der der Eiffelturm zum ersten Mal in voller Pracht zu sehen war, oder mich zu vergewissern, ob es Atlantis wirklich gab. Spannend fände ich es auch, mich als Mäuschen beim legendären Konzert von Woodstock mitten ins Geschehen zu begeben und die Atmosphäre live zu erleben. Aber warum in die Vergangenheit reisen, wenn die Zukunft noch aufregendere Dinge bereit hält? Ich glaube, wenn ich das könnte, würde ich mir keine so idealistischen Ziele vornehmen oder Ereignissen beiwohnen, die einen ideellen oder nostalgischen Wert um der Erinnerung oder alten Zeiten willen haben. Nö, ab jetzt lasse ich voll und ganz meine materialistische Ader durchkommen und reise an einen Zeitpunkt, der gar nicht so weit in der Zukunft liegt; also maximal ein bis zwei Wochen.

Wer jetzt denkt, dass das wenig aufregend ist, dem gebe ich jetzt noch einen mit und sage: „Ja, ich bin so einfallslos und wünsche mir das, was hunderte oder tausende andere auch schon vor mir gewollt haben: ich bringe die Lottozahlen der nächsten Woche in Erfahrung und knacke heute den Samstags- und Mittwochsjackpot.“

Vierzig Millionen wären für den Anfang schon mal nicht schlecht; denn ich möchte schließlich nicht alles für mich alleine behalten, aber von dem Rest auch noch sorgenfrei leben können. Ein Viertel bekommen meine mir am nächsten stehenden Familienangehörigen, ein Viertel spende ich dem guten Zweck, ein Viertel brauche ich, um mich selbständig machen zu können, und ein Viertel dient mir als Rücklage, falls es mit der Selbständigkeit oder der Insel, die ich gerne kaufen würde, doch nicht klappt.

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Fotografiert von meinem Mann, August 2008 in Schottland – zwischen Dufftown und Craigellachie

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Bleibt nur noch die Frage zu klären, wohin ich in Zukunft meinen Lebensmittelpunkt verlagern möchte. Skandinavien oder Schottland? Sardinien oder Sizilien? Samos oder Sansibar? Oder vielleicht bleibe ich auch im Taunus und lebe so schlicht und einfach weiter wie bisher.

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(20:21 Uhr)

NaBloPoMo #18 … 18.Juli „Wende“

ist so viel Farbe denn gesund

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Für einen Moment habe ich echt mit dem Gedanken gespielt, beim National Blog Posting Month (NaBloPoMo) eine Pause einzulegen, da mir zu dem heutigen Thema („Hast du schon einmal zu einem Thema komplett deine Meinung geändert? Warum?“) partout nichts einfallen wollte. Doch dann brachte mich mein Mann auf die Idee. Doch eins möchte ich noch vorausschicken: Dies wird kein After-Dinner-Walk, sondern ein Statement, das all jene, die auf Gesundheitsthemen hochsensibel reagieren, triggern könnte.

Und zwar nicht irgendwelche Wehwehchen, sondern eine wirklich ernstzunehmende Krankheit, die bei jedem Patienten anders verläuft und in vielen Fällen tödlich. Cancer Awareness / Krebs ist das Schlüsselwort; und wie ich dazu stehe – zumal noch in 20 Minuten, die streng genommen viel zu wenig sind, das versuche ich diesmal heute, weil es uns permanent verfolgt und gefangen hält. Nun denn, so lasse man mich ans Werk gehen; wir haben 13:59 Uhr – die Zeit läuft:

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Meine Meinung steht fest. Verwirren Sie mich nicht mit Tatsachen“. So könnte man beschreiben, was mir durch den Kopf ging, wenn Wissenschaftler mal wieder einen Stoff entdeckt haben, der angeblich krebserregend sei. Zu heiß und zu kroß gebackene Pommes aus dem Ofen, übertriebene Sonnenbäder, Nanopartikel im Essen, Geraniol in Kosmetik, Weichmacher allüberall… krebserregend – krebserregend – krebserregend. „Was interessiert mich, was Krebse erregt!“ war ein blöder Spruch, den mein Mann und ich für uns aus einem Angebot an dummem Geschwätz ausgesucht hatten. Klar, so lange man nicht selbst betroffen ist, kann man leicht dumme Witze reißen.

Was aber, wenn einen die Diagnose aus heiterem Himmel trifft. Ich glaube, ich muss so etwas wie eine Vorahnung gehabt haben, als ich noch am 13. März zu S. am Telefon sagte „Laß uns nicht an Montag denken – an diesem Wochenende wollen wir es uns mal so richtig gutgehen lassen und feiern.“ Und wie wir feierten! Oh, how we laughed, had fun and made plans! Ja, mach‘ nur einen Plan und sei ein großes Licht; und dann mach‘ noch einen – geh’n tun sie dann beide nicht. – Frei nach wem auch immer, könnte man sagen, wir waren naiv und unbedarft. Denn schon am Montag nahte das Grauen in Form einer Untersuchung, bei der schlußendlich bei meinem Mann ein Karzinom festgestellt wurde. Details spare ich an dieser Stelle aus. Fakt ist jedoch, dass Dank der Diagnose Krebs unsere Welt derart aus den Fugen geraten ist, dass ich genau den eingangs erwähnten blöden Spruch dahin geschickt habe, wo er von Anfang an schon hingehört hätte: in die Tonne!

Denn plötzlich spürt man, wie endlich und kostbar das Leben ist und wie man sich wünscht, die Uhr noch einmal zurückdrehen zu können. „Wir sollten all die kostbaren Momente wertschätzen und sie in unseren Herzen bewahren, denn sie sind nur allzu flüchtig. Wir sollten mehr auf uns achtgeben und uns unterstützen, denn wir wissen nie, wie lang wir noch aneinander haben“ Und während ich diese Zeilen schreibe, teilen wir uns an einem kühlen Ort ein Glas furchtbar süßen Weißweins, der von der Geburtstagsparty meines Mannes vor vier Woche übriggeblieben ist, und mischen ihn mit Sprudelwasser. Früher hätte ich eine solche Plörre nicht einmal angerührt, heute lerne ich sie zu schätzen, weil sie ein gutgemeintes Geschenk einer Freundin war, die ich nicht oft zu sehen bekomme. Und nun bin ich auch schon wieder am Ende meiner unsortierten Gedanken zu dem heutigen Schreibimpuls angekommen, denn ich spüre, das Wesentliche ist gesagt – und so bleibt mir nur noch eins festzuhalten: Ein Zitat, das das bisher Gesagte, auf unnachahmliche Weise zusammenfaßt, habe ich erst kürzlich gebloggt. Jetzt gilt es nur noch, dieses Zitat wiederzufinden und nach ihm zu leben; und wer weiß, wozu meine persönliche „Bucket List“ gut ist.

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(14:19 Uhr)

NaBloPoMo #17 … 17.Juli „Fremde“

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In den letzten Tagen war viel von Reisen die Rede, und nun gibt es eine weitere Frage, die den Schreibimpuls für den 17. Tag im NaBloPoMo (National Blog Posting Month) liefern soll: „Was magst du am Liebsten, wenn du fremde Orte besuchst? Essen, Architektur, die Menschen?“ – Schau’n wir mal, wie weit ich heute in 20 Minuten komme (18:03 Uhr)

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Wenn ich fremde Orte besuche, sind das nicht zwangsläufig Städte. Meistens geht meine Reise in ländliche Gegenden, ob im Norden (Ostsee- oder Nordseeküste)

oder im Süden (Alpen, Schwarzwald), im Osten (Spreewald) oder Westen (Eifel, Luxemburg) – überall war es in den von mir besuchten Regionen schön – und da bin ich am liebsten erst mal in der Natur. Gebt mir ein kuscheliges, gemütliches Gasthaus zum Übernachten und eine Auswahl von Wanderwegen, und ich bin dabei.

Gasthäuser haben für mich gegenüber Frühstückspensionen oder Hotels den Vorteil, dass es dort eine Gaststube gibt, in der man in gemütliche Runde bei einem Schoppen Bier  oder Wein zusammensitzen kann und man es nicht mehr weit zu seinem Zimmer hat, wenn der Abend schon zu weit fortgeschritten ist. Natürlich ist auch das Essen wichtig, aber wo sonst kommt man besser in Kontakt mit fremden Leuten, als in der Kneipe – in England und Schottland, wo ich auch sehr oft schon war, im Pub?

Wenn ich so richtig darüber nachdenke, dann ist für mich die Architektur nur vordergründig interessant. Klar, natürlich möchte ich auch die  Sehenswürdigkeiten mancher Städte sehen,  aber wenn ich einen Ort bereits mehrere Male besucht habe, interessieren die mich kaum noch. Als Beispiel fällt mir da Windsor ein. Wir haben dort dreimal privat gewohnt, und da Windsor nicht gerade groß ist, waren auch die architektonischen Highlights innerhalb kürzester Zeit abgehakt. Anstatt uns das zweite Mal Windsor Castle anzuschauen, haben wir lieber die Pubs und Cafés erkundet und sind an der Themse entlang flaniert. Desgleichen in Husum.

Woran ich mich heute noch nach Jahren sehr lebhaft erinnere, ist nicht das, was der Reiseführer empfiehlt, sondern die Begegnung mit Husumern in ihrer Kneipe, die uns bei ihrem privaten Dartsturnier dabeihaben wollten, uns aber dann außer Konkurrenz mitspielen ließen – einfach so, aus Spaß an der Freud‘. Und da sage noch einer, Nordlichter seien reserviert und wortkarg.

Auch schön waren die Tage, an denen ich an fremden Orten ganz zwanglos mit mir völlig unbekannten Menschen ins Gespräch kam – und derer gab es viele – mir die

Lebensgeschichten fremder Leute anzuhören und ihnen etwas von mir zu erzählen, haben meine Aufenthalte in Gegenden, weit weg von zu Hause, unglaublich bereichert, und ich bin ganz sicher, dass ich mich an sie noch in Zukunft erinnern werde.

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(18:23)

NaBloPoMo #16 … 16.Juli „Traumhaus“

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Gestern habe ich beim National Blog Posting Month (NaBloPoMo) einen Text darüber geschrieben, wie weit ich schon von zu Hause fort war; heute soll es um mein Traumhaus gehen: „Wie sähe dein Traumhaus aus, wenn du eines hast.“ Auch hier soll der Schreibimpuls wieder für 20 Minuten reichen.

Die Schnecke trägt ihr Häuschen immer mit sich.

17:47 Uhr

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Heute oute ich mich. Ich hatte vor Jahren einen Bausparvertrag, und Monat für Monat flatterte ein Magazin in den Briefkasten – darin konnte man die tollsten Häuser und Bauprojekte bestaunen. Da gab es die unterschiedlichsten Haustypen. Von dem rundum durchökologisierten Haus, über das gemütliche Bauernhäuschen oder den kühnen modernen Aufbau auf einem Dach bis hin zu dem Riesenbungalow im Bauhausstil – und ein jedes Modell hatte was. Und genau das war mein Problem, denn ich konnte mich einfach nicht entscheiden, für welchen Haustyp mein Herz am höchsten schlug. Am Ende nahm ich den Betrag bei Fälligkeit und gab ihn anderweitiig aus. Jahrelang wollte ich von Hausneubau oder -umbau nichts mehr wissen. Seltsam, aber gerade jetzt befinde ich mich wieder an einem Punkt, wo ich mich beim Träumen ertappe. Doch im Gegensatz zu früher kann ich jetzt eine gerade Linie erkennen.

Gerade Linie ist das Zauberwort. Ich mag es nämlich geradlinig. Bauhaus wäre eine Option (z.B. die Weißenhofsiedlung) – wobei ich aber auch die Mathildenhöhe in Darmstadt mit ihren Jugendstilbauten äußerst reizvoll finde. Oder etwas ganz anderes; letzten Herbst in Oberbayern habe ich da ganz interessante würfelförmige Häuschen mit Holzfassade gesehen – modern und doch gemütlich, so stelle ich mir das Haus meiner Träume vor. Es muß ja nicht mal besonders groß sein. Sechzig Quadratmeter für mich alleine würden mir schon reichen. Zwar haben mein Mann und ich uns bereits den Traum von einer kleinen Wochenendflucht wahrgemacht, indem wir einen maroden Trailer instandgesetzt haben und dem Häuschen mit ca. 40 Quadratmetern Wohnfläche (urig mit Holz verkleidet) noch einen hübschen Rosengarten spendiert haben – 400 Quadratmeter Grund in idyllischer Natur sind ja auch nicht von schlechten Eltern.

Aber wenn ich gerne noch ein Traumhaus hätte, dann stelle ich mir dieses als Hausboot in Holzwürfeloptik mit genügend Fenstern vor. So ein Häuschen wäre dann keine Immobilie mehr, sondern mobil – ähnlich den Wohnmobilen, die sich zunehmender Beliebtheit erfreuen. Und wenn mich das Reisefieber überkommt oder ich woanders leben möchte, wäre so ein Mobile Home in Form eines Wohnmobils zwar ideal, aber mir persönlich zu eng. So ein modernes Hausboot dagegen, es hätte alles, was mein Herz begehrt. Quadratisch, mit einem Deck, auf dem man gemütlich faulenzen kann, einen ausreichend großen Raum zum Wohnen, und zum Schlafen einen separaten Bereich mit winziger Naßzelle. Viel braucht es da nicht. Wichtiger wäre mir der Gedanke, dass ich mit meinem Haus jederzeit hinkönnte wo ich hinwollte, wenn mir der Sinn danach stünde.

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18:07 Uhr

NaBloPoMo #15 … 15.Juli „Weit weg“

in einem unbekannten Land

So, nun haben wir Mountain Party (Bergfest, wie eine ehemalige Kollegin immer mittwochs verkündete). Ja, nun bin ich genau in der Mitte des National Blog Posting Month (NaBloPoMo) angekommen und beschäftige mich mit der Frage: Wie weit warst du jemals von zu Hause weg? 

und nun geht es auch schon los (18:08)

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Da ich schon sehr viel gereist bin aber noch nie groß darüber nachgedacht habe, wie viele Kilometer zwischen meinem Zuhause und meinem Urlaubsziel lagen – weil ich meistens in Flug- oder Fahrstunden rechne -, bin ich jetzt mal auf die Idee gekommen, die Entfernungen von einem Entfernungsrechner im Internet (was es nicht alles gibt) ausrechnen zu lassen. Und weil ich geografisch die vollkommene Niete bin, war ich dann doch etwas erstaunt, welche Zahlen mir der Computer ausgespuckt hat. Ich bin an der Stelle einfach mal so frei, auf volle Hunderter auf- oder abzurunden. Et voilà – eine kleine Auswahl in nach Kilometern aufsteigender Reihenfolge:

Frankfurt-Edinburgh 1400 km, Frankfurt-Tunis 1700 km, Frankfurt-Varna 1700 km, Frankfurt-John O’Groats (Schottland) 1900 km und Frankfurt-Arrecife (Lanzarote) 3000 km.

Doch egal wie weit man auch von zu Hause fort ist, oft ereignen sich die spannendsten Geschichten vor der Haustür oder um die Ecke, so wie heute morgen, auf dem Weg zum Bus. Kurz vor der Haltestelle sprang mir ein Eichhörnchen fast direkt vor die Füße, um mich kritisch zu mustern. Auge in Auge, der Moment währte nur Sekunden, aber für kurze Zeit schien die Zeit stillzustehen. Und Stück für Stück erklomm das kleine Tierchen baumaufwärts einen Meter nach dem anderen, um zwischendurch kleine Pausen einzulegen, in denen es mich fixierte. Ob es mich angreifen wollte oder einfach nur neugierig war, das kann ich nicht sagen, denn auch ich mußte mich sputen, sonst wäre der Bus weg gewesen. Na ja, im Nachhinein klingt das nicht unbedingt aufregend, und auch mit einem Beweisfoto kann ich nicht dienen; schließlich habe ich nicht überall meine Kamera dabei, und die an meinem Handy ist zur Zeit außer Betrieb.

Viel interessanter finde ich ohnehin die Frage, wie lange ich bereits von zu Hause weg war, in welchem Alter ich zum ersten Mal ganz alleine verreist bin, oder an welchen Ort in der Vergangenheit ich reisen würde, wenn ich eine Zeitmaschine hätte. Ich glaube, diese Fragen würden äußerst aufschlußreiche Erkenntnisse zutage fördern. Ach, jetzt würde ich gerne den schon lange geplanten Artikel über meine Reisen mit der TARDIS (Time And Relative Dimensions In Space) des Doctor Who beginnen, aber dazu bedarf es einiger Ziele und Ereignisse, die mich schon lange brennend interessieren.

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Time Out (18:28)

NaBloPoMo #14 … 14.Juli „Im Gegenteil“

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Heute mach‘ ich’s kurz, denn die heutige Aufgabe beim National Blog Posting Month (NaBloPoMo) heißt: „Mach das Gegenteil von dem, was du sonst auf deinem Blog tust. Wenn du schreibst, poste ein Foto, das den Tag zusammenfasst. Wenn du fotografierst, schreibe.“ – und weil mein Blog doch eher text- als bildlastig ist, habe ich heute mal geknipst:

Pechvogel

Ein Wunder, dass das heute überhaupt geklappt hat, denn die Technik wollte heute nicht.

du kummst hier net rein

 Dafür, dass es jetzt zwei waren, nach dem Motto „doppelt genäht hält besser“, bitte ich um Verzeihung. Wer weiß, was morgen kommt…