Film- und Serien-SewAlong (FUSSA) – Finale

Und schneller ist sie da als gedacht, die letzte Runde bzw. das Finale des Film- und Fernsehserien-SewAlongs von yacurama (minimale extravaganz), der mir irre viel Spaß gemacht hat, auch wenn ich nicht so weit gekommen bin, wie ich mir vorgenommen hatte. Merci beaucoup! Nach diesen kurzen Dankesworten geht es hier zu dem Treffen.

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Nun aber zu dem, was ich wirklich geschafft habe. Und das ist mein Rock, dessen Abbildung in der burda mich spontan an die unzähligen Agatha-Chistie-Verfilmungen erinnerte, die ich früher mit Spannung im Fernsehen verfolgt habe.

 

 

Was dabei herausgekommen ist, könnte man auch unter dem Motto „Der Tag, als Chanel auf Prada traf“ laufen lassen, nachdem alle Versuche, den Saum am Ausfransen zu hindern, fehlgeschlagen sind. Ein angenähtes Schrägband brachte es auch nicht; im Gegenteil – der Saum stand nach der Prozedur ab wie bei Olive Oil von Popeye, und dabei sollte der Stoff doch locker fließend herabhängen… Ich habe dann einfach das Schrägband wieder abgetrennt und am Saum mit meinem im Einsatz bewährten Rautenstich #22 entlanggenäht und ein paar Fäden dekorativ heraushängen lassen. Obwohl FUSSA nicht von Fusseln kommen sollte, ist Fusseln nun eben ein Designelement meines Rocks, Basta. Allerdings ist dieses Kleidungsstück wohl eher etwas für kühlere Tage und sitzt noch nicht optimal (besonders am Bund und am Reißverschluss).

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So, und weil ich in der letzten Woche vor dem Finale nur zweimal bis 16 Uhr arbeiten musste, habe ich mir dann noch einmal das Schnittmuster meines Mantels vorgenommen – das bedurfte nämlich einer Änderung an der Ärmelkugel, weil die Schulterpartie viel zu breit und der Ärmel viel zu kurz geraten war. Herauszufinden, ob meine Methode der Änderung Hand und Fuß hat, war wie der Sprung ins kalte Wasser. Was, wenn die nach dem geänderten Muster Mantelteile nicht zusammenpassen würden? Lieber nicht so genau darüber nachzudenken und einfach loszuschneiden, erwies sich als goldrichtig, denn nun sitzen sie so, wie sie von Anfang an sollten.

Dass ich an den Taschen nochmal nacharbeiten muss und ich weder Gürtelschlaufen noch Gürtel fertig habe – geschenkt! Aber dafür stand ich kurz davor, den Beleg anzunähen, und das nach drei Tagen. So weit wie in den letzten Tagen bin ich mit meinem Rock über einen Zeitraum von drei Wochen nicht gekommen. Vielleicht lag es auch daran, dass bei dem pastellgrünen Mantelstoff nichts ausfranste – Wollwalk sei Dank; aber dafür stank es beim Bügeln teilweise nach nassem Schaf. Yammi. Im Grunde genommen, ist er genauso wenig fertig geworden wie mein Rock, bei dem ich am Bund nochmal nacharbeiten muss, wie ich heute zu meinem Leidwesen feststellen musste. Aber das sind nur Kleinigkeiten, die sich leicht beheben lassen.

 

Beim Anblick dieser Aufnahmen habe ich das Gefühl, dass sich eine perspektivische Verzerrung eingeschlichen hat und der Mantel so aussieht, als wäre er mir drei Nummern zu groß. Aber das ist nicht der Fall *schwör* … Die Schultern haben die richtige Breite und die Ärmel die richtige Länge. Einzig die Gesamtlänge des Mantels werde ich noch verkürzen, logisch: habe ich den 4 cm breiten Saum ja noch gar nicht umgenäht. Und mit einem Gürtel erscheint er dann wohl auch noch nicht ganz so formlos. Im Moment habe ich das Gefühl, dass ich mich in diesem Outfit als Komparsin für Downton Abbey bewerben könnte, wäre da nicht die Tatsache, dass mit der bereits ausgestrahlten sechsten Staffel die Serie beendet worden ist.

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Das Oberteil im Stil von Star Trek Voyager habe ich gar nicht erst angefangen, genauso wenig wie die Umarbeitung meines zu eng gewordenen Kleinen Schwarzen.

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Warum ich nicht öfter zum Nähen gekommen bin? Zum einen war der Mangel an geeigneten Stromquellen während meines zweiwöchigen Urlaubs Mitte Juni schuld daran – zum andern habe ich an den übrigen Wochenenden die Nähmaschine ruhen lassen, weil ich meinen Mann in der Reha besucht habe – und dafür dann an den anderen Abenden genäht, auch wenn ich teilweise erst gegen 20 Uhr damit beginnen konnte. Das Ergebnis sind zwei unfertige Kleidungsstücke, die ich nach endgültiger Fertigstellung auf meinem Blog auf jedem Fall noch zeigen werde.

Unsortierte Gedanken : FUSSA 2016 und mehr

 

Zwei Wochen Urlaub sind vergangen, und die Nähmaschine habe ich an exakt einem Tag anwerfen können. An den restlichen Tagen war ich meistens im Freien und habe mit dem Häkeln begonnen. Was ich halt so tue, wenn ich nur begrenzt Strom habe. Dabei ist mir aufgefallen, dass ich es zwar immer noch kann, aber doch noch etwas unsicher bin und lange, lange brauche. Am meisten zu schaffen aber macht mir das viele Zählen bei komplizierten Mustern, und schon die Häkelschrift für einen Traumfänger in der Juli-Burda hat mir arges Kopfzerbrechen bereitet, so dass ich die als cool empfundene Idee, mir ein Dreieckstuch mit Totenköpfen erst mal ganz, ganz weit nach hinten gelegt habe. Vielleicht im Winter oder wenn mir der Sinn weniger nach Nähen steht.

Bei dem momentan schönen Wetter verspüre ich nämlich wenig Lust, mich drinnen aufzuhalten. Schon geschlossene Fenster sind mir ein Graus. Dabei empfiehlt sich genau das angesichts nachts umherstreifender Tiere oder auf der Straße hupenden Vollh**ks nach einem gewonnenen Match, wobei fauchende Katzen, schnaufende Igel oder müllbeutelzerwühlende Waschbären für mich noch das geringere Übel sind. Was bin ich froh, dass ich mich zeitweilig dahin verziehen konnte, wo ich von der EM nix mitbekomme. Wenn ich an das ganze Pressegedöns und den Hype wochenlang vor dem Beginn der Europameisterschaft denke und beinahe jeden Tag im Radio hören muss, welche „Fans“ diesmal wieder irgendwo randaliert haben, dann vergeht mir komplett die Lust, diese Meisterschaft bis zum Ende zu verfolgen.

Ein Lichtblick war deshalb für mich die Meldung, dass deutsche und nordirische Fans gemeinsam und in schönster Eintracht, ganz und gar friedlich miteinander gefeiert haben… In solchen Momenten frage ich mich, warum das nicht überwiegend so sein kann, und dann beschließe ich, meinem Glauben an die Menschheit doch noch eine weitere Chance zu geben. Den ich übrigens fast verloren hätte, als ich von dem Mord an der britischen Politikerin Jo Cox hörte. Überall nur noch sinnlose Gewalt gegenüber Menschen, die eine andere Meinung haben oder einer anderen Partei, Mannschaft, etc. angehören… Ich. Fasse. Es. Nicht. ………………….. Punkt!

Und mehr sage ich dazu nicht, denn es würde mich viel zu sehr aufregen. Und bevor das passiert, gehe ich doch lieber in Klausur und beschäftige mich mit Dingen, die gänzlich unspektakulär sind, wie z.B. meiner Häkeltunika in drei Farben. Der Rock, an dem ich zuletzt gearbeitet habe, hat mich nämlich ein paar Nerven gekostet. So ein Gefussel! Dabei sollte Gefussel nichts mit FUSSA zu tun haben. Gnarf! Dagegen ist so ein einfaches Muster aus Luftmaschen und einfachen Stäbchen geradezu entspannend, auch wenn jede Reihe in einer anderen Farbe gehäkelt wird, doch da die Reihenfolge immer die gleiche ist, komme ich schon recht flott vorwärts. Mittlerweile bin ich sogar schon soweit, einige in Frage kommenden Kombinationsmöglichkeiten mit diesem Oberteil in Gedanken durchzuspielen, wobei mir spontan ein Outfit aus dem Prada-SewAlong eingefallen ist: ein Rock, kombiniert mit einem Oberteil aus Granny Squares. Ich stelle mir übrigens die folgende Kombination ganz apart vor, auch wenn sie weder mit Prada oder Stella Jean zu tun hat (Brigitte schreibt auf  http://www.brigitte.de/mode/accessoires/guertel-1257023/  :  „Geknoteter Gürtel zu Maxikleid und Pullunder bei Bluegirl“.

 

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Mir schwebt jedoch etwas ganz anderes vor: Wie wäre es mit einer Kombination aus der Häkeltunika (wenn sie denn mal fertig ist) mit einem Rock aus blauem Schwalbenprint, ähnlich dem in der aktuellen Ausgabe von „Fashion Style“? In dem Heft waren neben vieler Retrolooks eben auch jener blaue „Schwalbenstoff“ von Stella Jean zu sehen (ähnlich dem am rechten Mannequin.

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Und weil in dieser Zeitschrift ein Gutschein über 20% Ermäßigung drin war, habe ich in einem Anfall von Größenwahn gleich mal fünf Meter davon geordert. Stoffqualität, Anordnung und Größe des Musters waren frei wählbar; der einzige Wermutstropfen für mich war, dass einige Zahlungsmodalitäten nur in niederländischer Sprache beschrieben waren. Logisch, die Firma, die die Stoffe bedruckt, sitzt ja auch in den Niederlanden, und nach ca. 15 Tagen hatte ich die ersehnte Lieferung. Aber dass es länger dauern kann, wusste ich ja auch schon, als ich die Bestellung aufgab.

Mir tat nur unsere Nachbarin leid, die eine riesige, gutverpackte Rolle für mich entgegengenommen hat; ich glaube, bei Gelegenheit ist mal ein gemeinsames Piccolöchen fällig, so oft, wie sie schon Pakete und Päckchen für uns angenommen hat. Aber bloß nicht blau dabei werden – blau ist doch schon mein Stoff, bei dem ich jetzt, ehrlich gesagt, noch nicht mal genau weiß, was ich daraus alles machen möchte. Mein Mann wäre ja spontan für ein Kleid mit weißem Bubikragen mit weitschwingendem Rock (hauptsache nicht schon wieder ein Etuikleid oder Bleistiftrock).

In der aktuellen Burda habe ich ein Kleid mit Rock in A-Linie und Cut-Outs am Hals gesehen, aber das besteht aus 11 Teilen, und das würde dem schönen Muster nicht gerecht… Bleibt also wahrscheinlich erst mal ein A-Linien-Rock – der besteht immerhin nur aus drei Teilen, wodurch das Muster besser zur Geltung käme. Und dazu vielleicht eine Kimonojacke aus einer älteren Ausgabe von „La Maison Victor“? Die müsste dann aber gefüttert werden.

Oder läuft am Ende gar alles auf einen Stella-Jean- oder Lena-Hoschek-SewAlong hinaus? Das Dumme ist nur, im Organisieren von SewAlongs habe ich so gar keine Erfahrung. Aber vielleicht kommt mit der Zeit ein guter Rat. Ich würde mich jedenfalls unendlich über brauchbare Tips freuen.

FUSSA 2016 : SciFi meets Vintage

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Nach der großen Ankündigung, dass es bei minimale extravaganz dieses Jahr wieder einen Film- und Serien-SewAlong (FUSSA) geben wird, folgt heute die Sammlung der Inspirationen und Ideen. In meinem Ankündigungsbeitrag habe ich bereits eine Auswahl meiner Ideen sowie Schnitte und Stoffe aus meinem bereits vorhandenen Bestand gezeigt, also kann ich mich mit den Themen beschäftigen, die yacurama auf ihrem Blog (minimale extravaganz) vorgeschlagen hat:

Um folgende Themen soll es heute gehen:

  • Welche Filme /Serien inspirieren mich in der Wahl meiner Kleider bzw. Kleidungsstücke?
  • Welches Kleidungsstück aus einem Film ist mein heimlicher Traum?
  • Was wollte ich schon immer mal tragen, um mich darin wie eine Heldin zu fühlen?
  • Welchen Rock, welches Oberteil, welches Kleid möchte ich gerne nachnähen, weil es mir so gut gefällt?

Ich persönlich fahre seit letzten Jahr ja total auf Vintage-Kleidung ab.“

Vintagekleidung wäre auch mein Stichwort gewesen, allerdings kommt erschwerend mein Faible für Fantasy und Science Fiction hinzu, und beide Vorlieben sinnvoll miteinander zu verknüpfen käme einer Quadratur des Kreises gleich. Theoretisch ja, aber: Science Fiction kann vieles möglich machen, und in meinem besonderen Fall läßt sich meine Idee eines von Agatha-Christie-Verfilmungen inspirierten Outfits mit Details aus Star Trek spielend verknüpfen, denn wer Star Trek kennt, weiß, dass auf den Holodecks in TNG und Voyager und den Holosuiten von DS 9 sehr oft Szenarien aus den 30er und 40er Jahren von den Enterprise-, DS9- und Voyager-Crews nachgespielt bzw. simuliert werden. Auch in der Kultserie Dr.Who gibt es eine Folge, die um Agatha Christie herum aufgebaut ist: The Wasp and the Unicorn.

Wenn ich so die am häufigsten von mir gesehenen Filme und Serien Revue passieren lasse, fällt mir auf, dass mich am stärksten die Figuren inspiriert haben, die sich eher durch geistige Größe auszeichnen denn als durch schiere Körperkraft oder Kampfeslust. Zwar faszinieren mich Charaktere wie Eowyn (Herr der Ringe), Lagertha (Vikings), Major Kira oder die Halbklingonin Torres, aber es gibt Tage, da wäre ich lieber wie Miss Marple oder Beverly Crusher. Und weil ich manchmal ungern eine eindeutige Zuordnung treffen möchte und auf Gedankenstützen nicht verzichten kann, gibt es hier nochmal die von mir ausgewählten Ideen.

Idee eins: Kes aus Voyager – eine lernbegierige Ocampa, die dem Holo-Doktor zur Seite steht und mit ihm zusammen Leben rettet. Den Pulli finde ich todschick, der würde auch gut zu Outfits in Agatha-Christie-Verfilmungen passen.

Idee zwei: Rock und Mantel

 

Die Schnitte habe ich bereits herausgesucht, und das erste Kleidungsstück, das ich nähen möchte, ist der Mantel – aber nicht in anthrazit, sondern in pastell. Einen Mantel in Altrosa gibt es auf einen anderen Szenenfoto. Nur dass meiner mintgrün wird.Vintage kann aber auch noch weiter zurückgehen. So finden sich auf meinem Moodboard seit letztem Jahr auch Szenenbilder aus Serien wie „Vikings“ oder Filmen wie „Die Nebel von Avalon“. Aber so toll ich wallende Gewänder oder fürs Kämpfen geeignete Harnische, wie sie Tauriel oder Eowyn tragen, auch finde – für den Alltag sind sie wohl weniger geeignet.

Darum werde ich mich auf die Verwendung bestimmter Details beschränken (blauer Stoff, grüne Borte) und diese am 05.06.2016 noch einmal vorstellen, wenn es um Planung von Stoffen und Schnitten geht, und hoffe, dass ich bis zur Präsentation des Zwischenstands am 26.06.2016 bereits das ein oder andere Teil angefangen haben werde. Und obwohl bis zum Finale am 17.07.2016 noch viel Zeit ist, kann es nicht schaden, mit dem Nähen schon mal anzufangen.

Wenn die Zeit noch reicht, werde ich mein Kleines Schwarzes auseinandernehmen und mit Stoff aufpeppen, der mich an die Schärpe von Worf (Star Trek TNG und DS9) erinnert. Aber das wäre dann eher die Kirsche auf der Torte; ich glaube, ich kann mich froh und glücklich schätzen, wenn Mantel, Rock und Pulli fertig werden.


# 12 letters of handmade fashion : Mai

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Alles neu macht der Mai, und deshalb gibt es ab heute bei golden cage einen neuen Buchstaben für „12 letters of handmade fashion“. Nach dem Z (was gar nicht so einfach war) ist diesmal das

                                       O

gezogen worden. O wie „o Gott“ – oder „o wie schön“ ? Ich neige zu der zweiten Antwort, denn ich habe bereits ein Oberteil in Arbeit. Der Stoff ist vom Tauschtisch der AnNäherung Süd Oktober 2015.

Vielleicht fällt mir bis zum 27. Mai aber noch mehr ein, denn dieser Buchstabe erscheint mir doch ein wenig zu leicht. Um was es sich bei „12 letters…“ handelt und was es mit dem 27. eines jeden Monats auf sich hat, können Interessierte  in den FAQs nachlesen.

12 letters of handmade fashion : Nachtrag – die wandelnde Zeitung

Dies wird Beitrag Nr.2 zu 12 letters of handmade fashion – diesen Monat bei seemannsgarn.

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Die Aufräumwut hat mich gepackt, und so sind mir zwei angefangene Röcke in die Hände gefallen, die ich nie fertig genäht hatte. Der eine davon stammt noch aus den 80er Jahren – ist also ein echter Oldie, dem das lange Liegen in der Kiste nicht geschadet hat. Wegen des ausgefallenen Zeitungsdrucks halte ich den Stoff für geeignet, um ein Kandidat für „12 letters of handmade fashion : Z“ zu werden. Nach welchem Schnittmuster ich den Stoff zugeschnitten habe, weiß ich nach drei Jahrzehnten nun wirklich nicht mehr, aber er besteht aus 4 Bahnen und hat Nahttaschen.

Warum ich ihn damals nicht weitergenäht habe? Weil die einzige verfügbare Maschine im Haus nicht mehr richtig genäht, sondern nur noch Schlingen produziert hat, und nachdem sie aus der Reparatur gekommen war, hatte ich wahrscheinlich keine Lust mehr und auch keine Idee, wie ich den Bund enger bekommen sollte, ohne ein Gummiband einzuziehen. Gummi einziehen – kann ich bis heute nicht vernünftig. Den Gummi zu verknoten, kann die Lösung nicht sein. Wenn also jemand einen Tip hat, wie man das Problem zufriedenstellend löst – bitte, immer her damit. Für gute Ideen bin ich immer dankbar.

 

PS: das Shirt ist gekauft.

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Das erste, was ich jetzt nach Abtrennen des Bundes gemacht habe: vom Bund ein gutes Stück abgeschnitten; dann habe ich die Mehrweite des Rocks durch Falten an die neue Bundweite angepasst und festgeheftet. Anstatt eines Reißverschlusses muss nun ein Druckknopf die Aufgabe des seitlichen Schließens übernehmen. Et voilà: Fertig ist der Zeitungsrock mit Ausschnitten aus der Badischen Zeitung, des Wall Street Journals und des Corriere della Sera in topmodischer Midilänge. Für die italienischen Momente im Leben.

12 letters of handmade fashion : Zara-Shirt, recycelt — mit Zipfeln

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 Zara-Shirt, recycelt — mit Zipfeln

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12 letters of handmade fashion findet diesen Monat bei seemannsgarn statt, und zwar mit dem

                                            Z

Nach kurzer Überlegung hatte ich die Idee, ein unvollendetes Projekt zu Ende zu bringen: das Recycling eines Zara-Shirts, das in der Waschmaschine kaputtgegangen war. Wie das vor sich gehen sollte, habe ich hier beschrieben – nun kann ich endlich das Ergebnis präsentieren:

 

Im ersten Versuch ist es zu eng geworden, also habe ich alles nochmal aufgetrennt und an den Seiten zwei Streifen von je 7 cm Breite eingefügt, die Ärmel nach innen umgeklappt und festgesteppt (inspiriert von den 80er Jahren) und die Säume frei Schnauze nach innen umgebügelt und knappkantig umgenäht. Der Teufel hat sich im Detail versteckt und dafür gesorgt, dass das Shirt zu den Seiten hin zipfelig verläuft.

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Nun ja, die Zipfel passen auf jeden Fall auch zum Z, und deshalb: Mission accomplished.

 

MeMadeMittwoch : Nähbloggerinnentreffen – Sew Along

Nachträgliches Vorwort: Dies wird mein Beitrag zum MeMadeMittwoch vom 30. März 2016, wo auch diesmal wieder sehr viel selbstgemachte Kleidung präsentiert wird. Einfach anklicken und sich erfreuen an all den tollen Kreationen …

 

 

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Das Nähbloggerinnentreffen in Stuttgart rückt immer näher, und ich habe das Schietwetter der freien Ostertage genutzt, um mein Teil für den SewAlong von nahtzugabe 5cm endlich zu nähen. Den Schnitt (Top „Pam“) habe ich aus der Zeitschrift „La Maison Victor“, der Stoff (100% Viskose) ist von Fashion for Designers, unter der Bezeichnung „Rinconprint“. Auf den Fotos in der Zeitschrift wurde das Top „Pam“ aus einem blauem Stoff mit Vogelmuster genäht und erschien mir als der perfekte Kandidat für meinen weißen Stoff mit Fischmuster in rot und orange, den ich mir bei der AnNäherung Süd im Oktober 2015 in Würzburg gekauft habe.

Entgegen meiner Befürchtung, dass es mir mit „Rinconprint“ genauso gehen würde wie mit „Boreal“ (eine extrem rutschige Viskose) ist mir ein Verrutschen des Stoffs beim Zuschneiden erspart geblieben. Er verzog sich auch nicht unter der Nadel, und die Teile passten nach dem Zusammennähen auch weiterhin exakt aufeinander. Schön, dass der Schnitt keine komplizierten Arbeitsschritte erfordert: Nur das Vorderteil hat zwei Abnäher im Brustbereich, Kragen und Ärmelmanschetten hat das Top nicht, und es gibt auch sonst keine Verschlüsse (keine Knöpfe, kein Reißverschluss) – also sehr simpel. Deshalb kann bei einem so schlichten Modell der Stoff ruhig etwas ausgefallener sein.

Einzig mit dem Beleg, der an der Innenseite des Halsausscbnitts verstürzt wird, hatte ich etwas zu kämpfen – dafür habe ich jetzt das ideale Werkzeug gefunden, um einen Stoffschlauch, in diesem Fall die Bindebänder am Ausschnitt, zu wenden: Vergeßt den Stiel eines Kochlöffels, nehmt lieber einen Bleistift zu Hilfe. Und was bei diesem Stoff noch ganz wichtig ist: Da er knittert wie hulle, ist exzessives Bügeln das A und O. Ich glaube, die Hälfte der Nähzeit habe ich mit Bügeln auf Stufe 2 verbracht, aber dafür hatte ich auch messerscharfe Kanten, die mir beim Handnähen der Säume eine große Hilfe waren.

Das Top (oder ist es eine Bluse) trägt sich äußerst angenehm, weil sich der Stoff schön weich anfühlt, und auch wenn ich das Gefühl habe, dass er stärker als üblich knittert, fällt mir das Bügeln leicht. Wie gut, dass ich von den ursprünglich drei Metern noch einen größeren Rest übrig habe. Dieser ist geradezu wie geschaffen für ein kurzärmeliges Top aus der aktuellen burda style, doch das ist ein anderes Projekt, auf das ich zu einem späteren Zeitpunkt zurückkommen werde.

 

PS: In dem aktuellen Podcast von nahtzugabe 5cm habe ich zwar die Bemerkung fallenlassen, dass ich an SewAlongs dieses Jahr nicht mehr teilnehmen möchte, aber für das Nähbloggerinnentreffen habe ich dann doch eine Ausnahme gemacht, und eine langärmelige Bluse fürs Büro habe ich ohnehin noch gebraucht – da hat es mir zeitlich auch keinen Druck gemacht. Und Spaß hatte ich auch.

# 12 letters of handmade fashion im März : Anfängerstück (A-Linien)-Rock in rot.

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Zu dem in dieser Ausgabe von 12 letters of handmade fashion gezogenen Buchstaben

                                         A

sind mir auf Anhieb verschiedene Dinge eingefallen, die ich für mich basteln oder nähen könnte bzw. eine Stilrichtung oder eine Stoffart (Accessoires, Ansteckblumen, Abendtäschchen, Art Déco, African Waxprints) – letztendlich habe ich mich dann doch für etwas ganz anderes entschieden, nämlich einen (A-Linien-)Rock in rot:

 

In Klammern habe ich „A-Linie“ deswegen gesetzt, weil es eigentlich ein verstümmelter Teller ist (ursprünglich war es mal ein ganzer, aus dem ich nach und nach verhunzte Stücke herausgeschnitten und ihn auf diese Weise verschmälert habe). Aber ob A-Linie oder abgewandelter Teller, ganz so neu ist der Rock nicht.

Es handelt um einen meiner ersten selbstgenähten Röcke, also ein Anfängerstück. Obwohl ich beim Einnähen des Reißverschlusses etwas falsch gemacht hatte, habe ich den sich weit von perfekt befindenden Rock sehr häufig in der Freizeit und ab und zu auch im Büro getragen, weil mir Farbe und Glanz der Stoffoberfläche so gut gefallen. Aber in letzter Zeit habe ich ihn immer öfter im Schrank hängen lassen, weil er mir langsam immer weiter wurde: denn der leicht dehnbare Stoff hatte in einem schleichenden Prozess nach und nach ausgeleiert.

Als mir dann bei der diesjährigen AnNäherung verständlich erklärt wurde, wie man einen nahtverdecken Reißverschluss einnäht, konnte ich mich nun endlich dazu aufraffen, den Rock enger zu machen, und zwar um zwei Zentimeter – nun sitzt er wieder und darf sich bei auf dem Blog von exclamation point gesammelten Werken einreihen.

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PS: Um mir ein Abendtäschchen zu basteln/nähen, wird die Zeit bis zum 27. März wahrscheinlich nicht mehr ausreichen, aber aufgeschoben ist nicht aufgehoben.

# 12 letters of handmade fashion : Februar – Finale

 

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Nun ist das Kleid endlich präsentierfertig, für den Monat Februar, im Rahmen des Projekts „12 letters of handmade fashion“ – diesmal auf dem Blog von tagtraeumerin. Es ist ein

                                                               J

und obwohl Jeans oder Jersey das Naheliegende gewesen wäre, kam mir bei diesem Buchstaben als erstes eine Farbe in den Sinn; und so werfe ich mein Jadegrünes Abendkleid ins Rennen, auch wenn ich im Moment nicht weiß, zu welchem Anlass ich es tragen soll und ich zeitweilig beim Nähen ins Fluchen kam.

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Ich weiß nämlich nicht, wie oft ich die Nähte an diesem Kleid aufgetrennt und wieder zusammengefügt habe; das Unheil hatte seinen Lauf bereits bei der AnNäherung im Januar genommen, wo ich den Reißverschluß derart vermurkst hatte, dass ich ihn auf 60 Zentimeter Länge heraustrennen durfte, nur um festzustellen, dass das Kleid insgesamt viel zu eng war und einer Wurstpelle glich.

Das Zaubermittel dagegen (zumindest bei diesem Modell): beide Seitennähte auftrennen! Was für ein Spaß – schließlich ist das Kleid bodenlang, und das kann dauern. Anschließend habe ich auf jeder Seite einen Zentimeter Stoff zugegeben, und so schrumpfte die Nahtzugabe von 1,5 cm auf einen halben Zentimeter Breite. Aber jetzt ist an Brust und Hüfte endlich genügend Platz, um mich bewegen zu können, ohne die Luft anhalten zu müssen. Hach, es ist großartig, frei zu sein!

Widmen wir uns nun den Feinheiten, den Besatzstreifen für den Ausschnitt. Die Schrägstreifen aus dem Kleiderstoff hinzubekommen, war eine ziemliche Fummelei, auch wenn der Satin sich als weniger widerspenstig als zunächst befürchtet entpuppte. Nachdem ich dachte, dass ich diese Hürde endlich gemeistert hatte, zog ich das Kleid auf die Puppe und stellte mit Schrecken fest, dass ich am Vorderteil einen deutlich sichtbaren Versatz in der Höhe hatte, während es am Reißverschluß in der Mittte des Rückenteils passte. Dumm gelaufen, denn – man wird es schon erraten haben – ein erneutes Auftrennen war angesagt. Fehlte nur noch das Einsetzen der Ärmel, samt Einfaßstreifen.

Anstatt die Ärmel zwischen den mit Sternchen markierten Stellen einzureihen und eingekräuselt einzunähen, habe ich sie in kleine Fältchen gelegt – und auf die Einfaßstreifen habe ich komplett verzichtet. Statt dessen habe ich die Säume per Hand nach innen mit Blindstich festgenäht; bis ich Knopf und Schlaufe am Ausschnitt befestigen konnte, wurde es 19 Uhr. Die anschließende Fotosession im Flur bei Kunstlicht führte leider – warum auch immer – zu nicht gerade meisterlichen Aufnahmen. Aber Hauptsache, ich habe das Kleid fertigbekommen und konnte es noch rechtzeitig vor Beginn des Films „Der Große Gatsby“ anziehen. Und nun bin ich auf die anderen Werke zu dem Buchstaben J und den nächsten Buchstaben, der am kommenden Dienstag gezogen wird, gespannt.

# 12 letters of handmade fashion : Januar

Bei der letzten AnNäherung hatte ich mit dem Nähen eines Kleides begonnen, das für den diesjährigen Dressmakers Ball bestimmt ist, aber auch hervorragend in das Projekt „12 letters of handmade fashion“ passen würde: An jedem Monatsersten wird bei den Bloggerinnen, die dieses Projekt ins Leben gerufen haben, ein Buchstabe ausgelost, zu dem diejenigen, die daran teilnehmen möchten, bis zum 27. desselben Monats etwas Selbstgemachtes präsentieren sollen. Das kann gestrickt, gehäkelt, genäht, oder was auch immer sein, aber es sollte unbedingt selbstgemacht sein. Gezogen wurde auf dem Blog von tweedandgreet der Buchstabe

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Wie sich schon zu meiner Bestürzung während des AnNäherungswochenendes abgezeichnet hat, wurde das Kleid nicht fertig bzw. es ist zu einer Baustelle mutiert, die bis zum Ball behoben sein muss, denn es ist zu eng geworden. Das bedeutet, ich muss mich nochmal an die Seitennähte machen, denn was gibt es schöneres als das erneute Auftrennen? Ha ha, es sei denn, ich nehme bis zum Ball ein paar Pfündchen ab – aber brauche ich wirklich noch ein Kleid, für das ich abnehmen muss? Die Antwort lautet: Nein! Denn was nicht passt, wird passend gemacht.

Das schaffe ich aber nicht bis zum kommenden Mittwoch, weil ich in den nächsten Tagen selten vor 19 Uhr nach Hause komme, und ob ich dann noch große Lust zum Auftrennen und Neunähen verspüre…. wohl kaum. Und deshalb gibt’s von mir im Rahmen von 12 letters of handmade fashion nicht nur das unvollendete Corpus Delicti, das Wallis-Simpson-Wedding-Dress aus grünem Satin, präsentiert an der Puppe …

sondern auch ein Double Feature, bestehend aus Wollpullover und Wollfilzkappe. Den Pulli habe ich vor einiger Zeit selbst gestrickt, die Kappe ist mein Erstlingswerk im Nassfilzen.

 

 

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Nun hoffe ich, dass beide Objekte noch zu der Aktion passen, denn beide sind schon seit längerem Bestandteil meiner winterlichen Garderobe, bestens bewährt bei Eis und Schnee; und freue mich darauf, die anderen W’s von denen bewundern zu können, die außer mir ebenfalls dabei sind.