Die 5 besten am Donnerstag : meine liebsten Musikfilme

I sing the body electric!

Nach Horror ist bei Goranas „5 Besten am Donnerstag“ ein musikalisches Thema an der Reihe: Die besten Musikfilme… und dazu gehören für mich auch Film-Musicals und Tanzfilme dazu, denn Tanz gibt es für mich nicht ohne Musik. Hier kommt meine Kombipackung in alphabetischer Reihenfolge:

 

Control : Biopic von Anton Corbijn über die Band Joy Division

Fame – der Weg zum Ruhm : Spielfilm von Alan Parker über Schüler einer New Yorker Schule für darstellende Künste

U2 – Rattle and Hum : Dokumentarfilm von Phil Joanou über die Joshua-Tree-Tour von U2

Walk the Line : Biopic von James Mangold über Johnny Cash

West Side Story : Tanzfilm, basierend auf dem gleichnamigen Musical von Leonard Bernstein

 

An sogenannten Honorable Mentions habe ich diesmal keinen Mangel: „Blues Brothers“, „Sweeney Todd – der teuflische Barbier aus der Fleet Street“, „Tina- What’s love got to do with it“, „Ray“ und „The Commitments“ sowie die Konzertfilme „Nights from the Alhambra“ (Loreena McKennitt, 2006 in der Alhambra) und „Live Baby Live“ (INXS, 1991 im Wembley-Stadion). Leider war ich noch nicht in „Bohemian Rhapsody“ – deswegen fehlt der Film auch in meinen Top Five.

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Soundtrack of my life : Musikvideos, die mir nachhaltig im Gedächtnis geblieben sind – Teil 4

 

 

 

Mit dem vierten und letzten Artikel endet meine Serie über Musikvideos, die für mich mal was anderes sind.

In Teil 1 ging es ums Geschichtenerzählen, in Teil 2 um interessante Aufnahmetechniken und in Teil 3 um düstere, morbide Filme. Den Abschluss bilden Videos von weiblichen Künstlerinnen, die mit akrobatischen Choreografien glänzen und wenig dabei anhaben, aber auf ästhetische Weise. Ich nenne diese Kategorie

 

4) Akrobatische Meisterleistungen, die nicht ganz jugendfrei sind.

 

Sex sells ? Das muss jeder selbst beurteilen, und darum gibt es ab hier Bilder mit leicht anzüglichem Inhalt.

 

Die relativ harmlose Variante, auch wenn mit den Herren darin nicht gerade nett umgegangen wird, stammt von Gabriela Cilmi, aber sie singt ja auch über sich selbst, dass an ihr gar nichts niedlich ist. Da bekommt das Wort Kabelbinder gleich eine ganz neue Bedeutung – The world’s a better place when it’s upside down:

 

Gabriela Cilmi – Sweet about me



 

Die verschärfte Version von Uli Steins Pinguinpyramide gibt es bei Kylie Minogue, hier darf gestrippt und geknutscht werden, obwohl man strenggenommen nicht viel sieht, ästhetisch umgesetzt in schwarz-weißen Outfits mit dem Schwerpunkt auf Weiß – ich bewundere die schwindelerregende Höhe der Pyramide zwischen Wolkenkratzern, von deren Spitze Kylie eine weiße Taube fliegen lässt:

Kylie Minogue – All the lovers



 

Die Botschaft in Lady Gagas Song „Born this way“ finde ich zwar super, aber das Video in Kurzfilmlänge (7:19) war mir dann doch eine Spur zu heiß. Außerdem glänzt das Video eher durch ausgefallene Kostüme und Make-up als durch Cirque-de-Soleil-Feeling. Wer trozdem einen Blick riskieren möchte – bitte sehr, der Klick führt dort auf direktem Wege hin.

Tänzerisch auf fast schon akrobatischem Niveau dagegen bewegt sich Pink mit Partner. Über die zunächst unterschwellige, aber immer offensichtlicher zutage tretende Gewalt in einer ungesunden Beziehung sage ich ab jetzt lieber nichts mehr:

Pink – Try



 

 

Natürlich hätte ich noch stundenlang so weiter machen, aber weitere sinnvolle Kategorien waren gerade vergriffen, und die immer gleichen Lieblingsbands zu präsentieren, wird für andere auch irgendwann langweilig. Eine mögliche Fortsetzung ist unter Umständen nicht ausgeschlossen, die Frage ist nur: wann.

Soundtrack of my life : Musikvideos, die mir nachhaltig im Gedächtnis geblieben sind – Teil 3

 

But they told us what they wanted was a sound that could kill someone“ – der vertonte und verfilmte Alptraum von Kate Bushs Experiment IV steht im dritten Teil meiner Serie nicht zur Debatte. Außerdem wird hier niemand gekillt, sondern höchstens erschreckt. Falls überhaupt.

Nach Videos mit speziellen Geschichten (Teil 1) und besonderen Aufnahmetechniken (Teil 2) folgen die Teile über 3) besondere Stimmungen und 4) akrobatische, nicht ganz jugendfreie Meisterleistungen.

Nach dieser Kurzübersicht nähere ich mich der Essenz, die die Musik ausmacht, die ich gegen Ende der 90er Jahre zu entdecken begann., und zwar besondere Stimmungen, die eher dunkler ausfallen. Schlechte Beleuchtung oder Aufnahmen bei Nacht sind damit nicht gemeint, sondern eher rockige Songs, die sich auszeichnen durch

 

3) eine morbide Stimmung

Vorab habe ich schon mal erwähnt, dass ich z.B. mit Korn bisher nichts anfangen konnte und dass ich INXS diesen Stilwandel nicht zugetraut hätte. In diesem Bereich liegt der Schwerpunkt auf Rock und Metal; und wegen des entsprechenden Settings sollte man bei den sechs Beispielen nicht an Agoraphobie, Klaustrophobie und/oder Höhenangst nicht leiden.

Hier warten u.a. weite Landschaften (Sólstafir), das Reizthema Mobbing & Ausgeschlossensein (Linkin Park), enge tunnelartige Räume (INXS), halsbrecherische Abgründe und hohe Gebäude (Evanescence) und eine rasante Kamerafahrt mit einer abgefeuerten Kugel aus dem Pistolenlauf (Korn):

Sólstafir – Fjara


 

 


 

Linkin Park – Numb



 

Korn – Freak on a leash



 

 

Ganz weit on top – und zwar im wahrsten Sinne, was große Höhen angeht, sind die letzten drei Musikvideos, die mich in ihrer Optik an Filme wie „Underworld“, „Matrix“ oder „The Crow“ erinnern:

Linkin Park – In the end



 

Evanescence – Bring me to life 



 

INXS – The strangest Party (These are the times)



 

Man braucht eben eine vernünftige oder raffinierte Choreografie – manchmal tut es aber auch ein Look, der zum Sound passt.

Soundtrack of my life : Musikvideos, die mir nachhaltig im Gedächtnis geblieben sind – Teil 2

 

 


Music was my first love and it will be my last …

…  ein neues Motto für den zweiten Beitrag in meiner Serie über Musikvideos, die sich mir für immer eingeprägt haben. Weil es insgesamt 20 Stück waren, habe ich die gesamte Liste nach Themen geordnet. Im ersten Teil habe ich mich mit dem Erzählen von Geschichten beschäftigt – die übrigen drei Kategorien

2) spezielle Technik, 3) besondere Stimmungen und 4) akrobatische Meisterleistungen – nicht ganz jugendfrei   geht es jetzt weiter mit …

2) speziellen Aufnahmetechniken

 

In den 80er Jahren wurde mit unterschiedlichen Möglichkeiten experimentiert, z.B. Morphing, Stop-Motion, rückwärts laufenden Filmen oder Videos, die komplett in einer einzigen Einstellung gedreht wurden.

Stop Motion – oder nicht? Das ist hier die Frage. Der Klassiker, der mir dabei sofort in den Sinn kommt, ist „Sledgehammer“, in der Brathühner einen Tanz für zwei hinlegen und Peter Gabriels Gesicht von tanzendem Gemüse umrahmt wird:

Peter Gabriel – Sledgehammer



 

Neueren Datums ist das Video zu dem Song „Where I belong“ von Honeyroot. Honeyroot besteht aus Glenn Gregory von Heaven 17 (die in den 80er Jahren ganz groß waren) und Keith Lowndes und geht in Richtung Ambient Dance. Das fand ich damals so gelungen, dass ich mir gleich das ganze Album gekauft und den Kauf nicht bereut habe.

Honeyroot – Where I belong



 

Wer erinnert sich noch an die Videos, die in einer einzigen Einstellung gedreht worden sind? Angeblich gab es ein solches One-Cut-Video von Michael Jackson, leider weiß ich aber nicht mehr, welcher Song von ihm damit verfilmt wurde; aber spontan fallen mir die folgenden One-Cut-Videos ein:

The Verve – Bitter sweet symphony



 

Massive Attack – Unfinished Sympathy



 

Ob man das Video zu der folgenden Coverversion des bekanntesten Songs von Journey noch als echtes One-Cut- oder One-Shot-Video bezeichnen kann, weiß ich nicht. Aber ich finde den Überraschungseffekt ganz am Anfang besonders gelungen:

Scott Bradlee’s Postmodern Jukebox – Don’t stop believing

 


 


 

Oder was wäre, wenn die Zeit plötzlich rückwärts liefe? Motion in reverse: Bei Michael Jackson wird die Zerstörung der Welt gestoppt, bei Enigma laufen alle Aufnahmen von Anfang an rückwärts, und bei Björk verschwinden am Schluss alle Buchstaben aus den gedruckten Büchern, und die Leser mutieren zu Bäumen:

Michael Jackson – Earth Song 



 

Enigma – Return to innocence



 

Björk – Bachelorette



 

Björks Albtraum von der allesverschlingenden Natur war noch nicht düster genug? In Teil 3 geht es weiter mit überwältigenden Umgebungen in Kombination mit morbiden Stimmungen, von denen sich Leute mit bestimmten Phobien fernhalten sollten.

Soundtrack of my life : Musikvideos, die mir nachhaltig im Gedächtnis geblieben sind – Teil 1

 

 


Music is the Essence of my life… und darum überwiegen in letzter Zeit bei mir solche Themen. Wenn wieder eine Blogparade in dieser Richtung ansteht, bin ich mit Freuden dabei. Irgendwann hat jemand einen meiner Einfälle für eine Blogparade aufgegriffen, aber leider weiß ich nicht mehr, wer das war oder um welches Thema es darin ging. Tut für meinen heutigen Beitrag aber auch nichts zur Sache.

Im Sommer habe ich während meiner Blogpause so einige Ideen gesammelt, und eine davon war, die Musikvideos zu verewigen, die mir nachhaltig im Gedächtnis geblieben sind. Die Sache hat nur einen Haken: Einmal damit angefangen, wächst so eine Liste rapide, und am Schluss sind es bei mir 20 musikalische Kurzfilme geworden, was für die Mitmachaktion „Die 5 Besten am Donnerstag“ natürlich zu viel ist. Zu groß ist diese Liste aber auch für einen einzigen Blogbeitrag in meiner Rubrik „Soundtrack of my life“, und darum habe ich die Videos nach folgenden Themen geordnet:

1) Storytelling: Die erzählten Geschichten müssen dabei nicht zwingend mit dem Text des Liedes übereinstimmen, aber interessant umgesetzt sollte die Story für mich sein.

2) spezielle Technik: Eine Band oder einen Solokünstler einfach nur abzufilmen, ist mir auf Dauer zu langweilig; in den 80er Jahren gab es verschiedene Filmtechniken, die so noch nicht dagewesen waren, z.B. Morphing (bei „Cry“ von Godley & Creme), Stop-Motion-Technik (dabei denke ich zuerst an die Wallace-und-Gromit-Filme) oder Filme, die an einem Stück gedreht wurden (One-Cut- oder One-Shot-Videos). Diese Kategorie nimmt bei mir auch den größten Raum ein, weil ich für jede Technik mehrere Beispiele aufzählen wollte.

3) besondere Stimmungen: In dieser Sparte geht es ziemlich düster zu, was vielleicht daher kommt, dass sich gegen Ende der 90er Jahre mein musikalischer Geschmack ziemlich gewandelt hat. Nebenbei angemerkt, sagt die Reihenfolge der Videos nur teilweise etwas über meine musikalischen Vorlieben aus. Mit Bands wie Korn konnte ich bisher nur sehr wenig anfangen, und anderen Bands wiederum hätte ich einen solchen Stilwandel nicht zugetraut.

4) Akrobatische Meisterleistungen, die nicht ganz jugendfrei sind: Diese etwas gewagte Zusammenstellung mit entblößter Haut und Choreografien, denen ich auch das Etikett „ab 16“ oder „ab 18“ verpassen könnte, bildet den Abschluß dieser kleinen Serie.

 

Nach dieser Kurzübersicht geht es auch schon los mit dem …

1) Storytelling …

Beware of public places!

Auf Gleisen spazierenzugehen, ist keine gute Idee. Wartehallen in Flughäfen sind nicht ganz ohne, weil man nie wissen kann, wer sich dort alles einfindet. Banken werden ab und zu überfallen. Interessant wird es dann, wenn die Aussage des Liedtextes nicht mit der Botschaft, die der Film vermittelt, übereinstimmt.

Manche Bands lieben außergewöhnliche Orte, an denen sie ihren Auftritt filmen lassen, z.B. U2, die ihren Hit „Where the streets have no name“ auf einem Dach singen. Eine noch ausgefallenere Variante bietet eine der für mich besten Bands der Welt mit ihrem Video, gefilmt auf einem fahrenden Zug. Man beachte die feine Ironie in der Warnung vor Zügen, zu Beginn des Videos:

Queen – Breakthru



 

Tatort Flughafen: Elegant ist an den verkaterten, kaputten Gestalten in der Lounge gar nichts, und wenn die Band mitsamt Gepäck hinzukommt, wird es nicht gemütlicher. An Stelle der einzelnen Dame, die krampfhaft ihre Tasche festhält, wäre mir genauso mulmig, und froh, wenn der Spuk wieder vorbei ist:

INXS – Elegantly wasted



 

Das Tüpfelchen auf dem I sind für mich die dazwischengeschnittenen Sequenzen, die nur Bruchteile von Sekunden dauern und sich auf den Autounfall beziehen, der das gesamte Artwork des Albums „Elegantly Wasted“ bestimmt.

 

Autos kann man auch im letzten Video der Band „Berlin“ bewundern, an das ich mich auch nach über 30 Jahren noch erinnern kann. Bankraub, Verfolgungsjagd, Schießerei – Bonnie & Clyde reloaded:

Berlin – No more words



 

Wie gesagt, muss die Filmhandlung nicht immer in direktem Zusammenhang mit dem Text des Songs stehen. Bei den Videos in den anderen Teilen dieser Serie kommt es auf eventuelle ähnlich geartete Missverhältnisse nicht mehr an.

Soundtrack of my life : essay on vocal ranges – the encores

 

 

the encores (engl.) = die Zugaben

Diesen Begriff habe ich in einem australischen WordPress-Blog kennengelernt. Der vierte und letzte Teil fungiert als Zugabe und Abschluss meiner Serie, als Fortsetzung zu Teil 3 – „the graph on the wall“ und beschäftigt sich mit den unschönen Seiten, die man bei Konzerten oder auf Festivals erleben kann. Daher auch die Triggerwarnung.

 

Vocal ranges – part IV – „Hear that sound“ *) – mit Triggerwarnung

Geht mir mit den ganzen gehypten „Singer/Songwritern“ fort: noch so ein neumodisches Wort. „Singer/Songwriter“ sind für mich Bob Dylan oder Leonard Cohen, Joan Baez oder Nathalie Merchant – aber doch nicht Mark , Max Giesinger oder Andreas Bourani. Gerade bei dem Lied „Ein Hoch auf uns“ muss ich an eine schlecht geschriebene Werbung für ein bierähnliches Getränk denken. For me this is the end! The end of all guten Geschmacks. Spaß beiseite, in dieser Hinsicht bin ich ein Oldschool-Dinosaurier und bleibe bei den Sängern aus meiner Playlist, auch wenn davon zwei leider schon lange tot sind (Cash / Hutchence) und der dritte aus diesem Kreis vor ein paar Jahren auch fast ins Gras gebissen hätte (Gahan), wie er in einem Interview erzählte. In dieser Hinsicht wäre der H.I.M. Song „Join me (in death)“ ein makabrer und sarkastischer Zufall gewesen.

Deshalb freue ich mich umso mehr, dass es Depeche Mode tatsächlich noch gibt, aber ich habe das dumpfe Gefühl, dass deren Zeit der Auftritte in „kleineren“ Hallen vorbei ist (auch wenn selbst da noch welche kollabieren) und ich mich zur Commerzbank-Arena in Frankfurt aufmachen muss, wenn ich ein Konzert von ihnen sehen möchte. Doch genau darin liegt die Crux. Nach meinem unschönen Erlebnis auf dem M’Era Luna Festival in Hildesheim war ich nämlich an keinem Veranstaltungsort mehr, der größer ist als die Festhalle in Frankfurt oder die Jahrhunderthalle in Höchst.

Die Aufnahmen der Live-Aid-Konzerte oder die des INXS-Konzerts 1991 im Wembley-Stadion sehe ich zwar gerne gemütlich zu Hause von der Couch aus, aber hätte ich heute eine Tardis, würde ich um die Wembley-Arena einen riesigen Bogen machen, INXS hin oder her. Genau wie ich andere Fußballstadien meide, egal wer da auftritt, und wenn der Papst persönlich dort eine Audienz geben würde. Deshalb ist für mich auch Hogmanay in Edinburgh gestrichen.

 

Zwischenruf: Wer an Klaustrophobie leidet oder generell Angst vor großen Menschenansammlungen hat, sollte an dieser Stelle nicht weiterlesen, sondern erst wieder nach „this is the end“, denn dieser Abschluss enthält eine erfreuliche Episode, die ich erlebt habe.

Wer sich noch an die Katastrophe auf der Love-Parade in Duisburg erinnert, wird mein Erlebnis auf dem M’Era Luna als geradezu lächerlich empfinden, aber genau daran wurde ich bei den Nachrichten über die Veranstaltung, bei der 21 Menschen in einer Massenpanik zu Tode kamen, wieder erinnert.

Passiert war, das mein Mann und ich in den Sog zwischen zwei in konträre Richtungen strebende Menschenmassen gerieten. Bis zu diesem Moment hatte ich noch nicht gewusst, was Panik heißt, aber nun war sie da. Andy und ich hatten gerade ein Open-Air-Konzert genossen, als ein Gewitter nahte. Die Menge, in der wir uns befanden, wollte von der Open-Air-Bühne weg und zurück zum Zeltplatz, vielleicht auch noch zu den Getränkeständen, aber Hauptsache erst mal weg. Wir hatten es bis zum Rande dieser Menge geschafft, als uns ein riesiger Pulk entgegenkam, der zum in Kürze angesagten Konzert im Flugzeughangar wollte. Und zwar genau dort, wo wir nun waren, trafen beide Massen aufeinander – wir mittendrin, und wie wir es geschafft haben, aus diesem Hexenkessel heil wieder herauszukommen, ist mir danach vollkommen entfallen. Nur, dass ich für den Rest des Tages zu nichts mehr zu gebrauchen war. Schlimmer noch, ich weiß nicht einmal mehr, wen wir da live erlebt haben. Der Blackout ist größer, als ich bisher angenommen hatte.

Sind am Ende absurd hohe Kartenpreise für mich gar nur ein Vorwand, nicht zu einem Depeche-Mode-Konzert zu gehen, denn in Wahrheit ist es die Location? Kleinere Hallen oder Clubs sind mir inzwischen tatsächlich lieber, aber ich habe auch schon 92,– Euro für den Eintritt zu dem besagten Konzert von Jean-Michel Jarre ausgegeben, in dem Glauben, er träte nur alle Jubeljahre mal auf. Ein paar Jahre später kosteten die Karten dann schon 100,– Euro, und trotz dieser preislichen Schallgrenze habe ich die Tickets genommen. Über den Ausgang jenes Abends breite ich dann doch lieber den Mantel des Schweigens.

This is the end“ **)

Doch wo beginnen Ticketpreise, mich abzubschrecken? Eine passende Antwort wäre „Im dreistelligen Bereich“ gewesen. Wenn ich sehe, in welchen Regionen sich die Preise inzwischen bewegen, muss ich damals schön blöd gewesen sein, keine Karte für Loreena McKennit gekauft zu haben, nur weil diese damals 62,– Euro kosten sollte. Die Zeiten, dass man für ein Konzert der Stones noch 76,– DM bezahlt hat, sind schon lange vorbei. Doch das ist ein Thema, das separat behandelt werden sollte.

Lange vorbei sind anscheinend auch die Zeiten, in denen das Publikum nicht bloß herumstand und auf seinen Smartphones herumdaddelte oder das Konzert filmte. Die einzigen Fotos, die ich mit meinem Handy gemacht habe, war ein winzig kleines Männchen namens Jean-Michel Jarre (auf der Bühne mit seinem Theremin) oder das Beleuchtungsgestänge unter der Decke bei Apocalyptica. Wenn ich gute Aufnahmen von einem Star haben möchte, kann ich mich auf pinterest umschauen und das entsprechende Foto in einem Album festpinnen. Da das Album aber privat ist, und für die Öffentlichkeit nicht einsehbar, hat außer mir sonst keiner was davon. In dieser Hinsicht bin ich dann doch vielleicht kein echtes Fangirl, denn es gibt keinerlei Fotos, die mich zusammen mit meinen Lieblingsschauspielern oder -sängern zeigen und beweisen könnten, dass ich denjenigen tatsächlich persönlich getroffen habe.

Ja, meine Begabung zum Abschweifen verdirbt mir eines Tages nochmal den Spannungsbogen und führt zu Abzügen in der B-Note. Es ging um mich faszinierende Stimmen, und zum Glück fällt mir genau da, passend zum Schluss, tatsächlich noch eine Begebenheit ein, für die es, wie gesagt, kein Beweisfoto gibt.

Als die Band Chamber L’Orchestre de Chambre Noir (auch „Chamber“ abgekürzt) in Frankfurt vor ein paar Jahren gastierte, spendierte jemand den Fans ein sogenanntes Meet & Greet in einem Elektronikmarkt in Frankfurt am Main. Wir waren eine Handvoll Leute, die sich mit der Gründerin des Fanclubs und dem Sänger der Band dort trafen, angeregt plauderten und herumalberten, so dass andere Kunden sich schon über die Ansammlung „Grufties“ zu wundern begann. Warum das so gut passt? Als ich Chamber zum ersten Mal hörte, dachte ich, der Frontmann der Crash Test Dummies hätte eine neue Band gegründet, nur diesmal mit klassischer Instrumentierung. Aber bei Chamber könnte man wirklich von einem „schwarzen Kammerorchester“ sprechen, das auch ein paar sehr interessante Coverversionen (hier: Engel) auf Lager hat. Rammstein, Alanis Morrissette und Depeche Mode dürfen sich geehrt fühlen.

Mit dieser Erinnerung im Gepäck hatte ich einen sehr beschwingten und wundervollen Konzertabend, der mir wieder einmal vor Augen führte, dass nicht die Größe des Publikums ausschlaggebend ist, sondern die Begeisterung und Hingabe der Fans, die für einen unvergeßlichen Abend sorgen. In diesem Sinne war dann auch das Konzert von Zola Jesus im November 2017 für mich ein voller Erfolg – noch eine Tieftönerin.

Zwar habe ich die Künstlerin bei dieser Verantaltung nicht getroffen, aber der Abend war trotzdem sehr gelungen.

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Fußnoten:

*) „Hear that sound“ (INXS – Hear that sound)

**) „This is the end“ (The Doors – The end)

Soundtrack of my life : essay on vocal ranges – with more hidden footage

 

 

footage (engl.) = Filmmaterial …   aber kein Mensch muss sich dieses Filmmaterial auch anschauen. So, nachdem ich das Vorprogramm mit „Drama, Baby!“ (einem Zitat von Bruce Darnell aus einer der ersten Staffeln von Germany’s Top Model, die ich mir damals wirklich noch angeschaut habe, ohne mich zu gruseln) abgehakt habe, kommt nun der Haupt-Act:

 

Vocal ranges – part III – „.. the graph on the wall“ *)

 

In einem Film werden verschiedene Sänger anhand einer Grafik direkt miteinander verglichen, hier waren z.B. John Lennon, Paul McCartney und Freddie Mercury dabei, und die habe ich früher auch sehr oft gehört, aber die, die mich mehr interessiert haben, musste ich separat suchen. Damit kein falscher Eindruck entsteht: Es gibt so einige Lieder von Queen, die ich einfach nur genial finde, und Freddie Mercury war eine faszinierende Persönlichkeit – auf der Bühne ganz anders als privat, wenn ich der hervorragenden Dokumentation, die mein Mann und ich zusammen gesehen haben, Glauben schenken darf. Aber so gut und bahnbrechend ich Queen und deren Kunst auch finde – meine Prioritäten liegen woanders.

Zuerst muss mir die Stimme gefallen, wenn dann aber noch die Musik genau meinen Geschmack trifft – ich höre mir gerne viele unterschiedliche Stilrichtungen an (okay, Schlagermusik, Kirmestechno, HipHop und R’n’B mal ausgenommen) – und die Texte zusätzlich noch einen geistigen Nährwert haben, bin ich hin und weg. Es muss auch nicht immer die riesengroße Bühnenshow und das große Drama sein, manchmal reichen auch Momente wie Johnny Cash mit „Hurt“ oder ein Song im Radio wie z.B. „Summer Wine“ als Coverversion von Natalie Avelon und Ville Valo, von dem ich bereits geschrieben habe, dass ich mir auch nur wegen seiner Band ein Ticket für das M’Era Luna Festival gegönnt hätte.

An dieser Stelle habe ich geflunkert. Wir hatten die Tickets bereits gekauft, und zwar wegen dem restlichen Line-Up. Zu H.I.M. sind wir tatsächlich auch gepilgert, und es war ein einzigartiges Erlebnis, von dem eine Gänsehaut zurückblieb, die mich mit einem anderen, nicht so guten Erlebnis auf diesem Festival versöhnte (auf das eventuell im letzten Teil meiner Serie zurückkommen werde, sonst komme ich zu weit vom eigentlichen Thema ab).

Um auf meine angedeuteten Prioritäten zurückzukommen, zähle ich jetzt mal die auf, die ich in meine Playlist auf dem Smartphone aufgenommen habe. Das meiste ist aus den 80ern, H.I.M. fehlt leider noch, und wir fangen im“lower register“ an und hören im „higher register“ auf: : Johnny Cash, Sisters of Mercy, Dave Gahan, Michael Hutchence. Und ausgerechnet zu dem zuletzt Genannten gab es auch den ausführlichsten Film von allen (bei den anderen fiel das Filmmaterial wesentlich kürzer aus): The vocal range of Michael Hutchence.

 


 

Derjenige, der den Film kreiert hat, hat sich sehr viel Mühe gegeben, sich durch sämtliche Lieder zu arbeiten und zu jeder Tonlage in den einzelnen Oktaven das passende Lied auszuwählen. Am Ende sind es mindestens 50 Beispiele (inclusive Doppelnennungen) geworden, die bei D2 (Know the difference) anfangen und bei D7 (Sometimes) aufhören. Bingo. Ich wusste es ja schon länger: Dieser Künstler war völlig unterbewertet. Vielleicht kommen daher meine ganzen Lobeshymnen, die ich hier nach und nach einfließen lasse. Und vielleicht arbeite ich mich auch gerade deswegen durch das gesamte Werk, das nach dem Album „Kick“ so unbemerkt an mir vorbeigegangen ist (warum auch immer), was ich jetzt im Rückblick schade finde.

Und wie ein Kommentar zu diesem Video zeigt, lag ich mit meiner Vermutung bezüglich der Stimmlage dieses Herrn gar nicht mal so falsch: „a natural baritone – Michael and his band have grown with the years and it was keeping growing. Michael had an amazing voice and lyrics. Compare to U2 whom declined with their music from 1988 to today.“

Aber ich war nie in einem Konzert von ihnen. Daher bleiben mir nur noch Filmaufnahmen, denn diese Band werde ich wohl nie mehr live erleben. Dabei haben Filmaufnahmen einen Vorteil: Je nachdem, welche Qualität sie haben, kann ich mich jederzeit, wenn mir danach ist, daran erfreuen – zuletzt ist es mir so mit Loreena McKennitts Konzertabend aus der Alhambra gegangen. Diese hervorragende Künstlerin habe ich auch noch nie live erlebt, aber ich male mir gute Chancen dafür aus. Bei INXS wird das meiner Einschätzung nach aber nichts mehr. Zum einen, weil die Band 2012 ihre Auflösung bekanntgegeben hat; und zum anderen, weil ich mich mit Konzerten in riesigen Stadien inzwischen schwertue.

Warum das so ist, erzähle ich im vierten und letzten Teil meiner Serie, und zwar in der Rubrik „Zugabe“ in „Vocal ranges – part IV – Hear that Sound“, mit Triggerwarnung. Wer unter Klaustrophobie, Agoraphobie oder Angst vor großen Menschenansammlungen hat, sollte diesen Teil zwischen roten Lettern überspringen.

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Fußnote:

*) „the graph on the wall“ (Depeche Mode – Everything counts)

 

Soundtrack of my life : essay on vocal ranges – with links to some footage – pt.2

 

footage (engl.) = Filmmaterial – das sich im speziellen Fall niemand ansehen muss

Back on Track: Nach dem Opener mit „I’ll always love you“ folgt jetzt das Vorprogramm, denn jeder anständige Haupt-Act braucht eins.

 

Vocal ranges – part II – „Drama, Baby!“

Nun, da ich mich als Fan geoutet habe, geht es nun weiter auf meiner Straße mit Umleitungen und Zeitsprüngen. Bei youtube bin ich irgendwann auf ein Video der Sendung „Carpool Karaoke“ gestoßen, in der der britische Schauspieler James Corden alle möglichen Sänger als Fahrgäste in seinem Taxi durch die Gegend fährt und zusammen mit ihnen ihre Hits singt, sozusagen als Karaoke-Version. In dem Video wird dann auch bei jedem Song die entsprechende Stimmlage, z.B. B3, D4 oder A5 eingeblendet – so wie ich es verstanden habe, also die B-Note der dritten Oktave, die D-Note der vierten oder die A-Note der fünften Oktave. Je höher die Zahl, desto höher die Oktave, und genau so hoch dann auch die Stimme. James Corden traf sogar höhere Töne als Bruno Mars, und das will schon was heißen (dabei mag ich den nicht mal – James Corden dagegen schon).

James Corden – Full vocal Range on Carpool Karaoke G2-G#5

 

So, wieder was gelernt – Stimmumfang heißt auf englisch „vocal range“, und wenn ich schon mal dabei war, konnte ich auch gleich nach weiteren Videos suchen, die sich mit „vocal ranges“ beschäftigen, u.a. auch wie man seine eigene Stimmlage herausfinden kann, was ich immer interessant finde. In einem Selbstversuch habe ich herausgefunden, dass ich zwar Probleme habe, die den ganz hohen und tiefen Töne zu treffen und zu halten, ich mich aber trotzdem noch im Altbereich bewege. Also eher Simone Simons als Tarja Turunen (Nightwish) – wobei meine Sangeskünste nur für die Dusche taugen:

Simone Simons vocal range

 

 

Oder Sharon den Adel von Within Temptation, aber diese Frau ist für mich sowieso ein Ausnahmetalent, das mühelos in mehreren Stimmlagen unterwegs sein kann. Was bei den einen als Gequietsche ankommt, empfinden die anderen als wohlklingend.

Was dahinter steckt, dem wollte einst die Pro7-Sendung „Galileo“ auf den Grund gehen. Diese Sendung bzw. diesen Sender schaue ich schon seit eineinhalb Jahren nicht mehr, aber einen Teil dieses Beitrags habe ich noch gut im Gedächtnis: Bei „Galileo“ wollte man nämlich beweisen, dass die meisten Frauen bei Männern hohe Singstimmen toll finden. Ob man dort auch die Vorlieben der Männer bei weiblichen Stimmen untersucht hat, habe ich leider vergessen. Aber eine Einsicht konnte ich dank dieser „wissenschaftlichen“ Erkenntnis gewinnen: Ich gehöre demnach nicht zu den meisten Frauen, denn es sind die tieferen Stimmen, mit denen man mich einfangen kann, also eher die Tonlage Bariton statt Tenor bei Männern und Alt statt Sopran bei Frauen.

Wenn man mir Karten für Shows wie „The Ten Tenors“ schenken würde, hätte ich wenig Lust, hinzugehen – aber wenn bei einem Festival wie dem M’Era Luna auf dem Hildesheimer Flugplatz die Band H.I.M. Einen Auftritt hat, würde ich mir genau aus diesem Grund ein Ticket für das komplette Festival leisten. Nun aber wieder zurück zu den Youtube-Videos, die ich mir angeschaut habe, weil ich einfach mal wissen wollte, in welchem Bereich meine bevorzugten Sänger so unterwegs sind und war beeindruckt, über wieviele Oktaven sich deren Stimmen so erstrecken.

Mit dem Haupt-Act geht es demnächst im dritten Teil weiter: Vocal ranges – part III – „the graph on the wall“

Soundtrack of my life : essay on vocal ranges – with loads of brackets – pt. I

 

brackets (engl.) = Klammern

 

Nein, dieser Artikel dreht sich nicht um das Klammern in Beziehungen oder die Zahnspange, die ich als Kind tragen musste, sondern befasst sich mit… ach, am besten findet’s selbst raus, denn ich fange gern bei einem Thema an und höre bei einem anderen auf. Abschweifungen können so verführerisch sein, genau wie manche Stimmen, die mich gleich in ihren Bann ziehen und die ich unter Dutzenden anderer mühelos herausfiltern kann…

Außerdem ist er gespickt mit englischen Ausdrücken, obwohl ich mich schon so oft über Texte in genau diesem Stil geärgert habe, weil sie oft so gewollt und aufgesetzt klingen, dass ich mir denke „Du, Freundchen, schreibst auch nur so, weil es von Dir so erwartet wird und man sich davon jede Menge Aufmerksamkeit verspricht und hohe Klickzahlen und Likes folgen werden.“ Yes, und außerdem: Long texts are my speciality. They’re as good as repellants.

Bei meinen seitenlangen Monologen bin ich dagegen sicher, dass sich die Klickzahlen in Grenzen halten und die „Likes“ ausbleiben werden. Aber das ist nicht schlimm, schließlich schreibe ich zu meinem Plaisir, und dabei habe ich am Deutschunterricht das Schreiben von Aufsätzen am meisten gehasst, besonders dann, wenn man sie vorlesen musste. In Musik war ich eine Niete, und mein Englisch war okay. American Short Stories oder „Der Tod des Handlungsreisenden“ im Englischleistungskurs waren nicht meine Lieblingsthemen, dann doch lieber Sartre in meinem anderen Leistungskurs.

Heute komme ich gerne öfters beim Schreiben vom Hölzchen aufs Stöckchen, und muss mich zusammenreißen, dass sich ein Satz nicht über fünfundzwanzig Seiten erstreckt. Dabei hilft mir dann immer ein Kommentar mit Rotstift, den ich einst von meinem GK-Lehrer bei einer Arbeit einkassiert habe: „Schachtelsätze vermeiden! Sie vernebeln die Aussage.“

Bevor ich eine Aussage über meine Rubrik „Soundtrack of my life“ treffe, die ich hier neu eingerichtet habe, ohne dass es anscheinend einer bemerkt hat, möchte ich noch erwähnen, dass ich zwar immer noch keine musikwissenschaftlichen Abhandlungen schreiben kann und will, aber dass dafür mein Englisch mit den Jahren immer besser geworden ist (teilweise träume ich sogar in dieser Sprache). Und, wie war das nochmal mit den Abschweifungen und dem Herumschreiben um den heißen Brei?

Dabei wäre letzteres der falsche Begriff. Heiß ist an dem Thema nämlich auf den ersten Blick erst mal nichts, weil schon die Überschrift alleine so trocken wie Brot daherkommt, aber man ist ja steigerungsfähig. Und was nicht ist, kann noch werden.

 

Vocal ranges – part I – „I’ll always love you“ *)

 

Was habe ich früher Bauklötze gestaunt, wenn es hieß, Maria Carey habe einen Stimmumfang, der sich über x Oktaven erstreckt, oder wenn die stimmliche Bandbreite von Whitney Houston in den Himmel gelobt wurde. Wie leicht man als Teenager doch zu beeindrucken ist, und in den Jahren danach war mir das relativ egal, weil mein Musikgeschmack in eine andere Richtung ging. Mir war mehr nach Bands und Solokünstlern, die der breiten Masse eher unbekannt waren, dafür aber umso bekannter in der sogenannten Schwarzen Szene. Grundsätzlich bin ich ja auch immer offen für neue Stilrichtungen, mit denen ich mich eher seltener beschäftige, und dank meines Mannes fand ich dann nach und nach auch Gefallen an Musik von Künstlern, die in den 70er und 80er Jahren ihre große Zeit hatten, wie z.B. Pink Floyd, Barclay James Harvest oder Jean-Michel Jarre. Letzteren durfte ich vor ein paar Jahren live erleben und war mächtig beeindruckt, ja sogar begeistert von der Show in der Festhalle, die visuell und akustisch ein Genuß war: elektronische Musik ohne Gesang war bisher nicht so meins gewesen, aber an diesem Abend hatte alles gestimmt, auch wenn ich den Sound in der Festhalle nie als besonders prickelnd empfunden hatte.

Um aber jetzt wieder die Kurve zurück zu Sängern bzw. Sängerinnen und deren stimmlichen Umfang zu finden, muss ich erneut in die 80er Jahre zurück, denn (auch wenn es keiner mehr hören kann) aus dieser Zeit besitze ich noch sehr viele Schallplatten aus unterschiedlichen Genres: hauptsächlich von Duran Duran und von U2 (was nun gar nicht zusammenpasst), aber auch von Billy Joel (passt noch viel weniger dazu) – und nicht zuletzt auch noch drei Alben von INXS.

An dieser Stelle muss ich einer Umleitung folgen. Der letzte Absatz bzw. der letzte Satz ist ein sehr gutes Beispiel dafür, was ich mit „um den heißen Brei herum schreiben“ meine. Wo es bei anderen so leichtfüßig und nonchalant klingt, wenn sie über diejenigen schreiben, für die sie sich begeistern, und sich freimütig dazu bekennen, ein Fangirl zu sein, brauche ich mehrere Anläufe. Und am Ende haben’s alle gemerkt, aber so getan, als wäre ihnen die Message entgangen und waren so höflich, sich nichts anmerken zu lassen.

Aber vielleicht war die Zeit noch nicht reif und das Beste kommt erst zum Schluss – oder es ist wie mit dem Führerschein: Die einen brauchen nur das Minimum an Stunden und legen die Prüfung mit Bravour ab, und ich brauche ein Vielfaches davon, nur weil es mich vor der Prüfung gruselt. Da hier aber kein Prüfungskomitee sitzt, ist damit jetzt Schluss: Auch wenn das vermutlich auch niemand mehr lesen will außer mir selbst, kann ich mich an dieser Stelle auch gleich Fan von INXS outen. Als Fan übrigens, der diese Band niemals live erlebt hat (U2 übrigens auch nicht, dafür aber Depeche Mode).

 

Auf die Hauptroute geht’s in Teil II : Vocal ranges – part II – „Drama, Baby!“.

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Fußnote:

*) „I’ll always love you“ (Whitney Houston – I’ll always love you)

Die fünf Besten am Donnerstag : my All-Time-Favorite Bands/Solokünstler

 

Mit der 90. Ausgabe der 5 Besten am Donnerstagauf Goranas Blog hat die musikalische Reise ihren krönenden Abschluss gefunden; leider ohne mich, weil ich von Dienstag bis heute kein Internet hatte. Aber nun bin ich wieder online und kann es nachholen. Auch wenn ich damit zu spät bin. Aber besser spät als nie, auch wenn es vermutlich keiner liest.

Angefangen hat der Artikel mit der Feststellung, dass „Queen wohl die beste Band der Welt ist, die außergewöhnlich sind und tolle Musiker.“

Soviel zu den Sätzen, die mir noch im Gedächtnis hängengeblieben sind. Auf die Frage, ob ich Queen mag, kann ich nur antworten: Ich habe sie durch meinen Mann kennen-und liebengelernt, aber seit er nicht mehr unter uns weilt, kann ich keinen Queen-Song mehr hören, ohne an den zu denken, den ich vor eineinhalb Jahren verloren habe. Bei seiner Trauerfeier liefen genau zwei Lieder, bei denen ich heute den Raum verlassen muss, wenn sie mal wieder im Radio gespielt werden: „Time to say good-bye“ von Andrea Boccelli und „Who wants to live forever“ von Freddie Mercury. Mehr möchte ich dazu nicht sagen – und so gut ich Queen auch finde, aber ich habe sie nie persönlich live gesehen oder gar ein Live-Konzert in voller Länge Online oder im Fernsehen gesehen.

 

Meinen Abschlussbeitrag zu den „5 Besten“ möchte ich mit Künstlern füllen, deren Livepräsenz mich schwer beeindruckt hat. Und ich war schon auf vielen Livekonzerten, angefangen bei Simon & Garfunkel (das erste, das ich je erlebt habe), über Billy Joel (mit seinem Album „Stormfront“) bis hin zu den Rolling Stones (mit Big Country als Vorband) und – als letztes Live-Erlebnis, zusammen mit einer Freundin: Iron Maiden. Aber keiner von ihnen wird in meiner Best-of-Liste auftauchen. Die Reise geht in eine ganz andere Richtung:

 

Meine 5 All-Time-Favourites

One – Loreena McKennitt: Live habe ich sie nie erlebt, sondern kannte bisher nur die Musik auf ihren CDs, wie z.B. die Titelmusik zu dem Fernsehfilm „Die Nebel von Avalon“. Seit ich jedoch ihre Konzert-DVD „Nights from the Alhambra“ gesehen habe, würde ich so gerne mal eine ihrer Konzerte miterleben. Ob es 2018 noch dazu kommt, weiß ich nicht, aber ich halte die Augen weiterhin offen.

Two – INXS: Auch diese Band habe ich niemals live gesehen, was ich sehr bedauere, denn wenn ich mir auf youtube einen Konzertmitschnitt von 1991 aus Wembley anschaue, finde ich die Energie, die von dem gesamten Ensemble, und nicht nur von dem Frontmann, ausgeht, einfach überwältigend. So bleiben mir nur Schallplatten und CDs.

Three – Jean-Michel Jarre: Noch ein Künstler, den ich durch meinen Mann erst so richtig kennengelernt habe. Elektronische Musik vom feinsten – eine gigantische Lasershow in der Frankfurter Festhalle gab den Rest dazu. Und noch nie habe ich jemanden ein Theremin spielen sehen – bisher kannte ich dieses Instrument nur von der Titelmelodie von „Inspector Barnaby“; bei diesem Konzert, mit uns zentral in der sechsten Reihe von der Bühne entfernt, hat einfach alles gestimmt, und wenn die Tickets nicht so verdammt teuer wären, würde ich mir dieses Vergnügen öfters gönnen. Aber 100,– Euro minimum für eine Konzertkarte, ist mir einfach zu „over the top“.

Four – Depeche Mode: Noch ein Konzert, das mich umgehauen hat. Wortwörtlich hat es zwar meine Schwester damals erwischt, die wir mit einem Sanitäter zusammen draußen wegen eines Panikanfalls mitten im Gewühl verarzten durften; dennoch konnten wir den Rest des Abends unbeschadet noch halbwegs genießen – im hinteren Teil der Halle am Getränkestand. Eines der meiner Meinung nach besten Alben – nämlich „Ultra“ war noch in weiter Ferne – und mich würde es heute reizen, nochmal bei einem DM-Konzert dabei zu sein. Einziges Hindernis: Wenn die Tickets zu genau denselben überzogenen Preisen erhältlich wären wie die von U2 oder anderen Mega-Stars.

Five – Runrig: Dass der Wechsel von altem (Donnie Munroe) zu neuem Sänger (Bruce Guthro) der Qualität der Musik nicht geschadet hat, liegt nicht nur daran, dass ich die Stimme des neuen Frontmannes um vieles angenehmer finde, sondern dass die Gründungsmitglieder der Band immer noch so tolle Songs schreiben wie zu Beginn ihrer Karriere.