Media Monday # 505 : my personal lockdown –

das ist mein aktuelles Motto, denn nach dem Tod meiner Mutter am vergangenen Mittwoch als Folge von ihrer Ansteckung mit Corona steht mir zur Zeit kaum der Sinn nach kreativen Dingen – weshalb es gut sein kann, dass ich beim Media Monday eine Pause einlege. Wundert euch nicht über weiterhin auf meinem Blog erscheinende Artikel – sie wurden vor einiger Zeit schon vorbereitet und werden an den voarb eingestellten Tagen automatisch hochgeladen. Doch nun zur aktuellen Ausgabe…

Media Monday # 505

1. Im Kampf der Streaming-Dienste bleibe ich auch weiterhin kein Zielkunde.

2. wattpad war für mich eine erfreuliche Entdeckung, quasi ein Geheimtipp, denn auf dieser Autorenplattform habe ich viele Bücher aus unterschiedlichen Genres gefunden, sowohl auf deutsch als auch auf englisch; und da ich dort nicht nur Bücher lesen, sondern auch eigene Geschichten hochladen kann, habe ich ein neues Projekt aus der Taufe gehoben (das aber im Moment stagniert).

3. Auch jetzt noch ist Lesen eine Form des Eskapismus für mich, die mich in Welten unterschiedlichen Typs entführt.

4. Was es braucht für eine in allen Punkten überzeugende Produktion, stellt der Thriller „Nicht auflegen!“ (Phone Booth) eindrucksvoll unter Beweis, denn dieses Kammerspiel mit einem Erpresser, der mich stark an „Jigsaw“ aus der „SAW“-Reihe erinnert, ist mit seiner Split-Screen-Technik, einer erstaunlich kurzen Laufzeit von 78 Minuten und einem brillianten Ensemble von Darsteller (mit einem meiner Lieblingsschauspieler in der Hauptrolle) extrem spannend.

5. youtube kommt mit einer bestechenden Playlist an Songs daher, die mir in unterschiedlicher Reihenfolge angezeigt werden – was vermutlich daran liegt, dass ich bei Songs aus unterschiedlichen Genres ein „mag ich“ angeklickt habe, wobei die meisten Songs immer noch aus den 80er Jahren und/oder von INXS stammen.

6. Wenn TV/Laptop mal ausbleiben, bevorzuge ich es ja, zu einem Buch zu greifen oder Romane online auf meinem Smartphone zu lesen. Einfach mal nur Musik zu hören wäre auch noch eine Idee.

7. Zuletzt habe ich mich durch die Verwandtschaft telefoniert, und das war ein seltsames Gefühl, weil nur eine begrenzte Anzahl von Personen in die Trauerhalle darf, ich aber auch niemanden ausschließen möchte. Daher hoffe ich, dass mein Plan, wie er mir vorschwebt, am Ende aufgeht..

ABC -Etüden – Extra-Etüde 1 für die 5. Textwoche : Der Trigger

Wegen des fünften Sonntags im Januar ist es mal wieder Zeit für eine Extra-Etüde – eine Spezialität auf Christianes Blog, denn im Gegensatz zu den Fingerübungen mit 300 Wörtern dürfen wir nun fünf der sechs bisherigen Wörter in einen Text von maximal 500 Wörtern einbauen. Diesmal lauten sie: Zetermordioweichmütigbacken und Lautsprecherorangeerschüttern.

Die ersten drei Wörter kamen in den Wochen 1 & 2 von Ludwig Zeidler, die letzten drei in den Wochen 3 & 4 von mir. Trotz des Cliffhangers am Schluss meiner letzten Etüde muss die Fortsetzung noch etwas warten. Denn diese steht unter dem Motto „writing is therapy“ (Schreiben ist Therapie).

Aus diesem Grund schicke ich meiner Extra-Etüde eine Triggerwarnung voran, denn sie dient der Verarbeitung eines sehr persönlichen Erlebnisses, mit dem ich von Zeit zu Zeit immer mal wieder konfrontiert werde. Es hört wohl nie auf. Deshalb empfehle ich denen, die mit Texten über Trauer, Trauerbewältigung und depressiver Stimmung nur schwer oder gar nicht umgehen können, diese Etüde mit 433 Wörtern auszulassen. Nicht umsonst habe ich für sie genau jene Überschrift gewählt.

♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦

Der Trigger

Enjoy the Silence! Dröhnende Bässe und das Stakkato der Beats von Depeche Mode aus meinen Kopfhörern übertönen die Stimme unserer Reiseleiterin aus dem Bordlautsprecher, nicht aber das Zetermordio in meinem Inneren. Allerdings mehr Zeter als Mordio.

„Ersetzen Sie den Schmerz durch einen anderen…“ – wirklich? Ich glaube, das Rezept gegen meine gegen persönlichen Tiefs muss erst noch gebacken werden. Auf Verdrängung zu setzen, mag zwar für eine gewisse Zeit funktionieren, aber lieber betäube ich mich mich mit lauter Musik, obwohl… Wem mache ich hier eigentlich etwas vor? Warum hilft mir die Ablenkung heute nicht? Am Morgen war zwar auch nicht alles eitel Sonnenschein, aber wenn ich geahnt hätte, was am Nachmittag auf mich zukommen würde, hätte ich mich anders entschieden.

Mit Verzögerung kehrt dieses eine Bild zurück, legt sich wie eine durchsichtige Folie auf den Regenbogen vor mir, der seine rote und orange Krümmung bereits verloren hat und allmählich verblasst, bis alles grau ist. Passend zu meiner Stimmung. Dabei hatte das Jahr doch so gut angefangen. Pläne hatte ich geschmiedet, eine unvergessliche Reise hatte ich machen wollen, einen Traum wahrmachen. Wie hätte ich da auch ahnen können, dass es mich Tausende von Kilometern von daheim entfernt, jenseits des Atlantiks, einholen würde. Im August. Auf einem Schiff.

Wale auf dem Sankt-Lorenz-Strom zu beobachten, klang für mich verlockender, als die Altstadt von Québec auf eigene Faust unsicher zu machen, doch dann durchfährt es mich beim Ablegen eiskalt: Schottland 2008. Ich sehe mich und Andy wieder an Bord eines Motorboots bei einem ähnlichen Ausflug, ebenfalls im August. „Was brauche ich da noch eine Ice-Bucket-Challenge“, bricht es über mich mit der gleichen Wucht herein wie das Gewitter, mit dem keiner von uns gerechnet hat. Als seine ersten Schläge den Himmel über dem offenen Wasser erschüttern, kommt Bewegung in die Menge, doch der Aufruhr an Bord des Schiffs ist nichts im Vergleich zu dem Toben in mir. In diesem Moment bin ich froh über die anonyme Masse, in der ich unbemerkt verschwimme, weil alle anderweitig beschäftigt sind.

Daran ändert sich auch auf der Fahrt zu unserem Hotel nichts. Der ereignisreiche Tagesausflug mit allen Sinneseindrücken hat die meisten aus der Gruppe so erschöpft, dass sie ein Nickerchen machen und sie von dem Schauspiel am Himmel nichts mitbekommen. Ich muss zugeben, dass ich geradezu froh drüber bin, als Single eine Sitzreihe für mich alleine zu haben und dass sich niemand um mich kümmert. In meinem weichmütigen und aufgelösten Zustand angesprochen zu werden, wäre zu viel für mich, denn bei einem bin ich mir sicher: Bleibt latent die Trauer auch bestehen, Phasen kommen und gehen. Sie zuzulassen, ist das Geheimnis.

♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦

Bis zu jenem Tag vor zwei Jahren hätte ich nie gedacht, dass mich ein friedliches und schönes Küstenpanorama so triggern könnte, aber wie gesagt, Phasen kommen und gehen, und die nächste Etüde wird eine andere Richtung einschlagen, auch wenn es schwierig wird, das Maximum nicht auszureizen.

ABC -Etüden – Wochen 47 & 48 : Der Schockmoment

In letzter Zeit habe ich für den #writing friday und die ABC-Etüden einen Tagebucheintrag nach dem anderen verfasst. Nun schreibe ich, weil es gerade zum Datum (22. November) passt, meinen eigenen – für die letzte Etüde im November auf Christianes Blog.

Für die aktuelle und letzte vor den Adventüden stammt die Wortspende (Quelle – griesgrämig – stöbern) von Ulli Gaus und dem Blog „Café Weltenall“.

Da sich der Beitrag mit meiner eigenen Reaktion auf eine verstörende Nachricht beschäftigt, hinterlasse ich an dieser Stelle eine Triggerwarnung zu den Themen #Tod, #schlechte Nachrichten, #Pietätlosigkeit und #Trauer.

♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦

Der Schockmoment

Als ob es erst gestern gewesen wäre, sehe ich mich wieder an diesem 22. November vor 23 Jahren in der Küche meiner kleinen Singlewohnung stehen und Zwiebeln für mein Leibgericht feinhacken.

An diesem schönen Tag konnte nicht einmal die griesgrämige Stimme des Radiosprechers, der so wie jeden Samstagmorgen gerade eine Musiksendung moderierte, meine gute Laune trüben. Jedenfalls dachte ich das, aber da hatte ich die Elf-Uhr-Nachrichten noch nicht gehört.

„Sydney. In den frühen Morgenstunden wurde der Sänger Michael Hutchence tot in seinem Hotelzimmer aufgefunden. Hutchence war der Sänger der australischen Band INXS, die 1987 mit dem Album KICK ihren weltweiten Durchbruch feierte. Die Ursache seines Todes ist noch unklar. Nicht näher benannten Quellen zufolge handelte es sich um Suizid oder einen Unfall.

Bonn. Bundesfinanzminister Theo Waigel …“

Der Rest der Sendung verhallte von mir unbeachtet. Die Nachricht (nein, nicht die mit dem Minister, sondern die davor) für einen schlechten Scherz haltend, stand ich wie gelähmt da und ließ das Messer in der Zwiebel stecken, die nicht an meinen Tränen schuld war.

Natürlich traf beides nicht zu, und dennoch musste ich die nächste Nachrichtensendung abwarten, um mich zu vergewissern, dass ich mich nicht verhört hatte – schließlich hatte ich kein Internet, in dem ich hätte stöbern können, geschweige denn einen Computer. Lange musste ich nicht warten, denn mit der pietätlosen Bemerkung des Moderators der nächsten Sendung über ein voraussichtlich zu Weihnachten erscheinendes Best-of-Album stand die Endgültigkeit fest, mit der dieser Samstag für mich von einem sonnigen zu einem rabenschwarzen Tag geworden war.

♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦

252 Wörter, mein Beitrag zum Totensonntag. Wenn ich so darüber nachdenke, konnte ich Jahre später nachempfinden, wie sich eine meiner Bekannten bei der Nachricht vom Tod Michael Jacksons gefühlt hat oder wie es wie es meiner Mutter beim Tod von John F. Kennedy ging, der am 22.11.1963 einem Attentat zum Opfer fiel, obwohl man keinen dieser Tage miteinander vergleichen kann.

Aber die nächste Etüde zu diesen Wörtern ist schon in Planung, und sie wird garantiert nicht so traurig wie diese hier.

30-Days Song Challenge – Day #30


 

Day #30 : A song that reminds you of yourself

 

Zum Ende schenke ich mir nichts, denn „Still“ von Jupiter Jones beschreibt exakt das, was in mir vorging und wie ich mich fühlte, als mein Mann 2016 nur vier Wochen vor unserem fünfzehnten Hochzeitstag starb. 


 

Aber warum nur einen Song nehmen, in dem ich mich wiedererkenne? Man mag es sich kaum vorstellen, auf dem Papier oder am PC spiele ich liebend gern mit Worten, aber wenn es darum geht, mich mündlich auszudrücken, tue ich mich schon schwerer.

Eine Rede halten? Oh, bitte nicht. Oder im Meeting das Wort zu ergreifen… als Kind habe ich unter extremer Schüchternheit gelitten, das hängt mir auch heute noch teilweise nach. Und deshalb macht das Schlusslicht ein Song, der dieses Dilemma ganz gut auf den Punkt bringt (What is the name to call for a different kind of girl who knows the feelings but never the words):

 

Jupiter Jones – Still – https://www.youtube.com/watch?v=fgCOUO-s8nY INXS – To look at youhttps://www.youtube.com/watch?v=71YvHBkNWco

 

 

Das Werk zum Wort 50/52 : Stille

 

Willkommen zur 50. Woche des Projekts Das Werk zum Wort“ von Stepnwolf:

***

Ein Jahr lang jede Woche ein Wort. Dazu ein passendes Werk. Musikalisch, filmisch, literarisch. Alles geht. Alles darf. Solange sich das Werk dem Wort widmet. Und einige Worte zum Werk entstehen. Mitmachen darf jeder. Eine Woche lang. Bis zum nächsten Wort. Einfach in den Kommentaren euer Werk zum Wort verlinken. Und hier jede Woche das nächste Wort erwarten.“

***

Diesmal mit Triggerwarnung – das wird nicht fröhlich, sondern beschäftigt sich mit einem Thema, das auf viele abschreckend wirken könnte: der Trauer…  Enjoy the Silence? Das Lied hatte ich schon zu oft in letzter Zeit, und die Kombination aus Titel und Präsentation ist ein Paradoxon – aber wenn ich schon beim Thema bin: Da war doch noch was… Ah ja, Besinnlichkeit und

Stille:

Ist es nicht das, was wir uns in der Weihnachtszeit so sehnlich wünschen? Statt dessen haben wir eine Lärmorgie und größere Hektik denn je – daran muss ich bei Paradoxe Stille“ von Goethes Erben denken. Der Text spiegelt vordergründig meinen Eindruck wider. Alle schweigen vor sich hin und starren in ihre Smartphones, immer auf dem Sprung und getrieben von dem Gedanken, nur ja nichts zu verpassen. Die stille Zombie-Apokalypse. Auszüge gefällig? Bitte sehr: Paradoxe Stille, die Zeit erstickt im Farbenrausch (…) die Zeit verliert den Halt im Raum (…) Augen fragen: Warum ich? (…) Jeder schreit, gehört wird nichts (…) Warum jeder, nur nicht ich? und so weiter, und so fort.

Aber ich will nicht zu schnell urteilen. Vielleicht dröhne ich mich an manchen Tagen auch aus ganz anderen Gründen mit lauter Musik aus meinem Smartphone zu.

Wenn, der ganze Lärm die Stille kleinhalten soll – eine bestimmte Art von Stille, die mir in den Sinn kommt, wenn ich an das Lied „Still“ von Jupiter Jones denke, das meinen schon drei Jahre währenden Trauerprozess so treffend beschreibt. Video: https://www.youtube.com/watch?v=fgCOUO-s8nY

Ein geliebter Mensch ist gegangen. Für immer. Und wird nie wiederkehren. Bis man das erfasst hat, ist das ein harter Weg und die Stille nur schwer zu ertragen. Oder sehnt man sich die Stille herbei und wünscht, dass die ganze Welt für immer schweigen möge? Ein schmerzhafter Prozess, der wahrscheinlich niemals enden wird, und an jedem Weihnachten und zu jedem Jahreswechsel spüre ich Andys Fehlen wieder und wieder. Oder wenn mich etwas an glückliche, gemeinsam miteinander erlebte Zeiten erinnert.

Alle Uhren schwiegen – die Zeit kam zum Erliegen“… die Welt dreht sich für alle anderen weiter, aber man selbst ist in den ersten Tagen wie erstarrt, wie eingefroren. Amputiert und abgeschnitten von der Welt habe ich mich gefühlt.

Die Stille schob sich zwischen mich und die Welt wie ein Nebel, durch den nichts an mich herandrang. Da wurde sie laut, die Stille. Erdrückend und übermächtig: „Als Stille bei uns wohnte anstatt Dir.“Ob die Stille jemals ein Freund von mir werden wird? Die Zeit wird es weisen.

Das nächste Wort: Schnee

Das Werk zum Wort 9/52 : Trauer

 

Triggerwarnung: Dieser Beitrag dreht sich um die Themen Tod und Trauer, wie man der Überschrift entnehmen kann – in meinem Fall betrifft es mich persönlich. Daher bitte ich schon jetzt die um Verzeihung, die damit nicht gut umgehen können.

 

Nach diesem Vorwort komme ich nun zur Woche 9 des Projekts „Das Werk zum Wort“ von Stepnwolf – 43 weitere sollen folgen; nur werde ich nicht bei allen dabei sein.

***

Ein Jahr lang jede Woche ein Wort. Dazu ein passendes Werk. Musikalisch, filmisch, literarisch. Alles geht. Alles darf. Solange sich das Werk dem Wort widmet. Und einige Worte zum Werk entstehen. Mitmachen darf jeder. Eine Woche lang. Bis zum nächsten Wort. Einfach in den Kommentaren euer Werk zum Wort verlinken. Und hier jede Woche das nächste Wort erwarten.“

***

Wenn mich das Thema der letzten Woche schon herausgefordert hat, so tut es das heutige noch etwas mehr, denn es geht mich persönlich an:

Trauer

Irgend jemand hat mal geschrieben „Je älter man wird, desto näher kommen die Einschläge“. Daran mag etwas sein, aber wenn man wie ich mit Mitte Zwanzig damit konfrontiert wird und die Trauer nicht zulässt oder sie gar verdrängt, dann rächt sich das Jahre später umso mehr. Einen der beiden nächsten Angehörigen, der die wichtigste Person in meinem Leben gewesen ist, durch Suizid zu verlieren, ist etwas, das ich niemandem wünsche. Selbstvorwürfe, Schuldzuweisungen und die zwölf Jahre zu spät gekommene Erkenntnis, dass es seine ureigenste Entscheidung war, von der ihn niemand hätte abhalten können… all das kommt auch Jahre später, von Zeit zu Zeit wieder hoch, und das ist etwas, das ich wohl niemals werde ablegen können.

Vierundzwanzig Jahre später dann den geliebten Partner (von dem ich gedacht hatte, dass ich mit ihm alt werde würde) durch einen Herzinfarkt zu verlieren, dieser schwarze Tag liegt nun auch schon etwas mehr als zwei Jahre zurück. Und auch wenn ich letztes Jahr gemerkt habe, wie die Freude am Leben bei mir nach und nach wieder zurückkehrt, wo wird mich diese Trauer auf lange Sicht vermutlich nicht verlassen. Nur werde ich diesmal den Fehler, sie zu unterdrücken, nicht mehr machen.

Letztes Jahr am 7. Oktober, genau einen Tag nach seinem Todestag kam wie aus dem Nichts dieses Brett. Da surfte ich ziellos auf youtube herum und landete bei einem Video, das aus Szenen des Films „Die Frau des Zeitreisenden“ besteht (Quelle: https://youtu.be/sDJ1HKxih2k)

 

 

 

 

 

Die Musik taucht vermutlich an keiner Stelle in dem Film auf, und ich frage mich, warum derjenige, der das Video hochgeladen hat, diesen Song (geschrieben von Andrew Farriss und Desmond Child) aud dem Jahr 2005 ausgewählt hat.

Der folgende Auszug aus dem Text symbolisiert das, was ich in der ersten Zeit nach Andys Tod empfunden habe. Warum noch an morgen denken? Die Welt soll aufhören, sich zu drehen, was sie natürlich nicht tut.

 

Here I am, lost in the ashes of time, but who wants tomorrow?
In between the longing to hold you again
I’m caught in your shadow, I’m losing control
My mind drifts away, we only have today

 

Auch wenn in dem Film er nicht wirklich stirbt, sondern in der Zeit hin und her geschickt wird, so fühlt es sich für sie vermutlich jedesmal wie erneutes Sterben und wie ein Abschied für immer an.

 

„As I let you go I will find my way“


In meinem Fall fällt mir das Loslassen, noch immer nicht leicht. Und wann es soweit ist, kann ich nicht sagen.

 

Das nächste Wort ist „Theater“