# Writing Friday 2020 – Februar, 8. Woche : Als die Uhren rückwärts liefen

 

Stell Dir eine Welt vor, in der alles möglich ist. Beim #Writing Friday auf dem Blog von elizzy kann das jeder ausprobieren und seinen Gedanken Ausdruck verleihen, egal in welcher Form, und zwar zu vorgegebenen Themen, die am Ende meines Beitrags aufgeführt sind.

Nach dem Murmeltiertag (2. Februar) und dem Valentinstag (14. Februar) hebe ich heute einen eigens erfundenen Tag aus der Taufe: den Verkehrte-Welt-Tag, denn der Karneval geht in seine letzte und entscheidende Phase…

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Als die Uhren rückwärts liefen

 

Die Uhren liefen rückwärts, als der Zwerg aus dem Nebel auf mich zugeschossen kam, gleich nachdem ich das Plakat gesehen hatte:

NEU IN DER STADT – DER SKULPTURENGARTEN – 2. NOVEMBER FEIERLICHE ERÖFFNUNG.

Wow! Das ist ja schon morgen!“ hatte ich überrascht ausgerufen und meine neue Bekanntschaft aus dem Bogside fragen wollen, ob sie nicht Lust hätte, mich dort hin zu begleiten, doch plötzlich war dieser kalkweiße Winzling aus dem Nichts aufgetaucht und hatte sich mir mit einem Sprung in den Weg gestellt. Ich hatte wirklich nur kurz geblinzelt, weil ich meinen Augen kaum getraut hatte. Eine Statue aus dem Park? Eigentlich eher so eins dieser kitschigen Engelchen, wie man sie zu Tausenden in diesen Dekoläden findet – Schnickschnack, den die Welt nicht braucht. Damit kann man mich ja meilenweit jagen. Wenn ich es nicht besser gewusst hätte, dann hätte ich schwören können, dass es dieser Gnom auf mich abgesehen hatte. Hey Kleiner, hatte ich noch gedacht, Halloween war gestern – Du kannst mit der Maskerade aufhören.

Maskerade? Die Erkenntnis kam leider zu spät. Jagen wollte hier nur einer, und zwar das Engelchen aus weißem Marmor. Das war kein Mensch. Aber auch keine Statue. Ich weiß nicht, was es war, aber es war hinter mir her. Und es war gnadenlos. Verschwunden war das sanfte Lächeln auf seinem Gesichtchen; als ich mir ungläubig die Augen gerieben hatte, nur für einen winzigen Moment, da hatte ich es am Hals.

Beim Anblick seiner schrecklichen Fratze wurde mir eiskalt, und ich konnte nicht mal mehr schreien. Innerhalb eines winzigen Augenblicks geschahen mehrere Dinge gleichzeitig: Während um mich herum alles vorbei raste und zu einer undeutlichen Masse Schatten in unterschiedlichen Grautönen verschwamm, flammte das Zifferblatt meiner Armbanduhr gestochen scharf in der Dunkelheit auf. Die Zeiger rannten nicht nur entgegen ihrer üblichen Richtung, sie drehten förmlich durch. Als sie mit einem Ruck stoppten, bekam das Glas des Zifferblatts einen Sprung, während sich die Zeiger ineinander verhakten. Ich wurde so heftig zu Boden gerissen, dass ich für einen Moment die Besinnung verlor. Irgendwo in der Schwärze um mich herum heulte ein Kauz.

Als ich wieder zu mir kam, war es immer noch dunkel. Nebel wallte aus dem Park, und ein Absperrband bewegte sich sanft im Wind hin und her. Viel Zeit war wohl nicht vergangen. Und doch… Aus der Ferne drangen Stimmen durch den Nebel – Stimmen, die ich kannte: Die einer Frau.. Lara? Und eine, die wie meine eigene klang. Ach nee… Die Fetzen, die ich von ihrer Unterhaltung aufschnappte, kannte ich! Stop! Irgendwas war mit einem von den drei Guinness nicht in Ordnung gewesen, oder woher kam auf einmal diese Halluzination? Oder dieses verflixte Engelchen, das auf mich losgegangen war, hatte mir irgendein Zeugs verabreicht. Mich konnte es doch unmöglich zweimal geben! Lara und ihr elender Fimmel, was Zeitreisen anging. Das war doch alles dummes Zeug! Mir war das alles viel zu abgehoben. Aber nun war es genau der eine Satz, den sie im Lauf des Abends fallengelassen hatte: Never cross your own timeline!

Das hier war ein anderes Kaliber als die absurde Drohung „Never type ‚Google‘ into Google – you might break the internet“: Die eigene Zeitlinie zu durchkreuzen führt zu fürchterlichen Folgen, sowohl für einen selbst als auch für andere. Das bedeutete, dass ich unter keinen Umständen mir selbst über den Weg laufen durfte. Niemals durfte das geschehen, und so tat ich das erstbeste, das mir in den Sinn kam: Ich robbte auf dem Bauch in Richtung Fahrbahn und kroch unter einen geparkten Van. Welch heldenhafte Tat. Eines echten Feiglings würdig. Und dennoch die einzig akzeptable Lösung zu diesem Zeitpunkt für dieses Dilemma. Mir auszumalen, was passiert wäre, wenn ich mir selbst gegenüber gestanden hätte, überstieg meine Vorstellungskraft.

Allgemein herrscht ja die Vorstellung, dass man an der Schwelle des Todes sein ganzes Leben im Zeitraffer an sich vorbeiziehen sieht, aber hier war es nicht mein Leben, das ich wie einen Film ablaufen sah, sondern ein Teil der vergangenen Stunden. Und ein Licht, in das ich gehen konnte, gab es auch nicht. Nur Dunkelheit, Nebel und diese gruselige Gestalt in Form einer Putte, die mein hinter Lara hergehendes Ich berührte, das auf der Stelle verschwand. Wie vom Donner gerührt, blieb sie stehen und schaute dem marmornen Nackedei nach, wie er kichernd im Nebel verschwand. Die Luft war rein.

Der Engel hatte keine Ahnung, dass ich ihn bei seinem Treiben beobachtet hatte und mich nun voll auf Lara konzentrierte. Sie wollte doch nicht? Nein, bitte, dachte ich, Du wirst doch nicht so blöd sein, und ihm blindlings hinterher stürzen? Sie schien zu überlegen, noch unschlüssig, was sie als nächstes tun sollte, aber jederzeit bereit zum Sprung. Warte noch, stöhnte ich vor Schmerz. Die Wucht meines Aufpralls war doch stärker als ich dachte. Ächzend kroch ich unter dem Van hervor und versuchte, mich Lara bemerkbar zu machen. „Wie spät ist es?“, war das einzige, was ich noch herausbrachte, bevor sie mir das Zifferblatt ihrer Armbanduhr zeigte und im dunklen Park verschwand, um die Verfolgung desjenigen aufzunehmen, der an meiner Zeitschleife Schuld war. Und was, wenn sie scheiterte? Wenn sie ihn vergeblich in der Dunkelheit suchte? Oder noch schlimmer, wenn er sie auch noch erwischte? Nein, das musste ich unbedingt verhindern. Mühsam erhob ich mich und humpelte in den Park hinein, ohne zu wissen, was mich erwartete.

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Die dritte Story über Begegnungen mit meinen Lieblings-Aliens aus der Sci-Fi-Serie „Doctor Who“, als Teil einer Kette von Ereignissen, die jetzt schon geradezu nach einer Fortsetzung schreit… Kommt Zeit, kommt Rat, und das Jahr hat noch zehn weitere Monate.

Hier nochmal die Themen für den Februar:

1) Eine rote Rose erzählt aus ihrem Alltag, berichte davon. +++ 2) Schreibe eine Geschichte und flechte darin folgende Wörter mit ein: Gänsehaut, Libelle, rundherum, aufgeschrieben, 5 Jahre +++ 3) Schreibe eine Geschichte, die mit dem Satz “Die Uhren liefen rückwärts, als…” beginnt. +++ 4) Welches Buch hat dich als Teenager (von 13 – 18) begeistert? Magst du es heute auch noch? +++ 5) Schreibe eine “Streit-Szene” – egal ob zwischen einem Paar, Geschwistern oder Freunden – wichtig ist hierbei das Üben eines Dialoges. Lasse aber Beschimpfungen aus und versuche den Konflikt am Ende zu beseitigen.

Regeln: Jeden Freitag wird veröffentlicht. +++ Wählt aus einem der vorgegebenen Schreibthemen. +++ Schreibt eine Geschichte/ein Gedicht/ein paar Zeilen – egal, Hauptsache ihr übt euer kreatives Schreiben. +++ Vergesst nicht, den Hashtag #Writing Friday und den Header zu verwenden, schaut unbedingt bei euren Schreibkameraden vorbei und lest euch die Geschichten durch. +++ Habt Spaß und versucht, voneinander zu lernen.

# Writing Friday 2020 – Februar 7. Woche : Let me show you the world in my eyes

 

Die zweite Februarausgabe des #Writing Friday auf dem Blog von elizzy fällt dieses Jahr auf ein Datum, das sich viele Verliebte in ihren Kalender eingetragen haben: den Valentinstag. Als Single feiere ich ihn zwar nicht, bedauere aber auch nicht, es nicht zu tun – eben weil dieser Tag nie eine feste Konstante in meinem Leben gewesen ist. Dennoch: Was passt heute besser als das erste der fünf Schreibthemen?

Eine rote Rose erzählt aus ihrem Alltag, berichte davon.

Eine Rose ist eine Rose ist eine Rose? Nicht immer ist alles so, wie es scheint.

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Let me show you the world in my eyes

 

Ach, wenn ihr die Welt doch nur mit meinen Augen sehen könntet! Ihr würdet weniger schlechte Reime verzapfen…

Sei wie das Veilchen im Moose, sittsam bescheiden und rein und nicht wie die stolze Rose, die immer bewundert will sein“

… Ich wette, diesen Spruch kennen noch viele aus ihrer Schulzeit, als alle so ein Poesiealbum hatten. So ein kleines Büchlein, in das die Mitschüler ein Sprüchlein oder Gedicht hineinschreiben und mit mehr kitschigen Bildchen verzieren durften. Aber was rede ich – so etwas kennt doch heute keiner mehr. Aber im Gegensatz zu solchen Alben sterben manche Sprüche wohl nie aus. Am liebsten hätte ich der Mutti, die ihn heute in unserem Laden losgelassen hat, eine mit meinen Dornen gepiekst. So eine Bemerkung in meiner Gegenwart… hallo – geht’s noch???!!! Was ist denn bitte falsch daran, stolz zu sein? Und wer keine Bewunderung mag, macht sich selbst was vor. Das sieht ihnen ähnlich – nur weil sie selbst keinen Spaß im Leben haben, wollen sie ihn unsereins auch nicht gönnen.

Veilchen im Moose… diese unscheinbaren Dinger, die nur in Gruppen Gefallen finden, sind im Februar nicht gerade der große Renner. Können Sie sich eine Frau vorstellen, die zum Valentinstag einen Topf mit Veilchen geschenkt bekommt? Wirklich? …. Sehen Sie, keiner kann das, und darum gehen heute meine Freunde, mit denen ich heute dicht an dicht in mit Wasser gefüllten Eimern stehen, weg wie warme Semmeln. Stunde um Stunde lichten sich unsere Reihen, und meist sind es Männer aller Altersgruppen, die heute zum Klassiker greifen, um ihrer Liebsten ein Geschenk zu machen: Rote Rosen und Pralinen. Blumen und Schokolade – das zieht immer.

In der Regel wählen die meisten eine einzelne langstielige Blume, die in einer edlen Glasvase besonders gut zur Geltung kommt, wobei auch der ein oder andere Angeber erscheint, der gleich ein ganzes Bukett erstehen möchte. Hauptsache Masse: Je üppiger der Strauß, desto größer das schlechte Gewissen. Da – schon wieder so einer.

Nach ein paar Kunden, die Tulpen passender fanden, betritt einer den Laden, der eine ganz abgefahrene Idee für den romantischsten aller Tage im Februar hat: Er möchte seiner Angebeteten ein Bad einlassen, die Wohlfühl-Oase mit Kerzen erleuchten und zum Schluss Unmengen von Rosenblüten auf der Wasseroberfläche verteilen. So wie in dem Film „American Beauty“ – deshalb auch die fünfzig roten Rosen von einer Sorte, die eher runde statt länglicher Blütenblätter ausgebildet hat. Sadist! Mörder! Frevler! Meinen armen Freunden die Blüten einzeln ausrupfen – wetten, dass dieser Leichenschänder schreien würde, wenn man ihm jedes Haar einzeln ausreißt? I’m gonna lay you down on a bed of roses… ja, und dann traktieren wir alle ihn mit unseren Dornen, bis er um Gnade fleht!

Ach herrje, ich schweife ab. Nachdem dieser „feine Herr“ trotzdem seine Rosen bekommen hat, nahen schon die nächsten Kunden. So langsam geht es auf Mittag zu, und außer mir sind nur noch wenige meiner Brüder und Schwestern bei mir. Ach, wie schön fände ich es, wenn man mich auswählen würde, um mich einem kranken Menschen zu schenken. Oder einer frischgebackenen Mutter. Das würde mir gefallen. Ein Mädchen nähert sich. Alles an ihr ist schwarz. Die Hosen, das Shirt, die fingerlosen Handschuhe; selbst ihre Augen sind dick mit Kajal umrandet. Natürlich schwarz. Was auch sonst. Doch halt… ich nehme etwas Rotes an ihr wahr. Die Vorderseite ihres Shirts ziert eine rote Rose. Ach, jetzt wird’s interessant. Eine Rosenliebhaberin. Warum nicht gleich so? Das ist natürlich etwas ganz anderes. Stolz werfe ich mich in Pose und richte mich zu meiner vollen Größe auf.

Aber was ist das? Ich werde aus dem Wasser gezogen und in Folie gewickelt. Seit wann ist Papier denn out? Hilfe, ich bekomme keine Luft, kann kaum noch atmen. So eine Barbarei. Ich bin eingezwängt und kann mich nicht rühren. Aber der absolute Gipfel der Unverschämtheit ist der Zweck meines Kaufs. Von wegen Valentinstag, und so eine rote Rose als Zeichen allertiefster Zuneigung. Ja, für den Liebsten oder die Freundin. Aber ich soll doch tatsächlich heute Abend beim Konzert aus dem Publikum auf die Bühne geschleudert werden. Depeche Mode in Concert. Bitte was??? Melli oder Jenny oder Jessie – leider verstehe ich bei dem Foliengeknister nur die Hälfte – will mich… MICH!!!… dem von ihr angebeteten Dave, dem Mann ihrer Träume zuwerfen. Sie ist unsterblich in ihn verliebt und hofft, dadurch seine Aufmerksamkeit zu gewinnen.

Entkommen ist zwecklos. Sie verfrachtet mich in ihren Rucksack. Dunkel ist es hier drin, und es müffelt unangenehm nach Patschuli. Noch ein paar Stunden in diesem Gefängnis, und ich dufte genauso „angenehm“ wie meine Umgebung. Ja, wirf mich nur auf die Bühne – Mr. Gahan wird begeistert sein und sich ohne Zweifel dank dieses infernalischen Gestanks noch lange an Dich erinnern. Doch für mich wird dies das Ende sein, wenn sie mich nach dem Gig zusammen mit Dutzenden anderer Blumen entsorgen.

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Die Schreibthemen für den Februar:

1) Eine rote Rose erzählt aus ihrem Alltag, berichte davon. +++ 2) Schreibe eine Geschichte und flechte darin folgende Wörter mit ein: Gänsehaut, Libelle, rundherum, aufgeschrieben, 5 Jahre +++ 3) Schreibe eine Geschichte, die mit dem Satz “Die Uhren liefen rückwärts, als…” beginnt. +++ 4) Welches Buch hat dich als Teenager (von 13 – 18) begeistert? Magst du es heute auch noch? +++ 5) Schreibe eine “Streit-Szene” – egal ob zwischen einem Paar, Geschwistern oder Freunden – wichtig ist hierbei das Üben eines Dialoges. Lasse aber Beschimpfungen aus und versuche den Konflikt am Ende zu beseitigen.

 

Die Regeln:

Jeden Freitag wird veröffentlicht. +++ Wählt aus einem der vorgegebenen Schreibthemen. +++ Schreibt eine Geschichte/ein Gedicht/ein paar Zeilen – egal, Hauptsache ihr übt euer kreatives Schreiben. +++ Vergesst nicht, den Hashtag #Writing Friday und den Header zu verwenden, schaut unbedingt bei euren Schreibkameraden vorbei und lest euch die Geschichten durch. +++ Habt Spaß und versucht, voneinander zu lernen.

# Writing Friday 2020 – Februar, 6. Woche : Laras Entscheidung

 

Es ist wieder soweit bei elizzys #Writing Friday dem Schreibprojekt zum Mitmachen für alle, egal in welcher Form auch immer (Kurzgeschichte, Gedicht u.a.). Fünf Themen stehen auch diesen Monat wieder zur Auswahl, und als Einstieg habe ich das Folgende gewählt:

2) Schreibe eine Geschichte und flechte darin folgende Wörter mit ein: Gänsehaut, Libelle, rundherum, aufgeschrieben, 5 Jahre

Inspiriert vom Murmeltiertag, habe ich diese Kurzgeschichte am 2.2.2020 (2:20 p.m.) verfasst, doch entgegen aller Spekulationen spielt sie nicht in Punxsutawney (Pennsylvanien), sondern in einer nicht näher bezeichneten Stadt.

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Laras Entscheidung

Lara schloss die Augen und nippte an ihrem Glas. Ruhig, sagte sie sich selbst, bleib ganz ruhig, und atmete bewusst durch. Dabei musste sie an die Worte denken, die sie aufgeschrieben und an den Kühlschrank gepinnt hatte. „Beende angefangene Dinge, und Du erhältst inneren Frieden.“ Eigentlich war der Sinn hinter ihnen ein anderer und nicht die Anweisung an ihren Bruder, angefangene Lebensmittel oder die von der Party übriggebliebenen Spirituosen zügig aufzubrauchen. Angefangene Dinge beenden…

Lara seufzte und nahm noch einen Schluck von dem schweren Barolo, dessen tiefrote Farbe allein schon eine beruhigende Wirkung auf sie hatte. Angefangene Dinge beenden – das klingt so einfach, wenn es sich um eine Tüte Chips oder eine Flasche Milch handelt, aber eine Entscheidung zu treffen, die ihr ganzes Leben in eine andere Bahn lenken würde, war etwas völlig anderes und mit so etwas banalem wie dem Aufräumen der Wohnung nach einer Party wohl kaum zu vergleichen. Nein, diese Aufgabe war größer und würde ihr einiges abverlangen.

Wie durchbricht man einen Kreislauf, in den man nur durch puren Zufall geraten ist und dem man seitdem nicht entkommen kann? Ein Kreislauf, an dessen Beginn man sich nicht mehr erinnern kann? Lara waren nur noch zwei Fixpunkte geblieben: Jenes unsägliche Halloween, an dem sie Paolo zum ersten Mal begegnet war und jede weitere zukünftige Begegnung mit ihm. Dass sie durch die Abfolge von unterschiedlich langen Zeitschleifen jegliches Zeitgefühl verloren hatte, war längst nicht das Schlimmste. Wenn sie die Zeiträume zusammenzählte, in denen sie ihre Vergangenheit wieder und wieder durchlebte, kam sie gut und gerne auf fünf Jahre.

Mit Bedauern dachte sie daran, wie dumm sie doch gewesen war und die Euphorie sogar noch genossen hatte, in die Vergangenheit zu reisen und an gewissen Stellschrauben drehen zu dürfen. Wie überlegen sie sich doch gegenüber Tim gefühlt hatte, der ebenfalls von einem Weinenden Engel in die Vergangenheit versetzt worden war. Doch diese Putte war noch klein gewesen und ihre Fähigkeiten noch nicht voll entfaltet. Sie dagegen hatte das „Vergnügen“, nicht bloß die letzte halbe Stunde erneut zu erleben, bei ihr ging es um andere Zeiträume: Mal sechs Monate, mal drei, dann wieder nur zwei Wochen… sie war immer nur für kurze Zeit von Paolo zurückgeschickt worden, und wenn sie sich dann endlich wieder gegenüber standen, überkam sie stets ein Schauer. Zu gerne hätte sie ihn länger berührt, aber genau das war nicht möglich.

Eine Berührung mit einem Weinenden Engel genügte, und man landete irgendwo in der Vergangenheit, je nachdem, wie viel Energie der Engel aus diesem Zeitsprung zu gewinnen suchte. Paolo mochte zwar aus der Art geschlagen sein, und ganz am Anfang hatte sie sich sogar noch auf die Begegnungen mit ihm gefreut. Doch das verliebte Kribbeln, die berühmten Schmetterlinge im Bauch, war längst vergangen. Inzwischen waren Lara diese ständigen Wiederholungen nur noch lästig. Wenn es doch wenigstens so gewesen wäre wie in „Und täglich grüßt das Murmeltier“ oder wie in jenen Geschichten von Leuten, die die Lottozahlen, Sportergebnisse oder Aktienkurse eines bestimmten Datums in der Zukunft kennen und durch die Anwendung ihres Wissens stinkreich werden. Leider hatten Laras Zeitschleifen die unangenehme Eigenschaft, sich gelegentlich zu verändern, und damit auch ihr Leben. „Change keeps us moving on“? Lara schnaubte verächtlich. Für alle anderen vielleicht, aber nicht für sie. Die einzigen Veränderungen, die sie erlebte, fanden in der Vergangenheit statt. Eine Vergangenheit, die sich stets zwischen zwei Fixpunkten abspielte. Eine Vergangenheit ohne Wechsel der Jahreszeiten: keine Schneeglöckchen im Frühling, keine Libellen im Sommer… Ein Leben im Reset-Modus, gefangen zwischen Herbst und Winter, ein Leben ohne Zukunft. Doch damit würde heute und für immer Schluss sein.

In Gedanken ging sie die vor ihr liegenden Stunden und ihren Plan noch einmal durch. Am späten Nachmittag sollte das Treffen im Park stattfinden. Zeit und Ort hatte sie mit Bedacht gewählt, denn damit konnte sie gleich zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen: Es wäre noch hell genug für das, was sie vorhatte, und dass sich an der verabredeten Stelle andere Menschen aufhielten, war nicht zu erwarten. Zum Glück, denn wenn es etwas gab, das sie nicht brauchen konnte, so waren es Zeugen. Sie würden alles nur völlig unnötig komplizerter machen.

Wie schon bei ihrem ersten Zusammentreffen, waberte Nebel in der Nähe des Eingangs zum Park. Früher wäre Lara erschaudert, aber jetzt kümmerten sie solche Kleinigkeiten nicht mehr. Entschlossen betrat sie den Skulpturengarten und schaute sich um. Sie war jetzt bis zu dessen Zentrum vorgedrungen und auf ihrem Weg dorthin keinem Menschen begegnet. Kein Wunder, die Bäume rundherum wirkten in ihrer Kahlheit trostlos und unheimlich, und weil die Sonne nicht schien, war der Park heute kein einladender Ort. Spaziergänger bevorzugten in der Regel schöneres Wetter und eine ansprechendere Umgebung. Doch für ihre Zwecke war dieser Umstand perfekt.

Das Geräusch hinter ihr kannte Lara zur Genüge. Jedes Mal dasselbe Knirschen von Marmor auf Kies. Und jedes Mal lief ihr dieselbe Gänsehaut den Rücken hinunter. Reiß Dich zusammen, versuchte sie sich innerlich für das zu wappnen, was nun kam. Nur noch wenige Meter trennten sie und Paolo voneinander. Ihre Hände fest in den Manteltaschen vergraben, drehte sie sich langsam um. Jetzt bloß nicht falsches tun. DON’T BLINK. Jedenfalls noch nicht jetzt. Ihre Finger legten sich um das kühle, sich seidig anfühlende Tablet, bereit zum Schuss. Bereit zum Angriff auf das ahnungslose Opfer. Doch versuchen Sie mal, nicht zu blinzeln, wenn Sie an nichts anderes denken können. Dreimal dürfen Sie raten, was dann passiert. Und wenn Sie sich mit einem solchen Engel konfrontiert sehen…

Nur noch wenige Sekunden blieben Lara, dann würde sich Paolo mit ausgebreiteten Armen auf sie stürzen und sie an sich ziehen. Wenn sie nicht erneut auf Zeitreise geschickt werden wollte, dann musste sie handeln, und zwar schnell. BLINK! Genau jetzt! Lara stellte sich in Position und riss ihr Tablet am ausgestreckten Arm in die Höhe und brachte es zwischen sich und Paolo. „Es ist aus! Für immer!!!“ schrie sie aus Leibeskräften, und auf Paolos Gesicht erschien ein Ausdruck des Entsetzens, als er auf der Tabletoberfläche sein eigenes Spiegelbild erblickte. Dann erstarrte er auf der Stelle zu Stein.

Wer ebenfalls erstarrte, war Lara. Zu spät erkannte sie, dass in dem Augenblick, als der grelle Blitz während des Fotografierens aufgeflammt war, Paolo nach ihrer Hand gegriffen hatte und diese fest umklammert hielt. Noch einmal flackerte der Blitz auf, dann fiel das Gerät zu Boden und verstummte augenblicklich. Es wurde schwarz, und das einzige, was außer einem Haufen unbrauchbarer Elektronikteile übrig blieb, war Laras Handschuh in Paolos verkrümmten Fingern.

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Nach diesem offenen Ende gibt es noch einmal einen Überblick über die Themen dieses Monats und die Regeln:

Die Schreibthemen im Februar: 1) Eine rote Rose erzählt aus ihrem Alltag, berichte davon. +++ 2) Schreibe eine Geschichte und flechte darin folgende Wörter mit ein: Gänsehaut, Libelle, rundherum, aufgeschrieben, 5 Jahre +++ 3) Schreibe eine Geschichte, die mit dem Satz “Die Uhren liefen rückwärts, als…” beginnt. +++ 4) Welches Buch hat dich als Teenager (von 13 – 18) begeistert? Magst du es heute auch noch? +++ 5) Schreibe eine “Streit-Szene” – egal ob zwischen einem Paar, Geschwistern oder Freunden – wichtig ist hierbei das Üben eines Dialoges. Lasse aber Beschimpfungen aus und versuche den Konflikt am Ende zu beseitigen.

Die Regeln: Jeden Freitag wird veröffentlicht. +++ Wählt aus einem der vorgegebenen Schreibthemen. +++ Schreibt eine Geschichte/ein Gedicht/ein paar Zeilen – egal, Hauptsache ihr übt euer kreatives Schreiben. +++ Vergesst nicht, den Hashtag #Writing Friday und den Header zu verwenden, schaut unbedingt bei euren Schreibkameraden vorbei und lest euch die Geschichten durch. +++ Habt Spaß und versucht, voneinander zu lernen.

 

# Writing Friday 2020 – Januar, 5. Woche : Das erste Buch in diesem Jahr

 

Einer muss immer der erste sein, und wenn’s der Kandidat für die 5. Aufgabe des Schreibprojekts #Writing Friday auf dem Blog von elizzy ist. Anstatt mir selbst etwas auszudenken, dürfen es heute mal ein paar Worte über die Kreativität anderer Leute sein: Welches ist das erste Buch, das du dir im neuen Jahr gekauft hast? Stelle es kurz vor – wieso war es dieses?

Ich lese gerne Krimis und Thriller. Auch makaber dürfen sie gerne sein. Wenn es zu brutal wird, stößt mich das eher ab – wenn aber die Brutalität durch den Kakao gezogen wird und der Autor einen gewissen Trend bei sogenannten Life Coaches und Ratgebern für alle Lebenslagen aufs Korn nimmt, dann werde ich neugierig.

Ein schönes Beispiel für absurde Komik, gepaart mit knallharter Kriminalität, bietet „Achtsam morden“ von Karsten Dusse, mit dem sinnigen Untertitel „ein entschleunigter Krminalroman“, der sich um einen Anwalt dreht, der von seiner Frau wegen seiner unausgeglichenen Work-Life-Balance zu einem Achtsamkeits-Seminar geschickt wird, das sich am Ende nützlicher erweist als geahnt. Denn als ihn laut Beschreibung auf dem Einband sein Mandant Dragan in Schwierigkeiten bringt, befördert er ihn nach allen Regeln der Achtsamkeit geradewegs ins Jenseits. Der Weg ist frei für eine steile Mafiakarriere.

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Karsten Dusse : „Achtsam morden – ein entschleunigter Kriminalroman“

 

Anwalt Björn handelt im Namen seines Mandanten und versammelt alle dessen sogenannten Officer zu einem Meeting im Kindergarten. Dessen Übernahme steht als nächstes auf der To-Do-Liste – ein cleverer Schachzug, wenn man etwas von allen Beteiligten will. Und was Björn nicht will, ist ein Bandenkrieg mit Boris – statt dessen sähe er gerne eine gewisse Person mundtot. Schauen wir mal, wie man eine unangenehme Person aus dem Konzept bringt – Zitat (Seite 330):

Kennt ihr eigentlich noch den Schweigefuchs?“, fragte ich in die Runde. Kinderstühle, Fischstäbchen und der Wunsch nach Capri-Sonne hatten die Gruppe für weitere Kindheitserinnerungen geöffnet.

Sascha und Carla machten sofort das Handzeichen des Schweigefuchses in Richtung Toni.

Was bedeutet das?“, wollte Walter wissen.

Wer den Schweigefuchs gezeigt bekommt, muss das Maul halten“, erklärte Stanislav und zeigte Walter, wie der Schweigefuchs ging: Mittel- und Ringfinger auf den Daumen, Zeige- und kleiner Finger als „Ohren“ gespitzt.

Vier Schweigefüchse zeigten daraufhin auf Toni.

Toni schaute nur sprachlos. Er war Waffen und Fäuste als Argumente gewohnt. Mit Schweigefüchsen konnte er nicht umgehen. Ich machte weiter im Text. (Zitatende)

Achtsam morden“ von Karsten Dusse ist erschienen im Wilhelm Heyne Verlag, ISBN 978-3-453-43968-9 und umfasst 415 Seiten. Jedem Kapitel vorangestellt sind Zeilen aus dem Achtsamkeitsratgeber, den sich Björn während seines Coachings zu Gemüte führen darf und dessen Regeln er fortan bei allen weiteren Unternehmungen konsequent anwendet, mit teilweise verblüffenden Ergebnissen, die schreiend komisch geschildert werden. Schwarzer Humor ist genau das richtige für mich in dieser tristen Jahreszeit.

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Die Regeln des Projekts „Writing Friday“ auf dem Blog von elizzy sind diese:

Jeden Freitag wird veröffentlicht. +++ Wählt aus einem der vorgegebenen Schreibthemen. +++ Schreibt eine Geschichte / ein Gedicht / ein paar Zeilen – egal, Hauptsache ihr übt euer kreatives Schreiben. +++ Vergesst nicht, den Hashtag #Writing Friday und den Header zu verwenden, schaut unbedingt bei euren Schreibkameraden vorbei und lest euch die Geschichten durch. +++ Habt Spaß und versucht, voneinander zu lernen.

Und das waren die Schreibthemen für den Januar:

1) Erzähle von einem Vorsatz für 2020. Wieso willst du dieses Ziel erreichen? Wie sieht dein Plan aus? +++ 2) Schreibe eine Geschichte und flechte darin folgende Wörter mit ein: Geschenk, Pinguin, Tintenfass, ruhig, zart +++ 3) Schreibe eine Geschichte, die mit dem Satz: “Dieses Jahr wird fabelhaft, weil…” beginnt. +++ 4) Dein Tannenbaum möchte nicht entsorgt werden, berichte von seiner Flucht. +++ 5) Welches ist das erste Buch, das du dir im neuen Jahr gekauft hast? Stelle es kurz vor – wieso war es dieses?

# Writing Friday 2020 – Januar, 4. Woche : Obi-Wan

 

Ob ich beim Schreibprojekt #Writing Friday auf dem Blog von elizzy diesmal zu allen Themen etwas schreiben kann – die Frage bleibt für mich spannend. Weihnachten ist vorbei, die guten Vorsätze sind gefasst, der Fortsetzungsroman ist am Wachsen. Nach Teil eins und zwei muss Teil drei auf sich warten lassen, denn die vierte Aufgabe passt nicht dazu – sie lautet: Dein Tannenbaum möchte nicht entsorgt werden, berichte von seiner Flucht. Eine Übersicht über sämtliche Themen für den Januar und die Regeln findet Ihr am Ende dieses Beitrags.

 

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Obi-Wan

Love it, change it, or leave it. – Als dieses Sprichwort entstand, hat man nicht an mich gedacht. Love it? Really? Are you kidding me? Weihnachten geht maximal drei Tage, und dann gewährt man mir noch eine Gnadenfrist von knapp zwei Wochen? Den Rest des Jahres liege ich dann wieder zusammengeklappt in meiner Schachtel, bis wieder der Vierundzwanzigste naht. Ja, ja, alle Jahre wieder. Ich weiß… Als sie mich damals im Baumarkt holten, hoffte ich, dass wenigstens der Mann so helle sein würde, mich mal wie der Kollege seiner Frau schon Anfang Dezember aufzustellen, damit dessen Frau ihre Freude an ihm hat. Aber Fehlanzeige! Welche Chance habe ich Kunstbäumchen schon gegen eine echte Nordmanntanne… Ach ja – change it. Hm, wenn ich darauf warte, dass sich bei Madame was ändert, werde ich noch alle überleben. Einmal war es fast so weit – Madame hatte erwähnt, dass manche ihren Christbaum bis Mariä Lichtmess stehen lassen, aber da war im Hause S. vielleicht was los! Wie – den Baum den ganzen Januar stehen lassen? Du hast wohl nicht mehr alle Nadeln an der Tanne! Nix da – nach Heilige Drei Könige wird der Obi-Wan abgeräumt und weggepackt. Den Baum bis zum 2. Februar stehen lassen… Und täglich grüßt das Murmeltier. Da bleibt nur noch die dritte Option übrig: Leave it. Genau, einfach abhauen. Damit ihr alle mal wach werdet!“

Beleidigt feilte Obi-Wan an seiner Weihnachtsansprache. Besser gesagt an dem Bekennerschreiben, das er zu fälschen gedachte – das genauso echt war wie seine von ihm eigenhändig geplante Entführung. Darauf gekommen war er, als Frau S. mal wieder eine ihrer Lieblings-CDs durchs Haus hatte dröhnen lassen. Light beams from outer space, drifting to your satellite, your dish responds … Communication – disinformation – So entertaining“ – das geheime Leben der Bäume? Nein, Freunde der Nacht, sinnierte er vor sich hin, das geheime Kommunikationsnetz der Aliens. Eine Satellitenschüssel hatten Herr und Frau S. schon seit Jahren auf dem Dach installiert, und Herr S. hatte einen Teil seiner Freizeit in das Projekt „SETI“ (Search for Extraterrestrial Intelligence) investiert. Das Abhören des Himmels nach Signalen von außerhalb der Erde nahm ihn dermaßen in Anspruch, dass ihm mit Sicherheit nicht auffallen würde, wenn Obi-Wan nach außen kommunizieren würde. Er würde nicht mal bis ins All funken müssen; die erfolgreiche Aufnahme eines Kontakts zu anderen Leidensgefährten würde schon genügen.

Soweit die Theorie. Aber was nach einem ausgefuchsten Plan klang, entpuppte sich als schwieriger als von Obi-wan-Tannobi geplant. Den Namen hatte Andy dem künstlichen Bäumchen, das schon seit mindestens zehn Jahren treu und brav seinen Dienst tat, verpasst, nachdem er einen Glühwein zu viel intus gehabt hatte. Der arme Baum, einen noch blöderen Namen hatten sie ihm wohl nicht geben können – da half auch nicht die Drohung mit dem bösen Obi-Hörnchen. Im Gegenteil. Im nächsten Jahr hielt ein neuer Baumschmuck Einzug in den Haushalt: ein Eichhörnchen, aber Herr S. nannte es „das Obi-Hörnchen“. Zum Glück war das die letzte Peinlichkeit gewesen; dennoch hielt Obi-Wan hier nichts mehr – das Equipment für die Kommunikation stand – sein SOS, das er über die Lichterkette in den Vorgarten auf der anderen Straßenseite funkte, kam bei dem rotleuchtenden Stern der Nachbarn zwar mit Verzögerung an, aber dann flackerte sein Licht dreimal kurz auf, zum Zeichen, dass der Hilferuf vernommen worden war. Den Plan hinüberzumorsen, war ein Kinderspiel gewesen – was nun noch fehlte, war ein geeigneter Zeitpunkt. Und der kam schneller als erwartet.

Ding Dong! Frau S hechtete aus dem Badezimmer. Sie hatte sich gerade abgetrocknet und freute sich auf ihr samstägliches Pflegeritual, da schellte es Sturm. Der Paketbote! Mist – den hatte sie ja gar nicht mehr auf dem Radar gehabt. Ihr Mann war auch keine Hilfe, denn der saß schon wieder vor dem Rechner und war mit SETI beschäftigt. Außer Atem und ohne Schuhe hechtete sie nach draußen. Mit einem fulminanten Sprint erreichte sie das Hoftor genau in dem Augenblick, als der Mann in der braunen Uniform sich bereits zum Gehen anschickte. Das kostbare Paket, auf das sie so lange gewartet hatte, war endlich da. Andy würde begeistert sein, wenn er in ein paar Stunden die Werner-Komplettbox auspacken würde. Große Augen würde er machen. Augen groß wie Teller? Aber nicht so groß wie ihre, als sie die Stelle im Wohnzimmer erblickte, die ihr leer entgegen gähnte. Nur die abgerissene Lichterkette war stummer Zeuge, dass hier bis vor kurzem noch ein Baum gestanden hatte.

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Und zum Schluss nun die Regeln für dieses Projekt:

Jeden Freitag wird veröffentlicht. +++ Wählt aus einem der vorgegebenen Schreibthemen. +++ Schreibt eine Geschichte / ein Gedicht / ein paar Zeilen – egal, Hauptsache ihr übt euer kreatives Schreiben. +++ Vergesst nicht, den Hashtag #Writing Friday und den Header zu verwenden, schaut unbedingt bei euren Schreibkameraden vorbei und lest euch die Geschichten durch. +++ Habt Spaß und versucht, voneinander zu lernen.

Die Themen im Januar lauten:

1) Erzähle von einem Vorsatz für 2020. Wieso willst du dieses Ziel erreichen? Wie sieht dein Plan aus? +++ 2) Schreibe eine Geschichte und flechte darin folgende Wörter mit ein: Geschenk, Pinguin, Tintenfass, ruhig, zart +++ 3) Schreibe eine Geschichte, die mit dem Satz: “Dieses Jahr wird fabelhaft, weil…” beginnt. +++ 4) Dein Tannenbaum möchte nicht entsorgt werden, berichte von seiner Flucht. +++ 5) Welches ist das erste Buch, das du dir im neuen Jahr gekauft hast? Stelle es kurz vor – wieso war es dieses?

# Writing Friday 2020 – Januar, 3. Woche : Blinder Passagier – Teil 2

 

Fünf Themen gibt es im Januar 2020 beim Schreibprojekt #Writing Friday auf dem Blog von elizzy– für jeden Freitag eines. Schöne Idee, und erneut gibt es eine Aufgabe, die ich am liebsten habe – eine Geschichte zu schreiben, in der fünf bestimmte Begriffe vorkommen soll. Bisher hat das immer funktioniert, und da ich noch eine Fortsetzung der Story vom 10. Januar geplant hatte, geht es heute mit der zweiten Aufgabe weiter: Schreibe eine Geschichte und flechte darin folgende Wörter mit ein: Geschenk, Pinguin, Tintenfass, ruhig, zart.

 

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Blinder Passagier – Teil 2

Die vom Abend zuvor blitzblank zurückgelassene Küche morgens um fünf in einem solchen Zustand wiederzufinden, war nicht die Art von Morgengruß, die Chris üblicherweise erwartete. Stiefelabdrücke aus getrocknetem Lehm überall, zwei benutzte Gläser, auf der Spüle und auf der Theke Tims Schlüsselbund, an dem ein silberner Pinguin baumelte: Chris hatte eindeutig einen Gast. Und zwar einen, der schon öfters bei ihm logiert und einen Schlüssel für den Bereich über der Werkstatt hatte. Für den Fall, dass er mal wieder Stress mit seiner Lady hatte. Unwillkürlich fiel Chris wieder ein, was er schon häufiger gedacht hatte: „Die einen haben’s mit Zahlen – die anderen sind eher so die Praktiker.“ Und dann gab es da noch solche, die zwar nichts richtig geregelt bekommen, aber dafür gut im Verbreiten von Chaos sind und sich beim Durchmogeln auf ihren Charme verlassen. Tim. O ja, dieses Durcheinander sah ihm ähnlich. Zu faul zum Spülen, also nehmen wir ein zweites, wenn wir mit dem ersten fertig sind? Sein bester Freund war noch nie der Ordentlichste gewesen, aber so ging das auch nicht.

Chris würde ein ernstes Wort mit ihm reden müssen. Inzwischen konnte er ja schon mal die Gläser zusammenräumen. Und noch während er sich über die Lippenstiftspuren wunderte, hörte er von oben plötzlich ein Geräusch. Bleib ganz ruhig, sagte er sich, als der erste Schreck verflogen war, das wird Tim sein. Umso besser. Jetzt, wo der feine Herr wach war, konnte er auch gleich die Küche aufräumen und sich endlich mal für die Gastfreundschaft revanchieren. Bei der Gelegenheit konnte er dann auch gleich mal erklären, von wem die Abdrücke stammten. Von Delia jedenfalls nicht, die bevorzugte dezentere Farben. Außerdem hätten sie ihre Versöhnung bestimmt nicht hier gefeiert. Dass Tim jetzt seine Eroberungen schon mit hierher brachte und für die Privatparty den teuren Scotch zum Abschuss freigab, der ein Geschenk von Delia zu seinem letzten Geburtstag gewesen war, setzte dieser Dreistigkeit die Krone auf.

Er hatte schon die Hand an der Klinke, da wurde die Tür aufgerissen. Aber vor ihm stand nicht sein Freund. Der saß in Jeans auf dem Bett und hatte die Beine lässig übereinandergeschlagen. Wenigstens ein Shirt hätte er sich anziehen können. Da bewies sein Damenbesuch mehr Anstand. Sie war nicht nur vollständig bekleidet, sondern huschte diskret an ihm vorbei aus seiner Sichtweite. Schön für sie. Er hätte schwören können, dass er sie schon einmal irgendwo gesehen hatte, aber vor Ärger kam er nicht drauf – Ärger, so schwarz wie das Tintenfass, das er jetzt am liebsten gegen die Wand dicht über Tims Kopf gefeuert hätte. Oh Mann, Tintenfässer waren nicht verfügbar, aber verdient hätte er es. Hieß es nicht, dass Freundschaft ein zartes Pflänzchen war, das gehegt und gepflegt werden wollte? Aber mit dieser Aktion hatte er nicht nur die Geduld von Chris überstrapaziert, sondern das Pflänzchen mitsamt Wurzeln aus der Erde gerissen. Heimlich und ohne vorherige Absprache einen Übernachtungsgast einzuschmuggeln, ging gar nicht, auch wenn dieser noch so hübsch war. Sein Vertrauen so zu missbrauchen! Bald schon lagen sie sich in den Haaren.

Für Tim stellte sich Chris nur unnötig an, weil dieser wegen dieser Sache jetzt so ein Riesenfass aufmachte. Ja, hätte er ihn denn nachts aus dem Schlaf klingeln sollen, weil er dringend für jemanden ein Dach über dem Kopf brauchte? – Dringend! Wenn Chris das schon hörte… ihm reichte es, dass er für seinen Kumpel der Depp vom Dienst war, und der sich anscheinend in seiner chaotischen Beziehung mit Delia ziemlich bequem eingerichtet hatte. Sollten sie sich gefälligst endlich versöhnen oder trennen – aber dieses ewige Hin und Her, das er jetzt schon seit einem Jahr miterlebte, stand ihm schon längst bis hier! Er war doch nicht die Heilsarmee! Und auch kein Obdachlosenasyl für irgendeinen wahllosen One-Night-Stand. „Krieg endlich Deinen Mist auf die Reihe!“ Fehlte nur noch, dass Tim jetzt mit dem saublöden Spruch um die Ecke kam, dass er sich langsam mal wieder einkriegen könne. Aber Fehlanzeige. Statt dessen platzte die junge Dame, die sich vor dem nahenden Gewitter in Sicherheit gebracht hatte, in die Kampfpause der beiden Streithähne hinein: „Ich sollte besser gehen.“

Ganz Deiner Meinung, dachte Chris sarkastisch, für Tim aber waren diese Worte das falsche Signal. Warum tat sie so, als sei alles ihre Schuld? Okay, den Seitensprung hatte sie absichtlich herbeigeführt, aber dass Lukas ihr das Gepäck vor die Tür gestellt und bereits für den Austausch der Schlösser gesorgt hatte, war der GAU. Nicht nur, dass sie nicht hinein konnte und sich so ihr Plan, ihm die Affäre brühwarm aufs Brot zu schmieren, in Wohlgefallen aufgelöst hatte, aber mitten in der Nacht dazustehen und nicht zu wissen, wohin… Zufälle? Gibt es nicht, und so war Tim auf die ihm einzige praktikabel erscheinende Lösung verfallen, zumal er sich an dem ganzen Debakel mitverantwortlich fühlte: Sie stand auf der Straße, und er hatte einen Zimmerschlüssel. So einfach war das. Warum Chris mitten in der Nacht unnötig behelligen? Und da der Rest ohnehin bekannt war…

Chris fragte sich zwar, seit wann sein Freund die Mitleidstour bevorzugte, ließ sich dann aber schließlich doch dazu breitschlagen, sich Tims seltsamen Vorschlag, Julia für ein paar Tage bei sich wohnen zu lassen, wenigstens anzuhören. Gut, dass Tim ab morgen die ganze Woche mit dem Laster unterwegs war und erst am Freitagabend wiederkam. Es konnte nicht schaden, wenn hier mal etwas Ruhe einkehrte, und diese Julia schien ja so ganz in Ordnung zu sein und nicht so eine aufgedrehte Tussi wie die Ladys, die sein Kumpel sonst so abschleppte. „Meinetwegen“, brummte er und ließ die beiden stehen, um sich der Harley zu widmen, die unten auf ihn wartete. Nur ein paar Tage, dann würden sie weitersehen.

(Fortsetzung folgt)

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Kommt dieser Text nur mir so lang vor? 957 Wörter sind nicht ganz so viele wie im ersten Teil. Wann der dritte Teil folgen wird, steht auf einem anderen Blatt. Die restlichen Aufgaben für den Januar geben eine sofortige Fortsetzung nicht her. Wer’s ganz genau wissen will – hier sind die restlichen Themen für den Januar:

1) Erzähle von einem Vorsatz für 2020. Wieso willst du dieses Ziel erreichen? Wie sieht dein Plan aus? +++ 2) Schreibe eine Geschichte und flechte darin folgende Wörter mit ein: Geschenk, Pinguin, Tintenfass, ruhig, zart +++ 3) Schreibe eine Geschichte, die mit dem Satz: “Dieses Jahr wird fabelhaft, weil…” beginnt. +++ 4) Dein Tannenbaum möchte nicht entsorgt werden, berichte von seiner Flucht. +++ 5) Welches ist das erste Buch, das du dir im neuen Jahr gekauft hast? Stelle es kurz vor – wieso war es dieses?

Regeln gibt es auch, und zwar diese: Jeden Freitag wird veröffentlicht. +++ Wählt aus einem der vorgegebenen Schreibthemen. +++ Schreibt eine Geschichte/ein Gedicht/ein paar Zeilen – egal, Hauptsache ihr übt euer kreatives Schreiben. +++ Vergesst nicht, den Hashtag #Writing Friday und den Header zu verwenden, schaut unbedingt bei euren Schreibkameraden vorbei und lest euch die Geschichten durch. +++ Habt Spaß und versucht, voneinander zu lernen.

# Writing Friday 2020 – Januar, 2. Woche : Blinder Passagier – Teil 1

 

 

Im Sommer 2019 habe ich zum ersten Mal an dem Schreibprojekt #Writing Friday auf dem Blog von elizzy teilgenommen und unter anderem auch Kurzgeschichten gechrieben, die miteinander zusammenhängen, war doch bisher bei den vorgegebenen Themen immer wieder mal eines dabei, das dafür wie geschaffen war. So auch in diesem Monat: 3) Schreibe eine Geschichte, die mit dem Satz: “Dieses Jahr wird fabelhaft, weil…” beginnt. Wenn das mal nicht ein super Einstieg ist…

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Blinder Passagier – Teil 1

Dieses Jahr wird fabelhaft, weil es endlich geklappt hat, Bruderherz!“ Nur zu gut erinnerte sich Chris an das Telefongespräch mit Max, der kaum an sich hatte halten können vor Begeisterung, mit der er die frohe Botschaft überbrachte, sobald die Gewinnzahlen gezogen worden waren. Fünf Richtige für diesen Glückspilz. So war es immer schon gewesen. Während seinem älteren Bruder alles zuflog, war er das vom Pech verfolgte Nesthäkchen. Wie Hohn waren ihm Max‘ Worte damals vorgekommen: Mit seiner Werkstatt krebste Chris am Rande der Zahlungsunfähigkeit herum, konnte die Rechnungen gerade noch so bezahlen und schuftete wie ein Depp, um rechtzeitig mit den Aufträgen fertig zu werden, damit die wenigen Kunden nicht auch noch absprangen. Dieses Jahr wird fabelhaft? Für Max vielleicht: toller Job, tolle Freundin und obendrein auch noch Gewinner im Lotto. Tolle Wurst! Wie war das nochmal mit dem Teufel und dem größten Haufen? Manche Sprichwörter sind eben nicht ohne Grund entstanden. Dass das Jahr dann ganz anders verlaufen war, hatte sich als große Überraschung herausgestellt. Eine Überraschung, deren Folgen Chris noch immer beschäftigten.

Es war mitten in der Nacht, er lag wach und konnte nicht schlafen. Er hatte längst den Überblick verloren, wie oft er sich schon von links nach rechts gedreht hatte. Das letzte Mal war es irgendwann nach drei Uhr gewesen, als er wiederholt auf seinen auf sechs Uhr eingestellten Radiowecker gestarrt hatte. Chris seufzte. Andere waren an solchen Wochenenden bis in die frühen Morgenstunden unterwegs, und er wälzte sich schlaflos hin und her. Wieder einmal, und immer dann, wenn etwas Neues auf ihn zukam. So wie jetzt. Eigentlich sollte er an diesen Zustand längst gewöhnt sein, grübelte er vor sich hin. Die letzten Monate hatten ihm doch deutlich gezeigt, wohin die Reise ging.

Chris hatte es kaum glauben können, dass sich Max, der große Überflieger, innerhalb nur weniger Wochen nach Bekanntgabe der sechsstelligen Gewinnsumme von seiner Freundin getrennt hatte. Das war im Februar gewesen. Den Job hinzuschmeißen, war nur der nächste logische Schritt in dieser Kette, den er allerdings erst im Mai getan hatte. Jetzt ist er völlig irre geworden, hatte Chris da noch gedacht, Max war wohl der Frühling zu Kopf gestiegen. Aber dann hatte der ihm einen Vorschlag gemacht, der überaus vernünftig und verlockend zugleich klang und der auch in gewisser Weise erklärte, woher sein Sinneswandel gekommen war. Was ihm nämlich inzwischen immer stärker gegen den Strich ging, waren die Raffgier und dass für sein Umfeld anscheinend nur noch das Motto „Geld, Geld, Geld“ zählte. Leute, die ihm immer mehr auf den Zeiger gingen. Typisch, ging es Chris durch den Kopf, Max hatte leicht reden, wo er doch selbst genügend davon hatte, während er jeden Monat froh sein konnte, wenn er nicht noch tiefer in den Schulden versank. So eine Zwangsversteigerung kam schneller, als man dachte. Und genau da setzte Max mit seinem Angebot an: Er hatte einfach keine Lust mehr, Leuten, die den Hals nicht voll genug bekamen, auch noch Vorschub zu leisten und mitverantwortlich zu sein, wenn ein mühsam aufgebautes Geschäft am Ende bei der Bank landete. Also hatte er als erstes in der Kanzlei gekündigt, um mit der Hälfte seines Gewinns die Werkstatt seines Brüderchens aus den roten in die schwarzen Zahlen zu befördern. „Sieh es als Investition“, hatte er gesagt, und am Ende war es dann doch eine erheblich höhere Summe gewesen, mit der sich Max an Chris‘ Werkstatt beteiligte. Und seitdem sich Max als Teilhaber bei „M & C Motor Service“ um die Finanzen kümmerte, ging es mit dem Laden endlich langsam aufwärts. Die einen hatten es mehr mit Zahlen und waren handwerkliche Legastheniker, die anderen dagegen eher die Praktiker, denen das Händchen fürs Finanzielle fehlte.

Inzwischen war es schon November, und Chris konnte sich über Aufträge kaum beklagen. Das Jahr raste nur so dahin. Auch wenn er sich über Geld keine Sorgen zu machen brauchte, reichte es noch nicht, jemand zweites für die Werkstatt einzustellen. Da musste er jetzt leider noch für eine Weile alleine durch. Dabei hätte er gerade jetzt Unterstützung gebrauchen können. Beim Gedanken an den Auftrag, den Max für ihn an Land gezogen hatte, fuhr er sich nervös mit den Händen durch das wirr vom Kopf abstehende Haar und schleppte sich zum Fenster. Da unten stand sie, die Maschine, die ihm sein neuester Auftraggeber vor Stunden auf den Hof gerollt hatte. Eine Harley. Custom Made. Von einem Typen, der nach der Devise „Geiz ist Geil“ das Motorrad für einen Spottpreis ersteigert hatte, nun aber damit gar nicht zurecht kam. Das war ja das Dumme an solchen maßgeschneiderten Umbauten: solange man selber damit fährt, ist alles bestens, aber sobald das Fahrzeug den Besitzer wechselt, fängt der Ärger an.

Ein verdächtiges Grollen aus der Ferne ließ nichts gutes erahnen. Ich sollte das edle Teil in die Fahrzeughalle rollen, überlegte sich Chris und streifte sich ein Shirt über. Kurz darauf stand er auch schon in seinen Arbeitsschuhen auf den Hof und bewegte die Maschine langsam in Richtung des geöffneten Hallentors. Ein Traum in Weiß, Rot und Chrom. Für den Käufer war die Harley ein Schnäppchen gewesen, und wie in dessen Augen die Dollarzeichen gestrahlt haben mussten, konnte sich Chris so richtig vorstellen. Wie ein Bündel Uranbrennstäbe. Eigentlich eine Frechheit, wenn kostbare Dinge aus Nachlässen geradezu verschleudert wurden. Als ob die Hinterbliebenen in ihrer Trauer nicht auch so schon genug Probleme hatten. Eigentlich konnte ihm der Umstand, dass der Käufer anscheinend nicht der Hellste war, doch nur recht sein. Das Bike erneut umzubauen und den Bedürfnissen des neuen Eigentümers anzupassen, war für ihn eine der leichteren Übungen und lukrativ noch obendrein. Für eine brandneue Harley hätte der Typ erheblich mehr hinblättern müssen. Trotzdem wurmte es ihn, dass er diesen Kunden ausgerechnet Max verdankte – der selbst mit seinem Anteil das Ende für die Werkstatt abgewendet hatte. Und nun schlug er selbst Profit aus der ganzen Geschichte? Chris wollte gar nicht wissen, wie hoch die Provision für seinen Bruder bei diesem Geschäft war.

Nur noch wenige Meter, dann stand das Schätzchen im Trockenen. Am liebsten hätte Chris jetzt schon losgelegt, aber mitten in der Nacht an einer schweren Maschine herumzuschrauben, fand erstens von seinen wenigen Nachbarn niemand gut. Und zweitens plagte ihn nach der Anstrengung der Durst. Sein Blick fiel auf die Wanduhr über dem Werkzeugschrank: Fünf Uhr – sich jetzt noch einmal hinzulegen, hatte keinen Sinn. Ein Kaffee wäre jetzt genau das Richtige. Bis zur Küche hatte er es nicht weit, sie war von der Werkzeughalle nur durch eine Tür getrennt. Für gewöhnlich war die Tür verschlossen. Heute nicht. Chris schaltete das Licht ein, und das erste was er sah, waren schmutzige Fußabdrücke auf dem gefliesten Boden. Dann fiel sein Blick auf zwei halbvolle, dreckige Gläser auf der Spüle. Die hatten noch nicht dagestanden, als er am letzten Abend die frisch geputzte und aufgeräumte Küche verlassen hatte, kurz bevor die Harley gebracht worden war.

Irritiert begutachtete er das eine, auf dem Abdrücke von Lippenstift prangten, als er von oben plötzlich ein Geräusch hörte.

(Fortsetzung folgt)

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Alte Gewohnheiten sterben nie: Nämlich die Neigung zu langen Geschichten – diesmal bei etwas über 1100 Wörtern. Hätte ich nicht die Idee gehabt, zwei Teile daraus zu machen, wäre sie noch länger.

Hier nochmal die Themen, die im Januar zur Auswahl stehen: 1) Erzähle von einem Vorsatz für 2020. Wieso willst du dieses Ziel erreichen? Wie sieht dein Plan aus? +++ 2) Schreibe eine Geschichte und flechte darin folgende Wörter mit ein: Geschenk, Pinguin, Tintenfass, ruhig, zart +++ 3) Schreibe eine Geschichte, die mit dem Satz: “Dieses Jahr wird fabelhaft, weil…” beginnt. +++ 4) Dein Tannenbaum möchte nicht entsorgt werden, berichte von seiner Flucht. +++ 5) Welches ist das erste Buch, das du dir im neuen Jahr gekauft hast? Stelle es kurz vor – wieso war es dieses?

Regeln gibt es auch, und zwar diese: Jeden Freitag wird veröffentlicht. +++ Wählt aus einem der vorgegebenen Schreibthemen. +++ Schreibt eine Geschichte/ein Gedicht/ein paar Zeilen – egal, Hauptsache ihr übt euer kreatives Schreiben. +++ Vergesst nicht, den Hashtag #Writing Friday und den Header zu verwenden, schaut unbedingt bei euren Schreibkameraden vorbei und lest euch die Geschichten durch. +++ Habt Spaß und versucht, voneinander zu lernen.

# Writing Friday 2020 – Januar, 1. Woche : Der innere Frieden

 

Nachdem ich letztes Jahr erkannt habe, wieviel Freude mir das Schreibprojekt #Writing Friday auf dem Blog von elizzy bereitet hat, möchte ich auch in diesem Jahr wieder dabei sein. Mitmachen kann jeder, und in welcher Form man seinen Gedanken zu vorgegebenen Themen*) freien Lauf lässt, bleibt jeder bzw. jedem selbst überlassen, ob als Gedicht, Geschichte oder auch nur durch ein paar Zeilen. Mehr dazu (Themen und Regeln) gibt es am Ende meines Beitrags.

Jetzt geht es auch schon los mit dem ersten von fünf Themen, und weil das Jahr noch jung ist, habe ich mich für das Erste entschieden: Erzähle von einem Vorsatz für 2020. Wieso willst du dieses Ziel erreichen? Wie sieht dein Plan aus?   –   Nichts leichter als das…

 

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Der innere Frieden

Beenden Sie angefangene Dinge, und Sie werden inneren Frieden erhalten“: Frei nach diesem Motto habe ich mir für 2020 vorgenommen, einige in ihrer Entwicklung stehengebliebene Projekte weiterzuführen oder abzuschließen. Berufliche Ziele meine ich damit nicht – eher Baustellen in meinem Privatleben.

Dazu gehört unter anderem, den inzwischen doch ziemlich verwahrlosten Garten in Angriff zu nehmen – nachdem ich vor ein paar Wochen den Rasen mit dem Mäher bearbeitet habe, ist als nächstes der Wildwuchs bei Bäumen, Büschen und vor allem den Rosen dran. Bisher hatte ich immer eine Gartenfee dafür, aber sie möchte ich im kommenden Jahr schonen, da sie auch nicht jünger wird.

Zum Nähen hatte ich während des letzten Jahres auch eher weniger Lust, aber inzwischen habe ich so viele interessante Ideen geliefert bekommen, dass ich mich diesem lange vernachlässigten Hobby wieder verstärkt widmen möchte. Damit sich das immer noch in großen Lettern erscheinende Stichwort in der Kategoriewolke auf meinem Blog wieder der Realität annähert.

Regelmäßig beim #Writing Friday dabeizusein, ist ein weiteres Ziel. Das und die vage Vorstellung von aufeinander aufbauenden Texten/Kurzgeschichten hat mich zu der Überlegung geführt, meine gesammelten Werke zu einer Art Fortsetzungsroman zusammenzufügen und an anderer Stelle zu veröffentlichen. Schau’n wir mal, was daraus wird. Und vielleicht finde ich über kurz oder lang bzw. immer öfter eine Anwort auf die Frage „What have you done today to make you feel proud?“

 

 

– It’s never too late to try (Heather Small „Proud“ – https://youtu.be/OygsHbM1UCw?t=0) – Was hast Du heute getan, auf das Du stolz sein kannst? – Es ist nie zu spät, es zu versuchen. In diesem Sinne – da freue ich mich noch auf viele vor mir liegende kreative Wochen und viele tolle Geschichten von den anderen, die hier auch wieder dabei sind.

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Diesen Januar können wir unter den folgenden Themen auswählen:

1) Erzähle von einem Vorsatz für 2020. Wieso willst du dieses Ziel erreichen? Wie sieht dein Plan aus? +++ 2) Schreibe eine Geschichte und flechte darin folgende Wörter mit ein: Geschenk, Pinguin, Tintenfass, ruhig, zart +++ 3) Schreibe eine Geschichte, die mit dem Satz: “Dieses Jahr wird fabelhaft, weil…” beginnt. +++ 4) Dein Tannenbaum möchte nicht entsorgt werden, berichte von seiner Flucht. +++ 5) Welches ist das erste Buch, das du dir im neuen Jahr gekauft hast? Stelle es kurz vor – wieso war es dieses?

Regeln gibt es auch, und zwar diese:

Jeden Freitag wird veröffentlicht. +++ Wählt aus einem der vorgegebenen Schreibthemen. +++ Schreibt eine Geschichte/ein Gedicht/ein paar Zeilen – egal, Hauptsache ihr übt euer kreatives Schreiben. +++ Vergesst nicht, den Hashtag #Writing Friday und den Header zu verwenden, schaut unbedingt bei euren Schreibkameraden vorbei und lest euch die Geschichten durch. +++ Habt Spaß und versucht, voneinander zu lernen.

# Writing Friday – Dezember, 52. Woche : We proudly present

 

Dies wird die Abschlussarbeit für dieses Jahr, in dem ich zum ersten Mal bei elizzys Projekt „Writing Friday“ regelmäßig mit von der Partie war. Das Jahr neigt sich dem Ende zu, und die erste Art von Jahresrückblick ist eines von fünf Schreibthemen für diesen Monat. Die sind mir schon seit der letzten Novemberwoche bekannt:

1) Schreibe eine Geschichte, die mit dem Satz: “Der Weihnachtsmann war verschwunden, wer würde Weihnachten jetzt…” beginnt. +++ 2) Du wachst auf in einer Schneekugel – wie sieht deine Welt darin aus? +++ 3) Welches ist dein liebstes Buch zur Weihnachtszeit? Stell es uns kurz vor. +++ 4) Schreibe eine Geschichte und flechte darin folgende Wörter ein: Karussell, Zimtschnecken, bitterkalt, grosse Augen, Liebe +++ 5) Welches Schreibthema hat dir am meisten Spass gemacht? Verlinke uns nochmals deine liebste Geschichte beim Writing Friday von 2019.

Wie das Projekt, bei dem jeder mitmachen kann, funktioniert, steht am Ende meines Beitrags. Dieser Abschluss beschäftigt sich mit dem Thema, bei dem ich am meisten Spaß hatte und was dabei herausgekommen ist.

Den Weihnachtsmann habe ich ausgelassen, um mich der Präsentation jener Geschichte zu widmen, die mir am meisten Spaß gemacht hat. Der Link zu ihr ist in der roten Überschrift meiner Geschichte verborgen.

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Thema Nr. 5 : „deine liebste Geschichte beim Writing Friday von 2019“

Prolog: Der Oktober stand bei mir im Zeichen des „Horrorctober“, einem Monat, in dem sich die Teilnehmer dreizehn Horrorfilme ansahen und darüber bloggten. Dazu passten dann auch die Schreibthemen für den Oktober, die auch wieder eine Aufgabe mit bestimmten vorgegebenen Wörtern beinhalteten, die wir in eine Geschichte einbauen sollten, und einen Satzanfang, den es zu einer Geschichte auszubauen galt. Dies sind mir normalerweise die liebsten Aufgaben, doch diesmal hatte es mir die folgende Aufgabe angetan:

5) Das Böse herrscht – Egal ob Buch, Film oder Videospiel wer ist dein liebster Bösewicht und wieso? Könnte er auch gute Seiten an sich haben?

Zuerst hatte ich eine ganz andere Idee. Meine Text sollte sich um den Gegenspieler von Ross Poldark (Hauptcharakter der gleichnamigen BBC-Serie, gespielt von Aidan Turner) drehen, den intriganten Bankier George Warleggan – und das ganze auch noch als Brief an (ja, an wen eigentlich?), geschrieben von einer außenstehenden Person. Aber das Projekt scheiterte schon daran, dass ich einfach keinen Einstieg fand, doch dann erinnerte ich mich daran, dass ich seit Juni schon einige aufeinander aufbauende Storys *) geschrieben hatte und ich die letzte dieser Art erst in der Woche davor veröffentlicht hatte. Bingo! Das wars – und da die Handlung um Halloween herum angesiedelt war, verband ich die Fortsetzung von „Do it yourself“ mit einer Ode an meine Lieblingsbösewichte aus der BBC-Serie „Doctor Who“ – sozusagen meine erste Fan Fiction beim Writing Friday:

Der Doktor sagte einst, die weinenden Engel seien die einzigen Psychopathen im Universum, die dich auf nette Weise töten. Bisher hatte ich seinen Worten nur wenig Bedeutung beigemessen. Dabei waren Zeitreisen und außerirdische Lebensformen seine Spezialgebiete, aber so richtig glauben konnte ich nicht, was er uns erzählte. Zeitreisen waren für mich faszinierend, aber pure Fiktion, und als ich das Gegenteil erkannte, war ich völlig unvorbereitet…“ – Auszug aus

 

Im Garten der Engel

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*) in diesem Fall sind dabei bisher insgesamt fünf Texte herausgekommen, die miteinander zusammenhängen, und ich überlege seit kurzem, ob die Geschichte noch genügend Potential zum Ausbauen hat und ob sie auf einer dafür passenderen Plattform besser aufgehoben sind. Aber wie auch immer: Have fun! Ich freue mich auf viele neue Ideen im kommenden Jahr und auf viele kreative Geschichten von euch. Bis dahin: Frohes Neues Jahr.

Und das sind die Regeln: Jeden Freitag wird veröffentlicht. +++ Wählt aus einem der vorgegebenen Schreibthemen. +++ Schreibt eine Geschichte / ein Gedicht / ein paar Zeilen – egal, Hauptsache ihr übt euer kreatives Schreiben. +++ Vergesst nicht, den Hashtag #Writing Friday und den Header zu verwenden, schaut unbedingt bei euren Schreibkameraden vorbei und lest euch die Geschichten durch. +++ Habt Spaß und versucht, voneinander zu lernen.

# Writing Friday – Dezember, 51. Woche : Loch Lomond

 

Weihnachten naht – auch beim „Writing Friday“ auf dem Blog von elizzy und hoffentlich auch woanders. Wie das Ganze funktioniert, steht am Ende meines Beitrags. Mitmachen kann jeder, und aus einem von fünf vorgegebenen Themen, die elizzy auf ihrem Blog in der letzten Novemberwoche veröffenlicht, kann man sich jeden Freitag eines aussuchen und dazu seinen Gedanken freien Lauf lassen. Hier sind die bisherigen Schreibthemen für diesen Monat:

1) Schreibe eine Geschichte, die mit dem Satz: “Der Weihnachtsmann war verschwunden, wer würde Weihnachten jetzt…” beginnt. +++ 2) Du wachst auf in einer Schneekugel – wie sieht deine Welt darin aus?+++ 3) Welches ist dein liebstes Buch zur Weihnachtszeit? Stell es uns kurz vor. +++ 4) Schreibe eine Geschichte und flechte darin folgende Wörter ein: Karussell, Zimtschnecken, bitterkalt, grosse Augen, Liebe +++ 5) Welches Schreibthema hat dir am meisten Spass gemacht? Verlinke uns nochmals deine liebste Geschichte beim Writing Friday von 2019.

Den Weihnachtsmann überspringe ich, denn ich habe nie an ihn geglaubt. Als ich klein war, kam immer das Christkind – aber das habe ich nie zu Gesicht bekommen.

 

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Loch Lomond

Draußen jammern und jammern sie… „Weihnacht ist’s und noch kein Schnee und kein Eis liegt auf dem See!“ Ha Ha, ihr seid auch bloß glücklich, wenn ihr was zu meckern habt – ja, kommt nur, kommt, hinein zu mir in meine beschauliche Hütte, vor deren Fenster das weiße Zeug von oben rieselt, als gäbe es kein Morgen mehr. Dann und wann bebt es, dass ich mich festhalten muss und die Gläser im Schrank klirren, die weiße Pracht wird hochgewirbelt, und der ganze Spaß geht von vorne los. Mittlerweile sollte ich mich dran gewöhnt haben, doch manche Tage sind nur mit schottischem Whisky in Faßstärke zu ertragen. Selber schuld – mir das einzureden, hilft nur bedingt. Dabei war vermutlich genau das der Grund: Ich habe zuviel genörgelt, dass mich der viele Schnee nervt und ich keinen Bock auf Schneeschippen morgens um sechs Uhr habe. Et voilà: Als ich eines Morgens aufwachte, lag ich zwar noch im Bett, aber es war nicht mehr meines, und als ich aus dem Fenster sah, erstreckten sich die malerischen Hügel der schottischen Highlands unter einer knusprig-weißen Puderschicht. Macht nur so weiter – dann geht es Euch wie mir.

Natürlich war alles nur Illusion. Von wegen Bonnie Bonnie Banks – Loch Lomond ist überall, nur nicht hier. Und die Hügel ufern auch nicht in die Unendlichkeit aus, sondern enden so jäh wie mein Eintreffen hier an einer Wand aus Glas. Ich brauchte zwei volle Tage, um das gesamte Ausmaß meiner fatalen Situation zu ermessen. Was oder wer auch immer es war, das mich in diese Kugel aus Glas verbannt hat – er, sie oder es hatte eine seltsame Art von Humor, mit einer leicht sadistischen Note. Die Glaswand zieht sich rings um die Hügel und den Tümpel. Zu essen habe ich auch noch genug, und im Keller befindet sich ein gut gefülltes Whiskyfass. Eine Axt zum Holzhacken ist im Schuppen, und im Tümpel schwimmen ein paar Fische herum. Für meine Ernährung ist gesorgt, wenn auch auf eine ziemlich einseitige Art. So schön und idyllisch dieser wahrgewordene Traum von einer Landschaft auch sein mag, hier komme ich mir vor wie im Knast. Sei dankbar mit dem, was Du hast, und vorsichtig mit dem, was Du Dir wünschst – diese Lebensweisheit hätte ich besser beherzigt, als es noch nicht zu spät war. Orange is the new black? Fast so, nur ohne Mithäftlinge und ohne Wärter. Wobei… Der Wärter war das Schicksal, das mich in diese Lage gebracht hat -oder meine eigene Dummheit.

Aber wartet. Wartet nur… Ich habe nämlich einen Plan, aber den verrate ich nicht. Wenn es einen Weg nach drinnen gibt, muss es auch einen nach draußen geben – und wenn nicht durch ein Wunder, dann durch die Kraft der Natur. Man muss nur erfinderisch sein. Möge der Wald mit seiner Fülle an Material mir den Weg weisen.

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Und das sind die Regeln: Jeden Freitag wird veröffentlicht. +++ Wählt aus einem der vorgegebenen Schreibthemen. +++ Schreibt eine Geschichte / ein Gedicht / ein paar Zeilen – egal, Hauptsache ihr übt euer kreatives Schreiben. +++ Vergesst nicht, den Hashtag #Writing Friday und den Header zu verwenden, schaut unbedingt bei euren Schreibkameraden vorbei und lest euch die Geschichten durch. +++ Habt Spaß und versucht, voneinander zu lernen.