# Writing Friday 2020 – März, 12. Woche : Cut your roses down

 

 

Und wieder ist ein Monat vorbei. Auch das letzte der fünf Themen findet heute seinen Platz beim #Writing Friday – ins Leben gerufen von elizzy – auf ihrem Blog:

4) Erzähle aus der Sicht deines Balkons / deiner Terrasse. Wie sieht es da aktuell aus? Was könnte in den nächsten paar Tagen dort geschehen?

Nicht jeder hat einen Balkon oder eine Terrasse. Aber vielleicht einen Garten, und der soll heute zu Wort kommen.

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Cut your roses down

Treten Sie ein in das traute Heim der Familie S. – Doch bevor Sie das tun, riskieren Sie lieber keinen Blick auf mich: mir, dem Garten der Familie S. , der nicht nur seit dem Sturm „Sabine“ so aussieht, als ob die Familie Flodder sich hier niedergelassen hätte: der Rasen ein ungleichmäßiger Moosteppich, auf dem seit Wochen eine umgestürzte Hollywoodschaukel mit kaputter Überdachung liegt. Klar: Was bereits liegt, kann nicht mehr fallen, aber wenigstens hätten sie sie mal aufrichten können. Okay, wenn so ein mörderschweres Teil nach starkem Wind schon dreimal umgefallen ist, hätte ich auch keine Lust mehr, es wieder hochzuwuchten.

Und dann der Teich. Viel Wasser ist ja nicht mehr drin. Wenn sich da wieder Frösche ansiedeln sollen, dann muss hier mal gründlich entmistet und das Loch repariert werden. Und die Rosenbüsche… mei, ich sag nur „Cut your roses down“. Warum Frau S., die diesen Song ihrer Lieblingsband ständig hört, diesen nicht als Aufforderung zur Gartenarbeit verstehen kann, ist eins der Dinge, die ich nicht begreife. Haben die alle so viel besseres zu tun, oder was? Ich darf mir ständig anhören, wie sich die Nachbarn ihre Mäuler zerreißen. Ja, es sieht übel aus hier, aber es besteht noch Hoffnung, denn Frau S. hat sich bereits Gedanken darüber gemacht, wie sie mich Stück für Stück überholen kann.

Ich sag‘ nur „Schnipp Schnapp – Äste ab“. Die Rosenschere liegt jedenfalls schon bereit.

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Die Schreibthemen im März:

1) Beschreibe einer blinden Person den Frühlingsanfang. +++ 2) Schreibe eine Geschichte und flechte darin folgende Wörter mit ein: Banane, Zahnlücke, kitzeln, Frühlingsbrise, bunt +++ 3) Schreibe eine Geschichte, die mit dem Satz “Mia wollte jetzt noch nicht gehen aber…” beginnt. +++ 4) Erzähle aus der Sicht deines Balkons / deiner Terrasse. Wie sieht es da aktuell aus? Was könnte in den nächsten paar Tagen dort geschehen? +++ 5) Versuche “Sie war glücklich” in einer Szene zu beschreiben, ohne die Wörter “Glück” oder “glücklich” zu gebrauchen.

 

Und hier nochmal die Regeln:

Jeden Freitag wird veröffentlicht. +++ Wählt aus einem der vorgegebenen Schreibthemen. +++ Schreibt eine Geschichte/ein Gedicht/ein paar Zeilen – egal, Hauptsache ihr übt euer kreatives Schreiben. +++ Vergesst nicht, den Hashtag #Writing Friday und den Header zu verwenden, schaut unbedingt bei euren Schreibkameraden vorbei und lest euch die Geschichten durch. +++ Habt Spaß und versucht, voneinander zu lernen.

# Writing Friday 2020 – März, 11. Woche : Der Unsichtbare

 

Frühlingsanfang! Der 21. März ist morgen, und da bietet sich auch gleich das richtige der fünf Schreibaufgaben des #Writing Friday auf dem Blog von elizzy:

1) Beschreibe einer blinden Person den Frühlingsanfang.

Frühlingsgedichte und -geschichten gibt es wie Sand am Meer, und in vielen schwelgen ihre Schöpfer in detaillierten Beschreibungen der Farben und der Landschaften. Schön für die, die noch über alle ihre Sinne verfügen, doch wenn der des Sehens fehlt, was dann?

 

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Der Unsichtbare

Du kannst ihn nicht sehen, und doch ist er da. Erfasse ihn auf andere Weise.

Hörst Du den Frühling, wenn er naht? Schon morgens schallt es durch die Straßen, das monotone Gezirpe der früh erwachenden Rotkehlchen, in das die Amseln mit ihren kunstvollen und melodischen Gesängen später einstimmen.

Kannst Du ihn spüren, den Frühling, durch Deine innere Uhr? Sie zeigt Dir an, dass die Gesänge der Vögel mit jedem Tag ein wenig früher beginnen.

Öffnest auch Du, wie ich, das Fenster, um ihnen zu lauschen? Dann kannst Du ihn riechen – diesen ganz eigenen, nur schwer zu beschreibenden Duft: nicht mehr der des Winters mit dem Rauch brennender Holzscheite oder fallendem Schnee – und auch noch nicht der des Sommers mit seinen abertausenden Blüten. Es ist der zarte Hauch von frisch aus dem Schlaf erwachtem Grün, das im Winter nur geruht hat. Könnte es sprechen, würde es sagen: „Wir sind nicht tot, wir haben nur geruht, um mit neuen Kräften auszutreiben“.

Vielleicht kannst Du ihn auch schmecken, wenn ich das Gericht aus frischen Kräutern zubereite, das wir schon als Kinder liebten.

Es gibt andere Arten, ihn zu erfassen – auch wenn Du ihn nicht siehst, so ist er doch da.

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Die Schreibthemen im März:

1) Beschreibe einer blinden Person den Frühlingsanfang. +++ 2) Schreibe eine Geschichte und flechte darin folgende Wörter mit ein: Banane, Zahnlücke, kitzeln, Frühlingsbrise, bunt +++ 3) Schreibe eine Geschichte, die mit dem Satz “Mia wollte jetzt noch nicht gehen aber…” beginnt. +++ 4) Erzähle aus der Sicht deines Balkons / deiner Terrasse. Wie sieht es da aktuell aus? Was könnte in den nächsten paar Tagen dort geschehen? +++ 5) Versuche “Sie war glücklich” in einer Szene zu beschreiben, ohne die Wörter “Glück” oder “glücklich” zu gebrauchen.

 

Und hier nochmal die Regeln:

Jeden Freitag wird veröffentlicht. +++ Wählt aus einem der vorgegebenen Schreibthemen. +++ Schreibt eine Geschichte/ein Gedicht/ein paar Zeilen – egal, Hauptsache ihr übt euer kreatives Schreiben. +++ Vergesst nicht, den Hashtag #Writing Friday und den Header zu verwenden, schaut unbedingt bei euren Schreibkameraden vorbei und lest euch die Geschichten durch. +++ Habt Spaß und versucht, voneinander zu lernen.

# Writing Friday 2020 – März, 11. Woche : Über den Wolken

 

Noch drei Freitage, und dank meiner Kombination von zwei Themen zu einem Text habe ich jetzt noch drei Themen übrig. Ausgewählt habe ich diesmal für den #Writing Friday (auf dem Blog von elizzy)

5) Versuche “Sie war glücklich” in einer Szene zu beschreiben, ohne die Wörter “Glück” oder “glücklich” zu gebrauchen.

Die ABC-Etüden haben mich auf den Geschmack gebracht, mich kurz zu fassen. Diesmal noch kürzer, und die Inspiration kommt diesmal von meiner letzten großen Reise, die ich mir letzten Sommer spontan gegönnt habe.

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Über den Wolken

Als das Flugzeug abhob, spürte sie, wie all die Last der letzten Wochen und Monate wie ein unsichtbares Gewicht aus Blei von ihr abfiel. Die ganze Vorfreude, das Hinfiebern auf diesen einen Augenblick, sie löste sich auf wie die Wolkendecke, durch die sich die Maschine stetig bewegte; es gab nur eine Richtung: himmelwärts. Ja, über den Wolken… erwartete sie das tiefste Blau, das sie je gesehen hatte, und das Wolkenmeer unter ihr erstreckte sich, so weit das Auge reichte, scheinbar ohne Horizont. Schwerelos und leicht fühlte sie sich in diesem Moment – und ein bis dahin nur selten erlebter Frieden breitete sich in ihrem Inneren aus. Noch war sie nicht am Ziel, doch sie fühlte sich schon jetzt angekommen.

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Experiment geglückt: 122 Wörter – mein neuer Rekord in Sachen „Fasse Dich kurz“. Irgendwie lässt mich das Thema „Fliegen“ nicht los. So, und nun noch rasch die übrigen Schreibthemen im März:

1) Beschreibe einer blinden Person den Frühlingsanfang. +++ 2) Schreibe eine Geschichte und flechte darin folgende Wörter mit ein: Banane, Zahnlücke, kitzeln, Frühlingsbrise, bunt +++ 3) Schreibe eine Geschichte, die mit dem Satz “Mia wollte jetzt noch nicht gehen aber…” beginnt. +++ 4) Erzähle aus der Sicht deines Balkons / deiner Terrasse. Wie sieht es da aktuell aus? Was könnte in den nächsten paar Tagen dort geschehen? +++ 5) Versuche “Sie war glücklich” in einer Szene zu beschreiben, ohne die Wörter “Glück” oder “glücklich” zu gebrauchen.

Und das sind die Regeln: Jeden Freitag wird veröffentlicht. +++ Wählt aus einem der vorgegebenen Schreibthemen. +++ Schreibt eine Geschichte/ein Gedicht/ein paar Zeilen – egal, Hauptsache ihr übt euer kreatives Schreiben. +++ Vergesst nicht, den Hashtag #Writing Friday und den Header zu verwenden, schaut unbedingt bei euren Schreibkameraden vorbei und lest euch die Geschichten durch. +++ Habt Spaß und versucht, voneinander zu lernen.

# Writing Friday 2020 – März, 10. Woche : The Icing on the Cake

 

Der Frühling naht, und mit ihm im Zuge des #Writing Friday auf dem Blog von elizzy, gibt es auch dazu passende Themen, die zur Erinnerung am Ende dieses Beitrags aufgeführt sind. Da es fünf sind, aber der März nur vier Freitage hat, bin ich auf die Idee gekommen, zwei Themen miteinander zu kombinieren:

2) Schreibe eine Geschichte und flechte darin folgende Wörter mit ein: Banane, Zahnlücke, kitzeln, Frühlingsbrise, bunt

und

3) Schreibe eine Geschichte, die mit dem Satz “Mia wollte jetzt noch nicht gehen aber…” beginnt.

 

Herausgekommen ist ein sogenanntes Two-in-One-Produkt, das es in sich hat. Auch die oft zitierten Frühlingsgefühle.

 

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The Icing on the cake

Mia wollte jetzt noch nicht gehen, aber es war allerhöchste Zeit, den Laden zu verlassen, denn er würde in wenigen Minuten schließen. Schade, aber nicht zu ändern. „Black & White“ lautete das Motto der Geburtstagsparty ihrer besten Freundin, und sie hatte nicht die leiseste Ahnung gehabt, in was sie sich kleiden könnte. Ausgerechnet die ödesten aller Farben hatte sich Jessi ausgesucht. Dabei wusste sie ganz genau, dass es in Mias Kleiderschrank vorwiegend bunt zuging. Vergeblich hatte Jessi versucht, aus Mia herauszukitzeln, welches Outfit ihr vorschwebte. Dabei hatte Mia selbst keine Ahnung gehabt, wie ihr Kostüm aussehen sollte.

Bis sie das Video auf youtube gesehen hatte. „The icing on the cake“ – ein banaler Popsong aus den Achtziger Jahren, zu dessen Klängen eine Handvoll Models im Stil der Fünfziger Jahre um den spindeldürren Sänger herumtanzten. Alles war echt vintage, angefangen bei der zur Banane aufgesteckten Frisur des einen Mannequins bis hin zu den Kleidern, auf die der Hintergrund – echt Plaste und Elaste – abgestimmt war; da wurde einem ja schon vom Hinsehen schwindelig: Pepitamuster, Streifen und Punkte – der Alptraum eines jeden Fernsehbildschirms. Und je länger sie dem Gehopse zusah, desto weiter schritt der Plan fort, der in ihrem Inneren reifte: Mias Haare waren zwar für eine solche Frisur nicht lang genug, aber was hinderte sie daran, sich auch so ein Kleid zu schneidern. Nur bei dem Muster war sie sich noch nicht sicher.

Am nächsten Tag stand sie vor dem Stoffgeschäft und überschlug im Geiste, wieviel Meter Stoff und Garn sie für das Modell ihrer Träume wohl brauchen würde. Dior hatte damals für eine voluminöse Robe schätzungsweise zwanzig Meter Seide kalkuliert. Mia würde mit weit weniger auskommen müssen, und Seide stand schon gar nicht zur Debatte. Suchend ließ sie ihre Blicke schweifen. Irgendwo mussten sie doch liegen, die Stoffe, die so dringend für ihr Projekt benötigte. Sie hatte sie doch gestern erst auf dem Tisch dort vorne liegen sehen. Statt ihrer türmten sich dort nun Ballen in Rosé, Zartgelb, Mint und Himmelblau. Kein Wunder, bei dem lila Banner, das quer durch den Verkaufsraum gespannt worden war und in weißen Buchstaben verkündete:

„Die Frühlingsbrise für Ihr Nähzimmer – strahlend hell in Pastell!“

Innerlich griff sich Mia an die Stirn. Ein selten dämlicher Werbespruch war ihr schon lange nicht mehr untergekommen. Was sich Elena, die Inhaberin des Ladens, wohl gedacht hatte, wenn sie solch altbackene Phrasen gut fand? Aber wo war sie eigentlich?

Frühlingsbrise? Der Valentinstag war doch gerade erst vorbei. Ihr habt sie ja doch nicht mehr alle, sagte Mia, mehr zu sich selbst, aber wohl offenbar doch laut genug, dass den Spott jemand gehört hatte. Denn hinter ihr erklang ein energisches Räuspern. O Gott, dachte Mia, wie peinlich! Gleich würde Frau Alexandros sie hinauswerfen, und dann hätte sie wirklich ein Problem. Der einzige Stoffladen weit und breit, und sie hätte Hausverbot – wenn sie den Fauxpas nicht auf der Stelle wieder gutmachte. „Bitte entschuldigen Sie, Frau…“ Alexandros, hatte sie eigentlich sagen wollen, aber vor ihr stand nicht Elena, sondern ein junger Mann, den sie noch nie zuvor in diesem Laden gesehen hatte. Mia spürte, wie sich eine verräterische Röte auf ihren Gesichtszügen ausbreitete, und sie wusste nicht, was sie mehr irrtierte: sein unverschämtes Grinsen und ihre Reaktion darauf, oder die Erkenntnis, wie anziehend sie ihn fand. Oder einfach alles zusammen.

Meine Tante ist unterwegs“, erklärte er Mia und lächelte sie an, „Material einkaufen.“

Ich wette, Du weißt überhaupt nicht, wie hinreißend Du mit Deiner Zahnlücke bist, dachte sie und hatte mit einem Mal vergessen, was sie eigentlich gewollt hatte. Der komplette Blackout, der totale Filmriss.

Aber vielleicht kann ich Ihnen in der Zwischenzeit behilflich sein.“

Denk nach, Mia, denk nach… The Icing on the Cake – eigentlich lag der Grund ihres Besuchs doch klar auf der Hand: Schwarz-Weiß war das Motto. In dem Video gab es auch rote Elemente, aber Gesichter gehörten nicht dazu. Schwarz-Weiß – auf dem Tisch vor ihr sah sie nichts davon, aber sie würde ihren letzten Knopf darauf verwetten, dass Elenas Neffe gegen eine ausführliche Beratung gewiss nichts einzuwenden hatte.

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Die Schreibthemen im März: 1) Beschreibe einer blinden Person den Frühlingsanfang. +++ 2) Schreibe eine Geschichte und flechte darin folgende Wörter mit ein: Banane, Zahnlücke, kitzeln, Frühlingsbrise, bunt +++ 3) Schreibe eine Geschichte, die mit dem Satz “Mia wollte jetzt noch nicht gehen aber…” beginnt. +++ 4) Erzähle aus der Sicht deines Balkons / deiner Terrasse. Wie sieht es da aktuell aus? Was könnte in den nächsten paar Tagen dort geschehen? +++ 5) Versuche “Sie war glücklich” in einer Szene zu beschreiben, ohne die Wörter “Glück” oder “glücklich” zu gebrauchen.

Und hier nochmal die Regeln: Jeden Freitag wird veröffentlicht. +++ Wählt aus einem der vorgegebenen Schreibthemen. +++ Schreibt eine Geschichte/ein Gedicht/ein paar Zeilen – egal, Hauptsache ihr übt euer kreatives Schreiben. +++ Vergesst nicht, den Hashtag #Writing Friday und den Header zu verwenden, schaut unbedingt bei euren Schreibkameraden vorbei und lest euch die Geschichten durch. +++ Habt Spaß und versucht, voneinander zu lernen.

# Writing Friday 2020 – Februar, 9. Woche : You can’t play on broken strings

 

Geht Euch das auch so? Gerade erst hat das neue Jahr begonnen, und nun haben wir schon wieder Ende Februar? Und weil ich dieses Jahr bei dem Schreibprojekt #Writing Friday auf dem Blog von elizzy meinen Erfahrungsschatz erweitern möchte, habe ich mir als letzte Übung für diesen Monat etwas ausgesucht, womit ich mich bisher noch nicht ausreichend beschäftigt habe: dem Schreiben von dialoglastigen Texten. Anscheinend habe ich bisher das Motto „A little less conversation, a little more action“ bevorzugt. Mit dem fünften Thema versuche ich, die gewohnten Pfade zu verlassen:

 

5) Schreibe eine “Streit-Szene” – egal ob zwischen einem Paar, Geschwistern oder Freunden – wichtig ist hierbei das Üben eines Dialoges. Lasse aber Beschimpfungen aus und versuche den Konflikt am Ende zu beseitigen.

Streit oder Diskussion zwischen mehreren Personen? Wer sagt denn, dass an einer verbalen Auseinandersetzung immer nur zwei beteiligt sein müssen? Bei dem folgenden Text handelt es sich um eine Gruppe von mehreren Leuten, und er ist ein Auszug aus einer noch nicht abgeschlossenen Story, die ich schon seit längerem geplant habe und von der ich nicht weiß, wann sie enden wird.

 

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You can’t play on broken strings

Wenn der Tag mit einem Anschiss anfängt, dann weißt Du, dass Du nicht alleine bist auf der Welt! – Wer auch immer diesen Satz zuerst von sich gegeben hatte, treffender hätte er nicht das beschreiben können, was uns erwartete. Ein kaputter Verstärker, und natürlich wollte es keiner von den anderen gewesen sein, obwohl jeder, der die Geräte abgeladen hatte, im Prinzip der Übeltäter sein konnte. Blöd, dass es vorher nie zu solchen Pannen gekommen war, sondern erst, seit ich mit von der Partie war. Informiert waren die anderen schon längst, und im Moment war der Schlagzeuger auf Hundertachtzig. Rauswerfen würden sie mich. Im hohen Bogen. Ich konnte ihn sogar verstehen: Mit teilweise beschädigten Instrumenten zu spielen, war schon schwierig genug , aber kaputte Verstärker bedeuteten mit Sicherheit das Aus für den Auftritt. Es sei denn, das Gerät ließe sich reparieren. Aber in der kurzen Zeit? Das war wohl eher unwahrscheinlich. You can’t play on broken strings…

Was glaubst Du, wie das funktionieren soll?“ Natürlich. Frank schon wieder. Dass der sich jetzt mit dummen Sprüchen reintauchsiedern würde, war ja klar: „Das hier ist ein High-End-Produkt und kein Heizlüfter oder Fön, den du mal eben schnell wieder in Ordnung bringen kannst, Kleine.“

Kleine? Das war ja wohl wieder mal typisch.

Vor allem nicht schnell…“, hängte sich jetzt auch noch Paul rein. Die beiden Roadies waren wie immer ein Herz und eine Seele. „… oder willst Du persönlich für den Schaden aufkommen?“ Das war jetzt nicht sein Ernst. Der lieferte damit jetzt nicht wirklich seinem Kumpel die Steilvorlage? Ich hatte geahnt, dass nichts Gutes dabei herauskommen würde, wenn die beiden erst mal in Fahrt kamen. Wenn nur nicht meine schlimmsten Befürchtungen wahr wurden…

Keine schlechte Idee“, gab Frank mit süffisantem Grinsen zurück. Der hatte doch nicht alle Latten am Zaun!

Hast Du sie noch alle?“ fauchte ich ihn an. „Warum sollte ich?“ Vor Wut konnte ich kaum klar denken, und das nutzte er weidlich aus.

Nun ja…“, antwortete er betont langsam, und ich betete, dass jetzt nicht das kam, was ich insgeheim befürchtete. „… schon mal was vom Verursacherprinzip gehört?“

Na super! Mission accomplished, Treffer versenkt. Was musste ich dumme Nuss ihn auch noch mit der Nase drauf stoßen! Dank dieser eleganten Überleitung wusste es jetzt auch der letzte, dass meinetwegen der Gig auf der Kippe stand. Das würde ich mir auf keinen Fall gefallen lassen! Eigentlich hatte ich ja Streit vermeiden wollen, aber jetzt war Feierabend!

Was soll das heißen?“ nagelte ich ihn fest. „Ach, jetzt bin ich diejenige, die das Equipment ruiniert hat? Sag mal, geht’s noch?!“ Inzwischen war es mir total egal, wer den Krach noch alles mitbekam. Es betraf ja schließlich alle.

Na ja, du warst immerhin eine der letzten, die beim Ausladen mit dabei war.“

Genau. Eine der letzten. Nicht die letzte. Theoretisch kann es jeder gewesen sein.“

Theoretisch ja.“ Lauernder Blick. „Und praktisch?“ Worauf wollte Frank jetzt schon wieder hinaus? „Komisch, dass solche Pannen nicht vorgekommen sind, als Steve noch mit an Bord war…“

Bingo. Spätestens jetzt wussten alle, dass ich völlig unfähig war und sie es noch bereuen würden, dass man mich als Vertretung für ihren Lieblingskollegen eingestellt hatte. Meine Wangen brannten wegen dieser Blamage wie Feuer.  O, diese Ungerechtigkeit. Aber etwas stimmte hier nicht. Wie schnell doch der Verdacht im Raum gestanden hatte. Zu schnell. Aber wer hatte ihn geäußert? Je länger ich darüber nachdachte, desto stärker wurden die Zweifel. Ryan war bereits vor unserem Zusammentreffen über die Schäden an seinem Schlagzeug informiert gewesen; also musste er es von jemandem haben, dem sämtliche Schäden bereits bekannt waren. Wenn derjenige nicht sogar selbst der Verursacher war und es mir nun in die Schuhe schieben wollte. Wer das war, konnte ich mir denken. Leider fehlte mir der Beweis. Was half es mir oder dem geschrotteten Verstärker, dass ich mit dieser Einschätzung nicht alleine dastand. Meinen Kollegen Dave beschäftigte viel stärker die Frage, ob wir ihn noch reparieren konnten. Und falls nicht, ob der nächste Auftritt noch zu retten war.

Das wird schwierig.“ Dave kratzte sich ratlos am Kopf.

Dass es nicht einfach wird, habe ich auch nicht erwartet“, schaltete sich Brian ein. „Mich interessiert nur eins. Schafft ihr beiden das heute noch?“

Heute noch? Wohl eher nicht“, entfuhr es mir, „wenn wir bestimmte Ersatzteile brauchen.“ Oder gar einen neuen Verstärker. Am besten suchte ich schon mal im Internet, ob irgendwo einer zum Verkauf stand.

Ist ja Spitze!“ – höhnisches Schnauben von Brian, dem ich entnahm, dass seiner Meinung nach meine Einschätzung keinen Schuss Pulver wert war, „was stehen wir hier überhaupt noch rum und reden? Das habt ihr ja echt super hingekriegt.“ Wieso sagte er „Ihr“? „Ja. Ganz große Klasse. Für heute Abend seh‘ ich schwarz.“

Betretenes Schweigen. Aber nicht für lange. „Es sei denn, wir finden eine andere Lösung.“ ließ Mike mitten in die Stille hineinfallen.

Ach, und wie soll diese Lösung aussehen, du Schlaumeier!?“ Brian war noch nicht überzeugt. „Darf ich Dich daran erinnern, dass die Drums und der Verstärker ein Fall für die Tonne sind?

Na ja, also komplett ‚für die Tonne‘ würde ich jetzt nicht sagen“, meldete sich Ryan zu Wort, der sein Drumkit gründlich untersucht und sich wieder einigermaßen beruhigt hatte. „Das meiste scheint in Ordnung zu sein. Ein paar Teile sind tatsächlich in dem Zustand nicht mehr zu gebrauchen. Unter Umständen könnte ich mit reduziertem Equipment spielen. Aber das hängt davon ab, wie deine ‚Lösung‘ aussehen soll.“

Na ja, mir schwebt da so was wie ein reines Akustik-Set vor“, antwortete Mike.

Wie jetzt? Weg mit den E-Gitarren und dafür her mit akustischen Instrumenten? Was, wenn der Plan gar nicht so blöd war, wie er den anderen anscheinend vorkam? Was, wenn das die Lösung war, die uns genug Zeit verschaffte, die Schäden zu beheben? Hoffnung keimte auf….

Hä?“ Brian verstand offenbar gar nichts. „Jetzt mal ganz langsam zum Mitschreiben: Wir sollen heute Abend ein reines Akustikset spielen?“

Und was genau würde dagegen sprechen?“ Ja, was eigentlich? „Mensch, Leute. Kommt, erinnert euch: Die zwei, drei Stücke, die wir unplugged gespielt haben, sind doch super angekommen!“ Der Sänger war sichtlich angetan von seinem Geistesblitz.

Hm. Ja. Okay. Ein, zwei Stücke schön und gut. Aber ein ganzer Abend unplugged?“ Brian war noch immer skeptisch.

Inzwischen schien sich auch Ryan für die Idee seines Bandkollegen zu erwärmen: „Ja, warum eigentlich nicht? Was haben wir schon zu verlieren?“ Da musste ich ihm recht geben. War dieser Einfall wirklich so abwegig? In Brians Augen wohl schon.

Unplugged. Echt jetzt? Kommt schon, Leute. Wir sind ’ne Rockband und keine Folktruppe.“

Ach, daher wehte also der Wind. So ein Idiot, dachte ich – was für ein Dünkel! Aber da war er bei seinem Drummer an den Falschen geraten. Der schien plötzlich Feuer und Flamme für Mikes Vorschlag: „Besser ein Unplugged-Konzert als gar kein Konzert. Mensch, Brian – wir sind weder AC/DC noch Maiden und können uns Starallüren nicht leisten – also komm mal wieder runter von deinem hohen Ross.“ – Ihr spielt zwar eher Wave statt Rock und hauptsächlich Coverversionen, dachte ich, aber im Prinzip hatte Ryan absolut recht. Ich sagte lieber nichts.

So haben wir Zeit, um zu sehen, ob wir den Verstärker wieder zum Laufen bringen.“ – Dave’s five cents.

Na also, da hörst Du’s,“ sagte Mike zu Brian. „Lass es uns probieren. Diesen einen Abend als Testballon. Wie Ryan schon sagte: Was haben wir schon zu verlieren?“

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Und dann durchforsten die Erzählerin, die den wegen einer Erkrankung ausgefallenen Steve vertreten soll und Dave die Kleinanzeigen und stoßen auf ein Inserat, in dem das so dringend benötigte Teil zum Verkauf angeboten wird. Doch das ist eine andere Geschichte.

Genau wie der Akustikabend der Band, deren Anfänge ich im November unter der Überschrift „Let’s start a band“ niedergeschrieben habe. Gut möglich, dass da noch etwas nachkommt, doch nun ist der Monat für mich erst einmal abgeschlossen. Das Thema mit dem Buch, das mich als Teenager begeistert hat, habe ich diesmal ausgelassen. Meine Teenagerzeit ist einfach viel zu lange her.

Die Schreibthemen im Februar: 1) Eine rote Rose erzählt aus ihrem Alltag, berichte davon. +++ 2) Schreibe eine Geschichte und flechte darin folgende Wörter mit ein: Gänsehaut, Libelle, rundherum, aufgeschrieben, 5 Jahre +++ 3) Schreibe eine Geschichte, die mit dem Satz “Die Uhren liefen rückwärts, als…” beginnt. +++ 4) Welches Buch hat dich als Teenager (von 13 – 18) begeistert? Magst du es heute auch noch? +++ 5) Schreibe eine “Streit-Szene” – egal ob zwischen einem Paar, Geschwistern oder Freunden – wichtig ist hierbei das Üben eines Dialoges. Lasse aber Beschimpfungen aus und versuche den Konflikt am Ende zu beseitigen.

Regeln: Jeden Freitag wird veröffentlicht. +++ Wählt aus einem der vorgegebenen Schreibthemen. +++ Schreibt eine Geschichte/ein Gedicht/ein paar Zeilen – egal, Hauptsache ihr übt euer kreatives Schreiben. +++ Vergesst nicht, den Hashtag #Writing Friday und den Header zu verwenden, schaut unbedingt bei euren Schreibkameraden vorbei und lest euch die Geschichten durch. +++ Habt Spaß und versucht, voneinander zu lernen.

# Writing Friday 2020 – Februar, 8. Woche : Als die Uhren rückwärts liefen

 

Stell Dir eine Welt vor, in der alles möglich ist. Beim #Writing Friday auf dem Blog von elizzy kann das jeder ausprobieren und seinen Gedanken Ausdruck verleihen, egal in welcher Form, und zwar zu vorgegebenen Themen, die am Ende meines Beitrags aufgeführt sind.

Nach dem Murmeltiertag (2. Februar) und dem Valentinstag (14. Februar) hebe ich heute einen eigens erfundenen Tag aus der Taufe: den Verkehrte-Welt-Tag, denn der Karneval geht in seine letzte und entscheidende Phase…

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Als die Uhren rückwärts liefen

 

Die Uhren liefen rückwärts, als der Zwerg aus dem Nebel auf mich zugeschossen kam, gleich nachdem ich das Plakat gesehen hatte:

NEU IN DER STADT – DER SKULPTURENGARTEN – 2. NOVEMBER FEIERLICHE ERÖFFNUNG.

Wow! Das ist ja schon morgen!“ hatte ich überrascht ausgerufen und meine neue Bekanntschaft aus dem Bogside fragen wollen, ob sie nicht Lust hätte, mich dort hin zu begleiten, doch plötzlich war dieser kalkweiße Winzling aus dem Nichts aufgetaucht und hatte sich mir mit einem Sprung in den Weg gestellt. Ich hatte wirklich nur kurz geblinzelt, weil ich meinen Augen kaum getraut hatte. Eine Statue aus dem Park? Eigentlich eher so eins dieser kitschigen Engelchen, wie man sie zu Tausenden in diesen Dekoläden findet – Schnickschnack, den die Welt nicht braucht. Damit kann man mich ja meilenweit jagen. Wenn ich es nicht besser gewusst hätte, dann hätte ich schwören können, dass es dieser Gnom auf mich abgesehen hatte. Hey Kleiner, hatte ich noch gedacht, Halloween war gestern – Du kannst mit der Maskerade aufhören.

Maskerade? Die Erkenntnis kam leider zu spät. Jagen wollte hier nur einer, und zwar das Engelchen aus weißem Marmor. Das war kein Mensch. Aber auch keine Statue. Ich weiß nicht, was es war, aber es war hinter mir her. Und es war gnadenlos. Verschwunden war das sanfte Lächeln auf seinem Gesichtchen; als ich mir ungläubig die Augen gerieben hatte, nur für einen winzigen Moment, da hatte ich es am Hals.

Beim Anblick seiner schrecklichen Fratze wurde mir eiskalt, und ich konnte nicht mal mehr schreien. Innerhalb eines winzigen Augenblicks geschahen mehrere Dinge gleichzeitig: Während um mich herum alles vorbei raste und zu einer undeutlichen Masse Schatten in unterschiedlichen Grautönen verschwamm, flammte das Zifferblatt meiner Armbanduhr gestochen scharf in der Dunkelheit auf. Die Zeiger rannten nicht nur entgegen ihrer üblichen Richtung, sie drehten förmlich durch. Als sie mit einem Ruck stoppten, bekam das Glas des Zifferblatts einen Sprung, während sich die Zeiger ineinander verhakten. Ich wurde so heftig zu Boden gerissen, dass ich für einen Moment die Besinnung verlor. Irgendwo in der Schwärze um mich herum heulte ein Kauz.

Als ich wieder zu mir kam, war es immer noch dunkel. Nebel wallte aus dem Park, und ein Absperrband bewegte sich sanft im Wind hin und her. Viel Zeit war wohl nicht vergangen. Und doch… Aus der Ferne drangen Stimmen durch den Nebel – Stimmen, die ich kannte: Die einer Frau.. Lara? Und eine, die wie meine eigene klang. Ach nee… Die Fetzen, die ich von ihrer Unterhaltung aufschnappte, kannte ich! Stop! Irgendwas war mit einem von den drei Guinness nicht in Ordnung gewesen, oder woher kam auf einmal diese Halluzination? Oder dieses verflixte Engelchen, das auf mich losgegangen war, hatte mir irgendein Zeugs verabreicht. Mich konnte es doch unmöglich zweimal geben! Lara und ihr elender Fimmel, was Zeitreisen anging. Das war doch alles dummes Zeug! Mir war das alles viel zu abgehoben. Aber nun war es genau der eine Satz, den sie im Lauf des Abends fallengelassen hatte: Never cross your own timeline!

Das hier war ein anderes Kaliber als die absurde Drohung „Never type ‚Google‘ into Google – you might break the internet“: Die eigene Zeitlinie zu durchkreuzen führt zu fürchterlichen Folgen, sowohl für einen selbst als auch für andere. Das bedeutete, dass ich unter keinen Umständen mir selbst über den Weg laufen durfte. Niemals durfte das geschehen, und so tat ich das erstbeste, das mir in den Sinn kam: Ich robbte auf dem Bauch in Richtung Fahrbahn und kroch unter einen geparkten Van. Welch heldenhafte Tat. Eines echten Feiglings würdig. Und dennoch die einzig akzeptable Lösung zu diesem Zeitpunkt für dieses Dilemma. Mir auszumalen, was passiert wäre, wenn ich mir selbst gegenüber gestanden hätte, überstieg meine Vorstellungskraft.

Allgemein herrscht ja die Vorstellung, dass man an der Schwelle des Todes sein ganzes Leben im Zeitraffer an sich vorbeiziehen sieht, aber hier war es nicht mein Leben, das ich wie einen Film ablaufen sah, sondern ein Teil der vergangenen Stunden. Und ein Licht, in das ich gehen konnte, gab es auch nicht. Nur Dunkelheit, Nebel und diese gruselige Gestalt in Form einer Putte, die mein hinter Lara hergehendes Ich berührte, das auf der Stelle verschwand. Wie vom Donner gerührt, blieb sie stehen und schaute dem marmornen Nackedei nach, wie er kichernd im Nebel verschwand. Die Luft war rein.

Der Engel hatte keine Ahnung, dass ich ihn bei seinem Treiben beobachtet hatte und mich nun voll auf Lara konzentrierte. Sie wollte doch nicht? Nein, bitte, dachte ich, Du wirst doch nicht so blöd sein, und ihm blindlings hinterher stürzen? Sie schien zu überlegen, noch unschlüssig, was sie als nächstes tun sollte, aber jederzeit bereit zum Sprung. Warte noch, stöhnte ich vor Schmerz. Die Wucht meines Aufpralls war doch stärker als ich dachte. Ächzend kroch ich unter dem Van hervor und versuchte, mich Lara bemerkbar zu machen. „Wie spät ist es?“, war das einzige, was ich noch herausbrachte, bevor sie mir das Zifferblatt ihrer Armbanduhr zeigte und im dunklen Park verschwand, um die Verfolgung desjenigen aufzunehmen, der an meiner Zeitschleife Schuld war. Und was, wenn sie scheiterte? Wenn sie ihn vergeblich in der Dunkelheit suchte? Oder noch schlimmer, wenn er sie auch noch erwischte? Nein, das musste ich unbedingt verhindern. Mühsam erhob ich mich und humpelte in den Park hinein, ohne zu wissen, was mich erwartete.

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Die dritte Story über Begegnungen mit meinen Lieblings-Aliens aus der Sci-Fi-Serie „Doctor Who“, als Teil einer Kette von Ereignissen, die jetzt schon geradezu nach einer Fortsetzung schreit… Kommt Zeit, kommt Rat, und das Jahr hat noch zehn weitere Monate.

Hier nochmal die Themen für den Februar:

1) Eine rote Rose erzählt aus ihrem Alltag, berichte davon. +++ 2) Schreibe eine Geschichte und flechte darin folgende Wörter mit ein: Gänsehaut, Libelle, rundherum, aufgeschrieben, 5 Jahre +++ 3) Schreibe eine Geschichte, die mit dem Satz “Die Uhren liefen rückwärts, als…” beginnt. +++ 4) Welches Buch hat dich als Teenager (von 13 – 18) begeistert? Magst du es heute auch noch? +++ 5) Schreibe eine “Streit-Szene” – egal ob zwischen einem Paar, Geschwistern oder Freunden – wichtig ist hierbei das Üben eines Dialoges. Lasse aber Beschimpfungen aus und versuche den Konflikt am Ende zu beseitigen.

Regeln: Jeden Freitag wird veröffentlicht. +++ Wählt aus einem der vorgegebenen Schreibthemen. +++ Schreibt eine Geschichte/ein Gedicht/ein paar Zeilen – egal, Hauptsache ihr übt euer kreatives Schreiben. +++ Vergesst nicht, den Hashtag #Writing Friday und den Header zu verwenden, schaut unbedingt bei euren Schreibkameraden vorbei und lest euch die Geschichten durch. +++ Habt Spaß und versucht, voneinander zu lernen.

# Writing Friday 2020 – Februar 7. Woche : Let me show you the world in my eyes

 

Die zweite Februarausgabe des #Writing Friday auf dem Blog von elizzy fällt dieses Jahr auf ein Datum, das sich viele Verliebte in ihren Kalender eingetragen haben: den Valentinstag. Als Single feiere ich ihn zwar nicht, bedauere aber auch nicht, es nicht zu tun – eben weil dieser Tag nie eine feste Konstante in meinem Leben gewesen ist. Dennoch: Was passt heute besser als das erste der fünf Schreibthemen?

Eine rote Rose erzählt aus ihrem Alltag, berichte davon.

Eine Rose ist eine Rose ist eine Rose? Nicht immer ist alles so, wie es scheint.

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Let me show you the world in my eyes

 

Ach, wenn ihr die Welt doch nur mit meinen Augen sehen könntet! Ihr würdet weniger schlechte Reime verzapfen…

Sei wie das Veilchen im Moose, sittsam bescheiden und rein und nicht wie die stolze Rose, die immer bewundert will sein“

… Ich wette, diesen Spruch kennen noch viele aus ihrer Schulzeit, als alle so ein Poesiealbum hatten. So ein kleines Büchlein, in das die Mitschüler ein Sprüchlein oder Gedicht hineinschreiben und mit mehr kitschigen Bildchen verzieren durften. Aber was rede ich – so etwas kennt doch heute keiner mehr. Aber im Gegensatz zu solchen Alben sterben manche Sprüche wohl nie aus. Am liebsten hätte ich der Mutti, die ihn heute in unserem Laden losgelassen hat, eine mit meinen Dornen gepiekst. So eine Bemerkung in meiner Gegenwart… hallo – geht’s noch???!!! Was ist denn bitte falsch daran, stolz zu sein? Und wer keine Bewunderung mag, macht sich selbst was vor. Das sieht ihnen ähnlich – nur weil sie selbst keinen Spaß im Leben haben, wollen sie ihn unsereins auch nicht gönnen.

Veilchen im Moose… diese unscheinbaren Dinger, die nur in Gruppen Gefallen finden, sind im Februar nicht gerade der große Renner. Können Sie sich eine Frau vorstellen, die zum Valentinstag einen Topf mit Veilchen geschenkt bekommt? Wirklich? …. Sehen Sie, keiner kann das, und darum gehen heute meine Freunde, mit denen ich heute dicht an dicht in mit Wasser gefüllten Eimern stehen, weg wie warme Semmeln. Stunde um Stunde lichten sich unsere Reihen, und meist sind es Männer aller Altersgruppen, die heute zum Klassiker greifen, um ihrer Liebsten ein Geschenk zu machen: Rote Rosen und Pralinen. Blumen und Schokolade – das zieht immer.

In der Regel wählen die meisten eine einzelne langstielige Blume, die in einer edlen Glasvase besonders gut zur Geltung kommt, wobei auch der ein oder andere Angeber erscheint, der gleich ein ganzes Bukett erstehen möchte. Hauptsache Masse: Je üppiger der Strauß, desto größer das schlechte Gewissen. Da – schon wieder so einer.

Nach ein paar Kunden, die Tulpen passender fanden, betritt einer den Laden, der eine ganz abgefahrene Idee für den romantischsten aller Tage im Februar hat: Er möchte seiner Angebeteten ein Bad einlassen, die Wohlfühl-Oase mit Kerzen erleuchten und zum Schluss Unmengen von Rosenblüten auf der Wasseroberfläche verteilen. So wie in dem Film „American Beauty“ – deshalb auch die fünfzig roten Rosen von einer Sorte, die eher runde statt länglicher Blütenblätter ausgebildet hat. Sadist! Mörder! Frevler! Meinen armen Freunden die Blüten einzeln ausrupfen – wetten, dass dieser Leichenschänder schreien würde, wenn man ihm jedes Haar einzeln ausreißt? I’m gonna lay you down on a bed of roses… ja, und dann traktieren wir alle ihn mit unseren Dornen, bis er um Gnade fleht!

Ach herrje, ich schweife ab. Nachdem dieser „feine Herr“ trotzdem seine Rosen bekommen hat, nahen schon die nächsten Kunden. So langsam geht es auf Mittag zu, und außer mir sind nur noch wenige meiner Brüder und Schwestern bei mir. Ach, wie schön fände ich es, wenn man mich auswählen würde, um mich einem kranken Menschen zu schenken. Oder einer frischgebackenen Mutter. Das würde mir gefallen. Ein Mädchen nähert sich. Alles an ihr ist schwarz. Die Hosen, das Shirt, die fingerlosen Handschuhe; selbst ihre Augen sind dick mit Kajal umrandet. Natürlich schwarz. Was auch sonst. Doch halt… ich nehme etwas Rotes an ihr wahr. Die Vorderseite ihres Shirts ziert eine rote Rose. Ach, jetzt wird’s interessant. Eine Rosenliebhaberin. Warum nicht gleich so? Das ist natürlich etwas ganz anderes. Stolz werfe ich mich in Pose und richte mich zu meiner vollen Größe auf.

Aber was ist das? Ich werde aus dem Wasser gezogen und in Folie gewickelt. Seit wann ist Papier denn out? Hilfe, ich bekomme keine Luft, kann kaum noch atmen. So eine Barbarei. Ich bin eingezwängt und kann mich nicht rühren. Aber der absolute Gipfel der Unverschämtheit ist der Zweck meines Kaufs. Von wegen Valentinstag, und so eine rote Rose als Zeichen allertiefster Zuneigung. Ja, für den Liebsten oder die Freundin. Aber ich soll doch tatsächlich heute Abend beim Konzert aus dem Publikum auf die Bühne geschleudert werden. Depeche Mode in Concert. Bitte was??? Melli oder Jenny oder Jessie – leider verstehe ich bei dem Foliengeknister nur die Hälfte – will mich… MICH!!!… dem von ihr angebeteten Dave, dem Mann ihrer Träume zuwerfen. Sie ist unsterblich in ihn verliebt und hofft, dadurch seine Aufmerksamkeit zu gewinnen.

Entkommen ist zwecklos. Sie verfrachtet mich in ihren Rucksack. Dunkel ist es hier drin, und es müffelt unangenehm nach Patschuli. Noch ein paar Stunden in diesem Gefängnis, und ich dufte genauso „angenehm“ wie meine Umgebung. Ja, wirf mich nur auf die Bühne – Mr. Gahan wird begeistert sein und sich ohne Zweifel dank dieses infernalischen Gestanks noch lange an Dich erinnern. Doch für mich wird dies das Ende sein, wenn sie mich nach dem Gig zusammen mit Dutzenden anderer Blumen entsorgen.

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Die Schreibthemen für den Februar:

1) Eine rote Rose erzählt aus ihrem Alltag, berichte davon. +++ 2) Schreibe eine Geschichte und flechte darin folgende Wörter mit ein: Gänsehaut, Libelle, rundherum, aufgeschrieben, 5 Jahre +++ 3) Schreibe eine Geschichte, die mit dem Satz “Die Uhren liefen rückwärts, als…” beginnt. +++ 4) Welches Buch hat dich als Teenager (von 13 – 18) begeistert? Magst du es heute auch noch? +++ 5) Schreibe eine “Streit-Szene” – egal ob zwischen einem Paar, Geschwistern oder Freunden – wichtig ist hierbei das Üben eines Dialoges. Lasse aber Beschimpfungen aus und versuche den Konflikt am Ende zu beseitigen.

 

Die Regeln:

Jeden Freitag wird veröffentlicht. +++ Wählt aus einem der vorgegebenen Schreibthemen. +++ Schreibt eine Geschichte/ein Gedicht/ein paar Zeilen – egal, Hauptsache ihr übt euer kreatives Schreiben. +++ Vergesst nicht, den Hashtag #Writing Friday und den Header zu verwenden, schaut unbedingt bei euren Schreibkameraden vorbei und lest euch die Geschichten durch. +++ Habt Spaß und versucht, voneinander zu lernen.

# Writing Friday 2020 – Februar, 6. Woche : Laras Entscheidung

 

Es ist wieder soweit bei elizzys #Writing Friday dem Schreibprojekt zum Mitmachen für alle, egal in welcher Form auch immer (Kurzgeschichte, Gedicht u.a.). Fünf Themen stehen auch diesen Monat wieder zur Auswahl, und als Einstieg habe ich das Folgende gewählt:

2) Schreibe eine Geschichte und flechte darin folgende Wörter mit ein: Gänsehaut, Libelle, rundherum, aufgeschrieben, 5 Jahre

Inspiriert vom Murmeltiertag, habe ich diese Kurzgeschichte am 2.2.2020 (2:20 p.m.) verfasst, doch entgegen aller Spekulationen spielt sie nicht in Punxsutawney (Pennsylvanien), sondern in einer nicht näher bezeichneten Stadt.

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Laras Entscheidung

Lara schloss die Augen und nippte an ihrem Glas. Ruhig, sagte sie sich selbst, bleib ganz ruhig, und atmete bewusst durch. Dabei musste sie an die Worte denken, die sie aufgeschrieben und an den Kühlschrank gepinnt hatte. „Beende angefangene Dinge, und Du erhältst inneren Frieden.“ Eigentlich war der Sinn hinter ihnen ein anderer und nicht die Anweisung an ihren Bruder, angefangene Lebensmittel oder die von der Party übriggebliebenen Spirituosen zügig aufzubrauchen. Angefangene Dinge beenden…

Lara seufzte und nahm noch einen Schluck von dem schweren Barolo, dessen tiefrote Farbe allein schon eine beruhigende Wirkung auf sie hatte. Angefangene Dinge beenden – das klingt so einfach, wenn es sich um eine Tüte Chips oder eine Flasche Milch handelt, aber eine Entscheidung zu treffen, die ihr ganzes Leben in eine andere Bahn lenken würde, war etwas völlig anderes und mit so etwas banalem wie dem Aufräumen der Wohnung nach einer Party wohl kaum zu vergleichen. Nein, diese Aufgabe war größer und würde ihr einiges abverlangen.

Wie durchbricht man einen Kreislauf, in den man nur durch puren Zufall geraten ist und dem man seitdem nicht entkommen kann? Ein Kreislauf, an dessen Beginn man sich nicht mehr erinnern kann? Lara waren nur noch zwei Fixpunkte geblieben: Jenes unsägliche Halloween, an dem sie Paolo zum ersten Mal begegnet war und jede weitere zukünftige Begegnung mit ihm. Dass sie durch die Abfolge von unterschiedlich langen Zeitschleifen jegliches Zeitgefühl verloren hatte, war längst nicht das Schlimmste. Wenn sie die Zeiträume zusammenzählte, in denen sie ihre Vergangenheit wieder und wieder durchlebte, kam sie gut und gerne auf fünf Jahre.

Mit Bedauern dachte sie daran, wie dumm sie doch gewesen war und die Euphorie sogar noch genossen hatte, in die Vergangenheit zu reisen und an gewissen Stellschrauben drehen zu dürfen. Wie überlegen sie sich doch gegenüber Tim gefühlt hatte, der ebenfalls von einem Weinenden Engel in die Vergangenheit versetzt worden war. Doch diese Putte war noch klein gewesen und ihre Fähigkeiten noch nicht voll entfaltet. Sie dagegen hatte das „Vergnügen“, nicht bloß die letzte halbe Stunde erneut zu erleben, bei ihr ging es um andere Zeiträume: Mal sechs Monate, mal drei, dann wieder nur zwei Wochen… sie war immer nur für kurze Zeit von Paolo zurückgeschickt worden, und wenn sie sich dann endlich wieder gegenüber standen, überkam sie stets ein Schauer. Zu gerne hätte sie ihn länger berührt, aber genau das war nicht möglich.

Eine Berührung mit einem Weinenden Engel genügte, und man landete irgendwo in der Vergangenheit, je nachdem, wie viel Energie der Engel aus diesem Zeitsprung zu gewinnen suchte. Paolo mochte zwar aus der Art geschlagen sein, und ganz am Anfang hatte sie sich sogar noch auf die Begegnungen mit ihm gefreut. Doch das verliebte Kribbeln, die berühmten Schmetterlinge im Bauch, war längst vergangen. Inzwischen waren Lara diese ständigen Wiederholungen nur noch lästig. Wenn es doch wenigstens so gewesen wäre wie in „Und täglich grüßt das Murmeltier“ oder wie in jenen Geschichten von Leuten, die die Lottozahlen, Sportergebnisse oder Aktienkurse eines bestimmten Datums in der Zukunft kennen und durch die Anwendung ihres Wissens stinkreich werden. Leider hatten Laras Zeitschleifen die unangenehme Eigenschaft, sich gelegentlich zu verändern, und damit auch ihr Leben. „Change keeps us moving on“? Lara schnaubte verächtlich. Für alle anderen vielleicht, aber nicht für sie. Die einzigen Veränderungen, die sie erlebte, fanden in der Vergangenheit statt. Eine Vergangenheit, die sich stets zwischen zwei Fixpunkten abspielte. Eine Vergangenheit ohne Wechsel der Jahreszeiten: keine Schneeglöckchen im Frühling, keine Libellen im Sommer… Ein Leben im Reset-Modus, gefangen zwischen Herbst und Winter, ein Leben ohne Zukunft. Doch damit würde heute und für immer Schluss sein.

In Gedanken ging sie die vor ihr liegenden Stunden und ihren Plan noch einmal durch. Am späten Nachmittag sollte das Treffen im Park stattfinden. Zeit und Ort hatte sie mit Bedacht gewählt, denn damit konnte sie gleich zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen: Es wäre noch hell genug für das, was sie vorhatte, und dass sich an der verabredeten Stelle andere Menschen aufhielten, war nicht zu erwarten. Zum Glück, denn wenn es etwas gab, das sie nicht brauchen konnte, so waren es Zeugen. Sie würden alles nur völlig unnötig komplizerter machen.

Wie schon bei ihrem ersten Zusammentreffen, waberte Nebel in der Nähe des Eingangs zum Park. Früher wäre Lara erschaudert, aber jetzt kümmerten sie solche Kleinigkeiten nicht mehr. Entschlossen betrat sie den Skulpturengarten und schaute sich um. Sie war jetzt bis zu dessen Zentrum vorgedrungen und auf ihrem Weg dorthin keinem Menschen begegnet. Kein Wunder, die Bäume rundherum wirkten in ihrer Kahlheit trostlos und unheimlich, und weil die Sonne nicht schien, war der Park heute kein einladender Ort. Spaziergänger bevorzugten in der Regel schöneres Wetter und eine ansprechendere Umgebung. Doch für ihre Zwecke war dieser Umstand perfekt.

Das Geräusch hinter ihr kannte Lara zur Genüge. Jedes Mal dasselbe Knirschen von Marmor auf Kies. Und jedes Mal lief ihr dieselbe Gänsehaut den Rücken hinunter. Reiß Dich zusammen, versuchte sie sich innerlich für das zu wappnen, was nun kam. Nur noch wenige Meter trennten sie und Paolo voneinander. Ihre Hände fest in den Manteltaschen vergraben, drehte sie sich langsam um. Jetzt bloß nicht falsches tun. DON’T BLINK. Jedenfalls noch nicht jetzt. Ihre Finger legten sich um das kühle, sich seidig anfühlende Tablet, bereit zum Schuss. Bereit zum Angriff auf das ahnungslose Opfer. Doch versuchen Sie mal, nicht zu blinzeln, wenn Sie an nichts anderes denken können. Dreimal dürfen Sie raten, was dann passiert. Und wenn Sie sich mit einem solchen Engel konfrontiert sehen…

Nur noch wenige Sekunden blieben Lara, dann würde sich Paolo mit ausgebreiteten Armen auf sie stürzen und sie an sich ziehen. Wenn sie nicht erneut auf Zeitreise geschickt werden wollte, dann musste sie handeln, und zwar schnell. BLINK! Genau jetzt! Lara stellte sich in Position und riss ihr Tablet am ausgestreckten Arm in die Höhe und brachte es zwischen sich und Paolo. „Es ist aus! Für immer!!!“ schrie sie aus Leibeskräften, und auf Paolos Gesicht erschien ein Ausdruck des Entsetzens, als er auf der Tabletoberfläche sein eigenes Spiegelbild erblickte. Dann erstarrte er auf der Stelle zu Stein.

Wer ebenfalls erstarrte, war Lara. Zu spät erkannte sie, dass in dem Augenblick, als der grelle Blitz während des Fotografierens aufgeflammt war, Paolo nach ihrer Hand gegriffen hatte und diese fest umklammert hielt. Noch einmal flackerte der Blitz auf, dann fiel das Gerät zu Boden und verstummte augenblicklich. Es wurde schwarz, und das einzige, was außer einem Haufen unbrauchbarer Elektronikteile übrig blieb, war Laras Handschuh in Paolos verkrümmten Fingern.

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Nach diesem offenen Ende gibt es noch einmal einen Überblick über die Themen dieses Monats und die Regeln:

Die Schreibthemen im Februar: 1) Eine rote Rose erzählt aus ihrem Alltag, berichte davon. +++ 2) Schreibe eine Geschichte und flechte darin folgende Wörter mit ein: Gänsehaut, Libelle, rundherum, aufgeschrieben, 5 Jahre +++ 3) Schreibe eine Geschichte, die mit dem Satz “Die Uhren liefen rückwärts, als…” beginnt. +++ 4) Welches Buch hat dich als Teenager (von 13 – 18) begeistert? Magst du es heute auch noch? +++ 5) Schreibe eine “Streit-Szene” – egal ob zwischen einem Paar, Geschwistern oder Freunden – wichtig ist hierbei das Üben eines Dialoges. Lasse aber Beschimpfungen aus und versuche den Konflikt am Ende zu beseitigen.

Die Regeln: Jeden Freitag wird veröffentlicht. +++ Wählt aus einem der vorgegebenen Schreibthemen. +++ Schreibt eine Geschichte/ein Gedicht/ein paar Zeilen – egal, Hauptsache ihr übt euer kreatives Schreiben. +++ Vergesst nicht, den Hashtag #Writing Friday und den Header zu verwenden, schaut unbedingt bei euren Schreibkameraden vorbei und lest euch die Geschichten durch. +++ Habt Spaß und versucht, voneinander zu lernen.

 

# Writing Friday 2020 – Januar, 5. Woche : Das erste Buch in diesem Jahr

 

Einer muss immer der erste sein, und wenn’s der Kandidat für die 5. Aufgabe des Schreibprojekts #Writing Friday auf dem Blog von elizzy ist. Anstatt mir selbst etwas auszudenken, dürfen es heute mal ein paar Worte über die Kreativität anderer Leute sein: Welches ist das erste Buch, das du dir im neuen Jahr gekauft hast? Stelle es kurz vor – wieso war es dieses?

Ich lese gerne Krimis und Thriller. Auch makaber dürfen sie gerne sein. Wenn es zu brutal wird, stößt mich das eher ab – wenn aber die Brutalität durch den Kakao gezogen wird und der Autor einen gewissen Trend bei sogenannten Life Coaches und Ratgebern für alle Lebenslagen aufs Korn nimmt, dann werde ich neugierig.

Ein schönes Beispiel für absurde Komik, gepaart mit knallharter Kriminalität, bietet „Achtsam morden“ von Karsten Dusse, mit dem sinnigen Untertitel „ein entschleunigter Krminalroman“, der sich um einen Anwalt dreht, der von seiner Frau wegen seiner unausgeglichenen Work-Life-Balance zu einem Achtsamkeits-Seminar geschickt wird, das sich am Ende nützlicher erweist als geahnt. Denn als ihn laut Beschreibung auf dem Einband sein Mandant Dragan in Schwierigkeiten bringt, befördert er ihn nach allen Regeln der Achtsamkeit geradewegs ins Jenseits. Der Weg ist frei für eine steile Mafiakarriere.

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Karsten Dusse : „Achtsam morden – ein entschleunigter Kriminalroman“

 

Anwalt Björn handelt im Namen seines Mandanten und versammelt alle dessen sogenannten Officer zu einem Meeting im Kindergarten. Dessen Übernahme steht als nächstes auf der To-Do-Liste – ein cleverer Schachzug, wenn man etwas von allen Beteiligten will. Und was Björn nicht will, ist ein Bandenkrieg mit Boris – statt dessen sähe er gerne eine gewisse Person mundtot. Schauen wir mal, wie man eine unangenehme Person aus dem Konzept bringt – Zitat (Seite 330):

Kennt ihr eigentlich noch den Schweigefuchs?“, fragte ich in die Runde. Kinderstühle, Fischstäbchen und der Wunsch nach Capri-Sonne hatten die Gruppe für weitere Kindheitserinnerungen geöffnet.

Sascha und Carla machten sofort das Handzeichen des Schweigefuchses in Richtung Toni.

Was bedeutet das?“, wollte Walter wissen.

Wer den Schweigefuchs gezeigt bekommt, muss das Maul halten“, erklärte Stanislav und zeigte Walter, wie der Schweigefuchs ging: Mittel- und Ringfinger auf den Daumen, Zeige- und kleiner Finger als „Ohren“ gespitzt.

Vier Schweigefüchse zeigten daraufhin auf Toni.

Toni schaute nur sprachlos. Er war Waffen und Fäuste als Argumente gewohnt. Mit Schweigefüchsen konnte er nicht umgehen. Ich machte weiter im Text. (Zitatende)

Achtsam morden“ von Karsten Dusse ist erschienen im Wilhelm Heyne Verlag, ISBN 978-3-453-43968-9 und umfasst 415 Seiten. Jedem Kapitel vorangestellt sind Zeilen aus dem Achtsamkeitsratgeber, den sich Björn während seines Coachings zu Gemüte führen darf und dessen Regeln er fortan bei allen weiteren Unternehmungen konsequent anwendet, mit teilweise verblüffenden Ergebnissen, die schreiend komisch geschildert werden. Schwarzer Humor ist genau das richtige für mich in dieser tristen Jahreszeit.

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Die Regeln des Projekts „Writing Friday“ auf dem Blog von elizzy sind diese:

Jeden Freitag wird veröffentlicht. +++ Wählt aus einem der vorgegebenen Schreibthemen. +++ Schreibt eine Geschichte / ein Gedicht / ein paar Zeilen – egal, Hauptsache ihr übt euer kreatives Schreiben. +++ Vergesst nicht, den Hashtag #Writing Friday und den Header zu verwenden, schaut unbedingt bei euren Schreibkameraden vorbei und lest euch die Geschichten durch. +++ Habt Spaß und versucht, voneinander zu lernen.

Und das waren die Schreibthemen für den Januar:

1) Erzähle von einem Vorsatz für 2020. Wieso willst du dieses Ziel erreichen? Wie sieht dein Plan aus? +++ 2) Schreibe eine Geschichte und flechte darin folgende Wörter mit ein: Geschenk, Pinguin, Tintenfass, ruhig, zart +++ 3) Schreibe eine Geschichte, die mit dem Satz: “Dieses Jahr wird fabelhaft, weil…” beginnt. +++ 4) Dein Tannenbaum möchte nicht entsorgt werden, berichte von seiner Flucht. +++ 5) Welches ist das erste Buch, das du dir im neuen Jahr gekauft hast? Stelle es kurz vor – wieso war es dieses?

# Writing Friday 2020 – Januar, 4. Woche : Obi-Wan

 

Ob ich beim Schreibprojekt #Writing Friday auf dem Blog von elizzy diesmal zu allen Themen etwas schreiben kann – die Frage bleibt für mich spannend. Weihnachten ist vorbei, die guten Vorsätze sind gefasst, der Fortsetzungsroman ist am Wachsen. Nach Teil eins und zwei muss Teil drei auf sich warten lassen, denn die vierte Aufgabe passt nicht dazu – sie lautet: Dein Tannenbaum möchte nicht entsorgt werden, berichte von seiner Flucht. Eine Übersicht über sämtliche Themen für den Januar und die Regeln findet Ihr am Ende dieses Beitrags.

 

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Obi-Wan

Love it, change it, or leave it. – Als dieses Sprichwort entstand, hat man nicht an mich gedacht. Love it? Really? Are you kidding me? Weihnachten geht maximal drei Tage, und dann gewährt man mir noch eine Gnadenfrist von knapp zwei Wochen? Den Rest des Jahres liege ich dann wieder zusammengeklappt in meiner Schachtel, bis wieder der Vierundzwanzigste naht. Ja, ja, alle Jahre wieder. Ich weiß… Als sie mich damals im Baumarkt holten, hoffte ich, dass wenigstens der Mann so helle sein würde, mich mal wie der Kollege seiner Frau schon Anfang Dezember aufzustellen, damit dessen Frau ihre Freude an ihm hat. Aber Fehlanzeige! Welche Chance habe ich Kunstbäumchen schon gegen eine echte Nordmanntanne… Ach ja – change it. Hm, wenn ich darauf warte, dass sich bei Madame was ändert, werde ich noch alle überleben. Einmal war es fast so weit – Madame hatte erwähnt, dass manche ihren Christbaum bis Mariä Lichtmess stehen lassen, aber da war im Hause S. vielleicht was los! Wie – den Baum den ganzen Januar stehen lassen? Du hast wohl nicht mehr alle Nadeln an der Tanne! Nix da – nach Heilige Drei Könige wird der Obi-Wan abgeräumt und weggepackt. Den Baum bis zum 2. Februar stehen lassen… Und täglich grüßt das Murmeltier. Da bleibt nur noch die dritte Option übrig: Leave it. Genau, einfach abhauen. Damit ihr alle mal wach werdet!“

Beleidigt feilte Obi-Wan an seiner Weihnachtsansprache. Besser gesagt an dem Bekennerschreiben, das er zu fälschen gedachte – das genauso echt war wie seine von ihm eigenhändig geplante Entführung. Darauf gekommen war er, als Frau S. mal wieder eine ihrer Lieblings-CDs durchs Haus hatte dröhnen lassen. Light beams from outer space, drifting to your satellite, your dish responds … Communication – disinformation – So entertaining“ – das geheime Leben der Bäume? Nein, Freunde der Nacht, sinnierte er vor sich hin, das geheime Kommunikationsnetz der Aliens. Eine Satellitenschüssel hatten Herr und Frau S. schon seit Jahren auf dem Dach installiert, und Herr S. hatte einen Teil seiner Freizeit in das Projekt „SETI“ (Search for Extraterrestrial Intelligence) investiert. Das Abhören des Himmels nach Signalen von außerhalb der Erde nahm ihn dermaßen in Anspruch, dass ihm mit Sicherheit nicht auffallen würde, wenn Obi-Wan nach außen kommunizieren würde. Er würde nicht mal bis ins All funken müssen; die erfolgreiche Aufnahme eines Kontakts zu anderen Leidensgefährten würde schon genügen.

Soweit die Theorie. Aber was nach einem ausgefuchsten Plan klang, entpuppte sich als schwieriger als von Obi-wan-Tannobi geplant. Den Namen hatte Andy dem künstlichen Bäumchen, das schon seit mindestens zehn Jahren treu und brav seinen Dienst tat, verpasst, nachdem er einen Glühwein zu viel intus gehabt hatte. Der arme Baum, einen noch blöderen Namen hatten sie ihm wohl nicht geben können – da half auch nicht die Drohung mit dem bösen Obi-Hörnchen. Im Gegenteil. Im nächsten Jahr hielt ein neuer Baumschmuck Einzug in den Haushalt: ein Eichhörnchen, aber Herr S. nannte es „das Obi-Hörnchen“. Zum Glück war das die letzte Peinlichkeit gewesen; dennoch hielt Obi-Wan hier nichts mehr – das Equipment für die Kommunikation stand – sein SOS, das er über die Lichterkette in den Vorgarten auf der anderen Straßenseite funkte, kam bei dem rotleuchtenden Stern der Nachbarn zwar mit Verzögerung an, aber dann flackerte sein Licht dreimal kurz auf, zum Zeichen, dass der Hilferuf vernommen worden war. Den Plan hinüberzumorsen, war ein Kinderspiel gewesen – was nun noch fehlte, war ein geeigneter Zeitpunkt. Und der kam schneller als erwartet.

Ding Dong! Frau S hechtete aus dem Badezimmer. Sie hatte sich gerade abgetrocknet und freute sich auf ihr samstägliches Pflegeritual, da schellte es Sturm. Der Paketbote! Mist – den hatte sie ja gar nicht mehr auf dem Radar gehabt. Ihr Mann war auch keine Hilfe, denn der saß schon wieder vor dem Rechner und war mit SETI beschäftigt. Außer Atem und ohne Schuhe hechtete sie nach draußen. Mit einem fulminanten Sprint erreichte sie das Hoftor genau in dem Augenblick, als der Mann in der braunen Uniform sich bereits zum Gehen anschickte. Das kostbare Paket, auf das sie so lange gewartet hatte, war endlich da. Andy würde begeistert sein, wenn er in ein paar Stunden die Werner-Komplettbox auspacken würde. Große Augen würde er machen. Augen groß wie Teller? Aber nicht so groß wie ihre, als sie die Stelle im Wohnzimmer erblickte, die ihr leer entgegen gähnte. Nur die abgerissene Lichterkette war stummer Zeuge, dass hier bis vor kurzem noch ein Baum gestanden hatte.

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Und zum Schluss nun die Regeln für dieses Projekt:

Jeden Freitag wird veröffentlicht. +++ Wählt aus einem der vorgegebenen Schreibthemen. +++ Schreibt eine Geschichte / ein Gedicht / ein paar Zeilen – egal, Hauptsache ihr übt euer kreatives Schreiben. +++ Vergesst nicht, den Hashtag #Writing Friday und den Header zu verwenden, schaut unbedingt bei euren Schreibkameraden vorbei und lest euch die Geschichten durch. +++ Habt Spaß und versucht, voneinander zu lernen.

Die Themen im Januar lauten:

1) Erzähle von einem Vorsatz für 2020. Wieso willst du dieses Ziel erreichen? Wie sieht dein Plan aus? +++ 2) Schreibe eine Geschichte und flechte darin folgende Wörter mit ein: Geschenk, Pinguin, Tintenfass, ruhig, zart +++ 3) Schreibe eine Geschichte, die mit dem Satz: “Dieses Jahr wird fabelhaft, weil…” beginnt. +++ 4) Dein Tannenbaum möchte nicht entsorgt werden, berichte von seiner Flucht. +++ 5) Welches ist das erste Buch, das du dir im neuen Jahr gekauft hast? Stelle es kurz vor – wieso war es dieses?