# Writing Friday 2021 :  November #1 : Only happy when it rains

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Erst am zweiten Freitag dieses Monats kann ich wieder bei elizzys #writing Friday einsteigen, und darum übe ich mich mal wieder im Kombinieren zweier Themen (die Gesamtübersicht gibt es am Ende dieses Beitrags):

Schreibe eine Geschichte, die mit dem Satz „Grau ist meine Lieblingsfarbe, denn…“ beginnt.   

und   

Schreibe eine Geschichte und lasse folgende Wörter mit einfließen: nass, kalt, Pferde, klitzeklein, rot.

Mit 204 Wörtern ist diese Übung diesmal bedeutend kürzer ausgefallen als üblich.

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Only happy when it rains

Grau ist meine Lieblingsfarbe, denn sie beruhigt mich ungemein. Blendendes Weiß tut meinen Augen weh, und Schwarz stimmt mich nicht heiter. Lieber nass und kalt als heiß und trocken: Nicht umsonst liebe ich es, im Regen spazierenzugehen und dabei „I’m only happy when it rains“ *) zu singen – und nicht von ungefähr kommt es, dass alle meine Kleider grau sind. Grau in allen nur denkbaren Schattierungen. Nicht blau, nicht gelb, nicht rot… grau geht immer und passt zu allem, grau ist edel und seriös und verleiht mir eine erhabene, mystische Aura…

Ja, ja – wer’s glaubt. Man hat schon Pferde vor der Apotheke…

Da unterbrach ein Klingeln meinen Selbstbetrug (mit einem klitzekleinen Körnchen Wahrheit darin), mit dem ich mich für das nächste Vorstellungsgespräch zu wappnen versucht hatte.

Vor der Tür stand nicht die freundliche Avon-Beraterin, sondern der Mann vom Paketdienst, der mir meine aktuelle Bestellung brachte – gerade zur richtigen Zeit, denn der November hatte Einzug mit seinen regnerischen Tagen gehalten, die mit fortschreitender Zeit immer kälter und ungemütlicher wurden. Hatte es nicht gestern erst bereits im Harz geschneit? Wunderbar! Mit meinem neuen, knallroten Wollmantel auf dem Weg zum morgigen Bewerbungstermin wäre ich in der Masse schwarzer, dunkelblauer, -brauner und -grauer Michelinmännchen auf jeden Fall der Hingucker.

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*) Den Song von der Band „Garbage“ habe ich früher tatsächlich oft und gerne gehört.

Trotz Regen schön bunt – https://youtu.be/GpBFOJ3R0M4

Die Aufgaben für den November sind diesmal: 1) Dichter Nebel liegt nun bereits seit Wochen über deiner Stadt. Beschreibe die Stimmung. +++ 2) Beschreibe den Regen, als würdest du ihn das erste Mal bewusst wahrnehmen.  +++ 3) Schreibe eine Geschichte, die mit dem Satz „Grau ist meine Lieblingsfarbe, denn…“ beginnt. +++ 4) Schreibe eine Geschichte und lasse folgende Wörter mit einfließen: nass, kalt, Pferde, klitzeklein, rot.   +++ 5) Welche Bücher haben dich dieses Jahr am meisten berührt? Stelle sie uns kurz vor. Wenn du willst; mit Verlinkung zu deiner Rezension.

Und hier sind die Regeln dazu:  Jeden Freitag wird veröffentlicht.  +++ Wählt aus einem der vorgegebenen Schreibthemen. +++ Schreibt eine Geschichte/ein Gedicht/ein paar Zeilen – egal, Hauptsache ihr übt euer kreatives Schreiben.  +++ Vergesst nicht, den Hashtag #Writing Friday und den Header zu verwenden, schaut unbedingt bei euren Schreibkameraden vorbei und lest euch die Geschichten durch. +++ Habt Spaß und versucht, voneinander zu lernen.

# Writing Friday 2021 :  Oktober #4 : Ein Plan für die Hose

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Am letzten Freitag dieses Monats bei elizzys #writing Friday bringe ich die mit Mitgefangen, mitgehangen angefangene und mit Wieso, weshalb, warum fortgesetzte Geschichte zu ihrem Abschluss, und zwar mit folgendem Thema:

Lu war blind vor Eifersucht und begeht einen großen Fehler.

Was mir schon klar war, als ich meine nicht nur nicht sehr widerstandsfähige, sondern auch sehr rachsüchtige „Heldin“ Lu genannt habe.

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Ein Plan für die Hose

Nach dem Verhör, bei dem ich mich mit meinem Gestammel bis auf die Knochen blamiert hatte, musste ich dringend an die frische Luft. Serienmörder hin oder her – der Wunsch, mein Praktikum abzubrechen, kam doch bestimmt nicht von ungefähr. Und dabei hatte ich mich so darauf gefreut. Aber vielleicht hatte mein Vater recht, und eine berufliche Laufbahn bei der Polizei war einfach nichts für mich. Andererseits – wäre ich bei einem anderen Dezernat gelandet, dann vielleicht… Bestimmt hatte ich nur überreagiert und solche Zweifel waren in der ersten Woche nichts ungewöhnliches. Ob es den anderen „Frischlingen“, die mit mir zusammen angefangen hatten, genauso ging?

Wie auch immer, mit Rupali, Alec, Ross und Carly war ich zur Happy Hour verabredet, da konnte ich ihnen etwas näher auf den Zahn fühlen. Was für ein glücklicher Zufall, dass Inspector Cameron der Meinung war, für mich gäbe es nichts mehr zu tun. Der unerwartet freie Nachmittag war doch geradezu ideal für ein Treffen mit meiner Freundin Liz, die ich in letzter Zeit nicht mehr ganz so oft gesehen hatte. Ein Stadtbummel mit anschließendem Kaffee an unserem Lieblingsplatz am Pier wäre jetzt genau das Richtige, um meine Nerven zu besänftigen. So aufgekratzt, wie ich war, hatte ich etwas Ablenkung bitter nötig. An meinem Zustand war der gestörte Irre in seiner Zelle nämlich nicht alleine schuld. Es war Alec, bei dem mein Puls schneller schlug, und bei dem Gedanken, mehr Zeit mit ihm zu verbringen, auch wenn die anderen dabei waren, fuhren meine Gedanken Achterbahn.

Leider erreichte ich Liz, wie so oft in letzter Zeit, mal wieder nicht – es sprang nur ihre Mailbox an. Verflixt, was trieb Liz nur. Ich wusste, dass der Laden, in dem sie arbeitete, jetzt geschlossen war, und dass sie eventuell frisch verliebt gewesen wäre, hätte ich gewusst. Liz war zur Zeit genauso solo wie ich, aber Zeit schien sie deshalb trotzdem keine für mich zu haben. Der dämliche Spruch von ihrer Mailbox, den ich mir jetzt zum fünften Mal anhören durfte, klang wie Hohn in meinen Ohren, und plötzlich fühlte ich mich wieder wie vor ein paar Jahren mit fünfzehn, als Liz auf Wolke sieben schwebte und ich plötzlich abgemeldet war. Alle anderen waren frisch verliebt, nur ich guckte in die Röhre, war todunglücklich und tröstete mich für diese Ungerechtigkeit mit Eiscreme und Schokolade – ein zweifelhafter „Genuss“, für den ich mit zusätzlichen Kilos abgestraft wurde, wodurch ich mich noch schrecklicher fühlte als so schon.

Nur ein konsequentes Sportprogramm hatte mich danach aus meinem Tief herausholen können, und als Liz sich dann irgendwann zerknirscht bei mir gemeldet hatte und wir uns scheinbar vollständig ausgesprochen hatten – oder besser ich mich ausgekotzt –, war die Welt so langsam wieder ins Lot gekommen. Und dennoch… zwar waren wir noch immer Freundinnen, doch so unbeschwert wie früher war es nie wieder zwischen uns geworden. Und jetzt ging alles wieder von vorne los?

Schlimmer geht immer. Diese Weisheit sollte sich leider bewahrheiten, als ich kurz vor dem Pier um die Ecke bog und mitten in der Bewegung erstarrte. Kaum fünfzig Meter entfernt, vor einem Juwelierladen, stand Liz, händchenhaltend mit Alec. Das war doch die Höhe! Dabei wusste sie ganz genau von meiner Schwärmerei für meinen Kollegen, den ich schon eine Weile kannte und deshalb freudig überrascht gewesen war, dass man seine Bewerbung ebenfalls beim Police Department angenommen hatte. Unzählige Nachrichten, die Liz und ich miteinander ausgetauscht hatten, waren um dieses Thema gekreist, und jetzt war sie drauf und dran, ihn mir auszuspannen, wo das zwischen uns beiden noch so frisch war. Aber diese Suppe würde ich dieser falschen Schlange versalzen.

Was für ein Zufall!“ rief ich in gespielt freudiger Überraschung aus, als ich mich den beiden näherte. Wie ihre Finger vor Schreck auseinanderfuhren… diese Heuchler glaubten wohl, ich hätte ihr verliebtes Geturtel nicht gesehen – was für ein erbärmliches Schauspiel. Und zur Krönung des Ganzen so zu tun, als wäre nichts… Dass Alec den Großzügigen mimte und uns „zur Feier des Tages“ in unser Lieblingscafé einlud, spielte mir geradezu in die Hände. Der große Cappucino, den Liz mit Behagen schlürfte, während das Gefüßel unter dem Tisch weiterging, tat dank der Tropfen, die ich heimlich hineingegeben hatte, bald schon seine Wirkung. Ihre Tasche ließ sie am Tisch liegen, und schließlich war es Alec, der ihre unerwartete längere Abwesenheit für eine Raucherpause nutzte und mir das nötige Zeitfenster verschaffte.

Seine Jacke mit der Geldbörse darin ließ er praktischerweise über dem Stuhl hängen. Praktisch für ihn, dass ich so gutmütig war und als Wachhund für seine und Liz‘ Wertsachen am Tisch saß – praktisch für mich, dass mich beide unterschätzten. Mit der dummen Lu konnten sie es ja machen, grollte ich düster. Ein Griff, und ich hielt seine Kreditkarte in der Hand. Ein weiterer Griff, und der Verschluss von Liz‘ Tasche konnte seine verheerende Wirkung auf den Magnetstreifen der Karte tun. Einen Vorwand, unter dem ich mich vorzeitig von Alec verabschiedete, hatte ich schnell gefunden. Ein längeres Verweilen am Tatort war nicht notwendig, um zu wissen, dass Alec beim Bezahlen sein blaues Wunder erleben würde.

„Da seid ihr ja!“, begrüßte Carly Rupali und mich, als wir kurz nacheinander im Pub eintrudelten und uns zu ihr und Ross an den Tisch setzen wollten. Auf das dumme Gesicht von Alec war ich schon sehr gespannt.

Doch leider sollte es dazu nicht mehr kommen. Es war Ross, der die Hiobsbotschaft wie eine Bombe platzen ließ. Alec würde uns heute Abend mit seiner Anwesenheit nicht mehr beehren, denn leider war die durchschlagende Wirkung des zu hoch dosierten Abführmittels im wahrsten Sinne des Wortes bei Liz nach hinten losgegangen – eine vorerst nicht bezahlte Runde Kaffee war in dieser Situation sein kleinstes Problem gewesen, denn er hatte den Rettungswagen rufen müssen. Keine Minute zu früh, wie sich zum Glück herausstellte, denn Liz hatte die Tortur gerade so überlebt, aber als es ans Bezahlen der Krankenhausrechnung gehen sollte, sah es düster für ihn aus.

Düster für ihn, aber noch finsterer für mich, denn noch bevor ich reagieren konnte, hörte ich schon das verdächtige Klicken von Handschellen und sah mich einem Beamten gegenüber, der seinen für Verhaftungen üblichen Spruch aufsagte, um mich in Gewahrsam zu nehmen.

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Die Aufgaben für den Oktober waren diesmal: Du triffst einen Serienmörder. Welche Fragen hast du an ihn? Schreibe das Gespräch auf. +++ Lu war blind vor Eifersucht und begeht einen großen Fehler. Erzähle uns davon. +++ Schreibe eine Geschichte, die mit dem Satz „Die Leiche musste wieder ausgegraben werden.“ beginnt. +++ Schreibe eine Geschichte und lasse folgende Wörter mit einfliessen: blutig, ängstlich, Konfetti, Kürbissuppe, Ohnmacht +++ Welchen Zauberspruch könntest du jetzt am meisten gebrauchen? Was würde dieser in deinem Leben verändern?

Und hier sind die Regeln dazu:  Jeden Freitag wird veröffentlicht.  +++ Wählt aus einem der vorgegebenen Schreibthemen. +++ Schreibt eine Geschichte/ein Gedicht/ein paar Zeilen – egal, Hauptsache ihr übt euer kreatives Schreiben.  +++ Vergesst nicht, den Hashtag #Writing Friday und den Header zu verwenden, schaut unbedingt bei euren Schreibkameraden vorbei und lest euch die Geschichten durch. +++ Habt Spaß und versucht, voneinander zu lernen.

# Writing Friday 2021 :  Oktober #3 : Wieso, weshalb, warum 

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Passend zu den vielen Horrorfilmen, die ich mir im Oktober gerne ansehe, sind auch die Schreibaufgaben dieses Monats bei elizzys #writing Friday ganz schön düster. Ging es letzte Woche um eine ausgegrabene Leiche, so findet dieses Thema heute seine Fortsetzung mit der ersten Aufgabe:

Du triffst einen Serienmörder. Welche Fragen hast du an ihn? Schreibe das Gespräch auf.

Leider ist die Heldin in diesem Krimi nicht sehr widerstandsfähig und in Sachen Protokollführung kein Profi, und schon die Vorbereitungen darauf bereiten ihr schlaflose Nächte.

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Wieso, weshalb, warum

Nachts suchen sie dich heim… nur war es jetzt nicht mehr die arme Frau, der die Toten im Schlaf erschienen waren, sondern ich. „Warum?“ Die Frage geisterte durch meine Gedanken, und mit jeder Nacht, mit der der Tag X näher rückte, wurde sie lauter und lauter, bis selbst meine bevorzugten und jahrelang bewährten Einschlafhilfen keine Wirkung mehr zeigten.

Warum? Für die Befragung sah ich jetzt schon schwarz, denn insgeheim ahnte ich, dass von einem Psychopathen wie Robert H keine befriedigende Antwort zu bekommen wäre. Auch das Dossier, das mir Constable Davis in die Hand gedrückt hatte, war mir keine echte Hilfe.  

Bei den blutigen Aufnahmen konnte sich einem schon der Magen umdrehen, so schlimm war es bei mir zum Glück nicht, doch mit dem Essen war das so eine Sache. Vielleicht war ich doch nicht so hartgesotten, wie ich dachte. Zweifel beschlichen mich, ob eine berufliche Laufbahn bei der Polizei wirklich das Richtige für mich war.

„Du schaffst das schon, Lu“, versuchte ich mir einzureden, denn so lange Inspector Cameron die Vernehmung führte, konnte mir nicht viel passieren. Doch gleichzeitig wünschte ich mir, man hätte mich zum Aufschreiben von Falschparkern eingeteilt und jemand anderen an Inspector Camerons Seite gestellt.

Es war kein gewöhnlicher Vernehmungsraum, in dem wir uns Robert H gegenübersehen würden. Eine doppelt und dreifach gesicherte und mehrfachverglaste Zelle, gut einsehbar von allen Seiten – nur dass wir uns in keinem Film befanden, sondern in der Realität. „Das Schweigen der Lämmer“ war vorvorgestern, niemand würde mich alleine mit diesem Irren lassen. Und das war auch gut so. Denn Camerons Katalog war beachtlich. Was er alles wissen wollte… Das Spektrum reichte von „Wie viele waren es genau?“ über „Weshalb ausgerechnet in der Area 51?“ bis hin zu „Wie hatten die Morde so lange unbemerkt bleiben können?“

22. November 2019. Genau 25 Jahre nach der Verurteilung des Serienmörders Robert H.  hat man heute mit der Obduktion der Gebeine begonnen, die man nach einem anonymen Hinweis vor zwei Tagen in einer großangelegten Aktion in einem Massengrab unter dem historischen Wasserturm des Schlachthofs „Area 51“ von Downtown Eastside entdeckt hat. Sollte es sich bei diesem aufsehenerregenden Fund tatsächlich um die Überreste der Personen handeln, die seit den Neunziger Jahren spurlos verschwunden sind, würde sich die Zahl der Opfer des Ice Killers auf sechsundzwanzig erhöhen.

Wieso, weshalb, warum… Reißerische Artikel wie dieser trugen wohl kaum zur Klärung der immer noch rätselhaft wirkenden und auf den ersten Blick doch so eindeutigen Bluttat bei. Und so wunderte es mich gar nicht, dass ich kaum bei der Sache war und nur unter großen Schwierigkeiten das gesamte Gespräch mitschreiben konnte. Konzentration sah anders aus. Die großen, grauen Wattewolken in meinem Hirn kamen nicht von ungefähr, denn wie den berühmt-berüchtigten Elefanten mitten im Zimmer umschiffte Cameron die alles entscheidende Frage nach dem Motiv – die einzige Frage, die mich beschäftigte.

„Warum?“

Erstaunt sah mich mein Vorgesetzter von der Seite an, als ich dem sich kryptisch gebenden Ice Killer direkt in die Augen sah und das aussprach, was zu dem Knoten in meinen Gehirnwindungen geführt hatte. Ungerührt erwiderte er meinen Blick. Seine Antwort verschlug Cameron und mir die Sprache.

„Weil sie es verdient hatten.“

Verdient hatten? Dieser Irre war ja der reinste Abklatsch von Jigsaw, dem selbstgerechten Killer aus „SAW“. Mit allem hätte ich gerechnet – „weil ich es konnte“ oder „weil ich mich lebendig fühlen wollte“ – auch ein „weil es mir Spaß gemacht hat“ hatte ich erwartet. Aber das? Mit einem Eispickel erschlagen und dann unter dem Schlachthof verscharrt – verdient hatte so ein Schicksal niemand, und ich wusste mit Sicherheit, dass nichts von dem, was der Kerl noch zu Protokoll gab, mich von meinem Entschluss, mein Praktikum abzubrechen, abbringen würde.

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Die Aufgaben für den Oktober sind diesmal: Du triffst einen Serienmörder. Welche Fragen hast du an ihn? Schreibe das Gespräch auf. +++ Lu war blind vor Eifersucht und begeht einen grossen Fehler. Erzähle uns davon. +++ Schreibe eine Geschichte, die mit dem Satz „Die Leiche musste wieder ausgegraben werden.“ beginnt. +++ Schreibe eine Geschichte und lasse folgende Wörter mit einfliessen: blutig, ängstlich, Konfetti, Kürbissuppe, Ohnmacht +++ Welchen Zauberspruch könntest du jetzt am meisten gebrauchen? Was würde dieser in deinem Leben verändern?

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# Writing Friday 2021 :  Oktober #2 : Mitgefangen, mitgehangen

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Im Oktober bei elizzys #writing Friday geht es diesmal magisch und gruselig zu, denn wir nähern uns Halloween. Da lege ich doch mit einer thematisch passenden Geschichte zu Aufgabe Nummer drei nach: Schreibe eine Geschichte, die mit dem Satz „Die Leiche musste wieder ausgegraben werden“ beginnt.

Willkommen in der Area 51, dem Schauplatz in Downtown Vancouver, der bei mir schon letztes Jahr beim #writing friday thematisiert wurde (nämlich hier und hier) und an dem einst ein Serienmörder sein Unwesen getrieben haben soll.

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Mitgefangen, mitgehangen

Die Leiche musste wieder ausgegraben werden. Doch wir hatten keine Ahnung, wo wir suchen sollten. Wir wussten nur, dass wir nicht nur auf eine stoßen würden…“

Bei Camerons Worten lief mir ein Schauer den Rücken hinunter. Als ich einen der begehrten Praktikumsplätze beim Vancouver Police Department hatte ergattern können, wäre keinem von uns im Traum eingefallen, dass man mich ausgerechnet Inspector Cameron von der Mordkommission zuteilen würde. Mein Vater würde toben, hatte er mich doch schon bei einem ganz anderen Dezernat Hilfsarbeiten verrichten sehen. Aber ob Absicht oder Versehen – ein Zurück war ausgeschlossen, geschweige denn eine nachträgliche „Berichtigung“. Da nützte auch das ganze schöne Vitamin B nichts, das mir zu diesem „Traumjob“ verholfen hatte.

Statt dessen musste ich Inspector Cameron auf Schritt und Tritt begleiten und durfte mir seine Schauergeschichten anhören, vor denen mich einer der anderen Praktikanten gewarnt hatte. Als ob der Tag nicht schon verkorkst genug begonnen hätte, fand ich mich nun mit einem Teil des siebenköpfigen Teams in einem Pub unweit der „Area 51“ wieder und musste für die gesamte Truppe die Getränke organisieren und kam mir dabei vor wie eine Mischung aus Servicekraft und FBI-Agentin Clarice Starling, die bei der Jagd auf einen Serienmörder die Hilfe des im Hochsicherheitstrakt einsitzenden Dr. Hannibal Lecter in Anspruch nehmen soll… Nur dass ich in diesem ganz besonderen Fall bald schon dem wirklichen, ganz realen Täter gegenübersitzen würde, dem Ice Killer, der seit fünfundzwanzig Jahren hinter Schloss und Riegel saß – bestens gesichert und streng überwacht. Der Zeitungsartikel war mir wohlbekannt.

22. November 1994: Nach Wochen wurde heute in der Strafsache „Der Staat gegen Robert H“ der Angeklagte für schuldig befunden und zu lebenslanger Haft verurteilt. Angesichts der erdrückenden Beweislast war der mutmaßliche Serientäter schließlich zusammengebrochen. Am Ende des spektakulären Prozesses um den Ice Killler von Vancouver hatte H. gestanden, siebzehn Menschen mit einem Eispickel erschlagen und anschließend zerlegt zu haben. Obwohl man davon ausgeht, dass er noch mehr Morde begangen hat, konnte man ihm diese nicht nachweisen. Ihre Leichen hat man nie gefunden.

Constable Davis, Camerons rechte Hand, hatte ihn mir am Vortag zu Lesen gegeben, damit ich mich, wie er sagte, auf die Begegnung mit Robert H vorbereiten konnte. Fünfundzwanzig Jahre hatten die Behörden im Dunkel getappt, und nun standen sie endlich vor dem ersehnten Durchbruch, weil sie unter dem Wasserturm des historischen Schlachthofs auf ein Massengrab gestoßen waren.

… und ich sollte Recht behalten. Was wir da vor ein paar Tagen an Knochen gefunden haben, reicht für mindestens ein halbes Dutzend mehr.“

Damit griff Cameron nach einem Sandwich von dem Tablett, das ich mit zitternden Händen an meinen Nebenmann weiterreichte, bevor ich die vor mir stehende Kaffeetasse mit eiskalten Fingern umschloss, und mit einem Mal war ich wieder bei der armen Frau, die der Polizei den entscheidenden Hinweis gegeben hatte. Ihr waren die Toten wochenlang im Traum erschienen, und als ein Ermittlerteam den Boden aufgrub, waren sie auf bisher noch nicht näher identifizierte Überreste gestoßen – Überreste von Menschen, grausam ermordet und in der Dunkelheit heimlich verscharrt. Vor langer Zeit erschlagen mit einem Eispickel. In der Area 51…

Mir schnürte es den Hals zu, und ich verstand nicht, wie man angesichts der grausigen Fakten so ruhig bleiben und gleichzeitig dabei auch noch herzhaft in sein Sandwich beißen konnte wie Colin Davis. Allein schon die Vorstellung… aber es half alles nichts – ich würde Inspector Ian Cameron in die Kammer des Schreckens begleiten müssen, ob ich wollte oder nicht.

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Die Aufgaben für den Oktober sind diesmal: Du triffst einen Serienmörder. Welche Fragen hast du an ihn? Schreibe das Gespräch auf. +++ Lu war blind vor Eifersucht und begeht einen grossen Fehler. Erzähle uns davon. +++ Schreibe eine Geschichte, die mit dem Satz „Die Leiche musste wieder ausgegraben werden.“ beginnt. +++ Schreibe eine Geschichte und lasse folgende Wörter mit einfliessen: blutig, ängstlich, Konfetti, Kürbissuppe, Ohnmacht +++ Welchen Zauberspruch könntest du jetzt am meisten gebrauchen? Was würde dieser in deinem Leben verändern?

Und hier sind die Regeln dazu:  Jeden Freitag wird veröffentlicht.  +++ Wählt aus einem der vorgegebenen Schreibthemen. +++ Schreibt eine Geschichte/ein Gedicht/ein paar Zeilen – egal, Hauptsache ihr übt euer kreatives Schreiben.  +++ Vergesst nicht, den Hashtag #Writing Friday und den Header zu verwenden, schaut unbedingt bei euren Schreibkameraden vorbei und lest euch die Geschichten durch. +++ Habt Spaß und versucht, voneinander zu lernen.

# Writing Friday 2021 :  Oktober #1 : Der Klotz am Bein

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Für mich geht es bei elizzys #writing Friday in die nächste Runde, nachdem dies mein zweiter Beitrag für den September werden sollte, es aber dann doch anders kam. Frei nach dem Motto „Was nicht passt, wird passend gemacht“, präsentiere ich eine Kombination aus Aufgaben des Vormonats *) mit dem folgenden Thema aus diesem Monat:

Schreibe eine Geschichte und lasse folgende Wörter mit einfliessen: blutig, ängstlich, Konfetti, Kürbissuppe, Ohnmacht

Die entsprechenden Worte erscheinen in blauer Schrift. *) Die verwendeten September-Aufgaben stehen am Ende meines aktuellen Beitrags.

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Der Klotz am Bein

So verliebt war er schon lange nicht mehr, doch kaum hatte sich Chris von Julia gelöst und war wieder einigermaßen bei Verstand, meldete sich das schlechte Gewissen. Vorbei war es mit den Schmetterlingen, die wie Konfetti durch sein Inneres taumelten. Wie hatte das nur passieren können? Ausgerechnet Julia, die an seinen besten Freund vergeben war…

Wenn er nicht schnellstens die Reißleine zog, blühte ihm nicht nur Stress mit Tim, sondern auch von Julias Ex. Besser gesagt, den Gorillas von Lukas, denen er und seine kleine Clique nicht ganz grün waren. Die Kerle konnten sie schlichtweg nicht ausstehen und machten sich neuerdings überall breit. Schon der Auftritt dieses einen Typen im Bogside neulich hatte ihm gereicht. Wie ein Schatten hatte sich der Kerl an Julia geheftet, doch zum Glück hatte Max ihn rechtzeitig vertrieben, bevor die Lage eskaliert war. Aber sein Bruder konnte nicht überall sein. Und er alleine gegen Lukas? Da würde er den Kürzeren ziehen. Und das, obwohl Lukas mit dem Auswechseln der Schlösser unmittelbar nach Julias Seitensprung mit Tim, bewiesen hatte, dass er in solchen Dingen keinen Spaß verstand. Gekränkte Eitelkeit oder bitterer Ernst? Chris konnte ihn nicht einschätzen, aber so oder so spielte es keine Rolle.

Nach dem zu urteilen, was Julia ihm über ihren Ex erzählt hatte, konnte sie froh sein, dass sie ihn rechtzeitig losgeworden war und sich Tim noch keine blutige Nase eingefangen hatte. Ihm reichten schon die Spuren, die sie ihm gezeigt hatte. Der typische Fall von häuslicher Gewalt, hatte er entsetzt gedacht, aber leider galt immer noch: Wo kein Kläger, da kein Richter – zwingen konnte man niemanden, und dennoch… Irgendwann hatte sie zugegeben, wie bedauerlich sie es fand, Chris nicht schon viel früher kennengelernt zu haben, anstatt sich von Lukas und seinem anziehenden Äußeren blenden zu lassen. Zwei verschwendete Jahre mit diesem Psycho wären ihr erspart geblieben.

Das hatte Chris für sehr unwahrscheinlich gehalten; einfach nur Jeans und T-Shirt, in Kombination mit einer verwilderten Frisur – Julia hätte ihn doch niemals mit dem Allerwertesten angeguckt. Wie hatte der „Pappkamerad“ im Bogside ihn doch noch gleich genannt, als sie aneinander geraten waren? Motorradfuzzi mit Klitsche von Werkstatt… häßlicher Vogel mit dem Pfeil in der Hand? Das erste war eine absolute Frechheit, über die zweite Bemerkung konnte er nur müde den Kopf schütteln. Dass er rein optisch nicht das große Los gezogen hatte und nicht gerade als Magnet für Frauen galt, war ihm schon in der Realschule klargeworden – und jetzt das! Er konnte kaum glauben, dass Julia offenbar etwas ganz anderes in ihm sah.

Vorsichtig, beinahe ängstlich, um sie nur nicht aufzuwecken, schlüpfte er in seine Jeans und streifte sich ein T-Shirt über. Fröstelnd warf er noch einen letzten Blick auf Julia, die friedlich unter ihrer Daunendecke schlummerte, und verließ ihr Zimmer, um das zu tun, was er immer tat, wenn ein Problem ihn umtrieb: sich in die Arbeit stürzen. Die war paradoxerweise trotz des Flops mit der Harley nicht weniger geworden. Statt Autos waren es nun defekte Roller, die dringend auf eine Reparatur warteten. Außer den üblichen, winzigen Lackschäden, die nicht der Rede wert waren, weil man sie leicht mit einem Radiergummi entfernen konnte, waren es meistens die Bremsen, deren Instandsetzung bei dem ein oder anderen Kunden Schnappatmung oder gar eine veritable Ohnmacht hervorrufen würde, wenn es ans Bezahlen ging, und das war das letzte, was er wollte. Zumindest würden sie sich freuen, wenn der Lack der akribisch polierten Vespas in neuem Glanz erstrahlte, und die ein oder andere unentgeltliche Serviceleistung wie das Beseitigen ähnlich kleiner Schäden würde sie bestimmt bei Laune halten und zum Wiederkommen animieren.

Aber da hatte er noch nicht mit Max gerechnet, dem kein besserer Zeitpunkt als dieser Sonntagmorgen eingefallen war, um in aller Herrgottsfrühe vor der Tür zu stehen. Für das traditionelle Familienessen mit Kürbissuppe war er definitiv einige Stunden zu früh dran. Der geplatzte Deal mit dem Besitzer des Bogside machte seinem Bruder definitiv zu schaffen, doch hinter seiner Angespanntheit steckte noch etwas anderes. Sein Blick auf die abholbereiten Vespas sprach Bände.

„Du weißt ganz genau, dass uns Deine Gutmütigkeit geschäftlich noch das Genick brechen wird“, versetzte er Chris mit säuerlicher Miene einen verbalen Seitenhieb. „Wenn wir weiterhin unsere Dienste unter Wert anbieten, sind wir in spätestens einem halben Jahr pleite.“

Max hatte gut reden – abgesehen davon, musste er gar nicht so weit in die Zukunft gehen, um zu wissen, dass es im Moment für ihr gemeinsames Baby gar nicht gut aussah – seiner Meinung nach war der Punkt schon mit der Harley erreicht, die sie eigentlich hatten verkaufen wollen, die aber nun immer noch in der Werkstatt herumstand und sich mit jedem Tag zur größeren Belastung für sie entwickelte.

Wenn nicht bald ein Wunder geschah, dann blieb ihnen kein halbes Jahr mehr.

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Die Aufgaben für den Oktober sind diesmal: Du triffst einen Serienmörder. Welche Fragen hast du an ihn? Schreibe das Gespräch auf. +++ Lu war blind vor Eifersucht und begeht einen grossen Fehler. Erzähle uns davon. ++ Schreibe eine Geschichte, die mit dem Satz „Die Leiche musste wieder ausgegraben werden.“ beginnt. ++ Schreibe eine Geschichte und lasse folgende Wörter mit einfliessen: blutig, ängstlich, Konfetti, Kürbissuppe, Ohnmacht ++ Welchen Zauberspruch könntest du jetzt am meisten gebrauchen? Was würde dieser in deinem Leben verändern?

Und hier sind die Regeln dazu:  Jeden Freitag wird veröffentlicht.  +++ Wählt aus einem der vorgegebenen Schreibthemen. +++ Schreibt eine Geschichte/ein Gedicht/ein paar Zeilen – egal, Hauptsache ihr übt euer kreatives Schreiben.  +++ Vergesst nicht, den Hashtag #Writing Friday und den Header zu verwenden, schaut unbedingt bei euren Schreibkameraden vorbei und lest euch die Geschichten durch. +++ Habt Spaß und versucht, voneinander zu lernen.

*) PS: Die von mir verwursteten September-Themen (herausgehoben in der entsprechenden Farbe) lauteten: 3) Schreibe eine Geschichte, die mit dem Satz “So verliebt war er schon lange nicht mehr, doch…” beginnt. / 4) Schreibe eine Geschichte und lasse folgende Wörter mit einfließen: Gorilla, Radiergummi, grün, verwildert. Roller.

#Writing Friday 2021 – September, Teil 1

Nach meiner Sommerpause kommt, was mir für die vierte Aufgabe von elizzys #Writing Friday eingefallen ist:

Schreibe eine Geschichte und lasse folgende Wörter mit einfließen: Gorilla, Radiergummi, grün, verwildert, Roller

Mein erster Beitrag im September… aber ob es aber auch gleichzeitig der letzte ist, wird sich hoffentlich bald zeigen.

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Grundstück zu verpachten

Willkommen in der grünen Hölle.

Nein, wir befanden uns  nicht bei Drehabrbeiten zu „Gorillas im Nebel“ im Dschungel von Ruanda, sondern im eigentlich so idyllischen Taunus, doch das Dickicht hätte tückischer nicht sein können. Als wir hier ankamen, konnten wir nicht ahnen, dass uns eine Bruchbude allererster Güte erwarten würde. Dabei hatte alles so harmlos geklungen und das Grundstück mit der kleinen Holzhütte hinter verwildertem Gestrüpp einen wirklich idyllischen Eindruck gemacht.

Das bisschen Unkraut, hatte ich gedacht, das schaffen wir doch mit links. Ja, in der Vorstellung vielleicht, doch bald schon wurde mir klar, dass ich mit meinen rudimentären Kenntnissen von Gartenarbeit erstens in meinem Schneckentempo nicht weit kommen würde und zweitens bald schon heftige Schwielen an den Händen und einen tierischen Muskelkater davontragen würde – dank der stundenlangen und schweißtreibenden Plackerei, bei der selbst der beste Deoroller kläglich versagen musste.

Brennnesseln können wahrhaft tückisch sein. Nicht einmal eine Regentonne, in die ich meine verkratzten und höllisch brennenden Arme hätte eintauchen können, gab es hier. Was hatte der Vorbesitzer hier bloß getrieben? Im Prinzip war es mir egal, aber neugierig war ich dann doch, als wir uns endlich Zutritt zu der Hütte verschafften. Mein Cottage – am besten legst du dir schon mal Papier, Bleistift und Radiergummi zurecht: Im Geiste ging ich schon mal die Liste der Dinge durch, die wir brauchen würden, um diesen maroden Schuppen wieder in einen bewohnbaren Zustand zu versetzen. Eine Liste, die wir nach Bedarf ändern konnten.

„So, Schatz – jetzt erst mal Pause.“ Recht hatte er, schließlich wurde Rom auch nicht in einem Tag erbaut. Und damit reichte er mir seine Lieblingstasse, aus der es mir aromatisch duftend entgegen dampfte. Es ging doch nichts über einen guten Kaffee, und ich wusste, davon würden wir in den kommenden Monaten noch jede Menge brauchen.

Dass am Ende beim Entrümpeln und Entkernen vor der eigentlichen Sanierung unseres frisch erworbenen Schätzchens zweieinhalb Tonnen Schrott und Altholz zusammenkommen würde, steht allerdings auf einem anderen Blatt und ist eine Geschichte, die ich vielleicht ein anderes Mal erzählen werde.

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Auch wenn ich nicht mehr so oft dabei bin wie früher, weil ich zur Zeit ganz andere Pläne habe, macht mir elizzys Mitmachprojekt immer noch Spaß; leider fällt mir nicht zu allen Aufgaben etwas brauchbares ein. Trotzdem möchte ich diese als Impulsgeber dienende Inspirationsquelle nicht missen.

Und das sind die Schreibthemen im September1) Du wachst auf und stellst fest, dass du im Jahr 3021 erwacht bist. Wie sieht die Welt nun aus? +++ 2) Schreibe einen Beschwerdebrief an den Klimawandel. +++ 3) Schreibe eine Geschichte, die mit dem Satz “So verliebt war er schon lange nicht mehr, doch…” beginnt. +++ 4) Schreibe eine Geschichte und lasse folgende Wörter mit einfließen: Gorilla, Radiergummi, grün, verwildert, Roller+++ 5) Das Inselleben – Freiheit oder Käfig? Wie würdest du dich auf einer Insel fühlen?

Und hier sind die Regeln dazu:  Jeden Freitag wird veröffentlicht.  +++ Wählt aus einem der vorgegebenen Schreibthemen. +++ Schreibt eine Geschichte/ein Gedicht/ein paar Zeilen – egal, Hauptsache ihr übt euer kreatives Schreiben.  +++ Vergesst nicht, den Hashtag #Writing Friday und den Header zu verwenden, schaut unbedingt bei euren Schreibkameraden vorbei und lest euch die Geschichten durch. +++ Habt Spaß und versucht, voneinander zu lernen.

#Writing Friday 2021 – August, Teil 2

Nach dem Neustart beim #Writing Friday im August mit einem Thema aus dem Juli habe ich mir als nächste Aufgabe eine aus dem August herausgegriffen:

Schreibe eine Geschichte und lasse folgende Wörter mit einfließen: Gemüse, versteckt, Wasser, Schaufel, dreckig.

Diesmal habe ich mich von einem Shoppingausflug am letzten Samstag inspirieren lassen.

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Wenn’s mal wieder länger dauert

„Das ist nicht Dein Ernst. Diesen Fetzen kauf ich nicht!“ Die Entrüstung in der Stimme aus der benachbarten Umkleidekabine war kaum zu überhören. „Da drin sehe ich aus wie die letzte Vogelscheuche!“

„Tust Du gar nicht!“

„Tu ich wohl!“

Typisch junges Gemüse, seufzte ich genervt und wenig nachsichtig in mich hinein. Zugegeben, fair und vorurteilslos war ich in diesem Augenblick nicht, und insgeheim bat ich um Abbitte, aber die beiden Mädchen, die sich anscheinend in dieses jahrzehntealte Traditionskaufhaus verirrt hatten, stritten sich um irgendeine Klamotte und klangen wie zwei Fünfjährige, die sich um die einzige Schaufel im Sandkasten balgten.

„Räumungsverkauf wegen Umbau – 60% auf alles“: Das lockte auch jene in den Laden, die sonst achtlos vorbeigeschlendert wären, auch solche, die man eher nicht der Zielgruppe zurechnen würde. In diesem Fall zwei junge Frauen, die der Stimme nach zu urteilen, allerhöchstens zwanzig sein konnten; so, wie sich die beiden Streithennen aufeinander eingeschossen hatten, konnte das dauern, und nun stellte sich auch noch der Freund der einen, den ich für nicht wesentlich älter hielt, dazu und blockierte den einzigen Spiegel, vor dem ich den Sitz der anprobierten Wäsche hätte überprüfen können. In der Kabine gab es keinen, und eine Verkäuferin, die hätte schlichten und das Chaos entwirren können, war erst recht nicht zu sehen.

Wenn’s mal wieder länger dauert – nur hatte ich statt Snickers ein Fläschchen Wasser dabei. Das zog ich jetzt aus der Tasche und machte es mir auf dem gepolsterten Hocker gemütlich, um den weiteren Verlauf der Debatte abzuwarten. Hoffentlich einigten die drei sich bald, denn ewig wollte ich mich nicht in meiner Kabine versteckt halten, doch solange der Kerl da draußen stand, hatte ich wenig Lust, mich so leichtbekleidet vor drei Augenpaaren zu präsentieren. Oder vielleicht erst recht. Vermutlich würden ihm die Augen aus dem Kopf fallen und er sich mit hochrotem Kopf verkrümeln. Die Stimme der Verkäuferin, die mir die BHs und die passenden Slips gebracht hatte, war auf der anderen Seite des Vorhangs, der mich von dem Trio trennte, klar und deutlich zu hören.

Mit neuer Ware auf dem Arm, zupfte sie an dem Vorhang und richtete ihre Frage, ob alles in Ordnung sei, eindeutig an mich.

„Im Prinzip schon, nur mit dem Rauskommen wird’s etwas schwierig“, antwortete ich und reichte ihr die Wäschestücke, die nicht mehr benötigt wurden. Dieser Wink mit dem Zaunpfahl zeigte endlich den gewünschten Erfolg und ließ den Herrn, der noch immer mehr oder weniger planlos draußen herumstand, innehalten. Entschuldigend räusperte er sich und entfernte sich eilig vom Fleck, aber wenigstens grinste er nicht dreckig.

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Die Regeln: Am Freitag wird veröffentlicht. +++ Wählt aus einem der vorgegeben Schreibthemen. +++ Schreibt eine Geschichte / ein Gedicht / ein paar Zeilen – egal Hauptsache ihr übt euer kreatives Schreiben. +++ Vergesst nicht den Hashtag #WritingFriday und den Header zu verwenden. +++ Schaut unbedingt bei euren Schreibkameraden vorbei, lest euch die Geschichten durch und hinterlasst einen Kommentar! +++ Habt Spass und versucht voneinander zu lernen.

Und das sind die Aufgaben: Zeit für #Vanlife: Berichte einen Tag lang aus der Sicht eines Vans / Wohnwagens. +++ Du findest auf der Strasse einen grossen Koffer und nimmst ihn spontan mit nach Hause. Deine Neugier ist so gross, dass du diesen dann auch öffnest, was entdeckst du darin? Und wie sieht der Koffer aus? Beschreibe so genau wie möglich. +++ Schreibe eine Geschichte, die mit dem Satz “Der Kaffee war schon lange kalt, als Henrik wieder zu Bewusstsein kam und…” beginnt. +++ Schreibe eine Geschichte und lasse folgende Wörter mit einfließen: Gemüse, versteckt, Wasser, Schaufel, dreckig. +++ Eine Spielplatz-Schaukel berichtet aus ihrem Leben.

#Writing Friday 2021 – August, Teil 1

Den Überblick, in der wievielten Woche wir nun eigentlich sind, habe ich schon lange verloren – jetzt habe ich den Anschluss an den #writing friday wiedergefunden und hänge leider doch noch hinterher, denn eine der Aufgaben aus dem letzten Monat hat mich mit Verspätung gereizt:

Ein Sommer-Rezept: Ein lauer Sommerabend, du nimmst dir die Zeit draussen etwas zu essen. Verrate uns dein liebstes Sommer Menü – evtl. mit Rezept – und Kochanleitung.

Zwischenzeitlich ist mir der Spaß am Kochen vergangen, doch neuerdings koche ich wieder für zwei – und da ist mir spontan ein kleines, leichtes Menü eingefallen, das ich aus lauter Gerichten zusammengestellt habe, die in den letzten Tagen bei mir auf dem Speiseplan standen.

Was leichtes zum Auftakt: Caprese gegrillt… Wer italienische Speisekarten kennt, wird diesen Salat aus Tomaten, Mozzarella und Basilikum darauf schon einmal gesehen haben. Auf den ersten Blick scheint daran nichts besonders zu sein. Aber wer mich persönlich kennt, wird wissen, dass ich gegen rohe Tomaten allergisch bin und dieses Gericht daher eine Sonderbehandlung von mir bekommt: Die Tomaten schneide ich in Scheiben und lege sie auf den Grill oder brate sie in der Pfanne an, bevor ich sie abwechselnd mit dem Büffelmozzarella auf den Teller lege und mit Basilikumblättern bestreue. Darüber dann noch ein Essig-Öl-Dressing, und das rot-weiß-grüne Wunder ist servierfertig.

Der nächste Schritt: gefüllte Paprikaschoten… In einem Topf brate ich eine kleingehackte Zwiebel an, gieße vorsichtig Brühe hinzu, sobald sie braun wird und lasse den Couscous darin zusammen mit den Gewürzen meiner Wahl (Salz, Pfeffer, Kreuzkümmel, Paprika) kurz quellen. Der Grieß saugt relativ schnell die Flüssigkeit auf. Perfekt, um ausgehöhlte rote Paprikaschoten damit im Wechsel mit Feta zu füllen. Alles Käse, oder was? Toppen lässt sich das Ganze noch mit einer Schicht geriebenem Parmesan – und das ist wörtlich zu nehmen. Bei 200°C wird in zwanzig Minuten aus der Käseschicht eine krosse Kruste, die der vegetarischen Alternative zu dem auf herkömmliche Weise zubereiteten Klassiker eine besondere Würze verleiht.

Der krönende Abschluss: selbtgemachte Eiscreme… Salted Caramel – diese Sorte liegt momentan sehr im Trend; ich habe meine Vorliebe dafür schon vor ein paar Jahren entdeckt. Wie groß war meine Freude, als ich ein Rezept dafür in einer Zeitschrift gefunden habe. Hinein kommen 300 Gramm Zucker (den ich in einer Pfanne schmelze), 50 Gramm Butter, 100 Gramm Schlagsahne, drei bis vier Prisen Fleur de Sel, 400 ml Milch, 5 Eigelb (Größe M) und 6 Esslöffel Erdnussbutter. Okay, man kann jetzt darüber streiten, ob das dann noch Karamell- oder schon Erdnusseis ist. Fest steht, dass das Zeug ziemlich süß und sehr gehaltvoll ist.

Das war mein Ausflug in die Welt des Kochens – und demnächst halte ich mich wieder an die Schreibaufgaben für den August.

Und das sind die Regeln: Am Freitag wird veröffentlicht. — Wählt aus einem der vorgegeben Schreibthemen. — Schreibt eine Geschichte/ein Gedicht/ein paar Zeilen – egal. Hauptsache ihr übt euer kreatives Schreiben. — Vergesst nicht, den Hashtag #WritingFriday und den Header zu verwenden. — Schaut unbedingt bei euren Schreibkameraden vorbei, lest euch die Geschichten durch und hinterlasst einen Kommentar! — Habt Spaß und versucht, voneinander zu lernen.

#Writing Friday 2021 – Juli, 28. Woche : Heimlichkeiten

Auch im Juli gibt es wieder neue Schreibaufgaben beim #writing friday von elizzy, und doch reizt mich diesmal nur eine Aufgabe, nämlich die vierte, die da lautet:

„Schreibe eine Geschichte und lasse folgende Wörter mit einfließen: verbunden, Apfelbaum, Fuchs, Heißhunger, bittersüß“

Es ist eine Rückblende geworden, die zu einer längeren Geschichte gehört (mehr dazu am Ende dieses Beitrags).

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Heimlichkeiten

Seit Audrey und er zusammen im Festkomitee waren, war ihr Verhältnis immer intimer geworden, doch je länger es andauerte, desto unwohler fühlte Manfred sich. Inzwischen genügten kleinste Anlässe, um ihn nervös zu machen. So wie jetzt der Apfelbaum im Vorgarten – seine noch immer kahlen Äste  kratzten an der Scheibe des Küchenfensters und verursachten bei ihm eine Gänsehaut. Das Geräusch erinnerte ihn wieder nur allzu deutlich an diesen einen Abend, und schon sah er die kurze Szene wieder vor sich, als wäre sie gerade erst passiert.

Audreys Küsse schmeckten bittersüß und schürten das Verlangen nach mehr, bis es einem Heißhunger gleichkam. Doch je länger das Verhältnis andauerte, desto riskanter wurde es. Schon allein,  weil sich immer mehr in sein Leben zu drängen begann. Manfred hielt die Luft an, als an das Telefon unverhofft läutete. Gerade noch rechtzeitig konnte er Marlene zuvorkommen – nur um im selben Moment innerlich zu Eis zu erstarren. Marlenes fragendes Gesicht in nächster Nähe, und Audreys säuselnde Stimme im Ohr… in einer plötzlichen Eingebung tat er so, als ob ein Unbekannter anrief.

„Falsch verbunden„, räusperte er sich und legte augenrollend auf.

Was war er doch für ein Fuchs, beglückwünschte er sich insgeheim, doch der Triumph währte nur kurz. Oh, diese Dreistigeit, um diese Zeit anzurufen – ihn beschlich das Gefühl, dass Audrey es förmlich darauf anlegte, ihre Affäre auffliegen zu lassen… Das musste aufhören. Schon morgen würde er sein Verhältnis mit Suzannes Mutter für immer beenden.

Zu dumm, dass das geheime Treffen am nächsten Tag nicht unbemerkt geblieben und sogar fotografiert worden war.

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Manfred und Audrey sind Figuren aus meiner Fortsetzungsgeschichte „Nach dem Regen“.

Das sind die Themen im Juli: 1) Frühling, Sommer, Herbst, Winter – stelle uns zu jeder Jahreszeit ein passendes Buch vor. +++ 2) Sommerferien – Moritz muss zu Hause bleiben. Doch davon lässt er sich die Laune nicht verderben, zusammen mit seinen Freunden bauen sie (…eigene Idee…) – erzähle uns was sie bauen und wie sie den Sommer damit / darin verbringen. +++ 3) Schreibe eine Geschichte, die mit dem Satz “Mein Fahrrad ist mein bester Freund, denn…” beginnt. +++ 4) Schreibe eine Geschichte und lasse folgende Wörter mit einfließen: verbunden, Apfelbaum, Fuchs, Heißhunger, bittersüß +++ 5) Ein Sommer-Rezept: Ein lauer Sommerabend, du nimmst dir die Zeit draussen etwas zu essen. Verrate uns dein liebstes Sommer Menü – evtl. mit Rezept – und Kochanleitung.

Die Regeln lauten: Am Freitag wird veröffentlicht +++ Wählt aus einem der vorgegeben Schreibthemen +++ Schreibt eine Geschichte / ein Gedicht / ein paar Zeilen – egal Hauptsache ihr übt euer kreatives Schreiben +++ Vergesst nicht den Hashtag #WritingFriday und den Header zu verwenden +++ Schaut unbedingt bei euren Schreibkameraden vorbei, lest euch die Geschichten durch und hinterlasst einen Kommentar! +++ Habt Spass und versucht voneinander zu lernen.

# Writing Friday 2021 – Juni, 26. Woche : Schall und Rauch

Wider Erwarten, habe ich doch noch einen Beitrag für elizzys #Writing Friday – und zwar für die vierte Aufgabe: Schreibe eine Geschichte und lasse folgende Wörter mit einfliessen: Hund, Jagd, Kieselsteine, Wald, Gelächter.

Mit 775 Wörtern hinein ins Wochenende für mich und eine ungewisse Zukunft für die drei Hauptakteure in diesem Spiel.

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Schall und Rauch

„O’Reilly kommt nicht. Der Deal ist gestorben.“

Max‘ Worte holten Julia unsanft in die Wirklichkeit zurück. Vergessen war der schöne Moment, als sie und Chris einander in die Augen gesehen hatten. Blöder Hund, bahnte sich der Ärger in ihr seinen Weg – die beiden Brüder hatten einen Teil der fürs Geschäft so notwendigen Rücklagen in den Kauf eines Motorrads investiert, und nun machte der Besitzer des Irish Pubs, der es hatte kaufen wollen, einen Rückzieher – von der ganzen Arbeit, die sich Chris gemacht hatte und die nun für die Katz war, gar nicht erst zu reden. Schall und Rauch: Wieder ein Kandidat, der nur Reden schwang, aber dann keine Taten folgen ließ.

Zuerst Lukas Förster, der ihr das Blaue vom Himmel versprochen hatte, dann aber schnell sein wahres Gesicht gezeigt hatte… Sie konnte sich sein Gelächter, wenn er von dem Flop erfuhr, lebhaft vorstellen – dass er und seine Mischpoke Chris nicht ausstehen konnten, hatte der Typ an ihrem letzten Ausgehabend ja nun allzu deutlich gezeigt. Und jetzt Calum O’Reilly – keinen Fuß mehr würde sie ins Bogside setzen. Halali, der Schuss ins Brötchen – die Jagd ist eröffnet, dachte sie, kurz vorm Platzen.

„Ich glaub, ich steh‘ im Wald! Warum denn das?“ entfuhr es Chris entgeistert. „Der Kerl kann es sich doch nicht einfach anders überlegen.“

„Leider aber doch“, klärte Max sie auf. „Bei der letzten Inspektion wurde in seinem Laden so einiges beanstandet, und jetzt kommen nicht nur neue Brandschutztüren dazu, sondern er hat auch noch ein Problem mit der Kühlung. Wenn er weiterhin sein ‚Guinness Extra Cold‘ anbieten und nicht riskieren will, dass ihm die letzten Gäste auch noch wegbleiben, muss er eine neue Anlage einbauen – und da ist so eine Harley das letzte, was er gebrauchen kann.“

Geschäft geht vor: Wollte Max ihnen die bittere Pille so erträglicher machen?

Bei Chris wirkte die Besänftigungstour, nur bei ihr wollte sich das Resultat nicht einstellen. Der Ärger lag zwar nicht mehr wie ein Betonklotz in ihrem Magen, war aber auch noch nicht ganz verschwunden, sondern versetzte ihr Stiche – wie wenn man im Sommer barfuß über aufgeheizte Kieselsteine lief. Am besten spülte sie das Geröll wie Max hinfort mit dem Whisky, der eigentlich zum Feiern bestimmt war. Trauerfeier mit anschließender Beerdigung Deiner Träume, dachte sie finster.

Es ist, wie es ist“, kam es von Max zurück. „Ich hoffe nur, dass ich schnell einen anderen Käufer finde.“

Wie praktisch, dass sie jede Menge Fotos aufgenommen hatten – die konnten sie auch gleich für die nächste Annonce bei „Mobile24/7“ verwenden.

Ja, wie überaus praktisch, äffte Julia Max in Gedanken nach, nachdem er sich empfohlen hatte und sie und Chris ratlos zurückließ. Nach dieser Nachricht hatten sie beide keine Ahnung, wie es jetzt weitergehen sollte, falls Max keinen Käufer fand.

„Komm, lass uns mal schauen, was wir bis jetzt haben.“ war Chris‘ einziger Kommentar, bei dem sich Julia fragte, ob ihm diese scheinbare Rückkehr zur Tagesordnung nur helfen sollte, sich seine Enttäuschung über das geplatzte Geschäft nicht anmerken zu lassen und den Schock zu verdauen. Sie konnte nur vage Vermutungen darüber anstellen, was in ihm vorging; das gequälte Lächeln, das er sich abrang und das nicht einmal seine Augen erreichte, sprach für sie Bände, und sie wunderte sich, warum ihr das alles so nahe ging. Aber da Spekulationen und Grübeln ihrer Erfahrung nach zu nichts führten, musste sie zugeben, dass es vielleicht wirklich besser war, wenn sie sich mit dem Sichten der Aufnahmen ablenkten.

Sie nahm noch einen Schluck von dem rauchigen Scotch, dann schwang sie sich auf den klapprigen Bürostuhl, den sie eigentlich nach dem Verkauf der Harley hatte entsorgen wollen – ein Vorhaben, das sich genauso in Schall und Rauch auflöste wie der geplante Kauf einer neuen Kaffeemaschine. Hoppla, eine der Rollen stand kurz davor, sich zu verabschieden. Um nicht das Gleichgewicht zu verlieren, stützte sich Julia irgendwo auf der Tischplatte ab. Ihre Hand berührte die von Chris, als dieser das Laptop startklar machte, und seine Blicke trafen sich mit ihren. Und wieder war es, als stünde die Zeit still. Wie in einem Déjà-vu, dehnten sich erneut die Sekunden zu Minuten, doch diesmal stieß niemand die Tür auf oder räusperte sich verlegen.

Da war nichts und niemand, was sie daran hinderte, nun endlich damit fortzufahren, wobei sie von Max unterbrochen worden waren. Was zwischen ihnen war, hatte nun schon lange genug vor sich hin geschwelt, und es hatte nur noch eine Fotosession gebraucht, um den nächsten Schritt zu wagen. Vergessen waren Laptop, Stuhl und Fotos, Julia und Chris hatten nur noch Augen füreinander und versanken in einem langen, hingebungsvollen Kuss.

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Auch wenn ich nicht oft dabei war, hat es doch Spaß gemacht – und die Schreibaufgaben sind doch immer wieder eine Inspiration und ein Impuls, der mich nicht nur immer wieder aufs neue zum Schreiben motiviert, sondern auch dafür sorgt, dass meine Geschichten oft einen ganz anderen Verlauf nehmen, als anfänglich geplant. Wie für mein Projekt, das ich bei Wattpad unter dem Titel „Verschlungene Pfade“ kapitelweise veröffentliche. Es ist eine Sammlung von Kurzgeschichten, die ich bisher zum #writing friday und den ABC-Etüden auf meinem Blog beigesteuert habe und jetzt zusammengeführt und fortgesetzt werden.

Die Schreibthemen im Juni waren: 1) Ein Pilz berichtet aus seiner Sicht über die vielen Wanderer, die seinen Weg kreuzen. +++ 2) Hendrik kommt in Südafrika an – er hat sich für eine Safari angemeldet. Er schreibt seine Erfahrungen und Gedanken über diesen 3-Wöchigen Urlaub in sein Reisetagebuch. Lass uns einen Blick hineinwerfen. +++ 3) Schreibe eine Geschichte, die mit dem Satz “Der Himmel verdunkelte sich und…” beginnt. +++ 4) Schreibe eine Geschichte und lasse folgende Wörter mit einfliessen: Hund, Jagd, Kieselsteine, Wald, Gelächter. +++ 5) Maja verliebt sich das erste Mal, sie schreibt dies in ihr Tagebuch. Ihr Tagebuch plaudert uns diese Gedanken fröhlich aus – schreibe aus der Sicht des Tagebuchs.

Und hier sind die Regeln dazu: Jeden Freitag wird veröffentlicht. +++ Wählt aus einem der vorgegebenen Schreibthemen. +++ Schreibt eine Geschichte/ein Gedicht/ein paar Zeilen – egal, Hauptsache ihr übt euer kreatives Schreiben. +++ Vergesst nicht, den Hashtag #Writing Friday und den Header zu verwenden, schaut unbedingt bei euren Schreibkameraden vorbei und lest euch die Geschichten durch. +++ Habt Spaß und versucht, voneinander zu lernen.