# Writing Friday 2021 – Januar, 1. Woche : Die Neujahrsansprache

Happy New Year! Ich hoffe, ihr seid alle gut hineingerutscht, und deshalb starte ich passend zum Jahresbeginn auch gleich mit der ersten Aufgabe des #Writing Friday von elizzy

dem Fassen von „Nicht-Vorsätzen“

Was das genau ist, steht am Ende dieses Textes

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Die Neujahrsansprache

Change keeps us moving on… oder „öfter mal was neues“. Alle Jahre wieder fassen so viele von uns gute Vorsätze, die schon bald im Nirwana versickern – deshalb finde ich den Gedanken, mal zusammenzufassen, was wir nicht mehr tun oder erleben möchten, gar nicht so verkehrt.

Ich wette, ich stehe nicht alleine da, wenn ich verkünde, dass das erste, was getrost für immer verschwinden kann, Corona ist. Well, das Bier habe ich damit nicht gemeint (obwohl auch das mir nicht schmeckt), aber ich denke, alle wissen, was ich damit sagen will.

Was ich mir auch sparen werde: meinen Hang zur Prokrastination als etwas Schlechtes zu betrachten. Lasst mich diese Angewohnheit zur Verzögerung in „kreative Ruhepause“ umbenennen und hiermit verkünden, dass ich mir völlig unnötig Gedanken darüber gemacht habe, warum ich das kaputte Terrarium im Wohnzimmer nicht längst entsorgt habe und wie ich es mir im kommenden Jahr am elegantesten vom Hals schaffen könnte. Warum soll ich mir die Arbeit überhaupt machen?

Es gründlich zu reinigen und den jetzigen Inhalt in den Abfall zu befördern, reicht doch vollkommen – statt dessen ist so ein leeres Terrarium doch geradezu prädestiniert, einen Schaukasten für all die gepuzzelten Bauwerke abzugeben. Eine Reise um die Welt… London und Pisa warten schon – Paris und Neuschwanstein werden folgen.

Und damit lasse ich es auch schon wieder gut sein – denn wenn die Inspiration fehlt, bringt es mir gar nichts, meine Hirnwindungen nur unnötig zu verknoten. Mich unter Druck zu setzen, kann die Lösung nicht sein, und deshalb wünsche ich allen, die so fleißig und voller Elan beim #witing friday immer mitschreiben, und allen Neuankömmlingen ebenfalls, einen guten Start in das neue Jahr.

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Die Schreibthemen im Januar sind: 1) Anders als sonst, möchte ich dieses Jahr keine Vorsätze von euch sondern “Nicht Vorsätze“! – Also was möchtet ihr dieses Jahr nicht (mehr) tun oder erleben? Welche Vorsätze legt ihr auf Eis? Oder auch; welche schlechten Gewohnheiten streicht ihr aus eurem Leben? +++ 2) Vorfreude: Auf welche neuen Bücher freut ihr euch dieses Jahr besonders? Stellt eure Highlights vor. +++ 3) Schreibe eine Geschichte, die mit dem Satz „Bitterkalt fing dieser Tag an und ich hatte die Befürchtung, dass…” beginnt. +++ 4) Schreibe eine Geschichte und lass folgende Wörter mit einfliessen: Schnee, herrlich, kristallklar, aufgeregt, Wollmütze +++ 5) Zeit für das Jahreshoroskop – schreibt humorvoll und originell ein Jahreshoroskop für euer Sternzeichen.

Und hier sind die Regeln dazu: Jeden Freitag wird veröffentlicht. +++ Wählt aus einem der vorgegebenen Schreibthemen. +++ Schreibt eine Geschichte/ein Gedicht/ein paar Zeilen – egal, Hauptsache ihr übt euer kreatives Schreiben. +++ Vergesst nicht, den Hashtag #Writing Friday und den Header zu verwenden, schaut unbedingt bei euren Schreibkameraden vorbei und lest euch die Geschichten durch. +++ Habt Spaß und versucht, voneinander zu lernen.

# Writing Friday 2020 – Dezember, 52. Woche : Die Weihnachtsansprache

Fröhliche Weihnachten. Hattet ihr einen schönen Heiligabend? Ich kann mir vorstellen, dass es diesmal mit dem Besuch der Christmette für einige von uns anders gelaufen ist. Und auch mit dem Rest der Feiertage ist das so eine Sache, denn mit diesem Szenario haben die wenigsten von uns gerechnet:

„Der Weihnachtsmann hat doch tatsächlich Corona! Jetzt muss Rudolf das Rentier die Geschenke ausliefern. Berichte von dieser Nacht – wie macht sich Rudolf?“

Für die erste der Schreibaufgaben des #Writing Friday von elizzy schalte ich heute ausnahmsweise live ins Schlosss Bellevue zur Weihnachtsansprache des Bundespräsidenten.

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Die Weihnachtsansprache

Frohe Weihnachten, liebe Landsleute!

Ich weiß, Sie erwarten auch dieses Jahr eine ähnlich ergreifende Rede wie in den Jahren zuvor, doch da dieses Jahr alles anders ist und ich mir vorstellen kann, dass Ihnen nicht nach salbungsvollen, großen Worten ist, wird auch diese Ansprache anders sein.

Corona hat uns dieses Jahr gezeigt, dass nichts so bleibt, wie es war, und damit auch Weihnachten. Sicher haben sich viele von Ihnen schon gewundert, wo gestern die Geschenke geblieben sind. Schuld daran ist der Lockdown, in dem sich der Weihnachtsmann mit seinen Elfen befindet, denn er ist an Corona erkrankt. Nun liegt es an Rudolf, seinem treuen Gesellen, der die beschwerliche Reise alleine angetreten hat.

Da leider aber immer noch das Tragen einer Maske Pflicht ist, kann seine Nase unter der Verhüllung nur sachte glimmen, und so bitte ich um Nachsicht, wenn das tapfere Rentier den richtigen Weg nicht immer auf Anhieb findet und sein rotes Lichtlein mit Verspätung am Bestimmungsort zu sehen sein wird.

Trotz aller Widrigkeiten die Festtage auch ohne Geschenke am Heiligen Abend halbwegs genießen zu können, das wünsche ich Ihnen von ganzem Herzen, wissen wir doch insgeheim, dass man die größten Geschenke – Liebe, Gesundheit und Frieden – nicht kaufen kann.

Auf dass der Geist der Weihnachten trotzdem unter Ihre Dächer Einzug halten möge, wünsche ich Ihnen und uns allen ein gesegnetes Weihnachtsfest.

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Drücken wir Rudolf die Daumen, dass er seine schwere Aufgabe bis zum 6. Januar vollendet haben wird, und falls nicht: Macht Euch Eure Geschenke doch einfach selbst oder macht Euch selbst ein schönes Geschenk, zum Beispiel Zeit für Euch selbst und Eure Liebsten.

Die Schreibthemen im Dezember waren:

1) Der Weihnachtsmann hat doch tatsächlich Corona! Jetzt muss Rudolf das Rentier die Geschenke ausliefern. Berichte von dieser Nacht – wie macht sich Rudolf? +++ 2) Wofür bist du in diesem Jahr besonders dankbar? Zähle mindestens drei Dinge auf und gehe näher darauf ein. +++ 3) Schreibe eine Geschichte und flechte darin folgende Wörter mit ein: Weihnachtskerzen, Schneesturm, grosse Freude, Zuckerguss, rote Stiefel +++ 4) Schreibe eine Geschichte, die mit dem Satz “Sie fuhren mit dem Schlitten rasend schnell den Hügel hinab, ohne zu merken, dass…” beginnt. +++ 5) Welche Bücher möchtest du im Dezember noch lesen? Stelle uns deine Leseliste kurz vor.

Und hier sind die Regeln dazu: Jeden Freitag wird veröffentlicht. +++ Wählt aus einem der vorgegebenen Schreibthemen. +++ Schreibt eine Geschichte/ein Gedicht/ein paar Zeilen – egal, Hauptsache ihr übt euer kreatives Schreiben. +++ Vergesst nicht, den Hashtag #Writing Friday und den Header zu verwenden, schaut unbedingt bei euren Schreibkameraden vorbei und lest euch die Geschichten durch. +++ Habt Spaß und versucht, voneinander zu lernen.

# Writing Friday 2020 – Dezember, 51. Woche : Pretty Vegas

Willkommen zur nächsten winterlichen Runde beim #Writing Friday von elizzy – heute habe ich mir die vierte Schreibaufgabe ausgesucht:

„Schreibe eine Geschichte, die mit dem Satz “Sie fuhren mit dem Schlitten rasend schnell den Hügel hinab, ohne zu merken, dass…” beginnt.“

Da Schnee mittlerweile bei uns selten geworden ist und es für mich mit dem Rodeln zappenduster aussieht, geht meine Reise in eine andere Richtung:

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Pretty Vegas

Sie fuhren mit dem Schlitten rasend schnell den Hügel hinab, ohne zu merken, dass sich nicht weit von ihnen ein gewaltiger Sturm zusammenbraute. Es konnte nicht mehr lange dauern, bis Millionen von Sandkörnern mit Wucht auch über die letzte trennende Düne hinwegfegen würde, und damit auch über sie. Die Kufen berührten kaum den Sand, als die Rakete in Steves Rücken die nächste Stufe zündete und die Fahrt so beschleunigte, dass ihm und seiner vor ihm sitzenden Liebsten Hören und Sehen verging.

Viva Las Vegas, hatte Steve gejubelt, als Gina ihn mit der Reise in die USA überrascht hatte. Ein Ausflug in die Wüste Nevada, abends dann ordentlich Dollars verzocken im Casino und als besondere Krönung ihrer Hochzeitsreise eine Show – jetzt war von der anfänglichen Begeisterung kaum noch etwas zu spüren. Als ob das mörderische Tempo ihres fahrbaren Untersatzes nicht schon gereicht hätte, kam nun noch ein Dröhnen aus der Luft hinzu, das den Boden in Schwingung versetzte. Weiß um die Nase, wandte sich Gina entgegen besseren Wissens um und erstarrte angesichts des Grauens.

Über der nur wenige Meter entfernten Kuppe bauten sich bleigraue Wolken zu kilometerhohen Türmen vor dem Himmel auf, der die Färbung von Lakritz angenommen hatte. In der Ferne schimmerten die Felsen in einer Melange aus Silber und Anthrazit. Gina flehte innerlich um Beistand, dass sie es schaffen würden, dem Sandsturm zu entfliehen und diesen Höllentrip heil zu überstehen.

Dabei hatte ihr Wochenende in Las Vegas so traumhaft begonnen.

Mit dem Kleingeld, das Gina an den Einarmigen Banditen gewonnen hatte, waren sie zu den Roulettetischen gewechselt, wo sie ihren Einsatz verdoppeln konnten, und hatten sich zur Feier des Tages die Show „Lord of the Dance“ angeschaut. Zwei Piña Coladas in einer Cocktailbar später waren sie an einer kitschigen Wedding Chapel vorbei gekommen und hatten spontan den Entschluss gefasst, hier den Bund fürs Leben einzugehen. Ab da war nichts mehr wie vorher, denn mit dem Satz „Zu einer richtigen Hochzeit gehört auch ein richtiges Geschenk“ hatte das Unheil seinen Lauf genommen.

Der Ring mit einem rosa Steinchen aus gepresstem Diamantstaub als Ersatz für den billigen Trauring an ihrer Hand hatte Gina vor Rührung beinahe dahinschmelzen lassen, und schon wenig später hatte sie sich ihrerseits den Kopf über ein passendes Geschenk für Steve zerbrochen, und zwar eines, das er so schnell nicht vergessen würde. In einer auf einer Bank achtlos zurückgelassenen Zeitung hatte sie schließlich die Annonce entdeckt: Need for Speed? Wir machen es möglich.

Im Land der unbegrenzten Möglichkeiten gab es nichts, was es nicht gab – auch von einem anscheinend Verrückten angebotene Schlittenfahrten mit Raketenantrieb; verrückt genug, um ihren frischgebackenen Ehemann, der für jeden Blödsinn zu haben war, damit zu beglücken. Pretty Vegas! Wie zu erwarten, hatte ihn die Überraschung dann auch prompt aus den Socken gehauen. Und nun klammerten sie sich mit einem mulmigen Gefühl in ihren Mägen an den Schlitten.

Sie hörten ihr letztes Stündlein schon schlagen, begleitet von den Namen Death Valley und Desert Rock, die wie böse Omen über ihren Köpfen hingen. Hinter ihnen den tobenden Sandsturm, vor ihnen die Wand aus stahlgrauen Felsen, Quarz und Eisen, beteten sie um ein Wunder, denn wenn das nicht sofort geschah, würden sie bereits nach einem Tag im Guinness-Buch der Rekorde landen, im Kapitel über die kürzesten Ehen. Ein Husten, ein Poltern, ein Röcheln – dann erstarb das Monstrum und kam mit einem Ruck, der durch Mark und Bein ging, jäh zum Stehen. Gerade noch rechtzeitig zwischen zwei Felsen, bevor der Tag in tintenschwarzer Nacht versank und das junge Paar das Bewusstsein verlor.

Sie kamen erst wieder zu sich, als der Jeep auf der Sandpiste entlang rumpelte und sie sich einem Zaun näherten. Der Wachposten am Tor kontrollierte die Papiere und die Dienstmarken, dann schloss sich das Tor hinter ihnen.

Das Licht der untergehenden Sonne tauchte die gelben Schilder mit den Aufschriften „Area 51 : restricted access“ und „Authorized personnel only – all trespassers will be prosecuted“ in gespenstisches Orange.

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Area 51 in der 51. Woche? Wie das mal wieder passt… diesen Zufall hatte ich nicht geplant, im Gegensatz zu dem Recycling zweier Charaktere aus den ABC-Etüden. Diesmal hat es Steve und Gina aus Woche 17 & 18 (Room Service) „erwischt“.

Die Schreibthemen im Dezember sind: 1) Der Weihnachtsmann hat doch tatsächlich Corona! Jetzt muss Rudolf das Rentier die Geschenke ausliefern. Berichte von dieser Nacht – wie macht sich Rudolf? +++ 2) Wofür bist du in diesem Jahr besonders dankbar? Zähle mindestens drei Dinge auf und gehe näher darauf ein. +++ 3) Schreibe eine Geschichte und flechte darin folgende Wörter mit ein: Weihnachtskerzen, Schneesturm, grosse Freude, Zuckerguss, rote Stiefel +++ 4) Schreibe eine Geschichte, die mit dem Satz “Sie fuhren mit dem Schlitten rasend schnell den Hügel hinab, ohne zu merken, dass…” beginnt. +++ 5) Welche Bücher möchtest du im Dezember noch lesen? Stelle uns deine Leseliste kurz vor.

Und hier sind die Regeln dazu: Jeden Freitag wird veröffentlicht. +++ Wählt aus einem der vorgegebenen Schreibthemen. +++ Schreibt eine Geschichte/ein Gedicht/ein paar Zeilen – egal, Hauptsache ihr übt euer kreatives Schreiben. +++ Vergesst nicht, den Hashtag #Writing Friday und den Header zu verwenden, schaut unbedingt bei euren Schreibkameraden vorbei und lest euch die Geschichten durch. +++ Habt Spaß und versucht, voneinander zu lernen.

# Writing Friday 2020 – Dezember, 50. Woche : Driving Home for Christmas

Weihnachtliche bzw. winterliche Themen prägen den Dezember beim #Writing Friday auf elizzys Blog, so auch die dritte Schreibaufgabe:

„Schreibe eine Geschichte und flechte darin folgende Wörter mit ein: Weihnachtskerzen, Schneesturm, grosse Freude, Zuckerguss, rote Stiefel

Die einen gehen hier auf Geschenkejagd, andere fliegen nach New York zum Weihnachtsshopping. Aber manchmal bergen solche Kurztrips auch ungeahnte Tücken.

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Driving Home for Christmas

Die Lichterketten und auch die übrige Dekoration zum Schmücken des Hauses hatte Herr Röder vom Speicher geholt, jetzt fehlten nur noch die Weihnachtskerzen. Doch bevor er Lucy nochmal losziehen ließ, würde sie ihm erst einmal beim Aufstellen des Baumes helfen. Zusammen mit seiner Tochter wuchtete er die schwere Tanne über die Schwelle, während im Hintergrund das Radio dudelte.

Alle Jahre wieder, dachte er, als zum x-ten Mal „Driving Home for Christmas“ gespielt wurde, aber der Song beruhigte ihn ungemein. Gechillt in die Weihnachtszeit, hätte Tom jetzt gesagt, aber der war jetzt für eine Woche in New York. Holidays sponsored by Mama und Papa – eigentlich nur gerecht, wenn seine Schwester von ihnen als Weihnachtsgeschenk die Hälfte des Führerscheins bekam.

Hinter ihm schnaufte Lucy vor Anstrengung, doch da musste sie nun durch, schließlich war der drei Meter Hohe Baum Marlenes Wunsch gewesen, auch wenn der so einiges wog. Und der heikelste Teil kam erst noch – in Socken quer durchs Wohnzimmer, um das Parkett zu schonen. Wie gut, dass sie alle Stolperfallen wie den Schirmständer und Lucys rote Stiefel rechtzeitig aus dem Weg geräumt und sie nun freie Bahn hatten. Jäh verebbte die Musik, unterbrochen von den Sechzehn-Uhr-Nachrichten.

„New York. Ein Blizzard hat New York City und die gesamte Ostküste bis hinunter nach Florida lahmgelegt. Durch den Schneesturm mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 95 km/h ist in weiten Teilen des Landes die Stromversorgung zusammengebrochen. Die Flughäfen sind bis auf weiteres geschlossen.“

Rrrums! Da lag der Baum, den Herr Röder nicht mehr länger halten konnte, nachdem Lucy entsetzt losgelassen hatte. Driving Home for Christmas? Den Heimflug konnte Tom vergessen, und ob er es mit seiner Heimkehr bis Weihnachten schaffen würde, war noch völlig unklar.

Fassungslos starrte Lucy ihren Vater an. Gewiss, Tom ging ihr oft auf die Nerven, aber bei Minus vierzig Grad in New York festzusitzen, wünschte sie ihrem Bruder nun doch nicht. Sorge machte sich im Raum breit, der Baum war auf einmal unwichtig, und vergessen waren die Kerzen. Nicht einmal das Lebkuchenherz mit regenbogenfarbenem Zuckerguss vom Weihnachtsmarkt, das Alex ihr geschenkt hatte, konnte Lucy aufmuntern. Weihnachten ohne Tom? Undenkbar. Marlene Röder ließ den Besen fallen und nahm ihre Tochter in die Arme.

„Ich weiß, er fehlt Dir und nach Eurem Streit hast Du Dir das für ihn auch nicht gewünscht, aber…“ Der Rest ihres Beruhigungsversuchs ging in Lucys Schniefen unter.

„Wenn es ihm gut ginge, hätte er sich doch schon längst gemeldet“, jammerte sie und riss sich von ihrer Mutter los, um kopflos aus dem Zimmer zu rennen. Da ging die Haustür auf, und der Wind blies Reste trockenen Laubs in den Flur.

„Hallo! Jemand zu Hause?“ ertönte eine heisere Stimme. „Wo seid Ihr denn alle?“

Vor ihnen stand Tom, übernächtigt und früher als erwartet; völlig egal, dass es Probleme mit dem Zimmer gegeben und sein Budget keine Ausweichmöglichkeit zugelassen hatte, von den Problemen beim Zoll zu Hause gar nicht erst zu reden – dieser Empfang und die große Freude, die sich in den Gesichtern seiner Familie widerspiegelte, entschädigte Tom für die so unschön zu Ende gegangene Reise.

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Die Schreibthemen im Dezember sind: 1) Der Weihnachtsmann hat doch tatsächlich Corona! Jetzt muss Rudolf das Rentier die Geschenke ausliefern. Berichte von dieser Nacht – wie macht sich Rudolf? +++ 2) Wofür bist du in diesem Jahr besonders dankbar? Zähle mindestens drei Dinge auf und gehe näher darauf ein. +++ 3) Schreibe eine Geschichte und flechte darin folgende Wörter mit ein: Weihnachtskerzen, Schneesturm, grosse Freude, Zuckerguss, rote Stiefel +++ 4) Schreibe eine Geschichte, die mit dem Satz “Sie fuhren mit dem Schlitten rasend schnell den Hügel hinab, ohne zu merken, dass…” beginnt. +++ 5) Welche Bücher möchtest du im Dezember noch lesen? Stelle uns deine Leseliste kurz vor.

Und hier sind die Regeln dazu: Jeden Freitag wird veröffentlicht. +++ Wählt aus einem der vorgegebenen Schreibthemen. +++ Schreibt eine Geschichte/ein Gedicht/ein paar Zeilen – egal, Hauptsache ihr übt euer kreatives Schreiben. +++ Vergesst nicht, den Hashtag #Writing Friday und den Header zu verwenden, schaut unbedingt bei euren Schreibkameraden vorbei und lest euch die Geschichten durch. +++ Habt Spaß und versucht, voneinander zu lernen.

# Writing Friday 2020 – Dezember, 49. Woche : Der Klügere gibt nach

Für den letzten Monat des Jahres warten beim #Writing Friday von elizzy fünf neue Aufgaben – und die folgende kann ich unmöglich an den Ende des Monats stellen:

Welche Bücher möchtest du im Dezember noch lesen? Stelle uns deine Leseliste kurz vor.

Aus meinem protestierenden SuB (Stapel ungelesener Bücher) ragen dabei zwei Werke heraus.

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Der Klügere gibt nach

Mein SuB hat mir ein Wiedersehen in der Ostfriesenhölle angedroht, wenn ich nicht endlich damit anfange, ihn abzubauen. Darum hoffe ich, dass ich jetzt endlich „Crazy Rich Girlfriend“ von Kevin Kwan (vorgestellt im November) fertig lesen kann, denn das nächste Buch wartet schon:

„Das Lied von Vogel und Schlange“ (Die Tribute von Panem) von Suzanne Collins, gebunden und mit 607 Seiten, erschienen bei Oetinger – ISBN 978-3-7891-2002-2 – bei dem der Einband verrät, dass es um die zehnten Hungerspiele geht.

28 Seiten habe ich schon gelesen, habe aber noch nicht so richtig in die Geschichte vom Werdegang Coriolanus Snows hineingefunden. Der ist noch ein junger Mann und muss sich aus ärmlichen Verhältnissen emporkämpfen. Snow war für mich in „Die Tribute von Panem“ noch nie ein Sympathieträger, jetzt bin ich gespannt darauf, Panem mal aus einem ganz anderen Blickwinkel zu erleben.

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Die Schreibthemen im Dezember sind: 1) Der Weihnachtsmann hat doch tatsächlich Corona! Jetzt muss Rudolf das Rentier die Geschenke ausliefern. Berichte von dieser Nacht – wie macht sich Rudolf? +++ 2) Wofür bist du in diesem Jahr besonders dankbar? Zähle mindestens drei Dinge auf und gehe näher darauf ein. +++ 3) Schreibe eine Geschichte und flechte darin folgende Wörter mit ein: Weihnachtskerzen, Schneesturm, grosse Freude, Zuckerguss, rote Stiefel +++ 4) Schreibe eine Geschichte, die mit dem Satz “Sie fuhren mit dem Schlitten rasend schnell den Hügel hinab, ohne zu merken, dass…” beginnt. +++ 5) Welche Bücher möchtest du im Dezember noch lesen? Stelle uns deine Leseliste kurz vor.

Und hier sind die Regeln dazu: Jeden Freitag wird veröffentlicht. +++ Wählt aus einem der vorgegebenen Schreibthemen. +++ Schreibt eine Geschichte/ein Gedicht/ein paar Zeilen – egal, Hauptsache ihr übt euer kreatives Schreiben. +++ Vergesst nicht, den Hashtag #Writing Friday und den Header zu verwenden, schaut unbedingt bei euren Schreibkameraden vorbei und lest euch die Geschichten durch. +++ Habt Spaß und versucht, voneinander zu lernen.

# Writing Friday 2020 – November, 48. Woche : Geist der Rose

Für die letzte von mir für den #Writing Friday von elizzy ausgesuchte Aufgabe

Schreibe eine Geschichte, die mit dem Satz “Wir hatten es geschafft, endlich konnten wir nun…” beginnt

habe ich mich von einer Zeitungsmeldung inspirieren lassen, die vor ein paar Tagen in meinem Heimatblatt stand.

Quelle des stilistisch verfremdeten Artikels: Offenbach-Post

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Geist der Rose

Wir hatten es geschafft, endlich konnten wir nun auf unseren Erfolg anstoßen, denn heute war es soweit: Ein Jahr hatten wir gebraucht, bis der Stein aus Sibirien seine endgültige Form hatte, mit der er jetzt in die Auktion ging. Oval, rosa und von außergewöhnlicher Reinheit, so hatte er vor uns gelegen und in den schillerndsten Farben gefunkelt. Mats, der mir eingeschärft hatte, bloß nicht zu viel von dem Rohdiamanten wegzuschleifen, hatte es in der Seele wehgetan, als er mitansehen musste, wie sich Karat um Karat in winzige Splitter und feinsten Staub verwandelten, bis am Ende nur wenig mehr als die Hälfte übrig geblieben war.

„21 Millionen Franken“, verkündete der Auktionator auf dem Bildschirm gerade, als wir zuschalteten, „zum Ersten, zum Zweiten und zum Dritten.“ Doch wer das kostbare Juwel von der Größe einer Murmel ersteigert hatte, wurde nicht verraten. Das Gebot war telefonisch abgegeben worden. Mats und ich schauten uns über unsere Champagnergläser hinweg an.

„Schade“, sagte ich zu ihm, „dass das Steinchen in der Anonymität verschwindet. Ich hätte zu gerne gewusst, in welches Land es reisen wird und ob wir es jemals in einer Ausstellung bewundern können.“

Mats seufzte, dann stieß er mit mir an. „Mach Dir nichts draus, Ruby – aber sieh’s doch mal positiv. Für unseren nächsten Schritt muss das nicht unbedingt ein Nachteil sein.“

Wenn ich so darüber nachdachte, musste ich zugeben, dass es bestimmt nicht das Dümmste war, wenn sich die Aufregung um die auf CNN breitgetretene Auktion so schnell wie möglich legte. Alle hatten den Stein, den man nach einem russischen Ballett benannt hatte, im Fokus – doch was mit dem beim Schleifen angefallenen Staub geschah, hatten nur die Wenigsten auf dem Radar. Und genau darin lag unsere Chance, wenn ich Mats Glauben schenken durfte.

Der Plan, den er mir schmackhaft gemacht hatte, klang zu schön, um wahr zu sein: Den Diamantstaub heimlich beiseite schaffen, um ihn zu Steinchen zu pressen und in viele bunte Scheinchen zu verwandeln… hoffentlich irrte er sich da nicht, bei all den Kameras in der Schleiferei und CCTV auf den Amsterdamer Straßen und Plätzen.

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Die Schreibthemen im November sind: 1) Grauer, kalter Regentag, zu welchem Buch greifst du? Stelle es kurz vor und mache ein Foto davon! +++ 2) Schreibe einen Brief an dein Ich in 10 Jahren +++ 3) Schreibe eine Geschichte und flechte darin folgende Wörter mit ein: Salbei, Aufmerksamkeit, etwas daneben, Hormone, ein Versuch. +++ 4) Schreibe eine Geschichte, die mit dem Satz “Wir hatten es geschafft, endlich konnten wir nun…” beginnt +++ 5) Dein SuB, berichtet über deinen Leseerfolg von diesem Jahr. Er nimmt dabei kein Blatt vor den Mund.

Und hier sind die Regeln dazu: Jeden Freitag wird veröffentlicht. +++ Wählt aus einem der vorgegebenen Schreibthemen. +++ Schreibt eine Geschichte/ein Gedicht/ein paar Zeilen – egal, Hauptsache ihr übt euer kreatives Schreiben. +++ Vergesst nicht, den Hashtag #Writing Friday und den Header zu verwenden, schaut unbedingt bei euren Schreibkameraden vorbei und lest euch die Geschichten durch. +++ Habt Spaß und versucht, voneinander zu lernen.

# Writing Friday 2020 – November, 47. Woche : Back to the summer of ’19.

Nachdem sich gleich zu Beginn des Novembers mein SuB (Stapel ungelesener Bücher) aufgeplustert und mir die Meinung gegeigt hat, komme ich mit der ersten von fünf Schreibaufgaben des #Writing Friday auf dem Blog von elizzy in die Puschen.

Grauer, kalter Regentag, zu welchem Buch greifst du? Stelle es kurz vor und mache ein Foto davon!

Schietwetter – ich sehne mich immer öfter zurück in den Sommer 2019, als ich meine erste Fernreise unternommen habe. In Ottawa ist mir mein mitgebrachter Lesestoff ausgegangen; also bin ich in den nächsten Laden und habe mir „Crazy Rich Asians“ von Kevin Kwan gekauft.

Jetzt kommt der Nachfolger an die Reihe.

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Kevin Kwan – Crazy Rich Girlfriend

In unserer Stadtbücherei habe ich den zweiten Band der „Crazy Rich Asians“-Trilogie entdeckt und dachte mir, eine leicht und unterhaltsam geschriebene Liebesgeschichte könnte jetzt genau das Richtige sein. Der Text auf der Rückseite klang jedenfalls schon mal ziemlich vielversprechend:

„Findest Du das etwa normal? Die haben hier einen Koi-Teich mitten im Flugzeug!“

Stand im ersten Band die geplante Hochzeit von Nick, dem Sprößling einer der reichsten Familien Singapurs, und der aus einfachen Verhältnissen stammenden Rachel auf der Kippe, so dreht sich der Roman nun um Rachels Suche nach ihrem leiblichen Vater. Dass Nicks Verwandtschaft nicht restlos erfreut ist, dass sie nun wieder auf der Bildfläche erscheint, scheint so sicher wie das Amen in der Kirche.

Wie sich das Buch liest, kann ich jetzt noch nicht sagen, denn ich bin erst auf Seite 25 – aber ich weiß jetzt schon, dass ich durch die vielen, auf 576 Seiten verteilten Fußnoten wieder viele Einblicke in die südostasiatische Kultur gewinnen kann. Sprüche wie der folgende zu Beginn jedes Teils des Romans lockern das Ganze auf: „Wenn du wissen willst, was Gott von Geld hält, dann schau dir die Leute an, denen er es schenkt.“ – Dorothy Parker (Teil Zwei) und „Hinter jedem großen Vermögen steht ein Verbrechen.“ – Honoré de Balzac (Teil Drei).

Erschienen ist „Crazy Rich Girlfriend“ von Kevin Kwan im Kein&Aber-Verlag und trägt die ISBN 978-3-0369-5805-7

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Die Schreibthemen im November sind:

1) Grauer, kalter Regentag, zu welchem Buch greifst du? Stelle es kurz vor und mache ein Foto davon! +++ 2) Schreibe einen Brief an dein Ich in 10 Jahren +++ 3) Schreibe eine Geschichte und flechte darin folgende Wörter mit ein: Salbei, Aufmerksamkeit, etwas daneben, Hormone, ein Versuch. +++ 4) Schreibe eine Geschichte, die mit dem Satz “Wir hatten es geschafft, endlich konnten wir nun…” beginnt +++ 5) Dein SuB, berichtet über deinen Leseerfolg von diesem Jahr. Er nimmt dabei kein Blatt vor den Mund.

Und hier sind die Regeln dazu:

Jeden Freitag wird veröffentlicht. +++ Wählt aus einem der vorgegebenen Schreibthemen. +++ Schreibt eine Geschichte/ein Gedicht/ein paar Zeilen – egal, Hauptsache ihr übt euer kreatives Schreiben. +++ Vergesst nicht, den Hashtag #Writing Friday und den Header zu verwenden, schaut unbedingt bei euren Schreibkameraden vorbei und lest euch die Geschichten durch. +++ Habt Spaß und versucht, voneinander zu lernen.

# Writing Friday 2020 – November, 46. Woche : Aus dem Tagebuch von Dean Turner

Der November beim #Writing Friday auf dem Blog von elizzy wird bunt gemischt, u.a. mit einer Aufgabe, bei der wir fünf Wörter in eine Geschicht einflechten – die liebe ich ja ganz besonders, und diesmal lautet sie:

Schreibe eine Geschichte und flechte darin folgende Wörter mit ein: Salbei, Aufmerksamkeit, etwas daneben, Hormone, ein Versuch.

Die Mondexpedition *) geht weiter – hier kommt der nächste Tagebucheintrag, die gesammelten Werke gibt’s am Schluss, bevor sie im Nirwana verschwunden sind.

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Aus dem Tagebuch von Dean Turner

Tag drei unserer Mission.

Mann, bin ich erledigt! Stundenlang haben wir unser Equipment von A nach B geschleppt und in diesem Krater justiert. Die Messgeräte aufbauen – klingt einfach, ist aber sauanstrengend. Die schweren Schuhe hängen wie Blei an den Füßen, und die Luft im Anzug reicht auch nicht ewig. Und dann dieser Durst! Am liebsten hätte ich ein ganzes Fass auf einmal leer gebechert.

Aber wir haben es geschafft. Noch liegen wir gut im Zeitplan. Bevor die nächsten aus dem Team da draußen Gesteinsproben nehmen, gehen Emma und ich morgen nochmal raus. Die ist gleich nach unserer Rückkehr im Zentralmodul verschwunden, hat ihren Bericht abgeliefert und ist für die nächsten acht Stunden in ihrer Kabine verschwunden; sich aufs Ohr hauen, hat sie gesagt, und weg war sie. Beneidenswert.

Und ich? Alle Knochen tun mir weh, bin müde und trotzdem hellwach. Echt jetzt. Blöde Eingewöhnungsphase. Vielleicht helfen ein, zwei Runden durch die Gänge. Bewegung, und dazu die monotonen Geräusche von der Lüftung? In den Korridoren haben sie bereits die Beleuchtung gedimmt und die Lichter an den Kabinentüren aktiviert, bei denen, die heute keine Nachtschicht haben. Zwei Türen sind dunkel – Francesca und Paolo, die sind wahrscheinlich schon unterwegs. Die nächste gehört zu Irinas Kabine. Irgendwas ist heute anders.

Salbeiduft hängt in der Luft. Riecht, wie wenn es in der Kirche jemand mit dem Weihrauch übertrieben hat. Pulverisierter Salbei: Wenn das ein Versuch sein soll, meine Aufmerksamkeit zu erlangen, hat hier aber jemand gut aufgepasst, als ich ganz unauffällig erwähnt habe, wie anregend ich diesen Duft finde. Sehr anregend sogar, da geraten ja die Hormone in Wallung. Liebe Irina, etwas subtiler hätte es zwar schon sein können, aber bitte, Du hast es so gewollt. Ich klopfe da jetzt einfach an. Und dann…

Tag vier unserer Mission.

Shit happens! Wie konnte das nur passieren! Hornochse des Jahres – den Titel trage ich jetzt wohl zu recht. Rausgeschmissen hat sie mich, nachdem sie mir eine geschmiert hat. Die Tirade von ihr war vom allerfeinsten… Ob man sich nicht mal mehr einen einfachen Erkältungstee kochen kann… Was ich mir einbilden würde und dass ich schnellstens Land gewinnen soll, aber hurtig! Gefolgt von russischen Schimpfwörtern.

Mit meiner Vermutung, dass ich bei ihr offene Türen einrennen würde und sie mich genauso heiß findet wie ich sie, lag ich dann wohl doch etwas daneben. Aber wie ging der Spruch nochmal? Hinfallen ist keine Schande, liegenbleiben schon. Am besten vergesse ich ganz schnell diesen Ausrutscher und tue so, als wäre nichts passiert. Ein leichtes, bei der vielen Arbeit, die heute auf mich wartet. Augen zu und durch.

Seltsam nur, dass sich Emma heute so merkwürdig benimmt. Schließlich war es ja nicht ihre Kabine.

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Die Schreibthemen im November sind:

1) Grauer, kalter Regentag, zu welchem Buch greifst du? Stelle es kurz vor und mache ein Foto davon! +++ 2) Schreibe einen Brief an dein Ich in 10 Jahren +++ 3) Schreibe eine Geschichte und flechte darin folgende Wörter mit ein: Salbei, Aufmerksamkeit, etwas daneben, Hormone, ein Versuch. +++ 4) Schreibe eine Geschichte, die mit dem Satz “Wir hatten es geschafft, endlich konnten wir nun…” beginnt +++ 5) Dein SuB, berichtet über deinen Leseerfolg von diesem Jahr. Er nimmt dabei kein Blatt vor den Mund.

Und hier sind die Regeln dazu:

Jeden Freitag wird veröffentlicht. +++ Wählt aus einem der vorgegebenen Schreibthemen. +++ Schreibt eine Geschichte/ein Gedicht/ein paar Zeilen – egal, Hauptsache ihr übt euer kreatives Schreiben. +++ Vergesst nicht, den Hashtag #Writing Friday und den Header zu verwenden, schaut unbedingt bei euren Schreibkameraden vorbei und lest euch die Geschichten durch. +++ Habt Spaß und versucht, voneinander zu lernen.

*) Die gesammelten Werke der bisherigen Geschichten rund um die Mondexpedition habe ich hier zusammengeführt: # Writing Friday August Woche 33: Völlig losgelöst +++ ABC-Etüden Woche 41 & 42: Aus dem Tagebuch von Irina Pawlowna +++ ABC-Etüden Woche 45 & 46: Clair de Lune +++ ABC-Etüden Woche 45 & 46: Aus dem Tagebuch von Emma Wilson

# Writing Friday 2020 – November, 45. Woche : Hier ist bald die Hölle los

Beim #Writing Friday auf dem Blog von elizzy warten im November neue und interessante Schreibaufgaben. Ich rolle das Feld diesmal von hinten mit dem letzten der fünf Themen auf:

Dein SuB, berichtet über deinen Leseerfolg von diesem Jahr. Er nimmt dabei kein Blatt vor den Mund

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Woche 45 : Hier ist bald die Hölle los

Hallo, ich bin’s , dein SuB – einstimmig von Deinen nicht gelesenen Büchern zu ihrem Fürsprecher gewählt. Sind sie von Natur aus auch total verschieden, so waren sie sich hier zur Abwechslung mal einig. Und Du hast geglaubt, dass Du hier Deine Ruhe hast, wo doch sonst niemand seit dem Ausbruch der Krise mehr in diesem Haus wohnt außer Dir? Ha ha – falsch gedacht. Ja, da staunst du, was?

Seit du zuletzt hier herum getönt hast, dass Dein Stapelchen aus einem dünnen Pamphlet besteht, bin ich ganz schön gewachsen. Dünnes Pamphlet? Von wegen. Jetzt sind es richtig dicke Wälzer unterschiedlicher Art. Tja, das kommt davon, wenn Madame meint, sie müsste wahllos Bücher kaufen: Horror, Krimi, Fantasy – aus jedem Dorf ein Köter! Billig war das nicht.

Und dann fängst Du sie nur an und lässt sie links liegen, weil Du in der Bücherei auch noch „einfach nur mal zum Gucken“ warst. Nur zum Gucken, das kennen wir schon. Sagen die Frauen immer, wenn sie Klamotten shoppen gehen, und dann so was dabei herauskommt : ein Kessel Buntes. Und in dem brodelt es gewaltig. Schäm! Dich! Jetzt!

In diesem Kessel brodelt es lauter, als das Lied von Vogel und Schlange bei den zehnten Hungerspielen gepfiffen wird – denn wenn Du nicht endlich eine Wahl triffst und Dich für eines von uns entscheidest, dann kommt das Böse garantiert auf leisen Sohlen.

Fang endlich an, denn sonst sehen wir uns in der Ostfriesenhölle.

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Die Schreibthemen im November sind:

1) Grauer, kalter Regentag, zu welchem Buch greifst du? Stelle es kurz vor und mache ein Foto davon! +++ 2) Schreibe einen Brief an dein Ich in 10 Jahren +++ 3) Schreibe eine Geschichte und flechte darin folgende Wörter mit ein: Salbei, Aufmerksamkeit, etwas daneben, Hormone, ein Versuch. +++ 4) Schreibe eine Geschichte, die mit dem Satz “Wir hatten es geschafft, endlich konnten wir nun…” beginnt +++ 5) Dein SuB, berichtet über deinen Leseerfolg von diesem Jahr. Er nimmt dabei kein Blatt vor den Mund.

Und hier sind die Regeln dazu:

Jeden Freitag wird veröffentlicht. +++ Wählt aus einem der vorgegebenen Schreibthemen. +++ Schreibt eine Geschichte/ein Gedicht/ein paar Zeilen – egal, Hauptsache ihr übt euer kreatives Schreiben. +++ Vergesst nicht, den Hashtag #Writing Friday und den Header zu verwenden, schaut unbedingt bei euren Schreibkameraden vorbei und lest euch die Geschichten durch. +++ Habt Spaß und versucht, voneinander zu lernen.

# Writing Friday 2020 – Oktober, 44. Woche : Area 51 – Teil zwei

Beim #Writing Friday auf dem Blog von elizzy geht es diesmal um schaurige Themen. Serienmörder, Vampire, Poltergeister… alles ist möglich. Morgen ist Halloween, und deshalb folgt heute der zweite Teil von „Area 51“

Jo ist frisch in ein neues Haus gezogen. Was sie nicht weiß; In diesem Haus lebte einmal ein Serienmörder. Beim Einzug, wird ihr aber schnell klar, hier stimmt etwas nicht. Als sie dann zum ersten Mal den Keller betritt… (Schmücke die Geschichte aus und schreibe weiter)

Wohnen und arbeiten unter einem Dach? Der Alptraum geht weiter – als Fortsetzung des ersten Teils und zum Abschluss des Horrorctobers.

Deshalb an dieser Stelle eine Warnung – es wird blutig und grausig. Ein wahres Gemetzel. Schließlich steht „Serienmörder“ auf der Verpackung, da darf der Inhalt kein Taschendieb sein.

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Area 51 – Teil zwei

Zwei Wochen waren nun vergangen, und Sophie gefiel gar nicht, wie elend ihre Schwester aussah. Ob es daran lag, dass die Stelle immer noch ausgeschrieben war und Jo jederzeit mit ihrer Kündigung rechnen musste? Diese Unsicherheit musste ein scheußliches Gefühl sein. Schon deshalb hatte Sophie ein schlechtes Gewissen; schließlich hatte Jo durch sie von dem Job erfahren und sich beworben. Sophie konnte ja nicht ahnen, dass es an dem Alptraum lag, der Jo immer zur gleichen Zeit und nach demselben Muster heimsuchte. Stets begann es mit derselben Abfolge von Geräuschen: dem Schlag, dem Schaben, dem Klirren…

Jo stand im Schlachthaus und sah Rinder, Hühner und Schweine reihenweise an sich vorbeiziehen. Schon bald würde man sie fachmännisch zerlegen, doch sie verwandelten sich in etwas anderes. Eines von ihnen, plötzlich scheinbar wieder lebendig geworden, sah sie unvermittelt an und öffnete seine Schnauze. Gleich würde es zu ihr sprechen. Vom Grauen überwältigt, schnellte sie kerzengerade in die Höhe, schwer atmend und schweißgebadet. 3:43 Uhr – die roten Ziffern leuchteten ihr aus der Dunkelheit entgegen, wie in den anderen Nächten. Doch dabei sollte es nicht bleiben. Ein paar Tage später sah sie in den Kellerräumen das Schwein aus ihrem Traum deutlich vor sich, zwar nur kurz, doch der Geruch des Blutes hing umso länger in der Luft. Fluchtartig verließ sie den finsteren Gang.

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Sophie war ratlos. Warum stand die bereits vergebene Stelle immer noch in den Annoncen? Bei ihrem Ressortleiter kam Sophie nicht weiter. Entweder hatte hier jemand gründlich Mist gebaut und das Ganze war ein Versehen, oder es steckte mehr dahinter. Doch da Phil sich in Schweigen hüllte, entschied Sophie, heimlich zu recherchieren. Sobald alle gegangen waren, begab sie sich ins Archiv, wo eine Menge ältere Ausgaben der Vancouver Sun darauf warteten, von ihr durchsucht zu werden. Mit dem Anzeigenteil war Sophie schnell durch. Die Stelle war nie lange besetzt gewesen und immer wieder neu ausgeschrieben worden, bis irgendwann jemand beschlossen haben musste, die Anzeige dauerhaft stehen zu lassen.

Jo war also weder die erste noch die letzte, und wenn das so weiterging… Sophie weigerte sich, diesen Gedanken weiter zu denken. Sie wusste nur eins, so übernächtigt und ausgelaugt wie sie Jo zuletzt erlebt hatte, war der Zusammenbruch unausweichlich. Das konnte sie unmöglich zulassen. Energisch griff sie nach dem Stapel Zeitungen, um ihn wieder ins Archiv zurückzubringen – etwas zu energisch. Fluchend bückte sich Sophie, um die Blätter aufzusammeln. Eines der Exemplare war auseinandergefallen. Die riesigen Lettern, die ihr entgegen sprangen, ließen ihr die feinen Härchen im Nacken zu Berge stehen, und in ihrem Magen zog sich alles zusammen.

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Es lauerte nicht nur im Kellergeschoss, sondern wartete überall. Vor den Räumen, in denen das Blockeis gelagert wurde, hatte Jo zwar zum ersten Mal die Geräusche gehört und die grausige Erscheinung gehabt, doch sie konnte nicht nur das Blut riechen. Inzwischen sah sie es auch, und seine Spur wurde mit jedem Tag länger. Bis nach draußen zog sie sich inzwischen, und ein Ende war nicht abzusehen. Wenn sie daran dachte, dass hier vor ein paar Wochen noch ausgelassen gefeiert worden war, wurde ihr ganz anders. Am liebsten wäre sie auf dem Absatz umgekehrt und hätte die Augen vor dem, was auf sie wartete, verschlossen. Doch solange es nicht bekam, was es wollte, würde sie keine Ruhe finden. Nein, sie musste der Spur folgen.

Der Schatten an der Wand des denkmalgeschützten Wasserturms kam aus dem Nichts. Die geisterhafte Gestalt mit dem Eispickel, bereit zum Zuschlagen, und die Schritte hinter ihr ließen Jo das Blut in den Adern gefrieren. In Panik fuhr sie herum, doch es war niemand zu sehen. Sie war allein. Wieder einmal, und natürlich konnte sie niemandem davon erzählen. Man würde sie für verrückt erklären – dass ihre Sinne ihr so mitspielten, konnte doch nur bedeuten, dass sie langsam den Verstand verlor. Doch jetzt war damit Schluss. Diese Sinnestäuschung war definitiv die letzte gewesen. Gleich morgen früh würde sie David Harper die Kündigung auf den Tisch werfen.

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Vor ihrer Wohnungstür sah sie Sophie nervös auf und ab gehen. Dass Jo das reinste Nervenbündel war, hatte anscheinend auf ihre Schwester abgefärbt. Kaum in der Wohnung, kam sie auch schon zur Sache und drückte Jo die Kopie eines alten Zeitungsartikels in die Hand.

22. November 1994: Nach Wochen wurde heute in der Strafsache „Der Staat gegen Robert H“ der Angeklagte für schuldig befunden und zu lebenslanger Haft verurteilt. Angesichts der erdrückenden Beweislast war der mutmaßliche Serientäter schließlich zusammengebrochen. Am Ende des spektakulären Prozesses um den Ice Killler von Vancouver hatte H. gestanden, siebzehn Menschen mit einem Eispickel erschlagen und anschließend zerlegt zu haben. Obwohl man davon ausgeht, dass er noch mehr Morde begangen hat, konnte man ihm diese nicht nachweisen. Ihre Leichen hat man nie gefunden.

Jo wurde kreidebleich, als Sophie weitere Kopien aus ihrer Tasche hervor zog; Kopien von Artikeln, die das ganze Ausmaß der Taten schilderten, die der Verurteilte begangen hatte – hier unten, im Eishaus. Doch im Gegensatz zu dem Verfasser der Artikel, der genau wie die Polizei im Dunkeln tappte, was den Verbleib der mutmaßlichen Opfer anging, wusste Jo mit erschreckender Klarheit, wo sie sie finden würden.

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Weiß, so weiß… Sophie stellte das Glas zurück auf den Nachttisch und strich ihrer Schwester über ihr Haar, nachdem diese eingeschlafen war. Für Sophie grenzte es an ein Wunder, dass Jo nicht komplett durchgedreht war. Wie um sich zu vergewissern, dass der Spuk nun wirklich ein Ende hatte, holte sie den ausgeschnittenen Artikel aus ihrer Hosentasche, den sie seit ein paar Tagen mit sich herumtrug, ohne dass Jo davon etwas merkte.

22. November 2019. Genau 25 Jahre nach der Verurteilung des Serienmörders Robert H. hat man heute mit der Obduktion der Gebeine begonnen, die man nach einem anonymen Hinweis vor zwei Tagen in einer großangelegten Aktion in einem Massengrab unter dem historischen Wasserturm des Schlachthofs „Area 51“ von Downtown Eastside entdeckt hat. Sollte es sich bei diesem aufsehenerregenden Fund tatsächlich um die Überreste der Personen handeln, die seit den Neunziger Jahren spurlos verschwunden sind, würde sich die Zahl der Opfer des Ice Killers auf sechsundzwanzig erhöhen.

Wie Jo dieses Pandämonium überstanden hatte, war für Sophie immer noch ein Rätsel, aber sie war dankbar, daß Jo wenigstens durchschlief, auch wenn sie das Erlebte wohl nie vergessen würde. Ihr Haar, über Nacht so weiß geworden wie die bisher noch nicht identifizierten Knochen, würde sie noch lange, wenn nicht gar für immer, daran erinnern.

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Das war es im Oktober. Vielleicht sollte ich weniger Sendungen wie CSI, Criminal Intent oder SVU gucken. Mal sehen, was der November bringt.

Die Schreibthemen im Oktober sind: 1) Stelle uns ein Buch vor, das dich das Grauen gelernt hat. +++ 2) Graf Dracula kriegt Besuch von Frankenstein, berichte davon. Welche Pläne schmieden sie? Worüber diskutieren sie? +++ 3) Schreibe eine Geschichte und flechte darin folgende Wörter mit ein: Blut, Mordpläne, Spinnenweben, schaurig, Schock +++ 4) Schreibe eine Geschichte, die mit dem Satz “Er zog genüsslich das Messer aus ihrer Brust, wischte es ab und…” beginnt. +++ 5) Jo ist frisch in ein neues Haus gezogen. Was sie nicht weiss; In diesem Haus lebte einmal ein Serienmörder. Beim Einzug, wird ihr aber schnell klar, hier stimmt etwas nicht. Als sie dann zum ersten Mal den Keller betritt… (Schmücke die Geschichte aus und schreibe weiter)

Und hier sind die Regeln dazu: Jeden Freitag wird veröffentlicht. +++ Wählt aus einem der vorgegebenen Schreibthemen. +++ Schreibt eine Geschichte/ein Gedicht/ein paar Zeilen – egal, Hauptsache ihr übt euer kreatives Schreiben. +++ Vergesst nicht, den Hashtag #Writing Friday und den Header zu verwenden, schaut unbedingt bei euren Schreibkameraden vorbei und lest euch die Geschichten durch. +++ Habt Spaß und versucht, voneinander zu lernen.