Die Wörter für die aktuelle bis zum 4. November andauernde Etüdenrunde (hier, bei Christiane) stammen von Gerhard (und seinem Blog „Kopf und Gestalt“) und lauten:
Lehrer – grob – hauchen
Fasse dich kurz? Oder auch mal kürzer, so wie heute:
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Der Overkill
Wenn Stylisten zu Lehrern mutieren – o, wie mich das begeistert.
Da wollte ich mir lediglich ein paar Tipps zum Aufmöbeln meiner seit Pandemiebeginn nicht mehr getragenen Garderobe holen, weil ich nicht einsah, fragwürdigen, im Zwei-Wochen-Takt wechselnden Trends hinterherzujagen. Denn warum Geld für überflüssigen Schnickschnack in minderwertiger Qualität ausgeben, wenn der eigene Schrank gut gefüllt ist?
Aber wie das so mit dem Wollen ist: Kaum hatte ich meine bevorzugte Plattform virtuell betreten, da ging es auch schon los und mir stellten sich eine Handvoll Influencer in den Weg, die sich mit Inbrunst ihrer Lieblingsbeschäftigung widmeten: dem Verkünden dessen, was man noch guten Gewissens tragen konnte und was nicht – eine Tätigkeit, mit der sie, wohlgemerkt, Geld verdienen.
Begriffe schwirrten durch den Raum wie Motten um das Licht: Leiser Luxus anstatt lautem Geld… Oder war stilles Geld gegenüber schreiendem Luxus gemeint?
Dazu eine Musikbeschallung, die sich beim ersten Hören grob in ein vergangenes, ganz bestimmtes Jahrzehnt einordnen ließ und die man anscheinend gewählt hatte, um zu zeigen, wie nostalgisch gewisse Kombinationen ihres Erachtens wirkten. Cognac zu Beige statt Rot zu Schwarz?
Altbacken? Wer’s glaubt… Ich jedenfalls nicht! Welch Reizüberflutung. Und so konnte ich nur noch ein fassungsloses „Alexa – leiser!“ vor mich hin hauchen.
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200 Wörter für die virtuellen Oberlehrer, denen man nicht sein uneingeschränktes Gehör schenken sollte.
