Media Monday # 518: Neue Mitbewohner

Die Einsamkeit hat ein Ende, denn ich habe neue Mitbewohner. Wenn auch nur auf kurze Zeit. Am angestammten, von ihnen okkupierten Plätzchen unterm Dach sind Mauersegler eingezogen und füttern nun fleißig ihren krakeelenden Nachwuchs. Das konnte ich am Samstag von meinem Lieblingsplatz, der Hängematte, aus in aller Seelenruhe beobachten.

Und nun zum 518. Media Monday, der meine letzte Arbeitswoche vor dem Urlaub einläutet. Dann kann ich mich draußen den lieben langen Tag in der Hängematte fläzen und Musik hören, bis der Arzt kommt. Oder das böse Obi-Hörnchen. Oder das Gemecker, dass ich mich wieder mal zu viel mit den üblichen Verdächtigen beschäftige.

Media Monday # 518

1. Little darling, it’s been a long cold lonely winter: Wo wir uns langsam dem Sommer nähern, steht auch schon mein Urlaub vor der Tür, der zum stundenlangen Verweilen im Garten einlädt. Und auch dazu, meine Schreibprojekte in Gang zu bringen.

Frisch wie am ersten Tag und immer wieder gut, gefunden auf youtube – https://www.youtube.com/watch?v=KQetemT1sWc

2. Was ich mir nicht hätte vorstellen können, ist jetzt passiert: Ich habe beschlossen, mir einen Blu-Ray-Player zu kaufen, wo ich doch bislang außer „The Day after Tomorrow“ keine Blu Rays besaß. Tja, falsch gedacht – seitdem ich die Sonderedition des INXS-Albums „Kick“ anläßlich dessen 30. Jubiläums habe, würde ich gerne jetzt auch den Teil der Box sehen, der mir bislang entgangen ist.

der ewige Dauerbrenner, nicht auf EuroSport sondern auf youtube – https://www.youtube.com/watch?v=7AEwszNkmJU

Einen DVD-Spieler wollte ich mir sowieso zulegen, nachdem mein alter den Geist aufgegeben hat, damit ich mit einer Freundin zusammen die Filme „Kursk“ und „Ballon“ sehen kann.

3. Won’t you lay me down in the tall grass and let me do my stuff? Warum ich noch immer nicht in die Puschen gekommen bin und die Reifen meines Fahrrads aufgepumpt habe? Weil ich ’ne faule Socke bin, die zur Zeit lieber die kleinen grauen Zellen trainiert als die Bein- oder Armmuskeln. Lachmuskeln dagegen haben (fast) immer Konjunktur.

Einfach mal abschalten, auch die Nachrichten – mit Hilfe von youtube – https://www.youtube.com/watch?v=p6Fdm3-dnr0

4. Just keep walking! Meine Abneigung gegen Überdigitalisierung und den Gedanken, mir von einem Gerät meine Freizeitgestaltung diktieren zu lassen, erklärt vielleicht, weshalb ich mich bisher einer Fitness-Uhr erfolgreich entzogen habe. Bisher konnte mir auch noch niemand erklären, warum es denn gleich zehntausend Schritte sein sollen, die man angeblich jeden Tag gehen sollte. Kommt das vielleicht daher, dass man den Spruch von den nach dem Essen zu tuenden tausend Schritten steigern wollte?

Einfach nur laufen… auf youtube – https://www.youtube.com/watch?v=KOeK3C8v7mg

5. Come Mister tally man, tally me banana! Und dass ich beizeiten wohl auch mal von fett-, salz- und zuckerhaltigen Snacks auf frisches Obst umsteige, muss mir kein Fitnessprogramm sagen, sondern der Wunsch kam bei mir von ganz allein.

Kauft Obst, Leute – von youtube – https://www.youtube.com/watch?v=6Tou8-Cz8is

6. Shut up and dance with me? Dass unser Verein in diesem Jahr nochmal das Tanzbein schwingt, ist allerdings eher unwahrscheinlich, denn ich fürchte, dass die Turnhalle wegen Corona noch bis zum Jahresende zu bleiben wird. Und virtuell mit Hilfe von Microsoft Teams schottisch zu tanzen, hapert bei mir am Equipment.

Klappe halten und tanzen! auf youtube – https://www.youtube.com/watch?v=6JCLY0Rlx6Q

7. Zuletzt habe ich das Juniprogramm für meine Rubrik „Cinema-Scope“ geplant, und das war ein bisher noch nicht dagewesenes Thema, weil ich mich diesmal nicht auf reine Unterhaltung verlegt, sondern auf das sogenannte „Bildungsfernsehen“. Terra X, National Geographic & Co. … mit Filmen über die Antike versuche ich, mich für ein neues Schreibprojekt in die richtige Stimmung zu versetzen. Walk like an Egyptian!

Geh’n wie ein Ägypter, auf youtube – https://www.youtube.com/watch?v=4nuhja7y4TM

Damit ist der musikalische und weitgespannte Regenbogen auch schon an seinem Ende angekommen – it’s the soundtrack of my life.

ABC -Etüden – Extra-Etüde 2 für die 22. Textwoche : Glamping Noir

Auf Kabel Eins lautet das Motto zur Zeit „Camping-Woche“ – wie es der Zufall will, dreht sich auch mein Beitrag zu den Extra-Etüden auf Christianes Blog (fünf der vergangenen sechs Wörter Korsett – rechtsdrehend – dampfen – Baracke – lau – widerfahren, verpackt in einen maximal 500 Wörter langen Text) ums Zelten, wenn auch etwas anders.

Schließlich hat nicht jeder Monat fünf Sonntage.

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Glamping Noir

So einfach konnten sie sein, die kleinen Freuden… Zuerst eine ausgiebige, schön heiße Dusche, und danach einen frisch aufgebrühten, feinwürzig duftenden Kaffee, der mir aus meiner Lieblingstasse entgegen dampfte. Bald würden die Lebensgeister wieder in meinen Körper zurückkehren, nach dieser erbärmlichen Nacht im Zelt. Temperaturen knapp überm Nullpunkt und ein undichter Schlafsack waren keine gute Kombination, auch nicht bei dem M’Era-Luna-Festival.

Unsere Zelte hatten wir auf dem zum Festivalgelände umfunktionierten Fluplatz im Halbkreis so aufgebaut, dass wir den Platz davor mit einer Plane überdachen konnten. Met und Merlot hatten wir auch dabei, und die Schafsfelle und Kissen sorgten für Kuscheligkeit – so ungewöhnlich kühl und regnerisch wie der August in diesem Jahr war. Gut, dass ich mein Korsett zu Hause gelassen hatte. Andere Festivalbesucherinnen waren nicht ganz so schlau gewesen. Ich hatte mich schon bei der Anreise gewundert, wie es jene Damen in den viktorianischen Dessous stundenlang bei diesem Schmuddelwetter aushielten. Ab und zu trug auch ich gerne ein solches Teil, vorwiegend dann, wenn sich die auftretende Künstlerin auch so gewandet hatte.

Doch dieses Jahr standen weder Persephone noch Emilie Autumn auf dem Programm, statt dessen ging die Stilrichtung mehr in Richtung EBM und Industrial – genau das richtige für unsere Freunde, die Vorräte bis zum Abwinken eingepackt hatten. Selbst an meine Lieblingssnacks hatte mein Schatz gedacht. Welches Übel konnte uns jetzt noch widerfahren?

Showtime! Statt gammeligen Duschcontainern gab es diesmal sogar großzügig geschnittene Duschzelte, ausgestattet mit separaten Wasserhähnen für kaltes und warmes Wasser, rechtsdrehend, anstatt der gewohnten Mischbatterien. Oldschool – aber eine Steigerung dem Vorjahr gegenüber. Dafür nahm ich doch gerne einen längeren Weg in Kauf, an der Baracke für die Luftaufsicht vorbei, doch ich hätte den Tag nicht vor dem Abend loben sollen.

In freudiger Erwartung klemmte ich meine Klamotten in den Bauzaun, den man quer durchs Zelt gespannt hatte und drehte das Wasser auf. Was für eine Wohltat – was für ein Luxus. Doch nicht für lange. Ich hatte mich gerade eingeseift, da wurde das soeben noch heiße Nass schlagartig kühler und der Wasserdruck schwächer, bis nur noch ein laues Rinnsal aus dem Brausenkopf tröpfelte.

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Zufälle gibt’s. Ich weiß – diesmal war ich mit 348 Wörtern sparsamer als sonst, auch wenn es mehr hätte sein dürfen. Wem die Namen der genannten Künstlerinnen nichts sagen, hier sind die passenden Links zu Bildern der im Korsett aufspielenden Violinistin Emilie Autumn, deren Album „Laced/Unlaced gerade höre – und Sonja Kraushofer, die unter dem Künstlernamen Persephone auftritt und der ich früher in meiner Heimatstadt das ein oder andere Mal übe den Weg gelaufen bin.

ABC -Etüden – Extra-Etüde 1 für die 22. Textwoche : Pink Flamingo

Fünf Sonntage hat der Mai, und deswegen gibt es als Spezialität auf Christianes Blog die sogenannte Extra-Etüde, bei denen es darum geht, fünf aus den bisherigen sechs Wörter einen Text von maximal 500 Wörtern zu zaubern. Diese lauten diesmal:

Korsett – rechtsdrehend – dampfen – Baracke – lau – widerfahren

Da musste ich nicht lange überlegen, worüber ich schreibe, und alle Wörter (in zartflamingorosa Schrift) konnte ich ebenfalls einbauen.

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Pink Flamingo

„Zurück in die Zukunft“ – für dieses Ballmotto hatte sich die Mehrheit der Anwesenden auf dem Elternabend ausgeprochen, nun wurden Freiwillige für das Festkomitee gesucht, die sich unter anderen um die geeigneten Räumlichkeiten kümmern sollten. Für lau würde es wohl kaum eine Location geben, aber man konnte schon im Vorfeld solch überkandidelten Vorschlägen wie dem der Schrödingers Einhalt gebieten, dachte sich Manfred – Marlene hätte sich um diesen Job bestimmt gerissen – und simsalabim, ehe er sich’s versah, fand er sich in dem Team wieder, das sich der Planung des glanzvollen Festes widmen sollte.

Dass aber auch immer ihm so ein „Glück“ widerfuhr, seufzte Manfred in sich hinein, denn eigentlich hatte er auf so einen Killefitz keine Lust, aber nun konnte er nicht mehr zurück, und außerdem war das Team so groß, dass er die auf ihn zukommende Aufgabe sicher in einem zeitlich vernünftigen Rahmen halten konnte. Neben den Eltern von zwei weiteren Mitschülern Lucys gehörten auch Gerald Reuter, der Vater von Marc und die Mutter von Suzanne dazu – Audrey Cartier.

Reuter verlor keine Zeit – jetzt, wo die Elternversammlung sich früh genug aufgelöst hatte und der Abend noch jung war, ging es geschlossen zum Weinlokal. Entgegen ihres abschreckenden Namens, war die Baracke durchaus gemütlich und für eine erste Lagebesprechung geradezu ideal. Die Weinkarte glänzte durch ausgesuchte italienische und französische Tropfen, und auch die Ofengerichte waren nicht zu verachten. Bald schon ging man zum Du über.

O lala, als der bestellte Flammkuchen vor seiner Tischnachbarin dampfte, beobachtete er fasziniert, wie elegant sie den knusprigen Boden zerteilte und beim ersten Bissen genießerisch die Augen schloss. Warum war Marlene nicht mit demselben Appetit gesegnet wie Suzannes Mutter und aß statt dessen wie ein Spatz? Ja, Audrey, die war eine Frau nach seinem Geschmack. Eine Vorliebe für Bordeaux hatte sie auch und war ausgesprochen hübsch noch dazu. Und hatte er nicht schon immer eine Schwäche für rothaarige Frauen gehabt?

Ach was soll’s – einmal ist keinmal, änderte er seine Meinung und bestellte sich ebenfalls einen Bordeaux, das Auto konnte er ruhig stehenlassen. Nur ein winziges Schlückchen – und das Verhängnis nahm seinen Lauf. Bald war der Abend nicht mehr ganz so jung, und die Baracke leerte sich zusehends, bis nur noch Gerald, Marianne und er übrig waren. Und Audrey. Ihr zartes, nach Maiglöckchen duftendes Parfüm umschmeichelte seine Sinne. Eigentlich hatte er sich von ihr verabschieden und ein Taxi nach Hause nehmen wollen.

In den frühen Morgenstunden schlich er sich ins Haus. Den Mantel hatte er im Flur fallenlassen und er sich selbst auf die Couch – sein Kopf war schwer vom Bordeaux, die Gedanken machten sich selbständig, trudelten rechtsdrehend ins Nichts und verdrängten die letzten Bruchstücke seiner Erinnerung an Audrey im flamingoroten Korsett, nachdem sie gemeinsam im Hotel gelandet waren. Unterlagen holen – der älteste Trick der Welt…

Schon in ein paar Stunden würde er sich an das Ende dieses Elternabends nur noch schwach erinnern, so schwach wie der Duft von Maiglöckchen an seinem Mantel, überlagert von dem Geruch abgestandenen Nikotins.

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Zufälle gibt’s. Ich weiß ja auch nicht, wie ich es schaffe, auf genau 500 Wörter zu kommen – aber schön, dass ich mit der Extra-Etüde eine Gelegenheit hatte, mal Manfreds Affäre etwas genauer unter die Lupe zu nehmen, die später auffliegen wird.

Projekt ABC – K wie Kuchen

Wenn der Kuchen spricht, schweigen die Krümel – und deshalb habe ich zur Abwechslung mal frei nach dem Sprichwort „Reden ist Silber, Schweigen ist Gold“ meinem Backexperiment einen silbernen Zuckerguss verpasst – und so sieht das essbare Kunstwerk im Ganzen aus:

Völlig spacig – Silberpulver für Weihnachtsplätzchen war die geheime Zutat in dem Guss für dieses Experiment.

Viel Zucker musste nicht in den Teig hinein, denn davon hatte der Guss schon jede Menge – mir reichte schon ein Stück davon, um mir die verregneten Nachmittage während meines Aprilurlaubs zu versüßen:

Rührkuchen mit Rosinen, dazu Kaffee – und die Welt ist wieder in Ordnung.

Und deshalb symbolisiert er auch ideal das K, in der fotografischen Aktion von wortman, bei der alle 14 Tage ein Foto den entsprechenden Buchstaben des Alphabets symbolisiert (ohne die Umlage Ä, Ö und Ü).

Übrigens konnte man mit Silber von je her Leute zum Reden bringen (woher kommt wohl der Pflanzenname „Judaspfennig“?), doch ihr Schweigen konnten sich Erpresser so richtig aufwiegen lassen – in Gold.

Das ist nicht mein Stil – aber eine goldene Glasur habe ich dennoch in Reserve; doch was das ist, werdet ihr demnächst erfahren. Fröhliches Raten – Krümel sind’s schon mal nicht.

Die 5 Besten am Donnerstag : Let it snow

Winter is coming! Bei den Besten am Donnerstag geht es heute um die besten Filme, die im Schnee spielen – und da wir schon mal beim Thema sind, fange ich mit dem Film an, der „im Schnee“ im Titel trägt:

1 – Drei Männer im Schnee: Bei der österreichischen Verwechslungskomödie von 1955 handelt es sich um eine Verfilmung des gleichnamigen Romans von Erich Kästners in schwarz-weiß – trotz seines Alters verspüre ich auch heute immer noch den Wunsch, die Alpen mal wieder im Winter zu besuchen. Der heimliche Star des Films ist übrigens ein in der Nacht gebauter Schneemann mit einem formidablen Eierkopf.

2 – Ice Age: Die Eiszeit naht, und eine nicht alltägliche Herde, bestehend aus Mammut Manni, Säbelzahntiger Diego und Faultier Sid, macht sich auf in den Süden, um einer Herde Menschen ihr verlorengegangenes Junges wiederzubringen, wobei Diego zunächst mit unfairen Karten spielt. Der wahre Star des Films ist jedoch Scrat, ein der Sprache nicht mächtiges und daher pantomimisch agierendes Hörnchen, das vom Pech verfolgt wird.

3 – Everest: Basierend auf dem Roman „In eisige Höhen“ von Jon Krakauer kann man hier in epischer Breite hautnah das Scheitern einer Everestexpedition von 1996 miterleben. Das Traurige daran: Auch heute noch reißt der Strom der Expeditionen und der mit ihnen einhergehenden Staus vor dem „höchsten Gipfel der Welt“ nicht ab, auch mit Corona.

4 – The Day after Tomorrow: Von wegen Globale Erwärmung – in dem zweistündigen Katastrophenfilm von Roland Emmerich überzieht eine neue Eiszeit die gesamte nördliche Hemisphäre, in der eine Orientierung kaum möglich ist. Rein zufällig ist dies nach „Everest“ schon der zweite Film mit Jake Gyllenhaal, der in meinen Top Five auftaucht.

5 – Shining: Ein Job in einem leerstehenden Hotel in einer abgelegenen Gegend während des Winters – beste Voraussetzungen für Horror und um sich greifenden Wahnsinn – eine wichtige Rolle spielt übrigens das an das Hotel angrenzende Labyrinth, in dem man sich während des Schneetreibens leicht verirren kann.

Dienstags-Gedudel #70 : Reisefieber, Teil 24 – Meditation

Omm. Und nun bitte alle mal tief durchatmen… wir nehmen die Route nach Westen, bevor es nach Süden weitergeht. Denn wenn ich schon Asien besuche, komme ich an Indien nicht vorbei.

Zu dem Subkontinent wäre meiner Mutter bestenfalls noch „Kalkutta liegt am Ganges“ eingefallen, an dieser Stelle können heute dagegen INXS bei mir punkten mit dem Indian Song.

das Bild ist alt, das Lied ist jünger – gefunden auf youtube:
https://youtu.be/mhgvLpevE0Y?list=RDMM&t=0

Das Lied klingt wie eine Kombination aus dem Intro „Questions“ und „Not enough time“ und wurde mir rein zufällig in meine Abo-Liste auf Youtube gespült. Und zufällig passt heute auch zur Abwechslung mal das Beitragsbild zur Band.

Vielleicht sollte ich nach Ende der Weltreise eine Lieder mit indisch angehauchten Songs zusammenstellen.

Media Monday # 517: für die Langschläfer

Für die Langschläfer habe ich heute zur Abwechslung mal einen sehr frühen Beitrag im Gepäck, denn ich darf mich im Home Office vergnügen. Pfingsten habe ich ja bisher immer mit dem Wave-Gotik-Treffen verbunden, dank Corona ist’s auch damit in diesem Jahr erneut Essig. Tja, dumm gelaufen – jetzt könnte ich, aber wenn’s nicht geht…

Da bastele ich mir selber eins zusammen, auch wenn die auf dem Bildschirm genossenen Konzerte nicht wirklich Anklang bei der sogenannten Schwarzen Szene finden. And now for something completely different, zur Hauptattraktion an diesem Montag nämlich, denn der Media Monday geht in die 517. Runde. Let’s work:

Media Monday # 517

1. Manchmal landen ja durchaus unverhofft und unerwartet Filme/Serien im Streaming- oder VOD-Angebot und ich komme sogar in den Genuss, wenn auch anders als geplant – im konkreten Fall war es eine Miniserie auf Youtube über die Band INXS mit Luke Arnold (Black Sails) als Leadsänger.

2. Wenn mich die – nun schon geraume Zeit anhaltende – Schließung der Kinos eines gelehrt hat, dann dass auch solche Meldungen mit Überraschungen verbunden sein können – wir werden sehen, ob das in Frankfurt am Main ansässige und sehr plüschige „Eldorado“-Filmtheater demnächst zu den Arthouse-Kinos zählen wird.

3. Erstaunlich, was sich nicht alles ändert, wenn man mal nicht aufpasst, wie zum Beispiel meine Schusseligkeit beim Lesen mancher Angebote, bei denen in mir der Haben-Will-Reflex einsetzt.

4. Manches Best-of-Album wirkt ja auch ein wenig so, als wäre es reine Geldmacherei, indem man es ohne nenenswerte Unterschiede öfters auf den Markt bringt. That don’t impress me much!

5. Vor dem Hintergrund steigender Temperaturen und dem sich langsam bessernden Wetter haben meine Freundin und ich eine Radtour ins Auge gefasst.

6. Man könnte ja meinen, es würde einen Unterschied machen, ob man Filme in der Originalversion sehen kann – indes, manchmal bin ich über die Synchronisation doch froh, wenn sie es schafft, akustische Mängel der Originalversion wie z.B. die Dialoge übertönende Hintergrundgeräusche auszugleichen. Untertitel wären eine Alternative, wenn sie denn Sinn ergeben und nicht voller Fehler stecken, indem sie z.B. aus „Black Sails“ (schwarze Segel) „Black Sales“ (schwarze Verkäufe) machen.

7. Zuletzt habe ich meine Rubrik „Cinema Scope“ vorgezogen und das war vermutlich für einige verwunderlich, weil der Mai noch nicht vorbei und es für einen Rückblick normalerweise zu früh ist. Der wahre Grund dafür ist, dass ich jetzt schon in den Juni starten möchte.

Cinema-Scope 2021 im Mai : der musikalische Monat

Da es einen Tanz in den Mai heuer wieder nicht gab, zieht dieser Monat andere Saiten auf. Auslöser waren diverse Beiträge zu den ABC-Etüden, von denen sich einige mit einem Konzertbesuch beschäftigen. Deshalb sollte nicht nur der Konzertfilm „Aretha Franklin – Amazing Grace“, den ich im Dezember 2019 gesehen habe, eine zweite Chance bekommen, sondern noch andere Shows einen festen Platz bei meinen DVD-Abenden im Mai.

Gut, dass es mir zu dumm war, eine alte VHS-Kassette mit „Ein Amerikaner in Paris“ zurückzuspulen – denn so kam ich in den Genuss eines ganz anderen Werks, das neben der zweiten Staffel von „This is us – das ist Leben“ und den folgenden Kandidaten meine Abende versüßt hat:

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INXS – Never tear us apart + This is us (Staffel 2) + Bruce Springsteen in concert + Björk – Volumen + Three Summers + Ein leichtes Mädchen + Crododile Dundee 1 & 2 + Beverly Hills Cop 3 + Kompendium + Aretha Franklin – Amazing Grace + The Rocky Horror Picture Show + Repo! The Genetic Opera + INXS: Mystify

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INXS – Never tear us apart: Wenn man vom Teufel spricht… Kaum schwärmt mir meine Schwester in epischer Breite von der Serie „Black Sails“ vor und verkündet, deren Hauptdarsteller Luke Arnold sähe dem Leadsänger der Band INXS verblüffend ähnlich, taucht auch schon diese australische zweiteilige Miniserie von 2014 in meiner Vorschlagsliste auf Youtube auf – in knapp drei Stunden im Schweinsgalopp durch zwanzig Jahre Bandgeschichte, bei der die zur Untermalung von Szenen dienenden Songs zeitlich nicht immer so ganz passen (Teil Eins und Teil Zwei haben jeweils eine Länge von knapp 90 Minuten). Auf die Untertitel konnte ich verzichten und bin nach zwei Sessions erneut zu der Erkenntnis gelangt, dass man von Biopics halten kann, was man will – wenn man aber irgendwann den Eindruck bekommt, man sähe die dargestellten Personen, die man aus zahlreichen Videos in Erinnerung hat, tatsächlich vor sich, haben die Verantwortlichen vielleicht doch etwas richtig gemacht. Unfreiwillige Komik stellt sich ein, wenn Adam Ant zur Lachnummer gerät, wenn er wie ein Irrer an die Garderobentür seiner Vorband hämmert, weil diese ihm nicht nur die Show, sondern auch die Groupies gestohlen hat. My stars! Nebensächlich war für mich übrigens auch, dass Mr. Arnold so wie Taron Egerton in „Rocketman“ selbst gesungen hat – insofern war seine Besetzung nicht die schlechteste Wahl. Irgendwie war es am Ende des Films seltsam, die echte Band dann doch noch zu sehen – denn damit hatte ich nicht gerechnet.

This is us (Staffel 2): Gesungen wird hier im Verhältnis zur ersten Staffel viel – nicht umsonst hat Rebecca in einer Band gesungen, und nun strebt ihre Tochter Kate ebenfalls nach einer Gesangskarriere. Musikalisches Vorbild: Alanis Morisette. Bisher kannte ich nur einen kleinen Teil dieser großartigen Serie, die ich erst entdeckt habe, als sixx die dritte Staffel gezeigt hat. Nun konnte ich diese Bildungslücke schließen – mit Begeisterung. Mosaikartig setzt sich das Bild zusammen, und bei scheinbar unwichtigen Details heißt es gut aufpassen! Denn erst dadurch stellt sich der Aha-Effekt ein, wenn man versteht, wie es zu jener Tragödie kommen konnte, durch die ein liebgewonnener Mensch aus dem Leben gerissen wird. Besonders gut gefallen hat mir das Beleuchten eines einzigen Tages inclusive Rückblenden auf einen bestimmten anderen Tag aus drei verschiedenen Blickwinkeln – nämlich denen von Kevin, Kate und Randall – deren Tag an verschiedenen Orten mit derselben Fernsehshow am frühen Morgen beginnt. Und Alanis Morisette (Kate Pearsons liebste Sängerin) mit Bruce Springsteen (das Idol ihres Vaters) zu vergleichen, hat was – ich mag nämlich beide.

Bruce Springsteen in concert: Wenn der Abend mit einer Polonaise endet, hatten alle Beteiligten ihren Spaß – in diesem Fall der von MTV präsentierte Auftritt von Bruce Springsteen und der E-Street-Band am 11.11.1992 mit 16 mitreißenden Titeln wie „Atlantic City“, „Thunder Road“ oder „Glory Days“ – wer die DVD angeschleppt hat? Keine Ahnung, aber nun gehört sie mir.

Richy Guitar (1984): Wenn die Eltern nerven und man im staubtrockenen Job eine Maske tragen muss… Richard Schrader (Farin Urlaub) hat es wirklich nicht leicht. Der Durchbruch mit seiner Band lässt auf sich warten, die Gläubiger sitzen ihn im Genick, und mit Freundin Anja gibt es fast noch mehr Stress als mit dem Saxophonisten – worunter auch die Bandkollegen (Bela B Felsenheimer / Sahnie) leiden müssen, und ein illegaler Auftritt irgendwo auf der Autobahn gerät zum Reinfall. Kann der neue Job als Roadie bei Nena die Pechsträhne beenden? Nena mit „Irgendwie irgendwo irgendwann“ – Yay! Lange ist es her, dass ich die sogenannte „Jugendsünde“ der Ärzte gesehen habe. Zu den Schauspielkünsten der Darsteller sage ich mal nichts – dennoch habe ich mich blendend amüsiert. A propos Kultfilm, zu denen „Richy Guitar“ angeblich zählen soll… aus dem anvisierten Abend mit „Dogs in Space“ *) von 1986, den ich vor Jahren mal auf Youtube gesehen habe, ist leider nichts geworden, weil inzwischen weder auf Youtube noch sonstwo auf DVD oder VHS verfügbar ist, außer auf mir unbekannten Streamingportalen – und von denen lasse ich besser mal die Finger. „Schweine im Weltall!“ kann ich da nur sagen.

Björk – Volumen (1998): Die Musik der isländischen Ausnahmekünstlerin fand ich schon immer sehr eigenwillig und faszinierend – die Videos zu ihren schönsten Songs sind es nicht minder. „Army of me“, „Isobel“, „Bachelorette“, „Big Time Sensuality“ und noch viele mehr sind in dieser Kollektion aus insgesamt 14 Titeln enthalten, surreal und phantasievoll in Bilder umgesetzt von Regisseuren wie Michel Gondry, Sophie Muller oder Danny Cannon. Das ist für mich nicht nur ein Genuss für die Ohren, sondern auch für die Augen.

Three Summers (2017): Ich war schon auf unterschiedlichen Festivals, aber noch nicht auf so einem – beim „Westival“, einem Folkfestival irgendwo in Westaustralien treffen nicht nur unterschiedliche Kulturen aufeinander, sondern auch jede Menge Vorurteile. Davon kann die junge Keevey (Rebecca Breeds, bekannt aus „Pretty Little Liars“ und „The Originals“), die in der Irish-Folk-Band ihres Vaters fleißig den Violinenbogen schwingt, ein Lied singen. In den Augen des von sich sehr überzeugten thereminspielenden Techno-Folk-Funk-Künstlers Roland, dargestellt von Robert Sheehan (The Umbrella Academy) besitzt die ein riesiges musikalisches Talent und sollte unbedingt versuchen, einen Platz am Konservatorium zu ergattern. Er liebt sie, und sie liebt ihn, doch leider ist der gute Roland auch unglaublich festgefahren in seinen Ansichten, und da er davon überzeugt ist, dass eine Folkband wie die ihre zu 90% Mist ist, wird’s erst man nichts mit der romantischen Beziehung. Es braucht noch zwei weitere Jahre, bis die Geschichte wieder ins Lot kommt und auch die Personen in den Nebenhandlungen ihren Horizont erweitern und ihre Ansichten ändern. Andere mögen die romantische Komödie unter der Regie von Ben Elton (Black Adder) für keine großen Wurf halten, für mich zählt „Three Summers“ in der Originalversion inzwischen zu meinen Lieblingsfilmen, und nicht nur wegen der Musik.

Ein leichtes Mädchen (2019): Eigentlich hatte ich diesen Filmabend für den Juni geplant, aber ich hatte Lust, das selbstauferlegte Schema zu durchbrechen. In dem französischen Spielfilm mit mir unbekannten Darstellern steht eines Tages im Juni aus heiterem Himmel Sofia, die Kusine der gerade sechzehn gewordenen und noch sehr kindlichen Naïma, vor der Tür. Die beiden Mädchen verstehen sich auf Anhieb, obwohl sie unterschiedlicher nicht sein könnten: Während Naïma von der großen Liebe träumt, sucht die den Luxus liebende Sofia den schnellen Kick und lässt sich folglich gerne von wohlhabenden und teilweise auch deutlich älteren Männern aushalten. Gefühle sind für sie bei ihren Affären scheinbar nie mit im Spiel; als sie aber von ihrem letzten Liebhaber auf hinterhältige Weise abserviert wird, indem er sie beschuldigt, einen wertvollen Sextanten entwendet zu haben, lässt sie dieses fiese Ende scheinbar kalt, doch die Fassade hat bereits zu bröckeln begonnen. Und am Ende verschwindet Sofia so plötzlich, wie sie aufgetaucht war. Ein wenig langatmig fand ich diesen Film, zu dem die Regisseurin von einem Zeitungsartikel inspiriert worden war, schon stellenweise – doch die luftig leichten Bilder von der Côte d’Azur und die Filmmusik, die ich in dieser Zusammenstellung auch noch nicht gehört habe, konnten mich über die ein oder andere Länge hinweg trösten.

Crododile Dundee 1 & 2 (1986 & 1988): Mit diesen beiden „typischen Feiertagsfilmen“ konnte ich eine Bildungslücke schließen, aber darüber habe ich mich schon neulich beim „Media Monday“ ausgelassen. Mit Musik hat der erste von den beiden nur so viel zu tun, dass er einen netten Soundtrack hat, zu dem INXS einen Song beigesteuert haben und der Sänger damals einige Dollars in die Produktion investiert hat, ohne zu wissen, dass sich das Werk zu einem Kassenschlager erster Güte entwickeln würde. Im Endeffekt hat dieser Filmnachmittag an Christi Himmelfahrt dazu geführt, dass ich mir die 30-Jahres-Jubiläumsedition des Albums „KICK“ bestellt habe (allerdings ohne im Moment die Möglichkeit zu haben, die darin enthaltene Blu Ray abspielen zu können). Das „Glück“ ist mit den Dummen.

Beverly Hills Cop 3 (1994): Keep the Peace! Nur weil die Lieblngsband einen Song beisteuert, muss das nicht genaus ein Kracher sein wie „Crocodile Dundee“ – das von Eddie Murphy bei der Verfolgungsjagd gleich zu Beginn des Films zu Schrott gefahrene Auto hatte Symbolcharakter für den ganzen Film. Die einzigen Highlights in dieser lahmen Kiste waren die nur spärlich vorhandene Musik und Nebendarsteller Bronson Pinchot, den ich auch schon in „Der Club der Teufelinnen“ zum Brüllen gefunden habe. Leider konnte der Rest dieses Zufallsfunds auf Kabel eins nicht zünden, denn ich bin noch während des Films eingeschlafen.

der not so geniale Film, gefunden auf youtube –
https://www.youtube.com/watch?v=h5GXjtR71_s

Kompendium: Ein Konzert von Wolfsheim, das 1999 während ihrer „Spectators“-Tournee aufgezeichnet worden ist sowie diverse Videoclips zu ihren größten Erfolgen, beinhaltet diese DVD. Schade, dass sich Wolfsheim 2005 aufgelöst hat. Schade fand ich aber auch bei diesem musikalischen Ausflug, dass zwar die Bildqualität keine Wünsche offen ließ und das Bühnenbild mit den plätschernden Wasserfontänen ein Traum war, akustisch das Ereignis für mich aber leider einer Geduldsprobe gleichkam – bei dem Test, wie leidensfähig ich bin, muss ich mir selbst so einige Punkte in der B-Note abziehen, denn leider klang Peter Heppners dermaßen schief, dass ich mich fragte, wer hier wirklich etwas an den Ohren hat: das Publikum, ich oder der Sänger… I was not amused.

Aretha Franklin – Amazing Grace: Mein Wunschkandidat aus den Leftovers. Umgekehrt zu dem badengegangenen Abend mit Wolfsheim verhält es sich bei diesem Werk, das ich schon 2019 im Kino bewundern durfte: Der Sound ist überwältigend, doch die Bildqualität bewegt sich mehr auf besserem VHS-Nivau, was mir aber den Genuss nicht verleiden konnte – denn ich kann eine gute Soundanlage mein eigen nennen. Ein echtes Erlebnis. So machen Konzertfilme wirklich Spaß – Aretha Franklin und ein Gospelchor erfreuten in den Siebziger Jahren ihr Publikum an zwei Abenden, die unter der Regie von Sidney Pollack live mitgeschnitten wurden. Sogar Mick Jagger, der sich unter die im Gotteshaus Anwesenden.

The Rocky Horror Picture Show (1975): Let’s do the time warp again! Diesen Film habe ich so oft gesehen, dass ich die Lieder fast schon auswendig kann. Und trotzdem wird mir dieses Musical niemals langweilig werden. Hier führt eine Reifenpanne während eines nächstlichen Gewitters ein biederes Pärchen (Susan Sarandon/Barry Boswick) auf das Anwesen des exzentrischen Frank’n’Furters (Tim Curry), und das Unheil nimmt seinen Lauf, als der sadistisch veranlagte Bedienstete Riff Raff (Richard O’Brien) ihnen die Tür öffnet. Was die beiden nicht wissen: in dem schlossartigen Gemäuer findet ein Kongress statt, auf dem der (größen)wahnsinnige „Wissenschaftler“ den Anwesenden seine Schöpfung präsentieren wird – Rocky, ein künstlich geschaffener Mensch… Dass der den motorradfahrenden Eddie verkörpernde Meatloaf eine tolle Stimme hat, wusste ich schon vorher – doch wirklich überrascht haben mich Mr. Currys Gesangskünste. Kultfilm Nummer Zwei.

Repo! The Genetic Opera (2008): Singe, wem Gesang gegeben. In diesem Fall Sarah Brightman, Anthony Head, Terrance Zdunich, Alexa Vega und – man glaubt es kaum – Paris Hilton, in einer filmgewordenen Gothic-Rock-Oper, unter der Regie von Darren Lynn Bousman (SAW). Den Film hatte mein Mann vor Jahren aus dem Nachtprogramm des Satellitensenders „Horror Channel“ aufgenommen. Im Jahr 2056 sind Schönheits-OPs, der Handel mit abhängigmachenden Schmerzmitteln und Organtransplantationen auf Kredit für GeneCo ein einträgliches Geschäft. Aber wehe, man kann die Raten nicht mehr zahlen – dann kommen die Repo Men (Repo = Repossession), um sich die „gespendeten“ Organe wiederzuholen, was sich auf die Gesundheit des gesuchten Leistungsempfängers aus nachvollziehbaren Gründen nicht gerade positiv auswirkt (um es mal vorsichtig auszudrücken).

Sarah Brightman & Alexa Vega, gefunden auf youtube –
https://www.youtube.com/watch?v=HN1mkVTI3hU

Das gesamte Werk mit 38 Gesangsnummern, in dem Grabräuber ihr Unwesen treiben, ist dermaßen düster, morbide und blutig und noch eine Schippe heftiger als „Sweeney Todd“, das ich schon als ziemlich schaurig und gesanglich als teilweise grenzwertig empfand – und damit für den Pfíngstsamstag für mich äußerst passend; denn gäbe es Corona nicht, fände an diesem Wochenende in Leipzig das Wave-Gotik-Treffen statt. Kultfilm Nummer Drei und die in meinen Augen völlig unterbewertete Überraschung – irgendjemand war so verwegen, ihn mit der Rocky Horror Picture Show zu vergleichen, was ich aber für überzogen halte. Dennoch: Top!

Es lebe der Zentralfriedhof (2005): Wer sich jetzt fragt, was diese ORF-Produktion über den Wiener Zentralfriedhof mit Musik zu tun hat und an das gleichnamige Lied von Wolfgang Ambros denkt, ist schon auf der richtigen Spur. Das Lied wird zu Beginn und am Ende des 50minütigen Films über die Geschichte des altehrwürdigen Gottesackers und die auf ihm lebende vielfältige Tierwelt gespielt – außerdem liegen hier Mozart, Schubert und Beethoven begraben, und ihre Gräber ziehen jährlich etliche Touristen an. Spannend und lehrreich bis zur letzten Minute und anlässlich des wiederholt ausgefallenen Wave-Gotik-Treffens für mich die passende Wahl für den Pfingstsonntag.

INXS: Mystify (2008): „Have an Australian on the Bill, and you’ll get a real summer show“… Verehrtes Publikum, wundern Sie sich bei dem Namen der Band nicht über die Jahreszahl dieser DVD, die ich für kleines Geld erstanden habe: Hier handelt es sich nämlich um zwei ältere Mitschnitte für den Rockpalast. Als Hauptattraktion ein Konzert vom 21. Juni 1997 auf der Loreley, und als Bonusmaterial ein Ausschnitt aus einem Auftritt vom 8. Mai 1984 in den Hamburger Markthallen, Jahre vor dem europaweiten Durchbruch. Das Wetter muss scheußlich gewesen sein an diesem Abend, als INXS als vorletzte Band vor den Simple Minds ihr buntgemischtes Set spielten: verregnet und unterkühlt. Der Schlagzeuger trommelte in Handschuhen, während sich das in quietschbunte Funktionsjacken gehüllte Publikum schon ordentlich bewegen musste, um sich nicht den Allerwertesten abzufrieren. Es brauchte sechs Songs, bevor ich nicht mehr den Eindruck von einer kaum wahrnehmbaren Verbindung zwischen den einzelnen Bandmitgliedern hatte. Was bei den Herrschaften, und besonders bei ihrem Frontmann, an diesem Abend quer gesessen hat, ließ sich auch im wiederholten Durchlauf dieses mitgefilmten Konzerts von mir nicht herausfinden. Ich schiebe es auf die dann doch noch durchbrechende Sonne, dass die Laune sich bei allen Beteiligten stetig hob und am Schluss mit einem Geburtstagsgruß für den Bassisten endete. Mein Fazit: Schade, dass ich nicht dabei gewesen bin. Und noch ein Fall für die Rubrik „Unnützes Filmwissen“: Der Song „Don’t Lose Your Head“ wurde als Promo-Song für den Film „Face Off“ mit John Travolta und Nicolas Cage aufgenommen.

Musik bis zum Abwinken, darunter so einiges in der Originalversion, auch die sogenannten Kultfilme… das war er, mein musikalischer Monat Mai (auch wenn er noch nicht vorbei ist – aber in der letzten Woche möchte ich eine neue Serie anfangen, die dann in den Juni überlappen wird).

*) Rubrik „unnützes Filmwissen“: Für „Dogs in Space“ hatte Regisseur „Richard Loewenstein“ Michael Hutchence für die Hauptrolle verpflichtet. Über das Resultat breite ich lieber den Mantel des Schweigens.

# Writing Friday 2021 – Mai, 21. Woche : Geisterstunde

In letzter Zeit habe ich beim #Writing Friday von elizzy nicht mehr mitgeschrieben, weil mir die Inspiration gefehlt hat. Für den 21. Mai habe ich mich für die dritte Aufgabe entschieden:

Schreibe eine Geschichte, die mit dem Satz “Geister gab es doch nun wirklich nicht, aber…” beginnt.

Nun denn, mal wieder etwas aus dem echten Leben. Denn das bietet manchmal mehr Horror als jeder Film oder Roman.

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Geisterstunde

Geister gab es doch nun wirklich nicht, aber wer konnte schon wissen, ob an den Erzählungen Alisons, unseres Tourguides, nicht doch etwas dran war? Gerade noch hatten wir auf dem Friedhof und ihren Schilderungen von den im späten 19. Jahrhundert ihr Unwesen treibenden Grabräubern gelauscht – nun stiegen wir hinab in die verborgene Stadt, tief unter dem mittelalterlichen Teil Edinburghs.

„Ghosts & Ghouls“ – das Highlight zum Abschluss meiner Kurzreise, die ich ohne meinen Mann unternommen hatte: Die Tour führte von einem der ältesten Friedhöfe der Stadt, auf der Rückseite des Cafés, in dem Joanne K. Rowling eines ihrer Harry-Potter-Manuskripte auf Servietten gekritzelt hatte, hinüber zur George-IV-Brücke, und durch eine unscheinbare Tür, hinter der eine steile, spärlich beleuchtete Treppe auf uns wartete, hinunter in die Eingeweide der Stadt. Am Ende sollten wir noch die Underground City zu sehen bekommen.

Ein modriger Geruch empfing uns bei unserem Abstieg in den Untergrund. Ich wagte kaum, mir vorzustellen, wie hier einst die Ärmsten der Armen in der unterirdischen Stadt dicht aufeinander gehaust hatten. Unangenehm kalt und feucht war es, von frischer Luft weit und breit keine Spur, und ich sah zu, dass ich den Anschluss an die Gruppe nicht verlor – hier unten, metertief unter einer der Brücken die Orientierung zu verlieren, konnte es einen größeren Alptraum geben? Gerade hatten wir uns in einem Halbkreis um Alison aufgestellt, da senkte sie ihre Stimme um eine halbe Oktave, und noch bevor sie uns alle mit verschwörerischem Tonfall in Unruhe versetzte, streifte mich ein unangenehm kalter Luftzug, und in meinem Nacken stellten sich sämtliche Härchen auf, als die verhängnisvollen Worte fielen.

„Ein böser Geist geht hier um, so sagt man.“

Die plötzlich einsetzende Stille war geradezu mit den Händen greifbar, und mein Herz schlug mir bis zum Hals. Für einen Moment war die Welt eingefroren, und kein Laut kam über meine Lippen. Erst im nächsten Gewölbe kam ich wieder zu mir und konnte spüren, wie sich der Druck von meiner Brust erhob und sich in nichts auflöste. Ob mich die Gruppe weitergeschoben oder sich meine Füße automatisch in Bewegung gesetzt hatten, konnte ich nicht sagen. Das soeben Erlebte fühlte sich so echt und gleichzeitig so surreal an, und Alisons Worte, dass auch in dem Raum, in dem wir uns gerade befanden, ein Geist existierte, ließen mich an meinen Ansichten zweifeln. Zu wirklich hatte sich die Präsenz angefühlt, unter deren Einfluss ich anscheinend gestanden hatte.

Geister gab es nicht? Nachdenklich nahm ich noch einen Absacker, bevor es am nächsten Tag wieder zurück in die Heimat ging.

„Hier, Schatz, der neueste Stern!“ – nanu, dieses Blatt las mein Mann doch sonst nicht, wunderte ich mich, aber schlug neugierig die Zeitschrift auf. Doch es war nicht die Reportage über einen Fotografen, der das Ungeheuer von Loch Ness abgelichtet und seine verblüffend echt wirkenden Aufnahmen mit dem Datum „30. Juni“ versehen hatte, die mich aus meiner Sonntagsruhe riss. Wer Augen im Kopf hatte, konnte schließlich sehen, dass das Monster im See in Wahrheit ein harmloser Gummisaurier in der Badewanne war.

Es war ein Artikel über sogenannten Infraschall. Die in dem Artikel beschriebenen Symptome wie Beklemmung, Unbehagen, Furcht und Druck auf der Brust traten bei extrem niedrigen Schwingungen von 17 Hertz auf und konnten von Windkraftanlagen ausgelöst werden. Oder von dem über die George-IV-Brücke unablässig dahinrollenden Straßenverkehr, und verstärkt durch ihre Pfeiler.

Nein, Geister gab es wirklich nicht.

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Für kurze Zeit habe ich damals wirklich geglaubt, Geister existierten vielleicht doch – aber da es für alles eine wissenschaftliche Erklärung gibt…

Die Schreibthemen im Mai sind: 1) Marlen betritt einen alten Buchladen und entdeckt dabei ein sprechendes Buch. Beschreibe den Buchladen, die Stimmung und lass uns am Gespräch zwischen ihr und dem Buch teilhaben. +++ 2) Eine Wasserleiche taucht beim Badesee auf – schreibe eine Polizeibericht über diesen Vorfall. +++ 3) Schreibe eine Geschichte, die mit dem Satz “Geister gab es doch nun wirklich nicht, aber…” beginnt. +++ 4) Schreibe eine Geschichte und lasse folgende Wörter mit einfliessen: Sonnenschein, Knallbonbon, friedlich, vorwärts, Katze +++ 5) Max darf zum ersten Mal mit seinen Freunden auf den Jahrmarkt. Erzähle von seinem Tag und versuche dabei aus dem Blickwinkel eines 10-Jährigen zu schreiben.

Und hier sind die Regeln dazu: Jeden Freitag wird veröffentlicht. +++ Wählt aus einem der vorgegebenen Schreibthemen. +++ Schreibt eine Geschichte/ein Gedicht/ein paar Zeilen – egal, Hauptsache ihr übt euer kreatives Schreiben. +++ Vergesst nicht, den Hashtag #Writing Friday und den Header zu verwenden, schaut unbedingt bei euren Schreibkameraden vorbei und lest euch die Geschichten durch. +++ Habt Spaß und versucht, voneinander zu lernen.

Dienstags-Gedudel #69 : Reisefieber, Teil 23 – Um-lei-tung

Oder auch: Letzter Halt vorm Weiterflug nach Westen, immer schön der Sonne nach. Nein, das wird jetzt nicht der gespielte Witz über den chinesischen Verkehrsminister, sondern der Abschied vom Asiatischen Kontinent, in Szene gesetzt von David Bowie und seinem Hit China Girl.

David Bowies Besuch in China, gefunden auf youtube –
https://www.youtube.com/watch?v=_YC3sTbAPcU

In den 80er Jahren ein gerne gedudelter Chartsbreaker. Den Japanese Boy erspare ich an dieser Stelle dem Publikum. Wer ihn trotzdem wiedertreffen oder neu kennenlernen möchte, darf gerne dem Link zu Aneka folgen. Noch ein Doppelpack beim Dienstags-Gedudel von nellindreams muss dann auch nicht sein. Ich lasse mir derweil lieber die Ente süß-sauer oder die acht Kostbarkeiten vom Takeaway schmecken.