ABC -Etüden – Wochen 47 & 48 : Der Schockmoment

In letzter Zeit habe ich für den #writing friday und die ABC-Etüden einen Tagebucheintrag nach dem anderen verfasst. Nun schreibe ich, weil es gerade zum Datum (22. November) passt, meinen eigenen – für die letzte Etüde im November auf Christianes Blog.

Für die aktuelle und letzte vor den Adventüden stammt die Wortspende (Quelle – griesgrämig – stöbern) von Ulli Gaus und dem Blog „Café Weltenall“.

Da sich der Beitrag mit meiner eigenen Reaktion auf eine verstörende Nachricht beschäftigt, hinterlasse ich an dieser Stelle eine Triggerwarnung zu den Themen #Tod, #schlechte Nachrichten, #Pietätlosigkeit und #Trauer.

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Der Schockmoment

Als ob es erst gestern gewesen wäre, sehe ich mich wieder an diesem 22. November vor 23 Jahren in der Küche meiner kleinen Singlewohnung stehen und Zwiebeln für mein Leibgericht feinhacken.

An diesem schönen Tag konnte nicht einmal die griesgrämige Stimme des Radiosprechers, der so wie jeden Samstagmorgen gerade eine Musiksendung moderierte, meine gute Laune trüben. Jedenfalls dachte ich das, aber da hatte ich die Elf-Uhr-Nachrichten noch nicht gehört.

„Sydney. In den frühen Morgenstunden wurde der Sänger Michael Hutchence tot in seinem Hotelzimmer aufgefunden. Hutchence war der Sänger der australischen Band INXS, die 1987 mit dem Album KICK ihren weltweiten Durchbruch feierte. Die Ursache seines Todes ist noch unklar. Nicht näher benannten Quellen zufolge handelte es sich um Suizid oder einen Unfall.

Bonn. Bundesfinanzminister Theo Waigel …“

Der Rest der Sendung verhallte von mir unbeachtet. Die Nachricht (nein, nicht die mit dem Minister, sondern die davor) für einen schlechten Scherz haltend, stand ich wie gelähmt da und ließ das Messer in der Zwiebel stecken, die nicht an meinen Tränen schuld war.

Natürlich traf beides nicht zu, und dennoch musste ich die nächste Nachrichtensendung abwarten, um mich zu vergewissern, dass ich mich nicht verhört hatte – schließlich hatte ich kein Internet, in dem ich hätte stöbern können, geschweige denn einen Computer. Lange musste ich nicht warten, denn mit der pietätlosen Bemerkung des Moderators der nächsten Sendung über ein voraussichtlich zu Weihnachten erscheinendes Best-of-Album stand die Endgültigkeit fest, mit der dieser Samstag für mich von einem sonnigen zu einem rabenschwarzen Tag geworden war.

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252 Wörter, mein Beitrag zum Totensonntag. Wenn ich so darüber nachdenke, konnte ich Jahre später nachempfinden, wie sich eine meiner Bekannten bei der Nachricht vom Tod Michael Jacksons gefühlt hat oder wie es wie es meiner Mutter beim Tod von John F. Kennedy ging, der am 22.11.1963 einem Attentat zum Opfer fiel, obwohl man keinen dieser Tage miteinander vergleichen kann.

Aber die nächste Etüde zu diesen Wörtern ist schon in Planung, und sie wird garantiert nicht so traurig wie diese hier.

30-Days Film Challenge – Day 16 : a film that is personal to you

 

 

Achtung, jetzt wird’s persönlich. I’m gonna walk 500 miles. Und zwar nach Berlin (vielleicht waren es auch ein paar Meilen weniger)…

 

Day 16 : a film that is personal to you

 

…  und zwar für eine Dokumentation über einen Künstler, in dessen Stimme ich mich 1987 verliebt habe. Statt eines Filmplakats gibt es heute erneut einen Trailer – zu Mystify : Michael Hutchence (Regie Richard Lowenstein – https://www.youtube.com/watch?v=JRIFR3hkIpo) –

 

 

Andere haben eine Schwäche für noch lebende Schauspieler und Schauspielerinnen, bei mir ist dieser Herr das Objekt der Bewunderung, dessen Solokarriere 1997 durch sein unerwartet frühes Ableben jäh zum Erliegen kam. Dummerweise hatte ich bei der Vorführung auf dem Festival in Berlin an einigen Stellen ganz seltsame Déjà-vus, die mich an jemanden, der mir nahe stand, erinnert haben. Bitte nehmen Sie mir das nicht persönlich, wir sind ja schließlich nicht bei der Balkonszene in „Das Leben des Brian“, sondern bei der von aequitasetveritas vorgestellten 30-Tages-Challenge (siehe Bild oben).

Man kann sich natürlich das Porträt auch aus unzähligen Youtube-Clips zusammenpuzzeln, wenn man auf Detektivarbeit steht, doch als Film ist das Gesamtpaket erstens viel eindrucksvoller und runder, zweitens ohne Werbung, und drittens ziehe ich Filme auf der Kinoleinwand und mit vernünftiger Soundanlage dem kleinen Bildschirm meines Fernsehers bzw Laptop oder dem Display meines Smartphones vor.

 

30-Days Song Challenge – Day #30


 

Day #30 : A song that reminds you of yourself

 

Zum Ende schenke ich mir nichts, denn „Still“ von Jupiter Jones beschreibt exakt das, was in mir vorging und wie ich mich fühlte, als mein Mann 2016 nur vier Wochen vor unserem fünfzehnten Hochzeitstag starb. 


 

Aber warum nur einen Song nehmen, in dem ich mich wiedererkenne? Man mag es sich kaum vorstellen, auf dem Papier oder am PC spiele ich liebend gern mit Worten, aber wenn es darum geht, mich mündlich auszudrücken, tue ich mich schon schwerer.

Eine Rede halten? Oh, bitte nicht. Oder im Meeting das Wort zu ergreifen… als Kind habe ich unter extremer Schüchternheit gelitten, das hängt mir auch heute noch teilweise nach. Und deshalb macht das Schlusslicht ein Song, der dieses Dilemma ganz gut auf den Punkt bringt (What is the name to call for a different kind of girl who knows the feelings but never the words):

 

Jupiter Jones – Still – https://www.youtube.com/watch?v=fgCOUO-s8nY INXS – To look at youhttps://www.youtube.com/watch?v=71YvHBkNWco

 

 

Mein singender, klingender Adventskalender : Türchen Nr. 13

 

 

 

Freitag, der Dreizehnte. Ein Tag, der Gegenstand weitverbreiteten Aberglaubens ist und um den sich viele Mysterien ranken. Das Stichwort für ein Lied mit dem passenden Titel:

 

Mystify“

 

von INXS; die Step-by-Step-Anleitung, wie man aus einem Song einen neuen entwickeln kann. Das musikalische Upgrade. Aber ob das immer so läuft? Ahnung habe ich davon nicht, aber ich muss ja auch nicht alles wissen… https://youtu.be/26ELh7P2ZtA?       

 

 

Diesen Klassiker fand ich so gut, dass eine Textzeile daraus spontan den Weg auf meine selbstbedruckte Tasse fand: „All the stars that shine upon you will kiss you every night“ – mein musikalischer Gruß ans Universum mit der Bitte, auf all jene achtzugeben, die viel zu früh aus meinem Leben für immer verschwunden sind.

Weniger melancholisch und besinnlich geht es morgen mit dem N zu, aber dafür umso dramatischer.

 

„Der Osten Kanadas“ – Tag 5 und 6

 


Noch französischer wurde es auf unserer nächsten Teilstrecke

Montréal – Québec

wo wir noch näher an den Sehenswürdigkeiten übernachten würden. Das gab es bei dem Rest der Reise (Ottawa – Midland – Niagara Falls – Toronto) nicht mehr. Hier hatten wir am Nachmittag eine Stadtrundfahrt, denn der nächste Tag stand jedem zur freien Gestaltung offen. Wer keine Walbeobachtungstour gebucht hatte, konnte Québec auf eigene Faust erkunden. Da blieb für mich nur der Abend, denn beim „Whale Watching“ wollte ich unbedingt mit dabei sein.

Dass Québec mit seiner romantischen Altstadt den meisten aus meiner 39köpfigen Gruppe gefiel, erkannte ich sofort, als wir vor dem durchaus beeindruckenden Wandgemälde standen, auf dem nicht nur die Geschichte Québecs, sondern auch die vier Jahreszeiten und die Moderne dargestellt werden. Dass derselben Meinung auch die 5000 Passagiere eines vor Anker liegenden Kreuzfahrtschiffes sind, war für mich aber leider auch die Kehrseite der Medaille und des Romantik-Overkills.

 

There is a light

Viel mehr nach meinem Geschmack waren die direkt hinter unserem Hotel verlaufende Rue St. Jean mit dem ältesten Kaufhaus J.A.Moisan …

 

… und die Rue Cartier mit ihren Straßenlaternen: keine schmiedeeisernen Lampen im viktorianischen Stil, sondern Lampenschirme, die von Kunststudenten alle völlig unterschiedlich bemalt sind.

 

In der Dunkelheit leuchten die so wunderschön und farbenprächtig, dass ich sie alle ablichten musste. Und zwar jede einzelne. Das ist auch äußerst hilfreich, wenn man sich verlaufen hat: Einfach die Lampe suchen, die man zuerst fotografiert hat.

 

Don’t go chasing waterfalls

Die schönsten warten noch. Viel interessanter für mich als die Montmorency Falls außerhalb von Québec, die im Winter einfrieren und dadurch wie geschaffen für den Bau eines Eishotels sind, war der doppelte Regenbogen auf der Rückfahrt und natürlich die dreistündige Fahrt hinaus auf den Sankt-Lorenz-Strom zur Beobachtung von Belugawalen, Finnwalen und Zwergwalen.

 

 

Kein Scherz: Wir haben wirklich welche gesehen, nur mein Smartphone hatte ich wasserdicht verpackt, denn ich hatte keine Lust, von rempelnden und rennenden Zeitgenossen geschubst zu werden und das gute Stück für immer zu verlieren. Außerdem, wie war das nochmal mit der Postkarte, die ich neulich für den Writing Friday entworfen haben? „Do more things that make you forget to check your phone“ – Momente ungefiltert und echt zu erleben, das war genau das, was mir so vorschwebte. Dass mich auf diesem Ausflug jedoch alles an Schottland 2008 erinnern würde, konnte ich nicht ahnen. In diesem Moment wurde mir so richtig bewusst, dass wir damals ebenfalls im August mit dem Boot aufgebrochen waren, um Delphine und Tümmler zu beobachten, und schon befand ich mich mittendrin in einem Film, den ich am liebsten vorzeitig verlassen hätte. Dennoch war ich am Ende froh, dabei gewesen zu sein und tatsächlich so viele Wale gesehen zu haben. Spektakuläre Wolkenformationen krönten diesen Tag.

 

 

Erst sehr viel später auf dieser Reise habe ich erfahren, dass in diesen Teil Kanadas viele Schotten ausgewandert sind; kein Wunder, dass ich diesen Flashback hatte.      

 


Wird fortgesetzt.

Das Werk zum Wort 30/52 : Chance

 

Willkommen zur 30. Woche des Projekts Das Werk zum Wort“ von Stepnwolf :

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Ein Jahr lang jede Woche ein Wort. Dazu ein passendes Werk. Musikalisch, filmisch, literarisch. Alles geht. Alles darf. Solange sich das Werk dem Wort widmet. Und einige Worte zum Werk entstehen. Mitmachen darf jeder. Eine Woche lang. Bis zum nächsten Wort. Einfach in den Kommentaren euer Werk zum Wort verlinken. Und hier jede Woche das nächste Wort erwarten.“

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Heute dreht sich das Werk zum Wort um den Begriff der

 

Chance

– und hier führt mich mein Weg in die Welt des Films, in das Jahr 2007.

Dass das Leben endlich ist, wissen wir nicht erst seit Dr. Eckart von Hirschhausen, und das gilt auch für die Hauptcharaktere des Films  Das Beste kommt zum Schluss“ (The Bucket List) von Rob Reiner: Jack Nicholson und Morgan Freeman spielen zwei Krebspatienten, die sich im Krankenhaus kennenlernen und erfahren, dass sie nicht mehr lange zu leben haben.

So erstellen sie, jeder für sich, die sogenannte Löffel-Liste (The Bucket List): eine Liste all der Dinge, die sie noch erleben wollen, bevor sie den Löffel abgeben. Nicht dass sie am Ende ihres Lebens bereuen, bei welchen Chancen, die ihnen das Leben geboten hat, sie nicht zugegriffen haben, denn einen Weg zurück gibt es nicht (Trailer: https://www.youtube.com/watch?v=toLnj5x0J1M).

 

 

Das hatte mich zwar gleich danach inspiriert, meine eigene, ganz persönliche „Bucket List“ zu entwerfen, aber da konnte ich auch noch nicht ahnen, dass mich das Thema acht Jahre später selbst einholen würde. Und da sich Wünsche, Träume und Ziele bei mir auch öfters mal ändern können, habe ich daraus etwas für mich Wichtigeres gelernt: Wenn mir etwas sehr am Herzen liegt, es nicht einfach nur zu planen und auf einen unbestimmten Zeitpunkt in der Zukunft zu verschieben, sondern auch so schnell wie möglich Taten folgen zu lassen. Sonst ist es nämlich nicht nur wie in dem Lied Not enough time“ *) – sondern ganz speziell wie in „Kein Zurück“ **)  – wenn man feststellen muss, dass irgendwann auch ein Traum zu lange her ist.

 

Das nächste Wort: –  Wasser 

 


*) INXS „Not enough time“ – https://www.youtube.com/watch?v=LhBOpcK3-Bk   ~~~   **) Wolfsheim „Kein Zurück“ – https://www.youtube.com/watch?v=TOV5M0lWWLc

    

 

 

 

Media Monday # 415: Das krumme Jubiläum steht vor der Tür …

 

denn beim Media Monday mit sieben Lückentexten bin ich zum 125. Mal dabei. Pfingsten, ja da bin ich in Gedanken beim diesjährigen Wave-Gotik-Treffen, das ich in den sogenannten Nullerjahren zweimal besucht habe. Ob ich dort jemals wieder hinfahren werde, steht in den Sternen.

Nachdem ich die zweite Staffel von „Broadchurch“ beendet und zurückgegeben habe, bin ich durch mein DVD-Regal gegangen und habe die angefangene sechste Staffel von „American Horror Story“ gleich mit beendet. Von den mir bisher sieben bekannten war dies für mich die mit Abstand blutigste, und hätte das Ensemble nicht aus so brillianten Schauspielern wie Kathy Bates, Angela Bassett und Cuba Gooding jr bestanden, hätte ich das Experiment wahrscheinlich längst abgebrochen. Jetzt ist die Zeit reif für ein heitereres Programm oder einfach nur mal was fürs Herz.

Reif ist auch die Zeit für den 18-Uhr-Fragebogen:

Media Monday # 415

1. So ein verlängertes Pfingstwochenende ist ideal, um mal wieder etwas leckeres zu kochen und abends einen Gin Tonic zu trinken. An Abenden, bevor ich am nächsten Morgen früh raus muss, ist sowas eher kontraproduktiv.

2. Wenn es eins gibt, das ich nicht bräuchte, dann sind das Hektiker, die auf jeder Party und bei jedem gemütlichen Beisammensein jeden Pups mit dem Smartpone fotografieren und dadurch eine Unruhe verbreiten. Liebe Leute, haltet doch einfach mal die Füße still und bleibt auf eurem Allerwertesten sitzen.Wie entspannt könnte ein solcher Abend doch verlaufen.

3. Die 2.Staffel von „Broadchurch“ war ja ein regelrechter Besetzungs-Coup, schließlich gab es hier ein Wiedersehen mit des halben Dr.Who- und Torchwood-Ensembles, allen voran David Tennant.

4. Es gibt wohl kaum eine/n Film/Serie, wo ich so sehr lange Pausen eingelegt habe wie bei „American Horror Story – Staffel 6“ und „The Living and the Dead“.

5. Abgesehen von diversen Meldungen vom Tod bestimmter Künstler, an die ich mich noch heute so gut erinnern kann: Das Unglück der Raumfähre Challenger am 28. Januar 1986 hat mich seinerzeit tief bewegt, einfach weil jeder – nicht nur die Menschen am Bildschirm – sondern auch die gesamten Angehörigen der Besatzung die Katastrophe des explodierenden und auseinanderbrechenden Raumschiffs ungefiltert und in voller Länge mitansehen konnte; auch die Schulklasse der Lehrerin an Bord. Gerade heute bin ich bei youtube auf Filmmaterial gestoßen, das das ganze Entsetzen der Crew in der Bodenzentrale dokumentiert. Dass bereits drei Monate später ein ganzes AKW in die Luft fliegen würde und für immerwährende Verseuchung sorgen würde, kommt mir vor wie grausame Ironie.

6. Ich hätte ja gern gesehen, was fähigere Leute aus dem Film „Das Jesus Video“ von Andreas Eschbach hätten machen können, schließlich ist das Buch nicht nur auf pure Action ausgelegt, doch leider überwiegt gerade im zweiten Teil des Films das sinnlose Geballer, und der eigentliche Aspekt der Probleme, die Zeitreisen mit sich bringen, kommt viel zu kurz.

7. Zuletzt habe ich leckeren Kartoffelsalat gemischt und das war rein mengenmäßig eine kleine Enttäuschung, weil ein Teil der ohnehin zuwenig vorhandenen Kartoffeln auch noch faule Stellen hatte. Aber da ich noch Gurkensalat gemacht habe, werden wir am Pfingstmontag wohl kaum hungern müssen.

 

ABC Photography : S wie Schlangen

 

Mit meinem heutigen Motiv zum „neuen/alten Projekt ABC“ von wortman, das seit dem 6. Januar 2019 existiert, könnten viele ein Problem haben, denn Reptilien sind nicht jedermanns Geschmack – genauer gesagt, die Gattung „Serpentes“:

S wie Schlangen

Meine beiden Süßen sind vor einiger Zeit von mir gegangen. Zuerst vor ein paar Jahren das Weibchen (rot) und letztes Jahr das Männchen (grau):

 

 

Dieses Bild bleibt mir zur Erinnerung an sie, genau wie ihr Nachwuchs, meine kleine Houdini, die Ausbruchskünstlerin, die einst nur deshalb auf Wanderschaft gegangen ist, weil sie ein warmes Plätzchen unter der Heizung gesucht hat.

Das Werk zum Wort 9/52 : Trauer

 

Triggerwarnung: Dieser Beitrag dreht sich um die Themen Tod und Trauer, wie man der Überschrift entnehmen kann – in meinem Fall betrifft es mich persönlich. Daher bitte ich schon jetzt die um Verzeihung, die damit nicht gut umgehen können.

 

Nach diesem Vorwort komme ich nun zur Woche 9 des Projekts „Das Werk zum Wort“ von Stepnwolf – 43 weitere sollen folgen; nur werde ich nicht bei allen dabei sein.

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Ein Jahr lang jede Woche ein Wort. Dazu ein passendes Werk. Musikalisch, filmisch, literarisch. Alles geht. Alles darf. Solange sich das Werk dem Wort widmet. Und einige Worte zum Werk entstehen. Mitmachen darf jeder. Eine Woche lang. Bis zum nächsten Wort. Einfach in den Kommentaren euer Werk zum Wort verlinken. Und hier jede Woche das nächste Wort erwarten.“

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Wenn mich das Thema der letzten Woche schon herausgefordert hat, so tut es das heutige noch etwas mehr, denn es geht mich persönlich an:

Trauer

Irgend jemand hat mal geschrieben „Je älter man wird, desto näher kommen die Einschläge“. Daran mag etwas sein, aber wenn man wie ich mit Mitte Zwanzig damit konfrontiert wird und die Trauer nicht zulässt oder sie gar verdrängt, dann rächt sich das Jahre später umso mehr. Einen der beiden nächsten Angehörigen, der die wichtigste Person in meinem Leben gewesen ist, durch Suizid zu verlieren, ist etwas, das ich niemandem wünsche. Selbstvorwürfe, Schuldzuweisungen und die zwölf Jahre zu spät gekommene Erkenntnis, dass es seine ureigenste Entscheidung war, von der ihn niemand hätte abhalten können… all das kommt auch Jahre später, von Zeit zu Zeit wieder hoch, und das ist etwas, das ich wohl niemals werde ablegen können.

Vierundzwanzig Jahre später dann den geliebten Partner (von dem ich gedacht hatte, dass ich mit ihm alt werde würde) durch einen Herzinfarkt zu verlieren, dieser schwarze Tag liegt nun auch schon etwas mehr als zwei Jahre zurück. Und auch wenn ich letztes Jahr gemerkt habe, wie die Freude am Leben bei mir nach und nach wieder zurückkehrt, wo wird mich diese Trauer auf lange Sicht vermutlich nicht verlassen. Nur werde ich diesmal den Fehler, sie zu unterdrücken, nicht mehr machen.

Letztes Jahr am 7. Oktober, genau einen Tag nach seinem Todestag kam wie aus dem Nichts dieses Brett. Da surfte ich ziellos auf youtube herum und landete bei einem Video, das aus Szenen des Films „Die Frau des Zeitreisenden“ besteht (Quelle: https://youtu.be/sDJ1HKxih2k)

 

 

 

 

 

Die Musik taucht vermutlich an keiner Stelle in dem Film auf, und ich frage mich, warum derjenige, der das Video hochgeladen hat, diesen Song (geschrieben von Andrew Farriss und Desmond Child) aud dem Jahr 2005 ausgewählt hat.

Der folgende Auszug aus dem Text symbolisiert das, was ich in der ersten Zeit nach Andys Tod empfunden habe. Warum noch an morgen denken? Die Welt soll aufhören, sich zu drehen, was sie natürlich nicht tut.

 

Here I am, lost in the ashes of time, but who wants tomorrow?
In between the longing to hold you again
I’m caught in your shadow, I’m losing control
My mind drifts away, we only have today

 

Auch wenn in dem Film er nicht wirklich stirbt, sondern in der Zeit hin und her geschickt wird, so fühlt es sich für sie vermutlich jedesmal wie erneutes Sterben und wie ein Abschied für immer an.

 

„As I let you go I will find my way“


In meinem Fall fällt mir das Loslassen, noch immer nicht leicht. Und wann es soweit ist, kann ich nicht sagen.

 

Das nächste Wort ist „Theater“