Mein Kinojahr 2020 : August – die Bekämpfung des Sommerlochs

 

 

Nach dem Rekordmonat folgt das filmische Sommerloch, denn ich hatte zwei Wochen Urlaub ohne Kino, Fernsehen, DVD und Internet. Open-Air-Kino hatte ich im Juli, die nächste Herausforderung wäre das Autokino… aber schau’n wir mal – ins Autokino wollte ich schon früher mal, aber es ist nie etwas draus geworden.

Nun also wieder die ein Rückblick auf die wenigen, im Juni auf DVD und im Fernsehen von mir gesehenen Filme. Wo im August andere schon die Lebkuchen feilbieten, greife ich Halloween und dem Horrorctober vor, denn mein Schwerpunkt lag auf dem Genre Horror. Und was kommt im September? Space Movies oder doch lieber September Songs? Genug geschnackt – fahr ab, die Streifen!

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Der rote Korsar

Look away

Ghostland

Get Out

Midsommar

Náufragos – Gestrandet

Dolores

Gone Girl – das perfekte Opfer

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Der rote Korsar (1952) : What shall we do with the drunken sailor? Die Mutter aller Piratenfilme ist eine familientaugliche Komödie mit Slapstickeinlagen und eine gekonnte Mischung aus Action, Romantik und Klamauk. Und eine prima Gelegenheit für Burt Lancaster und Nick Cravat, ihre artistischen Fähigkeiten unter Beweis zu stellen. Stuntmen konnte man sich an diesem Set sparen, denn beide Schauspieler waren ausgebildete Akrobaten am Hochseil und Trapez. Lancaster spielt den Piratenkapitän Vallo, gefürchtet als „der rote Korsar“, der von seiner Mannschaft hintergangen und gemeinsam mit seinem besten Freund (Nick Cravat) und einem Wissenschaftler in einem Boot auf dem Meer ausgesetzt wird, während die Tochter des Rebellenführers El Libre, in die er sich Hals über Kopf verliebt hat, verhaftet wird und an einen tyrannischen Gouverneur verheiratet werden soll. Nebenbei erfindet der Wissenschaftler noch das Nitroglycerin, man baut eine Montgolfière und ein U-Boot – und nimmt die Bösewichte mit aus Fässern zusammengeschusterten Schützenpanzern unter Beschuss. Schiff Ahoi!

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Look away (2018): Wenn Dein Spiegelbild ein Eigenleben entwickelt und die Kontrolle übernimmt: Zunächst erscheint der Außenseiterin Maria der Tausch mit ihrem Spiegelbild Airam nach der letzten Demütigung auf dem Winterball noch als Ausweg aus ihrem Dilemma. Gefangen hinter den Spiegeln, muss sie hilflos mit ansehen, wie sich Airams Rachefeldzug Airams zu einem Alptraum gerät, aus dem es kein Entkommen gibt. Weder für ihre Peiniger noch für sie selbst. Entgegen der Bewertung auf Rotten Tomatoes fand ich das kanadische Drama mit Mira Sorvino und Jason Isaacs gar nicht so übel, bis auf den Schluss, der Raum für Spekulationen lässt.

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Ghostland (2018): „Glauben Sie am besten nur die Hälfte von dem, was Sie sehen.“ Diesen Ratschlag des Roten Korsaren würde ich jetzt für mich als Fazit aus diesem kanadisch-französischen Horrorspektakel ziehen. „Incident in a Ghostland“ – mit diesem Buch landet die erfolgreiche Horrorautorin Elizabeth Keller einen weiteren Bestseller, basiert er doch auf eigenen Erlebnissen. 16 Jahre vorher sind Beth, ihre Schwester Vera und ihre Mutter Pauline (Mylène Farmer) schon beim Einzug in das von ihrer Tante geerbte Haus von psychopathischen Familienkillern überfallen worden. Als nun Beth an den Schauplatz der grausigen Tat zurückkehrt, um Mutter und Schwester zu besuchen, muss sie feststellen, dass Vera das Grauen Nacht für Nacht aufs Neue erlebt und auch ihre Mutter sich äußerst seltsam verhält. Nach einem weiteren Angriff auf Vera schärft Pauline Beth ein, nicht auf ihre Schwester zu hören, und verschwindet – und plötzlich befindet sich Beth wieder mitten in den Ereignissen vor 16 Jahren. Puppen sind die neuen Clowns? Die Hölle ist echt, und ihr Leben als Schriftstellerin nur Schein. Oder doch nicht? Woran es lag, dass ich mich bei diesem Film extrem unwohl fühlte, kann ich so genau auch nicht sagen – war es das Verschwimmen der Grenzen zwischen Fiktion und Realität? Oder ich Szenen, die mich an „Hostel“ erinnern, noch nie gut aushalten konnte? Oder wenn Schreie nach Hilfe nicht nach außen dringen, weil laute Musik alles übertönt?

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Get Out (2017): „Hau ab!“ Dieser Aufforderung wäre Chris am besten nachgekommen – für den afroamerikanischen Fotografen entwickelt sich der Antrittsbesuch bei der Familie seiner weißen Freundin zu einem wahren Horrortrip. Schwarz ist das neue Weiß? Als ob die ständigen rassistischen Bemerkungen nicht schon genug wären, so benehmen sich ausnahmslos alle äußerst merkwürdig. Die schwarzen Dienstboten wirken wie ferngesteuert, und dann gerät er auch noch in die Fänge der Mutter seiner Freundin, die ihn hypnotisiert – aber zu welchem Zweck, das erkennt er erst, als es schon fast zu spät ist… In Horrorfilmen muss für mich nicht kübelweise Blut fließen. Permanentes Gemetzel oder Leutequälen ist schon gar nicht mein Fall – wenn das Grauen allerdings getarnt unterwegs ist oder über die psychologische Schiene daherkommt, finde ich das Geschehen weitaus stimmiger und um Längen spannender.

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Midsommar (2019): mein Kommentar zu einem Blogbeitrag zu einem Blogbeitrag über einen Film, der bei großer Hitze für Erleichterung sorgen soll: „Ich habe mir gestern den Horrorfilm „Midsommar“ angesehen. Erstens soll ja Gruseln für Gänsehaut sorgen bzw. dafür, dass es einem kalt den Rücken herunterläuft – zweitens fing der Film mit Schneegestöber und tief verschneiten Wäldern an – und drittens waren es in Schweden im Juni nur 15 Grad. Allerdings fand ich den Film nicht ganz so schaurig.“ – Das war die Kurzfassung.

Die Langfassung wird ein bißchen deutlicher.

Hau ab!“ – das würde ich am liebsten auch den drei amerikanischen Studenten zurufen, die ihrem schwedischen Komilitonen Pelle auf den Leim gehen. Der lädt sie in seine Heimatkommune in der schwedischen Provinz Hälsingland ein, um an einem Festival teilzunehmen, das zur Sommersonnenwende neun Tage lang gefeiert wird und bei dem das ganze Dorf in traditionellen Gewändern archaische Bräuche pflegt. Wie archaisch, das geht den „Gästen“ im Laufe der nur alle 90 Jahre abgehaltenen Zeremonie erst nach und nach auf. Und nach und nach verschwindet einer nach dem anderen.

Ich war ja zunächst skeptisch, ob es wirklich so eine gute Idee war, mir ausgerechnet bei Außentemperaturen von 40° Celsius einen Horrorfilm auszuleihen, der zudem noch viele an „The Wicker Man“ erinnern und viele grausame Szenen enthalten soll. Aber da ich diesen Horrorfilmklassiker nicht kenne und letztes Jahr schon auf diesen Film neugierig wurde, habe ich zugegriffen und wurde angenehm überrascht. Ja, es geht blutig zu… und in manchen Momenten konnte ich schon ahnen, was als nächstes passieren würde. In dieser Hinsicht waren die Malereien an den Wänden sehr aufschlussreich. Dass ich dann doch angenehm überrascht wurde, lag nicht allein an der Untermalung mit schöner und zugleich verstörender Musik. Stimmungsvolle Aufnahmen der idyllischen Landschaft durchmischen sich mit den Alpträumen der Studentin Dani vom erweiterten Suizid ihrer Familie, so dass ich mich zu fragen begann, ob sie das Gezeigte wirklich erlebt oder es sich um Halluzinationen handelt, ausgelöst von dem Tee aus Magic Mushrooms, den sie bei ihrem Eintreffen in Hårga getrunken hat. Angesichts der Bilder von verschneiten Wäldern zu Beginn des Films zu sehen sind, war es gar nicht so verkehrt, mir diesen Film auszuleihen, auch wenn es mir nicht eiskalt den Rücken hinunter lief. Für mich einer der besten Horrorfilme der letzten Jahre.

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Náufragos – Gestrandet (2001): An dieser Stelle sollte eigentlich ein Bericht über den Horrorfilm „Under the Skin“ mit Scarlett Johansson stehen, aber nachdem sich die DVD nach einer Stunde aufgehängt und ich kurz zuvor meine ABC-Etüde dem Thema Weltraum gewidmet hatte, griff ich zu einem Film aus meinem Regal, in dem eine Gruppe Astronauten zu Schiffbrüchigen wird. Auf dem Mars. Am Äquator. Bei Minus 80 Grad, extremer Strahlung und so gut wie keiner Kompression. Vorräte sind auch begrenzt und reichen nicht für alle fünf. Der Film legt ein ruhiges Erzähltempo vor und konzentriert sich lieber auf die essentiellen Fragen, die die neue Situation aufwirft. Bequem ist das nicht – und der letzte Spaziergang, den drei von den fünf Überlebenden antreten, entwickelt sich dann doch nicht so ganz wie erwartet. Gigantisch sind an diesem spanischen Science-Fiction-Streifen mit mir unbekannten Darstellern (außer Johnny Ramone) die Landschaften, die mir auf Anhieb bekannt vorkamen, denn sämtliche Außenaufnahmen entstanden auf der Vulkaninsel Lanzarote – auch wenn man manche Stellen genauso gut auch für den Grand Canyon oder das Death Valley halten könnte. Erkannt habe ich nicht nur die Lavafelder und die Feuerberge im Timanfaya Nationalpark, sondern auch den kleinen grünen See am Ende des Films, an dessen Ufer ich schon selbst gestanden habe.

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Dolores (1995): Es gibt nicht viele Verfilmungen von Stephen-King-Romanen, die ich für gelungen halte. Neben „Stand by me – das Geheimnis eines Sommers“, „Die Verurteilten“ und „The Green Mile“ gehört auch „Dolores“ dazu. Wer einen Horrorfilm erwartet, liegt komplett daneben, auch wenn Kathy Bates die weibliche Hauptrolle der Dolores Claiborne spielt, die unter Verdacht steht, ihre Arbeitgeberin Vera Donovan ermordet zu haben. Detective John Mackey (Christopher Plummer) ist felsenfest davon überzeugt, dass Dolores eine Mörderin mit einem 1,6 Millionen Dollar schwerem Motiv ist. Beweise sind spärlich, wenn nicht sogar fast gar nicht vorhanden, und so langsam kristallisiert sich heraus, dass Mackey Dolores wegen einer anderen Tat hinter Gitter bringen möchte, die achtzehn Jahre zurückliegt und bis heute nachwirkt, ganz besonders bei Dolores‘ Tochter Selena (Jennifer Jason Leigh). Im Mittelpunkt des Films steht nicht nur die Verbissenheit Mackeys, sondern auch die gestörte Beziehung zwischen Mutter und Tochter… und für mich liegt einer der Stärken des Films nicht nur an dem geschickten Einsatz von Rückblenden bzw. wie Vergangenheit und Gegenwart in bestimmten Szenen miteinander verwoben sind, sowie die folgenreiche un minutenlange Filmsequenz während Sonnenfinsternis gegen Ende des Films.

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Gone Girl – das perfekte Opfer (2014): Nach „Dolores“ der zweite Film von meiner gutgefüllten Festplatte, auf der sich jetzt nur noch zwei Staffeln der Serie „Lucifer“ befinden. Warum ich mir diesen mit zweieinhalb Stunden Laufzeit für meinen Geschmack viel zu langen Film von David Fincher angetan habe, ist mir im Nachhinein ein ziemliches Rätsel. Dass an dem Verschwinden von Amy (Rosamund Pike) etwas nicht stimmen kann, schwant nicht nur der Ermittlerin, sondern auch irgendwann mir. Leider schleppt sich die Handlung nach dem Plot Twist nur noch mühsam vorwärts und schafft es nicht mehr, mich zu fesseln. Aber das ist ja das Schöne an Festplatten: Man kann eine Aufnahme ohne Reue auch wieder löschen.

Mein Kinojahr 2020 : Die monumentale Mogelpackung

 

Gigantomanie in Schwarz-Weiß und Farbe !

Der Juli fängt ja schon gut an, denn eigentlich gehört der erste Film auf dieser Liste noch in den Juni. Eigentlich hatte ich an dem Abend etwas anderes vor, und meinen Monatsrückblick schon abgeschlossen… deshalb nehme ich diesen Nachzügler mit in den Juli, der sich zum Monat der Filmklassiker, Monumental- und Schwarz-Weiß-Filme (mit einem Sternchen markiert) entwickelt hat. Außerdem hält dieser Monat den absoluten Rekord, denn in diesem Juli habe ich mehr Filme auf DVD gesehen als Kinofilme im letzten Jahr. Dementsprechend lang ist auch dieser Beitrag.

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Eins, zwei, drei *)

Die Frau, von der man spricht *)

Cleopatra

Belle de Jour – Schöne des Tages

Bonnie & Clyde

Die Nacht des Jägers *)

Sein Mädchen für besondere Fälle *)

Die Erfindung der Wahrheit

Pitch Perfect 1 und 2

Metropolis *)

High Rise

Match Point

Wahrheit oder Pflicht

Das Totenschiff *)

The Artist *)

Eine total, total verrückte Welt

Nur ein kleiner Gefallen

Muriels Hochzeit

Infam *)

A cure for wellness

Porträt einer jungen Frau in Flammen

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Eins, zwei, drei (1961) : C.R.McNamara (James Cagney) ist überfordert. 15 Jahre hat er sich von der Coca-Cola-Firmenleitung über den ganzen Globus schicken lassen, und wünscht sich doch nichts sehnlicher, als endlich die Leitung für ganz Europa übertragen zu bekommen. Jetzt hätte er gerne ein heißes Wochenende mit seiner Sekretärin Ingeborg (Lieselotte Pulver), während Frau und Kinder verreisen.

Statt dessen drückt ihm der Vorstandsvorsitzende Töchterchen Scarlett aufs Auge, damit die keine Dummheiten macht. Von wegen! Nach sechs Wochen stellt sich heraus, dass diese in Ost-Berlin heimlich geheiratet hat – den waschechten Kommunisten Otto Ludwig Piffl (Horst Buchholz) und nun plant, mit ihrem Gatten nach Moskau überzusiedeln; und ausgerechnet jetzt wollen die nichtsahnenden Eltern ihr Töchterchen besuchen, und  Otto – durch eine Intrige von McNamara in Ost-Berliner Haft gebracht – muss schleunigst wieder her. Es gilt, einen Skandal zu vermeiden, denn Scarlett ist schwanger…

1961 wurde dieser Klassiker in Schwarz-Weiß unter der Regie von Billy Wilder gedreht, und die Dreharbeiten wurden von der Geschichte eingeholt, denn am 13. August 1961 begann der Bau der Berliner Mauer, und mit Verfolgungsjagden durchs Brandenburger Tor hindurch war’s fürderhin Essig. Mit der herrlich schrillen und temporeichen Satire über den Kalten Krieg, die haufenweise Klischees durch den Kakao zieht, habe ich am 30. Juni den Monat ausklingen lassen.

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Die Frau, von der man spricht (1942): Sam Craig (Spencer Tracy) und Tess Harding (Katharine Hepburn) als bodenständiger Sportreporter und weltgewandte politische Journalistin, die für dieselbe Zeitung arbeiten und ziemlich überstürzt eine Blitzheirat zwischen Tür und Angel bzw. einer Lücke in Tess‘ vollem Terminplan eingehen. Doch eine Ehe ist das für Sam schon recht schnell nicht mehr, ist er doch eher ein Anhängsel denn ein Partner auf Augenhöhe. Irgendwann reicht es dem Herrn, und er empfiehlt sich just in dem Moment, als Tess zur Frau des Jahres ernannt wird. Ein peinlicher Moment für Tess, die nun in Erklärungsnot gegenüber der Presse gerät – erst, als ihr Vater mit Tess‘ Tante, der weltberühmten Feministin Ellen Whitcomb den Bund fürs Leben schließt, begreift Tess den Sinn der Ehe: eine Lebensgemeinschaft und keine Zweckverbindung, in der jeder eigenständig schaltet und waltet wie er will.

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Cleopatra (1963): „Als die Römer frech geworden“ vs „Walk like an Egyptian“. Ein monumentales Werk mit vier Stunden Laufzeit; für mich zu monumental – von allem zu viel. Der teuerste Film aller Zeiten, der mir viel zu in die Länge gezogen war. Gut, dass sich das Epos auf zwei DVDs verteilt, so konnte ich mir es an zwei Abenden anschauen. Einen Oscar hat „Cleopatra“ für die Ausstattung bekommen; die Kostüme sind beeindruckend, so beeindruckend, dass ich das Gefühl hatte, die Kostümbildner haben mit ihrem Hang zur Übertreibung unfreiwillig für einen Filmfehler gesorgt: Mitten im Streitgespräch zwischen Cleopatra (Elizabeth Taylor) und Antonius (Richard Burton) wechselt nicht nur der Schauplatz, sondern auch Cleopatra gleich zweimal ihr Gewand. Wenn es um monumentale Produkitonen geht, fand ich „Vom Winde verweht“ um Längen spannender.

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Belle de Jour – Schöne des Tages (1967): Eine Frau und ihr Doppelleben. Sévérine Sérizy (Catherine Deneuve) ist mit einem Arzt verheiratet, einem netten Mann. Vielleicht etwas zu nett, denn Madame hat es gerne gröber und sieht sich nicht imstande, mit ihrem Mann über ihre Fantasien zu sprechen. Statt dessen lebt sie diese an Nachmittagen in einem Etablissement aus und nennt sich Belle du Jour (Schöne des Tages) – dass sie mit der Zeit Gefallen an ihrem Doppelleben findet, wird ihr zum Verhängnis, denn dadurch wird sie nicht nur erpressbar, sondern einer ihrer Kunden, der Kriminelle Marcel, will sie ganz für sich allein und versucht, ihren Mann umzubringen, wird aber auf der Flucht von der Polizei erschossen. Und die Moral von der Geschicht‘? Keine Ahnung, denn ich grübele immer noch, was davon real und was Fantasie war, denn die Grenzen zwischen der Wirklichkeit und den immer gewalttätiger werdenden Tagträumen Sévérines verwischen zusehends, mit Fortschreiten der Handlung, und am Ende war ich nicht schlauer als zu Beginn.

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Bonnie & Clyde (1967): Ein weiterer Film aus demselben Jahr, aber ein ganz anderes Kaliber, und obwohl ich schon vorher wie z.B. bei Titanic weiß, wie er ausgeht, habe ich mich nicht eine Minute gelangweilt. Die Geschichte ist ja auch eine erstklassige Räuberpistole. Bonnie Parker (Faye Dunaway), der ihr langweiliges Leben und ihr verhasster Job als Serviererin schon lange zum Halse heraus hängt, erwischt den gerade aus dem Gefängnis entlassenen Clyde Barrow (Warren Beatty), als er das Auto ihrer Mutter stehlen will und wittert in dieser Begegnung die Gelegenheit, endlich ihr ödes Kaff hinter sich zu lassen.

Gemeinsam fahren sie in gestohlenen Autos quer durch die Vereinigten Staaten, um Banken auszurauben, begleitet von ihren nach und nach hinzukommenden Komplizen, dem Mechaniker C.W. Moss, Clydes Bruder Buck (Gene Hackman) und dessen Frau Blanche. Schon bald gehört die Barrow-Bande zu den meistgesuchten Verbrechern, auf die hohe Kopfgelder ausgesetzt sind, und es ist nur noch eine Frage der Zeit, bis ihre Geschichte ein blutiges Ende im Hinterhalt nimmt – durchsiebt von Maschinengewehrsalven. Zwei Oscars hat dieser Film 1968 verliehen bekommen (Beste Kamera und Beste Nebendarstellerin), und das mit der Besten Kamera kann ich nachvollziehen. Auch nach 52 Jahren zeichnet sich das Filmmaterial durch eine farbliche Brillianz aus, die späteren Produktionen, fehlt.

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Die Nacht des Jägers (1955): Gleiche Ära, und wieder ist ein junges Paar auf der Flucht, doch diesmal ist der Ansatz ein völlig anderer. Die Gejagten sind zwei Kinder, die Geschwister Pearl und John Harper. Verfolgt werden sie von ihrem Stiefvater, dem Wanderprediger Harry Powell (Robert Mitchum), einem psychopathischen Serienmörder. Der hat es auf das Geld abgesehen, das sich in Pearls Puppe befindet. Der Film entfaltet in den Nachtaufnahmen entlang des Flusses eine eigenartige, traumhafte Stimmung, die stellenweise in einen echten Alptraum umschlägt.

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Sein Mädchen für besondere Fälle (1940): Verfilmung des Bühnenstücks „The Front Page“ von 1928 – aus dem Klappentext: „Als die Sensationsreporterin Hildy Johnson (Rosalind Russell) verkündet, dass sie der Zeitungswelt den Rücken kehren will, um sich mit ihrem langweiligen Verlobten (Ralph Bellamy) an den heimischen Herd zurückzuziehen, ist ihr ehrgeiziger Chefredakteur und Ex-Mann Walter Burns (Cary Grant) wild entschlossen, sie zum Bleiben zu überreden – und ihr Herz aufs Neue zu gewinnen.“ – Um dies zu erreichen, soll sie einen Artikel über den zum Tode durch den Strang verurteilten Earl Williams schreiben. Der bricht jedoch aus und sucht ausgerechnet im Pressezimmer des Gerichtsgebäudes Unterschlupf…

Was sich wie ein Drama anhört, ist eine temporeiche Komödie mit stellenweise überlappenden Dialogen und Anspielungen. In einer Szene beschreibt Burns einer kurvenreichen Blondine den im Taxi wartenden Verlobten: „He looks like that fellow in the movies, you know … Ralph Bellamy!“ oder ein anderer Insiderjoke von Cary Grant: Als er wegen Entführung verhaftet werden soll, beschreibt er das grausame Schicksal der Person, die ihm zuletzt begegnet ist: Archie Leach (Cary Grants bürgerlicher Name). Und als der Name Sweeney fällt, geht es mir wie Hildy, der bei dieser Nennung Sweeney Todd in den Sinn kommt.

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Die Erfindung der Wahrheit (2016): oder auch „Die über Leichen gehen“ – nein, der von mir verliehene Alternativtitel bezieht sich nicht auf Journalisten, sondern auf Lobbyisten, die versuchen, Senatoren auf ihre Seite zu ziehen, wenn es um einen neuen Gesetzentwurf geht. In diesem Fall ist es zunächst dein Waffenhersteller, der an eine Lobby-Firma herantritt, für die skrupellose Elizabeth Sloane (Jessica Chastain) arbeitet, die gegen ein neues Gesetz ist, dem zufolge man in Zukunft Waffen nur noch kaufen kann, wenn man ein polizeiliches Führungszeugnis vorlegen kann. Prompt wechselt Elizabeth gegen ein fürstliches Salär die Seiten und steht bald schon im Fokus einer Anhörung des Senats – Madame soll gegen Ethikregeln verstoßen haben. Damit ist sie zwar nicht die einzige, die nicht davor zurückschreckt, zu drastischen Mitteln wie Abhörung der Gegner, Schwören von Meineiden zu greifen, aber man unterschätzt sie gnadenlos: beim Plot-Twist am Ende der Anhörung tun sich Abgründe auf.

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Pitch Perfect (2012): Auf den Punkt gesungen oder „von der Kollateralschäden in der ersten Zuschauerreihe verursachenden, schnarchnasigen Gurkentruppe zum Überraschungshit des kommenden Finales im Highschool-A-cappella-Contest“ … diesmal wollen es die Barden Bellas, die weibliche Gesangsfomation der Barden University wissen: Nachdem sie einen unrühmlichen Auftritt beim letzten Wettbewerb hinlegen und sich nur mit Ach und Krach mit den immer gleichen uralten Hits aus den 90ern vonWettbewerb zu Wettbewerb hangeln, kommt mir einigen neuen Sängerinnen frischer Wind in das angestaubte Ensemble, und erst mit einer radikalen Neuausrichtung steigen ihre Chancen, es der rein männlichen Konkurrenz von der gleichen Uni auf der Bühne zu zeigen.

Statt großem Drama war mir nach einer leichten Komödie mit Musik, und große Überraschungen habe ich nicht erwartet. Was ich bekommen habe, waren Gesangsharmonien und Untertitel, dank derer ich nun auch mal die Texte einiger Songs aus de Radio verstehen kann; außerdem einen Aha-Moment mit der Darstellerin Elizabeth Banks, die in „Die Triute von Panem“ als Effie Trinket zu sehen war. In „Pitch Perfect“ heißt sie Gail Abernathy-McKadden und kommentiert die Wettbewerbe von der Reporterloge aus, mit einer nicht ganz so quietschigen Stimme wie als Effie in „Panem“. Von „Pitch Perfect 2“ war ich weniger begeistert – jede Menge verachtender Sprüche von einem Moderator, und Product Placement für Volkswagen in deutscher Sprache, na ja…

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Metropolis (1927): Wir springen 40 Jahre zurück, aber diesmal tauchen wir nicht in die Vergangenheit ein, sondern in die Zukunft, in die futuristische Stadt Metropolis, an deren Spitze es sich die Elite gutgehen lässt und ein Leben in Saus und Braus führt, während tief unten die Arbeiter in Zehn-Stunden-Schichten schuften und nie das Licht der Sonne sehen, denn dort befindet sich auch ihre Stadt. Hier wird sogar die Zeit unterschiedlich gemessen: 24 Stunden für die einen, 20 Stunden für die anderen. Und dazwischen die Maschinen, die niemals stillstehen. Anders als H.G. Wells, der von dem Monumentalfilm nicht angetan war, haben sich etliche andere Künstler davon inspirieren lassen, wie z.B. angeblich Madonna für das Video zu ihrem Hit „Express Yourself“.

Die DVD-Version aus unserer Stadtbücherei ist 144 Minuten lang – statt des unvollständigen Meisterwerks von Fritz Lang hatte ich hier tatsächlich den kompletten Film in den Händen, ergänzt um sehr ausführliches Bonusmaterial, das davon berichtet, wie man in Buenos Aires auf die verschwundenen Szenen gestoßen ist und wie der Film restauriert wurde. Uff! Ein Abend vor dem Fernseher reichte bei mir nicht – ich habe dafür mehrere Abende gebraucht. Abgesehen von der Handlung, die mitunter religiös-verkitschte Züge annimmt, wurde ich mit eindrucksvollen Bildern von schwindelerregenden Perspektiven und durch mehrfache Belichtung erzeugten surrealen Stimmungen belohnt. Ein anderes Thema sind die Massenszenen und Monumentalbauten, die mich stellenweise an den Größenwahn des Deutschen Reichs erinnert haben. Dennoch wäre ich gerne bei der bundesweiten Aufführung der restaurierten Fassung 2011 dabei gewesen. Auf einer großen Leinwand wäre „Metropolis“ ein ganz anderes Erlebnis als zu Hause vor dem Fernseher (https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/8/83/Metropolis1927-logo.svg/456px-Metropolis1927-logo.svg.png)

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High Rise (2015): Futurismus 2.0 – während in „Metropolis“ die Gesellschaft einer ganzen Stadt in zwei Klassen eingeteilt ist, konzentriert sich in „High Rise“ diese Sozialstruktur auf ein einziges Gebäude – ein Hochhaus, das die gesamte Infrastruktur einer Stadt besitzt. Die Nummer der Etage zeigt den Status in der sozialen Hierarchie an. In den unteren Stockwerken haust die sogenannte Unterschicht und muss sich wie die Arbeiter in der unterirdischen Stadt von Metropolis mit einem Minimum an Licht begnügen. Weiter oben wohnt die Elite oder jene, die sich dafür halten. Ganz oben im 40. Stock residiert der Architekt Anthony Royal (Jeremy Irons), der das Ensemble aus insgesamt fünf Türmen entworfen hat. Die sollen sich irgendwann um einen künstlichen See gruppieren – doch ob es jemals dazu kommt, ist schwer vorstellbar.

Kann zu Beginn Royal dem neu in die 25. Etage eingezogenen Dr. Robert Laing (Tom Hiddleston) die Stromausfälle und defekten Apparate noch als Kinderkrankheiten verkaufen, offenbart sich bald schon das wahre strukturelle Problem. Fäulnis und Verwahrlosung greifen immer mehr um sich und münden in Verwüstung und Gewaltexzessen. Jeder gegen jeden – das soziale Experiment eines Gebäudekomplexes als Schmelztiegel schlägt vollkommen fehl, und am Ende regieren Chaos, Anarchie und Wahnsinn. Da wirkt es geradezu grotesk, wenn irgendwann ein Streifenpolizist vorfährt und sich vorsichtig erkundigen möchte, ob alles in Ordnung sei, da der Eingangsbereich ein wenig unaufgeräumt aussähe. Dabei ist schon angesichts der brennenden Autos und Müllberge auf dem Parkplatz vor dem Wohnturm das genaue Gegenteil erkennbar.

Nachempfunden soll der Turm u.a. der von de Architekten Le Corbusier entworfenen Unité d’Habitation in Marseille sein – mich erinnert diese Beschreibung eher an den von Oscar Niemeyer entworfenen Wohnblock „Edifício Copan“ in São Paulo, in dem 5000 Menschen leben und das als größtes Wohngebäude Lateinamerikas eine eigene Postleitzahl hat.

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Match Point (2005): Manchmal trifft das Glück die Falschen… Dass ich mir mit diesem Drama/Thriller, bei dem es auf Details ankommt (besonders am Anfang), einen Film von Woody Allen an Land gezogen habe, habe ich erst gemerkt, als bereits der Vorspann lief. Man beachte die Ausführungen eines Tennisspielers über das Phänomen des Matchballs, der für einen Moment genau auf dem Netz verharrt, bevor er auf die eine oder andere Seite fällt und damit über Sieg oder Niederlage entscheidet, je nachdem auf welcher Seite er herunterkommt. Früher hätte ich einen großen Bogen um seine Filme gemacht, aber inzwischen ist es mir egal, wer bei einem Film Regie führt, so lange mich die Handlung interessiert, auch wenn die das Rad nicht neu erfindet.

Jonathan Rhys Meyers spielt den Tennisprofi Chris Wilton, Opernliebhaber und begeisterter Leser Dostojewskis. Wilton heiratet in eine Familie der Londoner High Society ein und fängt noch während seiner Verlobungszeit eine Affäre mit Nola Rice (Scarlett Johansson), der Verlobten seines Schwagers. an. Die Geschichte läuft aus dem Ruder, als Nola von ihm schwanger wird und ihn zunehmend unter Druck setzt, seiner Frau endlich die Wahrheit zu sagen und sich von ihr zu trennen. Inspiriert durch Dostojewskis Roman „Crime and Punishment“ entwickelt er einen perfiden Plan…

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Wahrheit oder Pflicht (2018): Charaktere in Horrorfilmen haben selten Glück. Aber nach dem ganz großen Drama mit Starbesetzung zum Thema „Glück“ hatte ich nach einem anstrengenden Tag Lust auf etwas Leichteres und vor allem Kürzeres – denn dieser Horrorfilm mit mir völlig unbekannten Schauspielern dauert nur 96 Minuten. In diesem Teenie-Horror-Spektakel erwischt das Böse eine Gruppe Collegestudenten, die beim Springbreak in einer verfallenen mexikanischen Kirche das beliebte Spiel „Wahrheit oder Pflicht“ spielen. Doch im Gegensatz zum dem sonst üblichen zweifelhaften Partyspaß, ist diese Version erschreckend echt: Wer bei „Wahrheit“ lügt oder bei „Pflicht“ die Ausführung der Aufgabe verweigert, stirbt. Ein Dämon zieht die Fäden, und er verfolgt sie bis nach Hause… Auf „Rotten Tomatoes“ hat der Film schlecht abgeschnitten, aber da mir das ohnehin egal ist, und ich mich trotzdem ganz angenehm gegruselt habe, war der Abend kein Fall für die Tonne.

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Das Totenschiff (1959): Kann man noch mehr Pech haben? Als der Seemann Philip Gale (Horst Buchholz) morgens nach einer Nacht in Antwerpen in den Hafen zurückkehrt, erfährt er, dass sein Schiff zwei Stunden zu früh ausgelaufen ist, und auf einem anderen, auf dem er anheuern kann, findet er nicht, weil eine Prostituierte ihm neben dem gesamten Bargeld auch seine Papiere gestohlen hat, während er schlief. Es verschlägt ihn auf die Yorikke. Leise rieselt das Sägemehl… Rettungswesten oder -boote sind auf diesem Seelenverkäufer Fehlanzeige, und der morsche Rettungsring taugt noch nicht mal zur Dekoration. Recht schnell erkennt Gale, dass man ihn verschaukelt hat, denn Boston ist nicht der nächste Hafen. Doch es kommt noch schlimmer – außer dem Bootsmann hat die heruntergekommene Besatzung keine Ahnung, dass ihr skrupelloser Kapitän vorhat, das Schiff nach Abwicklung eines Waffendeals havarieren zu lassen. Dabei gehen die beiden schon vorher über Leichen – als ihr Komplize bei dem Komplott nicht mitmachen will, lassen sie ihn nachts über Bord gehen. Doch davon ahnt Gale nichts – der will einfach nur weg. Da scheint ein gefälschter Pass der ideale Ausweg aus seinem Dilamma zu sein. „Hunger zu haben, ist menschlich – keine Papiere zu haben ist unmenschlich“: Doch das vermeintlich selbstlose Angebot hat einen Preis.

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The Artist (2011): Be silent behind the screen – solche Regeln hatten mit Aufkommen des Tonfilms ausgedient, denn der war Durchbruch und verhalf dem Stummfilm zu einem Dasein auf dem Abstellgleis. Und weil sich der alternde Stummfilmstar George Valentin (Jean Dujardin) beharrlich weigert, mit der Zeit zu gehen, findet seine Karriere ein jähes Ende. Geräusche im Film sind ihm ein Greuel, und folglich erscheinen sie auch viel zu laut – der Aufschlag eines vom Himmel trudelndes Blattes auf den Boden gleicht einer Explosion. Ein vom Nachbartisch belauschtes Interview mit der von ihm entdeckten Nachwuchsdarstellerin Peppy Miller (Bérénice Bejo), in dem sie „Weg mit dem Plunder! Macht Platz für die Jugend!“ verkündet, trifft ihn schwer, und der Weg nach unten ist kaum noch aufzuhalten – die Ehe kaputt, das Vermögen dank des Börsenkrachs futsch, sein erster Film als Regisseur ein Flop an den Kinokassen, bei einem Brand verliert er um ein Haar sein Leben. George ist am absoluten Tiefpunkt angekommen, doch dann hat Peppy, die ihn schon lange liebt, eine Idee… Schon lange wollte ich ihn sehen, den mit mehreren Oscars und Golden Globes ausgezeichneten Beinahe-Stummfilm in schwarz-weiß und im Stil der Zeit, in der er spielt. Jetzt hatte ich die Chance dazu und war begeistert. Für mich ist der mehr Hommage an das ganz große Hollywood-Kino als „Once upon a time in Hollywood.“ – Darauf einen Dujardin!

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Eine total, total verrückte Welt (1963): Es geht um 350.000 Dollar, und sie sind unter einem großen W vergraben. Die Zeugen dieser Worte trauen ihren Ohren nicht und bekommen sogleich tellergroße Augen. Die Jagd nach dem Geld beginnt, und jeder will zuerst am Ziel sein. Gier und Dummheit bringen die Glücksjäger in immer absurdere Situationen, und so rechnen sie nicht mit dem Joker, der unverhofft im Spiel auftaucht. Grotesk ist nicht nur die Länge des Films: Von den 210 Minuten in den Previews sind bei der Premiere noch 193 Minuten übrig geblieben, die dann noch einmal gekürzt wurden – für die US-Fassung auf 182 Minuten und für die deutsche Fassung auf 154 Minuten. Die reichen für meinen Geschmack auch, denn länger heißt nicht immer besser, was übrigens auch für die ellenlange Liste der Schauspieler gilt, von denen einige nur sehr kurze Auftritte haben: The Three Stooges, Jerry Lewis, Buster Keaton, Peter Falk… und das sind nur die kleinen und noch winzigeren Nebenrollen. In den Hauptrollen glänzen u.a. Spencer Tracy, Mickey Rooney und Terry-Thomas (der durfte in amerikanischen Komödien meistens den britischen Snob geben und diesen übertrieben affektiert darstellen). Die Komödie „Rat Race – der nackte Wahnsinn“ erinnert mich sehr an dieses Spektakel, das mit einer Schneise der Verwüstung endet.

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Nur ein kleiner Gefallen (2018): Vorsicht, wenn beste Freunde von euch „nur einen kleinen Gefallen“ verlangen. In dem Fall ist es Emily, die ihre beste Freundin, die Vloggerin Staphanie darum bittet, auf ihren Sohn Nicky aufzupassen und danach spurlos verschwindet. Während die Polizei im Dunkeln tappt, ermittelt Stephanie mit Hilfe ihres Vlogs auf eigene Faust. Als in einem See in Michigan Emilys Leiche gefunden wird und Stephanie Ungereimtheiten entdeckt, ermittelt sie heimlich weiter und kommt nicht nur Emilys Geheimnis auf die Spur, sondern einem perfiden Verbrechen. Klingt nach ganz großem Drama ohne große Überraschungen, hat aber durchaus seine komischen Momente und einige Wendungen, die ich so nicht vorhersehen konnte.

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Muriels Hochzeit (1994): Muriel Heslop (Toni Collette) ist für alle nur eine Null und lebt ohne Selbstwertgefühl in einer Traumwelt, bis ihr eines Tages ein Blankoscheck in die Hände fällt, der für ihren Start ins Berufsleben gedacht ist. Als Kosmetikvertreterin für die Geliebte ihres Vaters arbeiten? Nein, danke – Muriel gönnt sich lieber einen Luxusurlaub und trifft dort eine ehemalige Schulkameradin. Die frischgebackenen Freundinnen verlassen ihr Kaff, das irgendwo an der australischen Küste liegt, und starten in Sydney durch, doch dann wird bei Rhonda ein Tumor festgestellt, und da Muriel aus finanziellen Gründen eine Scheinehe mit einem südafrikanischen Sportprofi eingeht und somit als Mitbewohnerin für Rhonda ausfällt, muss diese wieder zurück in den verhassten Heimatort. Doch schon bald merkt Muriel, dass die Traumhochzeit nicht zur Traumehe führt und es langsam Zeit wird, mit den Lügen aufzuhören.

Toni Collette, die meistens in Nebenrollen zu sehen ist, hat hier die Hauptrolle in dem schrillen und gleichzeitig nachdenklichen Film, dessen Soundtrack zum Großteil aus ABBA-Songs besteht.

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Infam (1961): Verleumdung und ihre Folgen. Als die frustrierte Schülerin Mary aus schierer Bosheit ihrer Tante weismacht, ihre beiden Lehrerinnen Karen (Audrey Hepburn) und Martha (Shirley Mac Laine) seien ein Liebespaar, nimmt eine Lawine ihren Lauf, die sich nicht mehr aufhalten lässt. Dass die gesamte Elternschaft die Mädchen vom einen auf den anderen Tag ohne Erklärung von der Schule nimmt und die beiden Schulleiterinnen vor dem Aus ihrer Existenz stehen, ist nur der Anfang… Der Skandal, ausgelöst von dem Mädchen, das auch vor Erpressung einer Mitschülerin nicht zurückschreckt, damit diese die Lüge aufrecht erhält, zerstört nicht nur die beruflichen Karrieren, sonder auch das Leben der Betroffenen. Verfilmung des Bühnenstücks „The Children’s Hour“ von Lillian Hellman, das 1934 am Broadway seine Uraufführung hatte.

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A cure for wellness (2016): Eigentlich ist Horror eher was für den Oktober. Aber warum eigentlich nicht. Horror in Heilanstalten – ein beliebtes Thema. In diesem Sanatorium in den Schweizer Bergen für Gutbetuchte scheint die Zeit stehengeblieben zu sein. Alles ist so friedlich, alle sind happy – zu schön, um wahr zu sein. Das findet auch Mr. Lockhart, der im Auftrag seines Arbeitgebers den Firmenchef Pembroke nach New York zurückholen soll, doch es ist wie im Song „Hotel California“: You can check out every time you like but you can never leave“. Ja, hier will anscheinend niemand weg, aber etwas stimmt mit dieser Einrichtung gar nicht. Vor allem nicht mit dem Wasser… Schlecht fand ich „A cure for wellness“ nicht, aber auch nicht überragend, trotz beeindruckender Bilder… aber mit 147 Spielzeit vor allem zu lang.

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Porträt einer jungen Frau in Flammen (2019): Die Premiere! Meinen letzten Kinobesuch in diesem Jahr hatte ich am 28. Februar – vor Corona; ein Ende der Pandemie ist nicht abzusehen, und es ist Sommer. Der ideale Zeitpunkt für Open-Air-Kino. Diesen Film kannte ich noch nicht, aber mir wurde so viel Gutes davon erzählt, dass ich jetzt Lust auf dieses im 18. Jahrhundert angesiedelte Kostümdrama bekam. Belohnt wurde mein Ausharren auf dem Industriegelände bis 21:30 Uhr durch einen angenehm temperierten Sommerabend mit Unmengen von Glühwürmchen und einen Film, der selbst so schön ist wie ein Gemälde.

Eine Malerin und ihr Modell, das nicht porträtiert und schon gar nicht verheiratet werden möchte, also soll Marianne die rebellische Héloise heimlich malen. Im Laufe der einen Woche auf der abgeschiedenen Insel vor der bretonischen Küste lernt man einander langsam kennen, und als die holde Mama abreist, lodern bald nicht nur die Flammen im Kamin oder auf besagtem Gemälde… Eine sehr geschmackvolle Inszenierung mit musikalischer Untermalung, die mein Interesse an klassischer Musik neu geweckt hat. Gewonnen habe ich die Einsicht, dass ich gezielt nach Veranstaltungen dieser Art suchen sollte – verloren habe ich den Verschluss meines Ohrsteckers, aber den kann ich verschmerzen.

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Das war der Juli – und mit 22 Filmen (einer davon im Kino, der Rest auf DVD oder im Fernsehen) der mengenmäßig herausragendste… vielleicht wird die 22 ja doch noch meine neue Glückszahl.

Kleine Details am Rande: Das Lied „Ausgerechnet Bananen“, spielt die Tanzkapelle in „Eins, Zwei, Drei“ im Hotel Potemkin, und Bonnie Parker summt eine Zeile daraus in „Bonnie und Clyde“. In beiden Filmen aus dem Zeitungsmilieu gibt es einen Pinky. Und in „Nur ein kleiner Gefallen“ erklingt in einer Szene eine französische Ballade über Bonnie & Clyde.

Serienmittwoch bei Corly # 136 : Biografien oder wahre Begebenheiten

 

Beim aktuellen Serienmittwoch auf dem Blog von Corly gibt es ein Thema, das bei mir voll ins Schwarze getroffen hat, denn es geht darum, wie wir Biografien oder wahre Begebenheiten im Film finden. Das Leben schreibt die besten Geschichten? Vielleicht stehen deshalb Bio-Pics und Filmproduktionen, die sich auf wirkliche Ereignisse beziehen, bei mir hoch im Kurs.

Zuletzt hatte ich mit „Soul Surfer“ so ein Erlebnis – die Geschichte der Surferin Bethany Hamilton, die bei einem Angriff durch einen Hai ihren linken Arm verliert und der durch eiserne Disziplin, die Unterstützung durch Freunde und Familie und nicht zuletzt durch ihren tiefen Glauben ein sensationelles Comeback gelingt… sensationell waren für mich auch die Bilder von Hawaii,wo der Film zumeist spielt.

Nach diesem Einstieg komme ich nun zu den Filmen, die mir noch lange nach dem Kinobesuch bzw. dem DVD-Abend in Erinnerung geblieben sind, bevor ich mich ganz zum Schluss dem Film widme, der noch auf meiner Liste steht. Getrennt nach Kategorie, habe ich zur größeren Übersichtlichkheit jeweils sechs Filme ausgewählt.

 

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Wahre Ereignisse

Beste Geschichten“ trifft hier nur bedingt zu. Gut kann ich gerade bei dem Film ganz oben auf der Liste die furchtbaren Ereignisse, die sich heute zum neunten Mal jähren, nämlich nicht finden.

Utøya 22. Juli: Am 22. Juli 2011 kamen bei dem Massaker auf der norwegischen Insel 69 Menschen ums Leben, die Zahl der Toten erhöhte sich um die acht Personen, die bei der Explosion einer Autobombe in Oslo starben.

Le Mans 66 – Gegen jede Chance: Der Wettlauf zwischen Ford und Ferrari beim 24-Stunden-Rennen von Le Mans im Jahr 1966, mit Christian Bale und Matt Damon

Deepwater Horizon: 2010 brannte im Golf von Mexiko die Ölplattform Deepwater Horizon. Bei dem Film mit Mark Wahlberg als Chefelektriker Mike Williams habe ich Rotz und Wasser geheult.

Amy und die Wildgänse: Wie die 14jährige Amy einem Schwarm Kanadagänse mit Hilfe eines Ultraleichtflugzeugs das Fliegen beibringt, zeigt dieser herzerwärmende Film für die ganze Familie

Im Namen des Vaters: Daniel Day-Lewis als Gerry Conlon, der wegen erpresster Geständnisse und fingierter Ermittlungsergebnisse im Zuge der neuen britischen Anti-Terror-Gesetze zu lebenslanger Haft verurteilt wird und zusammen mit den „Guildford Four“ in den Hungerstreit tritt, um zu seinem Recht zu kommen.

Green Book – Eine besondere Freundschaft: Eine Konzerttournee durch die amerikanischen Südstaaten der Sechziger Jahre – mit Mahershala Ali als schwarzer Jazzpianist Don Shirley und Viggo Mortensen als sein weißer Chauffeur Tony Vallelonga. Der Titel des Films bezieht sich auf den „Negro Motorist Green Book“ gerannten Reiseführer für afroamerikanische Autofahrer, der die Tankstellen, Restaurants und Unterkünfte auflistet, die auch farbige Kundschaft akzeptieren.

 

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Biografien

Die meisten Biopics, die ich bisher gesehen habe, drehen sich um Musiker und Musikerinnen (Johnny Cash, The Runaways, u.a.) – diese sechs Filme sind 50:50 auf porträtierte Damen und Herren verteilt

Die Queen: Helen Mirren als Königin Elizabeth II, in der Regierungskrise

Frida: Salma Hayek spielt die mexikanische Malerin Frida Kahlo.

Hidden Figures – Unerkannte Heldinnen beschäftigt sich mit den für das Mercury- und das Apollo-Programm der NASA wicbtigen Mathematikerinnen Katherine Johnson, Dorothy Vaughan und Mary Jackson (Taraji P. Henson, Octavia Spencer und Janelle Monáe)

M.C. Escher – Reise in die Unendlichkeit: Aus Briefen, Tagebüchern und Interviews zusammengestellter Dokumentarfilm über den niederländischen Grafiker M. C. Escher (1898-1972), der sich selbst eher als Mathematiker sah.

Mystify : Michael Hutchence: Aus Interviews, Material aus dem privaten Archiv des Künstlers und Konzertmitschnitten zusammengesetzter Dokumentarfilm über den 1997 verstorbenen Sänger der australischen Rockband INXS.

Rocketman: Der im Musicalstil gedrehte Film hat den Werdegang von Elton John (Taron Egerton) zum Thema.

 

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Was noch fehlt

Kursk: Vor zwanzig Jahren sank das russische Atom-U-Boot K-141 Kursk. Der Film schildert die Ereignisse danach. Wann ich den Film mit Colin Firth in der Hauptrolle als Commander sehen werde, steht aber noch in den Sternen.

30-Days Film Challenge – Day 30 : a film with your favourite ending

 

 

Happy Ends sind was tolles. Aber darum geht es mir bei diesem Film nicht, sonst hätte ich einen anderen gewählt. Der letzte Tag der Challenge fällt auf den ersten Tag des neuen Monats. Da muss zum Abschluss ein besonderer Leckerbissen her.

 

Day 30 : a film with your favourite ending

 

In dem französischen Film Die fabelhafte Welt der Amélie finden die zwei Liebenden schließlich auf fast schon telepathische Weise nach einer langen Odyssee zueinander und cruisen beseelt und im siebten Himmel auf dem Moped durch Paris (https://i.pinimg.com/474x/8b/a6/6a/8ba66ac731b17a272594293470b36ee8.jpg):

 

 

Doch das Happy End der beiden ist nicht das Ende, das ich meine. Denn danach kommt die eigentliche Schlußszene, und bei der hatte ich den Eindruck, dass sie spiegelverkehrt zur Eröffnungssequenz aufgebaut ist:

 

Von der Totale in die Nahaufnahme, und wieder zurück – dieser Schachzug gibt diesem kleinen Meisterwerk, das mit zu meinen Lieblingsfilmen zählt, den allerletzten Pfiff. Leider war ein entsprechender Clip nicht zu finden.

Aber eins muss ich zum Schluss loswerden: Die Challenge hat mir einen riesigen Spaß gemacht, und ich bedanke mich ganz herzlich bei aequitasetveritas, die diese tolle Idee hatte.

Mein Kinojahr 2020 : Im Sommer …

 

sind ja eigentlich Aktivitäten im Freien angesagt. Deshalb war ich gespannt, ob ich im Juni tatsächlich weniger Zeit vor dem Bildschirm oder der Kinoleinwand verbringe.

Von allen Neuerwerbungen auf DVD warteten nämlich immer noch drei darauf, dass ich sie mir endlich ansehe. Was dabei herausgekommen ist, verrät diese Rückschau, auf DVD – denn im Autokino war ich immer noch nicht.

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Der Fall Collini

Alles steht kopf

Ocean’s Eight

Susi & Strolch – I & II

Highlander – es kann nur einen geben

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Der Fall Collini : Einer der Filme, die ich letztes Jahr im Kino verpasst habe und die erste der drei vom Mai übrig gebliebenen Neuerwerbungen, die ich mir am ersten Sonntag des Junis angeschaut habe. Etwas deprimierend für den Sommer? Definitiv, denn zuerst zieht sich das Gerichtsdrama mit Elyas M’Barek als Strafverteidiger ziemlich in die Länge, um dann gegen Ende des vermeintlich eindeutigen und gleichzeitig aussichtslosen Prozesses Spannung aufzubauen. Falls das Muster dieser Adaption eines Romans von Ferdinand von Schirach irgendwem bekannt vorkommt, möchte ich zum Vergleich den amerikanischen Spielfilm „Murder in the first“ heranziehen: Auch da ist die Lage zu Beginn eindeutig, doch am Ende des Gerichtsverfahrens sitzt nicht mehr der Täter, sondern ein ganzes Rechtssystem auf der Anklagebank. Bei „Murder in the First“ sind es die unzumutbaren Haftbedingungen der Gefängnisinsel Alcatraz – bei „Der Fall Collini“ ist es die deutsche Justiz mit einem Gesetz von 1968, das es Kriegsverbrechern ermöglicht hat, wegen Verjährung ihrer Taten davonzukommen.

Alles steht kopf: Angeregt durch die 30-Days Film Challenge, habe ich mir einen Animationsfilm aus meinem DVD-Regal zu Gemüte geführt. Die Handlung wäre schnell erzählt, wäre da nicht das Innenleben im Gehirn der 12jährigen Riley, die mit ihrer Familie von Minnesota nach San Francisco umziehen muss und dort von schrecklichem Heimweh geplagt wird, einen Weinkrampf vor der ganzen Schulklasse und eine grandiose Blamage beim Eishockeytraining inbegriffen. Die Hauptakteure in diesem faszinierenden Gefühlswirrwar sind Freude, Kummer, Ekel, Angst und Wut. Bislang hat die Freude den Ton in der Kommandozentrale angegeben, doch dann verschwinden durch ein Missgeschick Kummer und Freude in den Tiefen des Unterbewusstseins, und beide müssen wieder zurück zu ihren Kollegen, bevor alles zusammenbricht. Ein kurzweiliges und gleichzeitig lehrreiches Stück Filmkunst, das auf DVD durch ein hübsches Extra (Rileys erstes Date) ergänzt wird. Vielen Dank für den Tip.

Ocean’s Eight: Dieses Spin-Off von Ocean’s Eleven mit Staraufgebot – Sandra Bullock, Cate Blanchett, Anna Hathaway, Helena Bonham-Carter, Rihanna, Sarah Paulson… – habe ich mir jetzt zum dritten Mal angesehen, weil ich ihn so unterhaltsam fand. Und jedesmal im Sommer. Das erste Mal habe ich den Film 2018 im Kino gesehen, eine reine Zufallsentscheidung. Das zweite Mal habe ich ihn letztes Jahr auf meinem Flug nach Toronto gesehen, allerdings ohne das Ende. Jetzt habe ich die DVD erstanden. Das Heist-Movie, bei dem ein Juwelenraub im Vordergrund steht, war mein Kandidat für einen verregneten Sonntagnachmittag. Wie auch in „Sliding Doors“, kommt stellenweise die Split-Screen-Technik zum Einsatz. Mir haben vor allem die Juwelen und die Kostüme gefallen, und…. Ta-daa! … die männlichen Nebenrollen, gespielt von James Corden als Versicherungsdetektiv und Richard Armitage als Halunke.

Susi & Strolch – I & II: Hundsgemein ist das! Erst gibt’s den süßen Welpen als Geschenk zu Weihnachten für die Frau, und wenn sich dann der Nachwuchs ankündigt, ist die kleine Susi abgemeldet. Durch eine Intrige aus dem Haus geekelt, lernt sie den Streuner Strolch kennen, und nach vielen Wirren und einem aufgeklärten Missverständnis gibt es ein Happy End für das junge Glück. Ein Disney-Klassiker mit der romantischsten Restaurantszene aller Zeiten, auch bekannt unter dem Titel „Ein Spaghetto für zwei“. Leider konnte mich der Nachfolger, bei der es um den mit dem friedlichen Familienleben unzufriedenen Strolch junior geht, nicht begeistern, sogar die Restaurantszene war nur ein schwacher Abklatsch. Aber einem geschenkten Gaul soll man nicht ins Maul schauen – und vermutlich gab’s die beiden Filme im Doppelpack zum Sonderpreis.

Highlander – es kann nur einen geben: Während sich oben die Wrestler gegenseitig verdreschen, geht unten, in der abgerockten Tiefgarage, der Punk ab. Zwei Unsterbliche liefern sich einen erbitterten Schwertkampf, bei dem Connor MacLeod (Christopher Lambert) übrigbleibt und sich anschließend unbequemen Fragen der nicht gerade hellsten Polizisten New Yorks stellen darf. Zwischen all den Niedrigwattbirnen glänzt die Gerichtsmedizinerin Brenda durch Intelligenz und Kombinationsgabe. Endlich habe ich diesen Kultfilm gesehen, den mein Mann mir zu Lebzeiten vergeblich schmackhaft machen wollte. Jetzt hat meine Neugier gesiegt, und ich wollte endlich das nachholen, was ich verpasst habe. Ich muss sagen, die Szenenwechsel zwischen Moderne in New York und Mittelalter in Schottland, sind richtig gut – das Kostüm von Sean Connery, die Landschaftsaufnahmen Schottlands und die Musik von Queen ein Genuss. Nur manche Darsteller fand ich grenzwertig. „Es kann nur einen geben?“ Ja, aber das ist nicht die Dumpfbacke, die den Highlander zur Strecke bringen will.

Abschließende Worte: Nur sechs Filme diesen Monat? Hier hat nicht das Sommerloch zugeschlagen, sondern meine chronische Unlust.

30-Days Film Challenge – Day 29 : a film that makes you want to fall in love

 

 

Es muss ja nicht immer ein ausgesprochener Liebesfilm sein. Hauptsache, Frühling und Sommer liegen in der Luft, auch wenn am Anfang die Fastenzeit steht… 

 

Day 29 : a film that makes you want to fall in love  

 

Chocolat – ein kleiner Biss genügt mit Juliette Binoche und Johnny Depp kann man zwar auch in diese Kategorie einordnen, muss man aber nicht (https://i.pinimg.com/474x/e5/ec/48/e5ec48b9997bb47c4072bc3670d0fb23.jpg)

 

 

Tranquilité…Auch wenn Liebe durch den Magen geht oder besser gesagt, über den Geruchssinn und die Geschmacksnerven, aber mir gefallen die vielen kleinen Nebenhandlungen wie zum Beispiel die sich anbahnende Liebesgeschichte zwischen zwei älteren Leuten fast noch besser. Die Witwe, die seit dem Krieg um ihren gefallenen Mann trauert, und dann stellt sich heraus, dass der Erste Weltkrieg gemeint war und nicht der Zweite… Oder die Geschichte der zuckerkranken Armande Voizin, gespielt von Judi Dench.

Außerdem mag ich Schokolade. Ein Laster, das auch den sittenstrengen Bürgermeister zu Fall bringt, ohne dass es peinlich wird. Ein luftig leichter Film mit beschwingter Musik, dermit seiner roantischen Stimmung so richtig gut zur aktuellen Jahreszeit passt.

 

 

30-Days Film Challenge – Day 28 : a film that made you feel uncomfortable

 

 

So richtig mulmig wurde mir bei dem Horrorfilm Die Unzertrennlichen (Dead Ringers) mit Jeremy Irons in einer Doppelrolle als Zwillingsbrüder, die gemeinsam als Ärzte praktizieren (https://i.pinimg.com/474x/38/ce/9c/38ce9cd17f525d87bdff73c56f17edb7.jpg)

 

Day 28 : a film that made you feel uncomfortable  

 

Experten wollen herausgefunden haben, dass das Unwohlsein des Zuschauers von der Diskrepanz zwischen der gezeigten Handlung und der dazu erklingenden Musik von Howard Shore herrühren soll.

 

 

Die chirurgischen Instrumente riefen mir genauso Unbehagen hervor wie die beklemmende Atmosphäre des ganzen Films und die zähe Handlung um Abhängigkeit, Abdriften in den Wahnsinn und Drogenexzesse (https://i.pinimg.com/474x/e0/fa/25/e0fa255cce8754bb64418dcd2059d21f.jpg)… 

… war das wirklich Toronto? Irgendwie fehlt mir an diese Stadt die Erinnerung, und im OP wird’s auch nicht besser – bei diesem Bild muss ich an die Spanische Inquisition denken – spooky (https://i.pinimg.com/474x/ab/a7/29/aba72911d0a41cab8831b93d9442fab7.jpg):

Visuell ebenfalls so beeindruckend wie der Film von gestern, aber ich war 1988 vermutlich einfach och nicht so weit.

 

 

 

 

 

 

 

 

30-Days Film Challenge – Day 27 : a film that is visually striking to you

 

 

Der kammerspielartig gedrehte Film Der Koch, der Dieb, seine Frau und ihr Liebhaber bewegt sich permanent dicht am Rande des guten Geschmacks – es regiert das organisierte (V)erbrechen:

 

Day 27 : a film that is visually striking to you

 

Doch wir sind nicht im Ristorante von Al Carbonara, sondern eher in Teufels Küche. Das stilistisch beeindruckende Werk ist stellenweise echt zu viel für mich gewesen, aber am Ende überwog dann doch die Faszination des Grauens (https://i.pinimg.com/474x/87/10/58/87105856e1bf986cea353bb02ecde46e.jpg):

 

 

Ein Grund, das Kino nicht wie andere vorzeitig zu verlassen, war zum einen Helen Mirren in Schwarz als Kontrast zur Farborgie und zum anderen die optische Gestaltung von Szenenbild und Kostümen, da Farben eine wesentliche Rolle spielen

Jeder Raum ist konsequent und monochrom in einer Farbe gehalten: Grün für die Küche, Rot für das Restaurant und Weiß für die Toilette. Ein Konzept, das der Grund war, warum ich mir den Film unbedingt ansehen musste. Das Thema „Kannibalismus“ hatte ich allerdings nicht auf meiner Speisekarte vermerkt. Dennoch visuell ein beeindruckendes Werk.

30-Days Film Challenge – Day 26 : a film you like that is adapted from somewhere

 

 

Von irgendwoher adaptiert? Vermutlich von einer Literaturvorlage.

 

Day 26 : a film you like that is adapted from somewhere

 

Da bietet sich für mich Der Name der Rose an (https://i.pinimg.com/474x/c7/0a/39/c70a394046b88e6b081dcee188ff6248.jpg):

 

 

Das Buch finde ich gut, trotz seitenlanger Passagen in Latein – aber der Film hat mir noch besser gefallen. Spannend und gruselig zugleich, und auch die Nebendarsteller können Sean Connery als in einer Reihe von mysteriösen Todesfällen ermittelnden Franziskanermönchs William von Baskerville locker das Wasser reichen. Die neu gedrehte Serie kenne ich dagegen nicht.

30-Days Film Challenge – Day 25 : a film you like that is not set in the current era

 

 

Heute wird es kurz und knackig. Ich liebe Period Dramas und Historienfilme. Period

 

Day 25 : a film you like that is not set in the current era

 

Wo fängt die aktuelle Ära an? Ich wette, die Zwanziger Jahre des letzten Jahrhunderts zählen nicht dazu (https://i.pinimg.com/474x/8d/b7/89/8db7898386c0b17115314f89cee7fe82.jpg).

 

 

In jener Zeit spielt Downton Abbey.1927, um genau zu sein – König und Königin haben ihren Besuch auf Downton Abbey angekündigt, und ihre gesamte Entourage haben sie ebenfalls mitgebracht. Sehr zum Missfallen des Personals von Downton Abbey. Ein Bösewicht treibt auch sein Unwesen, doch diesen Film ohne Happy End enden zu lassen? Fans would not be amused.