Cinema-Scope 2022 : September – Sondervorstellung/en

Das Jahr zieht rasend schnell vorüber, und ich merke gerade, wie meine Sehnsucht, Konzerte und Ausstellungen zu besuchen, stärker wird als mein Wunsch nach Filmen, die ich noch auf meiner Liste für die kommenden Wochen habe.

Monsieur Claude und sein großes Fest – 2.9.22 : Ein Film, den ich schon im Frühjahr sehen wollte, der aber jetzt im Gratis-Open-Air-Kino am mittlerweile schönsten Platz von Offenbach auf mich wartete. Diesmal war ich schlauer und hatte sogar meine eigene Decke dabei, und der Blick auf den untergehenden Mond: unbezahlbar. Noch besser wäre es gewesen, wenn ich die richtige Brille eingesteckt hätte, denn so konnte ich nicht einmal die Untertitel lesen, und davon gab es einige. Sie nicht entziffern zu können, tat dem Vergnügen beim inzwischen dritten Film der Reihe um den Herrn und seiner kunterbunten Familie dennoch keinen Abbruch. Diesmal steht die Rubinhochzeit von Claude und Marie Verneuil vor der Tür. 40 Jahre, das muss selbstverständlich ganz groß gefeiert werden, und so stürzen sich die Töchter mit großem Enthusiasmus in die Vorbereitungen. Schon allein die kompletten Familien der Schwiegersöhne unter einen Hut zu bringen, erfordert Organisationstalent, denn die leben über die ganze Welt verstreut: in China, Israel, Algerien und der Elfenbeinküste. Das unvermeidliche Chaos darf dabei genauso wenig fehlen wie das Anhäufen von Klischees, die niemanden aussparen. Mir hat der Film sehr gut gefallen – weniger schön jedoch war die Nachricht, dass noch während der Dreharbeiten drei Produktionsmitglieder bei einem Autounfall ums Leben kamen. Ihnen ist der Film gewidmet, wie es im Abspann zu lesen war.

Personal Shopper – 17.9.22 : Wenn man lieber zu Hause bleiben möchte, aber im Fernsehen nichts läuft, das einen interessiert – dann ist vielleicht Streamen die Lösung? In meinem Fall bin ich durch das Angebot von „Filmfriend“ (dem Gratisangebot für alle Kunden deutscher, österreichischer und schweizer Bibliotheken) gestreift und auf einen Film mit Kristen Stewart gestoßen, der auf der Seite als Mystery-Thriller angepriesen wurde.

Ihren Job als Personal Shopperin für das Model Kyra macht Maureen (Kristen Stewart) mit wenig Leidenschaft, statt dessen wartet die medial begabte junge Frau regelrecht besessen auf ein Zeichen ihres an einer Herzkrankheit früh verstorbenen Zwillingsbruders Lewis. Eine Übernachtung in Lewis‘ Haus führt zwar zunächst nicht zu dem gewünschten Ergebnis, doch dann bekommt sie plötzlich rätselhafte Handynachrichten von einem Unbekannten, der immer genau zu wissen scheint, wo sie sich befindet und was im nächsten Moment geschehen wird… Was sich hier eventuell langatmig liest, ist der Versuch, einen Film zu beschreiben, der weniger durch Schockmomente glänzt als eine unterschwellige, noch lange nachklingende und unheilvolle Stimmung heraufbeschwört und gegen Ende eine Szene zu bieten hat, zu der ich dreimal zurückspulen musste, um zu begreifen, was sich gerade vor meinen Augen abgespielt hat.

Moonage Daydream – 18.8.22 : Noch ein Biopic? Äh… nicht, wenn es sich um Filmmaterial aus David Bowies Privatarchiv handelt und sich der daraus entstandene Film dem herkömmlichen 08/15-Erzählmuster von Filmen aus diesem Genre entzieht. Musiker, Schauspieler, Maler… Während der 140minütigen Laufzeit dieses filmgewordenen Porträts bekam ich so einen Eindruck, wie vielseitig David Bowie, und vor allem wie wegweisend er als Künstler war.

Don’t worry, Darling – 21.9.22 : Eigentlich hatte ich schon gar keine Lust mehr, mir diesen Film anzusehen, dem so viele unnütze „Skandal“meldungen vorausgegangen sind, die mir den letzten Nerv raubten. Wer mit wem Beef hat, interessiert mich herzhaft wenig – es war dann aber doch der Trailer, der mich auf den Eröffnungsfilm des Fantasy-Filmfests in Frankfurt (in der Originalversion ohne Untertitel) neugierig gemacht hat. Wie nannte ich das Spektakel neulich noch so schön? „Stepford Wives meets Truman Show“?

„Stepford Wives meets Matrix“ würde es wohl eher treffen. Denn in der ach so perfekten und klinisch reinen Welt der 1950er Jahre scheint zunächst noch die Welt in Ordnung. Morgens verabschieden sich die Ehemänner von ihren adretten Gemahlinnen und brechen zu ihrem streng geheimen Job auf, während sich die Damen mit Hingabe der Pflege ihres Heims, gemeinsamen Ballettstunden und bunten Cocktails am Pool widmen. Neuankömmlinge werden herzlich in den trauten Kreis aufgenommen, und doch spürt Alice (Florence Pugh), dass an dieser Bilderbuchwelt so gar nichts stimmt. Worin besteht die streng geheime Arbeit, der ihr Mann (Harry Styles) nachgeht, und warum versucht man ihr einzureden, sie hätte sich den Selbstmord der Nachbarin nur eingebildet? Die Lage eskaliert, als sie vor versammelter Mannschaft das Oberhaupt (Chris Pine) der sektenartig strukturierten „Victory“-Gemeinschaft zur Rede stellt und Antworten verlangt.

Freibad – 22.9.22 : Ein Freibad nur für Frauen. Welch Ort der Harmonie und Eintracht: Davon zeugen die nachts bunt leuchtenden und gemütlich zu den Klängen von „Dream a little dream of me“ auf dem Wasser dahin dümpelnden Schwimmtieren. Ach ja, hier kann Frau ganz unter ihresgleichen sein und die Seele baumeln lassen, ohne auf sexistische Sprüche oder genauso dumme Anmache zu stoßen. Von wegen. Denn in diesem Frauenfreibad treffen mehrere Welten aufeinander: die Feministinnen Gabi (Maria Happel) und Eva (Andrea Sawatzki), grillende Türkinnen und die stets im Burkini trainierende Schwimmerin Yasemin – die mit ihrer Verhüllung den Unmut ihrer grillenden Verwandten und besonders den von Eva auf sich zieht. Als eines Tages eine Gruppe von Kopf bis Fuß verhüllter Schweizerinnen wegen des dortigen Burkaverbotes Zuflucht im Freibad sucht, kommt es zwischen allen Beteiligten zu einer Auseinandersetzung mit Handgreiflichkeiten, in deren Verlauf es der schweizerischen Bademeisterin Steffi reicht und diese den Job hinwirft. Doch ohne Badeaufsicht muss das Bad schließen. Große Freude, als endlich Ersatz für Steffi gefunden wird – doch die neue Aufsichtsperson am Beckenrand ist ein Mann… Eine Komödie von Doris Dörrie, randvoll gefüllt mit Klischees, die teilweise auf realen Begebenheiten im Freiburger Lorettobad beruht – wenn auch stark überspitzt dargestellt.

Mögen draußen an jenem Tag alle kollektiv vor sich hin gebibbert haben und sich bei meiner Programmwahl vermutlich an den Kopf gegriffen haben, so war „Freibad“ für mich ein gelungener Abschluss dieses mehr als trockenen und viel zu heißen Sommers.

Ja, der Sommer ist eindeutig vorbei, und nun winkt auch schon der „Horrorctober“ – ein Spaß, bei dem ich dieses Jahr voraussichtlich nicht dabei bin (auch wenn sich eventuell der ein oder andere Mystery- oder Horrorschinken in meine Filmauswahl verirrt).

Cinema-Scope 2022 : August – bunt gemischt

Mach Sachen, dachte ich, als ich den Aushang an der Eingangstür zum Cinemaxx in unserer Stadt entdeckte, auf dem der Betreiber ankündigte, es sei warm. Die Warnung war jedoch nicht ganz unberechtigt, denn wegen eines technischen Defekts lief die Klimaanlage nicht. Davon ließ ich mich jedoch nicht abhalten und wagte mich trotzdem hinein. Keine so dumme Idee, denn in einer der vorderen Reihen, konnte ich nicht nur getrost auf meine Brille verzichten – nein, die Temperatur war in diesem Bereich (in der Nähe der Tür) erstaunlich angenehm. Von wegen „es wird warm“… das galt war fürs Foyer (und nicht für den Saal) und noch ein wenig mehr auf der Leinwand.

Thor: Love and Thunder – 5.8.22

Bunte Farben, grandiose Landschaften und ein Stand-Alone-Film (den Ausdruck habe ich von einem Filmkritiker auf Youtube), in dem ein Gag den anderen jagt (ich sage nur eifersüchtelnde Waffen und schreiende Ziegen) – und dann noch von einem Regisseur, von dem mir bisher noch kein schlechter Film untergekommen ist: Nach „Fünf Zimmer, Küche, Sarg“ und „Jojo Rabbit“ ist das nun der dritte Film unter der Regie von Taika Waititi. Und was soll ich sagen? Dass ich mich einmal so richtig für einen Marvel-Film begeistern würde, hätte ich so schnell auch nicht wieder gedacht.

Das könnte daran liegen, dass hier zwar zu Beginn des Films die Guardians of the Galaxy in Erscheinung treten, danach aber weitgehend dem nordischen Donnergott (Chris Hemsworth) und  -surprise! surprise! – Dr. Jane Foster (Natalie Portman) das Feld überlassen. Letztere muss sich wegen ihrer im Endstadium befindlichen Krebserkrankung einer Chemotherapie unterziehen. Als sie in einem Buch über nordische Mythologie liest, Thors Hammer Mjölnir könne ihr unter Umständen zu Gesundheit verhelfen, reist sie umgehend nach New Asgard und wird zur neuen Besitzerin des in Stücke zerbrochenen Hammers, der sich prompt wieder zusammensetzt. Das Wiedersehen mit Thor nach acht Jahren gestaltet sich zwar ziemlich vorhersehbar, wie der ganze Film, der sich um den Kampf gegen den Bösewicht Gorr (Christian Bale) dreht.

Gorr hat sich wegen eines traumatischen Erlebnisses das Ziel gesetzt, alle Götter zu töten, auch diejenigen, die sich in ihrer Allmachtsstadt sicher fühlen. Schön, dass sich dort alle so wohnlich eingerichtet haben – allen voran natürlich Zeus (Russell Crowe), der für Thor und seinen Mitstreitern auch nur einen Finger rühren, sich aber auch nicht von seinem Blitzpfeil namens Donnerkeil trennen möchte. Ein schwerer Fehler, wie sich herausstellt…

Fühlte sich für mich „Black Widow“ für mich wie ein in die Länge gezogener, aber dafür auch um Längen besserer James-Bond-Film an, so hatte ich in „Thor: Love and Thunder“ so richtig meinen Spaß, und zwar nicht nur, weil dieses Werk m.E. für sich allein steht. Endlich wird von mir einmal nicht verlangt, dass ich vorher ein gründliches Studium der Marvel-Historie mit allen Filmen, Serien und Comics betrieben haben muss, um bei der Handlung mitzukommen. Hinzu kommt der Guns’n’Roses-lastige Soundtrack, der auch nicht davor zurückschreckt, „Our last summer“ von ABBA, „Family Affair“ von Mary J. Blige und „Only Time“ von Enya mit einzubeziehen. Guns’n’Roses are everywhere: Sogar in der Namenswahl eines der von Gorr entführten Kinder von Asgard, das fürderhin nur noch Axl genannt werden möchte. Das ist fast noch besser als die Gags, die sich um den bürgerlichen Namen von Lady bzw. Mighty Thor drehen,  doch auch nicht schlecht war das Rätselraten, wer sich unter der Maske von Gorr befindet und dass ich zwei Stunden gebraucht habe, um Christian Bales Identität zu lüften. Soviel zum Thema „ich brauche keine Brille, um alles zu erkennen“.

Mein Schlussplädoyer: Auch wenn eingeschworene Marvel-Fans und Kritiker, denen hier viel zu viel alberner Klamauk vorherrscht, diesen Film nach Strich und Faden verreißen – mir hat „Thor: Love and Thunder“ gefallen; schon allein weil ich genau das bekommen habe, was ich erwartet hatte: eine leichtfüßige und quietschbunte Actionkomödie, die nicht unnötig in die Länge gezogen wurde und auch gerne für sich alleine stehen darf. Außerdem ein Aufgebot an Stars, das sich gewaschen hat: Chris Hemsworth, Natalie Portman, Russell Crowe, Taika Waititi, Karen Gillan, Vin Diesel, Matt Damon, Sam Neill, Luke Hemsworth und andere (über Melissa McCarthy breite ich lieber den Mantel des Schweigens).

Nach dieser langen Einführung in meinen achten Filmmonat in diesem Jahr geht’s noch heißer weiter (als ob Thor nicht schon gereicht hätte).

Surf Film Nacht: African Territory (OmU) – 6.8.22

Hafenkino Open Air 2022 – vom 10. Juni bis zum 27. August – dieses Ereignis wollte ich mir nicht entgehen lassen, denn den Sommer nur im Haus oder geschlossenen Räumen zu verbringen, konnte es nun auch nicht sein. Leider hatte ich nicht damit gerechnet, dass es ausgerechnet an diesem Abend ungewöhnlich frisch werden würde, aber erst mal der Reihe nach.

Auf dem Plan stand „Surf Film Nacht : African Territory“, ein Dokumentarfilm in Originalsprache/n mit Untertiteln, in dem es – in Kürze – um die 22monatige Reise zweier Surfer in einem umgebauten 80er-Jahre-Unimog von Spanien aus nach Südafrika, und zwar immer an der Küste entlang. Dieses Roadmovie der anderen Art klang nach einem waghalsigen Abenteuer, und tatsächlich waren die Bilder dieser mit unzähligen Hindernissen verbundenen Reise durch insgesamt 20 Länder wunderschön und faszinierend. Aufnahmen von bereichernden Begegnungen mit der einheimischen Bevölkerung wechselten sich ab mit atemberaubend in Szene gesetzten Surferlebnissen. Ich war begeistert. Doch was dann kam, führte dazu, dass ich mir gelinde gesagt, leicht veralbert vorkam.

Soeben noch befinden wir uns auf einem seeuntüchtigen Schiff vor der westafrikanischen Küste, nachdem die beiden Herren einen ganzen Monat lang hingehalten worden sind, dann folgt die Einblendung „African Territory – Part 1“, es kommt noch eine kurze Szene und dann der Abspann. Mit keiner Silbe wurde vorab darauf hingewiesen, dass das sagenumwobene Werk aus zwei Teilen besteht.

Leider nur der erste Teil : https://vimeo.com/715995266

Mein Schlussplädoyer: Wo und wann ich nun in den Genuss des zweiten Teils komme? Keine Ahnung – wenn es jemand herausfindet, bitte mir Bescheid geben. Abgesehen davon, dass ich mich genauso veräppelt vorkam wie seinerzeit bei den Matrix-Filmen, war der Abend (inclusive Speis und Trank, freilaufender Hühner und einem Konzert auf Spendenbasis) wirklich cool. Vielleicht etwas zu cool. So ohne Jacke oder Decke habe ich während der zwei Stunden, die der Film dauerte, gepflegt vor mich hin geschnattert und im Dunkeln obendrein meinen Stuhl nicht mehr wiedergefunden.

Bullet Train – 7.8.22

Auch wenn im titelgebenden Zug von Tokyo nach Kyoto bei 300 km/h die Kugeln nur so fliegen, bezeichnet man die in Japan „Shinkansen“ genannten Hochgeschwindigkeitszüge als Bullet Trains, die als die sichersten Züge der Welt gelten. Dass sie außerdem an den einzelnen Stationen nur extrem kurz halten, wird während der rasanten Fahrt, die die Action-Komödie von Anfang an aufnimmt, noch eine nicht zu unterschätzende Rolle spielen. Brad Pitt gibt hier den vom Pech verfolgten Auftragsmörder Ladybug, der einen eigentlich einfachen Job erledigen soll, sich dann aber leider im besagten Zug weitere Auftragsmörder mit herrlich schrägen Namen befinden, die alle dasselbe Ziel haben…

Ich hatte in dem eng verzahnten Werk ohne jeglichen Leerlauf von der ersten Minute an so richtig Spaß. Quietschbunt und zum Brüllen komisch: Versuchen Sie doch zum Beispiel mal, sich mit jemanden leise im Ruheabteil zu kloppen (geschweige denn, den anderen zu killen). Klappt nicht. Und mit dem 9-Euro-Ticket kommt man hier auch nicht weit. Dann schon lieber ganz ohne. So, genug gespoilert.

So rasant wie der Zug Japan durchquert, ist auch die Action, die immer wieder von Rückblenden und Kurzbiografien unterbrochen wird. Letztere zeigen, wer alles mit wem verbunden ist. Besonders gut hat mir der große Einfallsreichtum gefallen, der sich auch im Ende des Films offenbart – mein Tipp: nicht gleich aus dem Kinosaal verschwinden, sobald der Abspann läuft.

Mein Schlussplädoyer: Der Trailer hat nicht zu viel versprochen. Aber auch nicht zu viel verraten, wie das heute leider nur zu oft der Fall ist. Eine echte Überraschung war für mich die Besetzung. Hatte Brad Pitt in „The Lost City – Das Geheimnis der verlorenen Stadt“ nur eine Minirolle, während Sandra Bullock und Channing Tatum den größten Teil des Films trugen, tauchen hier beide nur in winzigen Nebenrollen auf.

Guglhupfgeschwader – 11.8.22

Nicht nur in japanischen Hochgeschwindigkeitszügen fliegen die Kugeln, auch im bayerischen Niederkaltenkirchen. Hier fiebert nicht nur Ermittler Franz Eberhofer seinem zehnjährigen Dienstjubiläum entgegen, sondern gleich das ganze Dorf dem 17 Millionen Euro schweren Lotto-Jackpot entgegen. Zur Entspannung der Situation trägt da nicht gerade bei, dass der Lotto-Otto plötzlich ins Visier einer kriminellen Bande gerät und bei der Gelegenheit dann auch gleich die ungeklärte Vaterschaft des nicht ganz so cleveren jungen Mannes zum Dauerthema wird. Und dann verschwindet auch noch der Lottoschein mit den sechs Richtigen… Den Trailer zu dieser Verfilmung eines Provinzkrimis von Rita Falk fand ich zum Brüllen, die Verfilmung amüsant, nur hätte ich dazu nicht ins Kino gehen müssen. Wäre der Film im Fernsehen gelaufen, wäre es genauso gut gewesen.

Mein Schlussplädoyer: Amüsante Unterhaltung mit Darstellern wie Enzi Fuchs und Eisi Gulp, die in mir den Wunsch, die Buchvorlage zu lesen, ausgelöst hat.

Nope – 18.8.22

Alles gute kommt von oben? Nicht, wenn es aus einer mysteriösen Wolke Geschosse hagelt und sich in dieser Wolke etwas verbirgt, dem man besser nicht begegnen würde. Nach dem Tod ihres Vaters versuchen die Geschwister O.J. und Emerald, die Pferderanch weiter am Laufen zu halten und dabei herauszufinden, was es mit der starr am Himmel klebenden Wolke auf sich hat. Da für die beiden klar auf der Hand liegt, dass es nur ein UFO sein kann, beschließen sie, besagtes UFO zu filmen und das Material ans Fernsehen (am besten an Oprah) zu verkaufen, um so die marode Ranch vor dem finanziellen Ruin zu retten. Ein durchdachter Plan? Schon bald müssen sie erkennen, dass sie den außerdischen Besuch gewaltig unterschätzt haben.

Als ich hörte, dass mit „Nope“ mit ein Mix aus verschiedenen Genres auf mich zukommen würde, war ich begeistert. Nichts gegen reine Horrorfilme, aber da ich diesen Monat schon zwei Genre-Crossovers hatte, war ich umso gespannter, und der Trailer verhieß Spannung. Auch die Landschaft fand ich grandios in Szene gesetzt – kalifornische Bergketten vor einem sich verfinsternden Himmel? Für die Leinwand wie gemacht. Wirklich an meinen Nerven gezerrt aber hat die Musik, die stellenweise echtes Unbehagen bei mir ausgelöst hat. In ähnlicher Form ist mir das bei „Der Leuchtturm“ passiert. Zurück zu „Nope“, dessen Ende mich nicht noch stundenlang wachgehalten hat wie das von „Us“ (Wir) mit seiner Schlusseinstellung, die mich frappierend an ihr Gegenstück vom Anfang erinnert hat.  

Mein Schlussplädoyer: Wenn man es aushalten kann, dass sich die Spannung nur langsam aufbaut und über weite Strecken scheinbar nicht viel geschieht, ist „Nope“ nicht die schlechteste Wahl. Was Sound und Kameraführung angeht, war ich begeistert.

Jagdsaison – 20.8.22

Gemischtwarenladen, auf die Spitze getrieben. Nein, nicht was diese deutsche Produktion angeht, denn die ist eine Komödie – sondern mein Hang, keinem Genre den Vorzug zu geben… Nach zwei Actionkomödien und einem Krimi, der sich durch teilweise derben Humor auszeichnet, ist meine Wahl diesmal auf ein Remake der dänischen Komödie „Jagtsæson“ aus dem Jahr 2019 gefallen. Schauplatz eines bald schon aus dem Ruder laufenden „Mädelswochenendes“ ist ein Wellnesshotel an der schleswig-holsteinischen Ostseeküste. Marlene, in deren zwanzigjähriger Ehe es nicht mehr ganz so rund läuft, hat sich dort mit Urlaubs-/Seminarbekanntschaft zum Seitensprung verabredet.

Begleiten soll sie als moralische Unterstützung Bella, mit der sie sich beim Yoga angefreundet hat. Dass sich ausgerechnet Marlenes beste und völlig verpeilte Freundin Eva anschließt, um Marlene von ihrem Vorhaben abzubringen, ist jedoch nicht der einzige Grund für das bald ausbrechende Chaos. Marlenes neue Freundin Bella ist dummerweise die neue Lebensgefährtin von Evas Ex-Mann, und so ist der drohende Konkurrenzkampf zwischen Eva und Bella nur eine Frage der Zeit. Sage mir, in welchen Film du gehst, und ich sage dir, welchen Trailer du im Vorprogramm zu sehen bekommst. Im Fall von „Jagdsaison“ ist mir zum ersten Mal aufgefallen, dass Trailer nicht gleich Trailer ist. Lag im Vorprogramm zu „Thor“ oder „Bullet Train“ der Fokus noch auf den derben Sprüchen, die das Damentrio nacheinander raushaut, so steht im Vorprogramm zu „Guglhupfgeschwader“ ein ganz anderes Thema des Films im Mittelpunkt: Freundschaft und das was passiert, wenn sich eine neue Freundschaft anbahnt und die alte zu verdrängen droht. Irreführend waren jedenfalls beide.

Mein Schlussplädoyer: Hätte es keine Slapstick-Komödie als Vorlage gegeben, wäre aus diesen Zutaten vermutlich unter anderer Regie ein Drama herausgekommen. So aber habe ich mich 93 Minuten lang nicht auch nur eine Minute gelangweilt – besonders interessant war für mich die Ähnlichkeit der Außenanlagen des Wellnesshotels mit denen von Schloss Noer in der Nähe von Eckernförde. Leider habe ich dazu keine Informationen im Internet gefunden. Vielleicht war’s die Hofkulisse von Schloss Einstein, aber wie auch immer – für mich war der Film besser als sein/e Trailer

Es war nicht Schloss Noer – aber es sah um ein Haar ganz danach aus.
Das hier ist das echte Schloss.

So, das war’s auch schon wieder für den August. Im September warten schon einige Highlights, die ich nicht verpassen möchte.

Cinema-Scope 2022 : Juli – Überraschungen für Nostalgiker

Nicht nur im Hafenkino Open Air 2022 – in meiner Heimatstadt vom 10. Juni bis zum 27. August – laufen so richtig gute Filme. Zum Beispiel Licorice Pizza. Oder The French Dispatch. Genau dieselben Filme konnte ich aber auch in den Frankfurter Arthouse-Kinos, unter dem Stichwort „Sommerflimmern“, sehen. Und mit dem frisch erworbenen „Filmfreund:in“-Pass sogar zwei Euro pro Vorstellung günstiger.

ELVIS

Nachdem bei diesem Biopic die Woge der Begeisterung anderer auf mich übergesprungen ist, habe ich meine Skrupel vor überlangen Filmen überwunden und habe mich auf das Erlebnis eingelassen. Schließlich bin ich mit der Musik Elvis‘ großgeworden – nur mit seiner Zeit in Las Vegas konnte ich nicht so viel anfangen, und genau die nimmt großen Raum in dem 159 Minuten langen Film sein. Eine solch lange Laufzeit könnte sich ziehen, wäre das Leben der Hauptperson (wie in diesem Genre oft so üblich), in chronologischer  Reihenfolge nacherzählt worden – und genau das ist hier der springende Punkt.

Nicht nur, dass der Film zwischen den Stationen des „King of Rock & Roll“ hin und her springt – und das tut er ganz schön oft. Hinzu kommt, dass sich nicht alles ausschließlich um Elvis Aron Presley dreht, sondern sehr ausführlich auch um seinen Manager: Colonel Tom Parker (Tom Hanks), der in seinem Schützling die goldene Gans gefunden hat, die er nach Herzenslust ausnehmen kann, nachdem er dessen Eltern ordentlich eingewickelt und eingeseift hat. Nur dumm, dass die goldene Gans irgendwann beschließt, keine Eier mehr zu legen und den Manager zu feuern, nachdem sie herausgefunden hat, dass sie im wahrsten Sinne verraten und verkauft worden ist. Diese Schmach kann der so abrupt Hinausgeworfene nicht verwinden und macht nun seinerseits der Familie Presley eine Rechnung auf, die sich gewaschen hat

Tom Hanks als Unsympath? Ihn eines Tages als einen solchen Charakter erleben zu dürfen, war eine echte Überraschung für mich. Keine Überraschung war jedoch, dass Regisseur Baz Luhrmann (von dem ich noch keinen schlechten Film gesehen habe) mit Austin Butler als Elvis einen absoluten Glücksgriff getan hat. Nach wie vor bleibe ich dabei: Egal wie groß die Ähnlichkeit zwischen Schauspieler und dargestellter Person ist, sobald man nur noch jene Person – in diesem Fall Elvis – sieht und nicht mehr den Darsteller, dann hat jemand alles richtig gemacht. Beeindruckend fand ich auch die stellenweise eingesetzte Split-Screen-Technik oder ganze Passagen als Comic.

Licorice Pizza –

Filmtipp Nummer zwei – welcome to the 70s. Eigentlich ist von Anfang an klar, dass die beiden irgendwann zueinander finden würden: Gary Valentine, fünfzehnjähriger Kinderstar und Jungunternehmer (gespielt von Cooper Hoffman), der einer hippen Geschäftsidee nach der anderen hinterherjagt, und Alana Kane (dargestellt von Alana Kane), die mit 25 noch immer als Assistentin des Schulfotografen arbeitet und eigentlich viel lieber Schauspielerin wäre. Leider müssen beide feststellen, dass es mit einem alternativen beruflichen Standbein schwieriger ist als gedacht, und das nicht nur wegen der Ölkrise… Ich muss zugeben, ich hatte große Erwartungen angesichts der Lobeshymnen all derer, die den Film schon längst gesehen hatten und in Anbetracht der Darstellerliste, die sich sehen lassen kann: Sean Penn, Tom Waits, Bradley Cooper, Maya Rudolph. Im großen und ganzen hat mir der Film auch gefallen, aber mit 133 Minuten Länge fand ich ihn gerade am Schluss einfach zu lang.

The French Dispatch

Starkino mal ganz anders. Wenn sich ein Ensemble aus bekannten Namen wie Tilda Swinton, Frances McDormand, Timothée Chalamet, Benicio del Toro oder Bill Murray (die Liste ist aber noch viel länger) auf einen Film von 108 Minuten Länge aus vier in sich abgeschlossenen Episoden verteilt und dabei in absurden Situationen glänzt, klingt das nach einem Film wie für mich gemacht. Tatsächlich wurde mir das kunterbunte Werk von Wes Anderson wärmstens empfohlen, und nun kam ich auch endlich in den Genuss. Wenn ich meinen Gemütszustand während und nach dem Schauen des Films beschreiben sollte, dann würden es die Wörter „verwirrt“ oder „überfordert“ am ehesten treffen, denn teilweise wusste ich nicht, wohin ich zuerst schauen sollte. Vielleicht aber auch noch „ohne Brille aufgeschmissen“, denn ohne Nasenfahrrad vor meinen mit den Jahren auch nicht besser werdenden Äuglein entgehen mir Details, die mir erst beim nochmaligen Anschauen auf Youtube auffallen, wie das nur scheinbar vorhandene Product Placement, wenn die Zigaretten nicht Gauloises, sondern Gaullistes heißen.

Filmisch (gerade was das Bühnenbild betrifft) und darstellerisch top, gab mir jedoch die Art und Weise, wie deutsche Über- bzw. Untertitel in den Szenen, in denen aus dem Nichts französisch gesprochen wird, eingesetzt wurden, Rätsel auf. Mal waren sie da, dann wieder nicht, aber sei’s drum – ich hatte bei den Geschichten aus der fiktiven französischen Stadt Ennui-sur-Blasé (der Name! Langweile-über-blasiert) meinen Spaß. Schon allein die Anfangssequenz, in der der Kellner ein volles Tablett in die Redaktionsräume des von einer halben Million Menschen abonnierten Magazins „The French Dispatch“ trägt und dabei durch ein Labyrinth von Treppen muss, hat mich doch stark an die Szene in Jacques Tatis Film „Mein Onkel“ erinnert, in der besagter Onkel durch ein verschachteltes Treppenhaus zu seiner Dachwohnung hinaufsteigt.

Mein Onkel, gefunden auf youtube – https://youtu.be/6mtluyHcOnk

The French Dispatch, gefunden auf: https://www.youtube.com/watch?v=UUTK_LdLEjk

Mein Fazit: Ein Film, der unbedingt auf die große Leinwand gehört, aber wegen der vielen entgangenen Kleinigkeiten die Anschaffung auf DVD oder BluRay lohnt.

Und nun noch was fürs Heimkino:

– Ganz weit hinten –

Starkino, die Zweite – oder aber auch: Ein Familienurlaub, der keiner war. Wenn die Eltern geschieden sind, man aber eigentlich die Sommerferien viel lieber beim Vater verbringen möchte anstatt im Strandhaus des Freundes der Mutter. In diesem Fall hat dieses Pech der 14jährige Duncan, der wegen seiner Schüchternheit und Introvertiertheit nur schwer Anschluss an Gleichaltrige findet und deshalb lieber alleine ist.

Dass Trent (Steve Carrell), der nervige Freund seiner Mutter (Toni Collette), permanent auf ihn einredet, wie wichtig es doch sei, Kontakte zu knüpfen (offenbar nur, um den Jungen loszuwerden), macht die Sache nicht besser. Dass er mit den anderen Jugendlichen am Ort nichts anfangen kann (und sie nicht mit ihm) und die lärmige Nachbarin Betty, die ihm ihren 12jährigen Sohn Peter aufhalsen möchte, um mit Trent und seinen Freunden am Strand Party machen zu können, führt dazu, dass Duncan schließlich auf einem rosa Kinderfahrrad die Flucht ergreift und aus Neugier in einem schon etwas angejahrten Wasserpark landet und von Parkmanager Owen (Sam Rockwell) angestellt wird. Es dauert nicht lange, bis der Junge aufblüht und Selbstvertrauen entwickelt, und so werden Owen und seine Freunde so etwas wie eine Familie für ihn – und der Wasserpark der einzige Ort, an dem der sich wirklich wohlfühlt. Mit dem Zusammenhalt und gemeinsamem Miteinander sieht es innerhalb seiner eigenen (Patchwork-)Familie dagegen komplett anders aus, und die Situation eskaliert, als er Trent mit einer anderen Frau in einer leidenschaftlichen Umarmung erwischt und Duncans Mutter vor versammeltem Freundeskreis herausfindet, dass Trent sie belogen hat…

Gesehen habe ich den Film im Anschluss an eine Komödie mit Sam Rockwell als Auftragsmörder mit moralischen Skrupeln – an meinem letzten Wochenende vor meinem Urlaub, als ich mich wegen der Hitze zum Weggehen nicht aufraffen konnte. Der Wasserpark versprach Abkühlung (was aber nicht wirklich funktioniert hat), und meine nostalgischen Momente hatte ich beim Soundtrack zu dem Coming-of-Age-Film. Auf die Kombination einer Breakdance-Szene mit dem 80er-Jahre-Kracher „New Sensation“ von INXS muss man auch erst einmal kommen, aber wenn ich diesem Beitrag Glauben schenken darf, steckt mehr in der Songauswahl, als so manch eine/r vermutet hat.

New sensation by INXS meets Headspins – https://www.youtube.com/watch?v=-QklHmei5pg&t=368s

Ich schwöre, diese Szene war eine echte Überraschung für mich, und ich hatte keine Ahnung, dass ausgerechnet dieser Song hier und dann auch noch so ungewöhnlich lange gespielt wird. Überrascht war ich auch von Steve Carrell in der Rolle eines echten und ganz und gar nicht lustigen Unsympathen, der als „Patchwork-Daddy“ mit seiner hemdsärmeligen Art und seinem ständigen „Kumpel“ auch für mich unerträglich gewesen wäre. Überraschung Nummer drei: Dies war für mich der bereits dritte Film mit Sam Rockwell in irgendeiner Rolle (hier war’s eine sympathische Nebenrolle), und dabei hatte ich diesen Schauspieler bisher noch überhaupt nicht auf dem Radar. Ich musste erst mal googeln um zu erfahren, warum mir sein Gesicht so bekannt vorkam: „Three Billboards outside Ebbing, Missouri“ war das Stichwort. Da hat es dann „Klick!“ gemacht.

Was ich im Juli auch noch gerne gehabt hätte: „Liebesdings“ und „Thor: Love and Thunder“; außerdem hatte ich vor, mir ein Ticket für die Vorpremiere von „Monsieur Claude und sein großes Fest“ zu holen und mir als eine der ersten 100 Besucher ein Glas Marmelade schenken zu lassen, aber leider habe ich bei diesem Versuch in die Röhre geguckt. Seit Wochen ausverkauft? Nun, da waren wohl andere, die es spannender fanden, dass der Schauspieler Noom Diawara ebenfalls zugegen sein sollte, dummerweise schneller als ich gewesen.

Der Juli ist zwar noch nicht vorbei, aber da ich nicht weiß, ob ich diese Woche noch in ein Filmtheater komme, gibt’s diesen Monatsrückblick eben schon jetzt.

Cinema-Scope 2022 : Juni – The Originals

Nein, dieser Bericht hat nichts mit der Vampirserie zu tun, sondern mit Filmen in der Originalversion, an denen ich mich diesen Monat erfreuen durfte.

Wunschkonzerte schön und gut, aber manchmal kommt es anders als geplant. Den ein oder anderen Trailer für gut befunden, kommt dann eine Mail von seinem bevorzugten Kino, in der für Sondervorstellungen geworben werden: Freitag der 13 (im Sommer? Echt jetzt?), La Boum – die Fete (der „Kultfilm“, der in den 80er Jahren komplett an mir vorbeigegangen ist), Bayreuther Festspiele 2022: Die Götterdämmerung (ein Opernbesuch ist für mich ein tolles Erlebnis, nur dann bitte keine Wagner-Oper) – und als besonderes Sahnehäubchen „George Michael – Freedom Uncut“. Wie toll ist das denn, bitte? Und dann kam meine beste Freundin mit „Die Hexen von Eastwick“ im Open-Air-Kino um die Ecke… Was daraus wurde und wie es war, erfahren Sie jetzt.

The Outfit – Verbrechen nach Maß

Leise rieselt der Schnee… und das Blut gleich mit. Wenn in der Werkstatt eines Chicagoer Herrenschneiders, der sein Handwerk in der Savile Row gelernt hat, die „Gentlemen“ der irischen Mafia ihre Briefe in einen toten Briefkasten werfen, ahnt man schon, dass hier nicht alles mit rechten Dingen zugeht. Es war Sonntagabend, und während sich andere die Seele aus dem Leib schwitzten, schlug ich der Hitze ein Schnippchen und verfolgte fasziniert das Kammerspiel, das sich im Dezember des Jahres 1956 vor mir entfaltete.

Von seiner Kundschaft nur „English“ genannt, möchte L. Burling (Mark Rylance) vor allem nur eines: in Ruhe gelassen werden, denn er möchte mit den Machenschaften der Boyles, die die Aufnahme in das berühmte Netzwerk des organisierten Verbrechens (genannt „The Outfit“ und immerhin gegründet von Al Capone!) anstreben, nichts zu tun haben. Familie Boyle wiederum ist hinter einem Band her, das angeblich die Identität eines Maulwurfs bzw. einer „Ratte“ lüften kann und versucht bei dieser Gelegenheit auch gleich, die Familie La Fontaine ausschalten, da diese nur lästige Konkurrenz darstellen. Die Fäden sind gespannt, und so geraten „English“ und seine Vorzimmerdame Mabel eines besonders unangenehmen Dezemberabends mitten hinein in ein Netz aus Verrat und Mord, und es beginnt ein hochgradig spannendes Katz-und-Maus-Spiel mit etlichen Wendungen, bis hin zum Showdown, der sich gewaschen hat.

Bildquelle – https://m.media-amazon.com/images/M/MV5BNjVlOTFhMDctYzcwOS00MDdjLWJlOTItZjlkY2Y1NWJhMTM3XkEyXkFqcGdeQXVyMDM2NDM2MQ@@._V1_.jpg

Fazit: Endlich mal wieder ein spannender Thriller, der ohne wilde und hektische Action oder Spezialeffekte auskommt, aber dafür mit einer Fülle an Dialogen glänzt und den ich bereits jetzt als würdigen Anwärter auf den Titel „mein persönlicher Film des Jahres“ betrachte.

Wer den Künstler sucht, wird ihn nicht finden – https://www.youtube.com/watch?v=diYAc7gB-0A

George Michael – Freedom Uncut

So ein volles Haus habe ich schon lange nicht mehr erlebt, und das bei einer Sondervorstellung (Original mit Untertiteln) um 20:45 Uhr an einem Donnerstag. Beginnen wir bei Filmbiografie, an der George Michael selbst mitgewirkt hat, doch gleich mit dem Video, bei dem David Fincher Regie geführt hat und in dem der Künstler nicht ein einziges Mal zu sehen ist, dafür aber die Supermodels der 90er Jahre (Linda Evangelista, Naomi Campbell, Christy Turlington, Cindy Crawford und Tatjana Patitz), die alle lippensynchron singen.

Dass das Video nicht sein Coming Out thematisiert, sondern seinen Rechtsstreit mit Sony Music, weil das Label ihn nicht aus dem Vertrag entlassen möchte, wurde mir im Laufe des vom Sänger selbst erzählten Films relativ schnell klar. Anders als bei den üblichen Biopics oder Dokumentationen, konzentriert sich „Freedom Uncut“ hauptsächlich auf die Weigerung des Künstlers, sich permanent vermarkten zu müssen und auf sein Privatleben, genauer gesagt seine Beziehung zu seinem Lebensgefährten Anselmo und dessen Tod infolge seiner HIV-Infektion. Den Rechtsstreit hat George Michael übrigens verloren, durfte dann aber gegen eine entsprechende Ablösesumme (wie beim Fußball) zu einem anderen Label wechseln.

Filmplakat, gefunden auf: https://www.arthouse-kinos.de/fileadmin/arthouse-kinos/import/_processed_/b/7/csm_fw19big_29_d4cd6e8815.jpg

Fazit: Eine sehr ergreifende und mich berührende Dokumentation, in der auch Künstler wie Mary J. Blige, Nile Rodgers, James Corden und Stevie Wonder zu Wort kommen.

An dieser Stelle sollte nun eigentlich Die Hexen von Eastwick stehen. Open-Air-Kino im Rahmen des „Alte-Schinken-Festivals“, doch dann kam die Wetterhexe des Wegs und ließ die Veranstaltung mit drei Hexen (Cher, Susan Sarandon, Michelle Pfeiffer) und Teufel (Jack Nicholson) buchstäblich ins Wasser fallen. Dumm gelaufen, und wegen eines sehr vollen Terminkalenders im Juni und Juli habe ich nun auch keine Lust mehr, mich auf den Weg ins Kino zu machen.

Schauen wir mal, wie sich der Juli so gestaltet, denn da laufen im Hafenkino Open Air 2022 – vom 10. Juni bis zum 27. August – so richtig gute Filme. Zum Beispiel Licorice Pizza. Oder The French Dispatch. Außerdem startet bald der neue Thor, Liebesdings und ….

Ach, was rede ich: Lasst euch überraschen.

Cinema-Scope 2022 : Mai, aus jedem Dorf ein Köter

Manchmal ist das Leben kein Wunschkonzert, oder anders rum: Manchmal ist die Wunschliste so lang, dass man nicht weiß, wie man sie abarbeiten soll. Gespeist wird meine Liste teilweise auch von im Vorprogramm des ersehnten Films laufenden Trailern für andere Filme, deren Handlungen mein Interesse wecken.

Herausgekommen ist bei meinem Wunschkonzert diesmal ein Kessel Buntes aus völlig unterschiedlichen Genres, aber alles davon in 2D. Und da ich weiß, dass ich diesen Monat garantiert nicht mehr ins Kino komme, gibt es diese Zusammenfassung halt schon jetzt.

Downton Abbey II : eine neue Ära

20:20 Uhr an einem Donnerstag – warum auch immer ich schon am Premierentag nicht dazu kam, bleibt mir ein Rätsel, aber das Warten hat sich definitiv gelohnt. Leider musste ich mir dieses Erlebnis alleine gönnen, weil sich die Person, der ich eine Einladung dazu versprochen hatte, nicht wohl fühlte und mich wegen mangelnder Lust auf Kinobesuche alleine losgeschickt hatte. Das fing ja gut an…

Dennoch: Als Fan der Serie schlug mein Herz schon beim ersten Downton-Abbey-Spielfilm höher; jetzt haben Julian Fellowes und sein Team noch eine Schippe draufgelegt und präsentieren den Film im Film, der nicht nur für Fans interessant sein dürfte, denn das Thema „Tonfilm löst den Stummfilm ab und bedeutet für viele Filmstars der alten Garde das Ende der Karriere“ bildet den eigentlichen Handlungsfaden.

Ein Filmteam aus Hollywood hat den Crawley’schen Landsitz zum Set auserkoren, doch weil die als Stummfilm konzipierte Produktion wegen des sich überall durchsetzenden Tonfilms (das bahnbrechende Medium der Zukunft) keinen Erfolg mehr zu versprechen scheint, drängt das Studio auf Abbruch der Aufnahmen. Da kommt die Idee, die bereits gedrehten Szenen nachträglich und noch zu drehende Szenen parallel zu synchronisieren, wie gerufen. Ein Ausweg aus dem Dilemma, schon allein wegen der Hauptdarstellerin Myrna Dalgleish (Laura Haddock), bei der unterirdische Manieren, ein unsäglicher Dialekt und eine unerträgliche Stimmlage in einer Person zusammenkommen. Was liegt da näher, ihren Part von Lady Mary (Michelle Dockery) während der laufenden Aufnahmen direkt am Set ins Mikrofon sprechen zu lassen?

Netter Seitenarm und Running Gag: Dass zur gleichen Zeit ein Teil der Familie nach Südfrankreich reist, bietet die ideale Gelegenheit, den als Spaßbremse fungierenden Mr. Carson vom künftigen Drehort zu verbannen. Grund für den unerwarteten Aufbruch: die Inspektion einer Villa am Meer, die Lady Violet (Maggie Smith) von einem verflossenen Liebhaber aus dem letzten Jahrhundert hinterlassen wurde und nun an ihre Enkeltochter, die kleine Sybil, weitervererbt werden soll. Und plötzlich steht nicht nur die Frage im Raum, was aus der in der Villa lebenden Witwe werden soll, sondern auch, wer nun wirklich der Vater von Lord Grantham (Hugh Bonneville) ist…

Mir hat der Film sehr viel Freude bereitet, schon allein wegen der Kostüme, die die mit zu vielen Zufällen gespickte Handlung wieder aufwiegen; stimmig haben sich für mich aber auch die kleinen Nebenstränge angefühlt, die das Filmerlebnis für mich abgerundet haben.

Fazit: Leichte Unterhaltung, wie gemacht für einen Sommerabend unter freiem Himmel, nicht nur für Fans. Mein Tip fürs Open-Air-Kino

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The Northman

Das fängt ja gut an… Das dachte ich mir auch, als ich mich doch sehr darüber wunderte, warum man die einzige Vorstellung für dieses Werk unter der Woche erst für 22:50 Uhr ansetzt (und auch freitags und samstags nicht wesentlich früher), also zog es mich um 21 Uhr an einem Sonntag ins Kino. Und das bei einem Film von 137 Minuten Laufzeit, wo ich so gar kein Nachtmensch bin. Aber Wikinger faszinieren mich schon länger (nicht umsonst bin ich Fan der Serie „Vikings“), und da Robert Eggers Regie geführt hat, war mir schon beim Trailer auf Youtube klar, dass ich dieses bei diesem Epos mit Willem Dafoe und Björk in Nebenrollen unbedingt sehen möchte.

Wer bei diesem Namen an Hamlet von Shakespeare denkt, liegt richtig: Im Mittelpunkt des Films, der wie ein Buch in Kapitel unterteilt ist, steht Prinz Amleth (Alexander Skarsgård), der seinen von dessen Bruder ermordeten Vater (Ethan Hawke) rächen und seine Mutter (Nicole Kidman) retten will. Zusammen mit einem Trupp Sklaven aus dem Lande der Rus, unter ihnen die als Hexe verschriene Olga (Anya Taylor-Joy) landet er auf Island, auf dem Hof seines verhassten Onkels. Schon bald wähnt er sich am Ziel, doch es gibt da etwas in seiner Vergangenheit, das er so nicht in Erinnerung hatte…

Überwältigend fand ich an „The Northman“ vor allem die gewaltigen Landschaftsaufnahmen Islands und die in kontrastierenden Farben gegeneinander gestellten Szenen, die Realität (rot bzw. warme Farben) und die Mythen der Wikinger (blau bzw. kalte Farben), und das in Bildern, die ich so bisher auch noch nicht erlebt habe. Diese haben mich mehr beeindruckt als die Kampfszenen, die laut mancher Kritiker einem einiges abzuverlangen scheinen. Beim Soundtrack hatte ich stellenweise das Gefühl, dass Björk daran mitgearbeitet hat. Hat sie aber anscheinend wohl doch nicht.

Fazit: Anspruchsvolle Kost mit starken Bildern und starkem Sound, die vermutlich nicht jedermanns Geschmack trifft.

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Dog

Du weißt, dass Du älter wirst, wenn Du nicht wegen des männlichen Hauptdarstellers (Channing Tatum als traumatisierter US-Ranger Jackson Briggs) ins Kino gehst, sondern wegen der vierbeinigen Titelfigur Lulu, für die gleich drei Belgische Schäferhunde vor der Kamera standen. 20 Uhr an einem Samstag, der Zeitpunkt erschien mir ideal, weil ich a) sowieso nichts besseres vorhatte und b) ich den Trailer schon mehrmals gesehen hatte. Eingestellt hatte ich mich auf eine Komödie.

Als aber dann klar wurde, dass die von den Einsätzen im Nahen Osten traumatisierte und hochagressive Lulu eingeschläfert werden soll, nachdem Briggs sie „als Ehrengast“ zur Beerdigung seines verstorbenen ehemaligen Kameraden Rodriguez mitgebracht hat, musste ich schwer schlucken. Was ich mit dem 101 Minuten langen Film unter der Regie von Reid Carolin und Channing Tatum serviert bekam, war eine Mischung aus Road Movie und Buddy Movie, bei der sich ernste und lustige, teilweise ins Absurde abdriftende Momente die Waage hielten, und am Ende war ich doch positiv überrascht.

Fazit: Triggergefahr, wenn man jemanden kennt, der gerade sein Haustier einschläfern musste, aber ansonsten solide Unterhaltung mit ernsten Momenten.

Was ich noch zu sagen hätte: Stell dir vor, du gehst extra früher los, weil Du online kein Ticket kaufen möchtest, und dann wird eine halbe vor dem Beginn der Vorstellung die Schlange länger und länger, weil das Kassensystem einen Totalausfall hatte. Ich sah mich schon vorzeitig wieder nach Hause marschieren, doch dann kam man auf die gleiche schlaue Idee wie ich – warum das Ganze nicht Oldschool abwickeln und die Tickets von Hand erstellen und abstempeln?

Das dauerte zwar, aber sie wurden doch noch so rechtzeitig damit fertig, dass ich mir sogar noch ein Getränk holen und den obligatorischen Gang zum WC antreten konnte.

Cinema-Scope 2022 : April, Tendenz „kein Bock“

Ich weiß ja nicht, wie es anderen so geht, aber nach meiner kurzen Auszeit in den Niederlanden konnte ich mich irgendwie zu nichts aufraffen. Daher hat es mich auch genau ein einziges Mal ins Kino gezogen. Dabei ist meine Wahl auf einen Film gefallen, bei dem ich schon das kollektive Aufjaulen höre. Aber mir war nicht nach Tiefgründigem oder spektakulären Effekten, und schon gar nicht nach Filmen mit Überlänge.

The Lost City – Das Geheimnis der verlorenen Stadt: Wer bei diesem Titel an Filme wie „Auf der Jagd nach dem grünen Diamanten“ oder die Indiana-Jones-Reihe denkt, liegt zumindest beim Genre teilweise richtig. Adventure, gemixt mit Comedy und einer Prise Romantik, da könnte man doch glatt auf die Idee kommen, dass sich das Drehbuch bei den anfangs erwähnten Beispielen bedient haben könnte, und sei es auch nur, um alle möglichen Filmklischees zu verwursten und sich dabei selbst auf die Schippe zu nehmen.

Schon die Handlung, die der Trailer verspricht, klang für mich dermaßen absurd, dass der Film auf meiner Will-ich-sehen-Liste landete: Sandra Bullock als Loretta Sage, Autorin schwülstiger Liebesromane in exotischem Ambiente, die auf ihrer Vorstellungstour ihres letzten Romans von einem exzentrischen Milliardär (Daniel Radcliffe) entführt wird. Dieser jagt nämlich der fixen Idee nach, die versunkene Stadt und dem in ihr verborgenen Schatz aus ihrem Buch gäbe es wirklich und nur sie könne ihn dorthin führen.

Dummerweise hat er die Rechnung ohne Lorettas Covermodel Alan Caprison (Channing Tatum) gemacht. Der will die Angebetete aus den Fängen der Ganoven befreien und zeigen, dass er nicht nur auf dem Cover eine gute Figur macht, sondern auch noch was im Kopf hat. Da aber nicht so genau weiß, wie er das anstellen soll, heuert er seinen ehemaligen Yogalehrer, den Ex-Navy Seal Jack Trainer (Brad Pitt) an, um die Befreiungsaktion mit ihm gemeinsam durchzuziehen. Die geht erwartungsgemäß schief, und da Trainer bedauerlicherweise auf der Strecke bleibt, müssen sich Loretta und Alan fortan gemeinsam durch den Dschungel kämpfen, um den Flughafen auf der anderen Seite der nicht näher benannten Insel im Atlantik zu erreichen.

Never judge a book by its cover? Gute Idee, denn hier hatte ich wirklich mal Unterhaltung, die über den Trailer hinaus ging. Leider habe ich in der Vergangenheit zu viele Filme gesehen, bei denen auch der Trailer gereicht hätte – hier war das nicht so. Tatsächlich habe ich mich prächtig amüsiert. Leider war’s das für diesen Monat auch schon wieder. Verschieben wir die nächsten Kinobesuche also auf den Mai. Zwei Anwärter hätte ich auch schon: „The Northman“ und „Downton Abbey 2“.

Cinema-Scope 2022 : März, Tendenz verschoben

Der März war von Verschiebungen bestimmt. Zum einen war ich es, die den planmäßig am 24.2. angelaufenen Film „Belfast“ in den März verschoben hat, zum anderen ist es „Downton Abbey 2“, der jetzt offiziell nicht mehr am 17. März startet, sondern doch erst am 28. April. Hoffentlich wird nicht wieder so ein Verschiebungsmarathon wie beim letzten James-Bond-Film. Da passt ja auch irgendwie das Bild oben zum gruseligen Wetter von heute („Winter is coming?“ – nein, das war kein Scherz von mir – den Prank hat das Wetter geliefert), der mich fürchten lässt, dass nun auch noch der Frühling weiter verschoben wurde. Wenn dann auch noch die Heizung ausfällt, und das heiße Wasser fehlt, ist das nicht so mega. Hoffentlich sind bis zu meinem Besuch auf dem Keukenhof dann nicht auch noch alle Tulpen erfroren.

Belfast: Eine Kindheit in Belfast, zu einer Zeit, als die Unruhen ihren Lauf nehmen. Der Riss geht mitten durch die Gesellschaft – auf der einen Seite Katholiken, auf der anderen Seite Protestanten – und der neunjährige Buddy, dessen Vater einer Arbeit in England nachgeht und nur ab und zu präsent ist, versteht die Welt nicht mehr. Der ganze Hass nur wegen des Glaubens, während er als Kind einer protestantischen Familie in ein katholisches Mädchen aus seiner Klasse verliebt ist. Absurd wird es dann, wenn man ihm einzureden versucht, die Religion der „anderen“, die man übrigens angeblich an ihren Vornamen erkennen könne, sei von Angst geprägt, und dann droht der protestantische Pfarrer seinen Schäflein mit Hölle und Verdammnis, wenn sie den falschen Weg wählen. Und trotz der zunehmenden Gewalt und des allgegenwärtigen Hasses möchte der Junge nicht weg aus Belfast, obwohl den Eltern ein besseres Leben in England vorschwebt, wenn schon Sydney oder Vancouver nicht in Frage kommen. Ich kann die ganzen Lobeshymnen, die Kenneth Branaghs 99minütiges, fast vollständig in Schwarz-Weiß und mit nur wenigen farbigen Einsprengseln gedreht, sehr gut verstehen. Nicht nur die Musik von Van Morrison möchte ich als positiv hervorheben, auch die Nebenrollen sind mit Catriona Balfe (Outlander), Jamie Dornan, Judi Dench und Colin Morgan (The living and the dead) hervorragend besetzt, und einige Szenen, in denen alle bei Straßenschlachten und Plünderungen aufeinander losgehen, fand ich äußerst beklemmend.

Picknick mit Bären: Dieses Wanderabenteuer von 2015 mit Robert Redford und Nick Nolte in den Hauptrollen wollte ich vor Jahren schon einmal sehen, und zwar im Rahmen der Reihe „Kino Kulinarisch“: Ein in die Jahre gekommener Reiseschriftsteller und sein Kumpel mit Alkoholproblemen, der ihn bei seinem großen Abenteuer unbedingt begleiten will, begeben sich auf eine Fußwanderung entlang des 3500 Kilometer langen Appalachian Trail und sehen sich als völlig ungeübte Wanderer vor ungeahnte Probleme gestellt, auch unter anderem, weil sie ohne vernünftige Vorbereitung losmarschieren und sich nicht um Warnschilder scheren. Da sind hungrige Bären noch das kleinste Problem.

Und das war’s dann leider auch schon wieder. Natürlich habe ich mir ab und zu im Fernsehen noch den ein oder anderen Film angesehen, aber die waren eher mehr zum Berieseln… so richtig behalten habe ich davon nichts.

Viel war’s nicht in diesem Monat. Irgendwie scheint die Luft gerade raus zu sein. Vorgemerkt für den April sind bei mir „The Lost City – das Geheimnis der verlorenen Stadt“ (21. April) und „Downton Abbey 2“ (28. April).

Cinema-Scope 2022 : Februar, Tendenz kurz

Meinen ersten Kinobesuch in diesem Jahr habe ich auf den 1. Februar gelegt, und dabei war das noch nicht einmal ein Film, der auf meiner Wunschliste stand. Meine Schwester wollte unbedingt den Film „Spencer“ sehen, aber nicht alleine gehen. Also habe ich spontan zwei Plätze reserviert. Allerdings gelten jetzt neue Coronaregeln unter Auflagen von 2G+: Ohne Maske die Vorstellung zu genießen, das war einmal. Hast Du aber ein Getränk und haufenweise Snacks dabei, sieht die Sache schon wieder anders aus. So kann man den Umsatz natürlich auch steigern. Genug gequatscht, hier kommt meine Filmübersicht für den Monat Februar.

Spencer: Ich weiß ja nicht, wer schon alles diesen Film als Meisterwerk gepriesen hat, aber ich muss sagen: Die Lobeshymnen sind gerechtfertigt, und das liegt nicht nur an der darstellerischen Leistung Kristen Stewarts als Lady Diana Spencer, die alle anderen Mitglieder der Royal Family überstrahlt. Auch die Musik hat einen nicht unerheblichen Anteil daran, wenn verstörende Klänge das Seelenleben der unter Bulimie und zunehmend auch an Wahnvorstellungen leidenden Prinzessin plakativ widerspiegeln. Kostüme und Bühnenbild, inclusive üppig in Szene gesetzten Speisen auf Tafel und Speisekammer, können sich ebenfalls sehen lassen. Ein Drama mit Timothy Spall (als Major Alistar Gregory), Sally Hawkins (als Kammerzofe) und Jack Farthing (als Prince Charles) in weiteren Rollen, das an realen Schauplätzen, unter anderem auch im Schlosshotel Kronberg im Taunus gedreht wurde und die vielen Auszeichnungen zurecht verdient hat.

Wunderschön: Der Film von Karoline Herfurth, in dem sie auch eine der weiblichen Hauptrollen spielt, sollte bereits im letzten Dezember in den Kinos erscheinen, doch der Filmstart wurde aber wegen der Coronapandemie auf den 3. Februar verschoben. Was im Trailer stark nach einer Komödie mit tragischen Zügen aussah, entpuppte sich als Episodenfilm um fünf Frauen unterschiedlichen Alters, die stark mit ihrem Selbstbild und den Ansprüchen anderer hadern. Während Buchhändlerin Frauke (Martina Gedeck) hofft, ihrer dahindümpelnden Ehe mit dem in Rente gegangenen Ehemann (Joachim Król) durch einen Tangokurs neues Leben einzuhauchen, will ihre Tochter Julie als Model endlich ganz nach oben kommen und treibt sich durch extremes Fasten und die Einnahme von fragwürdigen Pillenkombinationen in den völligen Zusammenbruch. Julies Schwägerin Sonja (Karoline Herfurth) kommt nicht damit zurecht, dass ihr Körper nach zwei Schwangerschaften nicht mehr der alte ist und ihre Karriere auf dem Abstellgleis zum Erliegen gekommen ist. Leyla, die Tochter von Julies Managerin wiederum hängen schon lange die Versuche ihrer Mutter, die Tochter durch penetrantes Verköstigen mit Superfood zum Abnehmen zu bewegen, und konzentriert sich lieber auf ihre neu entdeckte Leidenschaft für den Baseball. Bleibt noch Leylas Lehrerin Vicky (Nora Tschirner), die im Singledasein ihre Bestimmung sucht und als eingeschworene Feministin der Schülerschaft nahezubringen versucht, dass sie ihre Energie nicht darauf verschwenden sollten, unrealistischen Idealen nachzujagen, während ihr Leben im Hintergrund an ihnen vorbeizieht. Dumm nur, wenn man selbst insgeheim einem solchen Ideal nachzueifern versucht… Okay, ich sehe es ein – das Thema ist nicht neu, zumal alle Protagonistinnen zueinander in Beziehung stehen – und eigentlich nie Schnee von gestern – schauspielerisch gut umgesetzt allemal, und ich fand mich während der nicht zu langen 131 Minuten gut unterhalten; als DVD hätte es das mit FSK 6 bewertete Drama jedoch auch getan. Und die Maske vorm Schnabel hätte es dazu auch nicht gebraucht.

Tod auf dem Nil: Hier gingen vorab die Meinungen stark auseinander. Während ein Nachrichtenmagazin vier von fünf Sternen vergab, waren die Filmkritiker auf Youtube weniger gnädig und ließen sich wenig wohlwollend über die missglückten computergenerierten Landschaften aus. Dennoch hatte ich mich mit einer Freundin zum Besuch der Neuverfilmung des Agatha-Christie-Klassikers aus den 70er Jahren verabredet. Zum einen hatte mich der mit der Musik von Depeche Mode unterlegte Trailer gereizt, zum anderen fand ich das angekündigte Eintauchen in Hercule Poirots Vergangenheit durchaus interessant. Herausgekommen sind zwei Stunden guter Unterhaltung, die zu einem großen Teil den Kostümen geschuldet sind. Auch die Musik war für mich stimmig. Nix Depeche Mode, dafür aber Jazz aus der Zeit der Dreißiger Jahre, schließlich befinden wir uns auf einem Raddampfer im Ägypten des Jahres 1937, auf dem nicht nur ein Mord geschieht, sondern gleich drei. Erstaunlicherweise sind nicht nur mir, sondern meiner Freundin sofort diverse Filmfehler ins Auge gesprungen, was sonst komplett an mir vorbeigeht: Karnak liegt a) zwar auf dem 25. Breitengrad, aber laut meiner Freundin, die schon in Südägypten war, kann man dort kaum ausgiebig jene spektakulären Sonnenuntergänge beobachten, da es dort so schnell dunkel wird wie wenn man im Zimmer das Licht ausknipst, und b) vor allem nicht direkt am Nil. Dennoch war es ein kurzweiliges Spektakel, das mir sogar noch besser gefallen hat als Kenneth Branaghs Neuverfilmung von „Mord im Orient-Express“, womit ich vermutlich komplett aus der Reihe tanze.

Das war’s dann auch schon wieder mit den Filmen für diesen Monat. Eigentlich wollte ich mir noch den mit vielen Vorschusslorbeeren bedachten Film „Belfast“ von Kenneth Branagh anschauen, der am 24.2.22 in den deutschen Kinos angelaufen ist. Leider aber ist dieser Tag wohl auch in diesem Jahr von traurigmachenden Ereignissen überschattet. Mal sehen, wie sich der März entwickelt.

Cinema-Scope 2022 : Januar, Tendenz düster

Wie eiskalt ist dies Händchen… Den Anfang in diesem Jahr machte ein Film, den ich auf dem öffentlich-rechtlichen Spartensender ard one gesehen habe: „The Deep“, ein isländischer Spielfilm von 2012, der auf einer wahren Begebenheit beruht. Ob das jetzt mein neues Motto wird oder nicht, wird sich zeigen. Die Grundtendenz war jedenfalls wenig heiter stimmend bzw. bis da hin, wo’s weh tut.

The Deep (gesehen auf ard one): 1984 überlebte der isländische Fischer Guðlaugur Friðþórsson als einziger das Kentern seines Trawlers und legte die fünf Kilometer zur Heimatinsel in fünf Grad kaltem Wasser und bei einer Lufttemperatur von drei Grad Celsius schwimmend zurück, um anschließend barfuß ein Lavafeld zu überqueren, bevor er wieder zu Hause ankam – ein Wunder, das man wissenschaftlich untersuchte und das den Mann mit der außergewöhnlichen Konstitution und dem eisernen Überlebenswillen als „Seehund-Mann“ in die isländische Geschichte eingehen ließ.

Children of men (gesehen auf ZDF Neo): Aus dem Jahr 2006 stammt dieser dystopische Thriller von Alfonso Cuarón, in dem im Jahr 2027 seit 18 Jahren nach einer Grippepandemie weltweit keine Kinder mehr zur Welt gekommen sind und sich das sich von der übrigen Welt abgeschottete Großbritannien zum Polizeistaat entwickelt hat, der gnadenlos Jagd auf sogenannte illegale Einwanderer macht und diese in Lager steckt, wo sie wie Abschaum behandelt werden. Da wird der jüngste Mensch der Erde als Sensation gefeiert, doch das größere Wunder soll sich erst noch ereignen: Ausgerechnet die junge „Illegale“ Kee, die von dem Regierungsbeamton Theo Faron (Clive Owen) an einen sicheren Ort gebracht werden soll, ist seit 18 Jahren als erste Frau schwanger, muss aber ihre Schwangerschaft verheimlichen, weil man ihr sonst das Kind wegnehmen würde. Es beginnt eine Jagd, bei der bald niemand mehr den anderen traut. Beeindruckend war für mich nicht nur die Zukunftsvision, die 14 Jahre nach dem Erscheinen des Films (mit Julianne Moore, Charlie Hunnam und Michael Caine in weiteren Rollen) erschreckend reale Züge zu zeigen scheint, sondern auch die Schnittechnik, die minutenlange Sequenzen wie aus einem Guss entstanden wirken lassen.

12 years a slave (gesehen auf arte): Von Halunken übers Ohr gehauen und über Nacht vom freien Mann zum Sklaven degradiert, dieses Schicksal – eine wahre Geschichte – ereilt den Violinisten Solomon Northup, nachdem er ein Engagement angenommen hat, ohne zu wissen, dass es sich bei den vermeintlichen Schaustellern um Sklavenhändlern handelt, die ihre „Ware“ aus dem amerikanischen Norden an Plantagen im tiefsten Süden verschachern. Fortan ist er der Willkür und Gnade der Plantagenbesitzer ausgeliefert, und es soll insgesamt zwölf Jahre dauern, bis er durch einen Zufall in Form des durchreisenden kanadischen Handwerkers Samuel Bass (Brad Pitt) seiner in New York lebenden Familie eine Nachricht zukommen lassen kann. Doch trotz der mit Nachdruck erwirkten Freilassung bleibt die zu erwartende Gerechtigkeit aus, da er die Schuldigen nicht verklagen, wie sie Weiße sind, und sie somit für ihre Taten niemals belangt werden.

Die Wannseekonferenz (gesehen im Abendprogramm des ZDF): Basierend auf der einzigen Kopie des Konferenzprotokolls, zeichnet der Fernsehfilm von Matti Geschonnek ein Bild jener Konferenz nach, bei der am 20. Januar 1942 in einer feudalen Villa am Wannsee über die sogenannte „Endlösung der Judenfrage“ bzw. deren Organisation beraten wurde, die im Zug der nach Osten vorrückenden Truppen erst den Anfang auf dem Weg zur „Germanisierung Europas“ darstellen sollte. Mit welcher Kaltschnäuzigkeit und akribischen Bürokratie die Beteiligten das weitere Vorgehen in allen Einzelheiten durchgingen, war nicht das Erschreckendste an dieser Zusammenkunft – sondern eher die Sorge um die Täter, denen man die Massenerschießungen und daraus resultierende Traumata unmöglich weiter zumuten konnte, da letztere der Sache nicht dienlich seien. Zu sehen ist der Film in der ZDF-Mediathek bis 2024.

Ins Kino hat es mich diesen Monat nicht gezogen – außer den ersten sechs Folgen der ersten Staffel von „Game of Thrones“ auf DVD wurde mein Filmkonsum vom Fernsehen bestimmt, und das auch nur in homöopathischen Dosen.

Cinema-Scope 2021 : 50 shades of cinema – mein Jahresrückblick

Coronajahr 2.0 – im Gegensatz zu 2020 waren in diesem Jahr ab Juli auf einmal wieder Kinobesuche möglich. Da ich mich zwei Wochen vorher habe impfen lassen, wollte ich mir diese Chance nicht entgehen lassen und freute mich bei meinem ersten Kinobesuch im Sommer schon auf den für September angekündigten Bond-Film (der dann auch prompt mein persönlicher Abschluss für jenen Monat wurde). Welcher Film mich aber dann statt dessen umgehauen hat und welche Filme noch zu meinen persönlichen Highlights wurden, halte ich in diesem Rückblick fest.

Für jeden Monat ein Thema: Was sich im Jahr zuvor durch den September (Sci-Fi), Oktober (Horrorfilme) und November (Noir) bereits sachte angedeutet hat, fand hier die Fortsetzung, wobei einige Mottos ziemlich zusammenkonstruiert wirken. Ob ich das jedoch 2022 auch wieder in dieser Form durchziehe, weiß ich jetzt noch nicht.

Januar : Von gestern – fünf Filme fürs Herz

Hier war Nostalgie angesagt: Entweder bei den Charakteren, die sich auf einen Roadtrip in einem alten VW-Bus begeben oder die vermeintlich gute alte Zeit erneut aufleben lassen wollen – und manchmal war die Handlung gleich ganz in der Vergangenheit angesiedelt. Meine Favoriten waren die Filme „303“, „Mitten ins Herz – ein Song für Dich“, „Road to your heart“ und „Love Story“ sowie der Dreiteiler „A very English scandal“.

Februar : Die feine Gesellschaft – drei völlig unterschiedliche Charaktere

Das Motto schien mir hier schon sehr weit hergeholt, aber sei’s drum. Ich habe mir den Schuh ausgesucht, jetzt muss ich ihn auch tragen. Und so lauten meine Highlights hier „A United Kingdom“, „Systemfehler – wenn Inge tanzt“ und „Nicht auflegen!“

März : Wenn man sich mit den Falschen anlegt – drei Filme mit Konfliktpotenzial

Hier war der Stress vorprogrammiert. Bei den einen war Krawall Programm, bei anderen drohte der Knatsch innerhalb der Familie und mit der besten Freundin, und am englischen Königshof zu leben, war auch kein Spaziergang. Der Mix aus gekauften, mitgebrachten und ausgeliehenen DVDs hat mir besonders bei diesen Filmen gefallen: „Fight Club“, „Kick it like Beckham“ und „The favourite – Intrigen und Irrsinn“.

April : Aus jedem Dorf ein Köter – drei völlig unterschiedliche Kandidaten

In Ermangelung eines vernünftigen Mottos hatte mein Programm Filme aus unterschiedlichen Genres – am Ende machten Produktionen, die in der Sowjetunion spielen, das Rennen: „Wächter der Nacht“ & „Wächter des Tages“ und die Miniserie „Chernobyl“

Mai : der musikalische Monat – drei Werke mit Rhythmus

Hier war größtenteils Musik drin, ob Gothic-Rock-Oper oder Musicalverfilmung… auch ein Film, in dem ein erfundenes Musikfestival am anderen Ende der Welt im Zentrum stand, war mit dabei. Hier hätte ich auch „Wiedersehen macht Freude“ sagen können, denn „Repo! The Genetic Opera“, „Three Summers“ und „The Rocky Horror Picture Show“ habe ich nicht zum ersten Mal gesehen.

Juni : der Monat mit dem Sommerloch – einer geht (doch) noch

„König Fußball“ regierte die Medien und das Fernsehprogramm, und ich gönnte mir eine Auszeit. Der Juni war mein Urlaubsmonat, und so war das einzige, was ich mir über die ZDF-Mediathek anschaute, die Dokumentation „Schwarze Adler“ über den alltäglichen Rassismus im Fußball.

Juli : Menschen mit einer Mission – drei Überraschungsheldinnen

Stecken Sie sich hohe Ziele. Greifen Sie nach den Sternen. Egal ob Superheldin oder Ärztin, die eigentlich nur kranken Menschen helfen möchte… und nicht zuletzt die Mutter, die die Untätigkeit der Polizei nicht mehr ertragen kann. Mit „Die perfekte Kandidatin“, „Three Billboards outside Ebbing, Missouri“ und „Black Widow“ als erstem Film, den ich im Kino gesehen habe standen meine Lieblinge im Juli fest.

August : An Action! – sechsmal geballte Power

Alles, was knallt. Sowohl auf DVD, im Fernsehen oder im Kino… „Lethal Weapon 1“ & „Lethal Weapon 3“, „Snowpiercer“, „Escape Room 2 – No way out“, „12 Monkeys“ und „Face/Off – Im Körper des Feindes“ – da hatte ich noch lange etwas davon.

September : Alles mit S – drei sehenswerte Filme

Nicht die Titel trugen das S in sich, sondern die Stichworte, unter denen ich meine Eindrücke am Ende des Septembers zusammengefasst habe. „The Shape of Water“ und „Fisherman’s Friends“ waren dabei Geheimtips, die mir von mehreren Seiten an Herz gelegt worden waren, und ganz besonders war ich von „Dune, Part One“ beeindruckt. Diese Neuverfilmung hat meine Erwartungen sogar noch übertroffen, und ich bin froh, dass ich gleich nach Erscheinen ins Kino gegangen bin.

Oktober : Horrorctober – sechsmal Schaudern

Nimm eine Box mit 33 Filmen und wähle 13 davon im Losverfahren aus. Ist halt nur blöd, wenn sich darin nicht nur einige Gurken befinden, sondern andere gar nicht erst vom Gerät abgespielt werden können – schlecht für meine Methode, aber gut für die Filme, die ich mir an deren Stelle angesehen habe. „Slugs“ und „Willard“ als Kandidaten aus dem Genre „Tierhorror“ und „Graf Zaroff – Genie des Bösen“ waren für mich tatsächlich echte Meilensteine des Horrorfilms (wenn auch aus der Konserve), die auf dem Fantasy Filmfest mit „Lamb“ und „Gunpowder Milkshake“ ihre Fortsetzung fanden, aber die wahre Überraschung hielt tatsächlich ein Privatsender mit „The Pool“ aus Thailand für mich parat.

November : Wiedersehen macht Freude – drei die mir am Herzen lagen

Okay, hier habe ich ein wenig geschummelt, denn „Last Night in Soho“ war tatsächlich ein brandneuer Kinofilm (für den im Vorfeld kräftig die Werbetrommel gerührt worden war), auch „Lunchbox“ war für mich komplett neu (aber über das in dem indischen Film gezeigte Verteilersystem für in Büros gelieferte Mittagessen hatte ich vor längerem eine Dokumentation gesehen). In die Kategorie „Wiederholungstäter“ fallen daher nur der Anime „Das wandelnde Schloss“ und der Spielfilm „Dogs in Space“ in der australischen Originalversion ohne Untertitel.

Dezember : History Lessons – viermal Nachhilfe in Geschichte

Hier konnte ich wirklich noch etwas lernen. Zum Beispiel wie es der japanischen Bevölkerung nach dem verlorenen Krieg unter russischer Besatzung erging in „Giovannis Insel“, wie brandgefährlich es war, aus der DDR zu fliehen in „Ballon“ und dass manche Spione durch ihr hohes Alter einer Verurteilung entgehen konnten in „Geheimnis eines Lebens“. Den idealen Weihnachtsfilm dagegen lieferte die bezaubernde Literaturverfilmung „Betty und ihre Schwestern“ von 1994.

Und sonst so?

Nicht zum Monatsmotto passten die im Oktober erschienenen deutschen Produktionen „Fly“ und „Contra“ – aber ich fand sie so gut, dass ich sie hier nochmals erwähnen wollte. Und um die 50 vollzumachen, nenne ich als sogenannte „Honorable Mentions“ noch folgende Produktionen:

1) den britischen Animationsfilm „Stickman“ (eine an Weihnachten laufende BBC-Produktion für Kinder) +++ 2) die französische Miniserie „Stalk“ (mit zehn Folgen à 20 Minuten) +++ 3) „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“ (das tschechisch-deutsche Original von 1973) +++ 4) „Drei Männer im Schnee“ (passend zur Jahreszeit) +++ 5) „Crocodile Dundee – ein Krokodil zum Küssen“ (als letzter Film des Jahres).

Das waren 50 Top-Filme und Serien, von denen einige für mich eine echte Entdeckung darstellten. Dabei war mein Pensum wesentlich höher, aber auf Verrisse der „Gurken“ habe ich an dieser Stelle bewusst verzichtet, um mir die angenehme Stimmung nicht zu verderben und um mich zu darüber hinweg zu trösten, dass der Film, auf den ich mich im Dezember am meisten gefreut habe, in den Februar verschoben wurde. Was aber auch bedeutet, dass damit auch schon wieder eins der ersten Ziele für 2022 feststeht.