ABC-Etüden – Woche 42 & 43 – Etüde 2: Die lieben Kollegen

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Push the Button! Was auch immer mir die Inspiration für meinen zweiten Beitrag zu den ABC-Etüden auf Christianes Blog eingegeben hat, die drei von Puzzleblume gespendeten Wörter Biedermeier – niederträchtig – flöten unterzubringen, fand ich im zweiten Durchgang bedeutend schwieriger.

Auf Knopfdruck funktioniert sowas halt meistens nicht. Diesmal ist es ein rein meiner Fantasie entsprungener Ausflug in die Arbeitswelt und Feiern, für die man sich eigentlich nur fremdschämen kann.

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Die lieben Kollegen

„Lieber hochschwanger als niederträchtig“, flötete Wally angesäuselt. Wie unsensibel der armen Claudi gegenüber, die sich auf ihre Elternzeit freute und mit ihren Kollegen auf das freudige Ereignis anstoßen wollte. Vertieft ins Gespräch mit Leo, unserem Praktikanten, dem man das Digitalisieren der im Archiv lagernden Akten zugeschustert hatte, hörte sie glücklicherweise diese Gemeinheit nicht.

O Herr, lass Hirn vom Himmel regnen, flehte ich lautlos, und sie diese Tatsache unkommentiert lassen. Doch da hoffte ich vergebens, denn die Gratisdrinks lockerten nicht nur Wallys spitze Zunge, sondern brachten auch ihre unschönen Seiten zum Vorschein. Und bei Wally Neumann, die als Protegé des Personalchefs Narrenfreiheit genoss, waren sie leider nur zu ausgeprägt. Jetzt fiel ihr Blick auf das angeregt plaudernde Paar.

„Leo ist auch so ein richtiger Biedermeier!“

Obwohl sie offenließ, wen sie mit „auch“ meinte, wusste ich sofort, dass diese Spitze gegen mich gerichtet war. Einmal hätte ich sie fast erwischt, doch ich konnte ihr nichts beweisen – ihr hämisches Lachen hatte ich jetzt wieder im Ohr. Doch das war mir in diesem Moment egal, genauso wie es keine Rolle spielte, dass sie bei Leo abgeblitzt war oder nun allen klar sein musste, dass man ihre Ausfälligkeiten unmöglich ernst nehmen konnte. Das Maß war voll, denn Leo mochte zwar „der Nerd aus dem 37. Stock mit Hornbrille und Strickjacke“ sein, aber ein Langweiler war er mit Sicherheit nicht. Des Nachts der Man in Black, und am Tag wieder ganz anders.

Ach wenn sie nur wüssten, sie würden sich wundern.

Spätestens am Montag nach dieser unsäglichen Feier würden Leo und ich dafür sorgen, dass in diesem Laden Nägel mit Köpfen gemacht würden – als Neffe des Chefs hatte er mit seinen verdeckten Ermittlungen ins Schwarze getroffen und die liebe, schon länger unter Verdacht stehende Wally würde so schnell keinen unserer männlichen Auszubildenden und Praktikanten mehr belästigen.

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300 Wörter sind es auch diesmal wieder geworden.

ABC-Etüden – Woche 42 & 43 – Etüde 1: Schöner Wohnen

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Der Herbst geht in die Vollen – nicht mehr lange, und wir dürfen uns an den Adventüden erfreuen. Doch noch läuft alles wie gewohnt auf Christianes Blog und ihren ABC-Etüden, zu denen die aktuelle Wörter (Biedermeier – niederträchtig – flöten) von Puzzleblume gespendet wurden.

Dass ich die Adventüden erwähnt habe, kommt nicht von ungefähr; Christianes hübsche Illustration erinnert mich an Springerle und daran, dass ich so langsam mit der Weihnachtsbäckerei anfangen sollte. Die Reifröcke waren an der Inspiration für diese Etüde nicht ganz unschuldig.

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Schöner Wohnen

„Im Biedermeier (1815 bis 1848) stand der Rückzug ins Private hoch im Kurs“, leitete der Begleittext zu den Bildern im neuesten Katalog zu den unter den Hammer kommenden Objekten über. Obwohl sie fast nie zu solchen Auktionen ging, ließ sich meine Freundin Christa den Katalog immer noch regelmäßig schicken.

Förmlich hingerissen hielt ich den Atem an. Was für schöne Möbelstücke!

Allgemein als hausbacken oder konservativ verschrien, war mir dieses Einsortieren in Schubladen schon immer geradezu niederträchtig vorgekommen, denn besonders die Stühle mit ihren in ansprechenden Farben gestreiften Polstern und sanft geschwungenen Beinen hatten es mir angetan. Schlicht, elegant und gleichzeitig gemütlich… kein Wunder, wenn sich wegen eines Vulkanausbruchs das Klima weltweit so veränderte, dass einem nur die Flucht nach drinnen blieb.

Trotz der schönsten Sonnenuntergänge hielten sich die meisten in jenen Jahren lieber drinnen auf, also sollte es gemütlich sein. Besonders bei Soiréen mit Hausmusik, bei denen aber anscheinend niemand flötete, sondern Klavier spielte… ein solcher Abend musste wunderbar sein, doch Christa holte mich auf den Boden der Tatsachen zurück.

„Ich weiß selbst, dass bei Dir finanziell nichts geht“, unterbrach sie meine Träumerei – sie hatte beruflich mit Antiquitäten zu tun und kannte die Preise, aber sie wollte auf etwas anderes hinaus. „und ich kenne Deine nostalgische Ader, aber gemütlich waren damals wohl nur die Sitzmöbel.“

Verstohlen rieb ich mir das Hinterteil, das mir schon bei der Vorstellung von abendfüllenden Hauskonzerten in Korsett und Reifrock wehtat. Da konnte man nicht bequem genug sitzen, und dennoch schielte ich im Geiste nach meinen Neuerwerbungen aus der aktuellen Kollektion einer bekannten österreichischen Modedesignerin, die ich zu so einer Auktion tragen würde: eine Bluse mit den für die zu versteigernden Möbel aus jener Epoche so typischen Streifen und eine sündteure Jeans – bequem und trotzdem stilvoll, und als Teile aus der sogenannten Biedermeier-Kollektion zudem noch passend.

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300 Wörter für den Ausflug in die Welt des guten Geschmacks. Obwohl Geschmack und guter Stil ja Ansichtssache sind – denn nichts ist so vergänglich wie die Mode, und wenn ich allein schon an die Damenhüte aus dieser Zeit denke… die Trägerinnen solcher Schuten dürften kein größeres Gesichtsfeld gehabt haben als Pferde mit Scheuklappen.

PS: Die Modekollektion dieses Namens gibt es übrigens wirklich, und die Teile sind wirklich sehr kostspielig, aber eine gestreifte Bluse kommt in ihr nicht vor (dafür aber so ein Kleid).

PPS: Manchmal braucht es keinen Vulkanausbruch wie den des Tambora 1815, der für ein Jahr ohne Sommer sorgte – bei der Pandemie, die wir seit letztem Jahr haben, spielte sich über Monate das Leben doch ebenfalls drinnen ab.

ABC-Etüden – Woche 40 & 41 – Etüde 2: Zielsetzung für Fortgeschrittene

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Nach der kurzen Werbepause schreite ich zu neuen (Un)taten, denn jetzt geht es weiter auf meiner Reise, die sich gewaschen hat, und zwar mit den Worten Geheimkünstlersperrigsuggerieren. Sie wurden gespendet von Yvonne und ihrem Blog umgeBUCHt für die aktuelle Ausgabe der ABC-Etüden (auf dem Blog von Christiane).

Sollte ich in einem meiner letzten Kommentare suggeriert haben, bei dem Geheimkünstler könnte es sich um einen besonders versierten Verbrecher handeln, war das ein Gedanke, der ein viel zu sperriges Konstrukt an Konsequenzen nach sich ziehen würde, und deshalb lasse ich auch dieses Vorhaben ganz schnell wieder fallen. Oder vielleicht doch nicht?

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Zielsetzung für Fortgeschrittene

Ratlos standen Bini und ich vor dem Regal in der Buchhandlung und hatten die Qual der Wahl. Nach meiner Eskapade vor dem Fitneßstudio und ihrer Gardinenpredigt für Luca und ganz besonders für mich hatte sie sich wieder eingekriegt. Meine Reue hatte darin bestanden, statt Dummheiten anzustellen, „Die Tribute von Panem“ innerhalb weniger Tage auszulesen. Nun suchte ich nach einem neuen Buch.

„Schau mal hier: Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand. Wär das nicht was für Dich?“

Oh, geh Ford! Titel und Klappentext suggerierten zwar ein abgefahrenes Lesevergnügen; aber auch in Englisch klang das ebenso sperrig wie der des folgenden Buchs, das mir Bini hinhielt:  „Der Geheimkünstler – vom Werden und Vergehen eines skandalumwobenen Meisterwerks“.

Die Geschichte über das geschredderte Gemälde kannte ich zur Genüge: Respekt, hatte ich damals gedacht, da könnt ihr noch froh sein, dass der versteckte Schredder rechtzeitig seinen Geist aufgegeben hat, sonst wäre das Mädchen mit dem Ballon für immer in Tausenden von Schnipseln aufgegangen. Banksys Coup hatte für einen gigantischen Wirbel gesorgt. A propos Wirbel: Zuletzt hatte sich mein Verehrer aus dem Bus auffallend ruhig verhalten, doch ich wurde das dumpfe Gefühl nicht los, dass wir uns im Auge des Sturms befanden und der wahre Ärger erst noch bevorstand.

Da fiel mein Blick auf ein unscheinbares Büchlein mit knapp 160 Seiten: „50 Ways to Leave Your Lover – Crime Lessons for Advanced Learners“. Interessiert blätterte ich durch die ersten Seiten des Krimis. Die Sammlung von Kurzgeschichten verhieß Spannung und amüsante Unterhaltung. Besser als „Mord am Fjord“ und die ideale Überbrückung langweiliger Momente – und wenn’s nur auf dem Rückflug war.

Doch erst ein Plausch mit dem hübschen Mann an der Kasse ließ eine Idee aufglimmen: Niagara Falls – seine Heimatstadt mit seinen Wasserfällen war praktischerweise genau eines unserer Ziele.

Und sind Ziele im Leben nicht ungemein wichtig?

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Übersetzungshilfe für den Krimi gefällig? Bitte schön: 50 Methoden, seine(n) Liebste(n) zu verlassen – Krimilektionen für Fortgeschrittene. Und für alle, die gerne einen Überblick über das bisherige Geschehen hätten, habe ich hier die Zusammenfassung:

Etüde 1 „Der Ausflug“Etüde 2 „Filmriss“Etüde 3 „Das Resümee“Etüde 4 „Der Zonk“.

PS: Die Sperrigkeit der Titel mancher Bücher in dieser genau 300 Wörter langen Etüde ist ein Trend, der seit dem Erfolg des „Hundertjährigen“ für eine Weile zu beobachten war, von mir aber nicht gepflegt wird. Ich bevorzuge es kurz und knackig. Auch im Titel. Die Etüden sind eine gute Möglichkeit dazu.

PPS: Gerade komme ich von einem Spontanausflug zurück, und was sehe ich? Ein Riesenplakat über die Ausstellung „Mystery Banksy“ in Mainz.

ABC-Etüden – Woche 40 & 41 – Etüde 1: Lass die Leute reden

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Have a break, have a Kitkat – in diesem Fall muss ich meine auf einer Rundreise spielende Fortsetzungsgeschichte für die Wörter unterbrechen, die von Yvonne und ihrem Blog umgeBUCHt für die aktuelle Ausgabe der ABC-Etüden (auf dem Blog von Christiane) gespendet worden sind: Geheimkünstler – sperrig – suggerieren.

Einen Geheimkünstler in die Reisegruppe einzuschmuggeln, lasse ich hübsch, fein bleiben und widme ihm bzw. ihr lieber einen Ausflug in die Arbeitswelt.

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Lass die Leute reden

Die „lieben“ Kollegen!

Die meisten von ihnen waren insgeheim doch froh, wegen Corona von zu Hause arbeiten zu müssen. Nur so – das hatte mir eine ganz Nette – im Vertrauen mitgeteilt, sei sie sicher vor Nervensägen. Auch wenn es anstrengend gewesen wäre, den sperrigen, aber für ein angenehmes Arbeiten unerlässlichen zweiten Monitor oder ihren auf sie eingestellten Bürostuhl in ihre Dachwohnung hochzuwuchten.

Nervensägen… ich wusste genau, wen sie meinte. Quatsch keine Opern hatte in der Vergangenheit das genervte Augenrollen der anderen ausgedrückt, wenn er wieder einmal zu einem Monolog über seine kreativen Projekte angesetzt hatte. Wenn er in dieses Fahrwasser geriet, gab es kein Halten mehr. Etwas, das auch einer mir bekannten Bloggerin zu schaffen machte, die sich inzwischen gar nicht mehr traute, ihren Kollegen zu erzählen, dass sie von Hand Chanelkostüme nähte. „Die abschätzenden Blicke“, hatte sie mir auf einem Nähwochenende geklagt, „suggerierten ihr, man dächte, sie nähme ihren Job nicht ernst.“ Wollte sie Karriere machen (ihre Worte), schwieg sie lieber fürderhin.

So ein Quatsch! Man sollte schon fein differenzieren können. Was haben denn meine Leidenschaften damit zu tun, ob ich gute Arbeit abliefere?

Lass die Leute reden, pflichtete ich im Stillen den Ärzten bei und gratulierte mir, dass ich privates und berufliches stets trennte.

Über meinen Tanzsport wussten alle Bescheid – körperliche Aktivitäten waren in der Berufswelt immer gern gesehen – sein Herzblut in kulturelle Projekte zu stecken, anscheinend weniger. Es kam nicht von ungefähr, dass ich nur wenigen offenbart hatte, was ich in meiner Freizeit noch so trieb.

Klammheimlich freute ich mich darüber wie ein kleines Kind, dass ich im Verborgenen, also gewissermaßen als Geheimkünstlerin, Fortsetzungsromane und Science-Fiction schrieb, auch wenn ich so wahrscheinlich nie einen Verlag finden würde. Schreiben als Hobby und nicht als Verpflichtung: Vielleicht machte ja genau das den eigentlichen Reiz daran aus.

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In 300 Wörtern zur ersten Etüde. Wie ich den Geheimkünstler in meine Rundreisegeschichte einbaue, lasse ich das Schicksal entscheiden.

ABC-Etüden – Woche 38 & 39 – Etüde 4: Der Zonk

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Meine Fortsetzungsgeschichte im Rahmen der ABC-Etüden (auf dem Blog von Christiane) – mit den von Werner Kastens gespendeten Wörtern Prophezeiung, anständig und verkrümeln geht in eine weitere Runde.

Nach Etüde 1 mit dem Titel „Der Ausflug“, Etüde 2 zum Stichwort Filmriss und Etüde 3 „Das Resümee“ folgt nun Etüde 4 mit dem Titel „Der Zonk“. Wer wissen möchte, was ein Zonk ist, kann sich hier (auf Wikipedia) über diesen unerfreulichen Trostpreis schlau machen.

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Der Zonk

Auf dem Zimmer bleiben? Von wegen.

Kaum war die Tüte mit den Erdnüssen leer und der knackige Sportler vom Laufband verschwunden, hatte ich auch schon den guten Vorsatz über Bord geworfen. Dazu brauchte es keine Prophezeiung – wer mich gut genug kannte, der wusste, dass mich im Urlaub nichts länger als nötig im Hotel halten würde: Der Abend war noch jung, und mit etwas Glück gab’s unten im Ristorante noch einen Platz für mich.

Gedacht – getan. Kurz darauf saß ich, strategisch günstig mit Blick auf den Eingang des Fitneßstudios, an einem Zweiertisch und genoss einen edlen Tropfen aus der Region Niagara. Diesen Punkt konnte ich nun auch von meiner Löffelliste abhaken: Fünfzig Dinge, die ich schon immer tun wollte, zu denen auch ein anständiger Urlaubsflirt gehörte. Mit meinem Partner in Crime für den vergurkten Kinonachmittag hatte ich geglaubt, den idealen Kandidaten gefunden zu haben. Leider zu früh gefreut! Da hatte ich mir vielleicht ein Herzchen angelacht. Aber mit etwas Glück würde mir die Zielperson vom Laufband über den Weg stolpern.

And the lucky winner is… Da ging die besagte Tür auf, und ich zwinkerte dem Studiobesucher zu, der prompt mein Lächeln erwiderte und sich anschickte, die Fahrbahn in meine Richtung zu überqueren. War der Tag also doch noch nicht verloren… Das hatte ich aber auch nur gedacht – wie aus dem Nichts flötete mir eine nur zu bekannte Stimme ins Ohr: „Na, wen haben wir denn da?“ Luca? Na toll. Warum konnte er sich nicht einfach verkrümeln? Aber da hatte ich leider ganz schlechte Karten. Mit einem rhetorisch gemeinten „Du hast doch nichts dagegen, oder…“ schwang er sich auf den freien Stuhl und breitete sich ungeniert aus.

Schönes Schlamassel: Innerhalb weniger Sekunden war der vermeintliche Hauptgewinn zum Zonk mutiert.

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290 Wörter für den aktuellen Teil der Geschichte, die ich wahrscheinlich mit der nächsten Etüde fortsetzen werde.

ABC-Etüden – Woche 38 & 39 – Etüde 3: Das Resümee

In den Kommentaren zu meinem letzten Beitrag zu den ABC-Etüden (auf dem Blog von Christiane) – mit den von Werner Kastens gespendeten Wörtern Prophezeiung, anständig und verkrümeln bin ich gefragt worden, ob ich eine Fortsetzung plane.

Et voilà – hier ist sie. Etüde 1 mit dem Titel „Der Ausflug“ machte den Auftakt zu einem erfundenen Reiseerlebnis – gefolgt von Etüde 2 zum Stichwort Filmriss. Nun sitzen sie und schau’n und schau’n – der Autorin ist nicht sehr zu trau‘n.

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Das Resümee

Von Burgern und Cocktails im „Paradise“ geduscht, hatte ich wie ein Schwein ausgesehen und hätte mich vor Scham am liebsten in den Erdboden verkrümelt. Stunden später saß ich im Frotteebademantel mit Bini auf dem Balkon, das Fitneßstudio gegenüber im Blick, und nippte an einer Sprite. Prozente waren für den Rest des Tages tabu – und egal, was der Spaß mich kosten würde: Heute würde ich unser Zimmer nicht mehr verlassen.

„Gut, dass Du Bekanntschaft mit dem Inhalt des Portemonnaies gemacht hast und nicht mit der Motorhaube eines Geldtransporters – nach dieser  Glückskeksprophezeiung„, meinte Bini trocken.

„Tageshoroskop bitte!“

„Glückskeks oder Zeitungsgeschreibsel… ist doch eh alles das Gleiche“, erwiderte meine Freundin. „Mich wundert nur, dass Du Dir über so einen Blödsinn Gedanken machst.“

Gedanken machen… so hätte ich mein Resümee nicht bezeichnet, aber etwas positives musste es an diesem vermurksten Tag doch geben. War ich mir doch nach dem Reinfall mit Luca sicher: Ein anständiges Date hätte anders ausgesehen. Andererseits war so ein Geldregen nicht zu verachten, vor allem weil bei diesem Malheur eine hübsche Sonderprägung in meiner Jackentasche gelandet war, ein Fund, den ich niemandem gemeldet hatte, auch meiner Freundin nicht. Die hätte mich dafür bestimmt in den Senkel gestellt. Bei Diebstahl verstand sie keinen Spaß. Spaß: das Stichwort. Anstatt mich zu bemuttern, sollte sie lieber ausgehen. Alleine zu bleiben würde mir nichts ausmachen. Schließlich brauchte ich keine Bespaßung – schon, weil die Dröhnung allein auf mein Konto ging.

Kaum war die Tür ins Schloss gefallen, holte ich mir eine Packung Erdnüsse und lehnte mich zurück, mit freier Sicht auf das Laufband, auf dem nun ein schnuckeliger Typ trainierte, gegen den Luca einpacken konnte. Was für eine Verschwendung, seufzte ich. Wo hatte ich nur meine Augen gehabt? Aber was nicht war, konnte noch werden. Schließlich war noch nicht aller Tage Abend.

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Und auch bei diesem Teil der Geschichte sind es wieder genau 300 Wörter geworden.

ABC-Etüden – Woche 38 & 39 – Etüde 2: Filmriss

Auf einem Bein kann man schlecht stehen – diese Binsenweisheit ist vermutlich anders gemeint, aber ich wende sie einfach mal auf die aktuellen ABC-Etüden (auf dem Blog von Christiane) an – mit den von Werner Kastens gespendeten Wörtern: Prophezeiung – anständig – verkrümeln.

Ich hatte mal wieder Lust auf eine Fortsetzungsgeschichte. Etüde 1 mit dem Titel „Der Ausflug“ machte den Auftakt zu einem erfundenen Reiseerlebnis.

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Filmriss

„Porca miseria!“ fluchte Luca, als das Licht erneut anging. Lag es an den durch die vorsintflutliche Technik verhinderten Anäherungsversuchen oder am entgangenen Filmgenuss? So viel zu „wir verkrümeln uns ins Kino“. Luca reichte es jetzt. Er stürmte zum Kassenhäuschen, um den Eintritt  zurückzuverlangen. Was für eine peinliche Vorstellung!

Natürlich sprach nichts gegen die Rückerstattung der dreißig Dollar – aber das wäre auch freundlicher gegangen. So ließen sich keine Punkte bei mir sammeln. Doch es kam noch dicker.

Nach dem Reinfall mit dem Nachmittag im ältesten Filmpalast Ontarios rührte sich mein Magen. Anstatt die unterwegs gekauften Macarons auf einmal zu futtern, hätte ich vielleicht doch etwas anständiges essen sollen. Aber Poutine in allen Variationen hatte mich einfach nicht locken können.

Jetzt hatte ich den Salat… und immer noch Hunger, und so gab ich die Marschrichtung vor – geradewegs in den nächsten Freßtempel. „The Paradise“ – die großen Lettern über dem Eingang verhießen ganz besondere Gaumenfreuden: „Cocktails, Burger & more“.

Kaum hatten wir bestellt, stießen wir auch schon an: mit einem Martini (gerührt) für mich und einem Gin-Tonic für Luca. Und weil man auf einem Bein so schlecht steht, genehmigte ich mir gleich noch einen. Aber hallo! Da hatte es jemand mit dem Wodka aber gutgemeint. Nun denn – nicht lang schnacken, Kopp in’Nacken, und ex…Es kam, wie es kommen musste: Vor dem Essen ist es ratsam, gewisse Räumlichkeiten aufzusuchen – weniger empfehlenswert dagegen, zu forsch aufzustehen; vor allem nicht mit der Bedienung im Genick.

„I was standing – you were there – Two worlds collided.“ – Mein ungespieltes Lieblingslied untermalte diese Szene: Ein Rums, und es regnete nicht nur Burger, sondern auch den Inhalt des Kellnerportemonnaies mit dem Münzgeld.

„Heute kommt eine große Geldmenge auf Sie zu“ – das hatte die Prophezeiung in meinem Tageshoroskop heute Morgen ganz bestimmt nicht gemeint.

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Die Fortsetzung des cineastischen Erlebnisses in exakt 300 Wörtern ist eine unbeabsichtigte Punktlandung geworden.

ABC-Etüden – Woche 38 & 39 – Etüde 1: Der Ausflug

Huch, schon wieder Sonntag? Es gibt drei neue Wörter für die aktuellen ABC-Etüden (auf dem Blog von Christiane), und diesmal wurden sie von Werner Kastens gespendet: Prophezeiung – anständig – verkrümeln.

Vielleicht schaffen ja diesmal die Worte, meinen Knoten im Hirn zu entwirren, und die zur Zeit für mich mehr als passende Illustration hat zumindest für diese Etüde die Inspriation geliefert.

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Der Ausflug

„Warum verkrümeln wir zwei Hübschen uns nicht ins Kino?“

Vorgestern Stadtrundfahrt, gestern ein Museumsmarathon, und heute war die unterirdische Stadt dran – das würde ein langer Nachmittag werden… Am liebsten hätte ich meine Füße hochgelegt, aber unsere Reiseleiterin kannte keine Gnade. Kanadas Städte im Schweinsgalopp – da war Frau Fischer unerbittlich. Meine Freundin, die ich zu dieser Reise überredet hatte, sah das ähnlich. Ihrer Meinung nach hatte uns der Spaß eine anständige Stange Geld gekostet (über Details schweige ich lieber) – da wollte sie so viel wie möglich mitnehmen. Aber hatte da auch nicht etwas von Zeit zur freien Verfügung gestanden?

Und jetzt kam Luca, mit dem ich schon im Bus heimliche Blicke ausgetauscht hatte, mit dieser Idee an. Natürlich im Flüsterton, damit es die Fischer nicht mitbekam. Aber warum eigentlich nicht? Wir waren ja schließlich keine minderjährigen Schüler mehr. Hauptsache, wir waren rechtzeitig vor dem nächsten Programmpunkt zur Stelle, der diesen Tag krönen sollte. Aber bis dahin waren es noch vier Stunden.

Soso, ins Kino wollte er unser Spontandate verlegen? Gespannt darauf, welchen Film ihm für unser klammheimliches Ausbüxen vorschwebte, verdrückten wir uns in einen Hauseingang und warteten, bis die Gruppe unseren Blicken entschwunden war. Dann steuerten wir den nächsten Filmpalast an. Fassungslos fiel mein Blick auf das Plakat. „Dune“ – ein überlanger Film um ein Wüstenvolk mit einer Prophezeiung, dass einst einer kommen würde, der die Freiheit bringen möge… und dann auch noch in französischer Sprache, na das konnte ja heiter werden und ganz neue Chancen für einen gewünschten Verlauf des Dates eröffnen, in welcher Form auch immer.

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Das cineastische Erlebnis, abgehandelt in 257 Wörtern. Ich glaube, ich stehe noch immer unter dem Einfluss dieses Films, den ich in Wirklichkeit tatsächlich gestern Abend gesehen habe.

ABC -Etüden – Woche 36 & 37 – Etüde 1: Wasser marsch!

Die ABC-Etüden gehen nach der Sommerpause in eine neue Runde, um erneut am 1. Advent zu enden – dann folgen die Adventüden. Kaum zu glauben, dass wir uns schon in der 36. Woche befinden – so schnell ist das Jahr vorangeschritten…

… dennoch – die von Ludwig Zeidler für die ABC-Etüden auf Christianes Blog gespendeten Wörter (Schlick – ominös – putzen) machen mir wieder richtig Lust auf neue Schreibübungen (irgendwie habe ich das Gefühl, diesen Sommer nicht sehr produktiv gewesen zu sein). Deshalb geht das Charakterrecycling an dieser Stelle weiter.

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Wasser marsch!

Frühstück in der Heidekate – wie sich Schrödinger darauf freute: Extrastarker Kaffee, wachsweiche Frühstückseier, knusprige Brötchen und Erdbeermarmelade, Morgenzeitung inbegriffen – und auf den Spaziergang am Timmendorfer Strand, bei dem er trotz der Kälte seine Zehen in den Schlick bohren konnte. Aber ein Blick auf die zugefrorene Ostsee sagte ihm, dass er diese Wette mit den Kollegen schon bei seiner Anreise verloren hatte.

Ächzend schlurfte er ins Bad. Die heiße Dusche tat seinen Muskeln, die nach der zwölfstündigen Anreise des Grauens rebellierten, sicher gut. Ihnen nachzugeben, war jedoch keine Option. Dazu schrie der verlockend funkelnde Schnee unter einem veilchenblauen Himmel viel zu sehr nach einem ausgiebigen Spaziergang. Gähnend legte Schrödinger den Schalter um und tapste unter dem Summen der funzeligen Beleuchtung durch den rosé gefliesten Raum. Halbverschlafen zog er den Duschvorhang zur Seite. O Graus! Rostfleckige Armaturen und das ominöse Quietschen der Metallringe ließen ihn nichts Gutes erahnen. Dennoch beschloss er, den Start in den Morgen wie geplant fortzusetzen. Nach einer schönen Dusche und einer Tasse Kaffee würde er sich wie neugeboren fühlen. Auch wenn die Eigentümer der Pension wohl schon länger nichts mehr gemacht hatten – von einer altmodischen Einrichtung wie dieser ließ er sich nicht abschrecken. Ha, das wäre ja noch schöner!

Schwungvoll drehte er beide Wasserhähne gleichzeitig auf. Zuerst geschah nichts, dann ging ein Ruckeln durch die Leitung, und wie in Zeitlupe macht sich der Duschschlauch selbständig. Entgeistert musste er mitansehen, wie das Ungetüm geradezu explodierte und die eruptionsartige Wasserfontäne das Badezimmer unter Wasser setzte. Wasser marsch!

Egal, wie schnell er dieses Pandämonium abstellte – er würde erst einmal putzen müssen, um zu verhindern, dass das ganze Haus geflutet wurde. Doch dazu musste er erst einmal an dem peitschenden Schlauch vorbei kommen. Ein schier aussichtsloses Unterfangen. Übernachtung mit Frühstück waren ihm unschlagbar günstig vorgekommen? Jetzt wusste er warum.

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Die Freuden des Reisens, verpackt in 300 Wörter – hier erwarten sie Schrödinger, der seinen ersten Auftritt im Etüdensommerpausenintermezzo hatte. Bei dem Wort ominös handelt es sich übrigens um ein von dem Substantiv „Omen“ abgeleitetes Verb – und darunter versteht man ein Vorzeichen (meist unheilvoller Art) auf ein kommendes Ereignis.

Etüden-Sommerpausen-Intermezzo #4: Summer in the city

Offiziell geht die Sommerpause der ABC-Etüden noch bis zum 5. September, und wenn ich gedacht hatte, dass meine Inspiration nach drei Etüden bereits zum Erliegen gekommen ist, so war das ein Irrtum, der mich vorschnell ereilt hat. Schön, dass wir von den folgenden zwölf Wörtern mindestens sieben in einen Text von beliebiger Länge einbauen dürfen:

Dachbegrünung – Eigentor – Fliegenklatsche – Glühwürmchen – Konzert – Lebensgeister
Regen – Similaungletscher – Sommerloch – Wasserläufer – Wetterleuchten – Willkür

Nach drei natürlichen Gewässern (Fjord, Meer und Weiher/Teich) geht es heute um eine künstlich angelegte Wasserfläche (schließlich sind ja auch Badewannen erlaubt).

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Summer in the city

„Wer ist denn bitte so blöd und fährt im August nach Toronto!“

Marios Urteil war vernichtend. Ich quittierte es mit einem verächtlichen Schnauben. Der Typ hatte doch keine Ahnung, aber so war das nun mal mit der buckligen Verwandtschaft – immer gab es einen, der es besser wusste und einem die schönen Pläne vermiesen wollte. Aber was ärgerte ich mich eigentlich über diesen Nasenbären – alle anderen Freunde und Verwandten hatten ihre Begeisterung über meine Pläne in Form von Glückwünschen verpackt und gratulierten mir zu meinen Plänen. Andere gingen sogar noch weiter und gaben mir gutgemeinte Ratschläge, was unbedingt in mein Gepäck gehörte.

„Du brauchst einen Tagesrucksack für Eure Wanderungen“, kam es von Kevin. Welche Wanderungen? „Und nimm Dich in acht vor Bären!“ Bären in Ontario? Die einzigen, die hier eventuell des Wegs kamen, waren Gummibärchen. Sabine, die schon viele Busreisen mitgemacht hatte, war fest von der Notwendigkeit eines Nackenhörnchens überzeugt, während Silke mir eine Fliegenklatsche ans Herz legte. „Gegen die nervigen Plagegeister am See“, wie sie sagte. Innerlich zeigte ich ihr den Vogel, weil ich mich mit soviel Ballast und zusätzlichem Krempel nicht belasten wollte. 

Zugegeben, ein wenig nervten mich die vielen ungebetenen Tips schon, dennoch war ich im Grunde doch gerührt, dass sie sich so mit mir freuten. War doch nach so langer Zeit bei mir endlich so etwas wie das Erwachen neuer Lebensgeister zu spüren, auch wenn die neu entdeckte Lebensfreude noch als Funke in der Luft hing, nicht größer als ein Glühwürmchen – aber der Anfang war gemacht. Und nun so eine Reaktion? 

„Außerdem – was willst Du denn in der Stadt? Warum fährst Du nicht in die richtige Wildnis?“ 

Ja, ja. Seine  Einstellung kannte ich. Für ihn war eine Reise nach Kanada gleichbedeutend mit Abenteuern in den Rocky Mountains, kristallklaren Seen und Wäldern, so weit das Auge reichte. Aber ein Citytrip? Seine Frau konnte ein Lied davon singen. Einmal hatte sie ihn auf einer seiner stundenlangen Wanderungen durch den Westerwald begleitet, und ihre Entscheidung noch unterwegs bitter bereut.

Mit diesem Fiasko von einem Ausflug hatte sie sich selbst ein Eigentor eingebrockt. Denn als Hobbyfotograf war der Herr einzig an dem perfekten Foto interessiert gewesen und hatte Cordula mit seinem Zwang, jeden Stein und Baum aus allen erdenklichen Winkeln zu knipsen, beinahe in den Wahnsinn getrieben. Dabei wollte sie doch nur die Stille des Waldes genießen. Gerettet hatte sie der einsetzende Regen. Danach hatte sie Mario für lange Zeit nicht mehr gesehen, weil der noch am selben Tag aus seiner Ausbeute mit einem speziellen Programm das Beste herausholen wollte. Man war ja schließlich Profi. Was der Profi wohl sagen würde, wenn er hörte, dass ich nicht vorhatte, die Spiegelreflexkamera mitzunehmen, sondern meine Eindrücke mit meinem uralten Smartphone festzuhalten? Da es ihn im Grunde nichts anging, behielt ich meine Ideen für mich. 

Das war vor einem halben Jahr gewesen – nun stand ich auf dem weitläufigen Platz im Herzen Torontos zu Füßen des Rathauses und war fasziniert von dem Gewimmel rund um das Bassin mit den sprudelnden Fontänen, das sich auch im Winter großer Beliebtheit erfreute, denn wo sich im Sommer die Wasserläufer tummelten, verwandelte sich die zugefrorene Wasserfläche in ein Eislaufparadies.

Nachts leuchten die Buchstaben in der Dunkelheit in bunten Farben.

Jetzt war bei gefühlten dreiunddreißig Grad natürlich nicht daran zu denken, ganz zu schweigen davon, dass mir bei mit extremer Schwüle gepaarter Hitze das Denken generell schwerfiel, besonders wenn noch Remmidemmi vom Feinsten hinzukam. Um halb elf hatte die Sonne ihren Zenit noch nicht erreicht, doch für Straßenmusiker war es allerhöchste Zeit, sich ihren Platz zu sichern, damit alle, die hier eine Pause auf ihrer Stadtrundfahrt einlegten, auch in den vollen Genuss ihrer Konzerte kamen. Schade nur, dass wir hier nur kurz verweilen durften. Doch damit stand ich anscheinend alleine da, denn einige meiner Mitreisenden scharrten bereits deutlich mit den Hufen. 

Seufzend warf ich noch einen letzten Blick auf die funkelnde Wasserfläche, in der sich der Name der Stadt spiegelte. Doch aufgeschoben war nicht aufgehoben, und ich wusste, sobald unser Besichtigungsprogramm vorbei war, würde ich nach einem Nickerchen zur Bekämpfung des Jetlags und einer Tasse Kaffee auf dem Balkon meines Zimmers so langsam meine persönliche Erkundungstour starten. Zu entdecken gab es hier bereits schon so einiges auf den ersten Metern: angefangen bei den Tannenbäumchen als Dachbegrünung auf dem Haus gegenüber, über das Fitneßstudio im selben Haus, dessen sportliche Besucher für mich schon optisch eine Augenweide waren, sowie dem lauschigen Innenhof des scheinbar so unscheinbaren Hotels mit seinen siebenundzwanzig Stockwerken, bis hin zu der Tafel in einer Seitenstraße, die auf einen legendären Musikclub hinwies, der sich hier einst befunden hatte.

Noch ein kleines Bierchen zur Entspannung, und ich war bereit für die Rückkehr an den quirligen Ort vom Vormittag, der am Abend mit seiner Illumination bestimmt noch viel interessanter war.

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Verwendet habe ich die Wörter Eigentor, Regen, Lebensgeister, Glühwürmchen, Konzert, Fliegenklatsche, Dachbegrünung und Wasserläufer. Auf Similaungletscher, Sommerloch, Wetterleuchten und Willkür habe ich bei meiner 784 Wörter langen Urlaubserinnerung dagegen verzichtet. Von dem Dachgarten mit seinen eingepflanzten Bäumchen habe ich leider kein Foto parat.