Film- und Fernsehserien-Sew-Along 2017

 


Als vor kurzem auf dem Blog von minimale Extravaganz ein neuer Film- und Fernsehserien-Sew-Along (FUSSA) angekündigt wurde, war ich skeptisch, ob ich überhaupt mitmachen soll. Denn schon beim FUSSA 2016 nicht viel zustandegebracht. Die Frage, die mich beschäftigt, lautet noch immer: Soll ich mit den unvollendeten Sachen weitermachen oder mich auf was ganz neues konzentrieren? Vielleicht hat es ja einen Grund, warum ich genau diese Pläne nicht realisiert habe…

Aber zunächst: Worum geht es beim sechswöchigen FUSSAX – zu dem es übrigens hier geht – ?

Zitat Ankündigungsbeitrag. „Bei diesem Sew-Along geht es darum, ein von einem Film oder einer Serie inspiriertes Kleidungsstück zu nähen. Ihr dürft es ganz originalgetreu nach nähen oder ihr interpretiert den Look ganz so, wie er zu euch passt. Egal ob Alltagsoutfit, besondere Garderobe oder Kostüm, lasst euch von der großen weiten Welt der Film-Mode inspirieren!

Termine – immer sonntags:

28. Mai – Inspiration und Ideensammlung
4. Juni – Planung, Stoffe und Schnitte
25. Juni – Erster Zwischenstand
16. Juli – Finale

Bestandsaufnahme 2016:

Nicht geschafft hatte ich ein Top, das von Star Trek Voyager inspiriert war, und die Umarbeitung meines nicht mehr passenden Kleinen Schwarzen, das ich mit einem Stoff aufpeppen wollte, der mich entfernt an Teile von cardassianischen oder klingonischen Uniformen erinnert hat, als ich ihn damals kaufte. Wo und wann ich das aber tragen möchte, will mir im Moment einfach nicht einfallen.

neue Ideen:

Sarah Paulson, Jessica Lange, Angela Bassett und Lady Gaga in American Horror Story – besonders die Staffeln „Asylum“ (Paulson), „Freakshow“ (Bassett und Lange) und „Hotel“ (Lady Gaga) bieten eine Fülle an wirklich stilvollen, aber teilweise extrem ausgefallenen Kleidungsstücken, in denen ich mir meinen Alltag nicht wirklich vorstellen kann. Aber träumen möchte ich doch ab und zu. 

 

Bildquelle – https://blaupause7.files.wordpress.com/2017/05/0f2fb-gaga.jpg


Und da sehe ich die Gefahr; die Wahrscheinlichkeit, dass diese neuen Ideen genauso wenig umgesetzt werden wie die vom letzten Jahr, ist bei diesen Filmkostümen relativ hoch. Es sei denn, ich fokussiere mich auf die Sechziger-Jahre-Alltagskleidung der Reporterin Lana Winters (Sarah Paulson) aus „Asylum“.

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Bildquelle – https://s-media-cache-ak0.pinimg.com/564x/d1/ac/57/d1ac570c23792506d45b04caea587899.jpg


Alltagstauglich kommt mir da schon eher das vor, was Coroner Jane Kennedy in der englischen Krimiserie „The Coroner“ trägt und mich stellenweise an Sophie Haas in „Mord mit Aussicht“ erinnert. Letztere Serie ist beim letzten FUSSA sehr oft als Inspirationsquelle genannt worden. Charakteristisch für Jane Kennedy ist ihre Vorliebe für klare Farben, Kleidung in uni und gestreifte Oberteile.

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Bildquellen – https://www.hoerzu.de/files/images/magazin/the-coroner-allgemein-3_0.jpg und https://pictures.tvinfo.net/pictures/64/c4/2b/49/8e/c0/8d/9f/00/e3/da/51/e8/5b/77/5e/large_zno_170514_1710_282f6090_the_coroner.jpg


Klare, aber noch leuchtendere Farben, gibt es auch in der britischen Serie „Agatha Raisin“ zu sehen, die zu Beginn dieses Jahres ebenfalls Freitags auf ZDF neo gelaufen ist. Hier tauchen aber auch Jacken aus Kunstleder oder mit Leopardenmuster bedruckte Röcke auf. Es gibt also auch Muster.

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Bildquelle – https://www.sosensational.co.uk/wp-content/uploads/2016/08/agatha-raisin.jpg

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Gerade, was unifarbenes angeht: Bis zum Frühjahr 2015 hatte ich kaum etwas gemustertes im Kleiderschrank. Nun ist es umgekehrt, und ich habe so viele verschiedene gemusterte Teile im Schrank, dass ich nicht weiß, wie ich sie kombinieren soll. Mustermix ist ja etwas tolles, aber manchmal darf es auch etwas ruhiger sein; und ein paar Basics wie Bleistiftröcke, schlicht geschnittene Blusen oder Langarmshirts können gewiß nicht schaden, zumal ich sie im Berufsalltag immer gebrauchen kann.

Je länger ich darüber nachdenke, desto sicherer bin ich, dass mir der Kostümfundus der freitags auf ZDF neo laufenden Serie „Der Coroner“ genug Auswahl an brauchbaren Stücken bietet. Praktischerweise spielen die Folgen meistens im Sommer an der Küste von Cornwall oder Devon, was mir beim Finden geeigneter Sommermodelle helfen und mich beim Nähen in eine ähnliche Urlaubsstimmung versetzen wird wie beim Schauen der einzelnen Folgen am Freitag. Mit Einsprengseln von „Agatha Raisin“ könnten das spannende sechs Wochen werden.

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Bildquelle – http://www.serienjunkies.de/the-coroner/the-coroner.jpg

Und jetzt bin ich doch gespannt darauf, wer noch alles mitmachen möchte.

MeMadeMittwoch am 24. Mai 2017 in Grün und Schwarz


 

Während so langsam der Sommer naht und mehr und mehr fröhliche Farben um mich herum auftauchen, bin ich zur Abwechslung mal wieder in dunklen Farben unterwegs. Und Mittwoch ist der ideale Tag dafür, denn beim MeMadeMittwoch zeigen lauter Näh-Enthusiasten ihre selbstgefertigten Kreationen – zur heutigen Ausgabe geht es hier.

Nun aber zu meinem Ensemble. Das grüne Oberteil ist eigentlich ein Kleid, das ich zu einer Tunika umgearbeitet habe, weil ich nicht mehr hineinpasse. Hier habe ich bereits darüber geschrieben.


 

Den Rock habe ich mir vor zwei Wochen bei Sewing by the Sea, in Noer an der Eckernförder Bucht genäht, und er hat mir mehr Arbeit bereitet als ich gedacht hatte, hatte mein folgender Plan doch zunächst sehr einfach geklungen: Von dem Kleid 111 aus der Burdastyle 07/2016 , das ich für die Aktion 12 Letters of handmade fashion genäht habe, wollte ich nur das Rockteil nähen, weil das Oberteil echt bescheiden saß und ich keine Lust auf die x-te Anpassung mehr hatte. Darüber habe ich hier schon mal geschrieben.


 

Damit die Kellerfalten schöner fallen, habe ich sie 7 cm tief einzeln abgesteppt. Das macht auch das Bügeln leichter, denn so bleiben sie da, wo sie liegen. Das kostete zwar ein wenig Zeit, war aber okay. Was mich aber wirklich auf die Palme brachte, war der Reißverschluss, der sich nicht so einnähen ließ, wie ich es wollte. Und dass ich dann Stoff und Reißverschluss mühsam von Hand flicken musste, weil ich beides beim Trennen beinahe irreversibel geschrottet hätte, trug auch nicht zur Besserung meiner Laune bei. Den krönenden Abschluß bildete dann der Verlust des Clips, der am Ende des Reißverschlusses sitzt und den Zipper am Flüchten hindern soll. Bis ich den Zipper von Hand eingefädelt und das offene Ende mit mehren Sicherungsnähten in Pink zugesteppt hatte, dauerte dann auch nochmal mindestens eine volle Stunde.


 

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Da war das Umnähen des Saums von Hand das kleinste Übel und die reinste Entspannung. Aber ich finde, die Arbeit hat sich gelohnt. Jetzt habe ich einen Rock, den ich sowohl im Büro als auch beim Jubiläumstreffen unseres Abiturjahrgangs tragen kann.

12 Colours of handmade fashion : Aprilfarbe Gelb

 

Auf dem Blog Tweedandgreet ist am 1. April als Farbe für jenen Monat Gelb gezogen worden. Am 27. April gab es dann den entsprechenden Beitrag mit dem Link-Up, zu dem es hier geht. Diese sonnige Farbe in mein Leben zu bringen, halte ich für eine schöne Idee, aber Gelb kam in meinem Farbspektrum bisher eher selten vor. Das einzige rein gelbe Kleid, das ich je besessen habe, ist mir inzwischen zu klein geworden und wartet darauf, dass ich es umarbeite. Aber bei der Sichtung meiner Bestände habe ich vier Meter Elastikjersey mit leuchtend buntem Paisleymuster auf gelbem Grund wiedergefunden.

Der Jersey stammt von einem Tauschtisch. So ein Tisch ist eine prima Gelegenheit, Stoffe, die man selbst nicht (mehr) braucht, gegen besser geeignete Schätzchen einzutauschen. Man braucht dazu nur ein Nähbloggerinnentreffen, eine AnNäherung oder ein Sewing by the Sea und – tadaa! – einen Tisch.

Und obwohl das „eigentlich“ so gar nicht meine Farben sind (was wohl an dem grellen Rot lag, denn das Geld fand ich eigentlich ganz schick), habe ich ihn in meine Bestände wandern lassen. Indes, die zündende Idee, was sich daraus machen lassen könnte, wollte sich nicht einfinden.

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Letzte Woche habe ich dann endlich einmal meine Bestände gesichtet, fotografiert, vermessen und katalogisiert. Und bei dieser Inventur bin ich dann auf eine Mai-Burda vom letzten Jahr gestoßen, in der das dazu passende Kleid abgebildet war: Jerseykleid Nr. 115 mit Ärmelschlitzen in Fledermausoptik und kleinen Abnähern an den Schultern. Schön weit geschnitten und ohne viel Schnickschnack. Genau wie ich es mag (O, mein Gott, das klingt wie ein zweitklassiger Werbespruch).

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Fürs Büro ist es vielleicht doch etwas zu bunt, aber wenn ich an warmen Sommerabenden mal schnell zur Äbbelwoiwirtschaft *) um die Ecke möchte, werde ich es gerne anziehen. Da kneift beim Sitzen wenigstens nicht, wenn das Schnitzel mal wieder größer war als mein Magen. (*) Äbbelwoi = hessisch für „Apfelwein“). Gelb waren übrigens die 1000 gelben Margariten, die Lorelai Gilmore in der gestrigen Folge von „Gilmore Girls“ zum Heiratsantrag bekommen hat. Doch dieses Bild möchte ich hier nun wirklich nicht zeigen.

 

Media Monday #308


Auch der schönste Urlaub geht mal zu Ende. Da bildet der Media Monday Nr. 308 auf dem Blog medienjournal einen gelungenen Abschluss:

Media Monday # 308

1. Wenn es so richtig skurril und abgedreht wird, liegt es an meiner Laune, ob ich aussteige oder dranbleibe. Bei der „Freak Show“ von American Horror Story möchte ich unbedingt wissen, wie die Story ausgeht. Bei „Fluch der Karibik“ habe ich schon nach dem zweiten Film das Interesse verloren, und als Film Nummer drei im Fernsehen lief, habe ich irgendwann abgeschaltet, weil es mir zu langweilig wurde.

2. Die Serie „Sleepy Hollow“ hat mich irgendwo auf dem Weg verloren, denn plötzlich liefen die Folgen nicht mehr auf dem gewohnten Sendeplatz, und bei zwei nur halb aufgenommenen Folgen habe ich den Faden nicht mehr wiedergefunden.

3. Ich konnte mich ja kaum je so gut mit einer Figur identifizieren wie die der Ich-Erzählerin von „H wie Habicht“, da ich zu dem Zeitpunkt, als ich es las, in einer ähnlichen Krise steckte, allerdings hätte ich mich nie so einigeln können wie sie.

4. In Sachen Comedy-Serien gibt es inzwischen nichts mehr, was mich noch groß interessieren könnte. Im Nachhinein sind mir dann auch prompt die folgenden Serien eingefallen: 1) The IT-Crowd,  2) Little Britain,  3) Come fly with me. Die letzten beiden sind so richtig schräg und respektlos.

5. „Der Name der Rose“ hat mich ja als Lektüre schwer begeistert, schließlich hatte ich beim Lesen permanent den Ort des Geschehens vor Augen. Da habe ich auch gerne seitenlange Passagen in Latein und das Blättern zu den Übersetzungen am Ende des Buchs in Kauf genommen.

6. Ich weiß ja nicht wie es euch geht, aber der mitunter gruseligste Film muss nicht mit massenhaft Kunstblut einhergehen. Oft reicht mir auch schon eine Dr.Who-Folge wie „Blink“, wo eine scheinbar harmlose Engelsstatue das personifizierten Grauen darstellt.

7. Zuletzt habe ich meinen Abi-Jahrgang von vor 30 Jahren getroffen, und das war sehr schön, weil ich auf diese Weise Leute kennenlernte, mit denen ich damals kaum etwas zu tun hatte.

100 Creative Challenges # 37 : alle Farben des Regenbogens


Urlaub zu Hause kann auch schön sein – ich nutze die Zeit gerne zum Basteln, Texte schreiben, im Garten werkeln, ein Museum besuchen oder einen Ausflug ins Thermalbad. Beschäftigt habe ich mich außerdem mit den „100 Creative Challenges“. Heute widme ich mich der folgenden Aufgabe, zu der ich seit längerem schon eine Idee habe:

37 – Erschaffe ein visuelles Werk, das alle Regenbogenfarben enthält.

Eigentlich sollte es ein „U-Bahn-Plan“ werden, der jene Serienhelden miteinander verbindet, die in mehreren Serien wie z.B. „Game of Thrones“, „Downton Abbey“, „Torchwood“ und „Call the Midwife“ mitgespielt haben; so hat u.a. die Darstellerin der Ygritte aus Game of Thrones eine kleine Rolle in Downton Abbey, und zwei Charaktere aus Torchwood treiben in Game of Thrones ihr Unwesen. Und weil dies gar nicht so einfach ist, habe ich zu Übungszwecken eine „pointless map“ erstellt, also eine sinn- bzw. nutzlose Karte, die für die Realität nicht taugt.

pointless map

Trotzdem verfolge ich den ursprünglichen Plan weiter. Man soll ja die Hoffnung nie aufgeben.


100 Creative Challenges #9 Natur und #15 Sand – das Two-in-One-Projekt


 

Time to collect and arrange.

 

Als ich am Strand von Noer angespülte Steine und Scherben aufsammelte, schwebte mir eine bestimmte Farbgruppe vor: Grün und Blau. Beim Betrachten meiner kleinen Sammlung tauchte dann noch Rot als dritte Farbe auf. Die Steine sind so klein, dass ich sie mühelos in einer Schale mit Sand arrangieren konnte:

Teil 2 - steinreich

 

Und schon hatte ich wieder eine Aufgabe der „100 Creative Challenges“ von hotaru erfüllt. Sie lautet:

15 – Erschaffe ein visuelles Werk, für das du Sand brauchst.

Meine Zimmerdekoration, in deren Zentrum sich eine Bienenwachskerze befindet, könnte aber genauso gut hierzu passen:

09 – Arbeite mit der Natur. Geh in den Garten oder in den Park und sammele geeignete Materialien, mit denen du ein visuelles Werk erschaffen kannst.

Auf jeden Fall ist das jetzt nicht bloß ein visuelles, sondern auch ein haptisches Werk geworden. Und wenn es dank der brennenden Kerze im Zimmer nach Bienenwachs duftet, auch noch ein Genuß für die Nase.

Mal sehen, was ich als nächstes ausprobiere.

Sewing by the Sea, Teil 2 — „Up Reisen gohn“ …

 

ist ein Schwank aus der Sammlung von Grimms Kinder- und Hausmärchen.


Teil 2 - Buddel


 

Aber im Gegensatz zur Hauptperson darin hatte ich eindeutig mehr Spaß, trotz ruinierter Nähmaschine, die ich mitgenommen hatte, um bei „Sewing by the Sea“ ein Kleid und einen Rock zu nähen, ein Kunstfell an einem selbstgestrickten Minicape aus Wolle zu befestigen und meinen Rucksack zu reparieren. Jetzt aber mal weg vom Nähen und hin zum Strand, der knackige 20 Gehminuten vom Schloss Noer, dem Ort des Nähtreffens, entfernt lag. In der Eckernförder Bucht konnte ich zunächst keine nennenswerte Strömung erkennen, wagte es aber trotzdem, meine mitgebrachte Flaschenpost in hohem Bogen ins Wasser zu befördern.

Teil 2 - Buddel im Wasser

Teil 2 - Buddel von nah

Und tatsächlich war eine halbe Stunde nach Einwurf von der Buddel nichts mehr zu sehen. Ob sie gesunken oder fortgetragen, ja das weiß kein Mensch zu sagen. Leider bin ich überfragt, was die Strömungsverläufe vor Ort angeht, und so kann ich nur hoffen, dass sie im Gegensatz zu meiner ersten Briefbuddel, die ich in den Main geworfen hatte, vielleicht irgendwann anlandet. Meinetwegen gerne auch in Eckernförde. Hauptsache, jemand findet sie. 

Wo ich übrigens auch eine Flaschenpost entdeckt habe, aber niemals dort vermutet hätte: In einem Ausstellungsraum des Klingspormuseums in Offenbach am Main. Hier war ich eigentlich nur wegen der Werbegrafiken aus der Zeit zwischen 1900 und 1930,  und dass ich einen Blick ins Hochregal geworfen habe, war purer Zufall.

Teil 2 - Buddel im Museum


Back to the beach …   In jener halben Stunde ging ich kleine blaugraue Steine sammeln, und was dabei zusammenkam, hat mich „steinreich“ gemacht, obwohl sich kein einziger Hühnergott finden ließ. Aber dafür anderes Strandgut, wie z.B. grüne, von Wasser und Sand abgeschliffene Flaschenscherben, und weil Scherben Glück bringen sollen, habe ich auch sie mitgenommen – Material für ein Stilleben im Sand. Be creative! Den Muschelsuchern, die außer mir noch unterwegs waren, bin ich auch nicht in die Quere gekommen. Die würden zu meiner Bastelei, die ich vorhabe, auch gar nicht passen. 

Teil 2 - Abschlussfoto

Doch dazu an anderer Stelle mehr.

Me Made Mittwoch – „Sewing by the sea-Spezialedition“


sewing by the sea


 

 

Am heutigen Mittwoch bin ich seit längerem auch wieder mal wieder beim MeMadeMittwoch dabei, wo bereits um 8 Uhr morgens an die 40 Nähbloggerinnen mit ihren wunderbaren Kreationen zu sehen waren. Am Start bin ich mit einem Kleid, das ich bei Sewing by the sea, organisiert von mamamachtsachen genäht habe. Vier Tage im schönen Noer, in der Eckernförder Bucht, an denen wir zwei volle Tage zum ungestörten Nähen hatten und somit mehr als nur einen Nähplan verwirklichen konnten, gaben mir trotzdem Zeit genug, am Strand spazierenzugehen. Nun aber zurück zum Kleid.

 

Kleid mit Gürtel 1

 

Der Schnitt ist aus der Februar-Burda von 2014 und super-simpel zu nähen; das einzige Manko daran ist, dass er groß ausfällt: Beim ersten Versuch, den ich auf meinem Blog (Grau ist das neue Schwarz) gezeigt habe, musste ich auf jeder Seite 2,5 cm wegnehmen, außer bei den Ärmeln, die ich nach der Änderung merkwürdigerweise problemlos einsetzen konnte. An Stelle des edel schimmernden, grauen Möbelstoffs aus 100% Kunstfaser habe ich einen Baumwollstoff verwendet, denn ich in einer Ausgabe der Zeitschrift „fashion style“ entdeckt habe und der bei einer Modenschau der Designerin Stella Jean zu sehen gewesen ist. Da die Mauersegler schon eine Weile da sind, ist für mich bereits Sommer, auch wenn sich das erst jetzt an den Temperaturen zeigt. Vielleicht ist es ja auch schon zu warm für ein Kleid mit langen Ärmeln, aber ich finde die Schwalben darauf so hübsch und die Farben so toll, da musste ich bei der 20%-Rabatt-Aktion letztes Jahr einfach zugreifen.

Für das Originalmodell ist übrigens kein Gürtel vorgesehen, aber ich habe trotzdem einen genäht, um das Kleid unterschiedlich tragen zu können; und mit Gürtel finde ich das aus blauem Schwalbenstoff um Längen cooler (das graue Kleid aus Möbelstoff dagegen mag ich lieber ohne Gürtel). Hier nochmal der Vergleich:

 

Version a) mit Gürtel – diesmal auf der Rückseite  

Kleid mit Gürtel 2

– und Version b) ohne Gürtel.

Kleid ohne Gürtel

 

Sewing by the Sea, Teil 1 — Up Reisen gohn …

 

ist ein Schwank, den man bei Grimms Kinder- und Hausmärchen finden kann. Aber im Gegensatz zu dem armen Kerl, der überall nur Dresche kriegt, weil er stets das Falsche sagt, ist mir nichts passiert – aber dafür ist meine Nähmaschine KO gegangen, und das bereits bei der Anreise. Ich war nämlich auf dem Weg zu „Sewing by the Sea“, ein privater Nähtreff mit ca. 26 Personen, der in Noer (eine Gemeinde im Kreis Rendsburg-Eckernförde) stattfand, und jede brachte ihre Nähmaschine mit. An der aufgestellten Pinnwand konnten wir die bei der Vorstellungsrunde präsentierten geplanten Projekte nochmal genauer betrachten:

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Das KO für meine Bernina sah so aus, dass mir die Maschine von einem Koffer rutschte, als ich die Tür zum Abteil öffnen wollte, und kopfüber zu Boden stürzte. Ob das mit einer antiken Maschine auch passiert wäre? 

Ich bin da noch unschlüssig. Aber zum Glück hatten manche sogar zwei Nähmaschinen dabei, und so konnte ich auf der geliehenen W6 meiner Nachbarin doch noch meine Pläne verwirklichen und die kaputte Bernina im Schrank lassen. Deshalb geht an dieser Stelle mein Dank an meine Sitznachbarin, die mir mit ihrer Leihgabe die Veranstaltung gerettet hat, denn sonst hätte ich nur stricken oder mein Handnähprojekt fertigstellen können.

Wie bei allen Nähtreffen dieser Art zuvor auch, sollten wir bereits fertig zugeschnittene Teile mitbringen, denn das Platzangebot war begrenzt. Aus den für den AnNäherung Süd (Oktober 2016) vorbereiteten Projekten wählte ich die folgenden beiden aus:

a) einen Rock aus schwarzer Baumwolle und b) ein gestricktes Schultercape, an das ich ein Kunstfell nähen wollte

Alles hatte vorbereitet und transportbereit auf meinem Nähtisch im Keller gestanden, bis dann die persönliche Katastrophe über mich hereinbrach und ich an der Veranstaltung nicht teilnehmen konnte. Lange Zeit lagen die Sachen beseitegräumt und unangetastet im Regal, weil ich mich zum Nähen einfach nicht aufraffen konnte. Nun bekomme ich aber so langsam wieder Lust dazu, und das erste, was ich dieses Jahr wieder nach Anleitung genäht habe, war ein geradegeschnittenes, knielanges Kleid mit Raglanärmeln und eckigem Halsausschnitt aus der Februar-Burda von 2014. Das dann aber gleich zweimal – und jetzt zum dritten Mal. Eine weise Entscheidung, denn diese Teile nahmen nicht viel Platz im Rollkoffer in Anspruch. Weil ich nämlich beabsichtigte, mit dem Zug anzureisen, schied der voluminöse Mantel, den ich bei der AnNäherung Süd fertignähen wollte, von vornherein aus.

Donnerstag, Freitag, Samstag und den Sonntagvormittag Zeit zum Nähen:

Klingt auf den ersten Blick im Vergleich zur AnNäherung in Bielefeld und der AnNäherung Süd in Würzburg nach unglaublich viel Zeit; kann aber, je nachdem, was man vorhat, zusammenschnurren wie ein Kaschmirpulli bei 60° C in der Waschmaschine oder sich dehnen wie Kaugummi. Einige von uns hatten mehr als drei Projekte dabei, während sich andere auf die Umsetzung nur weniger Pläne beschränkten, darunter ich. Nur zwei Teile zum Nähen auf der Maschine mitzunehmen und den Rest von Hand zu erledigen, war die cleverere Strategie, denn nachdem es zunächst mit dem Kleid so gut gelaufen war, jagte bei dem Rock ein Mißgeschick das nächste.

Das Kleid hatte ich schon am Freitagmittag fertig, dann ging’s ans Nähen des Rocks, und bevor ich den Reißverschluss einsetzte, war auch alles gut. Dann musste ich den Reißverschluss wieder rausnehmen, und da zerriß ich mir beim Trennen zuerst Stoff und Reißverschluss. Bis ich beides geflickt hatte, ging haufenweise Zeit ins Land. Als dann im zweiten Versuch der Reißverschluss richtig saß, passierte der GAU beim Kürzen des Reißverschlusses. Da ich den Metallclip am Ende nicht gesichert hatte, rutschte der mitsamt dem Zipper davon, und ich durfte die Zähnchen mühsam von unten her wieder von Hand in den Zipper einfädeln, was auch nochmal mindestens eine Stunde dauerte. Dann aber saß das Teil so, wie es sollte, und ich sicherte das Ende mit pinkem Garn, damit ich in Zukunft sehen kann, wie weit ich den schwarzen Zipper nach unten ziehen darf. Wenn dann noch die geschrotteten Stellen mit schwarzer Textilfarbe übertüncht sind, kann man von dem Schaden kaum noch etwas sehen.

Und auch wenn ich hinterher festgestellt habe, dass bei dem am Samstagnachmittag fertig gewordenen Rock die Taschen etwas zu tief sitzen und ich dies vielleicht nochmal ändern darf, bin ich mit dem Rock trotzdem zu 90% zufrieden. Er sitzt nämlich richtig gut. Andere taten sich da wesentlich leichter als ich, und so richtig toll fand ich den Mantel, genäht nach einem Schnittmuster aus einer Zeitschrift aus den Zwanziger Jahren:

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Seine Anfertigung hat zwar ein Jahr gedauert, aber dafür ist der nun das ganz spezielle Highlight – genau wie das selbstgenähte Hochzeitskleid einer anderen Teilnehmerin, die unter anderem auch die Spitze eines Taufkleids verarbeitet hat. Bei solch anspruchsvollen Aufgaben kann ich wahrscheinlich nicht mithalten, aber Hauptsache, Nähen macht Spaß – und den habe ich mir trotz unbrauchbar gewordener Nähmaschine nicht verderben lassen.

Und weil mir auf der langen Heimreise gestern wegen des hohen Gewichts meiner Maschine der Arm immer länger geworden ist, habe ich mir heute eine Lösung für dieses auf Reisen entstehende Problem einfallen lassen: In dem Laden, in dem meine Bernina nun repariert wird, habe ich mir eine Maschine ausgesucht, die nicht nur kleiner, sondern auch nur noch halb so schwer ist. Die werde ich heute abend gründlich ausprobieren.

Was es noch zu sagen gäbe über Noer, das wird in einem separaten Beitrag geschehen. Jetzt aber nochmal mein Dank an Alexandra, die das Ganze so toll organisiert hat und auf ihrem Blog mamamachtsachen uns Gelegenheit gibt, unsere Erfahrungen dort zu versammeln. Mal sehen, wie viele dort ihre Berichte hochladen.