„Ohne dich wären die Gefühle von heute nur die leere Hülle der Gefühle von damals.“

01 Paris

 


 

Paris. Irgendwann in den 90er Jahren. Ein Kurztrip über Ostern. Am Karfreitag waren meine Freundin und ich angekommen und ziellos dahingeschlendert. Irgendwann landete ich an der Metrostation „Bastille“ und machte einen Fahrradladen ausfindig, von dem auch geführte Radtouren durch die unterschieldichen Arrondissements organisiert wurden. Während meine Freundin sich Versailles ansah, gönnte ich mir eine Auszeit zum Friedhof Père Lachaise, um schließlich wieder an der Bastille zu landen und den Nachmittag in einem Straßencafé ausklingen zu lassen. Jene Atmosphäre läßt sich im Nachhinein nur schwer beschreiben, aber heute nachmittag hatte ich eine leise Ahnung des Gefühls von damals.

 02 Paris

Bei einem Gläschen Weißwein blätterte ich in einer Zeitung und blieb an einem Reisebericht über Baku, der Hauptstadt von Aserbaidschan, hängen. Und ich dachte so für mich: „Oh, wie schön diese Bilder aussehen – warum fahre ich eigentlich nicht zur Abwechslung mal dahin, wo ich noch nie war? Und in Baku war ich noch nie…“

 

 

Am besten lass‘ ich etwas Gras über die Sache wachsen und schaue, ob diese Idee nicht bloß ein Strohfeuer, eine spontane Eingebung oder ein eventuell in Angriff zu nehmender Punkt auf meiner imaginären Bucket-List ist, bevor es am Ende noch heißt „Das Leben ist nichts weiter als das Proben für eine Vorstellung, die niemals stattfindet.“ (Hipolito in „Die fabelhafte Welt der Amélie“).

Serienmittwoch #64 : Lieblingsorte

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Vor lauter familiärem Streß habe ich doch glatt Corlys 64. Serienmittwoch verpasst, der sich um unsere Lieblingsorten in Serien dreht. Die Frage lautet:

Welche Serienwelt/en magst du am liebsten und wieso? (Ort, Fantasywelt etc.)“


Die Serien, die ich mir immer wieder gerne ansehe, bestechen durch wunderschöne Landschaften oder durch eine romantisch verklärte Vergangenheit, auch wenn das Leben in der damaligen Zeit bestimmt alles andere als romantisch war – besser gesagt: Ich möchte weder im Mittelalter (Vikings) noch im Londoner Eastend der 60er Jahre (Call the Midwife) leben, und in Gegenden wie Westeros und Essos (Game of Thrones) schon gar nicht. Auch Cornwall zu Beginn des 19. Jahrhunderts (Poldark) ist keine Option für mich.

Dann schon lieber mit Dr. Who und seiner TARDIS durch Raum und Zeit reisen, auch wenn bei diesen Reisen in Vergangenheit und Zukunft allerlei Gefahren auf einen lauern – aber wenn man ein wenig Glück hat, kann die TARDIS einen auch ganz schnell wieder von der Gefahrenzone fortbringen. Jetzt aber genug der Vorrede – hier kommen nun meine …

~~~~~ … Lieblingsorte ~~~~~

Die von mir gesetzten Links führen zu einigen ausgewählten Beispielbildern.


Deep Space NineImmer wenn mein Mann und ich uns eine DS9-DVD eingelegt haben, hatten wir beim Erklinen der Erkennungsmelodie denselben Gedanken: „It’s a sort of homecoming“ – ja, es war ein wie ein gemeinsames Nachhausekommen nach einem anstrengenden Tag. Doch dieses liebgewonnene Ritual musste irgendwann ein schmerzhaftes Ende nehmen, wenn auch erheblich früher als ich mir jemals hätte träumen lassen…

und darum habe ich beschlossen, mir neue Rituale zu erschaffen und neue Welten zu erschließen; weshalb ich mir so schnell wie möglich Staffel 2 und 3 von „Vikings“ geholt habe. Mein Traum ist es, irgendwann einmal nach Skandinavien zu reisen. Obwohl, wenn ich es recht bedenke: In der Nähe von Haithabu (in der Serie Hedeby genannt) war ich ja schon, nur sah es dort wesentlich anders aus. Weniger bergig. Und wenn wir schon mal beim Mittelalter sind, so gefällt mir das Grüne Tal in Westeros bei „Game of Thrones“, weil es mich so sehr an die schottischen Highlands erinnert. Aber tun das nicht die meisten Landschaften von Westeros? Schottische Highlands sind mein absolutes Traumziel – in der Serie „Outlander“ kam ich dabei voll auf meine Kosten.

Wer aufmerksam mitgelesen hat, kann schon den sich abzeichnenden Trend erkennen, denn mein Herz schlägt eindeutig für das nördliche Europa – Skandinavien und die „britischen“ Inseln. Außerdem reise ich beim Lesen und Fernsehen gerne in die Vergangenheit.

Poldark spielt in Cornwall, und hier war ich sogar schon zweimal. Mit einer Gruppe von Fans dieser Serie (der aus den 70er Jahren) habe ich 2000 eine Reihe der Drehorte besichtigt und auch den Hauptdarsteller sowie den Schöpfer der literarischen Vorlage getroffen. Aber auch so und ohne diese Serie gesehen zu haben, ist Cornwall immer eine Reise wert.

Downton Abbey : Das Ambiente und das Zeitkolorit mitsamt der wunderschönen Kostüme haben von Anfang an eine Faszination ausgeübt, der ich mich nur langsam entziehen konnte. Dass nach sechs Staffeln schon Schluss sein würde, hatte ich am Anfang nicht bedacht, konnte ich aber nachvollziehen, weil auch irgendwann die schönste Geschichte auserzählt und aus dem Spiel die Luft raus ist.-

Call the Midwife : „and now for something completely different“ hieß es schon bei Monty Python’s Flying Circus. Und deswegen überspringe ich jetzt einige Jahrzehnte und lande in Poplar, einem der ärmsten Viertel von London, und zwar bei den Nonnen und Hebammen von Nonnatus House. Hier ist es aber zur Abwechslung mal nicht die Landschaft, sondern einfach der Zusammenhalt unter den Frauen und die rührend erzählten Geschichten und Schicksale dort lebenden Bevölkerung, in den meisten Fällen einfache Leute – keine Aristokraten wie in „Downton Abbey“ oder in „Inspector Barnaby“.


Inspector Barnaby und Agatha Raisin

Manchmal wünsche ich mir, ich könnte auch in einem solchen beschaulichen Örtchen wie Carsley (als Nachbarin von Agatha Raisin) oder Midsomer Sowieso wohnen, auch wenn ich weiß, dass es sämtliche Ortschaften aus „Inspector Barnaby“ in Wirklichkeit gar nicht gibt und dass die Serie an verschiedenen Orten gedreht wurde. Und in Wahrheit möchte ich auch mit der Polizei so wenig wie möglich zu tun haben, weder mit Tom und John Barnaby noch mit Detective Sergeant Robert Lewis und dessen Assistenten DS James Hathaway; letztere haben als Hauptermittler in den freitags auf ZDF Neo laufenden Oxford-Krimis „Lewis“ in Oxford ihr Revier.

Wenn ich ehrlich bin, schaue ich diese Serie mehr oder weniger regelmäßig, aber nicht wegen der unglaublich spannenden Handlung (*räusper *), sondern tatsächlich wegen der Oxforder Kulisse in sonnigem Gelb. Mir gefällt einfach die Architektur dieser Stadt, auch wenn’s regnet. 2008 waren mein Mann und ich für einen Tag schon mal da, und vielleicht fahre ich eines Tages doch noch mal hin.

 

Ankündigung: How to organize …

 

 

 

Ankündigung

 


 

nachdem ich jetzt in meine Statistik geschaut habe, ist mir bewusst geworden, dass es nicht mehr weit bis zu meinem 500. Beitrag ist – Zeit, mein Blog umzugestalten; schließlich habe ich es ja schon eine Weile (nämlich seit August 2013), und da wird der Platz so langsam ein wenig knapp.

Media Monday #299

 

 

Beim 299. Media Monday auf dem Blog von medienjournal gibt es diesmal einen Gemischtwarenladen von mir, und diesmal fülle ich den von Wulf kreierten Lückentext mit eigenen Worten zur Abwechslung mal wieder in Blau.

 

Media Monday #299

 

1. Wenn es um Eigenproduktionen von Streamingdiensten und dergleichen geht, kann ich nicht mithalten – ich nutze sie nicht. Das einzige Streaming, falls man es so nennen kann, das ich einmal ausprobiert habe, war die App „filmon“, als wegen Schlechtwetter das Sonntagabendprogramm der BBC nicht zu empfangen war und ich dann die Sendung mit Hilfe dieser App auf meinem Laptop sehen konnte.

2. Eine Erkenntnis hat mich noch nie so fasziniert wie die, dass sich bei „Game of Thrones“ offenbar nicht nur ein Haufen Darsteller, die bei „Dr. Who“ und „Torchwood“ mitgespielt haben, ein Stelldichein geben, sondern auch dass mir so manche Szenen ein Déjà-Vu beschert haben. Aktuelles Beispiel aus Staffel 6 – Folge Nr. 53 „Eidbrecher“, in der Jon Snow „wiedererweckt“ wird. Gefragt, ob er sagen kann, was er gesehen hat, nachdem er gestorben ist, gibt er haargenau dieselbe Antwort wie Jack Harkness in „Torchwood“: Da ist absolut gar nichts.

3. Die Meldung, dass es eine zehnte Dr.Who-Staffel mit Peter Capaldi geben würde, hat mich beruhigt, auch wenn ich es schade finde, dass dies seine letzte ist und ich noch nicht weiß, ob es einen Nachfolger geben wird, und wenn ja, wer das sein soll.

4. Am liebsten sind mir ja Komödien, die durch einen schwarzen Humor glänzen, wie zum Beispiel „Monty Python’s Flying Circus“.

5. Den Film „Frühstück bei Tiffany“, den ich mir letzte Woche aus der Bücherei ausgeliehen habe, fand ich richtig ergreifend, schließlich stellt sich Audrey Hepburn im entscheidenden Moment die Frage, die ich mir auch schon so manches Mal gestellt habe.

6. Schade, dass man hierzulande beim Besuch einer Veranstaltung anscheinend so wenig Wert darauf legt, sich so richtig in Schale zu werfen. Zugegeben, die allgegenwärtigen Blue Jeans meine ich nicht – es gibt schließlich unzählige Möglichkeiten des Stylings mit diesem „Allrounder“. Aber gerade am Samstagabend in der Jahrhunderthalle sind mir nur wenige Besucher von Nicolai Friedrichs Show aufgefallen, die deutlich schicker als der Rest unterwegs waren. Okay, eigentlich kann’s mir ja wurst sein, ob die Mehrheit so aussieht, als hätte sie auf dem Heimweg vom Einkaufen oder Eisessen einen Zwischenstopp eingelegt. Dennoch fragte ich mich, ob es wirklich nötig war, in nicht mehr ganz frisch riechender Kleidung auszugehen.

7. Zuletzt habe ich mit dem Stricken eines Pullovers fürs Frühjahr begonnen und das war zugegebenermaßen etwas befremdlich , weil einerseits das Garn ursprünglich für etwas ganz anderes bestimmt war (demnächst dazu mehr) und weil ich mich andererseits trotz des wirklich simplen Musterverlaufs öfters verzählt habe. Nichts ist ärgerlicher, als mit 114 Maschen auf der Nadel zu beginnen und einen irgendwann mal nur 113, 115 oder 112 Maschen „freundlich“ angrinsen.

Serienmittwoch #63 : Familienleben


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Bei der neuesten Ausgabe des Serienmittwochs auf dem Blog von corly geht es um die Frage: „Welche Serienfamilien mögt ihr am liebsten und welche sind euch am unsympatischsten?“

Ach, du dickes Ei. Da muss ich wirklich scharf nachdenken, weil mir auf Anhieb keine Familie einfällt, bei denen mir alle Mitglieder sympathisch oder unsympathisch sind. Das fängt bei Game of Thrones an, bei denen jede Familie die absoluten K**zbr*****n in ihren Reihen hat, zieht sich durch die von mir unlängst ganz neu entdeckten Gilmore Girls, wo mir die eine Hälfte sofort ans Herz gewachsen ist und sich mir bei der anderen Hälfte der Magen zusammenzieht, und endet bei den Royals, zu denen ich vorerst lieber noch keinen Kommentar abgebe, da die neue Staffel erst am kommenden Montag startet.

~~~~~ Sympathieträger ~~~~~

Game of Thrones:

Und wieder liegen all jene falsch, die denken, dass meine Lieblingsfamilie die Starks sind. Übrig sind von dieser Familie im Moment nur noch Arya und Sansa Stark sowie Jon Snow. Viel interessanter finde ich die Lennisters, wobei meine Sympathie an Tyrion und Jaime geht, während Cersei auf meiner Beliebtheitsskala immer weiter nach unten sinkt. Zur Famile Tyrell sage ich jetzt mal besser nichts, denn es sind nicht mehr viele von ihr übrig. Ein Umstand, der es mir gerade bei Game of Thrones schwierig macht: Kaum hat man sich mit bestimmten Charakteren angefreundet, sterben sie plötzlich weg wie die Fliegen. Das ist nicht schön.

Gilmore Girls:

Seit kurzem hat sixx die Serie „Gilmore Girls“ mit neuen Folgen im Programm, und da ich die alten Folgen nicht kannte, war ich neugierig und wollte wissen, was dran ist an dem Kult um Lorelai Gilmore und ihrer Teenager-Tochter Rory. Ich wusste ja gar nicht, wie herzerwärmend diese Geschichten sind. Eindeutig sympathisch sind für mich natürlich die Alleinerziehende Lorelai mit ihrer liebevollen Beziehung zu ihrer Tochter, der sie wohl eher eine Freundin zu sein scheint als das, was sich die meisten unter einer Mutter vorstellen. Auch das angespannte Verhältnis zu ihren Eltern spielt eine wichtige Rolle, und trotzdem: So unsympathisch ich die versnobten Eltern anfangs fand, mehren sich mit jeder Folge die Anzeichen, dass sie vielleicht dochgar nicht so verkehrt sind.

Vikings:

Von der eindeutig als Sympathieträger angelegten Familie Lodbrok ist mir am Ende der dritten Staffel eigentlich als einzige Lagertha wirklich sympathisch.


~~~~~ Und wen ich ganz schrecklich finde ~~~~~

Game of Thrones:

Die Familien Martell und Bolton. Besonders heraus ragen aus diesem Ensemble die beiden „Sonnenscheinchen“ Roose Bolton und sein sadistischer Sohn Ramsay.

Mehr Familien wollen mir zu diesem Thema partout nicht einfallen, was vielleicht daran liegt, dass bei allen anderen Serien, die ich regelmäßig schaue, keine kompletten Familien im Mittelpunkt stehen oder mir keine aufgefallen sind. Und Fotos habe ich heute auch keine für euch.

Media Monday #298

Es ist wieder Montag, und auf dem Blog von medienjournal gibt es seit 0:00 Uhr den 298. Media Monday – ein Lückentext mit 7 Fragen, diesmal von mir wieder in orangem Fettdruck gefüllt:

 

Media Monday #298

 

1. Ein wenig habe ich das Gefühl, dass in letzter Zeit mein Wunsch, Musik zu hören, immer mehr gegen Null tendiert.

2. Manches in Filmen und Serien ist so vorhersehbar, dass ich stellenweise das Gefühl habe, die Dialoge schon im Voraus zu kennen und folglich mitsprechen zu können.

3. Seit geraumer Zeit blieb bei mir das Nähen so ziemlich auf der Strecke, denn ich habe mein Herz fürs Stricken entdeckt.

4. Agatha Raisin sticht bei den Kriminalermittlern für mich deutlich hervor, schade nur, dass die Serie am Freitag zu Ende gegangen ist .

5. Wenn es um das Thema Fantasy geht, fehlt mir inzwischen die Geduld, mich auf dicke Wälzer wie „Game of Thrones“ einzulassen, obwohl ich die Bücher in unserer Stadtbücherei ausleihen könnte. Außerdem habe ich beschlossen, nur noch die letzten Bände von „Schwestern des Mondes“ zu lesen, falls sie irgendwann doch noch auf Deutsch erscheinen sollten. So ein glühender Fan, dass ich sie in der Originalfassung lesen müsste, bin ich dann doch nicht.

6. „Der Vollhorst“ von Bruno Jonas ist inhaltlich reichlich mager, allerdings trifft die Satire dann doch gekonnt auf den Punkt, auch wenn es immer wieder die gleichen „Horsts“ sind, die in dem Buch beschrieben werden. Auf jeden Fall hat die Lektüre meinen Blick auf Talkrunden mit politischen Gästen geschärft, und es kann nie schaden, zu wissen, mit wem man es da zu tun hat.

7. Zuletzt habe ich in der Sonne gesessen und gestrickt und das war ein unerwartet kurzes Vergnügen , weil es doch nicht ganz so warm war, wie ich gehofft hatte. Außerdem war mal wieder Trödel- und Schnäppchenmarkt auf dem Parkplatz vorm Einkaufszentrum, fünf Gehminuten von hier, und da konnte ich jedes Hupen von motorisierten Vollhorsten und jedes „Billig billig billig“-Geschrei von den Marktschreiern hören. Der Flugzeuglärm der Einflugschneise dagegen hielt sich in Grenzen.

 

 

 

 

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Was passiert, wenn man mit minimalistischem Equipment versucht, den Vollmond „einzufangen“

00 MOON

Als ich sah, wie der Vollmond hinterm Haus unserer Nachbarn auf der anderen Straßenseite über dem Dach aufstieg, holte ich rasch meine Kamera, an der man nicht viel selbst einstellen kann und zu der ich kein Stativ habe. Mein Versuch, die Szenerie aus der Hand zu fotografieren, führte nur teilweise zum gewünschten Ergebnis:

01 Moonlight

Der Schornstein, erhellt vom Mond (der Schwarz-Weiß-Effekt war nicht beabsichtigt).


 

02 mit Rauchfahne

Die Rauchfahne, sich in bläulichem Grau vom ansonsten schwarz-weißen Hintergrund abhebend.


 

 

Die anderen Fehlversuche resultierten in echt gruseligen Bildern, die hier diesmal keinen Platz finden werden, da sie eher für die „100 Creative Challenges“ geeignet wären. Schau’n wir mal, was ich damit anstelle…

100 Creative Challenges # 30 : Sprichwörter

Bei den 100 Creative Challenges von Hotaru lautet die 30. Aufgabe:

Lass dich von einem Sprichwort für ein visuelles Werk inspirieren.

Sprichwörter gibt es wie Sand am Meer, aber wie kann man sie bildlich darstellen? Mir sind vor ein paar Tagen zwei Sprichwörter eingefallen, und mit Materialien aus dem Haushalt konnte ich heute zwei kleine Szenenbilder aufbauen und diese fotografieren.

 

Sprichwort Nr. 1 : „Da beißt die Maus keinen Faden ab.“

02 Da beisst die Maus kein Faden ab

Sprichwort Nr. 2 : „Geld stinkt nicht.“

01 Geld stinkt nicht

Zu der Versinnbildlichung von Zitaten berühmter Leute komme ich an anderer Stelle.

Serienmittwoch #62 : Kindheitshelden aus Serien


 

Beim 62. Serienmittwoch von corly gibt es wieder ein Thema, das mir so richtig gut gefällt:

Serienmittwoch #62 –

Wer oder was waren eure liebsten Kinderhelden aus Serien und wieso waren es gerade diese?

Mal überlegen: Welche Serien habe ich als Kind immer wieder gerne gesehen? Da gab es so einige Helden aus Serien und sogar aus kurzen Clips zwischen einzelnen Werbebeiträgen im Vorabendprogramm der ARD, die mir auf Anhieb einfallen, und das sind so einige in jeder der drei Kategorien „Realfilm“, „Animation“ und „Puppentrick“.

~ Realfilm ~

In dieser Kategorie lasse ich bewusst nicht die Pippi-Langstrumpf- oder Michel-aus-Lönneberga-Filme auftauchen, denn es geht um Fernsehserien, wenn ich die Frage richtig verstanden habe. Statt dessen habe ich vier Kandidaten, von denen drei in England spielen und eine in den USA:

Margreth Thursday, das Mädchen das an einem Donnerstag gefunden wurde: Die Geschichte von dem an einem Donnerstag auf der Türschwelle einer Kirche gefundenen Mädchen Margreth, ihrer Flucht aus dem Waisenhaus und dem Happy-End, konnte ich mir wieder und wieder ansehen; so herzerwärmend fand ich die tapfere Kleine, die sich auf die Suche nach ihren Eltern macht und ihre wahre Bestimmung als Schauspielerin findet. So mutig wäre ich auch gerne gewesen, das in der Serie dargestellte Leben eines Flußschiffers fand ich für kurze Zeit äußerst faszinierend, und dank des etwas sperrigen Titels konnte ich später im Englischunterricht den Dienstag (Tuesday) vom Donnerstag (Thursday) unterscheiden. Da sage noch einer, Fernsehen bilde nicht.

Black Beauty: Noch ein Klassiker aus England, an dem mich aber nicht das wunderschöne schwarze Pferd, sondern die Geschichten von Dr. Gordon und seinen Kindern Vicky und Kevin, die das im Wald gefundene Tier gesundpflegen. Schon allein die Musik ließ mein Herz höher schlagen, und schon allein deswegen konnte die Konkurrenz aus Amerika namens Fury nicht mithalten. Den hat meine Schwester dafür umso lieber gesehen als ich. Aber ich will ja nicht päpstlicher sein als der Papst und gestehe, dass ich auch einige Folgen davon gesehen habe und sie ganz okay fand.

Aber wenn wir schon mal über den „großen Teich“ schweifen, muss ich unbedingt Lassie erwähnen, und zwar die Serie aus den Siebzigern, die in den Rocky Mountains spielt (oder zumindest in deren Nähe), obwohl ich den Film mit Elizabeth Taylor aus dem Jahr 1943 viel gelungener finde und der in Schottland spielt. Wahrscheinlich sind die zu Herzen gehenden Geschichten um die Colliehündin Lassie universell variabel, sonst hätte es nicht so viele Spielfilme und Serien um sie gegeben.

Der letzte Kandiat aus England ist Catweazle. Der Zauberer, der auf seiner Flucht vor den Normannen durch die Zeit ins 20. Jahrhundert geschleudert wird und versucht, in seine Zeit zurückzukehren, bekam gleich zwei Staffeln gewidmet: In der zweiten Staffel sammelt er sämtliche Zeichen des Tierkreises und versucht, das dreizehnte Zeichen zu finden, um fliegen zu können. Und genau diese Jagd nach dem 13. Zeichen war es, die ich noch spannender fand als die erste Staffel, in der er allerlei kuriose Abenteuer im Zusammenhang mit moderner Technik erlebt.

~ Animation ~

Gern gesehen habe ich als Kind immer die französische Serie „Es war einmal… der Mensch“, in der die Geschichte der Menschheit erzählt wird, angefangen von der Steinzeit bis hinein in die moderne. Auch hier habe ich noch immer das von Udo Jürgens gesungene Lied „Tausend Jahre sind ein Tag“ im Ohr und die beiden Unsympathen „Klotz“ mit der langen Nase und „das Ekel“ mit den roten Haaren im Gedächtnis.

A propos „rotes Haar“: Kennt noch jemand den Kobold mit dem roten Haar? Ja, genau „Meister Eder und sein Pumuckl“. Oft hatte ich Mitleid mit dem gemütlichen Meister Eder, als Kind für mich der Bajuware schlechthin. PS: in Müchen gibt es sogar einen Pumucklbrunnen.

Von Bayern in die Schweiz: Heidi war die einzige japanische Zeichentrickserie, bei der ich von Anfang bis Ende dabeigeblieben bin. Was aber nicht daran lag, dass ich die Art der Darstellung so toll gefunden hätte, sonder an der Geschichte selbst. Unvergessen für mich: Heidis Ausflug auf den höchsten Turm Frankfurts, in der Hoffnung, von dort aus die Berge der Heimat zu sehen und das Sammeln der Frühstücksbrötchen für die Großmutter.

Serienhelden nicht im eigentlichen Sinn (also Helden in echten Fernsehserien), sondern Helden von kurzen Spots oder Clips: Das cholerische Männchen von „La Linea“ aus der Feder des italienischen Cartoonisten Osvaldo Cavandoli und die schwäbischen Urgesteine „Pferdle und Äffle“ – die Clips liefen meistens im Werbeblock des Vorabendprogramms der ARD. Pferdle und Äffle regelmäßig, dank ihnen wurden mir Ausdrücke aus dem Schwäbischen geläufig, und so konnte ich meine schwäbischen Verwandten besser verstehen.

Auch immer wieder gerne habe ich mir das Sandmännchen dann angesehen, wenn es neue Geschichten mit den Schweinchen Piggeldy und Frederick gab – die endeten jedesmal mit dem Satz „Und Piggeldy ging mit Frederick nach Hause“. Und der letzte „tierische“ Held meiner Kindheit war der blaue Elefant aus der Sendung mit der Maus. Den habe ich sogar als Plüschtier gern.

~ Puppentrick ~

Noch ein Sandmännchen-Duo, das ich immer gerne geschaut habe: Der kleine Seeräuber und der dicke Kapitän. Auf „TV-Nostalgie“  ist man der Meinung, dass die Geschichten der beiden auch von der Augsburger Puppenkiste stammen könnten; ja, es ist schon toll, was man mit Plastikfolie alles anstellen kann. Das hat so seinen ganz eigenen Charme.

Aus der Augsburger Puppenkiste sind mir nur die Geschichten vom Urmel aus dem Eis und Jim Knopf und die Wilde 13 im Gedächtnis geblieben; mit den tierischen Helden wie Madame Wutz, dem singenden Seelöwen, dem Wawa mit seiner „Mupfel“ (der kann nicht richtig sprechen), und als nicht-tierischem Helden den Scheinriesen, der in der Ferne riesig aussieht und beim Näherkommen immer kleiner wird. Kein Wunder, der stammt ja auch aus der Feder von Michael Ende.


 

Und damit ist sie auch schon wieder vorbei, meine nostalgische Reise in die Fernsehvergangenheit meiner Kinderzeit. Vielleicht weckt sie ja auch ähnliche Erinnerungen bei den ein oder anderen, die beim „Serienmittwoch“ mitmachen.

12 Magische Mottos 2017 – März : Bewegung


Kurzes Update: Anscheinend sind die Bilder in den Collagen zu klein, daher gibt es die Bilder nun einzeln nochmal in groß zu sehen.

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und die Discokugel

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und die Modenschau

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Das „magische Motto“ des Monats März auf dem Blog von paleica ist diesmal die Bewegung. Ein Thema mit vielen Möglichkeiten, und ein reizvolles obendrein, denn irgendwann habe ich beim Betrachten der bei Fotoexkursionen geschossenen Bilder festgestellt, dass Fotos, auf denen sich bewegende Personen verwischt oder unscharf aussehen, teilweise viel reizvoller auf mich wirken als die, auf denen die Bewegung eingefroren zu sein scheint.

 

Tatsächlich schien das früher ein echtes Qualitätsmerkmal gewesen zu sein, mit denen Hersteller von Kameras oder Blitzgeräten geworben haben; und je weiter die Technik fortschritt, desto kürzer waren die wählbaren Belichtungszeiten, die man bei Spiegelreflexkameras von Hand einstellen konnte: 1/1000 sec., 1/3000 sec., etc. – aber: Brauche ich das? Brauche ich wirklich „gestochen scharfe“ Aufnahmen?

 

2012 hatte ich die Gelegenheit, mit meiner digitalen Spiegelreflexkamera bei der Luminale mit Blenden und Belichtungszeiten zu experimentieren. Während andere mit Stativen und riesigen Objektiven hantierten und sich mit ihrer Ausrüstung ’nen Wolf zu schleppen schienen, hatte ich nichts dabei außer einem antiquierten Handy und meiner Digitalkamera. Zusätzliches Objektiv? Fehlanzeige. Was ich ausprobieren wollte, war das Fotografieren mit längeren Belichtungszeiten von Hand. In einem Fotokurs hatte ich einst gelernt, dass freihändiges Fotografieren mit längeren Belichtungszeiten als 1/50 sec. zu verwackelten Resultaten führt. Aber das ist schon lange her, und damals konnte man noch nicht das löschen, was einem mißfiel. Was hatte ich also zu verlieren außer ein, zwei Stunden Zeit am Abend? Allerdings hatte ich die Rechnung ohne den Vorführeffekt gemacht.

 

Der Vorführeffekt

 

Wer kennt das nicht? – Da bemüht man sich, alles richtig zu machen, und dann geht alles schief; stolz wie Bolle möchte man die Fotos zeigen, und dann stürzt der Rechner ab… Oder man hat gerade das Motiv seiner Träume gefunden und hat schon den Finger am Auslöser, und genau in diesem Moment latschen Leute durchs Bild. Natürlich ist es diesen Leuten auch völlig egal, dass ihr Auftauchen fehl am Platz ist, und sie ignorieren einen auch komplett. Nun, in diesem Fall war es genau anders herum: Ich hatte es mir in einer Ecke gemütlich gemacht, die Belichtung an der Kamera auf 4 Sekunden eingestellt und harrte nun der Besuchermenge, deren Bewegungen im Raum rund um das gut ausgeleuchtete Kunstwerk ich festhalten wollte, in der Hoffnung, dass man von mir keine Notiz nehmen würde. Aber es war wie verhext: Ausgerechnet jetzt wollte ja niemand vor meiner Kamera vorbeilaufen, aus Angst, unbeabsichtigt ins Bild zu geraten. Wahrscheinlich hat mich die Mehrheit für plemplem gehalten, als ich ihnen sagte, sie sollten sich gar nicht um mich kümmern und dass es in Ordnung sei, wenn sie den Raum durchquerten (denn genau das hatte ich ja beabsichtigt). Am Ende sind dann doch Bilder herausgekommen, wie ich sie mir in etwa vorgestellt hatte:

 

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Aber nicht nur Bewegung von Menschen wollte ich festhalten. Einige Kunstwerke befassten sich genau damit: Bewegung von Objekten; egal, ob es ein Newtonsches Pendel aus leuchtenden Glühbirnen, ein hochgezogenes und fallengelassenes Tuch oder eine lichtreflektierende Discokugel war- auch diese Art von Bewegung habe ich mit der Kamera festgehalten, teilweise mit absurd langen Belichtungszeiten von einer halben oder einer Achtelsekunde, was einen schönen Verwischungsgrad hervorrief:

 

 

Zuletzt noch ein paar Momentaufnahmen einer Modenschau, die ich mit meinem Handy festgehalten habe. Diese Modenschau zum Thema „Leuchtstoff Catwalk“ von der Schule für Mode Grafik Design findet traditionell immer am Samstag vor der offiziellen Eröffnung der Luminale statt. Für mich sind die vorgeführten Kleidungsstücke mehr Kunst als Mode, und im Alltag würde wahrscheinlich niemand, den ich kenne, Tops, Hosen oder Röcke aus aneinandergenähten ausrangierten CDs, goldener Folie, neonfarbenem Tüll oder Netzstoff, der mit unzähligen LEDs bestückt ist, tragen. Man würde damit auffallen wie ein Alien. Aber darauf will ich auch gar nicht hinaus, sondern auf das am häufigsten vorkommende Element: neonfarbene Materialien, die von Schwarzlicht beleuchtet werden. Und davon wurde so einiges von den Mannequins präsentiert.

 

Wer schon einmal versucht hat, in einer von Schwarzlicht „erhellten“ Umgebung zu fotografieren, weiß vermutlich, welche Tücken dabei lauern. Verwischte Motive sind hier an der Tagesordnung, und weiße Kleidung an im Bild auftauchenden Zuschauern sind auch nicht gerade der Brüller. Trotzdem habe ich eine kleine Sammlung von einigermaßen brauchbaren Bildern zusammenbekommen, die ich in einer weiteren Collage zusammengefaßt habe.

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Eine meiner Aufnahmen hat es sogar damals in die Fotogalerie der Frankfurter Rundschau geschafft, obwohl sie von professioneller oder meisterhafter Qualität weit entfernt war. Aber das ist eine andere Geschichte, die ich nicht weiter ausführen möchte.