Media Monday # 347 : Mit Kaffee zur Blauen Stunde

 

 

03 Aussicht

 

 

Eins meiner liebgewonnenen Wochenendrituale ist, neben dem samstäglichen Gang über den Wochenmarkt, das Ausfüllen des Fragebogens zum Media Monday (auf Wulfs Blog medienjournal) – mit sieben Lückentexten zum Ausfüllen, diesmal mit meinen Antworten in blauem Fettdruck.

Media Monday # 347

 

1. Wenn sich nicht langsam mal das Einkaufsverhalten gewisser Menschen in meinem Umfeld ändert, sehe ich für die Zukunft des lokalen Einzelhandels schwarz: Schließlich lebe ich in einer dichtbesiedelten Region und nicht am Ende der Welt – da muss es doch nun wirklich nicht sein, alles – aber auch wirklich alles – online zu kaufen und zu bestellen.

 

2. Die Qualität von Serien- oder TV-Produktionen im Allgemeinen zu beurteilen, fällt mir nicht leicht; Meine persönlichen Highlights laufen ohnehin nicht auf Privatsendern (mit Ausnahme von Game of Thrones) oder auf Streamingdiensten, sondern auf den Spartenprogrammen der öffentlich-rechtlichen Sendern sowie auf BBC One.

 

3. Die Crème de la Crème deutschsprachiger Humoristen, Chanson- und Schlagersänger der 60er und 70er Jahre bliebe sicherlich auf ewig vergessen, gäbe es youtube nicht. Was habe ich in meiner Jugend über Künstler wie Katja Ebstein, Daliah Lavi oder Juliane Werding gelästert, doch nun muss ich leider erkennen, wie borniert ich damals war – viele Texte jener Lieder sind geradezu hohe Kunst und feinsinnige Poesie im Vergleich zu dem, was man heute so unter Schlager versteht.

 

4. Neulich wieder über einige Clips mit Fredl Fesl sehr gefreut, schließlich habe ich als Kind das Lied „Schnuck, ach Schnucki“ sehr gerne gehört, kannte aber nur die Version von André Heller. Dass dieses Kleinod auch im Repertoire des Herrn Fesl vorkam und in Wahrheit aber auch nicht von ihm, sondern von dem österreichischen Klavierhumoristen Hermann Leopoldi (* 15.8.1888 – † 28.6.1959) stammt, habe ich erst kürzlich erfahren.

 

 

5. Aktuell auf die Watchlist gewandert ist die dritte Staffel von „Vorstadtweiber“ – diese skurrile Serie um noble Damen in einem noblen Wiener Vorort, die zu gar nicht feinen Mitteln greifen, ist mir so richtig ans Herz gewachsen.

6. Am Samstag war mal wieder Zeit zum Stöbern vor Ort in ausleihbarer Lektüre, denn erstens gehört das Schmökern in Zeitungen zu einer Tasse Kaffee und zweitens hatte ich meinen Büchereiausweis zu Hause vergessen, weshalb ich nichts ausleihen konnte.

 

 

02 Bäume

7. Zuletzt habe ich das schöne Wetter zu einer Spazierfahrt mit dem Auto genutzt und das war ein lange nicht mehr gehabter Genuß, weil die Aussicht bei meiner Einkehr am Schluss meines Ausflugs einfach zauberhaft war. Außerdem war der Kaffee besser, als der, den ich mir immer zusammenbraue und der Apfelstrudel verlockender als der Käsekuchen, der seit Samstag im Kühlschrank auf mich wartet.
01 Apfelstrudel

 

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12 Colours of Handmade Fashion – Beige : mein neuer Bleistiftrock, echt retro

 

 


 

In gefühlt jeder Ausgabe der von mir abonnierten Zeitschrift Burda ist ein Pencilskirt (Bleistiftrock). Meinen ersten habe ich 2014 oder 2015 genäht, und seitdem habe ich bei Bedarf auf das gleiche abgepauste Schnittmuster zurückgegriffen. Dass ich jetzt mal ein neues Schnittmuster abgepaust habe, liegt daran, dass in der „burdastyle“-Ausgabe 7/2017 ein Rock ohne Bund abgebildet war: Modell #109

 

03 Pencilskirt 1

 

Empfohlen wird ein Seidenstoff mit leinenartiger Struktur; ein solcher befindet sich zwar nicht in meinem Bestand, dafür aber ein Stoff aus 100% Baumwolle, der wie Leinwand aussieht und mit alten Fotoapparaten bedruckt ist.

 

03 Pencilskirt back

 

Den habe ich zwar nicht bei Amazon gekauft, aber von dort stammen die folgenden Produkteigenschaften wie Breite (ca. 140 cm) oder Gewicht (200 gr / qm / 280 gr. Laufmeter); das hat man mir nämlich in dem Laden, in dem ich ihn gekauft habe, nicht verraten. Was „Leinwand L 2:1 Panama“ bedeutet, weiß ich zwar auch nicht, aber dass er bei einer Wäsche bei 40° C noch ein wenig (3% laut Amazon) einläuft, kommt ungefähr hin. Vielleicht sollte ich noch erwähnen, dass er beim Waschen sehr stark ausfranste.

Für mich bedeutet das, die zugeschnittenen Teile vor dem Zusammennähen oder Steppen der Abnäher mit Zickzackstich zu versäubern; inzwischen empfiehlt Burda dies auch in der Anleitung, aber ich bin schon vor Jahren selbst auf diesen Trick gekommen. Auf diese Weise kann ich nämlich auch die Kanten viel exakter aufeinander stecken, denn dadurch sind sie für mich griffiger.

Auch diesmal hatte ich kaum Schwierigkeiten, die Anleitung im Nähjournal zu verstehen; das einzige, woran ich mich nicht gehalten habe, war das Zuschneiden der Belege aus Futterstoff: Die Belege habe ich aus dem Oberstoff ausgeschnitten, denn so bekommt der Rock im Taillenbereich mehr Stand, und das Futter bleibt da, wo es hingehört. A propos Futter: Diesmal ist alles so geworden wie geplant – endlich gefällt mir auch das „Innenleben“.

 

03 Pencilskirt innen Bund

03 Pencilskirt RV

03 Pencilskirt innen Saum
Und während mein Werk Fortschritte annahm, kam ich spontan auf die Idee, den Rock im Rahmen des Projekts „12 colours of handmade fashion“ von tweedandgreet in der Februargalerie von 2017 zu zeigen.

 


PS: Von den geplanten neun Teilen für dieses Jahr ist dies das erste. Teil 2 (Kleid), Teil 3 (Jogginghose) und Teil 4 (Blouson) werden demnächst folgen.

Media Monday # 346 : Turbo? Ja, nee, is klar.

 

Ihr seid fisch, doch Helene ist fischer…“ Muhaha. Ja, wenn Atze Schröder auf der Bühne steht, dann bleibt kein Auge trocken. Meine Freundin und ich hatten am Donnerstag das Vergnügen – sie hatte die Karten gewonnen, ich das Taxi spendiert, weil die Bahnen mal wieder alle erhebliche Verspätungen hatten. Von Ausfällen gar nicht erst zu reden. Kein Ausfall war die Show – und kein Ausfall ist der Fragebogen zum Media Monday, von Wulf auf seinem Blog medienjournal – mit sieben Lückentexten zum Ausfüllen. Meine Antworten gibt es diesmal in grünem Fettdruck:

 

Media Monday # 346

 

1. Der Hype, der um frisch veröffentlichte Trailer (wie beispielsweise zu „The Shape of Water“) entsteht, führt eher dazu, dass ich mir den Film gar nicht erst anschaue.

 

2. Wenn draußen die Karnevals-Jecken toben und feiern, mach‘ ich lieber was anderes. Wenn mir wirklich nach Fasnacht ist, fahre ich nach Basel zur Basler Fasnacht – die beginnt dieses Jahr am 19. März; ein paar Mal war ich auch schon dort, nur passt es bei mir dieses Jahr leider nicht.

 

3. Am besten sind Spezialeffekte ja eigentlich immer dann, wenn sie sich nahtlos in das Geschehen einfügen. Paradebeispiel hierfür ist für mich der Film „´Die fabelhafte Welt der Amelie“ mit den eingeklebten Passbilder, die im Fotoalbum miteinander ein Gespräch beginnen oder die Szene, in der Amelie vor Kummer sprichwörtlich zerfließt. Ich nenne das ganz gerne den Ally-McBeal-Effekt, weil es dort auch schon so einige Szenen in diesem Stil gab. Zum Beispiel, wenn jemand förmlich durch den Telefonhörer gezogen wird.

 

4. Von all den Lizenzprodukten, die man so zu diversen Franchises bekommt fällt mir auf Anhieb kein Einziges ein, das ich jetzt unbedingt haben müsste. Oder doch: Anläßlich des 50. Jubiläums von Dr. Who hat die Royal Mail einen liebevoll gestalteten Satz Sonderbriefmarken herausgegeben, die ich bei meinem Edinburghbesuch im Oktober 2013 durch puren Zufall in einem Postamt aufgestöbert habe. Darin sind nicht nur sämtliche Doktoren von William Hartnell bis Matt Smith auf Briefmarken verewigt; nein, auch die Bösewichter haben einen Ehrenplatz in diesem Päckchen:

Dr Who 1 - Gesamtansicht

Dr Who 3 - Rückseite

Dr Who 4 - Villains

 

5. Theaterstücke, die als Film adaptiert werden habe ich schon einige gesehen; meistens waren es Shakespeare-Verfilmungen von Kenneth Branagh. Interessanter aber finde ich Experimente wie „Dogville“, wenn der Film aussieht wie ein Theaterstück.

 

6. Beim Bücherkauf lasse ich mich ja vorrangig von äußerer und innerer Gestaltung inspirieren/beeinflussen, und wenn dann noch der Inhalt hält, was der Klappentext verspricht, steht dem Lesevergnügen nichts mehr im Weg. Wenn es ein Buch in zwei verschiedenen Aufmachungen gibt, ziehe ich das hübschere vor, wenn ich vorhabe, es zu behalten und ihm einen dauerhaften Platz in meinem Bücherschrank einzuräumen.

 

7. Zuletzt habe ich mir einen neuen Drucker geleistet, und das war einer der entspanntesten Einkäufe in der letzten Zeit, weil mir der Verkäufer nicht irgeneinen hypertollen supersmarten WLAN-Schnickschnack andrehen wollte.

 

 

Neues Jahr – neue Pläne


Mit guten Vorsätzen ist es ja in den meisten Fällen so, dass man sie im neuen Jahr schon bald gar nicht mehr verwirklicht, weshalb ich es mir abgewöhnt habe, welche zu fassen. Als ich aber neulich an meinem freien Tag diverse Behördengänge erledigt hatte, verschlug es mich in die Stadtbücherei, wo ich bei den Zeitschriften das Fach mit den Burda-Heften entdeckte. Bei einer Tasse Kaffee blätterte ich durch die Hefte, um mich inspirieren zu lassen. Zwar wird mir dank meines Abonnements die Zeitschrift jeden Monat ins Haus geliefert, aber wie das immer so ist, sprachen in diesem Moment einige Gründe dafür, mir die Hefte auszuleihen:

 

  • Für den Kauf des notwendigen Materials habe ich die Mengenangaben gleich bei mir.
  • Meine Hefte zu Hause müsste ich dank des Eichhörnchen-Syndroms erst suchen, weil ich wieder mal nicht weiß, wo ich sie hingelegt habe.
  • Leser vor mir haben die Schnittmusterbögen bereits herausgetrennt; das erspart mir das Aufbiegen der Klammern in meinen Heften.

Und so zog ich mit ein paar Filmdramen, anspruchsvoller Literatur von Tolstoi und den folgenden „burdastyle“-Ausgaben (in chronologischer Reihenfolge geordnet) wieder nach Hause:     11/2016, 3/2017, 4/2017, 7/2017. Aus dem Heft 4/2017 stammt der Schnitt der weißen Bluse , die mir so gut gelungen ist.
Und deshalb lege ich noch eins obendrauf: Ich hätte auch gerne das Kleid #112, das laut Anleitung genauso genäht wird wie die Bluse #111, nur ohne seitlichen Schlitz, dafür aber mit Druckknöpfen statt Knöpfen mit Knopflöchern – und einem Bindegürtel. Den passenden Stoff dazu habe ich bereits gewaschen und gebügelt: weiße Seide, bedruckt mit Blumen und Früchten (ca 120 x 260 cm).

 

02 Seide mit Blumen Stoffparadies

 

Knöpfe bekommt das Kleid aber trotzdem, und da ich mit dem Nähen von Knopflöchern bereits den sicheren Hafen verlassen habe, bin ich auf den Geschmack gekommen, neue Sachen, an die ich ich bisher noch nicht herangetraut habe, nun endlich auszuprobieren. Hier nun die ganze Story:

3/2017 : Pencilskirt (#109) & Palazzohose (#115)

4/2017 : Kleid (#112) & Jogginghose (#106A)

7/2017 : Bomberjacke (#104) & Top (#109)

 

Für die Palazzohose habe ich noch keinen passenden Stoff in meinem Bestand; für alles andere aber schon. Und zum Schluss noch ein paar Modelle aus dem Jahr davor:

11/2016 : Hose (#106) & Longweste (#115) & Designerkleid von Lena Hoschek – hier habe ich sogar den original Lena-Hoschek-Stoff vorrätig:

 

Lena Hoschek Bild vom 6.11.15

Die besondere Herausforderung besteht darin, mich ausschließlich aus meinem Stoffvorat zu bedienen, der in den letzten Jahren kontinuierlich angewachsen ist und auf einen Abbau wartet. Da ich in meiner Familie nicht die einzige bin, die man der Kategorie „Jäger und Sammler“ zuordnen kann, befinden sich in den Kisten nicht nur Stoffe, die ich mir gekauft habe, sondern auch einige Erbstücke…

 

Ich hoffe auf einen zügigen Stoffabbau.

 

MeMadeMittwoch : Jerseykleid in blau : So viele Teile …

 

… und so viele Abnäher! Sogar in den Ärmeln.

 

 

7th Feb - 1

 

Das hatte ich noch nie: vier im Rock, je zwei pro Ärmel und sechs im Oberteil. Hinzu kommen die vielen Nähte, denn außer beim Kragen gibt es bei diesem Kleid (burdastyle 8/2017 – Kleid 111) kein Teil, das im Stoffbruch zugeschnitten wird.

Das bedeutet: Der Rock besteht aus vier Teilen und das Oberteil aus sechs. Ein Reißverschluss sollte auch noch eingenäht werden, aber da das Kleid aus Jersey genäht wird, habe ich ihn für überflüssig gehalten.

 

7th Feb - 2

 

Mit diesem Meisterwerk in Jersey nehme ich zum ersten Mal in diesem Jahr (und nach längerer Abwesenheit) mal wieder am MeMadeMittwoch teil, der nur noch am ersten Mittwoch im Monat stattfindet.

Dass das Kleid jetzt nicht ganz so aussieht, wie auf den Bildern hier und hier, finde ich gar nicht schlimm, und mit meiner Entscheidung gegen den Reißverschluss habe ich richtig gelegen.

 

 

 

Selbst die Besatzteile, die Kragen und Halsausschnitt verbinden sollten (jedenfalls hatte ich das so verstanden), habe ich am Schluss wieder herausgetrennt, weil sie sich erstens nicht sauber umlegen ließen und zweitens mir das zu viel Stoff am Hals war. Der Jersey, den ich verwendet habe, ist doch ziemlich fest, und das Ergebnis ist trotzdem brauchbar.

Schließlich habe ich noch die Kragenenden übereinander genäht, weil ich es nicht mochte, wie der Kragen im Nacken auseinanderklaffte und ein schöner Steh- oder Rollkragen auch nicht zu verachten ist.

 

7th Feb - 3

 

Inzwischen habe ich das Kleid schon ein paar Mal angehabt und auch gewaschen, und ich muss sagen: Es trägt sich prima, und Fettflecken, die mir in der Kantine darauf geraten sind, konnte ein einziger Waschgang restlos entfernen. Entweder liegt’s an der Qualität des Jerseys, oder unsere Waschmaschine leistet saubere Arbeit.

Mal sehen, was die anderen Teilnehmerinnen am MeMadeMittwoch gezaubert haben – zur Galerie dort hin geht es hier lang.

Media Monday # 345 : Der Winter ist da!

 

Der Winter ist da?   –  Ja, und zwar im doppelten Sinne: Erstens rieselte es Schneeflocken vom Himmel, die aber zu meiner Freude nicht auf Bürgersteig und Straße liegenblieben, sondern nur auf Rasen, Ästen und Dächern; und zweitens habe ich am Wochenende erfahren, dass RTL2 am kommenden Samstag mit der Ausstrahlung der siebten Staffel von Game of Thrones beginnt. Worauf ich mich immer wieder freue, ist der Media Monday. Schon am Sonntagabend gibt es sieben Lückentexte auf Wulfs Blog medienjourna – here we go:

 

Media Monday # 345

1. Am Wochenende habe ich ja mal wieder fleißig Kleingeld unter die Leute gebracht, was durchaus wörtlich zu nehmen ist: In einer Schale auf dem Fensterbrett sammelt sich immer jede Menge Wechselgeld nach jedem Einkauf an, und das musste jetzt endlich mal weg. Zum Glück gab es am Samstag jede Menge Gelegenheiten dazu: beim Bäcker, auf dem Wochenmarkt, im Drogeriemarkt… Kaum vorstellbar, dass es Bestrebungen geben soll, das Bargeld abzuschaffen.

 

2. Doctor Who hat nach dem Weggang von David Tennant doch enorm an Qualität eingebüßt, schließlich wurde in den Staffeln mit Matt Smith die Handlung immer konfuser, und die Christmas Specials immer langweiliger.

 

3. Von all den Serien, die in diesem Quartal starten fiebere ich bereits mit den Hebammen von „Call the Midwife“ seit zwei Sonntagabenden mit. Im Moment schreiben wir das Jahr 1963, und ich bin schon sehr gespannt, welche historischen Ereignisse diesmal als Hintergrundgeschichte mitlaufen.

 

4. Ein gutes Buch zeichnet sich für mich ja dadurch aus dass es sich flüssig liest, mich berührt und die Charaktere trotzdem nicht eindimensional oder zu schlicht gezeichnet sind. Das letzte Buch in dieser Art, das ich mir ausgeliehen habe, war „Die Kreuzersonate“ von Leo Tolstoi. Obwohl es im 19. Jahrhundert geschrieben worden ist, wirkt es auch heute noch überhaupt nicht angestaubt; und was darin über das gesellschaftliche Leben geschrieben steht, weist meines Erachtens noch immer ziemlich aktuelle Bezüge auf. Kurzer Auszug: „Bald muss man die Soundso empfangen oder zu den Soundsos fahren; bald muss man die Vorstellung des XY sehen, bald das Konzert von Z hören. In der Stadt gibt es zu jedem Zeitpunkt eine, wenn nicht gleich zwei oder drei Berühmtheiten, die man unter keinen Umständen verpassen darf. Bald braucht man selbst oder ein anderes Familienmitglied ärztliche Behandlung, bald muss man sich um Lehrer, Repetitoren und Gouvernanten kümmern, aber das Leben ist dabei leer, ganz und gar leer.“ – Klingt, als ob die Angst, etwas zu verpassen, ein uraltes Problem ist.

 

5. Manch ein Ausstellungsplakat lässt mich ja schon extrem neugierig werden, wenn sich die beworbene Veranstaltung aber als nicht das herausstellt, was ich erwartet habe, habe ich schon das Gefühl, Zeit verplempert zu haben.

 

6. Kaum zu glauben, aber ich habe doch tatsächlich herausgefunden, dass es im Internet immer noch die Anstalt für misshandelte Kuscheltiere gibt, die ich vor Jahren entdeckt habe. Und noch immer habe ich Schwierigkeiten, das traumatisierte Krokodil erfolgreich zu therapieren. Aber vielleicht bin ich ja bei den anderen Patienten erfolgreicher.

 

7. Zuletzt habe ich mit einer Freundin meinen 50. Geburtstag in einem Steakhas nachgefeiert, und das war eine weise Entscheidng, weil hier einfach alles gestimmt hat.

 

 

Media Monday # 344 : The day after …

 

Holocaust Remembrance Day. Oder auch: „Wieder was gelernt“

 

Holocaust Remembrance Day

 

Am 26. Januar hatte ich einen Tag frei und hatte Zeit und Muße, mir in der Stadtbücherei ein paar Filme auszuleihen, nachdem ich diverse Behördengänge hinter mich gebracht hatte. Einer davon ist „Im Labyrinth des Schweigens“, und er dreht sich um die Vorgeschichte der Frankfurter Auschwitzprozesse. Den habe ich mir am Samstag angeschaut, ohne zu wissen, dass an diesem Tag seit 1996 der „Internationale Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocausts“ begangen wird und sich darum an jedem 27. Januar sämtliche Flaggen auf Halbmast befinden.

Das habe ich aber erst erfahren, als ich nach noch mehr Hintergrundinformationen zu diesem Film suchte. Nun bin ich wieder ein Stückchen schlauer. Und noch schlauer werde ich beim Lesen der ausgefüllten sieben Lückentexte auf Wulfs Blog medienjournal:

 

Media Monday # 344

 

1. Die Oscar-Nominierungen sind raus. Ich für meinen Teil weiß nicht einmal, dass die Oscar-Verleihungen schon wieder vor der Tür stehen. Vor Jahren bin ich mal bis spät in die Nacht aufgeblieben, weil ich unbedingt mal eine Oscar-Verleihung sehen wollte, und habe mich ganz fürchterlich gelangweilt. Sich dafür die Nacht um die Ohren schlagen? Nö. Dazu reizt mich das ganze Brimborium (inclusive Bohei um die Kleider der Schauspielerinnen) um in meinen Augen teilweise völlig überbewertete Filme überhaupt nicht.

2. Nachdem ich die Auflösung/den Twist von “The sixth sense“ kenne, reizt mich der Film/die Serie so überhaupt nicht mehr, denn von diesem Effekt zehrt der ganze Film, und da wäre es für mich witzlos, das Erlebnis wiederholen zu wollen.

3. Könnte es nicht bitte viel mehr Mysterythriller geben wie etwa „Unsichtbar – zwischen den Welten“, den ich am Samstagabend gesehen habe? Ich persönlich finde nämlich, dass er mich teilweise an „The sixth sense“ erinnert hat, ihm aber eine ganz andere Idee zugrunde liegt (ein Junge wird scheinbar von einer Gang ins Jenseits befördert und erkennt schon bald, dass er tot ist; wie gesagt: scheinbar, denn es hat zunächst nur den Anschein).

4. Mit „Die Kreutzersonate“ von Leo Tolstoi habe ich mal wieder zu einem wirklich außergewöhnlichen Buch gegriffen, denn in dieser Ausgabe aus dem Insel-Verlag befindet sich auch die Antwort darauf, die von seiner Frau geschrieben und erst 101 Jahre später veröffentlicht worden ist.

5. Eine „ältere“ Serie zu beginnen, von der es bereits X Staffeln gibt habe ich bei Dr.Who ausprobiert und festgestellt, dass mir die Staffeln aus den 60er-, 70er- und 80er Jahren gar nicht fehlen. Ich finde es zwar nett, ab und zu auf irgendeinem englischsprachigen Kanal alte Folgen von damals zu entdecken, aber die neuen Folgen bauen nicht auf den alten auf, und so hatte ich hier noch nie das Gefühl, etwas wesentliches verpasst zu haben.

6. Wenn schon alles adaptiert wird, wieso es dann noch keine Umsetzung zu Erdsee von Ursula K Le Guin, die etwas taugt? Schließlich fand ich, dass gerade der erste Roman dieser großartigen Schriftstellerin etwas besseres verdient hätte als diese seltsame Miniserie mit Danny Glover.

7. Zuletzt habe ich mir vorgenommen, den Film „Frida“ mit Salma Hayek noch einmal zu sehen, und das war gar nicht so einfach, mich zu entscheiden, weil ich außerdem noch drei weitere ausgeliehene Filme zu Hause liegen habe, die ich auch noch alle sehen möchte und von denen es jeder wert gewesen wäre, als erstes dranzukommen.

 

Was Weißes – Bluse : „burda style“ 04/2017 #111B

Mein Nachtrag zu der 2017 gelaufenen Aktion „12 Colours of Handmade Fashion“ auf dem Blog von tweedandgreet.

 

 

Das war in zweierlei Hinsicht eine Premiere für mich:

1) Ich habe zum ersten Mal Knopflöcher genäht.

2) Und ich habe zum ersten Mal eine Anleitung von Burda komplett verstanden.

Tusch!Entweder war letzteres in der Aprilausgabe aus dem letzten Jahr ein wirkliches Novum und der Text wurde von jemand Neuem formuliert – oder mir hat geholfen, dass ich die Anleitung kopiert und jeden getanen Schritt auf der Kopie mit einem Textmarker durchgestrichen habe.

Was dabei herausgekommen ist? Die Bluse 111 aus burda style 4/2017: Eine Bluse aus naturweißer Seide mit Fältchen im Schulterbereich, Mandarinkragen (kleiner Stehkragen) und einer Knopfleiste mit Knopflöchern für sechs Knöpfe. Beschrieben wird sie bei burda folgendermaßen:


So couturig – die Bluse aus semitransparentem Organza. Mandarinkragen, Manschetten sowie Knopfleiste sind aus feinem Baumwolljacquard. Wer es lieber blickdicht mag, kann das Vorderteil entweder doppeln – oder statt mit Transparenz mit Color-Blocking spielen. Styling-Tipp: Besonders edel sieht das sexy Teil zu einem Bleistiftrock aus.“


 

Und so sieht das Ergebnis aus:  

 

 

 

 

 

Hilfreich war sicherlich auch das Üben mit dem Knopflochfuß an einem Probestück aus einem Rest des Blusenstoffs, dennoch sind mir zwei Knopflöcher nicht ganz so gut gelungen wie der Rest:

 

Knopfleiste

 

Das eine sitzt nicht mittig, und beim zweiten war mittendrin die Spule mit dem Unterfaden leer, so dass ich einen Teil des Knopflochs mit der Hand nähen musste. Ideal war das zwar nicht, aber am Ende war ich froh, diese Schwierigkeit doch noch gemeistert zu haben.

 

Media Monday # 343 : Füllsel -extra large

SAM_8060

 

Und wieder ist eine Woche vorbei, die es in sich hatte. Kaum spendiere ich meinem Handy einen neuen Akku, ist auch schon die SD-Karte leer, und damit alle Fotos, Songs und Zugriffe auf diverse Apps futsch, die zwar nicht lebensnotwendig, aber ganz nett waren. Von nun an heißt es wieder Sternbilder anhand einer astronomischen Karte und nicht mittels einer App identifizieren. Schade, aber nicht zu ändern.Außerdem brauche ich gar nicht so viele Apps. Lieber mehr in die Landschaft als in so ein kleines Kästchen starren. Und deshalb bin ich an Wochenenden tagsüber gerne lieber öfters draußen.

Was sich auch nicht ändert, ist mein Sonntagabendritual mit den sieben Lückentexten zum Ausfüllen auf Wulfs Blog medienjournal:

Media Monday #343

1. Psychopathen in Film und Fernsehen machen einen Thriller erst so richtig spannend. Was wäre „Das Schweigen der Lämmer“ ohne Hannibal Lecter oder „American Horror Story – Freak Show“ ohne den gestörten Clown?.

2. Selma Lagerlöfs literaturnobelpreisgekröntes Werk „Wunderbare Reise des kleinen Nils Holgersson mit den Wildgänsen“ steht schon ewig auf meiner Liste, aber um es unterwegs auf dem Weg zur Arbeit und abends nach Hause ist es einfach zu groß und zu schwer.

 

3. Im Moment bin ich ja, was Filme oder Serien angeht, voll und ganz dem Genre Dokumentation verhaftet, und zuletzt habe ich eine Reportage auf DMAX über einen kanadischen Flughafen gesehen, in der es um den Flieger und die Crew von Iron Maiden ging, die ich richtig interessant fand, vor allem weil ich wusste, dass das Flugzeug von Bruce Dickinson höchstpersönlich geflogen wird.

 

4. Anthologie-Serien, die je Folge oder Staffel eine eigenständige Geschichte erzählen, sind genau mein Fall, weshalb ich ein Fan von American Horror Story bin. Trotzdem besteht auch hier die Gefahr, dass den Schöpfern irgendwann die Ideen ausgehen und die Serie sich selbst überlebt.

 

5. Seit meiner Entdeckung der Musik von Zola Jesus, was im Jahr 2011 bei meiner Berlinreise geschah, hat mich lange nichts mehr so begeistert, schließlich steigert sich die Qualität ihrer Alben von Jahr zu Jahr, wenn ich „Conatus“ mit „Versions“ und „Okovi“ vergleiche. Gerade auf dem letzten Album sind ein, zwei Stücke, die mich mit ihrer kathartischen Wirkung direkt ins Herz getroffen haben.

 

6. Lange Bahnfahrten mache ich mir mit einem spannenden Roman erträglich, wenn es keine Mitfahrer gibt, mit denen man sich angeregt unterhalten kann.

 

7. Zuletzt habe ich mit meiner Nähmaschine und dem Knopflochfuß experimentiert und das war wie das Erschließen weißer Flecken auf der Landkarte, weil ich bislang noch nie Knopflöcher genäht habe. Natürlich habe ich erst einmal an einem Probestück geübt, und ich hoffe, dass ich die Bluse, die von mir Knopflöcher bekommen soll, nicht verhunze.