07.12. – Fernweh | Adventüden

Adventszeit ist Adventüdenzeit… dass ich auch dieses Jahr wieder bei diesem ganz besonderen Adventskalender mitmachen darf, freut mich sehr – und nun nicht lang geschnackt, hier geht es auch schon los:

Irgendwas ist immer

Wie wär’s, wenn wir an Silvester zur Abwechslung mal wegfahren?«, hatte meine beste Freundin mich im Sommer bei einem GlasEisteegefragt und sofort mein Interesse geweckt. Doch von der anfänglichen Euphorie war nicht mehr viel übrig. Das Ziel bereitete mir keinKopfzerbrechen, denn nach Hamburg hatte ich schon immer ein zweites Mal gewollt, doch vor der Tür stand bereits Halloween, und wir hatten noch immer keine Unterkunft – so langsam lief uns die Zeit davon. Schon seit Monaten war selbst die von mir anvisierte Jugendherberge an den St. Pauli Landungsbrücken ausgebucht.

»Und wenn wir auf die Übernachtung verzichten?«, druckste ich zwischen Kürbissuppe undBratapfelherum. Mittags mit dem Zug hin- und anschließend gleich wieder zurückfahren, wenn wir Glück hatten. »Oder wir schlagen uns die Nacht auf der Reeperbahn um die Ohren und nehmen einen Zug, der uns zum Katerfrühstück wieder nach Hause bringt…« Je länger ich redete, desto mehr begeisterte ich mich für meinen…

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Dienstags-Gedudel #98 : Reisefieber, Teil 52 – noch ’nen Schampus an der Bar

Und nun wappnen Sie sich für meinen Abstecher zu den Bajuwaren (mit Hilfe von youtube – https://www.youtube.com/watch?v=jHGVFCIwejQ)

… Oder zu einer ganz besonderen Szene, die in München zu Hause ist. Damit fing sie an, die Neue Deutsche Welle, in der auch diese südliche Mundart ihren Platz hatte.

Media Monday #545 : Advent, Advent 2/4

Unaufhaltsam rückt Weihnachten näher, und schon nahen auch sie: die Weihnachtsfilme. Rot-Grün ist die derzeit angesagte Farbkombination, und vielleicht habe ich gerade deswegen eine akute Sperre gegen sie. Gut, dass sie im ersten Kinofilm, den ich mir in diesem Monat gegönnt habe, nur selten zu sehen ist. Dazu aber in den Lückentexten des 545. Media Monday mehr… Let’s go:

Media Monday # 545

1. Jetzt, wo die letzten Wochen des Jahres angebrochen sind, habe ich das Gefühl, dass die Zeit wegläuft – für den ein oder anderen Weihnachtsmarktbesuch wird es aber wohl noch reichen, dann aber bitte nicht mehr im benachbarten Bundesland, sondern nur noch zu Hause.

2. Die Banksy-Ausstellung, die in Dresden, Erfurt, Linz und Mainz zu sehen ist, ist auf alle Fälle einen Blick wert, schließlich stehe ich hier zur Abwechslung mal vor Kunst, bei der die Aussage sofort klar ist und ich nicht lange überlegen muss, was der Künstler damit sagen wollte und dann doch komplett falsch liege. Kurioses Detail am Rande: Da mir zum Schießen von Selfies das Talent fehlt, hat meine Freundin, der ich den Besuch zum Geburtstag geschenkt habe, ein Foto an der dafür vorgesehenen Stelle von mir gemacht und dann noch eins an der sterbenden Telefonzelle.

Als Spion am Telefon
ich war’s nicht!

3. Für den unwahrscheinlichen Fall, dass mir doch noch ein passendes Geschenk für eine bestimmte Person vor die Nase kommt, kann ich mir die Investition von Hirnschmalz in einen besonderen Gutschein gleich ganz sparen.

4. Es regt mich manches Mal schon auf, wenn ich wie am vergangenen Samstag im Susi-Sorglos-Modus durch die Welt reise und in Rheinland-Pfalz feststellen muss, dass dort in Restaurants andere „G-Regeln“ gelten als in Hessen (typischer Fall von selber schuld – deshalb der Ärger). Das würde auch erklären, warum sich vor den Teststationen so lange Schlangen gebildet haben. Wirklich blöd wurde es aber vollends, dass man in manche Bereiche auf dem Weihnachtsmarkt nur gelangt, wenn man die Luca-App auf dem Smartphone hat. Da war dann das gemütliche Schlemmen im Sitzen auch gegessen. Aber wenigstens für eine Portion Pommes im Stehen hat`s dann doch noch gereicht.

5. Als ich gehört/gelesen habe, dass demnächst „Downton Abbey II“ ins Kino kommen soll, war ich ganz aus dem Häuschen vor Freude – aber dank des Trailers, den ich zuletzt im Werbeblock vor „House of Gucci“ gesehen habe, fiebere ich jetzt schon darauf hin.

6. Ganz ehrlich, Filme mit Starbesetzung garantieren nicht immer den großen Wurf, auch nicht, wenn der Regisseur einen guten Ruf genießt. Aktuelles Beispiel: „House of Gucci“ von Ridley Scott – ein Film, den ich soweit okay fand und den ich in die Kategorie „kann man sich ansehen, wenn man noch nichts bestimmtes vorhat“ einsortieren würde, der aber für mich mit 158 Minuten viel zu lang war und trotz amüsanter Szenen und grandiosen Kostümen oft recht zäh herüber kam. Und was ich von der übertriebenen Darstellungsweise von Jared Leto halten soll, weiß ich im Nachhinein immer noch nicht. Bei ihm hat der Maskenbildner auf jeden Fall ganze Arbeit geleistet. Ganze Arbeit hat auch die Synchronisation geleistet, denn der italienische Akzent sämtlicher Schauspieler in der Originalfassung ist hier komplett verloren gegangen.

7. Zuletzt habe ich einen Kaffee getrunken, und das war ein Genuß, den andere schauderhaft finden könnten, weil ich löslichen Kaffee bevorzuge, zum einen aus nostalgischen Gründen in Erinnerung an vergangene Campingurlaube und das damit verbundene Lebensgefühl und zum anderen… weil ich eine faule und ungeduldige Socke zugleich bin, der es bei Verlangen nicht schnell genug gehen kann (okay, der letzte Teil kam etwas seltsam rüber – ich schwöre, er bezieht sich auf rein kulinarische Gelüste).

Cinema-Scope 2021 im November : Wiedersehen macht Freude

Das Jahr rennt förmlich nur so dahin, da wird es Zeit für mich, mal Rückschau zu halten auf das, was ich mir filmisch zu Beginn des Jahres vorgenommen hatte. Der „gute Vorsatz“, mir von meinen 12 noch nicht gesehenen DVDs jeden Monat eine vorzunehmen, ist durch den Horrorctober ein wenig aus dem Fokus geraten, denn es sind noch drei Filme übrig: Ballon, Kursk und Waltz with Bashir. Aus einer Laune heraus hatte ich mich für den letzten entschieden und damit auch gleichzeitig vorschnell mein Motto für den vorletzten Monat des Jahres festgelegt: Animationsfilme – egal aus welchem Genre.

Damit hätte ich den unterschiedlichsten Varianten und Themen Tür und Tor geöffnet, doch dass es dabei nicht bleiben würde, war mir klar, als ich mir neben all den Animationsfilmen auch einen Realfilm ausgeliehen hatte, dem noch weitere folgen sollten – auf DVD, im Fernsehen, auf Youtube und vor allem im Kino.

Doch zuerst, wie so oft bei mir, die Übersicht, in chronologischer Reihenfolge (die beiden Flops vom Monatsanfang lasse ich bewusst weg):

Waltz with Bashir +++ Ice Age 5 – Kollision voraus +++ Last Night in Soho +++ Lunchbox +++ Dogs in Space +++ James Bond 007 – Der Morgen stirbt nie +++ Stein’s Gate – The movie +++ Die Monster-Uni +++ Running Man ++ Das wandelnde Schloss

Deshalb habe ich meinen Monatsrückblick gesplittet. Und nun Vorhang auf für meinen Rückblick, denn Wiedersehen macht Freude.

Animationsfilme

Dass es abseits von Disney-Produktionen noch weitaus Sehenswerteres gibt, das sich in meinen Augen aber nicht für Kinder eignet (Watership down, Wenn der Wind weht, Animal  Farm oder The Wall), war für mich Anlass, bei meinem Besuch der Stadtbücherei gezielt nach Animationsfilmen zu fragen. Dabei durfte ich dann die Erfahrung machen, dass sich die nette Bibliotheksangestellte unter diesem Genre etwas anderes vorgestellt hat als ich, denn auf mich wartete eine wahre Fülle von Anime-Serien,  mit einzelnen Filmen dazwischen. Die Filme, die mir vorschwebten, fand ich dann schließlich doch noch.. in einem anderen Teil der Bücherei.

Waltz with Bashir:

Gekauft habe ich diese DVD bei einem Flohmarkt für einen Euro, hatte aber noch nicht die Muße gefunden, sie mir anzusehen, denn bei der israelisch-französisch-deutschen Co-Produktion von 2008 handelt es sich um schwere Kost, die ich Zartbesaiteten nicht empfehlen würde. In Kürze zusammengefasst geht es um die Aufarbeitung des Massakers von Sabra und Schatila im Jahr 1982 während des Kriegs im Libanon – eine in Teilen biografische Dokumentation mit Interviews, die der Regisseur mit allen Beteiligten und einer Traumatherapeutin führt, und Rückblenden, in denen das Geschehen aus verschiedenen Perspektiven gezeigt wird. Erst am Schluss, der dank der übergangslos eingeblendeten realen Aufnahmen von Getöteten und verzweifelten Überlebenden wie ein Schlag in die Magengrube daherkommt, wird klar, welche Rolle der Interviewer bei seinem Einsatz am Ort des Massakers an den Flüchtlingen gespielt haben muss.

Ice Age 5 – Kollision voraus:

Wer schon immer wissen wollte, was es in „Ice Age“ mit dem ins Eis eingeschlossenen Raumschiff auf sich hat oder woher der Jupiter seinen roten Flecken hat, erfährt jetzt die Vorgeschichte – natürlich ist mal wieder Scrat an dem ganzen Chaos schuld, das auf Manni & Co in Form eines Meteoritenschauers, gefolgt von dem einen lebensbedrohenden Asteroiden wartet. Um den alles vernichtenden Zusammenstoß zu vermeiden, gibt es nur einen Weg: Sie müssen magnetische Kristalle ins Weltall schießen, um den Asteroiden von der Erde wegzulenken. Klingt so abenteuerlich und gewagt wie „Armageddon“, doch angesichts der Tatsache, dass wir uns noch immer zur Zeit der Mammuts und Dinosaurier befinden und jedwede Technik noch nicht mal hörbare Zukunftsmusik ist, war ich gespannt, wie sich der bunt gemischte Freundeskreis bei dieser Aufgabe schlagen würde. Wie sie das am Ende zuwege bringen, damit hätte ich niemals gerechnet, und zu sehen, wie Sids geliebte, süße, aber bösartige Oma in ihrer Jugend so drauf war, fand ich auch recht spaßig. Kritiker fanden den Film entbehrlich, mir hat er jedoch besser gefallen als sein Vorgänger.

Stein’s Gate – The movie:

Zeitreisen beziehungsweise was passiert, wenn mehrere durch Zeitreisen entstandene parallele Zeitlinien für den, der sie besucht hat, durcheinanderkommen – den auf einem Computerspiel und einer Animeserie basierenden Film fand ich nicht nur unterhaltsam, sondern auch richtig gut, auch wenn ich weder das Spiel noch die Serie kenne.

Die Monster-Uni:

Als der fiese Randall noch nicht fies, sondern ein richtig netter Kerl war und der nette Sully aus der Monster-AG noch ein eingebildeter Schnösel. An der Monster-Uni, für erfahrene Schrecker der Monster-AG die beste der Welt, treffen sie sich wieder, und für den kleinen Mike Glotzkowski beginnt ein Studentenleben, das er sich so nicht vorgestellt hat und mich stellenweise an den Film „Sydney White – Campus Queen“ erinnert hat – in dem gibt es auch die überhebliche Studentenverbindung, deren Mitglieder bei Lehrkörper und Unileitung äußerst beliebt sind, und dann die teilweise wirklich schusseligen Nerds, die keiner haben will und die in einer maroden und vom Abriss bedrohten Bruchbude hausen, aber herzensgut sind und in allen Lebenslagen zueinander halten. In einer solchen Nerdverbindung landen Sully und Mike notgedrungen und stellen fest, dass gute Freunde unbezahlbar sind.

Das wandelnde Schloss:

Das Anime von 2004 adaptiert das Kinderbuch der englischen Schriftstellerin Diane Wynne Jones und erzählt die Geschichte der jungen Hutmacherin Sophie, die von einer eifersüchtigen Hexe in eine alte Frau verwandelt wird und als sich selbst eingestellte Putzfrau Unterschlupf in dem wandelnden Schloss des Zauberers Hauro findet und sich unter anderem um die Feuerstelle und den darin lebenden Feuerdämon Calcifer kümmert. In Hauro verliebt, versucht sie, sein Geheimnis zu ergründen. Neben „Chihiros Reise ins Zauberland“ ist dies schon der zweite Film der Ghibli-Studios, der mir so richtig gut gefallen hat, was u.a. auch daran lag, dass die Bilder so wirken, als habe sich jemand aus früheren Jahrhunderten so die Zukunft vorgestellt. Und die Idee, durch ein Stellrad mit unterschiedlich gefärbten Segmenten bestimmen zu können, in welchem Teil des Landes sich die Haustür öffnet, fand ich einfach magisch.

Kommen wir nun zu den Realfilmen.

Realfilme

Mein persönlicher Film des Jahres führt denn auch gleich diesen Teil der Liste an – eine Warnung vorab: Auch bei den anderen Filmen wird es nicht fröhlicher.

Last night in Soho:

Mit einem Stipendium am Londoner College of Fashion glaubt Ellie Turner aus Cornwall das große Los gezogen zu haben, doch mit ihren Kommilitoninnen kommt die angehende Modedesignerin nicht zurecht und sieht sich gezwungen, ein möbliertes Zimmer bei einer älteren, verschrobenen Dame zu mieten und einen Job in einem Pub anzunehmen. Ihr Glück scheint sich zu wenden, als sie eines Nachts im Traum mitten im London der Sechziger Jahre zu sich kommt und ihrem Idol, der blonden Sängerin Sandy begegnet, hat sie sich doch schon immer gewünscht, einmal London in den „Swinging Sixties“ erleben zu dürfen. Aus den Träumen wird jedoch schnell ein Alptraum, da sich Ellie zeitweilig im Körper von Sandy wiederfindet und hautnah miterleben muss, dass auf Sandy nicht die versprochene Gesangskarriere wartet, sondern die junge Frau dem Charme des vermeintlichen Managers auf den Leim gegangen ist und der sie geradewegs in die Prostitution schickt. Zu allem Überfluss sieht sie auch sämtliche Personen aus ihren (Alpträumen) in der Realität… Durch mehrere Trailer wurde ich auf diesen hochspannenden Thriller aufmerksam, der mich lange im Dunkel auf einer falschen Fährte tappen ließ, um mich mit einer Wendung zu schocken, mit der ich so nicht gerechnet habe. Die 117 Minuten des Psychohorror-Stücks mit brillianten Schauspielerinnen (Anya Taylor-Joy, Diana Rigg, Rita Tushingham, Thomasin McKenzie, Synnøve Karlsen) in Haupt- und Nebenrollen haben sich für mich nicht so angefühlt, und danach lag ich noch lange wach, weil ich das Gesehene Revue passieren lassen musste und sich erst im Nachhinein einige kleine Details in das Bild eingefügt haben. Für mich eine echte Überraschung in diesem Herbst.

Lunchbox:

Indien und sein beliebtes Lunchboxsystem – Dabbawala genannte Auslieferer bringen Angestellten in mehrstufigen Lunchboxen das Essen an den Arbeitsplatz – entweder das in einem Restaurant oder – in den meisten Fällen – zu Hause von den Ehefrauen gekocht worden ist. Eine solche Lunchbox mit dem mit besonders viel Liebe gekochten Essen darin landet in dem indischen Spielfilm „Lunchbox“ (im Original „Dabba“) von 2013 jedoch nicht bei Rajeev, sondern bei dem Witwer Saajan Fernandes (Irrfan Khan), der sich bei der Köchin Ila (Nimrat Kaur) mit einem handgeschriebenen Zettel in der leer zurückgeschickten Box prompt für die delikate, wenn auch leicht versalzene Mahlzeit bedankt. Es entsteht ein reger Briefwechsel, der das Leben der beiden nach und nach verändern wird. Es sind vor allem kleine Details, die wie Bindeglieder zwischen den beiden so unterschiedlich verlaufenden Leben von Ila und Saajan wirken und gleichzeitig offenbaren, wie ähnlich sich die beiden im Grunde sind. Das hat diesen Film für mich so spannend gemacht und mir gezeigt, dass Indien eben nicht automatisch auch Bollywood bedeutet. Eine wunderbar zarte und herzerwärmende Romanze mit ungewissem Ausgang – die als Arthouse-Produktion auch vorzüglich in die „Kino kulinarisch“-Reihe passen würde, die es vor einigen Jahren in unserer Stadt gab. Jedenfalls befinden sich die Rezepte dazu einem der DVD beiliegenden Heftchen. Vielleicht koche ich sie sogar demnächst nach.

Dogs in Space:

Das hat ja lange gedauert. Vor einigen Jahren habe ich den Film von 1986 auf Youtube mit x Werbeunterbrechungen gesehen, jetzt ist er nach langer Abwesenheit wieder da: als unsynchronisierte Originalversion ohne Untertitel oder Werbepausen, dafür aber aufgeteilt in vier handliche Häppchen à dreimal 25 und einmal 29 Minuten. Also habe ich kurzerhand das in der Melbourner Punkszene der Siebziger Jahre spielende Drama zum Bordprogramm für meinen Ausflug nach Mainz erklärt. Splitten können eben auch andere ganz toll. Dreh- und Angelpunkt ist ein etwas verwahrlostes Haus in einem Vorort von Melbourne, das sich im Lauf der etwas dünnen Handlung um einen Haufen Punks in eine heruntergekommene und zugemüllte Bruchbude verwandelt. Im Mittelpunkt der teilweise unübersichtlichen Gruppe stehen der Student Luchio (Tony Helou), ein namenloses Mädchen (Deanna Bond), die wechselnden Beschäftigungen nachgehende Anna (Saskia Post) und ihr Freund Sam (Michael Hutchence), Sänger der Punkband „Dogs in Space“. Es dauert nicht lange, bis Anna sich in seine Heroinabhängigkeit mit hineinziehen lässt und eine Überdosis sie das Leben kosten wird (sarkastischerweise an dem Tag, als Luchio seine Klausuren mit Bravour gemeistert hat), während ihr Liebster mit der Schuld weiterleben muss. Das böse Ende habe ich mir allerdings nicht während der Fahrt mit der Bahn angeschaut, sondern im Stillen Kämmerlein zu Hause.

Jetzt aber zu den nächsten Themen…

James Bond 007 – Der Morgen stirbt nie:

Den habe ich tatsächlich 1997 im Kino gesehen, weil ich gespannt war, wie mein ehemaliger Schulkamerad, der im gleichen Jahr mit mir zusammen das Abitur gemacht hat, als Bösewicht auf der Leinwand rüberkommen würde. Es war eine interessante Erfahrung, das zweite Filmabenteuer mit Pierce Brosnan als James Bond mal wieder im Fernsehen zu sehen – interessant, weil es diesmal Judi Dench war, bei der ich mich wunderte, dass ich ihr nicht schon früher Beachtung geschenkt habe. Hier lässt sie mit ihrer Ich-hab’s-Dir-doch-gesagt-Attitüde die Besserwisser vom Militär, die sie anscheinend nicht für voll nehmen oder gar ignorieren, dumm dastehen, während der Agent mit der Lizenz zum Töten mal wieder für die ganze Welt die Kastanien aus dem Feuer holen darf – dies aber natürlich nicht alleine, sondern zusammen mit der chinesischen Agentin Wai Lin (Michelle Yeoh). Wie bei allen Filmen dieser Serie wusste ich zwar zu Beginn schon, wie das zweistündige Spektakel endet, dennoch fand ich „Der Morgen stirbt nie“ unterhaltsamer als seinen Nachfolger, die Gegenspieler glaubwürdiger und die Gags genau richtig (jedenfalls damals):  Wer hätte im wie Fort Knox gesicherten Safe des bösartigen Medienmoguls ausgerechnet eine Blitz-Illu erwartet oder mit eindeutig-zweideutigem Geplänkel zwischen Miss Moneypenny und Bond erwartet?

Running Man:

Basierend auf einem Roman von Stephen King alias Richard Bachman, werden wir in diesem Actionfilm von 1987 in ein Los Angeles von 2017 versetzt, in dem Amerika zum Polizeistaat geworden ist, der die Kommunikation und die Künste zensiert. Um das Volk bei Laune zu halten, wird täglich die Spielshow „Running Man“ ausgestrahlt, in der Strafgefangene um ihr Leben rennen, von denen nur selten welche gewinnen. Eines Tages erwischt es den Polizisten Ben Richards (Arnold Schwarzenegger), der selbst im Gefängnis landet, nachdem er sich geweigert hat, aus einem Hubschrauber heraus auf unbewaffnete Demonstranten zu schießen. Als nicht freiwilliger Kandidat hat er sich zum Ziel gesetzt, die Wahrheit über das perfide System und den tatsächlichen Verbleib der „Gewinner“ der Show ans Licht zu bringen, und schon bald zeigt sich, dass es ein Fehler war, ihn und seine Gefährten zu unterschätzen… Wen ich als Darsteller in kleinen Nebenrollen nicht erwartet hatte, waren zum einen Mick Fleetwood (Fleetwood Mac) in der Rolle von Mic, dem Kopf der im Untergrund agierenden Widerstandsgruppe und zum anderen Dweezil Zapp als Guerillakämpfer eben jener Gruppe. Und wem die Story eventuell bekannt vorkommt: Für das Drehbuch zu dem Fernsehfilm „Das Millionenspiel“ von Tom Toelle aus dem Jahr 1970 hat Wolfgang Menge denselben Roman adaptiert.

Das waren fünf Animationsfilme und fünf Realfilme – beide haben sich also die Waage gehalten.

Dienstags-Gedudel #97 : Reisefieber, Teil 51 – Kreuz und quer

Ich kann mich nicht entscheiden, wohin die Reise gehen soll… Eigentlich wollte ich zum nächsten Flughafen, mache aber lieber einen Abstecher an die Küste:

Und das Ende November. Brrr. Vielleicht bin ich genauso verrückt wie die anderen in dem Song (auf youtube – https://www.youtube.com/watch?v=Acq4odTvLQs), die dort auch alle hin wollen.

Media Monday #544 : Advent, Advent 1/4

Nachdem mein „Weihnachtskleid“ mit minimalen Abwandelungen endlich Formen annimmt, war es das auch schon wieder mit der Glückssträhne. Der Korken auf einer Flasche Talisker ist so zerbröselt, dass ich das gute Stöffchen mühsam filtern und in eine andere Flasche umfüllen durfte, Tanzen wird aufgrund der aktuellen Situation erst mal aufs neue Jahr vertagt, aber was mich wirklich aus den Latschen hat kippen lassen, war die Nachricht vom bevorstehenden Ende einer Internet-Community, der ich seit 2001 angehöre bzw. angehört habe. Schade, dass diese Ära nun zu Ende geht. Aber was soll das Jammern, irgendwann ist für alles mal ein Ende abzusehen. Hoffen wir, dass uns wenigstens der Media Monday noch lange erhalten bleibt – hier kommt aber mein Beitrag zum 544. Media Monday:

Media Monday # 544

1. Für die Vorweihnachtszeit wünsche ich mir in diesem Jahr vor allem, dass alle mal etwas entspannter werden. Ganz entspannt breche ich zum Beispiel mit meiner eigenen Tradition, auf dem Weihnachtsmarkt einen Nierenspieß zu essen, die 4,50 Euro für ein winziges Spießchen statt wie früher 3,50 Euro für zwei Spieße mag ich nun wirklich nicht mehr bezahlen und gönne mir statt dessen einen Eierpunsch mehr.

2. Jetzt, wo allerorten wieder Weihnachtsfilme und Specials veröffentlicht werden, bleibe ich den üblichen Verdächtigen wie „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“ treu.

3. Ich mag gar nicht daran denken, dass mein Silvesterwochenende in Würzburg in Gefahr sein könnte, denn dann würde aus dem angedachten Treffen nichts – also drückt mir bitte die Daumen, dass es bei dem Plan bleibt.

4. Eine neue Staffel von „Call the Midwife“ wäre mal eine wirklich angenehme Überraschung und endlich mal wieder eine Serie, die ich auch schauen könnte.

5. Nach dem ganzen Shopping- und Konsum-Wahnsinn der vergangenen Tage der mich im übrigen kalt gelassen hat, habe ich beschlossen, dieses Jahr auf Selbstgemachtes und Gutscheine für gemeinsame Zeit zu setzen.

6. Überhaupt, dieser ganze Black-Friday-Hype wird von Jahr zu Jahr auch immer penetranter.

7. Zuletzt habe ich erfahren, dass eine Community, der ich jahrelang die Treue gehalten habe, am 14.12.2021 für immer abgeschaltet wird, und das war echt seltsam und auch ein wenig traurig (obwohl ich sie in den letzten Monaten eher seltener besucht habe), weil ich immerhin über 20 Jahre dabei gewesen bin. Das wäre nun nach nachtwelten.de und ciao.de gleich die dirtte Online-Community, die es nicht mehr geben wird. Schade.

Dabei sein war alles

Aber gut, dass ich jetzt davon erfahren habe und nicht wieder erst hinterher (so wie damals bei ciao) – so konnte ich ein mir wichtiges Foto retten und abspeichern.

Projekt ABC – X wie „X“ (Kandidat Nummer 2) … für die x-te Party

Give me an X – die Musik zur Party hatten wir schon – jetzt kommt die hippe Deko.

Zugegeben, dieser Buchstabe bereitet einigen vermutlich Kopfzerbrechen, bei mir wird es wieder das X selbst – für das fotografische ABC von Wortman – diesmal aber ganz spontan und ungeplant (wenn auch etwas fantasielos), weil ich die Dinger beim Einkaufen in einem Markt für Büromaterial entdeckt habe. Gekauft habe ich ihn aber nicht, den Folienballon in Form eines X, den es auch in Silber gab:

Gebt mir ein X

Yay! Let’s party!

Damit wird auch die x-te Party ein echter Hingucker. Und für die passenden Drinks wird auch noch gesorgt. Sofern ich sie denn gefunden habe.

Projekt ABC – X wie „X“

Wir befinden uns mitten im Endspurt – beim fotografischen Projekt von wortman nach dem X folgen nur noch zwei Buchstaben, denn Ä , Ö und Ü entfallen dieses Jahr.

Den Kandidaten für diesen Buchstaben hatte ich schon sehr früh in diesem Jahr ermittelt: X

Das Nachfolgealbum zu KICK von INXS trägt den simplen Titel „X“ und gehört zu den Alben, die ich (noch) nicht auf Vinyl habe. Spart Platz und kann von mir auch im Auto gehört werden. Oder beim Schneidern in der Küche, wo ich es zuletzt tatsächlich in der letzten Zeit wieder öfters habe laufen lassen (der Todestag von Michael Hutchence am 22. November war allerdings nicht der Grund dafür).

stapelbar und gut bewacht von Hasi.

Ein weiteres X ist in Planung, denn das hätte hier nicht mehr hineingepasst.

Projekt ABC – W wie Weihnachtskleid: Das Scarlett-O’Hara-Prinzip

Vor Jahren habe ich einmal bei einem gemeinsamen Projekt von nähenden Bloggerinnen mitgemacht, dem sogenannten Weihnachtskleid-Sew-Along – mit dem Ziel, sich ein neues Gewand für Weihnachten zu schneidern und mit Dokumentation und Präsentation der einzelnen Schritte und Phasen zu festgelegten Terminen (meistens Sonntags). Ich glaube, es gibt diesen Sew-Along auch dieses Jahr wieder, aber ich habe mich nicht angemeldet. Dafür ist mir spontan etwas ganz anderes in den Sinn gekommen.

Ich weiß ja nicht, ob sich noch jemand an den Film „Vom Winde verweht“ und die Szene darin erinnert, in der Scarlett O’Hara dringend ein neues Kleid braucht und sich aus Mangel an Material an dunkelgrünen Samtvorhängen vergreift. Genau so darf man sich das Ergebnis meiner Suche nach dem passenden Stoff für dieses Modell vorstellen, das ich mir ausgerechnet als erstes nach meiner drei Jahre langen Auszeit vom Nähen ausgesucht habe:

Das Original von 1950 – Modell #121 in Burda 7/2021

Der Schwierigkeitsgrad wurde mit drei von vier Punkten und der Stoffverbrauch mit ca. 4 Meter angegeben. Da ich aber selten eine Anleitung akribisch 1:1 nacharbeite und ich gerne den einfacheren Weg gehe, war mir schon zu Beginn klar, dass ich auf einige Details verzichten würde, wie zum Beispiel die Paspel, die im Original zwischen den Rockbahnen vernäht wurde. Und wozu noch mehr Stoff kaufen, wenn im Keller mehrere Meter eines Vorhangstoffs schlummern, von denen ich in einem Anfall von Größenwahn vor Jahren 12 Meter im Internet bestellt, aber tatsächlich nur aus insgesamt vier Metern Vorhänge für mein Wochenendhäuschen genäht hatte. Woher die vielen Meter bei diesem Modell kommen, wurde mir sehr schnell klar, als ich sah, aus wie vielen Teilen das Kleid besteht.

Allein für den dreistufigen Rock kommen zwölf Teile zusammen (vier pro Stufe), die obendrein auch noch in unterschiedlichen Richtungen vor dem Zuschneiden auf den Stoff gesteckt werden sollen. Bei unifarbenen Stoffen ist das keine große Sache – aber sobald Muster dazukommen, wird es kompliziert, und in meinem Fall kann von Symmetrie (wie bei Streifen oder Karos) keine Rede sein. Aber der eigentliche Knackpunkt neben der Kopfnuss, dass das Muster keinen Versatz haben soll, waren die unterschiedlichen Konfektionsgrößen für Oberteil und Rock: Rock in Größe 40 – Oberteil zwischen 38 und 40. Da waren Millimeterarbeit und Tricksen mit unterschiedlich breiten Nahtzugaben angesagt.

Nach der langen Rede kommen jetzt endlich die Bilder…

Die Vorderseite auf der Puppe
die Rückseite auf der Puppe – an mir sitzt es besser

… bevor ich das Kleid fertigstelle. Weihnachten ist tatsächlich ein realistischer Zeitpunkt, zu dem ich es fertig haben möchte, denn muss ich nicht mehr tun, außer den Rock vor dem Bügeln in Ruhe aushängen zu lassen, danach die rein dekorativen Knöpfe ohne Funktion aufzunähen und zum Schluss die Armausschnitte und den Rocksaum so umzunähen, dass es ordentlich aussieht. Et voilà: Fertig wäre dann mein persönliches, inoffizielles Weihnachtskleid und auf den letzten Drücker mein dritter Kandidat für das fotografische ABC (eine Aktion von wortman).

Morgen ist übrigens schon das X dran. Passend zum ersten Advent.

Dienstags-Gedudel #96 : Reisefieber, Teil 50 – Pulsschlag aus Stahl

Liebeserklärung Nummer Zwei:

„Du bist keine Schönheit – von Arbeit ganz grau. Liebst dich ohne Schminke, bist ne ehrliche Haut – leider total verbaut, aber gerade das macht dich aus.“ (gefunden auf youtube – https://www.youtube.com/watch?v=OvauzdH0fHY)

In Bochum war ich noch nie, aber Grönemeyer habe ich live gesehen.