# Writing Friday 2020 – Februar, 8. Woche : Als die Uhren rückwärts liefen

 

Stell Dir eine Welt vor, in der alles möglich ist. Beim #Writing Friday auf dem Blog von elizzy kann das jeder ausprobieren und seinen Gedanken Ausdruck verleihen, egal in welcher Form, und zwar zu vorgegebenen Themen, die am Ende meines Beitrags aufgeführt sind.

Nach dem Murmeltiertag (2. Februar) und dem Valentinstag (14. Februar) hebe ich heute einen eigens erfundenen Tag aus der Taufe: den Verkehrte-Welt-Tag, denn der Karneval geht in seine letzte und entscheidende Phase…

♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦

Als die Uhren rückwärts liefen

 

Die Uhren liefen rückwärts, als der Zwerg aus dem Nebel auf mich zugeschossen kam, gleich nachdem ich das Plakat gesehen hatte:

NEU IN DER STADT – DER SKULPTURENGARTEN – 2. NOVEMBER FEIERLICHE ERÖFFNUNG.

Wow! Das ist ja schon morgen!“ hatte ich überrascht ausgerufen und meine neue Bekanntschaft aus dem Bogside fragen wollen, ob sie nicht Lust hätte, mich dort hin zu begleiten, doch plötzlich war dieser kalkweiße Winzling aus dem Nichts aufgetaucht und hatte sich mir mit einem Sprung in den Weg gestellt. Ich hatte wirklich nur kurz geblinzelt, weil ich meinen Augen kaum getraut hatte. Eine Statue aus dem Park? Eigentlich eher so eins dieser kitschigen Engelchen, wie man sie zu Tausenden in diesen Dekoläden findet – Schnickschnack, den die Welt nicht braucht. Damit kann man mich ja meilenweit jagen. Wenn ich es nicht besser gewusst hätte, dann hätte ich schwören können, dass es dieser Gnom auf mich abgesehen hatte. Hey Kleiner, hatte ich noch gedacht, Halloween war gestern – Du kannst mit der Maskerade aufhören.

Maskerade? Die Erkenntnis kam leider zu spät. Jagen wollte hier nur einer, und zwar das Engelchen aus weißem Marmor. Das war kein Mensch. Aber auch keine Statue. Ich weiß nicht, was es war, aber es war hinter mir her. Und es war gnadenlos. Verschwunden war das sanfte Lächeln auf seinem Gesichtchen; als ich mir ungläubig die Augen gerieben hatte, nur für einen winzigen Moment, da hatte ich es am Hals.

Beim Anblick seiner schrecklichen Fratze wurde mir eiskalt, und ich konnte nicht mal mehr schreien. Innerhalb eines winzigen Augenblicks geschahen mehrere Dinge gleichzeitig: Während um mich herum alles vorbei raste und zu einer undeutlichen Masse Schatten in unterschiedlichen Grautönen verschwamm, flammte das Zifferblatt meiner Armbanduhr gestochen scharf in der Dunkelheit auf. Die Zeiger rannten nicht nur entgegen ihrer üblichen Richtung, sie drehten förmlich durch. Als sie mit einem Ruck stoppten, bekam das Glas des Zifferblatts einen Sprung, während sich die Zeiger ineinander verhakten. Ich wurde so heftig zu Boden gerissen, dass ich für einen Moment die Besinnung verlor. Irgendwo in der Schwärze um mich herum heulte ein Kauz.

Als ich wieder zu mir kam, war es immer noch dunkel. Nebel wallte aus dem Park, und ein Absperrband bewegte sich sanft im Wind hin und her. Viel Zeit war wohl nicht vergangen. Und doch… Aus der Ferne drangen Stimmen durch den Nebel – Stimmen, die ich kannte: Die einer Frau.. Lara? Und eine, die wie meine eigene klang. Ach nee… Die Fetzen, die ich von ihrer Unterhaltung aufschnappte, kannte ich! Stop! Irgendwas war mit einem von den drei Guinness nicht in Ordnung gewesen, oder woher kam auf einmal diese Halluzination? Oder dieses verflixte Engelchen, das auf mich losgegangen war, hatte mir irgendein Zeugs verabreicht. Mich konnte es doch unmöglich zweimal geben! Lara und ihr elender Fimmel, was Zeitreisen anging. Das war doch alles dummes Zeug! Mir war das alles viel zu abgehoben. Aber nun war es genau der eine Satz, den sie im Lauf des Abends fallengelassen hatte: Never cross your own timeline!

Das hier war ein anderes Kaliber als die absurde Drohung „Never type ‚Google‘ into Google – you might break the internet“: Die eigene Zeitlinie zu durchkreuzen führt zu fürchterlichen Folgen, sowohl für einen selbst als auch für andere. Das bedeutete, dass ich unter keinen Umständen mir selbst über den Weg laufen durfte. Niemals durfte das geschehen, und so tat ich das erstbeste, das mir in den Sinn kam: Ich robbte auf dem Bauch in Richtung Fahrbahn und kroch unter einen geparkten Van. Welch heldenhafte Tat. Eines echten Feiglings würdig. Und dennoch die einzig akzeptable Lösung zu diesem Zeitpunkt für dieses Dilemma. Mir auszumalen, was passiert wäre, wenn ich mir selbst gegenüber gestanden hätte, überstieg meine Vorstellungskraft.

Allgemein herrscht ja die Vorstellung, dass man an der Schwelle des Todes sein ganzes Leben im Zeitraffer an sich vorbeiziehen sieht, aber hier war es nicht mein Leben, das ich wie einen Film ablaufen sah, sondern ein Teil der vergangenen Stunden. Und ein Licht, in das ich gehen konnte, gab es auch nicht. Nur Dunkelheit, Nebel und diese gruselige Gestalt in Form einer Putte, die mein hinter Lara hergehendes Ich berührte, das auf der Stelle verschwand. Wie vom Donner gerührt, blieb sie stehen und schaute dem marmornen Nackedei nach, wie er kichernd im Nebel verschwand. Die Luft war rein.

Der Engel hatte keine Ahnung, dass ich ihn bei seinem Treiben beobachtet hatte und mich nun voll auf Lara konzentrierte. Sie wollte doch nicht? Nein, bitte, dachte ich, Du wirst doch nicht so blöd sein, und ihm blindlings hinterher stürzen? Sie schien zu überlegen, noch unschlüssig, was sie als nächstes tun sollte, aber jederzeit bereit zum Sprung. Warte noch, stöhnte ich vor Schmerz. Die Wucht meines Aufpralls war doch stärker als ich dachte. Ächzend kroch ich unter dem Van hervor und versuchte, mich Lara bemerkbar zu machen. „Wie spät ist es?“, war das einzige, was ich noch herausbrachte, bevor sie mir das Zifferblatt ihrer Armbanduhr zeigte und im dunklen Park verschwand, um die Verfolgung desjenigen aufzunehmen, der an meiner Zeitschleife Schuld war. Und was, wenn sie scheiterte? Wenn sie ihn vergeblich in der Dunkelheit suchte? Oder noch schlimmer, wenn er sie auch noch erwischte? Nein, das musste ich unbedingt verhindern. Mühsam erhob ich mich und humpelte in den Park hinein, ohne zu wissen, was mich erwartete.

♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦

Die dritte Story über Begegnungen mit meinen Lieblings-Aliens aus der Sci-Fi-Serie „Doctor Who“, als Teil einer Kette von Ereignissen, die jetzt schon geradezu nach einer Fortsetzung schreit… Kommt Zeit, kommt Rat, und das Jahr hat noch zehn weitere Monate.

Hier nochmal die Themen für den Februar:

1) Eine rote Rose erzählt aus ihrem Alltag, berichte davon. +++ 2) Schreibe eine Geschichte und flechte darin folgende Wörter mit ein: Gänsehaut, Libelle, rundherum, aufgeschrieben, 5 Jahre +++ 3) Schreibe eine Geschichte, die mit dem Satz “Die Uhren liefen rückwärts, als…” beginnt. +++ 4) Welches Buch hat dich als Teenager (von 13 – 18) begeistert? Magst du es heute auch noch? +++ 5) Schreibe eine “Streit-Szene” – egal ob zwischen einem Paar, Geschwistern oder Freunden – wichtig ist hierbei das Üben eines Dialoges. Lasse aber Beschimpfungen aus und versuche den Konflikt am Ende zu beseitigen.

Regeln: Jeden Freitag wird veröffentlicht. +++ Wählt aus einem der vorgegebenen Schreibthemen. +++ Schreibt eine Geschichte/ein Gedicht/ein paar Zeilen – egal, Hauptsache ihr übt euer kreatives Schreiben. +++ Vergesst nicht, den Hashtag #Writing Friday und den Header zu verwenden, schaut unbedingt bei euren Schreibkameraden vorbei und lest euch die Geschichten durch. +++ Habt Spaß und versucht, voneinander zu lernen.

Die 5 Besten am Donnerstag – Romantische Szenen in Filmen

 

Nach den schönsten romantischen Szenen in Serien geht es heute bei den 5 Besten am Donnerstag bei passionofarts (ergothek) um romantische Szenen in Filmen. Wie immer bunt gemischt und ohne Gewichtung – einfach nur eine zufällige Reihenfolge…

 

1) Susi und Strolch

Wenn Liebe durch den Magen geht: die Spaghettiszene beim romantischen Dinner im Ristorante – https://www.youtube.com/watch?v=SUOxjWM4oSs:

 


 

2) Der Herr der Ringe

Arwen und Aragorn auf der Brücke – https://youtu.be/p7tDQWGzEtc?t=60:

 


 

3) Ghost – Nachricht von Sam

Gemeinsames Töpfern zu den Klängen zur „Unchained Melody“ von den Righteous Brothers – https://www.youtube.com/watch?v=HvyCMgAajqk:

 


 

4) Wall-E – der Letzte räumt die Erde auf

Tanzen, neu definiert – von Robotern im Weltraum- https://www.youtube.com/watch?v=NPW3mvAN0Rc:

 


 

5) Tatsächlich… Liebe

Wenn sie sich das „Hochzeitsvideo“ ansieht und erkennt, dass sie die Einzige ist, die in dem Video verewigt wurde – https://youtu.be/wmEy-Kfuq3o?t=113:

 

Serienmittwoch bei Corly # 315– Besondere Filmerlebnisse

 

Beim Serienmittwoch auf dem Blog von Corly gibt es heute eine Frage zu Filmerlebnissen, die etwas besonders für uns sind bzw. waren. Davon habe ich so einige, aber ich verbinde sie eher mit dem Drumherum als bloß mit dem Film an sich. Hier sind meine Top Ten, in wahlloser Reihenfolge:

 

1) Mein erster Kinofilm an sich: Bernard und Bianca – ein Disney-Klassiker, da war ich noch klein, und meine Mama hat mich und meine Schwester ins Kino begleitet. Damals sind wir dann immer einmal im Jahr ins Kino, in einen Disney-Film.

2) Open-Air-Kino: Mein Mann und ich hatten bei einem Gewinnspiel unserer Zeitung zwei Karten für eine Freiluft-Kinovorstellung gewonnen. Der Film hieß „L’Auberge Espagnole – Barcelona für ein Jahr“, und wir fanden ihn sehr amüsant. Dass Audrey Tautou mitgespielt hat, war für meinen Mann die Kirsche auf dem Sahnehäubchen.

3) Stummfilme mit Orchesterbegleitung: „Nosferatu“, der Klassiker aus den Zwanziger Jahren, mit Max Schreck als Untoter – uuuuahhhh, war das gruselig. Aber die Orchesterbegleitung war auch nicht ohne. Von „Panzerkreuzer Potemkin“ war meine Freundin, die sich sowieso stark für alles Russische interessiert, sehr angetan. Vor allem die Treppenszene auf der gefühlt kilometerlangen Treppe von Odessa war nichts für zarte Gemüter. Schüsse fallen, und viele werden niedergetrampelt.

4) Mein erster Konzertfilm: Meine Schwester, die ein riesiger U2-Fan ist, hat mich damals in den Film „Rattle and Hum“ mitgeschleppt. Ich mochte die Musik von U2 zwar schon immer, habe mich aber nie als Fan bezeichnet. Da gab es ganz andere Bands. Im Kino herrschte damals gähnende Leere, aber das war mir egal, denn den Film fand ich sehr beeindruckend.

5) Mein erster Film, den ich im Ausland gesehen habe: „Der Name der Rose“ in der Originalversion. Der hat mich so begeistert, dass ich ihn gleich nach meiner Rückkehr aus Schottland nochmal in einem Frankfurter Kino sehen musste.

6) Ein Film, bei dem mich vor allem das Kino begeistert hat: „Sunshine on Leith“, ein Musicalfilm, bestehend aus lauter Hits des schottischen Duos „The Proclaimers“. Die Dame, bei der ich wohnte, lud mich ein, weil unter den Komparsen eine ihrer Schülerinnen in einer Massentanzszene am Ende des Films zu sehen war und der Film fast komplett in Edinburgh spielt, wo ich gerade bei ihr zu Gast war. Das Kino war wunderschön. Mit gemütlichen Liegesitzen und Getränkehalterungen.

7) Filme, die ich hoch über den Wolken gesehen habe: Kino in zehntausend Metern Höhe, das gibt es nur auf Langstreckenflügen. Letztes Jahr habe ich mir gleich zwei in voller Länge gegönnt. „Three Billboards outside Ebbing Missouri“ auf dem Flug von Frankfurt nach Toronto und „Crazy Rich Asians“ auf dem Flug von Toronto nach Frankfurt.

8) Ein Film, den ich im Stau gesehen habe: Stundenlang im Stau zu stehen, ist sowas von öde. Gut, wenn man ein Laptop dabei hat und sich den Käpt’n-Blaubär-Film anschauen kann. Haben die anderen um uns herum vielleicht dämlich geguckt.

9) Ein Film, für den ich extra weit gefahren bin: Eigentlich waren es zwei Filme, und zwar die Komödie „Book Week“ (Samstagabend) und die Dokumentation „Mystify: Michael Hutchence“ (Sonntagabend) – sie liefen beide beim australisch-neuseeländischen Filmfestival „Down Under Berlin“. 550 Kilometer einfache Strecke habe ich zurückgelegt und mir mein Sightseeingprogramm um die Filme herumgebastelt.

10) Und zum Schluss – die erste private Filmvorführung meines Lebens: Ein Trickfilm mit Bugs Bunny, vorgeführt vom Papa im abgedunkelten Wohnzimmer. Corpus Delicti waren eine Filmrolle und ein Projektor. Weiß der Geier, woher er beides hatte, aber für den größten Lacher hat das Rückwärtslaufen des Films gesorgt.

 

Das waren meine Top Ten der besonderen Filmerlebnisse.

Dienstags-Gedudel #4 : mein Album des Monats Januar

 

Es gab mal eine Zeit, da wusste ich beim Erscheinen eines neuen Albums von Kate Bush, dass es anstrengend werden und mir nur ein Bruchteil des neuen Materials gefallen würde. Dann wurde es lange Zeit still um sie, bis es 2005 nach zwölf Jahren Pause mit dem Doppelalbum „Aerial“ etwas Neues von ihr zu hören gab. Im letzten Jahr bin ich durch Zufall an ein Exemplar dieses Werks gekommen, kam aber erst jetzt dazu, ihm meine ungeteilte Aufmerksamkeit zu schenken. Und was muss ich feststellen?

Das Warten hat sich gelohnt, denn mit dieser 15 Jahre alten Wiederentdeckung habe ich schon jetzt meinen persönlichen Anwärter auf das Album des Jahres gefunden, denn in den letzten Wochen habe ich „A sky of honey“ und „A sea of honey“ nahezu ständig in meinem Player rotieren lassen und entdecke mit jedem Mal neue Facetten. Das Video lässt sich zwar noch abspielen, aber nicht mehr hier, sondern direkt auf youtube:  https://www.youtube.com/watch?v=boHUhI1k8qM

 

 

 

Das von mir auf youtube ausgewählte Stück „The Painter’s Link/Sunset“ ist eines von neun Stücken des Teils von „Aerial“ mit dem Namen „A sky of honey“ und wird in dem Video eindrucksvoll visuell untermalt (https://www.youtube.com/watch?v=boHUhI1k8qM).

Ein richtiges kleines Kunstwerk. Vielleicht war die lange Auszeit der Künstlerin essentiell notwendig, um so ein Meisterwerk zu schaffen.

Media Monday # 451: Aus die Maus!

 

Der Sturm „Sabine“ hatte es in sich. Nicht nur, dass er mir ein nicht ordentlich gesichertes Fenster aufgedrückt und mir einen Einbrecher beschert hat, nee – am Tag danach musste auch noch mein Festplattenrecorder den Geist aufgeben. Nur gut, dass ich die mir wichtigen Konzerte von U2, INXS, Metallica und den Dixie Chicks noch rechtzeitig heruntergebrannt habe – jetzt habe ich ein neues Gerät, das aber noch nicht läuft. Das zu installieren, ist eine Wissenschaft für sich, aber noch gebe ich die Hoffnung nicht auf, dass das bald geschieht.

Jetzt aber war mir ein Contra-Dance-Workshop erst mal wichtiger. Da bekommt man Muskelkater an Stellen, die sich jetzt mit Macht wieder in Erinnerung bringen. Dennoch haben mir diese Stunden mit netten Leuten, die ich nach längerem wiedergesehen habe, sehr viel Spaß gemacht. So, jetzt noch die Lückentexte des Media Monday füllen, und die Woche kann kommen. Einen Film, auf den ich schon gespannt bin, werde ich mir am Mittwoch ansehen. „Good Omens“ ist dann für mich wohl endgültig gestorben – mehrere verpasste Folgen und zwei auf dem gecrashten Recorder sind der Grund dafür.

Media Monday # 451

1. Zu sehen, mit wie viel Begeisterung und Hingabe Sy Montgomery ihre Begegnungen mit Kraken in ihrem Buch „Rendezvous mit einem Oktopus“ beschreibt, hat mich sehr berührt, und zwar so sehr, dass ich keine Calamares mehr essen möchte.


2. Nach all den Jahren zu erfahren, dass in sämtlichen Streichfetten kaum noch das drin ist, was von früher kannte, aber dafür andere Dinge wie z.B. Palmöl, hat mich zu dem Entschluss gefasst, in Zukunft nur noch Butter statt Margarine zu kaufen, und zwar reine Butter – nicht das mit Rapsöl gestreckte Zeug, das ruckzuck weich wird, wenn man es ins normal temperierte Zimmer stellt.


3. Zu erfahren, wer der nächste James Bond wird, ist nun wirklich nichts, worauf ich sehr gespannt wäre, aber ich wette, es wird eine Überraschung werden.


4. Ohne ihr/ihm was zu wollen, aber Schauspielern ist nun nicht so die größte Stärke von Michael Hutchence gewesen, denn nachdem ich mich auf youtube durch den von vielen Fans als Kultfilm bejubelten Film „Dogs in Space“gequält hatte, habe ich mich gefragt, was der Regisseur den Zuschauern damit sagen wollte. Berufsberatung 2.0: Aber wenn es um eine Empfehlung einer alternativen Tätigkeit gegangen wäre, hätte ich ihm statt einer Schauspielerkarriere eine berufliche Laufbahn als Fernsehmoderator empfohlen, denn die Sendung über Hong Kong (Rough guide to Hong Kong), in der er Jackie Chan interviewt hat, fand ich um Längen spannender.


5. Bei Filmen wie „Der Himmel über Berlin“ frage ich mich ja auch manches Mal, wer dafür eigentlich grünes Licht gegeben oder das für eine gute Idee gehalten hat, schließlich ist das eines dieser hochgelobten Meisterwerke, in denen zwei (zugegeben in wunderschönen Bildern gefilmte) Stunden lang nichts nennenswert spannendes passiert außer dass man zwei Engeln dabei zusehen kann, wie sie durch das geteilte Berlin streifen und Menschen bei deren Gedankengängen zuhören, und das zum großen Teil auch noch in Sprachen, die ich nicht verstehe. Am interessantesten fand ich noch die Gespräche zwischen Bruno Ganz und Otto Sander – und den Auftritt von Nick Cave & The Bad Seeds. Aber vielleicht bin ich auch nur eine Banausin, die das ganz große Kino nicht zu würdigen weiß.


 

6. Ein gutes Buch lese ich am liebsten ja in einem Rutsch, und wenn’s die ganze Nacht dauert.

 


7. Zuletzt habe ich an einem Workshop namens „English Contra Dance“ teilgenommen, und das war rundum gelungen, weil ich viele Leute nach langer Zeit wiedergesehen habe und das Tanzen mit ungewöhnlichen Schrittfolgen für den ein oder anderen Lacher gesorgt hat.

# Writing Friday 2020 – Februar 7. Woche : Let me show you the world in my eyes

 

Die zweite Februarausgabe des #Writing Friday auf dem Blog von elizzy fällt dieses Jahr auf ein Datum, das sich viele Verliebte in ihren Kalender eingetragen haben: den Valentinstag. Als Single feiere ich ihn zwar nicht, bedauere aber auch nicht, es nicht zu tun – eben weil dieser Tag nie eine feste Konstante in meinem Leben gewesen ist. Dennoch: Was passt heute besser als das erste der fünf Schreibthemen?

Eine rote Rose erzählt aus ihrem Alltag, berichte davon.

Eine Rose ist eine Rose ist eine Rose? Nicht immer ist alles so, wie es scheint.

♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦

Let me show you the world in my eyes

 

Ach, wenn ihr die Welt doch nur mit meinen Augen sehen könntet! Ihr würdet weniger schlechte Reime verzapfen…

Sei wie das Veilchen im Moose, sittsam bescheiden und rein und nicht wie die stolze Rose, die immer bewundert will sein“

… Ich wette, diesen Spruch kennen noch viele aus ihrer Schulzeit, als alle so ein Poesiealbum hatten. So ein kleines Büchlein, in das die Mitschüler ein Sprüchlein oder Gedicht hineinschreiben und mit mehr kitschigen Bildchen verzieren durften. Aber was rede ich – so etwas kennt doch heute keiner mehr. Aber im Gegensatz zu solchen Alben sterben manche Sprüche wohl nie aus. Am liebsten hätte ich der Mutti, die ihn heute in unserem Laden losgelassen hat, eine mit meinen Dornen gepiekst. So eine Bemerkung in meiner Gegenwart… hallo – geht’s noch???!!! Was ist denn bitte falsch daran, stolz zu sein? Und wer keine Bewunderung mag, macht sich selbst was vor. Das sieht ihnen ähnlich – nur weil sie selbst keinen Spaß im Leben haben, wollen sie ihn unsereins auch nicht gönnen.

Veilchen im Moose… diese unscheinbaren Dinger, die nur in Gruppen Gefallen finden, sind im Februar nicht gerade der große Renner. Können Sie sich eine Frau vorstellen, die zum Valentinstag einen Topf mit Veilchen geschenkt bekommt? Wirklich? …. Sehen Sie, keiner kann das, und darum gehen heute meine Freunde, mit denen ich heute dicht an dicht in mit Wasser gefüllten Eimern stehen, weg wie warme Semmeln. Stunde um Stunde lichten sich unsere Reihen, und meist sind es Männer aller Altersgruppen, die heute zum Klassiker greifen, um ihrer Liebsten ein Geschenk zu machen: Rote Rosen und Pralinen. Blumen und Schokolade – das zieht immer.

In der Regel wählen die meisten eine einzelne langstielige Blume, die in einer edlen Glasvase besonders gut zur Geltung kommt, wobei auch der ein oder andere Angeber erscheint, der gleich ein ganzes Bukett erstehen möchte. Hauptsache Masse: Je üppiger der Strauß, desto größer das schlechte Gewissen. Da – schon wieder so einer.

Nach ein paar Kunden, die Tulpen passender fanden, betritt einer den Laden, der eine ganz abgefahrene Idee für den romantischsten aller Tage im Februar hat: Er möchte seiner Angebeteten ein Bad einlassen, die Wohlfühl-Oase mit Kerzen erleuchten und zum Schluss Unmengen von Rosenblüten auf der Wasseroberfläche verteilen. So wie in dem Film „American Beauty“ – deshalb auch die fünfzig roten Rosen von einer Sorte, die eher runde statt länglicher Blütenblätter ausgebildet hat. Sadist! Mörder! Frevler! Meinen armen Freunden die Blüten einzeln ausrupfen – wetten, dass dieser Leichenschänder schreien würde, wenn man ihm jedes Haar einzeln ausreißt? I’m gonna lay you down on a bed of roses… ja, und dann traktieren wir alle ihn mit unseren Dornen, bis er um Gnade fleht!

Ach herrje, ich schweife ab. Nachdem dieser „feine Herr“ trotzdem seine Rosen bekommen hat, nahen schon die nächsten Kunden. So langsam geht es auf Mittag zu, und außer mir sind nur noch wenige meiner Brüder und Schwestern bei mir. Ach, wie schön fände ich es, wenn man mich auswählen würde, um mich einem kranken Menschen zu schenken. Oder einer frischgebackenen Mutter. Das würde mir gefallen. Ein Mädchen nähert sich. Alles an ihr ist schwarz. Die Hosen, das Shirt, die fingerlosen Handschuhe; selbst ihre Augen sind dick mit Kajal umrandet. Natürlich schwarz. Was auch sonst. Doch halt… ich nehme etwas Rotes an ihr wahr. Die Vorderseite ihres Shirts ziert eine rote Rose. Ach, jetzt wird’s interessant. Eine Rosenliebhaberin. Warum nicht gleich so? Das ist natürlich etwas ganz anderes. Stolz werfe ich mich in Pose und richte mich zu meiner vollen Größe auf.

Aber was ist das? Ich werde aus dem Wasser gezogen und in Folie gewickelt. Seit wann ist Papier denn out? Hilfe, ich bekomme keine Luft, kann kaum noch atmen. So eine Barbarei. Ich bin eingezwängt und kann mich nicht rühren. Aber der absolute Gipfel der Unverschämtheit ist der Zweck meines Kaufs. Von wegen Valentinstag, und so eine rote Rose als Zeichen allertiefster Zuneigung. Ja, für den Liebsten oder die Freundin. Aber ich soll doch tatsächlich heute Abend beim Konzert aus dem Publikum auf die Bühne geschleudert werden. Depeche Mode in Concert. Bitte was??? Melli oder Jenny oder Jessie – leider verstehe ich bei dem Foliengeknister nur die Hälfte – will mich… MICH!!!… dem von ihr angebeteten Dave, dem Mann ihrer Träume zuwerfen. Sie ist unsterblich in ihn verliebt und hofft, dadurch seine Aufmerksamkeit zu gewinnen.

Entkommen ist zwecklos. Sie verfrachtet mich in ihren Rucksack. Dunkel ist es hier drin, und es müffelt unangenehm nach Patschuli. Noch ein paar Stunden in diesem Gefängnis, und ich dufte genauso „angenehm“ wie meine Umgebung. Ja, wirf mich nur auf die Bühne – Mr. Gahan wird begeistert sein und sich ohne Zweifel dank dieses infernalischen Gestanks noch lange an Dich erinnern. Doch für mich wird dies das Ende sein, wenn sie mich nach dem Gig zusammen mit Dutzenden anderer Blumen entsorgen.

♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦

Die Schreibthemen für den Februar:

1) Eine rote Rose erzählt aus ihrem Alltag, berichte davon. +++ 2) Schreibe eine Geschichte und flechte darin folgende Wörter mit ein: Gänsehaut, Libelle, rundherum, aufgeschrieben, 5 Jahre +++ 3) Schreibe eine Geschichte, die mit dem Satz “Die Uhren liefen rückwärts, als…” beginnt. +++ 4) Welches Buch hat dich als Teenager (von 13 – 18) begeistert? Magst du es heute auch noch? +++ 5) Schreibe eine “Streit-Szene” – egal ob zwischen einem Paar, Geschwistern oder Freunden – wichtig ist hierbei das Üben eines Dialoges. Lasse aber Beschimpfungen aus und versuche den Konflikt am Ende zu beseitigen.

 

Die Regeln:

Jeden Freitag wird veröffentlicht. +++ Wählt aus einem der vorgegebenen Schreibthemen. +++ Schreibt eine Geschichte/ein Gedicht/ein paar Zeilen – egal, Hauptsache ihr übt euer kreatives Schreiben. +++ Vergesst nicht, den Hashtag #Writing Friday und den Header zu verwenden, schaut unbedingt bei euren Schreibkameraden vorbei und lest euch die Geschichten durch. +++ Habt Spaß und versucht, voneinander zu lernen.

Die 5 Besten am Donnerstag – Romantische Szenen in Serien

 

Ob es am Valentinstag liegt, dass es diesmal was fürs Herz gibt bei den 5 Besten am Donnerstag bei passionofarts (ergothek)? Heute werden die romantischsten Szenen aus Serien gesucht. Serien gibt es wie Sand am Meer, aber genau solche Szenen zu finden, war gar nicht so einfach.

 

1) Grey’s Anatomy

Der Inbegriff von Romantik ist der Heiratsantrag. Und zwar eine ganz bestimmte Art davon. In diesem Fall erhält ihn April Kepner von dem Sanitäter Matthew vor versammelter Mannschaft zu den Klängen von „500 Miles“ – in einem Flashmob auf die Spitze getrieben. Die geballte Kitschoffensive, bei der alle Register gezogen werden – an diese Folge erinnere ich mich nur zu gut, denn sie lief erst vor Kurzem auf sixx (Quelle: https://youtu.be/sg-wQp5rumI):

 

 


 

2) Poldark

Musikalische Liebeserklärung, die Zweite. Hier kommt sie von Demelza, die geradezu genötigt wird, ihren musikalischen Beitrag zur Unterhaltung der Gäste zu leisten. Doch das Lied, das sie dann singt, ist nur für einen bestimmt, da fragen sich die anderen in diesem Raum, was ihnen in ihrem Leben fehlt, und selbst der größte Unsympath wird weich (Quelle: https://youtu.be/ZgRBCIxekbI?t=33):

 

 


 

3) Doctor Who (Matt Smith)

Time can be re-written“ – davon ist Rotschopf Amy Pond fest überzeugt, nachdem der Doktor und sie Vincent van Gogh verlassen haben und mit der TARDIS in die Gegenwart zurückgekehrt sind. Zwar erfüllt sich ihre Hoffnung nicht, dass van Gogh sich nicht mit 37 Jahren das Leben genommen hat, aber dafür entdeckt sie die vermutlich schönste Liebeserklärung aller Zeiten, die die Jahrhunderte überdauert hat. Und nur wer sich das Gemälde mit den Sonnenblumen ganz genau betrachtet, kann die Widmung „For Amy“ sehen, die der Maler darauf verewigt hat (Quelle: https://youtu.be/q9HkCHjnPnU):

 

 


 

4) Doctor Who (David Tennant)

Irgendwie scheint der Doktor kein Glück mit den Frauen zu haben. Erst verliert er seine Rose, indem es sie in ein Paralleluniversum verschlägt, dann muss er im Weihnachtsspecial „Voyage of the Damned“ mit ansehen, wie es Astrid Peth (Kylie Minogue) erwischt. Auch hier gibt es für die beiden kein Happy-End, aber die Szene, wie er ihr Abbild küsst und sie anschließend für immer durch die Galaxien zu fremden Sternen reisen kann, finde ich zwar wahnsinnig traurig, aber auch so romantisch (Quelle: https://www.youtube.com/watch?v=V4UqVokxSko):

 

 


 

5) Being Human

Was passiert, wenn man ein Foto von einem Gefangenen in der Zelle machen möchte, aber der ein Vampir ist? Richtig: Man sieht nur eine leere Pritsche, aber nicht den Gefangenen, der auf seine Verlegung in den Hochsicherheitstrakt wartet. Dass sich in derselben Zelle auch noch ein weiblicher Geist befindet, entgeht dem knipsenden Wärter ebenfalls. Vampir Mitchell stellt sich das so einfach vor: Geist Annie könnte doch spielend leicht dem Wärter die Schlüssel zur Zelle stehlen und ihn entkommen lassen. Leider aber hat spielt dabei die bis über beide Ohren in ihn verliebte Annie nicht mit und erklärt ihm statt dessen, dass sie nicht möchte, dass er entkommt. Aber ob das wirklich eine so gute Idee ist, dass sie bei ihm für immer in einer Zelle eingesperrt bleibt? (Quelle: https://www.youtube.com/watch?v=-8Mpx1Yn1jA): 

 

 


 

Zweimal Szenen mit Musik, zweimal Aidan Turner, zweimal Doctor Who, zweimal Szenen mit Rothaarigen und last but not least: zwei zu Tränen rührende Episoden… doppelt genäht hält besser.

 

 

 

 

 

 

Dienstags-Gedudel #3 : zu Gast in der Welt des Sports – Teil 1

 

Kaum zu glauben, dass es schon auf Mitte Februar zugeht. Was ist aus den guten Vorsätzen geworden? Zeit, mal eine Zwischenbilanz zu ziehen. Im Rahmen der Serie „Dienstags-Gedudel“ von nellindreams bleibe ich meiner Angewohnheit treu, Bekanntes aufzuwärmen und mich der Frage „What have you done today to make you feel proud?“ anzuschließen (Heather Small – Proud, Quelle – https://www.youtube.com/watch?v=LEoxGJ79PMs):

 

 

It’s never too late to try – so die Antwort.

In diesem Fall ist es der Sport, der auch hoch im Kurs steht, wenn es um das Schmieden guter Vorsätze geht. Doch wieviel davon wird auch wirklich in die Tat umgesetzt? Olympiareif zu werden, soll bei mir nicht das Ziel sein, sondern dieses Jahr die fünf Kilometer beim Kettler-Lauf in der Disziplin „Walken“ in weniger als 45 Minuten zu schaffen.

Und da der Dienstag sowieso mein Sporttag ist, wird es demnächst mehr davon geben.

 

Media Monday # 450: Ein Kinobesuch mit Konsequenzen…

 

klingt wenig prickelnd.

Wenn der Film an sich mich nicht mitreißen kann, mir die emotionale Nähe zu den Figuren fehlt, das Werk auch noch unnötige Längen und Wiederholungen aufweist und zu allem Überfluss auch noch wie ein Mix aus Horrorfilmklassikern (die ich aber nicht nennen kann, ohne zu spoilern), dann habe ich es mit einem Fall von „ging so, war ganz okay, aber völlig überbewertet“ zu tun.

Oder mit anderen Worten – wenn der Trailer wieder einmal mehr verspricht als der eigentliche Film und ich einen der Schauspieler für stark unterfordert halte, dann ist das für mich kein Kandidat für den Film des Jahres. Um welchen Film es geht? Schaut einfach in Text Nr. 7 des Media Monday, und ihr habt die Antwort. Da die Oscar-Verleihungen vor der Tür stehen, sind auch die restlichen sechs Lückentexte darauf eingestellt:

Media Monday # 450

1. Die Oscar-Verleihung 2020 werde ich mir nicht anschauen – das einzige, was mich am Ergebnis interessiert: Wenn es einen Film träfe, den ich noch nicht gesehen habe und jetzt nochmal im Kino läuft, so dass ich die Chance habe, ihn schließlich doch noch zu sehen.

2. Die Sache mit diesen Filmpreisen und Auszeichnungen ist, dass sie meist an Filme vergeben werden, die mich nicht interessieren oder ein völlig überzogener Rummel gemacht wird und andere, die für mich herausragend sind, mit keiner Silbe eine Erwähnung finden.

3. Jemand, der mir nicht einfällt, wird, was solche Ehrungen angeht, meines Erachtens völlig zu Unrecht ein ums andere Mal übergangen/ignoriert, schließlich fehlt mir auch hier jegliche Information, wer ständig nominiert, aber nicht geehrt wurde.

4. Eine Kategorie, die mal wirklich toll und lohnend wäre für Preise jedweder Art will mir nicht einfallen, und ehrlich gesagt, habe ich bei x Kategorien den Überblick veloren und auch nicht das Bedürfnis, eventuelle Wissenslücken zu schließen.

5. Wäre doch schön, wenn es bei solchen Veranstaltungen wie eben den Oscars nicht so ein Gewese um die Klamotten der Stars auf dem roten Teppich gemacht werden würde.

6. Welche Bedeutung/Gewichtung haben Auszeichnungen und Nominierungen im Allgemeinen bei deiner persönlichen Filmauswahl? Keine nennenswerte, da andere Kriterien für mich ausschlaggebend sind.

7. Zuletzt habe ich ein Experiment gestartet, und das war der Besuch einer Spätvorstellung im Kino, weil ich nach langer Zeit wieder einmal wissen wollte, wie das sich anfühlt, zu nachtschlafender Zeit einen aktuellen Film zu sehen. Die letzten Erlebnisse dieser Art waren einige Sneak Previews und der Besuch einer langen Jack-Nicholson-Filmnacht (Wenn der Postmann zweimal klingelt/Shining/Die Hexen von Eastwick) in den 90er Jahren.

Jetzt war es der Film „The Lodge“, den ich um 23 Uhr gesehen habe. Ich glaube, auch zu einer anderen Uhrzeit hätte ich ihn nicht besser gefunden. Aber was ich am Ende dieser Spätvorstellung wirklich hatte, war zum einen ein Bärenhunger und zum anderen die Erkenntnis, dass ich mir davon mehr versprochen hatte. Dass um sieben die Nacht für mich nach fünf Stunden Schlaf vorbei war, steht auf einem anderen Blatt.

Mein Kinojahr 2020 : Es lebe die Vielfalt im Januar

 

Wie schon in der Ankündigung erwähnt, fiel für meinen ersten Kinobesuch in diesem Jahr meine Wahl auf „Parasite“, der gleich in mehreren Kategorien für einen Oscar nominiert ist. Das wusste ich aber bei meiner Entscheidung nicht, und für sie hätte es auch keine Rolle gespielt, da die Anzahl der eingesackten Oscars für mich kein Qualitätskriterium ist.

Mich muss bei Spielfilmen entweder die Story interessieren oder die darstellerische Leistung der Schauspieler überzeugen – ganz gleich, ob es sich um eine Komödie, ein Drama oder einen Horrorfilm handelt. Bei Dokumentarfilmen und Biopics (die ohnehin meistens subjektiv sind und eine persönliche Sichtweise des Regisseurs zeigen) lege ich für mich andere Maßstäbe an. Dabei muss ich nicht zwingend ein Fan der Person sein, mit der sich der Film beschäftigt, sonst hätte ich in meinem Leben nicht Dutzende solcher Filme gesehen. Aber wenn der Film zu reißerisch oder zu überladen daherkommt, dann bin ich weniger begeistert. Gefühlt Tausende von Informationen verwirren mich mehr, als dass sie ein rundes Bild der beschriebenen Person ergeben.

Nun aber genug der Vorrede. Die Retrospektive unter dem Stichwort „Cinema-Scope“ kann nun endlich beginnen, weitgehend spoilerfrei:

♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦

Januar

14. Januar – 18:00 Uhr – Harmonie, Frankfurt: Parasite   +++   19. Januar – 14:00 Uhr – Cinema Frankfurt: Little Women   +++ 31. Januar – 17:45 Uhr – Citydome Darmstadt: Mystify: Michael Hutchence

Genau an jenem ersten Abend in diesem Monat, den ich nach meinem Gusto gestalten konnte, lief kein einziger der Filme, die ganz oben auf meiner Prioritätenliste standen. Das war die Chance für Parasite, der sich auf meinem Radar ganz am Rand bewegt hatte und nun in den Fokus meines Interesses rückte. Gute Entscheidung, denn das war eine der erfreulicheren Entdeckungen, die ich in dem noch jungen Jahr machen durfte. Ich liebe solche bitterbösen, sarkastischen Filme.   +++   Pro: originelle Handlung, mit schwarzem Humor und interesantem Twist / Kontra: das sich doch etwas arg hinziehende Ende.


Am 30. Januar sollte eine Literaturverfilmung anlaufen, deren Trailer ich schon 2019 gesehen hatte und von der ich mir viel versprach: Little Women, die wievielte filmische Umsetzung des Romans von Louisa May Alcott, mit hochkarätiger Besetzung (Soairse Ronan, Emma Watson, Florence Pugh, Laura Dern und Meryl Streep). Daher war es für mich unumgänglich, mir am 19. Januar die Vorpremiere anzuschauen. Ich fand ihn gut, aber vielleicht nicht ganz so gut wie die Kritiker, die ihn ohne Einschränkung in den Himmel loben. Saoirsa Ronan als Jo, die ihren Weg auch ohne Ehemann machen möchte, und zwar als Schriftstellerin, fand ich überragend. Auch Emma Watson fand ich sehr gut in ihrer Rolle als älteste Schwester, die aus Liebe einen Lehrer heiratet und fortan mit ihrer Familie am Existenzminimum lebt. Leider aber wurde ich weder aus den ständigen Zeitsprüngen noch aus der Rolle schlau, die der Enkel des Nachbars spielt. Mal ist er in Jo verliebt, dann wieder in ihre Schwester. Mir war das leider etwas zu viel an Informationen, die mich verwirrt und dafür gesorgt haben, dass ich den Film mit 134 Minuten Laufzeit als zu lang empfand.  +++   Pro: Saoirse Ronans darstellerische Leistung, stimmungsvolles Gesellschaftsporträt / Kontra: zu viele Details, Zeitsprünge und Längen, insgesamt zu lang und überladen.


Murmeltier-Alarm: Am 30. Januar kam ein weiterer Film in die Kinos, der ebenfalls auf meiner „Will ich sehen“-Liste stand, obwohl ich die australische Originalfassung bereits am 29.9.19 gesehen habe: die von der BBC mitproduzierte Dokumentation Mystify: Michael Hutchence über den 1997 verstorbenen Sänger der Band INXS. Die lief am 28.12.19 im Fernsehprogramm der BBC2, im Doppelpack mit dem Konzert von 1991 im Wembleystadion. Play it again, Sam? Nicht ganz, denn in der Filmzeitschrift war nirgends die Rede von einer Originalversion, was nur bedeuten konnte (so meine Schlussfolgerung), dass die 102 Minuten lange Biografie mit deutschen Untertiteln versehen wurde. Da aber in keinem einzigen Frankfurter Kino der Film im Programm stand, unternahm ich einen Ausflug nach Darmstadt und fand meine Vermutung bestätigt. Ich hätte auch warten können, denn eine Woche später hat ihn das Frankfurter Programmkino „Orfeos Erben“ ins Programm genommen. Hätte, hätte… Oops, I did it again? Ja, warum denn auch nicht? Es soll ja Leute geben, die Dirty Dancing 50mal gesehen haben, was ich persönlich wiederum nicht brauche, auch wenn mich ein Film begeistert oder zum Nachdenken gebracht hat.   +++   Pro: Einfühlsames Charakterporträt (in der Originalversion mit hilfreichen Untertiteln), das das Puzzle aus Youtube-Schnipseln zu einem stimmigen und sinnvollen Bild abrundet. / Kontra: für mich persönlich nichts, aber für andere eventuell zu speziell, um in „den“ (Frankfurter) Kinos einen Verleih zu finden.

Zwei Oscar-nominierte Filme und eine Dokumentation, die mir sehr am Herzen lag – ein gelungener, leicht durchwachsener Start in das Kinojahr 2020.