Dienstags-Gedudel #122 : Filmreif

Filmreif treten wir hier verschiedene Klischees breit und führen nebenbei ein neues Studienfach ein: Dämonologie. Vielleicht gibt es das ja aber auch schon, und ich habe mal wieder nichts mitbekommen. Wie auch immer, mit „Celebrity Skin“ liefern Hole meinen aktuellen Ohrwurm.

a walking study in demonology – https://youtu.be/O3dWBLoU–E

„Filmreif“ wäre aber auch ein schöner Name für eine neue Kategorie, die ich vielleicht zu einem späteren Zeitpunkt nochmal aufgreife (aber auch das ist noch nicht sicher).

Media Monday #569 : Eine kurze Woche

Wenn sich andere über kurze Wochen freuen, arbeite ich jetzt erst mal für die nächsten Monate durch. Vielleicht kann ich mir ja zwischendurch mal die ein oder andere Auszeit nehmen. Ausflüge mit dem Rad wären eine Möglichkeit, oder das Abhängen in der Hängematte. Eine gern wahrgenommene Chance bietet mir auch der Media Monday, der zum 569. Mal mit seinen sieben Lückentexten in eine neue Runde geht.

Media Monday # 569

1. Ich glaube ja, dass es in einigen Jahren andere Prioritäten in meinem Leben geben wird.

2. Die Entstehung einiger Bücher auf Wattpad mitzuverfolgen, ist eine sicherlich spannende Entwicklung, wobei es dann schade ist, wenn der Autor oder die Autorin auf halber Strecke oder kurz vor Schluss das Handtuch wirft und nicht mehr weiterschreibt. Bei meinen Lieblingsautorinnen ist mir das zum Glück aber noch nicht passiert.

3. Wenn Ende nächster Woche Obi-Wan Kenobi zurückkehrt, werden sich bestimmt wieder viele freuen. Ich widme mich dann lieber anderen Dingen.

4. Das Kino als solches hat für mich etwa den Stellenwert, den Konzert-, Theater- oder Opernbesuche für andere haben: eine Auszeit vom Alltag und ein Genuss ohne ständige Unterbrechungen durch nerviges Gepiepse vom Smartphone oder durch lästige Werbung.

5. Es könnte mich kaum etwas weniger interessieren, als dass irgendein neues Produkt aus dem Hause Marvel, Disney oder gar aus dem Star-Wars-Universum das Licht der Welt erblickt. Aber wohin man auch schaut: Es gibt kein Entkommen, und wenn ich so darüber nachdenke, muss ich zugeben, dass mich nach dem gerade gesehenen Trailer der neue „Thor“ vieleicht doch reizen könnte. Aber wie heißt es doch so schön? Sag niemals nie…

6. Dass mich seit einigen Jahren die Musik von INXS begeistert, ist schon mehr als auffällig oder offensichtlich, aber jedem Tierchen sein Pläsierchen …

Welcome to Prague, the city of fascinating light effects – https://youtu.be/azfG5H-pCVg?t=0

dennoch bin ich nicht in den 80er oder 90er Jahren stehengeblieben, da ich immer offen für Neues bin, was sich ab und zu auch beim Dienstagsgedudel (ins Leben gerufen von nellindreams) niederschlägt.

7. Zuletzt habe ich erfahren, dass mein Beitrag zum Open-Novella-Contest auf Wattpad es nicht in die vorletzte Runde geschafft hat, und das war für mich erst einmal ein Schreck, weil ich geglaubt habe, dass bei meiner Bewerbung für den Meilenstein von 20,000 Wörtern mit meinem Formular etwas schiefgegangen ist. Als ich dann aber erfuhr, dass meine Geschichte wohlbehalten angekommen ist, aber aus anderen Gründen nicht ausgewählt wurde, war ich dann doch wieder beruhigt. Denn in diesem Fall lag es nicht an mir, sondern am Schicksal in Form der Jury.

Cinema-Scope 2022 : Mai, aus jedem Dorf ein Köter

Manchmal ist das Leben kein Wunschkonzert, oder anders rum: Manchmal ist die Wunschliste so lang, dass man nicht weiß, wie man sie abarbeiten soll. Gespeist wird meine Liste teilweise auch von im Vorprogramm des ersehnten Films laufenden Trailern für andere Filme, deren Handlungen mein Interesse wecken.

Herausgekommen ist bei meinem Wunschkonzert diesmal ein Kessel Buntes aus völlig unterschiedlichen Genres, aber alles davon in 2D. Und da ich weiß, dass ich diesen Monat garantiert nicht mehr ins Kino komme, gibt es diese Zusammenfassung halt schon jetzt.

Downton Abbey II : eine neue Ära

20:20 Uhr an einem Donnerstag – warum auch immer ich schon am Premierentag nicht dazu kam, bleibt mir ein Rätsel, aber das Warten hat sich definitiv gelohnt. Leider musste ich mir dieses Erlebnis alleine gönnen, weil sich die Person, der ich eine Einladung dazu versprochen hatte, nicht wohl fühlte und mich wegen mangelnder Lust auf Kinobesuche alleine losgeschickt hatte. Das fing ja gut an…

Dennoch: Als Fan der Serie schlug mein Herz schon beim ersten Downton-Abbey-Spielfilm höher; jetzt haben Julian Fellowes und sein Team noch eine Schippe draufgelegt und präsentieren den Film im Film, der nicht nur für Fans interessant sein dürfte, denn das Thema „Tonfilm löst den Stummfilm ab und bedeutet für viele Filmstars der alten Garde das Ende der Karriere“ bildet den eigentlichen Handlungsfaden.

Ein Filmteam aus Hollywood hat den Crawley’schen Landsitz zum Set auserkoren, doch weil die als Stummfilm konzipierte Produktion wegen des sich überall durchsetzenden Tonfilms (das bahnbrechende Medium der Zukunft) keinen Erfolg mehr zu versprechen scheint, drängt das Studio auf Abbruch der Aufnahmen. Da kommt die Idee, die bereits gedrehten Szenen nachträglich und noch zu drehende Szenen parallel zu synchronisieren, wie gerufen. Ein Ausweg aus dem Dilemma, schon allein wegen der Hauptdarstellerin Myrna Dalgleish (Laura Haddock), bei der unterirdische Manieren, ein unsäglicher Dialekt und eine unerträgliche Stimmlage in einer Person zusammenkommen. Was liegt da näher, ihren Part von Lady Mary (Michelle Dockery) während der laufenden Aufnahmen direkt am Set ins Mikrofon sprechen zu lassen?

Netter Seitenarm und Running Gag: Dass zur gleichen Zeit ein Teil der Familie nach Südfrankreich reist, bietet die ideale Gelegenheit, den als Spaßbremse fungierenden Mr. Carson vom künftigen Drehort zu verbannen. Grund für den unerwarteten Aufbruch: die Inspektion einer Villa am Meer, die Lady Violet (Maggie Smith) von einem verflossenen Liebhaber aus dem letzten Jahrhundert hinterlassen wurde und nun an ihre Enkeltochter, die kleine Sybil, weitervererbt werden soll. Und plötzlich steht nicht nur die Frage im Raum, was aus der in der Villa lebenden Witwe werden soll, sondern auch, wer nun wirklich der Vater von Lord Grantham (Hugh Bonneville) ist…

Mir hat der Film sehr viel Freude bereitet, schon allein wegen der Kostüme, die die mit zu vielen Zufällen gespickte Handlung wieder aufwiegen; stimmig haben sich für mich aber auch die kleinen Nebenstränge angefühlt, die das Filmerlebnis für mich abgerundet haben.

Fazit: Leichte Unterhaltung, wie gemacht für einen Sommerabend unter freiem Himmel, nicht nur für Fans. Mein Tip fürs Open-Air-Kino

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The Northman

Das fängt ja gut an… Das dachte ich mir auch, als ich mich doch sehr darüber wunderte, warum man die einzige Vorstellung für dieses Werk unter der Woche erst für 22:50 Uhr ansetzt (und auch freitags und samstags nicht wesentlich früher), also zog es mich um 21 Uhr an einem Sonntag ins Kino. Und das bei einem Film von 137 Minuten Laufzeit, wo ich so gar kein Nachtmensch bin. Aber Wikinger faszinieren mich schon länger (nicht umsonst bin ich Fan der Serie „Vikings“), und da Robert Eggers Regie geführt hat, war mir schon beim Trailer auf Youtube klar, dass ich dieses bei diesem Epos mit Willem Dafoe und Björk in Nebenrollen unbedingt sehen möchte.

Wer bei diesem Namen an Hamlet von Shakespeare denkt, liegt richtig: Im Mittelpunkt des Films, der wie ein Buch in Kapitel unterteilt ist, steht Prinz Amleth (Alexander Skarsgård), der seinen von dessen Bruder ermordeten Vater (Ethan Hawke) rächen und seine Mutter (Nicole Kidman) retten will. Zusammen mit einem Trupp Sklaven aus dem Lande der Rus, unter ihnen die als Hexe verschriene Olga (Anya Taylor-Joy) landet er auf Island, auf dem Hof seines verhassten Onkels. Schon bald wähnt er sich am Ziel, doch es gibt da etwas in seiner Vergangenheit, das er so nicht in Erinnerung hatte…

Überwältigend fand ich an „The Northman“ vor allem die gewaltigen Landschaftsaufnahmen Islands und die in kontrastierenden Farben gegeneinander gestellten Szenen, die Realität (rot bzw. warme Farben) und die Mythen der Wikinger (blau bzw. kalte Farben), und das in Bildern, die ich so bisher auch noch nicht erlebt habe. Diese haben mich mehr beeindruckt als die Kampfszenen, die laut mancher Kritiker einem einiges abzuverlangen scheinen. Beim Soundtrack hatte ich stellenweise das Gefühl, dass Björk daran mitgearbeitet hat. Hat sie aber anscheinend wohl doch nicht.

Fazit: Anspruchsvolle Kost mit starken Bildern und starkem Sound, die vermutlich nicht jedermanns Geschmack trifft.

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Dog

Du weißt, dass Du älter wirst, wenn Du nicht wegen des männlichen Hauptdarstellers (Channing Tatum als traumatisierter US-Ranger Jackson Briggs) ins Kino gehst, sondern wegen der vierbeinigen Titelfigur Lulu, für die gleich drei Belgische Schäferhunde vor der Kamera standen. 20 Uhr an einem Samstag, der Zeitpunkt erschien mir ideal, weil ich a) sowieso nichts besseres vorhatte und b) ich den Trailer schon mehrmals gesehen hatte. Eingestellt hatte ich mich auf eine Komödie.

Als aber dann klar wurde, dass die von den Einsätzen im Nahen Osten traumatisierte und hochagressive Lulu eingeschläfert werden soll, nachdem Briggs sie „als Ehrengast“ zur Beerdigung seines verstorbenen ehemaligen Kameraden Rodriguez mitgebracht hat, musste ich schwer schlucken. Was ich mit dem 101 Minuten langen Film unter der Regie von Reid Carolin und Channing Tatum serviert bekam, war eine Mischung aus Road Movie und Buddy Movie, bei der sich ernste und lustige, teilweise ins Absurde abdriftende Momente die Waage hielten, und am Ende war ich doch positiv überrascht.

Fazit: Triggergefahr, wenn man jemanden kennt, der gerade sein Haustier einschläfern musste, aber ansonsten solide Unterhaltung mit ernsten Momenten.

Was ich noch zu sagen hätte: Stell dir vor, du gehst extra früher los, weil Du online kein Ticket kaufen möchtest, und dann wird eine halbe vor dem Beginn der Vorstellung die Schlange länger und länger, weil das Kassensystem einen Totalausfall hatte. Ich sah mich schon vorzeitig wieder nach Hause marschieren, doch dann kam man auf die gleiche schlaue Idee wie ich – warum das Ganze nicht Oldschool abwickeln und die Tickets von Hand erstellen und abstempeln?

Das dauerte zwar, aber sie wurden doch noch so rechtzeitig damit fertig, dass ich mir sogar noch ein Getränk holen und den obligatorischen Gang zum WC antreten konnte.

ABC-Etüden 2022 – Wochen 20 & 21 – Etüde 3 – Gut geködert

Früher oder später kriegen wir sie… Der Satz aus meiner ersten Etüde wirkt nach und ist im Beitrag Nummer Drei für die neue Etüdenrunde (auf Christianes Blog), mit den von Puzzleblume gespendeten Wörtern (Wetterbericht, ordentlich und irisieren) enthalten. Passend dazu habe ich mir selbst eine Illustration gebastelt.

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Gut geködert

Früher oder später kriegen wir sie: Eigentlich war das in meiner Kindheit der Slogan eines Joghurtherstellers gewesen, aber er passte auch auf alles, womit man mich ködern konnte. Schon früh im Leben hatte mich alles Transparente, Perlmuttschimmernde und Leuchtende magisch angezogen. Hauptsache bunt! Und jetzt fiel mein Blick auf so einen Gegenstand.

Look at all that shines… Quengelware für Erwachsene!

Warum hatte ich mich auch am Samstagmorgen in die lange Schlange unserer Apotheke einreihen müssen? Dass ich zwangsläufig während des Wartens das ausgestellte Sortiment unter die Lupe nahm, war geradezu ungeschriebenes Gesetz und vermutlich irgendwann mein Verhängnis.

„Noch ein Kosmetiketui? Als ob wir davon nicht schon gefühlte fünfundzwanzig zu Hause hätten…“

Dass meine Shoppingbegleitung trotz dieser Übertreibung nicht ganz falsch lag, wusste ich im Prinzip selbst am besten. Aber so, wie die mit Pflegeprodukten gefüllte Verpackung schillerte und irisierte, spürte ich meinen Widerstand bröckeln. Außerdem konnte ich Sonnenspray mit Lichtschutzfaktor 30 und After-Sun-Lotion immer gebrauchen, schließlich hatte der Wetterbericht für die kommenden Wochen jede Menge Sonnenstunden versprochen. Da wollte ich gerüstet sein.

Selbst Experten rieten dazu, alte Produkte vom letzten Jahr zu entsorgen, da sich die Inhaltsstoffe mit der Zeit nicht zu ihrem Vorteil veränderten. Riskieren wollte ich nichts, deshalb kaufte ich seit langem nur noch kleine Größen. Da war die Reue beim Wegwerfen eventueller Reste nicht ganz so groß.

Mochten andere nach der Devise „Einmal im Jahr gönne ich mir einen richtigen Urlaub, da gönne ich mir auch gleich einen ordentlichen Sonnenbrand“ uneingecremt unter freiem Himmel wandeln, ich hatte nicht vor, in diesen Herbst dreifach gebrannt hineinzugehen. Und mochte meine Shoppingbegleitung auch noch so sehr nörgeln, das Set würde gekauft und zu Hause gleich ausprobiert werden.

Nun konnten die Sonnenstunden kommen.

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282 Wörter zum dritten Beitrag für die aktuelle Etüdenrunde. Die Episode in der Apotheke ist frei erfunden, das Pflegeset existiert dagegen tatsächlich. Ich habe es für meine eigene Illustration fotografiert – aber so, dass man den Inhalt nicht erkennt. Dafür aber ruft es interessante Lichtreflexe hervor.

ABC-Etüden 2022 – Wochen 20 & 21 – Etüde 2– Die Schnapsidee

Beitrag Nummer Zwei für die neue Etüdenrunde (auf Christianes Blog), mit den von Puzzleblume gespendeten Wörtern Wetterbericht, ordentlich und irisieren. Die von Christiane gestalteten Illustrationen sind Motivation, mehr als nur eine Etüde zu schreiben. Zu meiner passt diesmal ihre erste von dreien.

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Die Schnapsidee

„Du-huu, Schatziiiii…“ mir schwante etwas, wenn er so anfing. Was konnte er nur diesmal wollen? Von „WWW, ab ins Bett, D.E.“ bis hin zu „Wir müssen reden“ konnte alles dabei sein, doch die Kunst des Gedankenlesens beherrschte ich nicht. „Hatte gestern einer von uns einen im Tee gehabt oder warum hängt das da?“

Ratlos folgte ich seinem anklagend ausgestreckten Zeigefinger mit den Augen und bestaunte den an der Wand hängenden Scherzartikel. Ich hätte schwören können, dass diese in immer neuem Gewand erscheinende Wetterstation fürs Freie bis gestern Abend noch nicht dort gehangen hatte. Obwohl ich irgendwann im Scherz erwähnt hatte, dass so ein Eselbarometer unter der Pergola doch jeden Wetterbericht schlüge, wäre es uns nie in den Sinn gekommen, so ein geschmackloses Ding auch nur zu kaufen, geschweige denn die Wand damit zu verunstalten.

Jetzt aber schielte mich ein debil grinsender Esel an und verkündete seine Weisheiten in acht Zeilen.

Wenn Schweif trocken: schön.

Wenn Schweif nass: Regen.

Wenn Schweif sich bewegt: Wind.

Wenn Schweif sich heftig bewegt: Sturm.

Wenn Schweif unsichtbar: Nebel.

Wenn Schweif gefroren: kalt.

Wenn Schweif weiß: Schnee.

Wenn Esel herunterfällt: Erdbeben.

Anstatt seinen Finger herunterzunehmen, ließ mein Schatz ihn immer noch unter dem letzten Satz verweilen. Dort prangte eine neunte Zeile, in einer verwischten Handschrift, die sonst bestimmt ordentlicher war, und ließ mich erblassen.

Wenn Esel irisiert: Zu viele Promille

Das kam davon, wenn man auf der Kirmes die falschen Stände besucht, aber wer von uns das auch immer gewesen war, hatte damit unwissentlich den Grundstein zu einer Marktlücke gelegt. Ein bisschen Farbe an der ein oder anderen Stelle, ein paar Änderungen im Text, und bei der nächsten Grillparty würden wir das Ding unseren Gästen als nicht ganz ernstzunehmendes Alkometer präsentieren.

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285 Wörter sind es diesmal geworden.

Die Besten am Donnerstag : Die 5 besten Filmfortsetzungen

Fortsetzungen bei Filmen, das aktuelle Thema auf Ginas Blog – in welchem Genre auch immer – erfreuen sich schon seit Jahrzehnten großer Beliebtheit, und das nicht nur bei Animationsfilmen aus dem Hause Disney. Davon mag man halten, was man will… aber wenn ich so über dieses Thema nachdenke, fällt mir als erstes nicht das scheinbar unendliche Marvel-Universum ein.

Das aktuelle Beispiel – „Downton Abbey II: Eine neue Ära“

Eigentlich ist es ja die Fortsetzung einer Fortsetzung… Zuerst war die aus sechs Staffeln bestehende Serie da, dann folgte der Film, und weil dieser so erfolgreich war, hat Julian Fellowes mit „einer neuen Ära“ nachgelegt. Auch wenn böse Zungen behaupten, dass „Gosford Park“ die Blaupause zu diesem Erlebnis in Serie war.

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Der Knaller vom letzten Jahr – „Escape Room 2 : No way out“

Der Zusatz im Titel ist irreführend. Natürlich gibt es einen Weg nach draußen. Sonst wäre es ja kein Escape Room, und in punkto Spannung stand auch der zweite Teil dem ersten in nichts nach.

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Mein Lieblings-Schocker – „Final Destination 2“

Keine Experimente, keine Mätzchen, und schon gar nicht beim Titel, der ohne Zusatz auskommt. Im Prinzip ist das Schema das Gleiche wie in allen Filmen dieser Reihe: Einer hat eine Vision vom bevorstehenden Tod und sorgt dafür, dass alle entkommen, doch da der Tod sich nicht ins Handwerk pfuschen lässt, ereignen sich in Folge zum Ziel führende, sprich fatale und zunehmend absurdere Kettenreaktionen. Im zweiten Teil erwischt es die Nachfahren der Personen aus dem ersten Film der Reihe.

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Die Ausnahme von der Regel – „Brennpunkt L.A. – Die Profis sind zurück“

Hier wollte jemand beim Titel anscheinend kreativ sein und die Tatsache verbergen, dass es sich hier um „Lethal Weapon 3“ handelt. Auch hier fliegen mal wieder alle möglichen Dinge in die Luft, und diesmal begibt sich Riggs ohne Kufen aufs Eis.

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Was fürs Herz aus den 90er Jahren – „My Girl 2 – Meine große Liebe“

Hatte im ersten Teil die elfjährige Vada Sultenfuss noch Schwierigkeiten, die neue Flamme ihres Vaters zu akzeptieren, versteht sie sich zwei Jahre später nun bestens mit ihrer Stiefmutter, begibt sie sich im zweiten Teil aber auf die Suche nach Spuren ihrer verstorbenen Mutter und landet dabei bei ihrem Onkel Phil in L.A.

So, das war’s für heute – mit einem Ausflug quer durch alle Genres.

ABC-Etüden 2022 – Wochen 20 & 21 – Etüde 1– Wettfieber

Es gibt eine neue Etüdenrunde (auf Christianes Blog), mit von Puzzleblume gespendeten Wörtern Wetterbericht, ordentlich und irisieren, die mal wieder eine ganz neue Herausforderung für mich darstellen, vor allem in dieser Kombination. Aber wo bleibt der Spaß, wenn’s zu einfach ist?

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Wettfieber

„Sondermeldung. Wie wir soeben erfahren haben, gibt es eine neue Wendung im Giraffen-Fall: Der seit dem mysteriösen Raub aus dem Naturkundlichen Museum als spurlos verschwunden geglaubte Stern von Memphis ist wieder aufgetaucht.“

Was für ein Tag!

Gebannt saßen Rudi, Sven und Paul vor dem Fernseher und erwarteten den Anstoß zu dem alles entscheidenden Spiel um den DFB-Pokal: SC Freiburg gegen die Offenbacher Kickers. Schließlich hatten sie ein ordentliches Sümmchen auf den Außenseiter gesetzt. Jetzt musste dieser nur noch gewinnen. Doch statt der Vereinsfarben der Kontrahenten irisierte nun der Opal in einer eindrucksvollen Großaufnahme auf dem Bildschirm, live aus Canberra, und schillerte in den schönsten Farben.

Die Farbenpracht des Steins raubte ihnen schier den Atem.

Was hatte der Feueropal, einst ein Geschenk an die Stadt Memphis, dort zu suchen? Dabei wusste doch jeder, der auch nur ein bisschen Ahnung von der Materie hatte, dass man nach solchen Steinen normalerweise nicht in Australien, sondern in Mexiko oder Brasilien schürfte. Aber die Eilmeldung machte die drei Kollegen auch nicht schlauer.

„Warum sie den Stein hierher gebracht haben, konnten wir noch nicht herausbekommen, aber wir arbeiten daran. In der Zwischenzeit ist es an den Regierungen beider Staaten, eine gütliche Einigung zu erzielen. Bis dahin halten wir Sie auf dem Laufenden. Bitte bleiben Sie dran. Doch nun zum Wetterbericht für die nächsten drei Tage.“

Seufzend erhob sich Rudi. Bis zum Spiel würde es sich noch etwas hinziehen. An den Verkündigungen des Wetterfroschs hatte er kein Interesse, wo er doch aus Erfahrung wusste, dass sich die Vorhersagen nur selten hundertprozentig erfüllten. Aber vielleicht sollten er, Paul und Sven mal ein paar neue Wetten abschließen. Stoff dafür hatten sie ja nun reichlich.

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275 Wörter zum Auftakt der aktuellen Etüdenrunde.

Dienstags-Gedudel #121 : Zu Gast in der Welt des Sports – Buntkariert

Es ist ja nun auch schon wieder eine Weile her, dass ich eine Serie beendet habe. „Zu Gast in der Welt des Sports“ war zum Beispiel so eine, und nach zehn Ausgaben beendet. Dachte ich. Bis ich jetzt mal meinen abgespeicherten Links zu Youtube gefolgt und auf das hier gestoßen bin: Meinen neuesten Ohrwurm, der schon einige Jahre auf dem Buckel hat…

nicht nur in Schottland spielt man Golf – https://www.youtube.com/watch?v=CIvdWzBO3rU

Nein, hier handelt es sich nicht um den Soundtrack zu „Mord auf dem Golfplatz“, sondern um „It’s only the beginning“ von Deborah Conway – auch wenn man bei dem Blick, den die Sängerin von ihrer Konkurrentin zugeworfen bekommt, auf diese Idee kommen könnte.

Media Monday #568 : Nach dem Projekt ist vor dem Projekt

Hatte ich schon erwähnt, dass Urlaub zu Hause Vorteile hat? Der Personalausweis ist beantragt und (das letzte Woche noch) geplante Oberteil ist fertig und sitzt jetzt endlich, nachdem ich von Hand nachbessern musste:

Und auch das nächste Projekt befindet sich bereits in der Endphase, und zwar das Titelmodell der aktuellen Burda Style (6/2022), aber ich möchte es nicht in Weiß nähen…

Quelle . https://www.stoffekontor.de/media/image/product/73152/lg/naehzeitschrift-burda-style-6-2022.jpg

… sondern in dem Stoff, aus dem das folgende Modell aus der Afrika-Kollektion von Lena Hoschek (Frühjahr/Sommer 2015) angefertigt worden ist:

Quelle – https://assets.afcdn.com/album/D20140708/1073564_EQDEZGYPNZ2GP364TM8EYH13RLCB28_lena-hoschek-1_H151917_L.jpg

Immerhin befindet sich der Stoff bereits seit 2015 in meinem Vorratsstapel. Da wurde es Zeit, mal etwas damit anzustellen. Nun muss ich nur noch den Saum umnähen und ein paar kleine Änderungen an den Armausschnitten vornehmen, dann ist auch das geplante Kleid fertig (pünktlich zum Arbeitsbeginn). Viel war ich nicht draußen, aber traurig bin ich deswegen nicht.

Den gelungenen Abschluss meines Urlaubs bilden die sieben Lückentexte des 568. Media Monday:

Media Monday # 568

1. Im Kampf der Streamingdienste unter- und gegeneinander bin ich überhaupt nicht auf dem Laufenden. Wenn ich mal streame, dann hauptsächlich auf Youtube oder in verschiedenen Mediatheken, zuletzt in der von ZDF Info.

2. Eine Konzertverschiebung ist am Ende auch nur ein schwacher Trost dafür, dass ich überhaupt noch in den Genuss der besagten Veranstaltung komme (vorausgesetzt, sie wird nicht zum vierten Mal verschoben).

3. Die Fülle dessen, was es an Filmen und Serien zu entdecken gilt, wirkt auf den ersten Blick überwältigend, doch am Ende bleibt nach Abzug der ganzen Superheldenfilme nicht ganz so viel neues übrig, das mich ins Kino locken könnte. Und was Serien angeht, so reizt mich momentan auch nicht so vieles. Allerdings finde ich den Nachfolger zu „Miss Fishers mysteriöse Mordfälle“, der in den 1960er Jahren angesiedelt ist, recht unterhaltsam.

4. Wer stünde auf meiner Wunsch-Besetzungsliste ganz weit oben, wenn es um den Nachfolger des aktuellen James Bond ginge? Hm, da müsste ich überlegen, weil diejenigen, die mir vorschweben, vermutlich den Verantwortlichen zu alt sind. Ich könnte an dieser Stelle ja mal Henry Golding (Crazy Rich Asians, Jahrgang 1987) oder Aidan Turner (Der Hobbit, Jahrgang 1983) vorschlagen, nur müsste sich letzterer dann von seinem Bart trennen. Es kann aber auch gut sein, dass ich dann, wenn es soweit ist, gar keine Lust mehr auf diese Spionagefilmreihe habe.

5. Ich möchte ja furchtbar gerne noch den Tag erleben, an dem man ein Hilfsmittel erfindet, mit dem Singlefrauen wie ich Reißverschlüsse, die am Rücken sitzen, von ganz alleine vollständig schließen und wieder öffnen können. So schön diese Art von Kleidung auch ist, so unpraktisch finde ich sie auch, wenn man keine Kammerzofe wie die Damen in Downton Abbey hat, die einem hinein und auch wieder hinaus hilft. Leider besitzt das Kleid, das ich mir gerade nähe genau solch einen Reißverschluss.

6. Keine Frage, Tesla ist einer der großen Namen unserer Zeit, aber den meisten werden vermutlich nur die Fahrzeuge bekannt sein, und auch an Nikola Tesla (1856-1943) können sich viele vielleicht noch erinnern, doch wer hätte gedacht, dass nach letzterem ein Krater auf dem Mond und ein Asteroid (2244 Tesla) benannt wurden? Ich auch nicht, ich habe es durch Zufall herausgefunden.

7. Zuletzt habe ich mein neuestes Werk anprobiert und das war mit einigen Anstrengungen verbunden, weil meine Arme zu kurz sind, um den Reißverschluss selbständig vollständig schließen zu können. Aber hatte ich das Thema nicht schon unter 5) ? Irgendwie war ich, was diese Frage angeht, auch schon kreativer.

ABC-Etüden 2022 – Wochen 18 & 19 – Etüde 7 – Das Nähkränzchen

Weil ich wieder mit dem Nähen angefangen habe, gibt’s eine siebte und letzte Etüde obendrauf (ja, ich weiß, das Ende ist nah) – zu der aktuellen Runde, hier – auf Christianes Blog, mit von Myriade gespendeten Wörtern Giraffe, mondsüchtig und suchen.

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Das Nähkränzchen

Mondsüchtige Nachteulen, das seid ihr!

Verkatert hatte ich Andys Worte über die letzte Session wieder im Ohr. Aber ganz unrecht hatte er nicht. Nicht jeder ging wie ich spätestens zur Geisterstunde ins Bett, außer ich war auf einer wirklich tollen Party. Und als solche hatten es auch meine Mitstreiterinnen bezeichnet: Sewing by the Sea, ein überdimensionales Nähkränzchen an der Ostsee, von Freitagmittag bis Sonntagnachmittag, mit dreißig Nähwütigen. Ganz Hartgesottene saßen bis Sonnenaufgang an ihren Maschinen, die das einzige Licht im Raum spendeten, während im Hintergrund irgendeine Spotify-Liste vor sich hin dudelte.

Nach einer Möglichkeit, mich mit anderen Nähbegeisterten auszutauschen, hatte ich lange gesucht. Lehrvideos im Internet schön und gut, aber es ging doch nichts über das persönliche Gespräch, und wie immer waren die Geschmäcker und Fähigkeitsstufen höchst unterschiedlich. Während ich mich mit den Knopflöchern meines Sommerkleids abplagte, war meine Nachbarin schon einen Schritt weiter und begutachtete die vor ihr liegende Ausbeute: ein Wickelkleid, ein Jeansrock und eine Regenjacke. Nun brütete sie über einem Kinderkleidchen aus mit bunten Giraffen bedrucktem Baumwollstoff.

Es dauerte eine gute Weile, bis ich dahinterkam, was daran seltsam war: Nicht nur, dass am Rockansatz einigen Tierchen die Köpfe fehlten, zu allem Unglück verlief auch noch das Muster kopfüber. Ein typischer Anfängerfehler, der passierte, wenn man beim Feststecken der Schnittteile nicht aufpasste.

Leider sah es bei mir nicht besser aus. Dabei war ich stolz wie Bolle gewesen.

Unter Einfluss von Rotwein, den ich am Abend zuvor ein wenig zu sehr zugesprochen hatte, war ich auf die aberwitzige Idee gekommen, schnell noch die Schulternähte zu schließen, ohne daran zu denken, dass das Kleid ja auch noch einen Kragen bekommen sollte, der nun natürlich so keinen Platz mehr fand.

Da half nur noch auftrennen.

Let’s get the party started, seufzte ich und ersetzte im Geiste die mondsüchtigen Nachteulen durch Schluckspechte.

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Genau 300 Wörter zum Abschluss der aktuellen Etüdenrunde, und vom Rotwein lasse ich die Finger, wenn ich kreativ tätig bin.