Nach der Geisterstunde kommt die… Twilight Zone – und mit diesem Beitrag aus dem Jahr 1982 auch gleich der passende Song von einer niederländischen Band, die von 1961 bis 2021 existierte:
Die Überschrift spiegelt wider, was ich denke, wenn mir jemand mit reißerischen Überschriften kommen will – zum Beispiel, wenn zum Beispiel an mehreren Stellen davon geschwafelt wird, „wie Disney ‚zerstört‘ wird“. Oder hochgeladene/veröffentlichte Bilder als Stories bezeichnet werden? Diese Sprachverzerrung, auch in dem vor jedem Film laufenden Werbebeitrag, wie man Filme nicht genießen sollte, geht mir zunehmend auf den Keks. Ohne gewisse Auswüchse gut zu finden – aber tut es denn not, in den Überschriften zu seinen Beiträgen gleich so zu übertreiben?
Übertreiben möchte ich auch nicht beim Media Monday Nr. 646 und versuche, diesmal gänzlich ohne Verweise auf eine bestimmte Gruppe auszukommen – dafür aber taucht auffallend häufig ein bestimmter Filmtitel in meinen heutigen Lückentexten auf:
1. Wenn es nicht längst Usus wäre, Filme nur für eine kurze Zeit in die Kinos zu bringen, bevor man sie auf eine Streamingplattform hievt, müsste man diese Werbestrategie, die ich „künstliche Verknappung“ nenne, erst noch erfinden. Das war schon bei „Im Westen nichts neues“ so, geht nun weiter bei „Killers of the Flower Moon“ weiter und setzt sich 2024 mit der Spionagekomödie „Argylle“ fort. Ersterer verschwand nach nur wenigen auf Netflix, der aktuelle Kassenschlager von Scorsese landet demnächst bei Apple TV +, und der zuletzt genannte? Dreimal dürft ihr raten… Die Antwort steht am Ende meines heutigen Beitrags unter *) – Cool finde ich das zwar nicht, aber da ich die Trailer ansprechend fand, hatten sie mich (leider) genau damit auch ins Kino bekommen.
2. Auch trotz der ein oder anderen für meinen Geschmack arg kitschigen Szene, ist die Verfilmung des Romans „Die unwahrscheinliche Pilgerreise des Harold Fry“ ist schon dahingehend großartig, dass die Autorin des Romans auch das Drehbuch geschrieben und den Film mitproduziert hat, aber die große Stärke liegt in ihrer Reduktion auf das Wesentliche und den Hauptdarstellern Jim Broadbent und Penelope Wilton.
3. Es imponiert mir ja durchaus, wie Leute aus meinem Freundeskreis einen dreieinhalbstündigen Film wie „Killers of the Flower Moon“ ansehen zu können, ohne zwischendurch auf die Toilette zu gehen. Ich bekomme das leider nicht hin und muss dann immer eine Szene abwarten, in der nicht viel passiert. Leider ist diese Taktik auch nicht immer von Erfolg gekrönt.
4. Ich würde ja nicht behaupten, dass ich an Escape-Room-Spielen inzwischen immer weniger Gefallen finde, aber seit ich am Samstag ein Spiel namens „MicoMacro – Crime City“ kennengelernt habe, weiß ich, was wir bei der nächsten Gelegenheit zu einem Spielenachmittag in Angriff nehmen: Breite den Stadtplan, der einem Wimmelbild gleicht, auf dem Tisch aus und versuche, den nächsten Fall zu lösen.
5. Mir fehlt in der heutigen Filmlandschaft schon ein wenig das Erzählen von anrührenden und/oder originellen Geschichten, aber wenn ich mir so die zuletzt gesehenen Werbetrailer für kommende Filme so ansehe, dann besteht doch noch Hoffnung.
6. Nach dem Ende der Streiks in Hollywood wird „Dune: Teil 2“ leider erst im März ’24 in die Kinos kommen – da empfinde ich es schon ein wenig als seltsam, dass der Trailer im Werbeprogramm vor „Killers of the Flower Moon“ behauptet, es sei demnächst bzw. im November bereits soweit. Um alle Unklarheiten auszuschließen, kann man natürlich auch das in den U- und S-Bahnstationen ausgehängte Kinoprogramm der kommenden Woche studieren und so zur Lösung finden.
7. Zuletzt habe ich mir endlich die zum Abschluss des 29. Levels notwendigen fünf Sterne bei Merge Mansion erspielt und das war ein echtes Geduldsspiel, weil der Computer ständig Nein gesagt hat und permanent Rosen statt Sternen ausgespuckt hat.
Vielleicht bekommen wir auch dieses Jahr keine weiße Weihnacht – deshalb dachte ich mir, etwas Weißes könnte an dieser Stelle mal nicht schaden: Ruhig und besinnlich – und das schon Anfang November…
Ja, ja, ich weiß, die Lebkuchenherzen fliegen diesmal tief. Und zwar für einen Künstler, der in den 70ern oder 80ern einen riesigen Erfolg hatte, und später doch nicht mehr so sehr…
Manchmal zahlt sich Faulheit aus. Im speziellen Fall die nicht vorhandene Lust auf das Abernten der Trauben an unserem Weinstock, der sich am Haus hochrankt. Nun haben ganze Schwärme von Staren ihren Spaß am Futtern der süßen Früchtchen und ich kann nur hoffen, sie holen sich bei dem Genuss keinen Schwips. Nicht dass es am Ende noch heißt, bei mir würden Stare zu Schnapsdrosseln.
Gar nicht beschwipst kommt die aktuelle Ausgabe des Media Monday daher, denn erst in 21 Wochen haben wir die erste komplette Schnapszahl:
1. Jetzt, da der November langsam in Fahrt kommt, bekomme ich Lust darauf, mir Kerzen anzuzünden und meine Miniatur-„Weihnachtspyramide“ zum Laufen zu bringen – bei Dämmerlicht macht das ja auch viel mehr Spaß als bei strahlend hellem Tageslicht. Zu letzterem würde dann eher dieses Schauspiel passen:
2. Das wird meine persönliche Steilvorlage: Die Premiere des Albums „Full Moon Dirty Hearts (The Visual Album)“ von INXS ist für mich eines der Streaming-Highlights, denn erstens ist diese Plattform die einzige neben Filmfriend.de die einzige, die ich als Streamingdienst nutze und zweitens liebe ich dieses Album und die Videos, mit denen die einzelnen Songs visuell umgesetzt wurden (und ich schon ewig darauf gewartet habe).
3. Es macht mich ja durchaus neugierig, wie man eine Coverversion zustande bringt, die dem Original in nichts nachsteht, wie zum Beispiel „Mad World“, „The Sound of Silence“ oder „Never tear us apart“.
4. Glaubt man den Gerüchten, dann sollte es à tja, keine Ahnung, Gerüchten schenke ich generell wenig Beachtung bzw. ich habe keine Ahnung, welche Gerüchte zur Zeit kursieren.
5. Die Natur begeistert mich mit ihrer/seinerFarbenpracht im Herbst und Vogelschwärmen, die gen Süden ziehen.
6. Bestechende Grundidee, dass man unter dem Projektnamen „Rewind the Classics“ Märchen, Sagen oder andere Klassiker in einen neuen Kontext oder ein neues Setting verfrachtet oder ihnen sogar ein neues Ende verpasst. Einfach ist das jedoch nicht, aber nun habe ich es tatsächlich geschafft und für ein bestimmtes Projekt mich von einem schon x-mal verfilmten Klassiker der englischen Literatur inspirieren zu lassen.
7. Zuletzt habe ich zwar alles eingekauft, was ich für eine leckere Kürbissuppe brauche, und das war gar nicht so vieles – und doch habe ich nichts davon angerührt, weil ich zum Kochen dann plötzlich doch keine Lust mehr hatte. Es lebe die Faulheit.
Wenn der Name des Künstlers den Wenigsten etwas sagt, könnte es daran liegen, dass dieses Solo- bzw. Nebenprojekt von Michael Hutchence allgemein wenig bekannt war.
In Kombination mit Schietwetter und einer coronatestbedingten Verwirrung war das ein eher durchwachsenes Wochenende. Dafür habe ich jetzt endlich wieder vernünftiges Licht in der Bude. Jetzt hoffe ich, dass mir der Montagabend Erleuchtung bringt – in Form eines Termins bei einer Werkstatt, die sich in der Lage sieht, den Fehler an meinem Fahrzeug auszulesen. Es ist nämlich echt kein Spaß, wenn man nicht mehr in den fünften Gang schalten kann und vermutlich eine Frage der Zeit, bis auch der vierte den Geist aufgibt.
Doch nun halte ich es mit dem Monty-Python-Motto „and now for something completely different“ und wechsle in den Media-Monday-Modus – nun schon zum 644. Mal:
1. Bevor auch Halloween wieder hinter uns liegt möchte ich wenigstens in diesem Jahr dem Grab meiner Eltern einen Besuch abstatten und am Abend Kürbissuppe genießen, um den denkwürdigen Tag angemessen zu zelebrieren.
2. Von all den klassischen Noir-Filmen ist mir am besten „Niagara“ im Gedächtnis geblieben. Und wer der Meinung ist, dies wäre kein Film Noir, weil er in Technicolor gedreht wurde – ich hätte noch „Der Fremde im Zug“, „Im Schatten des Zweifels“ oder „Fahrstuhl zum Schafott“ anzubeiten.
3. Fun Facts, die vermutlich nur wenige interessieren: So manchem Oktopus gelingt das seltene Kunststück, sich durch die winzigsten Stellen zu quetschen und sich aus dem Staub zu machen:
Ein Kunststück, das auch Kornnattern hervorragend beherrschen. An diese Wunder kam noch nicht einmal Taylor Swift heran, als 15 Songs ihres Albums „Evermore“ in den Billboard-100-Charts landeten.
4. Vor die Wahl gestellt, ob Film oder Serie, würde ich mich für den Film entscheiden, da ich bei Serien oft das Gefühl habe, dass die Handlung nur unnötig in die Länge gezogen wird. Wobei ich andererseits mir auch „Dune“ gut als Serie vorstellen könnte.
5. Eine gute Kürbissuppe hat alle Zutaten, die es braucht, um meine Geschmacksnerven zum Jubeln zu bringen (Ingwer, Orangensaft, Kokosmilch) – das Gleiche kann ich aber auch von einem herzhaften Chili con Carne behaupten.
6. Was die Verantwortlichen geritten haben mag, als sie die Unendliche Geschichte als Film zum Ende hin meiner Meinung nach total vermurkst haben, wird mir wohl immer ein Rätsel bleiben.
7. Zuletzt habe ich mir eine ordentliche Mütze voll Schlaf gegönnt (von 20:00 bis 6:00 Uhr) in der Nacht von Samstag auf Sonntag, und das war dringend notwendig, weil die Woche davor extrem anstrengend war und ich schon kurz vorm Gehen auf dem Zahnfleisch war. Zwei völlig konträre Resultate meiner Coronatests haben mir vermutlich den Rest gegeben. Da ich aber keine Symptome habe, glaube ich mal lieber dem zweiten (negativen) Testergebnis.
Die kleingeschriebene Überschrift… ein Novum. Kein Novum ist meine Teilnahme an den Etüden. Für die bis zum 4. November andauernde Etüdenrunde (hier, bei Christiane) hat Gerhard (mit seinem Blog „Kopf und Gestalt“) die folgenden Wörter beigesteuert:
Lehrer – grob – hauchen
Da ich ganz gerne mal Texte aus schierem Mutwillen umschreibe, habe ich für meine dritte und letzte Etüde einen meiner Lieblingssongs in einen ganz neuen Kontext gesetzt (etwas, das hier demnächst noch öfters auftauchen wird).
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never tear us apart
„Never tear us apart“,hörte ich die seit Jahren geliebte Stimme sehnsuchtsvoll ins Mikrofon hauchen.
Wie unpassend, dachte ich in diesem Augenblick über die langsame und gefühlvolle Ballade auf meiner seit Wochen in Dauerschleife laufenden CD. Sie passte nicht zu meinem rasanten Fahrstil. Jedenfalls nicht in diesem Augenblick. Ein schnellerer Beat wäre jetzt angemessen gewesen. Aber vorspringen bei 90 km/h? Welch grenzenlos blöde Idee!
Gas geben, auf die Tube drücken und den Streifen bis zum Ende ausfahren, bevor du einscherst, erklang in mir die Stimme meines Fahrlehrers.
Das schaffst du nie, höhnte die A3, als ich beschleunigte und die Kolonne sah, die sich lückenlos-stoisch am äußersten Rand vorwärts schob. Nicht so grob, ächzte die Gangschaltung, als ich aufs Gaspedal trat und in den fünften Gang hochschaltete. Oder besser gesagt: hochschalten wollte.
Dass dies wie immer funktionieren würde, hatte ich auch bloß gedacht, denn zu meinem Entsetzen tat sich nichts. Außer höchst verdächtigen Bewegungen meines Fahrzeugs. Das fühlte sich gar nicht gut an. Never tear us apart? Zu hülf!
Nun klopfte er an, der Sensenmann. Oder auch nicht.
Bleib in der Spur…. Um jeden Preis… Und wenn es das letzte ist, was ich tue… so sprach mein innerer Lehrer, der nun die Kontrolle übernahm.
Das Getriebe ächzte. Der Motor jaulte. Die Räder fanden den ersehnten Halt, als ich mit Mühe und Not die Schaltung wieder in den vierten Gang zurückhobelte. Gleich morgen, so schwor ich mir, laut und ein Stoßgebet nach dem anderen gen Himmel schickend, würde ich mir eine Werkstatt suchen, die das Problem so zeitig wie möglich behob. Schließlich stand bereits der Termin für den nächsten TÜV. Und den wollte ich nur ungern als Scheidungsrichter erleben.
Never tear us apart? Nach diesem Beinahe-Zwischenfall würde das schon hunderte Male gehörte Lied für mich auf ewig eine ganz neue Bedeutung haben.
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300 Wörter aus aktuellem Anlass, für ein Erlebnis, das sich im Wesentlichen so zugetragen hat.
Die Wörter für die aktuelle bis zum 4. November andauernde Etüdenrunde (hier, bei Christiane) stammen von Gerhard (und seinem Blog „Kopf und Gestalt“) und lauten:
Lehrer – grob – hauchen
Ich kann gar nicht zählen, wie oft ich diesen Text umgeschrieben habe, doch nun steht er und bedient ein ganz anderes Genre.
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eine steile Karriere
So, jetzt noch vorsichtig auf die Marken hauchen und sie so auf den Umschlägen befestigen, dass…
Ein verdächtiges Knarzen vor der Zimmertür ließ mich hochschrecken und die auf dem Boden liegenden Päckchen mit dem Fuß unters Sofa bugsieren. Hoffentlich nicht allzu grob… Siedende Hitze durchströmte mich, als ich im Geiste bereits die Tür aufgehen sah – hatte ich doch alles so geplant, dass man die Spuren der von mir aufgegebenen Postsendungen unmöglich bis zu mir zurückverfolgen konnte, und nun so etwas.
Die Tat flog auf, noch bevor sie überhaupt erst begangen war, oder bevor ich die Vorbereitungen in Ruhe hatte beenden können? Hektisch riss ich mir die Gummihandschuhe herunter und stopfte sie mir unter den Pulli, dann stand auch schon sie im Zimmer.
Was für ein Alptraum!
Schließlich sollte niemand von meinem Treiben Wind bekommen, und schon gar nicht sie, die die Lehrerin auch im Privatleben nicht ablegen und das Böse in der Luft wittern konnte. Unter keinen Umständen durfte sie die Corpora Delicti sehen. Wo war mein Pokerface, wenn ich es brauchte?
Ich sah sie schon vor mir, die Schlagzeilen: Geheimnis der Drohbriefe gelüftet. Spur führt nach Südhessen. Brave Bürgerin entpuppt sich als Täterin.
„Sag mal, du hast doch nicht etwa…“ hub sie an und verstummte sogleich. Gebannt und zu keiner Regung fähig, folgte ich ihrem mich von oben nach unten taxierenden Blick, der schließlich dort haften blieb, wo nicht hätte verweilen sollen und…
Rrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrriiiiiiiiiiiiiiiiiiiing!!!!
Schweißgebadet und kerzengerade schoss ich in die Höhe und war im gleichen Atemzug froh, dass der Wecker meiner kurzen Karriere als briefbombenversendende Terroristin ein jähes Ende bereitet hatte.
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263 Wörter für einen Alptraum ganz besonderer Güte.
Bei „aequitasetveritas“ frisch entdeckt: die Mitmachaktion „Hand aufs Herz“ mit der Frage „An welche wichtigen historischen Ereignisse erinnerst du dich?“ – Selbst erlebt oder „nur“ aus den Nachrichten – das ist hier die Frage. Schade, dass es in erster Linie Katastrophen sind, die mir als erstes in den Sinn kommen – die wenigen positiven Ereignisse sind mir leider erst später eingefallen. Und da Freud und Leid meist sehr dicht beieinander liegen oder auf den ersten Blick positive Nachrichten negative Folgen nach sich ziehen, mische ich in meiner chronologisch geordneten Aufstellung einfach alles bunt durcheinander, auch wenn das für manche unter der Leserschaft eher makaber rüberkommen könnte.
Et voilà, hier kommen neun Ereignisse, die ich entweder unmittelbar selbst oder durch die Nachrichten mitbekommen habe – sowie eines, das sich vor meiner Zeit ereignet hat, an das ich damals aber permanent erinnert wurde.
1973 – Die Ölkrise: So liebe Kinder, gebt fein acht – heut‘ geht es mit dem Fahrrad in den Garten. Radeln mit Sack und Pack? Autofreie Sonntage machen’s möglich. Das war das erste Ereignis, dessen Folgen wir am eigenen Leib spürten. Als Reaktion auf die damals herrschende Ölkrise verhängte unsere Regierung vier Autofreie Sonntage. Die fanden zwar im November und Dezember statt, doch dadurch kamen meine Eltern überhaupt erst auf den Trichter, den Weg zu unserem dreieinhalb Kilometer entfernten Kleingarten bei jeder Gelegenheit mit dem Fahrrad anstatt mit dem Auto zu bewältigen. Bei brütender Sommerhitze war das nun wirklich nicht immer spaßig, aber was tut man nicht alles für Umwelt und Fitness…
1980 – Boykott der Olympischen Spiele in Moskau: Da wurde mir zum ersten Mal bewusst, wie sehr sportliche Großereignisse zum Politikum werden können.
1985 – Das Live-Aid-Konzert: Es war der 13. Juli und wir hatten herrlichstes Sommerwetter – ideal, um das Wochenende im Kleingarten zu genießen. Leider nicht so ideal, wenn man dem weltumspannenden Meilenstein der Musikgeschichte mit 16stündigem Nonstop-Programm gerne im Fernsehen beiwohnen möchte. Gut, dass Papa die Idee mit dem batteriebetriebenen Radio hatte, das wir überall hin mitnehmen konnten.
1986 – Die Explosion der Raumfähre Challenger kurz nach dem Start: Da zerriss es allen Anwesenden, die den Start der Raumfähre live beobachteten, das Herz: In ungefähr fünfzehn Kilometern Höhe war ein durch Kälte spröde gewordener Dichtungsring die Ursache dafür, dass aus eine Stichflamme aus der rechten Feststoffrakete den Haupttank explodieren ließ. Ein Entkommen gab es für die Besatzung nicht, denn es gab weder einen Notausstieg oder gar Schleudersitze. Vielleicht aber auch hätte beides, falls vorhanden, den acht ums Leben gekommenen Astronauten nichts mehr genützt, so plötzlich kam dieses Unglück über sie (Quelle dieser Information: https://www.deutschlandfunk.de/explosion-am-frostigen-morgen-das-toedliche-ende-der-100.html).
1986 – Die Nuklearkatastrophe von Tschernobyl: Plötzlich schmeckte das Gemüse nicht mehr. Oder anders herum: Als diese Nachricht kam, war ich so geschockt, dass ich vor lauter Panik gar nichts mehr herunter bekam. Nicht wesentlich besser machte es eine Kollegin, die mir in der Frühstückspause die aktuellen Becquerel-Werte vorlas.
1989 – Der Fall der Berliner Mauer: Daran erinnere ich mich noch besonders gut. Als die Nachricht kam, war mein damaliger Freund geradezu aus dem Häuschen und wollte noch am selben Abend mit mir nach Berlin düsen, um live dabei zu sein. Ich konnte mir leider am nächsten Tag nicht spontan frei nehmen, und so ist er dann ohne mich gefahren.
1994 – Nelson Mandela wird Staatsoberhaupt: Erst saß er jahrelang im Gefängnis, dann änderten sich die Zeiten und Nelson Mandela wurde zum Präsidenten von Südafrika gewählt. Was habe ich damals innerlich gejubelt, während andere Familienmitglieder vorerst skeptisch blieben, was den weiteren Verlauf der Geschichte anging.
2001 : Die Terroranschläge des 11. September: Da blieb mir das Herz stehen. Mitten in das nachmittägliche Einerlei auf der Arbeit platzten Kollegen in unser Großraumbüro mit der Nachricht herein, dass soeben zwei Flugzeuge in die Türme des World Trade Centers gerast waren. Mein erster Gedanke: ein Terroranschlag. Mein zweiter Gedanke: hoffentlich hat es nicht auch noch unsere Kollegen in New York erwischt. Die hatten ihre Geschäftsräume nämlich ganz in der Nähe. Zum Arbeiten kam an diesem Tag natürlich niemand mehr. Doch die ganze Tragödie durfte ich dann am Abend in den Nachrichten erleben, und im Gedächtnis geblieben sind mir die Verzweifelten, die aus den zerstörten Gebäuden in die Tiefe gesprungen sind.
2020 : Der Brexit: Erst ein Referendum Schottlands zum Austritt aus dem Vereinigten Königreich – dann der Austritt Großbritanniens aus der EU: Das erste erzielte nicht das erwünschte Ergebnis, das zweite aber schon – und was das betrifft, waren die Dame in Edinburgh, bei der ich schon viele Male zu Gast war, und ich unterschiedlicher Ansicht. Schauen wir mal, ob sie ihre Meinung inzwischen geändert hat. Und wer weiß, vielleicht schließe ich mit ihr doch noch eine Wette ab, ob Schottland ein erneutes Referendum zum Austritt aus dem Vereinigten Königreich und zum Eintritt in die EU anstrebt (selbst der Deutschlandfunk tutet in dieses Horn – und, nein, ich habe diese Weisheit nicht von dort, das ist mir ganz von allein eingefallen).
Nach so viel Politik auf diesem Kanal folgt nun zu guter Letzt die Nummer 10. Nein, nicht die Hausnummer in der Downing Street, sondern das Attentat auf John F. Kennedy am 22. November 1963:
Da war ich noch nicht einmal geboren. Dennoch ist mir dieses Ereignis im Gedächtnis seit ich lesen kann. Denn irgendwann entdeckte ich beim Spielen eine Sonderausgabe einer inzwischen nicht mehr existierenden Illustrierten in Tapetengröße, die sich mit Leben und Tod des amerikanischen Präsidenten befasste.
Wer hat sich nicht schonmal gewünscht, der ein oder andere Zeitgenosse möge baden gehen, aber so richtig? – Nun, dem kann geholfen werden – hier kommt die Vertonung dieses Wunschs, auch wenn den außerhalb von Down Under niemand hat über Bord gehen sehen.
Tweed & Greet by Selmin Ermis-Krohs: Der Slow Living & Fashion Blog aus Köln rund um das kreativere und entschleunigte Leben, DIY Mode & Lifestyle. Ein kreativer Blog voller Inspirationen und Tipps für selbstgenähte und nachhaltige Mode mit Stil, Refashion und Upcycling Ideen sowie DIY Anleitungen. Ein Blog voller Anregungen, die euch dabei anfeuern, mehr Kreativität in den Alltag zu bringen und auch mal etwas Langsamkeit zu zelebrieren.