Dienstags-Gedudel #39 : Urlaub & Musik – Ferien in der Dauerschleife – Teil 2/7

Beim Dienstags-Gedudel (einer Aktion von nellindreams) nähere ich mich langsam dem Heute, doch jetzt ist erst mal die Erinnerung an einen echten „Golden Oldie“ dran, der vor 21 Jahren meine Gehörgänge durchflutete. Wir schreiben das Jahr 1999 und sind in Cornwall mit dem Auto unterwegs – auf eine Reise ohne vorgebuchte Unterkünfte. Übernachten, wohin es mich verschlägt, auch auf die Gefahr hin, kein Zimmer zu finden. Wozu hat man denn ein Auto? Und weil mit Musik alles besser geht, habe ich hingenommen, dass der Kleinwagen nur ein Autoradio mit Kassettendeck hatte. Vorsprung durch Technik? Oder Technik, die begeistert? Weder noch – eher „Nostalgie lässt grüßen“. Modern war dagegen erst mal nur die Musik.




Garbage „You look so fine“ – Quelle: https://www.youtube.com/watch?v=NyAK7qPeHY0

Die nostalgischen Momente hatte ich dann dafür mit der musikalischen Dauerschleife in Form des Albums „Gold“ von ABBA, als Musik-Cassette (MC) – wenn mir schon keine Cabriofahrt entlang der Nordküste Cornwalls zu den Klängen von Frank Sinatra vergönnt war.

In England konnte man nicht nur ganze Alben, sondern auch Singles kaufen, in diesem Fall Garbage, mit denen ich die Dauerschleife immer wieder unterbrochen habe.

Quelle – https://i.pinimg.com/564x/13/38/1d/13381dd8fcf6775b73bcea70677dbb11.jpg

Die nächste Dauerschleife hatte ich übrigens schon ein Jahr später.

ABC -Etüden – Wochen 43 & 44 : Die Konfrontation

Der Oktober steht im Zeichen von Horror, Grusel und mysteriösen Geschichten – so auch mein Beitrag für Christianes aktuelle Etüde. Die Wortspende dazu stammt von mutigerleben und setzt sich zusammen aus den folgenden Worten: Schmutzfink + fabelhaft + mopsen.

Und weil es heute mysteriös wird, habe ich meine eigene Illustration entworfen.

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Die Konfrontation

„Du bist wieder dort gewesen.“

Traurig sah er sie an. Sie musste nichts sagen – die Spuren ihrer nassen Füße von der Haustür bis zum Kamin, vor dem sie sich aufwärmte, sprachen Bände. Das Kleid mehrfach eingerissen und voller Seetang, Arme und Beine voller Abschürfungen: mit dem Dreck im Haar glich seine Jo einem Schmutzfink, doch selbst der Schlamm in ihrem Gesicht konnte ihre Schönheit nicht schmälern.

Inzwischen konnte sie ihre monatlichen Ausflüge nicht mehr verbergen. Immer bei Vollmond zog es Jo hinunter an den Strand, hin zu den anderen, die so waren wie sie. Herausgefunden hatte Aidan es nur durch Zufall, als er eines Nachts wachgeworden war und den Platz neben sich im Bett leer vorgefunden hatte. Heimlich war er ihr beim nächsten Mal nachgeschlichen und hatte sich in einem Alptraum gewähnt. Der Anblick hatte ihn trotz der lauen Sommernacht frösteln lassen: Reglos saßen sie da, zu Dutzenden, dem Meer zugewandt, schauten in die Ferne über Stunden, taten nichts… als ob sie auf etwas warteten.

„Selkies: Fabelhafte Wesen, aus dem Meer geboren“, las er in einem Buch über nordische Sagen und Mythen aus der Bücherei, „und wenn die Sehnsucht nach dem Meer übermächtig wird und sie sich ihr verstecktes Fell wieder überstreifen, kehren sie für immer in ihrer wahren Gestalt in ihre wahre Heimat zurück – als Seehund.“

Für immer.

Diese beiden Worte genügten, und Aidan fragte sich, was ihn davon abhielt, ihr wo auch immer vergrabenes Fell zu mopsen und zu verbrennen – dann konnte sich Jo nicht mehr zurückverwandeln und würde für immer bei ihm bleiben.

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261 Wörter für einen Ausflug in die Welt der Sagen und Mythen, passend zum Oktober.

Media Monday # 486 : And the winner is…

… me.

Und zwar Platz 5: Damit habe ich nun wirklich nicht gerechnet. Womit ich auch nicht gerechnet habe, ist die Änderung meiner Filmliste für den Horrorctober. Aber nachdem mich einer der von mir ausgesuchten Filme extrem gelangweilt hat, obwohl viele ihn für ein Meisterwerk halten, habe ich unserer Stadtbücherei einen Besuch abgestattet und mich mit einer Handvoll Filme eingedeckt, die mich mehr reizen.

Auch der Media Monday übt immer noch seinen Reiz auf mich aus – die Vorfreude auf sieben Lückentexte stellt sich bei mir schon wie ein pawlowscher Reflex ein, und deshalb bedanke ich mich bei seinem Erfinder für diese hübsche Aktion und freue mich auf das 500. Jubiläum in 14 Wochen.

Media Monday # 486

1. Um einfach auch mal wieder etwas richtig Schönes erzählen zu können, wollte ich an dieser Stelle loswerden, dass ich bei einem Wettbewerb den fünften Platz belegt habe..

2. Wenn ich mal die Zeit finde, einen Brief zu schreiben, fällt mir nichts ein.

3. Meine Lieblingsmusik ist nun alles andere als noch taufrisch, aber für mich immer noch nicht totzukriegen.

4. Es gibt düstere, anstrengende, fordernde, entspannende, witzige, anrührende Geschichten und noch einiges mehr. Mir persönlich ist zur Zeit eher nach was fürs Herz. Dabei ist der Horrorctober noch gar nicht vorbei. A propos Horrorfilme: Der wahre Horror wird meist in ganz anderen Filmen thematisiert. Aktuelles Beispiel für einen Film, den ich gerade erst gesehen habe: ‚71. Thema des Films: Der Terror in Nordirland und wer alles darin involviert ist.

5. Der Umstand, dass viele Messen dieses Jahr nicht oder nur digital stattfinden, wie etwa jüngst die Frankfurter Buchmesse oder auch nächste Woche die SPIEL Messe Essen, klingt wenig verheißungsvoll.

6. Wenn sich alles und jedes jetzt so langsam bei den fallenden Temperaturen wieder einzuigeln beginnt, wird es Zeit, den Kleiderschrank umzukrempeln. Vielleicht kann ich mich ja dieses Jahr dazu aufraffen, mich von bestimmten Dingen zu trennen.

7. Zuletzt habe ich versucht, eine Horrorgeschichte für den #writing friday zu schreiben, und das war ein unerwartet steiniges Unterfangen, weil ich zuerst nur eine vage Idee hatte, die ich dann jedoch zugunsten einer viel zündenderen verworfen habe, um am Ende festzustellen, dass die Story mal wieder sehr lang zu werden droht.

# Writing Friday 2020 – Oktober, 42. Woche : Das Meisterstück

Beim #Writing Friday auf dem Blog von elizzy geht es diesmal um schaurige Themen. Nach dem Schocker der letzten Woche war mir an diesem Freitag nach leichter Kost, auch wenn die Aufgabe, der ich mich heute widme, scheinbar nur eine Richtung zulässt:

4) Schreibe eine Geschichte, die mit dem Satz “Er zog genüsslich das Messer aus ihrer Brust, wischte es ab und…” beginnt.

Da denkt doch jeder gleich an blutiges Gemetzel. Oder etwa nicht?

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Das Meisterstück

Er zog genüsslich das Messer aus ihrer Brust, wischte es ab und stellte es in den Topf mit dem heißen Wasser zurück. Nachdem Finn der Schnitt so perfekt gelungen war, durfte er sich keinen Fehler erlauben. Die Schnittfläche musste absolut rein und ohne Krümel sein, bevor er weitere Korrekturen an der Figur aus Marzipan vornahm. Was er zur Dekoration brauchte, lag schon bereit. Aber alles hübsch der Reihe nach; ihm fehlte noch die männliche Hälfte des Paares, das die Hochzeitstorte krönen sollte: Frankensteins „Monster“ und seine Braut.

Inspiriert hatte ihn der Film „Corpse Bride – Hochzeit mit einer Leiche“, nachdem sein Bruder verkündet hatte, er wolle endlich Jenny ehelichen, aber nicht erst im nächsten Frühling, so wie die meisten, sondern schon in ein paar Wochen. Finn hatte Nicos und Jennys Idee, an Halloween zu heiraten, zuerst für einen Scherz gehalten; doch bei diesem Thema spaßte sein Bruder nicht. Er meinte es vollkommen ernst. Sein Argument, die Standesämter seien zu dieser Jahreszeit noch nicht ausgebucht, war nicht von der Hand zu weisen, und außerdem wäre es Ende Oktober ein Leichtes, einen Raum für die Feier zu bekommen. Danach sähe es da schon ganz anders aus.

Nico hatte sich für ein ungewöhnliches Datum entschieden und die Feier passenderweise auch gleich unter das Motto „Trick or Treat“ gestellt? Finn würde ihm schon die passende Torte dazu liefern.

Espressopulver auf der sahnig-weißen Oberfläche verleiht jedem Kuchen eine appetitliche und pelzige Umhüllung in dezentem Schimmelgrün – ein hübscher Kontrast zur Füllung aus Kürbiscreme in grellem Orange, burgunderrotem Quittenmus und gelben Mispeln. Mit dem schaurigen Brautpaar auf der Spitze wäre die Torte auf der Hochzeit morgen nachmittag nicht nur der Hingucker, sondern auch sein Meisterwerk, mit dem er bei der Gesellenprüfung zu glänzen hoffte. Wenn diese Torte für das Aufsehen sorgte, auf das er sich jetzt schon freute, dann würde die Prüfungskommission erst Augen machen, wenn er mit einer leicht veränderten Version vor sie trat.

Jetzt musste nur noch die Braut genauso hübsch werden wie das Monster für die Torte, dann konnte sein Bruder mit Stolz auf der Feier verkünden: „Guten Appetit Euch allen und Dir, Bruderherz, viel Glück bei der Prüfung“.

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Guten Appetit wünsche auch ich. Ob aber die Kombination aus Espresso, Kürbis, Quitte und Mispeln in Calvados auch tatsächlich schmeckt, habe ich noch nicht herausgefunden, geschweige denn vorher ausprobiert. Hoffen wir mal, dass die Hochzeitsgäste den Angriff auf die Geschmacksnerven halbwegs überstehen und das Ereignis nicht in einem Fiasko endet.

Die Schreibthemen im Oktober sind:

1) Stelle uns ein Buch vor, das dich das Grauen gelernt hat. +++ 2) Graf Dracula kriegt Besuch von Frankenstein, berichte davon. Welche Pläne schmieden sie? Worüber diskutieren sie? +++ 3) Schreibe eine Geschichte und flechte darin folgende Wörter mit ein: Blut, Mordpläne, Spinnenweben, schaurig, Schock +++ 4) Schreibe eine Geschichte, die mit dem Satz “Er zog genüsslich das Messer aus ihrer Brust, wischte es ab und…” beginnt. +++ 5) Jo ist frisch in ein neues Haus gezogen. Was sie nicht weiss; In diesem Haus lebte einmal ein Serienmörder. Beim Einzug, wird ihr aber schnell klar, hier stimmt etwas nicht. Als sie dann zum ersten Mal den Keller betritt… (Schmücke die Geschichte aus und schreibe weiter)

Und hier sind die Regeln dazu:

Jeden Freitag wird veröffentlicht. +++ Wählt aus einem der vorgegebenen Schreibthemen. +++ Schreibt eine Geschichte/ein Gedicht/ein paar Zeilen – egal, Hauptsache ihr übt euer kreatives Schreiben. +++ Vergesst nicht, den Hashtag #Writing Friday und den Header zu verwenden, schaut unbedingt bei euren Schreibkameraden vorbei und lest euch die Geschichten durch. +++ Habt Spaß und versucht, voneinander zu lernen.

Dienstags-Gedudel #38 : Urlaub & Musik – Ferien in der Dauerschleife – Teil 1/7

Wenn der Urlaub schon ein wenig zurückliegt, aber man noch immer davon zehren möchte… dann ist es Zeit für akustischen Nachschub beim Dienstags-Gedudel (einer Aktion von nellindreams).

Urlaub und Musik – eine unzertrennliche Kombination, besonders bei mir. Es ist mir vor zwei Jahren zum ersten Mal aufgefallen – das Phänomen der Dauerschleife hat bei mir in den 80er Jahren angefangen – und es hält sich so hartnäckig wie der Ohrwurm, der nicht weichen will. Den man nur mit demselben Song bekämpfen kann, bis der Ohrwurm totgedudelt ist. Mit genug zeitlichem Abstand kann man dann das Corpus Delicti hören, ohne das es in den Gehörgängen oder Hirnwindungen Wurzeln schlägt.

Quelle – https://www.youtube.com/watch?v=J6YRKs_hKFQ

Bella Italia! Wie gesagt, fing 1982 alles an, mit unserem ersten Italienurlaub am Meer und der ersten Fußball-WM, bei der wir abends mit der Tochter einer Bekannten alleine weggehen durften, um das Spiel unserer Mannschaft in einer Kneipe zu sehen. Die Musik, die wir dabei hatten, bestand aus genau einer Kassette mit NDW-Hits: „Neuzeit – Höhepunkte der Neuen Deutschen Tanzmusik“… nach diesen drei Wochen Dauergedudel Neue Deutsche Welle waren unsere armen Eltern urlaubsreif, denn danach konnten sie den „Kommissar“ nicht mehr hören – und „Carbonara“ wurde in der Pizzeria konsequent gemieden.

Nach Berlin bin ich erst Jahre später gefahren, als es die Mauer nicht mehr gab. Von daher ist die Aufnahme des Songs „Berlin“ von Ideal in gewisser Weise auch ein Zeitdokument. Die nächste Dauerschleife, an die ich mich bewusst erinnern kann, erwartete mich 1999. Danach wurden die Abstände kürzer.

Media Monday # 485 : What U need – oder – Der Startschuss ist gefallen,

nämlich zum Horrorctober (bei dem ich dieses Jahr zum zweiten Mal dabei bin) – herauszufinden, dass sich in unserer Sammlung so viele Horrorfilme befinden, war eine echte Überraschung für mich. Eine Überraschung für mich war auch, dass unsere Stadtbibliothek „Donnie Darko“ unter Horror einsortiert hat.

Keine Überraschung dagegen ist die Vorfreude auf den Media Monday, dessen sieben Lücktentexte stets aufs neue eine sonntägliche Herausforderung sind. Möge es noch lange so weitergehen – und nach 15 weiteren Ausgaben ist dann das 500. Jubiläum erreicht.

Media Monday # 485

1. Horrorfilme gehören für viele im Oktober einfach dazu, für mich auch Klassiker wie „Die Vögel“ vom Meister der Spannung höchstselbst. Manchmal sind aber auch die Grenzen zwischen den Genres fließend.

2. Manches Filmende lässt mich ja wirklich gruseln, denn wenn es keinen Ausweg mehr gibt und es vor dem Horror kein Entkommen, wie zum Beispiel in „Die Vögel“, dann läuft es mir eiskalt den Rücken hinunter. Es gibt sicherlich noch andere Twists, die mindestens genau so furchterregend sind, aber mir fallen gerade keine ein.

3. Übertriebener Splatter ist nichts für mich, außer das Thema wird parodiert.

4. SAW ist schon wirklich harter Tobak, weil den Delinquenten oft nur die Wahl zwischen Pest und Cholera bleibt – gerichtet von einem selbstgerechten ***, dem ich im Dunkeln nicht begegnen möchte.

5. Jetzt, wo wieder ein ganzer Haufen Kinostarts nach hinten verschoben worden ist, wundert mich so langsam nichts mehr.

6. Schön/schade, dass wir nun tatsächlich aufs Jahresende zusteuern: Schön, weil auch diese Jahreszeit ihren Reiz hat – schade, dass es immer so früh dunkel wird und das Wetter mich auch nicht immer zu Freudensprüngen animiert. Im Freien finde ich es oft doch angenehmer als in geschlossenen Räumen.

7. Zuletzt habe ich das Spielchen „such meinen Song“ gespielt, und das war ein bemerkenswertes Erlebnis, weil ich es nicht nur faszinierend finde, wie die Macher dieses Mash-Ups es geschafft haben, fünfzig Songs von 1985 in einen Film von dreieinhalb Minuten Länge zu packen, sondern auch fast das ganze Alphabet vertreten ist – von Aretha Franklin bis Yello; kleine Korrektur am Rande – außer dem Z fehlen auch das Q, das X und das U.

Quelle -https://www.youtube.com/watch?v=Le6RTavyuxI

„Meinen“ Song habe ich übrigens relativ schnell gefunden, und das war genau das, was ich gebraucht habe.

ABC -Etüden – Wochen 41 & 42 : Aus dem Tagebuch von Irina Pawlowna

Geocaching ist bestimmt spannend. Ausprobiert habe ich es jedoch noch nicht, aber auf dem Mond war ich auch noch nie.

Die Wortspende von Werner Kastens für Christianes aktuelle Etüde – Landvermesser – undankbar – aussetzen – hat mich über ganz andere Möglichkeiten nachdenken lassen.

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Aus dem Tagebuch von Irina Pawlowna

Bald geht es los mit unserem Programm. Mit dem Mare Ingenii fangen wir an, und wir sind so vieles. Landvermesser, Kartografen, Geologen, Logistiker, Sammler, Weltraumreiniger…

Mit Emma und Dean haben wir zwei besonders engagierte Geologen dabei, die voll auf ihre Aufgabe fokussiert sind, dass sie von dem Rest von uns dasselbe erwarten.

Ich will ja nicht undankbar sein, aber wir arbeiten, um zu leben, und etwas Unterhaltung hat noch keinem geschadet. Da ist mein Tape von Pink Floyd mit „The dark side of the moon“ für den Moment, wenn wir die Sonden auf der von der Erde abgewandten Seite aussetzen, doch die perfekte Wahl, oder etwa nicht?

Bald nähern wir uns der dunklen Seite des Mondes – ich bin schon sehr gespannt, ob alles so wird, wie wir es geplant haben.

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131 Wörter für den etwas anderen Weltraumspaziergang. Ich hätte nicht übel Lust, mehrere Etüden und andere Texte miteinander zu verknüpfen.

Mein Kinojahr 2020 : Der Horrorctober – 1/2

Bei dieser Aktion war ich letztes Jahr mit einer breit gefächerten Auswahl dabei – von Komödie über Tierhorror bis hin zum Geisterschiff. Dieses Jahr besteht meine Liste, bis auf zwei, aus 14 Filmen, die sich schon länger in meinem DVD-Regal befinden.

Aus dem September ist noch eine Leih-DVD übrig geblieben – ein Film, den man auch dem Science-Fiction-Genre zuordnen kann; dem Genre, dem ich im September den Vorzug gegeben hatte. Wegen des nahenden Abgabetermins habe ich ihn mir als erstes angesehen, und rein zufällig ist er auch der erste im Alphabet.

Und weil es sonst wieder einmal zu lang würde und ich nicht bis zum Ende des Monats warten möchte, splitte ich auch dieses Jahr meinen Beitrag in zwei Teile zu je sieben Filmen.

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+ Alien + Behind the mask + Carrie + DellaMorte DellAmore + Der Unsichtbare + Die Addams Family in verrückter Tradition + Die Vögel +

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(Teil 2 folgt demnächst)

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Alien (1979): Der von Ridley Scott inszenierte Horrortrip im Weltall schlechthin. Der Raumfrachter Nostromo folgt einem vermeintlichen Notsignal und birgt auf einem fremden Planeten ein Ei, in dem etwas heranwächst. An Bord der Nostromo wird das außerirdische Wesen zur Bedrohung, und es beginnt eine nervenaufreibende Suche nach dem entkommenen Parasiten und ein erbitterter Kampf auf Leben und Tod. Die von H.R. Giger geschaffenen Kulissen sind legendär, und für Sigourney Weaver war es der Durchbruch in ihrer Filmkarriere.

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Behind the mask (2006): Die Corona-Maske ist mit dem Titel zu diesem Spektakel nicht gemeint, sondern die Maske des sympathischen jungen Mannes, hinter der sich ein Serienmörder verbirgt. Leslie Vernon lebt ein wenig zurückgezogen, pflegt ein gutes Verhältnis zu seinem Nachbarn, dem „im Ruhestand befindlichen“ Mörder Eugene und dessen Frau und eifert seinen großen Vorbildern Jason Vorhees, Michael Myers und Freddie Krueger nach – so sehr, dass er drei Studenten beauftragt, ihn mit der Kamera bei den Vorbereitungen für seinen großen Tag zu begleiten, an dem er eine eigens ausgesuchte Gruppe Teenager ins Jenseits befördern möchte. Alles läuft bestens, bis die drei Journalisten in spe merken, dass sie bei dem grausamen Spiel plötzlich nicht mehr nur dabei sind, sondern mittendrin. Makabres, im Stil einer Fake-Dokumention gedrehtes Spektakel mit Robert Englund als Psychiater. Ich fand den Streifen mit seinem trockenen Humor sehr unterhaltsam.

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Carrie (2013): Neuverfilmung des Klassikers von 1974, mit Julianne Moore als religiöse Fanatikerin, die ihre Tochter Carrie weltfremd erzieht und unterdrückt. Als das in der Schule gemobbte und verschüchterte Mädchen ihre telekinetischen Fähigkeiten entdeckt und sie auf dem Abschlussball eine weitere Demütigung erleiden muss, startet Carrie einen blutigen Rachefeldzug mit tödlichem Ausgang. Viel neues gab es in diesem Remake nicht, denn die angebliche Neuinterpretation ist ein Aufguss im Verhältnis 1:1, nur ohne die Ausdruckskraft von Sissy Spacek, die die Carrie in der Originalversion äußerst beeindruckend gespielt hat.

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DellaMorte DellAmore (1994): Andere Titel „Cemetary Man“ oder „Zombie Graveyard“ – da weiß man, was man hat. Wohnt man am Friedhof, hat man die ruhigsten Nachbarn der Welt, außer sie kommen nach einer Woche als Zombies aus ihren Gräbern. Dann muss der Totengräber Francesco DellaMorte (Rupert Everett) sie erschießen. Dessen ansonsten ereignisarmes Leben ändert sich, als er mit einer jungen Witwe eine Affäre anfängt, die beiden sich aber dummerweise als Ort für ihr amouröses Beisammensein das Grab ihres verstorbenen Mannes aussuchen. Der erscheint als Zombie, und der Liebsten bleibt vor Schreck das Herz stehen. Als auch sie nach sieben Tagen wiederkehrt, tötet Francesco den Zombie, muss dann aber leider feststellen, dass diese in jener Nacht nur scheintot bei ihrer Rückkehr quicklebendig war. Man hätte aus diesem B-Movie auch einen Kurzfilm machen können. Statt dessen war für mich die Story nach 45 Minuten auserzählt, während die restlichen 47 Minuten aus einer Aneinanderreihung sinnloser Szenen und Dialoge bestanden, so dass ich das Werk lieber „Friedhof der Bekloppten“ genannt hätte.

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Der Unsichtbare (2020): Remake eines Films von 1933 und Adaption eines Romans von H.G.Wells. Regie führte der Drehbuchautor von „SAW“. Cecilia ist vor ihrem gewalttätigen Freund untergetaucht. Nachdem dieser sich umgebracht und ihr sein Vermögen hinterlassen hat, beginnt der Terror, und Cecilia beginnt sich zu fragen, ob ihr Ex wirklich tot ist und wie sie beweisen kann, dass sie von einem Unsichtbaren verfolgt wird, der es nicht nur auf sie, sondern auf die Menschen abgesehen hat, die ihr nahestehen. Den Film wollte ich dieses Jahr im Kino sehen, kam aber wegen Corona nicht mehr dazu. Als die DVD in den Handel kam, habe ich sofort zugegriffen. Für einen Fernseh- bzw. DVD-Abend eine gute Wahl, aber im Kino hätte mir wahrscheinlich die perfekt abgestimmte Musik die Haare zu Berge stehen lassen – die machte für mich einen großen Teil des Grusels aus. Und eins weiß ich jetzt ganz sicher: Feuerlöscher retten Leben.

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Die Addams Family in verrückter Tradition (1993): Wenn die lieben Kinderlein den Nachwuchs loswerden wollen und die Eltern damit überfordern, engagieren diese ein Kindermädchen – in diesem Fall ist die durchtriebene Debbie (Joan Cusack) jedoch eine ohne Erfolg gesuchte Serienmörderin, die es auf reiche Junggesellen abgesehen hat, um diese nach der Hochzeitsnacht zu töten. Jetzt ist sie hinter Onkel Fester her, doch Töchterchen Wednesday (Christina Ricci) kommt der „Schwarzen Witwe“ schon bald auf die Schliche. Blöd für Debbie, die prompt die Eltern Gomez (Raul Julia) und Morticia Addams (Anjelica Huston) dazu überredet, die Kinder in ein Sommercamp für privilegierte Jugendliche zu schicken, um freie Bahn zu haben. Ihr Plan, den frischgebackenen Ehemann umgehend zu beseitigen, hat nur einen Haken: die Kinder, die zunächst jedoch erst mal das Feriencamp ordentlich aufmischen. Morbide und liebenswerte Komödie mit Cynthia Nixon (Sex and the City) und Tony Shalhoub (Monk) in winzigen Nebenrollen mit meinem persönlichen Highlight: Wednesday, wie sie im Feriencamp zarte Bande mit einem der Außenseiter knüpft und als Pocahontas dem Theaterstück eine bitterböse und ungeplante Wendung gibt.

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Die Vögel (1963): Tierhorror vom Meister der Spannung, Sir Alfred Hitchcock. Wenn unsere sonst so friedlichen gefiederten Freunde sich zusammenscharen und zum Angriff übergehen, dann ist das Ende nah. Krähen, Möwen, selbst harmlose Spatzen werden zum Schrecken, dem man nicht entkommen kann, denn sie sind überall und terrorisieren nicht nur den beschaulichen Küstenort Bodega Bay, sondern auch Santa Rosa und… Spinnt man den Gedanken weiter und zieht man in Betracht, dass die Zahl dieser geflügelten Spezies weltweit die der Menschen übertrifft, könnte man nach dem apokalyptischen Bild der letzten Szene leicht auf den Gedanken kommen, dass es nirgendwo mehr sicher sein wird – auch nicht in San Francisco. Legendär ist für mich die Szene, in der Melanie Daniels (Tippi Hedren) auf das Ende der Schulstunde wartet und sich auf dem Gerüst hinter ihr eine Krähe nach der anderen einfindet, in nahezu vollkommener Stille. Schauder!

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Das waren die ersten sieben – die nächsten sieben folgen demnächst; eigentlich wollte ich die Beschreibungen so knapp wie möglich halten, aber das war gar nicht so einfach. Dennoch halte ich es, wie bereits am 30. September angekündigt: Beim Horrorctober schalte ich einen Gang zurück. Übrigens habe ich die Filme nicht nur in alphabetischer Reihenfolge sortiert, sondern mir auch genau nach ihr angeschaut.

# Writing Friday 2020 – Oktober, 41. Woche : Buchvorstellung oder das ganz reale Grauen

Beim #Writing Friday auf dem Blog von elizzy geht es diesmal um gruselige Themen; wir nähern uns Halloween. Auch mit der passenden Lektüre? Denn die Aufgabe, die ich mir als nächstes ausgesucht habe, lautet:

Stelle uns ein Buch vor, das dich das Grauen gelehrt hat

Ich schicke eine Warnung vorweg, denn in jenem Buch geht es um keine erfundenen Schauermärchen, sondern um tatsächliche Ereignisse in einer Zeit des Schreckens, die oft auf zwölf Jahre deutscher Geschichte verkürzt wird, und die sich nie mehr wiederholen sollte.

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Woche 41 : Das ganz reale Grauen

Als Kind habe ich Gespenstergeschichten geliebt. Es gab nichts schöneres, als abends im kuscheligen Bett zu liegen, neben sich eine Tasse Kakao zu haben und eine wirklich gruselige Geschichte zu lesen, während draußen der Wind ums Haus heult. Doch alle erfundenen Gräuel sind nichts gegen das ganz reale Grauen.

Und dieses schildert Eugen Kogon, als Überlebender des Konzentrationslagers Buchenwald in seinem 1946 erschienenen Werk „Der SS-Staat – Das System der deutschen Konzentrationslager“ dermaßen eindringlich und beschreibt und analysiert das gesamte dahinterstehende System und dessen Vorgeschichte so ausführlich, dass ich beim Lesen inständig gebetet habe, dass wir und nachfolgende Generationen so etwas nicht noch einmal erleben müssen.

In seinem Vorwort schreibt er unter anderem: „Die deutschen Konzentrationslager waren eine Welt für sich, ein Staat für sich – eine Ordnung ohne Recht, in die der Mensch geworfen wurde, der nun mit all seinen Tugenden und Lastern – mehr Lastern als Tugenden – um die nackte Existenz und das bloße Überdauern kämpfte. Gegen die SS allein? Beileibe nicht; genauso, ja noch mehr gegen seine eigenen Mitgefangenen!“ (Quelle – https://de.wikipedia.org/wiki/Der_SS-Staat).

Das Grauen nahm bei mir vollends Gestalt an, als ich auf „Spurensuche Bremen“ auf eine Landkarte stieß, auf der es vor Punkten nur so wimmelt: Punkte, die solche Lager, Zuchthäuser und Gefängnisse symbolisieren und zeigen, wie sehr das Deutsche Reich mit ihnen geradezu übersät war – und das nur innerhalb seiner Grenzen.

Ähnliches findet sich auch auf der Internetpräsenz des Stiftung Deutsches Historisches Museum, Unter den Linden 2, 10117 Berlin, und Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland, Willy-Brandt-Allee 14, 53113 Bonn – Quellenangaben folgen diesem Beitrag, den ich am 3. Oktober 2010, dem Tag der Deutschen Einheit verfasst habe.

Unsere alte, gebundene Ausgabe aus der Büchergilde Gutenberg habe ich gerade nicht zur Hand, weiß aber, dass das Buch mehrmals neu aufgelegt wurde; eines der im Handel erhältlichen Exemplare aus dem Jahr 2000 hat ca. 400 Seiten und ist unter der ISBN-10 : 3898361071 oder ISBN-13 : 978-3898361071 beim Komet-Verlag erschienen.

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geschrieben am 3. Oktober 2020, dem Tag der Deutschen Einheit. Quellenangaben: https://www.spurensuche-bremen.de/wp-content/uploads/2010/11/Olympia-19361.pdf +++ https://www.spurensuche-bremen.de/wp-content/uploads/2010/11/kz-karte-1.jpg +++ https://www.dhm.de/lemo/kapitel/ns-regime/ausgrenzung-und-verfolgung/konzentrationslager.html

Die Schreibthemen im Oktober sind:

1) Stelle uns ein Buch vor, das dich das Grauen gelernt hat. +++ 2) Graf Dracula kriegt Besuch von Frankenstein, berichte davon. Welche Pläne schmieden sie? Worüber diskutieren sie? +++ 3) Schreibe eine Geschichte und flechte darin folgende Wörter mit ein: Blut, Mordpläne, Spinnenweben, schaurig, Schock +++ 4) Schreibe eine Geschichte, die mit dem Satz “Er zog genüsslich das Messer aus ihrer Brust, wischte es ab und…” beginnt. +++ 5) Jo ist frisch in ein neues Haus gezogen. Was sie nicht weiss; In diesem Haus lebte einmal ein Serienmörder. Beim Einzug, wird ihr aber schnell klar, hier stimmt etwas nicht. Als sie dann zum ersten Mal den Keller betritt… (Schmücke die Geschichte aus und schreibe weiter)

Und hier sind die Regeln dazu: Jeden Freitag wird veröffentlicht. +++ Wählt aus einem der vorgegebenen Schreibthemen. +++ Schreibt eine Geschichte/ein Gedicht/ein paar Zeilen – egal, Hauptsache ihr übt euer kreatives Schreiben. +++ Vergesst nicht, den Hashtag #Writing Friday und den Header zu verwenden, schaut unbedingt bei euren Schreibkameraden vorbei und lest euch die Geschichten durch. +++ Habt Spaß und versucht, voneinander zu lernen.