Media Monday # 437 : Wenn man nach dem Äußeren urteilt…

 

kann man nur enttäuscht werden, oder? In der Regel werfe ich einen Blick auf die DVD-Hülle und entscheide anhand der Beschreibung, worum es in dem Film geht, ob ich die Scheibe mitnehme oder nicht. Ab und zu habe ich mit dieser Methode gründlich daneben gegriffen, aber nicht diesmal. So etwas packendes und dann auch noch toll gefilmtes wie „The Walk“ von Robert Zemeckis aus dem Jahr 2015 habe ich schon lange nicht mehr gesehen – dieses Werk toppt noch meine Horrorfilmliste aus dem Oktober. Aber mehr darüber gibt es demnächst – jetzt steht erst mal der Media Monday vor der Tür. Mein persönliches Highlight eines jeden Sonntags – und heute wieder bereit für das Startsignal um 18 Uhr.

Media Monday # 437

1. Film-Genres gibt es wie Sand am Meer. Was aber meine persönliche Erwartungshaltung bezüglich einer bestimmten Art Film angeht sind das jetzt zur Abwechslung mal Konzertfilme und Live-Übertragungen von Opern- und Ballettinszenierungen, da ich so zum einen auf eine brilliante Ton- und Bildqualität setze und zum anderen ich mich über die Tatsache freuen kann, dass die Eintrittspreise erschwinglich sind, es kein Gedränge gibt und ich die Darsteller auf der Bühne nicht als klitzekleine Männchen sehe.

2. Was ich dieses Jahr definitiv viel zu selten getan habe ist das Nähen von Kleidung und das Mähen unseres Rasens.

3. Mitunter meistgesehener Film müsste bei mir „Der Club der Teufelinnen“, dicht gefolgt von „Der Teufel trägt Prada“ sein, denn die Schauspielerinnen Meryl Streep, Diane Keaton, Goldie Hawn und Bette Midler finde ich hier einfach klasse – außerdem bin ich selbst jetzt bald in dem Alter der von ihnen porträtierten Damen.

4. Warum hat mir eigentlich niemand früher gesagt, wie großartig es ist, Kilometer um Kilometer zu Fuß zurückzulegen – mit der richtigen Musik im Ohr war das dieses Jahr mein persönliches Highlight im Urlaub.

5. Manchmal träume ich ja schon davon, einmal Japan zu besuchen, denn gerade im Herbst oder im Frühjahr muss die Landschaft dort fantastisch sein.

6. Fernab derzeit gehypter Werke habe ich jüngst still und heimlich beim Horrorctober einen Low-Budget-Film für mich entdeckt und war begeistert darüber, wie man maximale Spannung mit minimalem technischen Aufwand erzeugen kann.

7. Zuletzt habe ich das Drama „Utøya 22. Juli“ gesehen, und das war genau so, wie der Regisseur in dem Vorwort sagte, man könne den Film nicht genießen, sondern ihn sich nur ansehen , weil er das Attentat auf ein Jugendcamp auf der gleichnamigen Insel zum Thema hat. Beklemmend wird die auf realen Erfahrungsberichten basierende fiktive Geschichte nicht nur dadurch, dass sie aus der Sicht eines der Opfer erzählt, sondern in einer einzelnen Einstellung gefilmt wurde. Das Grauen manifestiert sich hier eher weniger in den blutüberströmten Opfern, sondern in den Schüssen, die man hört, aber nicht erkennen kann, woher sie kommen und wieviele Personen sie abgeben. Am schlimmsten ist die Ungewissheit, die in Todesangst mündet, und die wirkt bei mir jetzt noch nach.

Wenn Dir alle sagen, dass sie den November furchtbar finden,

 

dann ist es Zeit für Dich, ihn Dir zu verschönern. Wie sagte ich noch neulich zu meiner Schwester? „Wenn der Monat schon sch**** ist, dann soll wenigstens das Kalenderbild was hermachen.“ Warum auf dieser Stufe stehenbleiben? Klar, es wird deutlich früher dunkel als sonst, aber auch das geht vorüber. Außerdem hätte ich nie gedacht, dass dieser Monat so viele Konzert- und Kinobesuche für mich bereit hält, wie schon lange nicht mehr.

Den Anfang hat das Konzert der irischen Band „Walking on Cars“ am Sonntag, den 3. November gemacht; ich habe zwar nur die Hälfte davon mitbekommen, aber die war dafür richtig gut, und die Band spielte die Lieder, die mir von ihrem Album „Colours“ am besten gefallen.

Noch ein Konzert erwartet mich am Sonntag, den 24. November, aber diesmal habe ich einen Sitzplatz und laufe nicht Gefahr, in der Masse eng zusammenstehender Besucher erdrückt zu werden. Bruce Guthro, der ehemalige Sänger der schottischen Folk-Rock-Band Runrig, die sich letztes Jahr aufgelöst hat, kommt im Rahmen seiner Celtic-Christmas-Tournee in die Jahrhunderthalle in Höchst. Auf das Programm, laut Ankündigung eine „Mischung aus Songs seiner kanadischen Heimat, Irischen Klassikern und einer Reihe berühmter englischer Weihnachtslieder“ besteht, bin ich schon sehr gespannt (Quelle: https://www.adticket.de/images/event/b/xbruce_guthro_2019.jpg.pagespeed.ic.5HFBTJiXVO.jpg).

 

Außerdem muss ich feststellen, dass immer mehr Kinos versuchen, mit sogenannten Events zu punkten. Schon letztes Jahr hatte das Kinopolis im Main-Taunus-Zentrum mit bestimmten Sondervorstellungen mit dem Schwerpunkt auf Klassik und Ballett geworben – dieses Jahr hat das Cinéma in Frankfurt am Main eine ähnliche Idee gehabt. In der Reihe „Royal Opera House“ werden zu bestimmten Terminen Opern- und Ballettinszenierungen live aus dem Londoner Royal Opera House direkt in den größten Saal des Kinos übertragen, und ich habe dann auch sofort Tickets für die Oper „Fidelio“ als Geschenk für meine beste Freundin erworben. Leider ist die Aufführung erst im nächsten März, aber manchmal muss man schnell sein und darf nicht lange überlegen.

Zugreifen, bevor alles weg ist, war dann auch meine Devise für den Film „SPIRITS in the Forest“, gedreht von Anton Corbijn, der am 21. und 24. November im Cinemaxx gezeigt wird, jeweils in zwei Vorstellungen an einem Abend: Depeche Mode 2017/2018 live in Concert, und zwar zum Abschluss ihrer „Global Spirits“-Tour auf der Berliner Waldbühne – ergänzt um zusätzliches Filmmaterial. Da von Anton Corbijn auch das Musikporträt „Control“ über die Band Joy Division stammt, kann ich mir vorstellen, dass „SPIRITS“ keine Enttäuschung werden wird, was vermutlich all jene auch denken, die dafür gesorgt haben, dass 20-Uhr-Vorstellung bereits so gut wie ausgebucht ist. Übrigens hatte ich erst einmal die Chance, die Band live zu sehen. Das war in den Neunziger Jahren, und danach gab es entweder keine Tickets mehr oder sie waren zu teuer. Vielleicht ist ein Konzert im Kino zu erleben, nicht dasselbe, aber dafür habe ich kein Gedränge, dessen ich mich erwehren muss (Quelle: https://cdn.cinemaxx.de/-/media/images/cinemaxx/cinemaxxposter/26631-100901577cxxposter1-posterjpg.jpg)      

 

Das gleiche gilt für ein Special-Event, das mich als Fan ganz besonders freut. Mehr Achtziger Jahre geht nicht? Irrtum: Wir liefen die Neunziger gleich mit, denn der bereits auf DVD veröffentlichte Mitschnitt des INXS-Konzerts vom 13. Juli 1991 im Londoner Wembleystadion ist jetzt nochmal extra für eine einzige Kinovorstellung am 27.11.2019 restauriert worden, dafür dann aber gleich quer durch die ganze Republik und rund um die ganze Welt (ab dem 14. November in Australien und Neuseeland, ab dem 9. Dezember in Nord- und Südamerika und ab dem 27. November international / Bildquelle: https://trailer.kinopolis.de/assets/4b5cde32/lblonesheetcineventsde.jpg)

Wow! Was für ein Aufwand für einen einzigen Abend. Ich habe zwar keine Ahnung, was „4K“ bedeutet, aber wenn die Bild- und Tonqualität wirklich so brilliant sind, wie das Kinopolis auf seiner Homepage damit wirbt, dann kann ich mich auf ein „very special concert event“ freuen. Da ich die Band nie live gesehen habe, wäre das für mich dann eine Verbesserung gegenüber der Option „DVD“, denn gegen eine riesige Kinoleinwand kommt mein Fernsehbildschirm oder Laptopmonitor  dann doch nicht an, und die Boxen kann ich zu Hause auch nicht so aufdrehen, wie ich gerne möchte. Ich bin mal gespannt, wie viele Besucher sich außer mir noch einfinden werden; bis jetzt sind jedenfalls noch nicht viele Reservierungen eingegangen.

Und ich Dussel habe im Sommer noch gedacht, mit der Filmdoku von Richard Lowenstein über den Sänger der Band wäre es das schon gewesen. Wie man sich irren kann…

 

Das Werk zum Wort 45/52 : Gangster

 

 

Willkommen zur 45. Woche des Projekts Das Werk zum Wort“ von Stepnwolf:

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Ein Jahr lang jede Woche ein Wort. Dazu ein passendes Werk. Musikalisch, filmisch, literarisch. Alles geht. Alles darf. Solange sich das Werk dem Wort widmet. Und einige Worte zum Werk entstehen. Mitmachen darf jeder. Eine Woche lang. Bis zum nächsten Wort. Einfach in den Kommentaren euer Werk zum Wort verlinken. Und hier jede Woche das nächste Wort erwarten.“

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Wie definiert man einen

Gangster ?

 

Im Deutschen kann ein Gangster sowohl ein Einzeltäter als auch Teil einer Bande sein. Mein musikalischer Beitrag stammt nicht aus dem Rappermilieu und hat auch nicht die tragische Geschichte von Bonnie und Clyde zum Thema, sondern dreht sich um einen Bankräuber. Und weil der November für meinen Geschmack eine Prise Humor vertragen kann, gibt es heute von mir ein Video zu dem Lied „Banküberfall“ von der Ersten Allgemeinen Verunsicherung

 

 

denn schließlich ist das Böse immer und überall (Quelle: https://www.youtube.com/watch?v=rXUlmP5MvnE).

 

 

Das nächste Wort: Haus

 

22 Wochen, 1 Objekt: Woche #15 – Ertappt!

Wir haben die 15. Woche des Fotoprojekts „22 Wochen – 1 Objekt“ (siehe unten) von aequitasetveritas und wortman wenn man das Licht anmacht, wirkt die vorher noch so gruselige Gestalt gar nicht mehr so gruselig: In diesem Fall war der Übeltäter eine Plüschfledermaus, die bei Licht besehen, ganz harmlos wirkt. Vor Jahren hat mal jemand auf einer inzwischen nicht mehr existierenden Verbraucherplattform über die Fledermaus Kryp geschrieben: „Was kann Kryp? Kryp kann gar nichts.“ Doch, würde ich heute antworten – Kryp kann sehr gut jemanden erschrecken oder die gruselige Figur auf einem manipulierten Foto abgeben.

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Und nun – zum Schluss – genaueres zu dem Projekt:

Worum geht es bei diesem Projekt?
Ein von euch ausgesuchtes Objekt wird 22 Wochen lang in den unterschiedlichsten Kontexten fotografisch in Szene gesetzt – eurem Ideenreichtum sind hier keine Grenzen gesetzt: euer Handy oder das Haustier, der Schreibtisch im Büro, euer Lieblingsbaum, ein Spielzeug aus der Kindheit. Was, wie, wo etc. ist jedem freigestellt.

Zeitplan?
Das Projekt startete am 4. August mit der Präsentation eures Objektes und endet am letzten Sonntag bzw. in der letzten Woche des Jahres (29. Dezember bzw. KW01). Ihr habt jeweils eine Woche Zeit, euch eine Idee für euer Objekt einfallen zu lassen und es mit dem Handy oder der Kamera „einzufangen“; ihr müsst also nicht gleich am jeweiligen Sonntag einen Beitrag online stellen. Voraus planen dürft ihr natürlich auch. ? Falls ihr heute erst zu uns stoßt: Herzlich willkommen! Und falls euch mal nichts einfällt: auch kein Problem. Es soll ja Spaß machen!

# Writing Friday – November, 45. Woche : Das Praktikum

 

Das Projekt „Writing Friday“ habe ich bei elizzy entdeckt – und darum geht es:

Jeden Freitag wird veröffentlicht. +++ Wählt aus einem der vorgegebenen Schreibthemen. +++ Schreibt eine Geschichte / ein Gedicht / ein paar Zeilen – egal, Hauptsache ihr übt euer kreatives Schreiben. +++ Vergesst nicht, den Hashtag #Writing Friday und den Header zu verwenden, schaut unbedingt bei euren Schreibkameraden vorbei und lest euch die Geschichten durch. +++ Habt Spaß und versucht, voneinander zu lernen.

 

Dies sind die Schreibthemen für den November

1) Schreibe eine Geschichte, die mit dem Satz: “Jonathan war noch nie in seinem Leben so glücklich wie gerade in diesem Moment. Endlich … ” beginnt. +++ 2) Es ist Zeit für den Winterschlaf – Bruno der Bär berichtet von seinen Vorbereitungen. Gib Bruno einen einmaligen Charakter und sei kreativ! +++ 3) Dein Lesesessel startet eine Demo – wofür protestiert er? Berichte davon. +++ 4) Schreibe eine Geschichte und flechte darin folgende Wörter ein: Wind, Comicbuch, klein, Avocado, Eule +++ 5) Welches ist dein Lieblingsgenre? Wieso ist das so? Und was magst du daran?

 

Jonathans Geschichte gab’s in der letzten Woche – heute ist der Text mit den fünf eingeflochtenen Wörtern dran. Ein umgearbeitetes Manuskript von 2018, das eigentlich für einen anderen Zweck vorgesehen war, aber nicht zur Veröffentlichung.

 

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Das Praktikum

Im Studio, drei Türen von unserem entfernt, versuchen sie seit Tagen, ein Musikvideo zu drehen, was sich aber als schwieriges Unterfangen entpuppt: eine kleine, noch nicht bekannte Band will dieses Video über unseren Regionalsender ausstrahlen, anstatt es bei Youtube zu versuchen. Ab und zu bekomme ich einen kurzen Einblick in die Serie ihrer Pleiten und Pannen, und jedes Mal geht irgend etwas anderes schief. Entweder fällt der Strom aus oder es klappt nicht mit dem Zusammenspiel. Als Produzent wäre ich schon längst verzweifelt.

Verzweiflung macht sich auch bei uns breit. Während nebenan die Musik zwischen ein paar zusammengewürfelten Schrottautos und Ölfässern spielt, soll in unserem makellos hergerichteten Studio eine Kochsendung entstehen, mit der Betonung auf „soll“, denn auch wir kommen kein Stück weiter. Kein Wunder, wenn der Meister nicht nur Perfektionist, sondern auch der größte Geizhals unter der Sonne ist. Aber mich darf man ja nicht fragen. Ich mache hier in dieser Klitsche ein schlechtbezahltes Praktikum und bin unterbezahltes Mädchen für alles, das den Caterer spielen darf und darauf achten muss, dass der Spaß nicht viel kostet. Ständig müssen wir etwas anderes wiederholen, weil unser Monsieur Chef de Cuisine, die alte Eule, sein künstlerisches Empfinden gestört sieht: Mal sind die Karotten nicht glänzend genug glasiert oder die Avocados zu weich. Würde der Meisterkoch nicht so einen Wind um seine Sendung machen, wären wir längst fertig. Je länger das dauert, desto hungriger werde ich. Kaffee wäre jetzt auch nicht schlecht. Weit laufen muss ich ja nicht, aber jetzt mal ehrlich: So hatte ich mir mein Praktikum nicht vorgestellt. Bei einer Produktion dabeizusein und den Kameraleuten oder den Technikern am Mischpult über die Schulter zu gucken, hätte mir bestimmt irre viel Spaß gemacht und wäre um einiges spannender gewesen.

Als ich dann mit dem Tablett zurückkomme, wird schwungvoll die Tür aufgerissen, und ein aufgebrachter Typ stürmt heraus. Ausweichen kann ich nicht mehr, und ich fühle mich wie in einem Comicbuch – mit Sprechblasen: Rrrrums, Schepper, Dengel, fliegt das Tablett mit den Bechern durch die Luft, und ich werde geduscht. Alles Gute kommt von oben? Ha Ha Ha: heute mit Kaffee. Heiß und in allen Variationen – dreimal Kaffee schwarz und je einmal Latte Macchiato und Café au Lait. Vorher war die Lieferung auf dem Tablett noch sortiert gewesen, aber jetzt… Die Brühe trieft aus meinen Haaren, und mein vormals weißes Shirt hat nun ein nasses Flecktarnmuster und klebt vor Zucker. Die Wespen haben ihren Spaß – hui, endlich jemand, auf den sie fliegen können. Ich eher weniger, denn das Zeug ist so heiß, dass ich vor Schmerz und Schreck jaule. Der Typ ist weg. Statt dessen naht Hilfe von anderer Seite. Eine Musikerin von der Band nebenan ordnet als Erste-Hilfe-Maßnahme für mich eine kalte Dusche an, bevor sich auf meinem ganzen Oberkörper Brandblasen bilden können. Langsam aber sicher mutiere ich zu einem Eiszapfen. Nach einer Weile kommt Caro, meine Retterin mit einem überdimensionalen Shirt zurück, ich schlüpfe hinein und freue mich, dass ich mich wieder halbwegs zivilisiert unter die Leute wagen kann.

Aber ich habe mich zu früh gefreut. Der Witzbold, der mir entgegen kommt, lässt einen dämlichen Spruch fallen: „High Voltage – uuuuuh! Ssssexy!“ Na toll, ich weiß selbst, wie ich mit dem AC/DC-Aufdruck auf der Brust aussehe. „Besser Starkstrom als überhaupt keine Spannung“, gebe ich prompt zurück und registriere, wie der Typ grinsend durch die Tür verschwindet. In dem Studio, wo sie das Musikvideo drehen. Kann man diesen Tag noch steigern? Die Antwort ist „Ja“, wenn dein Team unter Koffeinentzug leidet und hochgradig verstimmt ist. Daran ist aber nicht mein Malheur mit dem Kaffee schuld, sondern der Unbekannte, der das Auto meines Chefs beschädigt und sich dann aus dem Staub gemacht hat. Ich schätze, für heute hat der Job sich erledigt, und ich kann zum gemütlichen Teil des Tages übergehen.

I would walk five hundred miles“ – für einen Kaffee? Ich komme noch nicht mal hundert Meter weit, denn ich pralle mit Caro zusammen. Sie ist stinksauer, denn ihr Auto ist weg, und sie kann sich denken, wer es sich einfach genommen hat, ohne zu fragen. Ihre Schlüssel lagen ja gut sichtbar für alle im Studio, und der einzige, der fehlt, ist ihr Schlagzeuger. Ach, ihm habe ich meinen unfreiwilligen Outfitwechsel zu verdanken? Na warte – willkommen im Club derer, die noch ein Hühnchen mit ihm zu rupfen haben. Zieh Dich lieber schon mal warm an, denke ich, bis wir Dich finden, ist es nur eine Frage der Zeit, denn früher oder später kriegen wir Dich. Und wenn wir uns zu Fuß auf die Socken machen wollen, kann es später werden. Der Meinung ist auch Caro, und als sie zurückkommt, hat sie auch schon die zündende Idee, von der ich bezweifle, dass es sich dabei um einen gut durchdachten Plan handelt: Ihr Bruderherz weiß mit Sicherheit, wohin sich Josh verkrümelt hat, und da er der einzige ist, der jetzt mit ihm noch vernünftig reden kann, soll er ihn einsammeln, sofern Josh sich nicht bereits sämtliche Lichter ausgeschossen hat. Wenn wir uns beeilen, könnte es noch nicht zu spät sein. Wir. Ich höre immer „wir“; was zum… Ja, ich habe Caro richtig verstanden. Mit „wir“ meint sie nicht sich und meine Wenigkeit, sondern mich und Alex, weil sie nämlich keine zehn Pferde auf sein Motorrad bringen würden. Ach – aber mich etwa? Sehe ich so aus, als ob ich freiwillig bei jemandem mitfahre, den ich nicht kenne? Doch sie bittet mich so sehr, dass ich mich breitschlagen lasse und schließlich doch noch zu ihrer großen Erleichterung zustimme. Wer jetzt noch fehlt, ist Alex.

Surprise, surprise – der Preis ist heiß… Als er dann auftaucht, schlage ich mir innerlich mit der flachen Hand gegen die Stirn. Der Typ mit dem High-Voltage-Spruch von vorhin? Und bei dem soll ich auf dem Soziussitz mitfahren? Na, das kann ja was werden! Können wir bitte diesen Tag ganz aus dem Kalender streichen? Ich will nicht, aber leider habe ich Caro bereits versprochen, dass ich ihr helfe und ihren Bruder auf dem Motorrad begleite. Wenigstens hat er einen zweiten Helm dabei: Safety first. Das sind die Regeln. So geht das Spiel. Hoffen wir mal, dass hier nicht falsch gespielt wird.

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1025 Wörter – nicht zur Veröffentlichung bestimmt? Nun denn… offenes Ende oder nicht, ob’s weitergeht, weiß ich noch nicht.

Die 5 Besten am Donnerstag – Ergothek : Die besten männlichen Sidekicks in Serien

 

Diesmal werden bei den Besten am Donnerstag“ bei passionofarts die besten männlichen Sidekicks in Serien gesucht. Irgendwie habe ich leichte Schwierigkeiten mit dem Begriff „Sidekick“, den ich als Nebenrolle definiere. Dummerweise kenne ich zu wenige Serien, in denen Männer gemäß ihrer Rolle die zweite Geige spielen, denn meistens sind sie Teil eines Teams. Daher bin ich etwas weiter in die Vergangenheit zurück gegangen und bin u.a. in den 80er Jahren angekommen. Hier meine fünf Serien – die jüngste zuerst, und die älteste zuletzt…

 

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Lucifer (seit 2016)

Lucifers Partner beim LAPD ist weiblich und heißt Chloe Decker – als Sidekick scheidet sie aus. Aber diese Rolle füllt ihr Mann (Daniel Espinoza , dargestellt von Kevin Alejandro) aus, von dem sie getrennt lebt und der von Lucifer stets als Detective Arsch bezeichnet wird, was ich gar nicht verstehen kann, weil dieses Attribut zu ihm m.E. gar nicht passt. Da habe ich schon weitaus schlimmere gesehen (https://www.hypable.com/wp-content/uploads/2016/03/lucifer-dan-undercover.jpg):

 


 

Doctor Who (ab 2010)

Begleiteten den Doktor stehts Frauen bei seinen Abenteuern, trat 2010 zum ersten Mal ein Mann in das Universum der Companions ein: Krankenpfleger Rory Williams (Arthur Darvill), der über beide Ohren in Amy Pond verliebt ist und bei dessen Ausscheiden aus der Serie ich Rotz und Wasser geheult habe. In der packenden Serie „Broadchurch“ spielte Arthur Darvill einen Geistlichen (Quelle: http://i.imgur.com/RMCGB.jpg):

 


 

White Collar (ab 2009)

Im Fokus steht die Beziehung zwischen FBI-Agent Peter Burke und Trickbetrüger Neal Caffrey. Unterstützung bekommt Caffrey durch seinen ehemaligen Komplizen Mozzie (Teddie Winters, gespielt von Willie Garson), der eine Abneigung gegen die Polizei und eine Vorliebe für Verschwörungstheorien hat. In „Sex and the City“ war Willie Garson übrigens der „Best Buddy“ von Carrie Bradshaw (Quelle: https://66.media.tumblr.com/263233d81fcab0479f5e0613ec3d2afc/tumblr_n1o8e92k7J1skfzvwo1_400.gifv):

 


 

Star Trek – Deep Space Nine (ab 1993)

Auf der Raumstation hat Elim Garak (Andrew Robinson), Cardassianer mit obskurer Vergangenheit ein Schneideratelier. Die Cardassianer waren für mich immer die Bösen, aber den hier mochte ich seltsamerweise (Quelle: https://pbs.twimg.com/media/Dsc9AjHUcAA02WV.jpg):

 


 

Magnum (seit 1980)

Die Serie war der große Hit in unserer Schulklasse. Ich habe nur einen Teil der Folgen gesehen, aber für mich war Magnums Butler Higgins (John Hillerman) der heimliche Star, den viele wegen seiner Knuffigkeit unterschätzt haben, dessen voller Name Jonathan Quayle Higgins III lautete (Quelle: https://apps-cloud.n-tv.de/img/20125660-1510292411000/16-9/750/selleck-higgins.jpg):

 

 

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Serienmittwoch bei Corly – unsere liebsten männlichen Schauspieler 2019

 

Am ersten Mittwoch im November lautet die neue Frage bei Corlys Serienmittwoch: Welche männlichen Schauspieler mochtest Du dieses Jahr am liebsten? – Viele waren es nicht, aber fünf sind es geworden – ohne Wertung, aber in chronologischer Reihenfolge:

 

Mark Wahlberg

Einer der ersten Filme, die ich dieses Jahr im Kino gesehen habe, war die Komödie „Plötzlich Familie“ – hier war Mark Wahlberg mal in einer ganz anderen Rolle zu sehen als in der in dem packenden Drama „Deepwater Horizon“ (Quelle: https://www.foodsforbetterhealth.com/wp-content/uploads/2016/08/11252291_1624507441168289_1764232092_n-750×400.jpg)


 

Bradley Cooper

Im Sommer habe ich mir das Drama „Silver Linings“ mit Bradley Cooper und Jennifer Lawrence ausgeliehen und war von seiner Darstellung des manisch-depressiven Pat Solitano jr genauso fasziniert wie von seiner Rolle in „A star is born“ als Countrysänger, mit dessen Karriere es bergab geht (Quelle: http://media9.news.ch/news/680/273869-Bradley-Cooper.jpg)


 

Taron Egerton

Leider habe ich „Rocketman“ im Kino verpasst und konnte mir Anfang des letzten Monats als eine der Ersten den Film auf DVD ausleihen und war begeistert über die Darstellung Elton Johns durch Taron Egerton – den fand ich auch schon in „Eddie the Eagle – alles ist möglich“ toll (Quelle: https://www.indiewire.com/wp-content/uploads/2019/04/rocketman-teaser-trailer-2.png)


 

Allen Leech

Im Oktober habe ich aus Neugier beim „Horrorctober“ mitgemacht und „In Fear“ gesehen. Als Fan von „Downton Abbey“ war ich deshalb so richtig überrascht, als der Darsteller des netten Chauffeurs in dem Horrorfilm einen richtigen Psychopathen spielt (Quelle: https://i2.wp.com/www.heyuguys.com/images/2013/11/Screen-Shot-2013-11-12-at-12.07.02.png)


 

Sam Claflin

Den Abschluss bildet die Filmreihe „Die Tribute von Panem“, die ich in den letzten vier Tagen am Stück gesehehen habe. Eine der mir liebsten Nebenrollen ist die des Finnick Odair. Sam Claflin spielt in der dystopischen Filmreihe den Tribut aus Distrikt 4, der in der Rebellion gegen die Terrorherrschaft des Kapitols eine wichtige Rolle spielt. Er war auch der Hauptdarsteller in „Ein ganzes halbes Jahr“ (Quelle: https://www.telegraph.co.uk/content/dam/films/spark/my-cousin-rachel/sam-claflin-jennifer-lawrence-hunger-games.jpg)

Media Monday # 436 : Heute mal abends

 

 

Beim aktuellen Media Monday bin ich heute später dran, denn ich hatte gestern eine Karte für das Walking-on-Cars-Konzert in Frankfurt/Main. Beneiden muss man mich nicht darum, denn was ich dort erlebt habe, war alles andere als schön. Das lag aber nicht an der Band und der Vorgruppe, denn die waren wirklich top.

Media Monday # 436

1. Bevor bald schon wieder die Vorweihnachtszeit beginnt, fände ich es sinnvoll, wenn ich endlich mit dem lange schon überfälligen Ausmisten meines Kleiderschranks beginne. Da sind noch so viele Klamotten drin, für die in unserer Familie niemand mehr eine Verwendung hat. Bisher ist es nur bei der Planung geblieben..

2. Der ein oder andere Großeinkauf mit meinen gehorteten Sodexo-Schecks sollte ja wohl noch möglich sein, schließlich habe ich zur Zeit keine verfügbare Kantine, in der ich die Dinger bis Silvester 2019 ausgeben kann, sondern kann damit auch in Supermärkten und Restaurants bezahlen.

3. Ich mag mich täuschen, aber Geschichten über künstliche Intelligenz oder Back-Ups des eigenen Geistes die man in einen neuen Körper laden kann, so dass es praktisch so gut wie keinen Tod mehr gibt, fallen mir in der Stadtbücherei jedesmal in die Hände, wenn ich nach einem neuen Science-Fiction-Roman zum Ausleihen suche. Ach, hätte ich doch bloß die Finger von Cory Doctorows Roman „Backup“ gelassen.

4. Johnny Depp hat ihren/seinen Zenit ja auch spätestens mit dem x-ten Aufguss von „Fluch der Karibik“ überschritten gehabt, denn für mich gibt es nichts langweiligeres, als dieselbe Person in immer derselben Rolle zu erleben, bei der ich obendrein noch das Gefühl habe, dass sie nur noch eine Karikatur ihrer selbst ist.

5. Eine der denkwürdigsten Kinovorstellungen war für mich „Rain Man“, als in dem Kino damals der Film gerissen ist und sich nicht mehr reparieren ließ. Meine Schwester und ich haben uns als einzige Kinobesucher das Geld für die Karten wiedergeben lassen und haben uns den Film dann später woanders angeschaut. Aber das ist bereits Jahre her, und das Kino gibt es inzwischen auch nicht mehr. Jetzt befindet sich ein Drogeriemarkt in dem Gebäude. Wenn man mich aber nach meinem denkwürdigsten Kinobesuch in diesem Jahr fragt, wäre das mein Besuch des Filmfestivals „Down Under Berlin“, bei dem es nicht nur für mich zwei sehenswerte Filme gab, sondern auch noch ein von der australischen Botschaft gesponsertes Büffet mit Snacks und Wein (Mist. Jetzt bekomme ich Hunger und will den Film nochmal sehen. Leider ist beides gerade nicht verfügbar).

6. Reisen ist bei uns immer wieder Thema in geselliger Runde, denn für meine Freundin und mich ist es immer wieder faszinierend, uns über unsere Erlebnise in unterschiedlichen Ländern auszutauschen. Mich hat es ja bisher vorwiegend in europäische Regionen gezogen, während sie da wesentlich unternehmungslustiger ist. Ich glaube, bis auf Australien und die Antarktis gibt es keinen Kontinent, den sie noch nicht bereist hat.

7. Zuletzt habe ich das Walking-On-Cars-Konzert in der Frankfurter Batschkapp besucht, und das war leider doch nicht der gelungene Abend, den ich erwartet hatte, weil es dermaßen voll wurde, dass mir die Luft wegblieb und der Kreislauf in den Keller ging. Zum Sanitäter habe ich es dann noch mit Unterstützung eines netten Security-Angestellten geschafft, und so habe ich einen großen Teil des Konzertes dort zugebracht. Was ich dann aber noch vom Rest mitbekommen habe, hat mir sehr gut gefallen und ließ mich den ganzen Stress vergessen, aber ich bin dann trotzdem noch während des Zugabenteils gegangen, da ich nicht nochmal in so einen Pulk geraten wollte. Im Nachhinein kann ich immer noch nicht sagen, ob es an der schlechten Luft lag oder ob es bereits eine Panickattacke war.

Das Werk zum Wort 44/52 : Geist

 

 

Willkommen zur 44. Woche des ProjektsDas Werk zum Wort“ von Stepnwolf:

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Ein Jahr lang jede Woche ein Wort. Dazu ein passendes Werk. Musikalisch, filmisch, literarisch. Alles geht. Alles darf. Solange sich das Werk dem Wort widmet. Und einige Worte zum Werk entstehen. Mitmachen darf jeder. Eine Woche lang. Bis zum nächsten Wort. Einfach in den Kommentaren euer Werk zum Wort verlinken. Und hier jede Woche das nächste Wort erwarten.“

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Nun ist er vorbei, der Oktober, und mit ihm auch Halloween. Da passt

Geist

als aktuelles Wort ausgezeichnet. Echten Horror kann die Menschheit in Kate Bushs Lied „Experiment IV“ aus dem Jahr 1986 mit dem dazugehörigen Video (Quelle: https://www.youtube.com/watch?v=NTUcoR8_pyE) erleben. Wes Geistes Kind muss man sein, um so eine Soundcollage zu einer tödlichen Waffe zu entwickeln?

 

From the painful cries of mothers to a terrifying scream
We recorded it and put it into our machine

Natürlich muss dieses vom Militär durchgeführte Experiment gründlich schieflaufen.

They told us all they wanted
Was a sound that could kill someone from a distance
So we go ahead and the meters are over in the red
It’s a mistake in the making

 

 

Im Verlauf des Experiments verwandelt sich Kate Bush als engelsgleiche Frau in eine scheußliche Banshee – eine sagenhafte, irische Geistergestalt *).

Ob die von Nigel Kennedy erzeugten Violinenklänge tatsächlich auf den Geräuschen der Duschszene aus dem Hitchcock-Film „Psycho“ basieren, habe ich noch nicht herausgefunden.

Und wie die drei Vorgängerexperimente ausgesehen haben könnten, möchte ich mir lieber nicht vorstellen… Am Ende entkommt der Geist, und zurück bleibt ein einziges, riesiges Sperrgebiet – „and the public are warned to stay off!“ – den Geist, den sie riefen, werden sie nicht mehr los.

 

Das nächste Wort lautet Gangster.

 


*) Das gemeinfreie Bild, das ich zum Beitragsbild auserkoren habe, stammt aus dem Jahr 1825 und trägt den Titel „Bunworth Banshee, Fairy Legends and Traditions of the South of Ireland by Thomas Crofton Croker“  (Urheber W.H.Brooke – Quelle: https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/8/89/Banshee.jpg)

 

 

 

22 Wochen, 1 Objekt: Woche #14– Der Grusel, der von oben kam

 

Halloween ist gerade vergangen, da erlebt mein Objekt in der 14. Woche des Fotoprojekts „22 Wochen – 1 Objekt“ (siehe unten) von wortman und aequitasetveritas seinen gruseligen Moment. Wer kennt ihn nicht, den Jump Scare im Horrorfilm, wenn das Opfer ahnungslos das Zimmer betritt und hinter der Tür das Grauen bereits auf der Lauer liegt?

So ähnlich war es auch hier – der Schrecken hockt bereits auf der Tür und wartet darauf, zuzuschlagen – ganz im Stil des Stummfilmklassikers „Nosferatu“ von 1922, in körnigem Schwarz-Weiß und farbig coloriert.

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Und nun – zum Schluss – genaueres zu dem Projekt:

Worum geht es bei diesem Projekt?
Ein von euch ausgesuchtes Objekt wird 22 Wochen lang in den unterschiedlichsten Kontexten fotografisch in Szene gesetzt – eurem Ideenreichtum sind hier keine Grenzen gesetzt: euer Handy oder das Haustier, der Schreibtisch im Büro, euer Lieblingsbaum, ein Spielzeug aus der Kindheit. Was, wie, wo etc. ist jedem freigestellt.

Zeitplan?
Das Projekt startete am 4. August mit der Präsentation eures Objektes und endet am letzten Sonntag bzw. in der letzten Woche des Jahres (29. Dezember bzw. KW01). Ihr habt jeweils eine Woche Zeit, euch eine Idee für euer Objekt einfallen zu lassen und es mit dem Handy oder der Kamera „einzufangen“; ihr müsst also nicht gleich am jeweiligen Sonntag einen Beitrag online stellen. Voraus planen dürft ihr natürlich auch. ? Falls ihr heute erst zu uns stoßt: Herzlich willkommen! Und falls euch mal nichts einfällt: auch kein Problem. Es soll ja Spaß machen!