Die 5 Besten am Donnerstag : Wo die Liebe hinfällt

Wenn’s nach den anderen gegangen wäre, dann wäre aus einigen kein Paar geworden – darum ging es gestern bei den Besten am Donnerstag, die ich glatt verpasst habe. Irgendwie ist seit Ostern mein Zeitgefühl aus dem Takt, deshalb gibt es meine Auswahl von „Paaren, die keine sein dürften“, mit Verspätung…

Harold & Maude

In der gleichnamigen schwarzen Komödie von 1971 werden aus der 79jährigen Exzentrikerin Maude und dem 20jährigen Harold, der sich für Friedhöfe und Beerdigungen interessiert und Scheinselbstmorde inszeniert, ein Paar.

Tony & Maria

Romeo und Julia als Tanzfilm der Moderne – ein Klassiker, denn in „West Side Story“ stehen beide auf einander entgegengesetzten Seiten. Er als Gründungsmitglied der Jets, einer weißen Gang – sie als Schwester von Bernardo, dem Anfüher der Sharks, einer puertoricanischen Bande. Da kann sich jeder denken, welchen Lauf das Drama nimmt.

Jess & Joe

In „Kick it like Beckham“ erwischt es Jess, die heimlich in einem Fußballclub für Mädchen mitspielt, weil sich ein solcher Sport für ein indisches Mädchen nicht schickt, als sie sich ausgerechnet in den aus Irland stammenden Coach des Teams verliebt.

Henry & Clare

Hier ist es zur Abwechslung mal nicht das Umfeld, das dagegen ist, sondern die Zeit selbst oder das Universum, je nachdem, wie man es betrachtet. Oder ist es Schicksal? Denn in „Die Frau des Zeitreisenden“ können die beiden Liebenden jederzeit voneinander getrennt werden. An Henrys unkontrollierbaren Reisen durch die Zeit in alle Richtungen ist ein Gendefekt schuld, und es gibt nichts, was man dagegen tun kann.

Kili & Tauriel

Ginge es nach Legolas‘ Vater, dem Elbenkönig Thranduíl, dürfte die eigensinnige Elbin in der „Hobbit“-Trilogie nicht einmal die Grenzen des Düsterwaldes überqueren. So aber pfeift sie auf die ihr auferlegten Pflichten und schließt sich der von Thorin Eichenschild angeführten Gruppe von Zwergen und einem Hobbit an, da sie sich in Kili, einen der beiden Neffen Thorins verliebt hat, dabei sind Elben und Zwerge schon seit Urzeiten nicht gut aufeinander zu sprechen. Dass es dabei aber dann noch zu einer Neuauflage von „I will follow her“ seitens Legolas kommt, hat wahrscheinlich wieder jeder außer mir kommen sehen.

Dienstags-Gedudel #63 : Reisefieber, Teil 17 – ein neuer Kontinent

Was wären die 80er Jahre ohne den Synthiesound von Alphaville gewesen? Meine besten Freundinnen waren ganz vernarrt in dieses Album…

Big in Japan, gefunden auf youtube –
https://www.youtube.com/watch?v=tl6u2NASUzU

… und darum leitet Big in Japan meine Reise nach Asien ein. Ausgangsbasis ist Japan, ein Land, das ich eines Tages auch noch besuchen möchte, wenn auch nicht unbedingt Tokio, und zur Zeit der Kirschblüte muss es auch nicht sein. Sayonara.

Media Monday # 510 : Frohe Ostern

Auch an diesem Ostern dürfen die sieben Lückentexte des Media Monday nicht fehlen.

xxxx Media Monday # 510 xxxx

1. Mein liebstes Leinwand-Duo ist Miss Marple und Mister Stringer, einfach weil die beiden ein Original sind: die resolute mörderjagende Krimibegeisterte und der stille, ihr stets als treuer Freund zur Seite stehende Mister Stringer, der meistens gnadenlos unterschätzt wird.

2. Von den zahlreichen Serien-Neustarts hat mich vieles gar nicht erreicht, denn ich nutze keinen Streamingdienst. Nun aber ist „Chernobyl“ im sogenannten „Free TV“ angekommen, und das werde ich mir auf Pro7 ab dem 12. April anschauen.

3. Ein Film fernab vom Mainstream, der mich schwer begeistert hat, war das Roadmovie „The Peanut Butter Falcon“, mit Shia LaBeouf als eine Begleitperson für einen jungen Mann mit Down-Syndrom hat mich sehr berührt.

4. Robert Pattinson gehört auch zu den ewig Unterschätzten, schließlich stecken ihn viele seit der Serie von (Glitzer)Vampirfilmen in eine bestimmte Schublade, aber in „Der Leuchtturm“ konnte er eindrucksvoll unter Beweis stellen, was er tatsächlich so drauf hat. Ähnliches gilt m.E. auch für Kristen Stewart.

5. Man kann sich ja leicht und schnell überfordert fühlen bei dem Wust an Neuerscheinungen, Sehenswertem, Empfehlungen und so weiter und so fort. Ich für meinen Teil hab’s mehr mit dem Lesen und entdecke lieber neue Autoren und Autorinnen auf Wattpad.

6. Wäre es nicht genial, wenn es bald schon wieder möglich wäre, ohne Gefahr irgendwohin zu gehen, Leute zu treffen oder neue Bekanntschaften zu schließen?

7. Zuletzt habe ich meinen Silvesterglücksklee umgetopft, und das war für meine Nachbarn, Freunde und Bekannten etwas noch nie dagewesenes, weil diese Pflänzchen bei ihnen meistens schon wenige Tage nach Neujahr eingehen und sie sie entsorgen – und ich außerdem keinen grünen Daumen habe. Aber wenn man einen solchen Klee an einem kühlen, nicht zu hellen Ort aufstellt, gedeiht er prächtig und kann im Frühjahr im Freien ausgepflanzt werden. Da kann er sich dann ausbreiten. Im Internet steht eben nicht nur dummes Zeug.

ABC -Etüden – Woche 14 & 15 : Etüde 1 – Entdecke die Möglichkeiten

Die für die aktuelle, an Ostern ausgerufene Etüde auf Christianes Blog gespendeten Wörter stammen von Ludwig Zeidler (der nicht bloggt) und Christiane selbst. Sie lauten Sonnenhut – haltlos – massieren, und diesmal stehen sogar drei Illustrationen zur Auswahl. Das ruft förmlich nach dem Schreiben mehrerer Etüden. Vielleicht schaffe ich ja doch drei…

Spieglein, Spieglein in meinem Heim – wer mag die Frau mit Hut wohl sein?

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Entdecke die Möglichkeiten

Dieses Treffen hätte Marlene am liebsten aus der Erinnerung gestrichen.

„An Deiner Stelle würde ich ja bei Deinem Herzblatt mal genauer hinsehen.“

Was hatte Nathalie da gerade gesagt? Wie konnte sie nur andeuten, Manfred ginge fremd? Er war auf einer Fortbildung – wie konnte sie ihn da mit einer anderen gesehen haben?

„Bist Du wirklich so naiv? Aber glaub doch, was Du willst – es ist ja auch nicht meine Ehe!“

In Marlenes Ohren rauschte es. Haltlose Unterstellungen? Leider aber nicht: Vor ihr lagen Aufnahmen von Manfred in inniger Umarmung mit einer Rothaarigen vorm Hotel Amethyst: ein wahrhaft schlechter Film, ihre Stimme kommentierte jede seiner Szenen aus dem Off. Überstunden und Fortbildungen… wer’s glaubt! Die roten Flecken auf dem zerknüllten Tempo… Lippenstift! Das kupferrote Haar auf seinem Anzug… nicht von mir, schließlich bin ich blond.

Erschöpft massierte Marlene ihre pochenden Schläfen. Wie hatte es nur so weit kommen können? Seit damals hatte sie sich nicht allzu sehr verändert, war mit Anfang Fünfzig immer noch attraktiv. Sie musste sich bloß die Bilder von der letzten gemeinsamen Tour mit ihren Freundinnen ansehen. Vom Wein berauscht, hatte sie sich vor der Bühne auf der Loreley herumalbernd in Modelpose geworfen und ein Küßchen in Susis Kamera gehaucht.

Trotz des Schattens, den ihr riesiger Sonnenhut warf, konnte man auch heute noch erkennen, wieviel Spaß sie damals gehabt hatte. Aber mit dem Spaß war es nun vorbei. Jetzt, da die Beweise klar auf der Hand lagen, musste sie Manfred mit ihnen konfrontieren. Oder aber…

Natürlich stritt er alles ab, empörte sich über ihr mangelndes Vertrauen und verließ höhnisch lachend das Wohnzimmer. Typisch blond? Das schlug dem übergelaufenen Fass den Boden aus. Marlene war zwar blond, aber nicht so blond. Manfred würde sich noch wünschen, sie nicht unterschätzt zu haben.

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Die Etüde kurz zu halten und die Handlung so dicht wie möglich zu komprimieren, ist mir heute unglaublich schwer gefallen, und am Ende sind es 295 Wörter geworden.

Projekt ABC – G wie Gitarren

Wortman und aequitasetveritas teilen in diesem Jahr die Mitmachaktionen im 14tägigen Wechsel unter sich auf: „Momentaufnahmen“ und „Projekt ABC“ – hier symbolisiert ein Foto jeden Buchstaben des Alphabets (ohne Ä, Ö und Ü). Für das G habe ich auf Urlaubsfotos vom Sommer 2019 zurückgegriffen – zum Beispiel dieses Logo (bzw. Leuchtreklame):

Da sind mir nämlich jede Menge musikalische Themen vor die Linse gekommen, und die sind allemal schöner als das, was mir ursprünglich vorgeschwebt hatte (schottische Grabsteine aus der Vergangenheit waren dann selbst auch mir zu morbide) – und deshalb darf hier eine Ansammlung von Gitarren aus dem Hard Rock Café, Niagara Falls, und dem Royal Ontario Museum, Toronto, glänzen. Zum Beispiel eine Vitrine, die Elvis gewidmet ist:

Und dass nicht nur Solokünstler oder Bands eine Leidenschaft für Gitarren haben, sondern auch Tennisspieler, zeigt diese kleine Kollektion aus dem Hard Rock Café:

Im Royal Ontario Museum (Toronto) garnierten Leihgaben von Kirk Hammett (Metallica) eine Wand:

Passend zu dem gruseligen Thema, um die sich die Ausstellung gedreht hat, sind auch die Instrumente besonders schön gestaltet – Ouija, Nosferatu und Dracula zieren die einzelnen Resonanzkörper:

Schade, dass ich kein einziges Instrument beherrsche.

Dienstags-Gedudel #62 : Reisefieber, Teil 16 – Die vertonte Busreise mit blindem Passagier *)

From St. Kilda to Kings Cross – nein, wir fliegen nicht von Sydney nach London, sondern fahren mit dem Bus von Sydney (33°51’S 151°12’O) nach Melbourne (37°48’S 144°57’O)

Quer über’n Kontinent, gefunden auf youtube:
https://www.youtube.com/watch?v=AV1FW_FCjx8

From St. Kilda to Kings Cross is 13 hours on a bus… das erinnert mich fatal an meine eigene Busreise in den 90er Jahren: von Edinburgh nach Frankfurt am Main mit Umstieg in London, Stau auf dem Weg zur Fähre und Panne plus zweieinhalbstündiger Zwangspause in Aachen, die alles in allem 36 Stunden gedauert hat. Was für ein Horrortrip. Da ist dieser hier weitaus softer.

*) der blinde Passagier (INXS – „Girl on fire“) hat sich wegen der Textzeile in den nun doch nicht stattfindenden Trip von Sydney nach London hineingemogelt.

Media Monday # 509 : Lights out!

Ja, diesen Horrorfilm fand ich megaspannend, aber mit „Lights out!“ war am Samstagabend gemeint, dass in etlichen Gemeinden um 20:30 Uhr Ortszeit für eine Stunde das Licht ausgeschaltet werden sollte – rund um den Erdball. Diese sogenannte Earth Hour gibt es schon länger – als paradox in dem Zusammenhang empfand ich jedoch, dass der Song der ersten Einzelperformance bei DSDS ausgerechnet „Leave a light on“ von Tom Walker hieß, und der Kandidat damit nun im Finale gelandet ist. „Blinding Lights“ von The Weekend war der Song, mit dem alle gemeinsam aufgetreten sind, als Gruppe. Interessiert wahrscheinlich niemanden, aber ich wollte es nur mal erwähnt haben. Obwohl… für einige ist ja die Vorstellung dieser Castingshow schon gruselig genug.

Auf „Earth Hour“ folgt nun die Umstellung der Uhren auf Sommerzeit, und ich frage mich „Wie lange noch“ – aber, hey, damit sind wir auch eine Stunde näher an diesem Media Monday dran, für mich ein helles Licht an jedem Sonntag.

Media Monday # 509

1. Wenn man schon alles und jedes adaptiert und verfilmt, warum widmet man sich dann nicht auch dem Verfilmen von Verfilmungen? Klingt gaga? Ist es auch.

2. Derweil Disney+ sich anschickt, auch weiter parallel/alternativ zum Kinostart Filme auf der eigenen Streaming-Plattform exklusiv digital anzubieten, frage ich mich, wieviele noch folgen werden und ihr eigenes Ding machen.

3. Der Reiz, einmal wieder ganz altmodisch einem Rezept aus unserem ca. fünfzig Jahre alten Kochbuch zu folgen, darf sich ruhig öfters entfalten. Im Gegensatz zu manchen Anleitungen aus dem Internet bin ich mit diesem altbewährten Werk noch nie fehlgegangen.

4. Das Umstellen der Uhren auf Sommerzeit hat natürlich auch seine Vorzüge, aber es wird noch einen Moment dauern, bis ich in dem neuen Rhythmus drin bin.

5. Ich glaube ja fest, dass es künftig so sein wird, dass bestimmte Unternehmungen genau geplant sein wollen.

6. Der Kauf von klobigen Winterstiefeln mit dickem Profil auf den Sohlen hat sich im Nachgang als ziemlicher Fehlkauf erwiesen, schließlich hatte ich mangels Schneemassen keine Gelegenheit, sie zu tragen. Aber ich gebe die Hoffnung nicht auf, dass ich im kommenden Winter Gelegenheit dazu haben werde.

7. Zuletzt habe ich Osterhasen gebacken und mit verschiedenen Ostereierfarben experimentiert, und das war meine ganz persönliche Weiterführung einer liebgewonnenen Tradition, auch wenn im Moment kaum jemand da ist, den ich mit den Resultaten erfreuen könnte, weil ich jetzt viel weniger Leute treffe als letztes Jahr. Aber was rede ich: Einen Osterhasen habe ich jetzt verschenkt und den anderen behalten, schließlich weiß ich nicht, wie lange die Kekse und Waffeln noch vorhalten. Und wenn doch noch so ein vermaledeiter Ruhetag vor der Tür steht, habe ich wenigstens Nervennahrung im Haus.

Cinema-Scope 2021 im März : wenn man sich mit den Falschen anlegt

Was passiert, wenn man sich mit den Falschen anlegt, ist ein Motto, das sich diesen Monat wie ein roter Faden durch die meisten Filme zieht, die ich mir für diesen Monat ausgesucht habe und bei denen Action im Fokus steht, weil mir weder nach herzzerreißenden Dramen noch nach überdrehten Komödien der Sinn gestanden hat.

Als kleine Flucht vom tristen Alltag sind sie also bestens geeignet – und das Raten, welcher Leftover aus dem letzten Jahr eine neue Chance bekommt, geht weiter: Aretha Franklin – Amazing Grace +++ Ballon +++ Big Little Lies, Staffel 2 +++ Bombshell – das Ende des Schweigens +++ Ein leichtes Mädchen +++ Kursk +++ Snowpiercer +++ The favourite – Intrigen und Irrsinn +++ Waltz with Bashir… davon sind jetzt noch neun Filme und eine Serie übrig…

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Brügge sehen… und sterben? +++ Ca$h +++ True Grit +++ The Circle +++ Lonely Hearts Killers +++ Gesetz der Rache +++ Chronicle – wozu bist du fähig? +++ Fight Club +++ Teen Spirit +++ Kick it like Beckham +++ The Favourite – Intrigen und Irrsinn +++ Queen & Slim

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Brügge sehen…und sterben? (2008): Nach einem nicht ganz so glatt gelaufenen Auftrag finden sich die Auftragskiller Ken (Brendan Gleeson) und Ray (Colin Farrell) auf dem Abstellgleis bzw. im mittelalterlichen Brügge wieder, um in einem kleinen Hotel auf einen Anruf ihres Chefs Harry (Ralph Fiennes) zu warten. Während Ken von der geschichtsträchtigen Umgebung schier begeistert ist, langweilt sich Ray zu Tode. Was er nicht weiß: Ken soll seinen das Chaos anziehenden Kollegen umbringen, bringt es aber nicht übers Herz, als es soweit ist – und als es ihm schließlich gelingt, Ray in einen Zug zu setzen, kommt dann doch alles anders…

Ca$h (2010): Alles Gute kommt von oben? Nicht, wenn auf der Motorhaube ein Koffer voller Geld landet, den ein skrupelloser Verbrecher wiederhaben will und nicht lockerlässt, nachdem der „glückliche“ Finder Sam (Chris Hemsworth) und dessen Frau Leslie (Victoria Profeta) von der Beute schon einen Teil ausgegeben haben – auf das Geld zu verzichten ist für Pyke Kubic (Sean Bean) keine Option, also zieht das ungleiche Trio los, um durch eine Serie von Raubüberfällen auf diverse Läden an die fehlenden dreizehntausend Dollar zu gelangen.

True Grit (2010): Zusammen mit dem dauerbetrunkenen US-Marshal Reuben Cogburn (Jeff Bridges) und zeitweilig begleitet von dem Texas Ranger LaBoeuf (Matt Damon) begibt sich die vierzehnjährige Mattie Ross (Hailee Steinfeld) auf eine ganz private Mission, um Tom Chaney (Josh Brolin), den Mörder ihres Vaters, zur Strecke zu bringen, nachdem sie von den Behörden keine Hilfe bekommen hat. Dass Mattie sich das Stellen des Übeltäters etwas zu einfach vorgestellt hat, geht ihr dann auch just in dem Moment auf, als ihr Revolver versagt und Chaney und seine Bande nun ihrerseits das Mädchen überwältigen und kidnappen – doch die Banditen haben ihre Rechnung ohne Cogburn und La Boeuf gemacht. Während der knapp zwei Stunden konnte ich mich ausgiebig an den Weiten von Texas und New Mexico erfreuen, und dramaturgisch gab’s für mich auch nichts zu meckern. Einzig bei der sich ständig wiederholenden Musik, insbesondere bei dem Kirchenlied „Leaning on the everlasting arms“, musste ich permanent an den Film „Die Nacht des Jägers“ denken – ein Eindruck, den die die am Horizont entlang reitende Silhouette in Schwarz vor einem sich rötlich färbenden Himmels noch verstärkt hat.

Die Musik zu True Grit, gefunden auf youtube- https://www.youtube.com/watch?v=VmhBUxUDPTA

The sleepless hunter, ebenfalls gefunden auf youtube – https://www.youtube.com/watch?v=9PyNL2ahKwc

The Circle (2017): Jeder weiß über jeden Bescheid, und das nicht nur bei „The Circle“, sondern überall auf der Welt: So sieht es aus, das Ziel dieser Firma (einer Mischung aus Google und Facebook), mit der man sich besser nicht anlegt. Dabei haben es die Firmengründer doch bloß gut gemeint: Alle Daten unter einem Dach und alles aus einer Hand – wer kann dazu schon nein sagen? Und überhaupt – das Zauberwort ist „sharing is caring“ oder, holprig für die deutsche Synchronfassung in „teilen ist heilen“ übersetzt; was zu der Schlussfolgerung führt, dass all jene, nicht freiwillig mitmachen, etwas zu verbergen haben. Du willst wählen? In Zukunft aber nur noch, wenn Du ein Circle-Account hast. Und natürlich geht damit auch die Verpflichtung zum Wählen einher – ein kleiner Preis, den man für die Verwirklichung der vollkommenen Demokratie doch gerne zu zahlen bereit sein wird. Demokratie pur – oder vielleicht doch eher die totale Diktatur? Denn wo die Möglichkeit zur sanktionsfreien Enthaltung fehlt, kann von Freiheit keine Rede mehr sein. In der Verfilmung des dystopischen Romans von Dave Eggers (mit Emma Watson und Tom Hanks in den Hauptrollen) steht eine erschreckende Zukunft mit vollkommener Datenkontrolle bereits vor der Tür. Auch wenn in weiten Teilen die Atmosphäre des Buchs wiedergegeben wurde, hat mich der Film mit gemischten Gefühlen zurückgelassen.

Lonely Hearts Killers (2006): Die Jagd auf das sich als Geschwisterpaar ausgebende Serienmörderpärchen Martha Beck & Raymond Fernandez, auch bekannt als Lonely Hearts Killers, ist eröffnet, und die Cops (John Travolta/James Gandolfini) geben keine Ruhe, bis sie das mörderische Paar zur Strecke gebracht haben. Der Film basiert auf einer wahren Geschichte – Opfer waren stets alleinstehende, wohlhabende Frauen, die auf den Heiratsschwindler hereinfielen und dabei leider nicht nur ihr Vermögen, sondern auch ihr Leben verloren. Den schmierigen Raymond, der von der manipulativen Martha (Salma Hayek) dominiert wird, konnte Jared Leto glaubhaft verkörpern, und mindestens genauso überzeugend kam für mich John Travolta als Polizist, der seine Frau durch Suizid verloren hat, in diesem spannenden Thriller rüber.

Gesetz der Rache (2009): Dass Jura nichts mit dem Gesetz zu tun haben muss, möchte der von Rache getriebene Clyde Shelton (Gerard Butler) mit drastischen Maßnahmen allen vor Augen führen, die seiner Meinung für alles stehen, was im amerikanischen Rechtssystem verkehrt läuft. Dabei beweist sein Rachefeldzug, dem nacheinander die Mörder seiner Familie, mehrere Justizangestellte, der Strafverteidiger und die Richterin zum Opfer fallen, dass Vergeltung nichts mit Gerechtigkeit zu tun hat. Actiongeladener Thriller, der es an einigen Stellen mit der Action und der Pyrotechnik arg übertreibt und es mir als Zuschauerin unmöglich gemacht hat, mich für eine bestimmte Seite zu entscheiden.

Chronicle – wozu bist du fähig? (2012): Wenn man durch den Kontakt mit einem rätselhaften Objekt telekinetische Fähigkeiten entwickelt und nicht weiß, wie man mit seinen gerade erst entdeckten Superkräften umgehen soll, dann hat man einen weiteren Film, dem man einem bestimmten Genre zuordnen könnte: In „Chronicle“ sind es drei Schüler, die zu Superhelden wider Willen mutieren und bald gar nichts mehr im Griff haben. Found Footage meets „Carrie“? So ähnlich habe ich mich bei dem Mix stellenweise gefühlt, fand das 83 Minuten kurze Spektakel mit interessantem Ausgang dann aber doch unterhaltsamer als zunächst befürchtet.

Fight Club (1999): Mit dem durchgeknallten Tyler Durden (Brad Pitt) sollte man sich besser nicht anlegen, wenn man von heute auf morgen nicht alles verlieren möchte. Diese Erfahrung muss der nicht näher benannte Hauptcharakter (Edward Norton) machen, nachdem er zusammen mit Durden geheime und nicht ganz legale Zweikämpfe organisiert. Doch was als regelmäßiges Ventil zum Dampfablassen am Samstagabend begonnen hat, entwickelt sich bald zum Selbstläufer mit gestellten „Hausaufgaben“ wie dem Anzetteln von Schlägereien oder Zerstörung von Läden, bis hin zur Bildung einer terroristischen Vereinigung mit Filialen überall in den USA unter dem Decknamen „Projekt Chaos“. Dass mit dem mysteriösen Tyler Durden etwas ganz und gar nicht stimmt, kann man schon zu Beginn erahnen, wenn seine Gestalt immer nur für Bruchteile von Sekunden im Bild erscheint.

Teen Spirit (2018): Elle Fanning als schüchterne, in einem kleinen Dorf auf der Isle of Wight lebende Violet, die an der Talentshow „Teen Spirit“ teilnimmt und Unterstützung durch den ehemaligen kroatischen Opernsänger Vlad erhält. Gewinnt sie oder gewinnt sie nicht – das ist in solchen Filmen die entscheidende Frage; doch nicht, dass sie als Gewinnerin aus diesem Wettbewerb hervorgeht, ist das Interessante an der im Prinzip vorhersehbaren Handlung, sondern das Wie und der Weg dort hin. Gefallen hat mir an dem Drama die Musik und dass mir von der Besetzung außer Elle Fanning kein einziger Name etwas gesagt hat, und für einen entspannten Nachmittag bei Schietwetter hat die Musik allemal etwas getaugt. Nicht die schlechteste Wahl zum Ablenken.

Kick it like Beckham (2002): Von wegen Fußball ist langweilig. Missverständnisse ziehen sich durch diese britisch-deutsche Komödie: Die einen haben Jess (Parminder Nagra) beim Knutschen mit einem Jungen an der Bushaltestelle gesehen, andere erhaschen Fetzen eines Gesprächs zwischen Jess und Jules (Keira Knightley) und schließen daraus messerscharf, die beiden wären ein Paar. Dabei möchte Jess doch nur Fußball spielen – in einer Mädchenmannschaft, und sie und Jules sind bloß beste Freundinnen und Teamkolleginnen – doch Fußballspielen schickt sich für ein indisches Mädchen nicht. Dass sich Jess trotz aller Bemühungen, es allen recht zu machen, dann auch noch in ihren Trainer Joe (Jonathan Rhys Meyers) verliebt und er sich in sie, setzt dem Drama die Krone auf, weil eine solche Beziehung nicht nur nicht erlaubt ist, sondern ausgerechnet Jules bis über beide Ohren in Joe verknallt ist… Den Film hat meine Schwester angeschleppt, und als wir ihn uns zusammen angeschaut haben, musste ich feststellen, dass der Film nicht nur durch die Besetzung, sondern auch durch die mitreißende Musik bei mir auf ganzer Linie punkten konnte.

The Favourite – Intrigen und Irrsinn (2018): Stoppt die Infektion! Nein, mit Corona hat dieser das achte Kapitel einleitende Satz in diesem bitterbösen Historiendrama, einer eigenwilligen Mischung aus Drama und Komödie, nichts zu tun. Denn die Handlung ist im England des 18. Jahrhunderts angesiedelt und dreht sich um das Intrigenspiel am Hofe von Königin Anne (Olivia Colman), und im Kampf um die Gunst der von Gicht geplagten Königin schrecken Sarah Churchill, die Duchess of Marlborough (Rachel Weisz) und ihre Kusine Abigail Masaham (Emma Stone) vor nichts zurück. Es hat nicht sehr lange gedauert, bis ich mich gefragt habe, wer hier eigentlich wen manipuliert und wer wirklich die Macht im Königreich hat…

Queen & Slim (2019): Eine aus dem Ruder gelaufene Polizeikontrolle, bei der der Polizist an einer Schussverletzung stirbt, führt dazu, dass sich ein junges afroamerikanischen Paares, das sich gerade erst über Tinder kennengelernt hat, plötzlich auf der Flucht befindet. Zum Ziel ihrer Reise, während der sie von den einen zu Ikonen der Black-Lives-Matter-Bewegung hochstilisiert und von den anderen mit Bonnie und Clyde verglichen werden, haben sie Kuba auserkoren. Wer aber weiß, wie die Geschichte von Bonnie und Clyde ausgeht, fragt sich, ob sie ihr Ziel jemals erreichen werden und ob man diesen Vergleich vielleicht nicht doch besser nicht gemacht hätte.

Damit lasse ich es für diesen Monat auch schon wieder gut sein, denn zwölf Filme reichen mir vollends, auch wenn ich hier noch welche herumliegen habe – dann kommen sie halt im April an die Reihe. Außerdem hat der Mittwochabend bei mir wieder seinen festen Sendeplatz mit zwei Serien.

„9-1-1 : Notruf LA“ ist zurück und hat einen Ableger bekommen, denn von Ryan Murphy und Brad Falchuk, den Schöpfern von „American Horror Story“ gibt es nach „9-1-1 : Notruf LA“ nun eine neue Serie mit dem klangvollen Namen „9-1-1: Lone Star“.

Klingt nach Wildwest-Abenteuer, spielt aber in Austin (Texas). Hier soll Owen Strand (Rob Lowe), der eine Feuerwache in Manhattan geleitet hat, eine komplett neue Wache aufbauen, nachdem es hier ein flammendes Inferno gegeben hat. Kein leichtes Unterfangen, denn er beißt gleich zu Beginn bei Captain Michelle Blake (Liv Tyler), die bei den Sanitätern das Sagen hat und damit eigentlich an der Spitze steht, auf Granit.

Eine Klasse für sich bzw. eine harte Nuss sind auch die Einstellungs- bzw. Rekrutierungsgespräche, mit denen eine neue Crew gefunden werden soll. Diese musikalisch mit dem Hit „Need you tonight“ von INXS in voller Länge zu untermalen, darauf muss man auch erst mal kommen, denn diesen Kontext hatten die Komponisten dieses 80er-Jahre-Klassikers garantiert nicht im Sinn gehabt. Alles in allem bin ich gespannt, wie sich dieser Spin-Off entwickelt.

Film des Monats: The favourite – Intrigen und Irrsinn / Gurke des Monats: keine.

ABC -Etüden – Woche 12 & 13 : Etüde 2 – Mädelsabend

Diesmal waren es die beiden Illustrationen zur aktuellen Etüde auf Christianes Blog mit den von puzzleblume gespendeten Wörtern…

Dackelfalten, fruchtig, scheppern

… die mir beide gefallen so haben, dass ich mich nicht entscheiden konnte und beschlossen habe, noch eine zu schreiben.

An einigen Stellen ist im Zusammenhang mit dem Substantiv der Name eines bestimmten britischen Schauspielers gefallen. Was liegt da näher als ein Filmabend?

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Mädelsabend

„Man ist nie zu alt für einen Mädelsabend! – Hashtag #HughGrant“

Fassungslos starrte Marlene auf die WhatsApp-App von Kirsten. Ein Filmabend war ja okay, aber was sollte der Hashtag? Kirsten wusste doch, dass Marlene den Kerl mit seinen Dackelfalten nicht mochte. Warum konnte es kein Film mit Zac Efron oder Aidan Turner sein? Oder wenigstens mit Colin Farrell…

Gegen sieben war die Runde beinahe komplett. Nathalie und Natascha trudelten gemeinsam ein, Marlene klingelte mit Verspätung. Während Natascha die DVDs studierte, stellte ihre Gastgeberin die Zutaten für die Cocktails zusammen, die später in Strömen fließen würden: Zombie, Mai Tai, Tequila Sunrise… fruchtig und wuchtig. Das würde morgen ordentlich in der Birne scheppern. Nicht bei Marlene, die stets bei Gin Tonic blieb. Jetzt aber schepperte etwas ganz anderes. Nathalie war am Regal hängengeblieben und hatte die alten Fotoalben zu Fall gebracht.

Roskilde, Wacken, Rock am Ring, nichts hatten sie ausgelassen: Kirsten, Natascha und Nathalie im VW-Bus – Marlene und Susi auf ihren Motorrädern. Lang war’s her, doch über die Jahre waren sie Freundinnen geblieben; mit einer Ausnahme: Susi. Seit es sie in der Eifel aus der Kurve getragen hatte, weilte sie nicht mehr unter ihnen.

„Auf Susi“, ergriff Kirsten das Wort. Feierlich schlossen sich die anderen ihr an, überzeugt davon, dass ihre Freundin gerne dabei gewesen wäre, denn einen Film mit Hugh Grant hätte sich Susi nicht entgehen lassen, schon gar nicht an ihrem Jahrestag.

Für Susi, ergänzte Marlene in Gedanken, als sie sich am Ende auf „The Gentlemen“ einigten, doch obwohl sich ihr stiller Wunsch vom Morgen erfüllt hatte, plätscherte der Film an ihr vorbei, und selbst ein weiterer Gin Tonic konnte den Kloß in ihrem Hals nicht davonspülen.

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279 Wörter für eine melancholische Etüde, die insofern zeitlich gut passt, dass heute Abend mal wieder eine Wiederholung des Films „Der Club der Teufelinnen“ läuft – in dem drei Freundinnen (Diane Keaton, Goldie Hawn, Bette Midler) nach dem Ableben der vierten einen ausgetüftelten Plan schmieden, um sich für die von den treulosen (Ex-)Ehemännern erlittene Schmach zu rächen.

Die 5 Besten am Donnerstag : Die (hehre) Anwaltszunft

Amerikanische Gerichtsthriller – ein weites Feld. Da kommen die unterschiedlichsten Themen vor Gericht. Die Frage ist nur: Fallen mir zu den Besten am Donnerstag auch tatsächlich Filme mit Anwältinnen ein? Ich gestehe, keinen Dunst zu haben und plädiere auf mildernde Umstände. Die Filme sind in chronologischer Reihenfolge aufgeführt und stellen keine Wertung dar.

Angeklagt (The Accused – 1988): Jodie Foster als Opfer einer Gruppenvergewaltigung, der man vor Gericht eine Mitschuld an dem Verbrechen gibt und sie somit die Hölle ein zweites Mal erleben lässt. Nach anfänglichen Vorbehalten ändert ihre Anwältin (Kelly McGillis) die Strategie und klagt nicht nur die Täter, sondern auch die Anstifter zu dem Verbrechen an.

Natürlich Blond (Legally Blonde – 1991): Blondinen werden immer unterschätzt oder für dämlich gehalten, diese Erfahrung treibt Elle Woods (Reese Witherspoon) so um, dass sie sich mit einer unorthodoxen Bewerbung einen Platz an einer Elite-Uni sichert, um es ihrem Ex gründlich zu zeigen. Dass sie dank ihrer unkonventionellen Denkweise und ihren Beauty-Erfahrungen einen scheinbar eindeutigen Fall löst, versetzt die hochnäsigen Komilitonen in Erstaunen.

Eine Frage der Ehre (A few good men – 1992): Wurde ein sogenannter Code Red, der zum Tode eines Marines geführt hat, von einem Vorgesetzten angeordnet? In dem spannenden Prozess vor einem Militärgericht geben sich u.a. Demi Moore, Jack Nicholson, Kevin Bacon und Kiefer Sutherland die Ehre.

Enthüllung (Disclosure – 1994): Diesmal ist Demi Moore die Böse – in einem firmenpolitischen Intrigenspiel. Nachdem sie ihren Kollegen (Michael Douglas) nach Dienstschluss in ihrem Büro sexuell belästigt hat, dreht der Gemobbte den Spieß um und zieht vors Arbeitsgericht. Dabei wird schnell klar, dass hinter dem im Fokus stehenden Delikt noch viel mehr steckt.

Sleepers (Sleepers – 1996): Und noch einer, der sich auf der anderen Seite wiederfindet. In „Eine Frage der Ehre“ gab Kevin Bacon den Ankläger, nun ist er selbst einer der angeklagten Wärter im Jugendgefängnis, die sich des sexuellen Missbrauchs von minderjährigen Insassen schuldig gemacht haben. Der Fall ist kniffelig und verzwickt, und der Anwalt Michael Sullivan (Brad Pitt), sieht sich gezwungen, zu einem schmutzigen Trick zu greifen, um die Peiniger seiner Freunde hinter Gitter zu bringen. Eine Anwältin ist hier zwar nicht am Start, dafür aber die Sozialarbeiterin Carol Martinez (Minnie Driver), die ebenfalls zu dem Freundeskreis gehört.