Unsortierte Gedanken : Fundstück mit Kaffee

Weil die Wintergrillsaison naht, haben wir im Garten und unter der Pergola aufgeräumt und neben einer Menge Müll auch sehr interessante Dinge gefunden. Zum Beispiel einen Nagel, der noch von der vorletzten Jahrhundertwende übrig geblieben ist – falls er nicht sogar noch mehr Jahre hinter sich hat…

02 Fundstück

Auch rostige Scheren und Ketten sind bei dieser Aktion zum Vorschein gekommen. Très jolie…

01 Fundstück 03 Fundstück

Von der rundum gelungenen Mandarinenkäsesahnetorte, die mein Mann nach einem Rezept aus der Eleonorenklinik bzw. Odenwaldstubb‘ gebacken hat, habe ich leider momentan kein Foto greifbar. Sorry, no foodporn today…

And now for something completely different: Kaffee am Morgen vertreibt Kummer und Sorgen, aber nur, wenn man ihn sich zum Trinken ein- und nicht zum Duschen übergießt. Die Wassertemperatur von 80°C bewirkt bei der zweiten Option, dass es eine unschöne Verbrühung gibt, die man nur durch konsequentes Herunterkühlen mittels eines nassen Handtuch, eines Coolpacks aus dem Eisfach und einer kalten Dusche daran hindert, sich zu verschlimmern. Auch von dieser Roßkur wird es hier keine fotografische Dokumentation geben.

Was ich unter dem Stichwort „Fundstück“ ebenfalls noch gerne erwähnen würde, wären unvergeßliche Textpassagen aus dem Roman „The Loving Cup“ von Sir Winston Graham (dem zehnten Band der zwölfbändigen Poldarksaga), aber die werde ich ein andermal zitieren.

Advertisements

Getrödelt Gefunden Gefreut : Ein Männlein steht im Walde …

… nein, es ist eine Schüssel im nostalgischen Fliegenpilzdekor.

SAM_6911

Nach langer Zeit habe ich mal wieder ein Fundstück, das ich bei „Getrödelt Gefunden Gefreut“ bei beswingtesallerlei zeigen möchte.

Als wir Geschirr und Haushaltsgegenstände für unser Wochenendhäuschen (die Betonung liegt auf Häuschen – denn es ist ein umbauter Trailer) bzw. (Im)mobile Home brauchten, habe ich einfach mal blind in den Haufen überzähliger Gegenstände gegriffen und das absolut Notwendige von dannen getragen.

Eines jener Gegenstände ist diese Plastikschüssel, die aus den 60er oder gar 70er Jahren stammt; genau kann ich es nicht sagen, da ich sie unsere Familie schon seit der Zeit begleitet, als ich noch klein war – und das war Ender der 60er / Anfang der 70er Jahre.

Nun habe ich in ihr die gesammelte Hagebuttenende des vergangenen Wochenendes angehäuft.

Die Früchte habe ich heute geputzt und zusammen mit weißem Kandiszucker, einer halben Flasche Obstler und einer Handvoll Rosenblätter in einen Topf umgefüllt, weil in vier Wochen Likör daraus geworden werden sein soll (*hmpf* deutsche Grammatik, ick liebe Dir… oh Lord – won’t you buy me a Duden, denn der Dativ ist dem Genitiv sein Tod).

Vielleicht bin ich das nächste Mal wieder mit von der Partie. Dann aber ohne Deutschunterricht mit englischen Einsprengseln.

Frohes neues Jahr : Song of the Selkie

1. Januar – mein Lieblingstag des neuen Jahres; schade, dass es heute keine neue Ausgabe von „Getrödelt – gefunden – gefreut“ gibt, denn das Bewundern von liebgewonnenen antiken Schätzchen als Auftakt zum neuen Jahr, das hätte was gehabt. So ist es dann eben erst am 1. Februar soweit, aber gleichzeitig kann ich auf diese Weise auch mal die Gedanken schweifen lassen und darüber nachdenken, was mir auf dem ersten Blatt meines neuen Kalenders vorgeschlagen wird, nämlich zur Inspriation eine Seite im Internet,  auf der ich Ziele für das neue Jahr formulieren kann.

Nette Idee, aber im Prinzip formuliere ich gerade mein erstes Ziel, nämlich an jedem Monatsersten bei „Getrödelt – Gefunden – Gefreut“ mitzumachen; weshalb dieser erste Beitrag auf meinem Blog sozusagen als Aufwärmübung oder Vorglühen betrachtet werden kann. Beginnen möchte ich mit einem batteriebetriebenen Nachtlicht, das mich durch meine Kindheit hindurch begleitet hat und von dem ich mich niemals trennen würde, egal wie kitschig das Besucher finden könnten.

Dieses Nachttischlämpchen hat mein Vater in den 50er oder 60er Jahren von einem Kollegen geschenkt bekommen und an mich weitergereicht.. Der Kollege hatte es für sein Kind aus einem Plastikseehund, einer Seifendose und einem Lichtschalter gebastelt, aber irgendwann brauchte das Kind es nicht mehr, und außerdem funktionierte es nicht mehr, auch nicht, wenn man eine neue Blockbatterie einlegte. Warum das so war, das wußte kein Mensch zu sagen. Reparaturversuche von mir blieben erfolglos, unnd so fristete das kaputte Lichtlein sein scheinbar irreparables Dasein jahrelang in der sprichwörtlichen Dunkelheit in einer Kiste auf dem Speicher.

03 selkie   04 selkie

(Der Kleine sieht unilluminiert zwar auch sehr dekorativ aus, aber so richtig stimmungsvoll wird’s eben doch erst mit Beleuchtung)

02 2015 Selkie

Dann wanderte es in das Innere meines Wohnzimmerschrankes, ohne eine Wiederbelebung zu erfahren, bis mein Mann die Idee hatte, das arme Ding einer gründlichen Reparatur und Umrüstung auf LED zu unterziehen. Dies geschah im Dezember des vergangenen Jahres, und seitdem wir zu Nikolaus sämtliche Möbel im Wohnzimmer umgestellt haben, um mehr Raum für uns und das neue Sofa zu schaffen, hat der süße Selkie jetzt endlich den ihm gebührenden Platz und kann in neuem Glanz erstrahlen:

03 2015 Selkie    01 2015 Selkie

Getrödelt – Gefunden – Gefreut : Es werde Licht!

Diesmal fiel der Monatserste auf einen Samstag – ein Tag, an dem ich nicht immer online bin, nämlich dann nicht, wenn wir das Wochenende da verbringen, wo es kein Internet gibt. Bewußtes Abschalten hat auch seinen Reiz; und darum gibt es meinen Beitrag zu „Getrödelt, Gefunden, Gefreut #21“ eben erst heute.

 

Diesmal widme ich mich der Zimmerbeleuchtung unseres Wochenendhäuschens. Dieses besteht aus einem holzverkleideten amerikanischen Trailer aus den Fünfziger Jahren, das wir für einen symbolischen Euro erworben und aufwendig renoviert haben.

01 LL    02 LR

Dabei blieben einzelne Details der Inneneinrichtung noch erhalten, u.a. ein Einbauschränkchen, eine Tür mit Riffelglas und eine Lampe. Ursprünglich wurde sie mit Gas betrieben, aber da mein Mann die gesamte Beleuchtung auf LED umgestellt hat, wurde dieses Kleinod aus den 50er Jahren entsprechend umgerüstet.

04 LL  03 LR

 

Da leuchtet sie nun und erhellt uns die Abende mit ihrem warmen Schein und taucht den Wohnraum in ein behagliches Licht – so richtig zum Wohlfühlen.

Getrödelt – Gefunden – Gefreut : Alpenedelweiß

„So if you really love me you should bring me Edelweiß“ … O’zapft is! Hussa, der Herbst ist da – und morgen steigt das Oktoberfest unserer Firma. Was freu ich mich schon da drauf, zumal ich mir in meinem Urlaub in Oberbayern ein waschechtes Waschdirndl geleistet hab‘.

Blaues Mieder, grün-weiß-blau karierter Rock und grüne Schürze, bodenlang mit dreiviertelärmeliger Dirndlbluse. Gsuffa! Und weil meine Mutter so beseelt von meiner Neuerwerbung war, schenkte sie mir einen stilechten Anhänger an silberner Kette.

 

Alpenedelweiß

Das Alpenedelweiß – das hatte sie schon lange vor den 70er Jahren – es kommt aus den Gablonzer Werkstätten und hat ein Echtheitszertifikat. Das werde ich morgen zu der Veranstaltung tragen und zeige es hier bei „Getrödelt – Gefunden – Gefreut“, wo noch mehr Antiquitätenfreunde versammelt sind.

Getrödelt Gefunden Gefreut : „Kunst und Krempel“ ?

Ich liebe Antiquitäten – darum erfreut diese nette Rubrik bei Beswingtes Allerlei mein nostalgisches Herz, und jetzt kann ich sogar auch einmal dabei mitmachen, und zwar mit einem hübschen silbernen Teeservice aus England.


Hier die Vorgeschichte dazu:

Im 3. Programm des Bayerischen Rundfunks läuft Samstagabends die halbsündige Sendung „Kunst und Krempel“, bei der Antiquitätenliebhaber ihre liebgewonnenen Kleinodien von Sachverständigen begutachten und deren Wert schätzen lassen können. Da kann man die tollsten Sachen sehen, bei denen man denkt „ach herrje, so alt ist dieses Stück, und so viel wert ist das?“

Oft handelt es sich um kostbaren Schmuck, manchmal aber kommt bei dieser Schätzung heraus, daß es sich bei dem um das vermeintlich mit Liebe ausgesuchte Geschenk (als Ausdruck der persönlichen besonderen Wertschätzung) um einen billigen Souvenirartikel handelt, der in großen Stückzahlen hergestellt wurde – oder noch schlimmer: wenn sich das vermeintlich kostbare Erbstück als wertlose Imitation entpuppt. Mir tun dann immer die Leute leid, die dann vor Ort eine solche Enttäuschung erleben.

Dennoch reizte es mich ungemein, mein Glück dort auch einmal zu versuchen, und zwar mit einem vierteiligen Teeservice, das wir in unserem Englandurlaub im März 2006 in einem Charity-Shop in Windsor für 17 britische Pfund gekauft hatten und dessen Alter zu gerne geschätzt bekommen hätte. Ist es aus dem 19. oder aus dem 20. Jahrhundert?Ach, was für eine Story. Im Schaufenster funkelte es uns verführerisch an, aber warum auch immer: wir kauften zunächst nur die Kanne, dann sagte uns eine Bekannte, bei der wir wohnten, dass das wohl ganz schön dumm war bei dem Preis. Also standen wir am nächsten Morgen vor Ladenöffnung vor der Tür des Ladens und scharrten ungeduldig mit den Hufen – zu unserer großen Freude war der Rest noch da, und wir konnten die fehlenden Stücke dann glücklicherweise noch ergänzen.

Leider gab der Stempel auf der Unterseite der Kaffeekanne E.P.B.M. H101) nicht gerade viel her.

 Getrödelt Gefunden Gefreut Silbernes Teeservice EPBM

 

Eventuell könnte es sogenanntes „electroplated Britannia metal“ sein – aber ich wurde weder im Internet noch in irgendwelchen Büchern oder Magazinen fündig. Deshalb schrieben wir die Macher der Sendung an – doch ohne Erfolg. Wahrscheinlich gab die Geschichte, wie wir zu dem edlen Stück gekommen sind, fürs Fernsehen nicht allzu viel her. Schade, aber irgendwann finden wir noch die richtigen Experten, die uns sagen können, wie alt unser Schätzchen wirklich ist.

 

Oder vielleicht findet sich unter all den anderen Freunden von „Getrödelt Gefunden Gefreut“ echte Kenner? Abwarten und Tee trinken – oder : keep calm and carry on.