# Writing Friday 2021 – Januar, 3. Woche : Nur die Sonne war Zeuge

Winterliche Themen beim #Writing Friday von elizzy – wie bei Aufgabe drei:

Schreibe eine Geschichte, die mit dem Satz „Bitterkalt fing dieser Tag an und ich hatte die Befürchtung, dass…” beginnt.

Des einen Freud‘ ist des anderen Leid (oder war es umgekehrt?) – oder anders gefragt: Wann wird’s mal wieder endlich Winter? Ich fürchte, für den Helden meiner Geschichte stehen die Chancen äußerst schlecht…

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Nur die Sonne war Zeuge

Bitterkalt fing dieser Tag an und ich hatte die Befürchtung, dass es nicht dabei bleiben würde, denn der Wetterbericht hatte steigende Temperaturen angekündigt. Schon als der erste der vielen Spaziergänger, die an meinem Hügel vorbeikamen, darüber jammerte, dass das mit dem richtigen Winter wohl auch dieses Jahr wieder ein Witz bleiben würde, schwante mir übles. Es wäre ja auch zu schön gewesen, wenn die zwanzig Zentimeter Neuschnee schon alles gewesen sein sollten.

Statt einheitlichem Grau hoch über meinem Tal und starken Windböen huschen nun leider weiße Wattewölkchen am zunehmend blauer werdenden Himmel den Bergen entgegen, und ein laues Lüftchen umweht meine Nase. Die Anzahl der Menschen, die diesen sonnigen Neujahrsmorgen nutzen, um sich die Beine nach dem unfreiwilligen Drinnenbleiben in der klaren, frischen Luft zu vertreten, steigt mit jeder Stunde, die dieser Morgen voranschreitet. Schön, dass sie sich über den fehlenden Gestank von Schwefel und abgebrannten Böllern freuen, zumal es in der Silvesternacht so herrlich ruhig war, aber leider macht Sonne sie nicht nur albern, sondern heizt mir gefährlich ein und läßt mich sprichwörtlich zerfließen.

Nicht mehr lange, und es wird nur noch eine Pfütze daran erinnern, dass hier für kurze Zeit ein kleiner Schneemann gestanden hat: erbaut am Silvestermorgen, standhaft geblieben bis zum nächsten Tag und dann für immer leise und schmerzlos dahingegangen, mit der Sonne als einzigem Zeugen. Und niemand wird sich daran erinnern.

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Die Schreibthemen im Januar sind:

1) Anders als sonst, möchte ich dieses Jahr keine Vorsätze von euch sondern “Nicht Vorsätze“! – Also was möchtet ihr dieses Jahr nicht (mehr) tun oder erleben? Welche Vorsätze legt ihr auf Eis? Oder auch; welche schlechten Gewohnheiten streicht ihr aus eurem Leben? +++ 2) Vorfreude: Auf welche neuen Bücher freut ihr euch dieses Jahr besonders? Stellt eure Highlights vor. +++ 3) Schreibe eine Geschichte, die mit dem Satz „Bitterkalt fing dieser Tag an und ich hatte die Befürchtung, dass…” beginnt. +++ 4) Schreibe eine Geschichte und lass folgende Wörter mit einfliessen: Schnee, herrlich, kristallklar, aufgeregt, Wollmütze +++ 5) Zeit für das Jahreshoroskop – schreibt humorvoll und originell ein Jahreshoroskop für euer Sternzeichen.

Und hier sind die Regeln dazu:

Jeden Freitag wird veröffentlicht. +++ Wählt aus einem der vorgegebenen Schreibthemen. +++ Schreibt eine Geschichte/ein Gedicht/ein paar Zeilen – egal, Hauptsache ihr übt euer kreatives Schreiben. +++ Vergesst nicht, den Hashtag #Writing Friday und den Header zu verwenden, schaut unbedingt bei euren Schreibkameraden vorbei und lest euch die Geschichten durch. +++ Habt Spaß und versucht, voneinander zu lernen.

Meine Top Five – Filme aus 2020 – chronologisch *) sortiert

Manchmal ist es doch gut, monatliche Rückblicke zu schreiben – denn jetzt sucht Gina bei den Besten am Donnerstag nach den fünf Filmen, die uns im letzten Jahr am besten gefallen haben. Klar, dass das auch ältere Filme sein können, denn Corona hat mir als Gurke des Jahres den Kinospaß komplett verhagelt, und mein Ergebnis bezieht sich daher auf meinen DVD-Konsum.

Aus 131 Filmen fünf auszuwählen, klingt auf Anhieb schwierig. Aber nicht, wenn man so clever war, die beeindruckendsten im jeweiligen Monat entsprechend zu kennzeichnen. *) In der Reihenfolge, in der ich sie gesehen habe, kommen hier …

Jojo Rabbit

Der Februar bescherte mir ein ganz besonders Filmerlebnis. Ein wunderschönes Kino, das ich noch nicht kannte, und dann ergatterte ich ausgerechnet noch das letzte Ticket für eine proppenvolle Vorstellung – kein Wunder, denn die Geschichte des zehnjährigen Hitlerjungen Jojo Betzler, der den Führer zum imaginären Freund hat und der eines Tages entdeckt, dass seine Mutter (Scarlett Johansson) ein jüdisches Mädchen versteckt, fand ich schon im Trailer herzerwärmend und absurd zugleich. Ein Gefühl, dem auch viele andere folgten und an diesem Abend nicht enttäuscht worden sind.

The Breakfast Club

Der Klassiker aus den Achtziger Jahren über fünf Schüler, die samstags nachsitzen müssen und im Verlauf der Strafaktion erkennen, dass sie alle gegen Vorurteile kämpfen und mit persönlichem Druck klarkommen müssen. Ein Film, den ich immer wieder gerne sehe, weil auch die Besetzung für mich Top war: Ally Sheedy als die Seltsame (irgendwo zwischen Goth und Emo), Judd Nelson als der Rebell, Molly Ringwald als die „Prinzessin“ … allerdings bezweifle ich, dass die an diesem Tag gewonnene Erkenntnis den Härtetest im nahenden Alltag besteht.

Alles steht kopf

Diese Reise ins Gehirn einer 12jährigen hat es in sich. In der Kommandozentrale bricht das Chaos aus, als durch ein Missgeschick Kummer und Freude in den Tiefen des Unterbewusstseins verschwinden und die Kollegen Ekel, Angst und Wut nun auf sich allein gestellt sind. Für die Verschollenen gerät der Rückweg zum Wettlauf gegen die Zeit – für mich einer der besten Animationsfilme, das auf DVD noch durch nette Extras ergänzt wird. Zum Brüllen fand ich auch die kleinen Sequenzen im Abspann, die zeigen, was im Hirn von Hund und Katz vor sich geht.

The Artist

Die Filmindustrie im Umbruch: Der Stummfilm wird vom Tonfilm abgelöst und bedeutet für so manche Stars der Zwanziger Jahre das Aus. So auch für den alternden Star George Dujardin, der einen Misserfolg nach dem anderen erlebt, und als er ganz unten ist, hat die zum Superstar aufgestiegene Komparsin Peppy, die in ihn verliebt ist, die zündende Idee. Der Film ist erst ein paar Jahre als, aber wirkt wie ein Stummfilm aus den „Goldenen Zwanzigern“. Für mich einer der besten dieses seltsamen Jahres.

Die Taschendiebin

Was mich an diesem spannenden Werk fasziniert hat, war nicht nur die Kulisse im Südostasien der 30er Jahre, sondern die Wendungen, die mich mit offenem Mund vorm Fernseher zurückließen.

Falls hier jemand „Parasite“ oder „Midsommar“ vermisst hat, so sind diese genauso knapp an den Top Five vorbeigeschrammt wie „Midnight in Paris“ und „The Peanut Butter Falcon“, und zwar aus verschiedenen Gründen. Hier hätte es eine Top Ten gebraucht

Dienstags-Gedudel #51 : Reisefieber, Teil 5 – Winter is coming

Der Wetterbericht meldet sinkende Temperaturen, und wenn ich schon mal in Alaska bin, kann ich auch gleich in der Region bleiben, gehe aber dazu ins südliche Nachbarland, das sich seit 2019 in die Reihe meiner Traumländer einreihen kann.

Elisa Gabbai, gefunden auf youtube – https://www.youtube.com/watch?v=WJg3sisn1PM

Das Lied habe ich auf einer der Schallplatten gefunden, die ich vor ein paar Jahren geerbt habe. Auf denen schlummern noch ganz andere Schätzchen, jetzt aber darf Frau Gabbais Schlager/Chanson „Winter in Canada“ von 1966 hier erneut dudeln.

Ein weiterer Oldie für meine musikalische Weltreise. Nach Tahiti, Hawaii und Jamaica werde ich aber so bald nicht kommen (trotz des Titels des Liedes auf der B-Seite dieser Single).

PS: Hex Hex… Als ich den Beitrag am Sonntag geschrieben und fürs heutige Hochladen geplant habe, konnte ich nicht ahnen, dass es über Nacht zu schneien angefangen hatte. Und es hört nicht auf...

Media Monday # 498 : We*re coming closer…

… und nähern uns der 500. Ausgabe des Media Monday, auf die ich schon sehr gespannt bin, welche Lückentexte unserer harren – und vor allem, wie ich meinen eigenen Beitrag (der mein 210. sein wird) optisch aufpoliere. Heute wird es nur ein Bild geben und kein Musikstück – aber nun heißt es endlich: Vorhang auf!

Media Monday # 498

1. Meine liebste Anlaufstelle in Sachen Streaming oder digitalem Fernsehen gibt es immer noch nicht.

2. Das unglaublich Vorhersehbare an Filmen wie „Step Up“, „Center Stage“ oder „Save the last dance“ ist nicht nur, dass diese Tanzfilme alle ein Happy End haben, sondern in Serie gegangen sind.

3. Robert Pattinson hat mich in „Der Leuchtturm“ dahingehend überrascht, dass er in diesem sehr düsteren Werk eine Rolle gespielt hat, die nicht weniger psychopatisch veranlagt war als die seines Mitbewohners. Hut ab. Aber ich muss zugeben, die Vorstellung, von einem dermaßen exponierten und den Urgewalten der Natur ausgesetzten Ort nicht mehr wegzukommen, kann einen schon in den Wahnsinn treiben – wozu die Geräuschkulisse des ständig tutenden Nebelhorns sicherlich ihr Teil beiträgt.

4. Gerade an Wochenenden im tiefsten Winter freue ich mich über Sonnenschein und trockene Kälte, denn die erleichtern mir die Entscheidung, rauszugehen ungemein.

5. So manche Fan-Fiction auf wattpad ist nicht nur spannende Lektüre, sondern obendrein auch noch sehr witzig geschrieben. In der letzten, die ich in einem Rutsch durch gelesen habe, ging es um eine Gruppe von Elben und Zwergen aus Mittelerde, die es durch ein Portal versehentlich nach Bayern verschlägt und bei der Bilbo beinahe unter die Räder eines Mountainbikes gerät.

6. Kaum zu glauben, dass anscheinend wirklich geplant ist, unsere Stadtbücherei in ein Gebäude aus den Sechziger Jahren umziehen zu lassen. Der denkmalgeschützte Bücherturm mit seiner Wendeltreppe wird mir, glaube ich, fehlen – aber andererseits: Wenn so Barrierefreiheit für alle Gehandicapten in allen Bereichen gewährleistet werden kann, wäre das mal ein echter Fortschritt.

vorher – im Hintergrund die einzelnen Ebenen, die
man nur über eine Wendeltreppe erreicht – für Rollstühle eher ungeeignet.

nachher – das 1969/1970 entstandene N+M-Gebäude auf der Zweiten Ebene, gefunden auf Wikipedia – https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/c/c9/Novotny_M%C3%A4hner_Assoziierte.jpg/1114px-Novotny_M%C3%A4hner_Assoziierte.jpg

7. Zuletzt habe ich mir einen LP-Marathon gegönnt, und das war teilweise verblüffend, welche Schätze meine Schallplattensammlung enthält, weil sich darin welche befinden, die ich geerbt habe – und mittlerweile umfasst der Bestand an Tonträgern die meisten Stilrichtungen. Schlager, Metal, Acid/House, Rock, Country, Funk, Gothic, Wave, Punk… dass ich in dem Konvolut allerdings zweimal das gleiche Album „Tubular Bells“ von Mike Oldfield, aber in der Orchesterversion, finden würde, war eine echte Überraschung für mich.

Projekt ABC – A wie Abendstimmung

Wortman und aequitasetveritas teilen in diesem Jahr die Mitmachaktionen unter sich auf: auf der einen Seite aequitasetveritas‘ „Momentaufnahmen“ – auf der anderen Seite wortmans „Projekt ABC“, bei dem jeder Buchstabe des Alphabets durch ein Foto symbolisiert wird, nur diesmal ohne Ä, Ö und Ü.

Wäre ich einfallslos, hätte ich auf die Äpfel vom letzten Jahr zurückgegriffen, die bei mir zum ersten „Foto der Woche“ gekürt worden sind. Statt dessen präsentiere ich die gestern Abend beim Blick aus dem Badezimmer festgehaltene Abendstimmung.

ABC -Etüden – Woche 1 & 2 : Kurz & Knackig – Etüde 02

Die ersten ABC-Etüden auf Christianes Blog in diesem Jahr sind diesmal für mich nicht nur kreativitätsfördernd, sondern mit den von Ludwig Zeidler gespendeten drei Wörtern Zetermordio — weichmütig — backen eine echte Herausforderung, zu der mir auf halber Strecke noch eine zweite eingefallen ist, mit der ich alle meine bisher erschienenen Etüden unterbiete…

… denn mit 33 Wörtern ist sie wahrscheinlich meine bisher kürzeste.

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Kurz & knackig

Samstagnachmittags, wenn sie bei Enie wieder backen, bleibt mein Glotzophon aus, denn ich bin momentan zu weichmütig, um das Programm auf den ganzen Zetermordio-Sendern zu ertragen. Dann doch lieber einen Roman mit Happy-End.

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Die Sendung „Das Große Backen“ mit Enie van de Mejklokjes läuft samstags auf sixx, ein Sender, den ich sehr oft einschalte, im Gegensatz zu den von einer ehemaligen Kollegin als „Krawallsender“ bezeichneten Privatkanälen.

# Writing Friday 2021 – Januar, 2. Woche : Fang mich, wenn du kannst

Winterliche Themen beim #Writing Friday von elizzy – wie bei Aufgabe vier:

Schreibe eine Geschichte und lass folgende Wörter mit einfliessen: Schnee, herrlich, kristallklar, aufgeregt, Wollmütze beginnt.

Dass ich gerne mal für eine Überraschung bin und das Thema anders anpacke, haben vielleicht einige schon öfters erfahren. Diesmal wollte ich eine echte Räuberpistole schreiben, um Material für eine längere Storyline zu bekommen. Herausgekommen ist dabei diese Geschichte:

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Fang mich, wenn du kannst

Drei, zwei, eins – go: Den Wagen verlassen, die Filiale am Ende der Fußgängerzone stürmen, alle Anwesenden in Schach halten, während zwei Mann sich um das Ausräumen von Kasse und Tresor kümmerten – der durchdachte Plan hatte so herrlich einfach geklungen, doch nun war sich Jeff nicht mehr so sicher, ob auch wirklich alles glattgehen würde. So aufgeregt wie Gary an seiner Wollmütze herumnestelte und Josh vor Nervosität beinahe die Munition fallenließ, bezweifelte er es. Vielleicht hätten sie die Rollen tauschen und lieber Josh ans Steuer lassen sollen, aber andererseits war niemandem geholfen, wenn sie die Flucht vergeigten, egal ob mit oder ohne Kohle.

„Reißt Euch gefälligst zusammen“, knurrte Connor genervt. „An dem Plan wird nichts mehr geändert!“

Wenn Connor unter Strom stand, war er immer so: gereizt und unausstehlich. Erst, wenn sich abzeichnete, dass man sie auch diesmal nicht schnappen würde, war mit Besserung seiner Laune zu rechnen. Mutter, der Mann mit dem Koks ist da? Wo sich andere vorher noch schnell eine Line aus allerfeinstem kolumbianischem Schnee ziehen oder ein paar Pillen zur Beruhigung einwerfen würden, verzichtete er lieber. Einen klaren Kopf bewahren, nannte er es – „kristallklar“, um seine Worte exakt wiederzugeben, „so klar wie unser Plan“ – der Plan, den sie jetzt eins zu eins durchziehen würden. Ihr Plan, nach dem sich niemand darum scheren würde, dass Jeff den Motor laufen ließ, wenn zweihundert Meter weiter die Musik spielte.

Nervös trommelte Jeff mit den Fingern auf dem Lenkrad. Verdammt, was dauerte denn da so lange? Die Minuten zogen sich wie Kaugummi in die Länge. Wenn bloß Connor mal nicht durchdrehte oder sich einer von ihnen zu früh die Skimaske übers Gesicht gezogen hatte. Wie lange waren sie jetzt schon da drinnen? Sechs Minuten? Acht? Oder elf? Das Warten war das schlimmste. Da. Jetzt. Endlich tat sich etwas – im Rückspiegel hasteten drei schwarze Schatten auf ihn zu. Die Türen flogen auf, und Jeff gab Gas. Bloß weg von hier und ab durch die Mitte. „Drück auf die Tube“, keuchte Connor, während die anderen beiden auffallend still waren. Mit durchgetretenem Gaspedal schoss der Ford die Hauptstraße hinunter. „Fünfzigtausend für jeden – nicht schlecht“, gab Josh von sich, als er wieder zu Atem kam. Zweihunderttausend Dollar: Die Erkenntnis sickerte nur langsam bei Jeff durch, der inzwischen den Tatort weit genug hinter sich gelassen hatte und sein Glück kaum fassen konnte.

Kaum fassen konnte ihr Glück auch die Patrouille, die Zeuge wurde, wie ein schwarzer Ford mit einem Panzerfahrzeug von SecurI-Trans kollidierte.

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Die Schreibthemen im Januar sind: 1) Anders als sonst, möchte ich dieses Jahr keine Vorsätze von euch sondern “Nicht Vorsätze“! – Also was möchtet ihr dieses Jahr nicht (mehr) tun oder erleben? Welche Vorsätze legt ihr auf Eis? Oder auch; welche schlechten Gewohnheiten streicht ihr aus eurem Leben? +++ 2) Vorfreude: Auf welche neuen Bücher freut ihr euch dieses Jahr besonders? Stellt eure Highlights vor. +++ 3) Schreibe eine Geschichte, die mit dem Satz „Bitterkalt fing dieser Tag an und ich hatte die Befürchtung, dass…” beginnt. +++ 4) Schreibe eine Geschichte und lass folgende Wörter mit einfliessen: Schnee, herrlich, kristallklar, aufgeregt, Wollmütze +++ 5) Zeit für das Jahreshoroskop – schreibt humorvoll und originell ein Jahreshoroskop für euer Sternzeichen.

Und hier sind die Regeln dazu: Jeden Freitag wird veröffentlicht. +++ Wählt aus einem der vorgegebenen Schreibthemen. +++ Schreibt eine Geschichte/ein Gedicht/ein paar Zeilen – egal, Hauptsache ihr übt euer kreatives Schreiben. +++ Vergesst nicht, den Hashtag #Writing Friday und den Header zu verwenden, schaut unbedingt bei euren Schreibkameraden vorbei und lest euch die Geschichten durch. +++ Habt Spaß und versucht, voneinander zu lernen.

Dienstags-Gedudel #50 : Reisefieber, Teil 4 – Das „Goldene“ Jubiläum

Neues Jahr, neues Ziel – heute ist es soweit: Wir feiern die 50. Ausgabe des von nellindreams ins Leben gerufene „Dienstagsgedudel“. Die Reise geht weiter – weiter nach Norden, und zwar da hin, wo ich noch nie war, nämlich nach Alaska:

Johnny Horton – North to Alaska – gefunden auf: https://youtu.be/RO6IU9RpjS8

Und zwar nicht nur, weil ich zur Zeit auf Country & Western eingestellt bin (Country wegen der Musik und Western wegen Film und Fernsehen), sondern weil dieses Jahr mehr Oldies hier ihren Platz bekommen sollen.

Media Monday # 497 : neues Spiel, neues Glück – oder auch „no red in the picture“

Auch im neuen Jahr ändern sich manche Dinge nicht so schnell, z.B. meine sonntägliche Vorfreude auf die sieben Lückentexte des Media Monday, die immer um 18 Uhr erscheinen, und meine Angewohnheit, ein kurzes Vorwort zu verzapfen. Das bleibt auch heute wieder sehr kurz, denn es hat sich nichts bedeutendes ereignet. Ändern kann sich das wiederum sehr schnell, und wie es in drei Wochen beim 500. Media Monday aussieht – who knows…

Und nun: Vorhang auf!

Media Monday # 497

1. Was ich mir für 2021 besonders wünsche, kann ich an einer Hand abzählen: Gesundheit, die Wiederkehr in unser Großraumbüro und inspirierende Begegnungen (nette, harmlose Flirts nicht ausgeschlossen).

2. Gute Vorsätze sind ja immer so eine Sache, aber ich habe mir vorgenommen, mich auf die Nicht-Vorsätze zu konzentrieren.

3. Das Wetter kann sich dann bitte jetzt auch mal entscheiden, was es werden möchte: entweder ein nahtloser Übergang in den Frühling oder doch nochmal ein richtiger Winter. Was hier wie ein Befehl klingt, sollte eigentlich eine freundliche Bitte werden. Also deshalb das Ganze nochmal in schön: Bitte, bitte, gib mir ein Zeichen: Frühling oder Winter? Damit ich weiß, ob ich mich auf Erkältungen oder erste Symptome eines verfrühten Heuschnupfens einstellen darf. Obwohl es mir lieber wäre, die schönen Seiten der jeweiligen Jahreszeit genießen zu dürfen. Im Winter klare, knackend-kalte aber sonnige Tage, im Frühjahr Vogelgezwitscher und laue Lüftchen.

4. Auch wenn ich es schön fände, sieht es wohl so aus, als bliebe es erst mal bis auf weiteres bei den wenig vorhandenen Möglichkeiten, Reisen zu unternehmen. Dann bleibe ich halt im Lande – da ich ohnehin nicht so liquide bin, wie ich es gerne wäre, kann ich ohnehin nicht auf große Fahrt gehen. Vielleicht kommen deshalb die unterschiedlichsten Ziele dieser Welt auch nur in meinen Beiträgen zu nellindreams‘ Dienstagsgedudel vor, und in diesem Jahr mit deutlich mehr Oldies als in 2020. Den Anfang machen ABBA mit „Move on“:

Der Text fasst es zusammen und bringt es auf den Punkt. ABBA „Move on“, gefunden auf youtube – https://www.youtube.com/watch?v=BAgbWrLlgZM

5. Der Neustart lässt mich aber hoffen und ich freue mich, wieder bei den unterschiedlichsten Projekten mitzumachen, und deshalb passt auch hier „move on“.

6. Und das Schön(st)e an einem gerade erst frisch gestarteten Jahr ist die Aussicht auf immer länger werdende Tage.

7. Zuletzt habe ich mir die Sendung „The secret life of Mary“ auf BBC 2 angesehen, nachdem ích auf den anderen Kanälen nichts vernünftiges gefunden habe, und das war sehr interessant, weil es darin um die Lebensgeschichte von P.L. Travers, der Schöpferin von Mary Poppins ging und ich vieles erfahren habe, was ich über sie noch nicht wusste, mal abgesehen davon, dass sie die Walt-Disney-Verfilmung ganz fürchterlich fand und sie überhaupt sehr eigen war. Angeblich wollte sie die Farbe Rot im Film nicht zu Gesicht bekommen. Und schließlich hat sie sich angesichts der vielen Musik und animierten Figuren gefragt, ob sie das Schreiben nicht ganz lassen sollte. Gut, dass sie es nicht getan hat, denn ihre Mary-Poppins-Romane habe ich als Kind heiß und innig geliebt. Die Disney-Verfilmung mit Julie Andrews bei späterem, nochmaligem Ansehen eher weniger, und ich kann die Reaktion der Schriftstellerin nun viel besser verstehen. Der Film „Saving Mr. Banks“, der im Anschluss lief, zeigt das ganz deutlich.

ABC -Etüden – Woche 1 & 2 : Mitgefangen, mitgehangen – Etüde 01

Hui, fängt das neue Jahr schon mal gut an – es geht wieder los mit den ABC-Etüden auf Christianes Blog, einem kreativitätsfördernden Langzeitprojekt, bei dem alle Mitschreibenden aus maximal 300 Wörtern einen Text entwickeln, in dem je ein vorgegebenes bzw. gespendetes Substantiv, Adjektiv und Verb auftauchen sollen. Da mir das unglaublich viel Spaß macht, bin ich auch dieses Jahr wieder regelmäßig mit dabei, denn manche Wörter sind für mich eine echte Herausforderung, so wie die für diese Ausgabe von Ludwig Zeidler gespendeten drei Wörter

Zetermordio — weichmütig — backen

Vielleicht inspiriert mich ja diese hübsche, von Christiane gestaltete Illustration:

Die hübschen Vögelchen deuten jedenfalls eine Richtung an, die ich nicht einschlage – jedenfalls heute nicht:

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Mitgefangen, mitgehangen

„Und ich muss wirklich nur die Augen offen halten?“

„Logisch“, versicherte mir Marc genervt, „und notfalls nehmen wir die Beine in die Hand und laufen. Darauf kannst Du Dir ein Ei backen.“

Nun verdrehte ich die Augen. Abhauen? Na toll! Was musste er darauf anspielen, dass ich nicht umsonst im Staffellaufteam unserer Schule war und nach Bennys Pfeife tanzen! Anstatt mich zur Airbase mitzuschleppen, hätte er den Jungs besser absagen sollen. Benny war schon schlimm, aber Lukes Vorschlag, mich bei ihrer geheimen Aktion Schmiere stehen zu lassen, war echt die Höhe. Und dann erst sein Klaps auf meinen Hintern!

„Und jetzt verzieh Dich, Kleine“.

Kleine? Na wartet, dachte ich. Das Gelächter der anderen dröhnte in meinen Ohren. Das würde ihnen noch leid tun. Wütend ging ich zur letzten Kurve zurück. Von da hatte ich den idealen Überblick übers Feld und würde rechtzeitig sehen, wenn jemand näherkam. Noch war alles ruhig, und die Straße lag in absoluter Dunkelheit, doch das konnte sich jeden Moment ändern, und dann musste es schnell gehen, sonst gäbe es Zetermordio.

Die Lichter des rasch herannahenden Streifenwagens flackerten. Mein Einsatz und das Signal zum Abhauen waren jetzt gefragt. Schmiert es euch in die Haare, schnaubte ich, obwohl mir Marc doch irgendwie leid tat. Elektrisiert sprang ich auf, das Jaulen der Sirene in meinen Ohren. Sprinten konnte ich. Zu meiner Genugtuung ließ ich die anderen schnell hinter mir. Jedenfalls dachte ich das – bis mich eine Wurzel zu Fall brachte und ich nicht mehr auf die Beine kam.

Alles Leugnen war vergebens. Sie verfrachteten uns in den Streifenwagen und ich konnte nur noch hoffen, dass der für uns zuständige Richter weichmütig war und uns beide glimpflich davonkommen lassen würde.

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284 Wörter sollten im Prinzip als Fingerübung zum Reinkommen genügen – solch kurze Häppchen würden sich auch vorzüglich als Zwischenkapitel für umfangreichere Bücher eignen; mal sehen, was sich daraus noch so alles entwickelt.