Foto der Woche – Woche 4 : Wind

Wie fotografiert man Wind? Gar nicht. Man könnte ablichten, was starker Wind anrichten kann – ich habe mich für einen anderen Weg entschieden.

Im Rahmen von aequitasetveritas‘ Fotoprojekt „Foto der Woche präsentiere ich am heutigen Mittwoch – und nicht mehr dienstags – ein Kunstwerk, das mich schon als Kind fasziniert hat und die Betonarchitektur der 60er/70er Jahre unseres Stadtzentrums verschönert.

Ob man mit dieser Ansammlung von Anemometern auch tatsächlich etwas messen kann, ist mir dagegen nicht bekannt.

ABC -Etüden – Wochen 39 & 40 : Die Führung

Kurzes Update – gerade habe ich es gesehen: Auf meinem Blog ist dies der 1400. Beitrag – ohne die Etüden und den #writing friday hätte ich bedeutend weniger geschrieben und wäre nicht da, wo ich heute bin.

Ich muss ja nicht immer ins All reisen. Aus der Wortspende von kommunikatz für Christianes aktuelle Etüde (Pilze – traurig – schlafen) kann man so viel machen; zum Beispiel eins der Wörter in eine Metapher verwandeln.

Wie in der Illustration beschrieben, ist das Ziel ein Text aus weniger als 300 Wörtern (ohne die Überschrift und das ganze Drumherum). „Reisen bildet“, sagt man. Manchmal kann man aber auch einfach nur ziemlich dumm dastehen.

♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦

Die Führung

„Komm, lass uns hier abbiegen!“ riss Lukas seine Freundin aus ihren Gedanken.

Bloß nicht, stöhnte sie innerlich. Sie wollte nach zweihundert Meilen über die Landstraße nur noch ankommen und schlafen. So kurz vorm Ziel und dann einfach aus einer Laune heraus die Route verlassen? Als sie das Schild sah, wusste sie Bescheid: Natürlich, ihr Herzblatt musste unbedingt noch eine Destillerie besichtigen – davon hatten sie in den letzten beiden Wochen doch schon wirklich genug abgeklappert…

Der nächste Tag brachte nichts als Nebel, nicht ungewöhnlich für die Isle of Skye und ideal für eine geführte Tour durch die Destillerie, deren Lagerhäuser manchmal vom Meerwasser geflutet wurden und die deswegen für ihre maritimen Whiskys bekannt war. „Ob man statt Gerste auch anderes Getreide nehmen kann?“ überlegte Julia halblaut.

Mit einem Mal wurde es mucksmäuschenstill um sie herum. Die beiden Guides waren plötzlich hinter ihr in Bruchteilen von Sekunden aufgetaucht – wie Pilze aus dem Boden gewachsen. Alle Augen waren auf sie gerichtet, und Julia fühlte sich so klein wie Bilbo Beutlin gegenüber einem sehr zornigen Gandalf, der zu einem Vortrag über die wahre Natur des Einen Rings ansetzte.

„Das“, sprach die junge Schottin, während sie Julia von Kopf bis Fuß musterte, „wäre dann aber kein Single Malt mehr, sondern Bourbon!“ Der andere Guide schnaubte konsterniert.

Julia konnte die Todesverachtung spüren, mit der man sie musterte, und ließ traurig den Kopf hängen, als Lukas von ihr weg rückte, als gehöre sie nicht dazu.

♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦

243 Wörter für diese Momentaufnahme. Vielleicht war das nicht die letzte.

Dienstags-Gedudel #35 : Zu Gast in der Welt des Sports – Teil 7

 

This time for Africa!

Der Ball ist rund, und weil vor zehn Jahren die Fußball-WM in Südafrika stattfand, feiere ich dieses Jubiläum mit dem offiziellen Song zu diesem weltumspannenden Ereignis von Shakira (https://www.youtube.com/watch?v=pRpeEdMmmQ0)

 

 

Diese Trostpflaster-Ausgabe des Dienstags-Gedudels (ins Leben gerufen von nellindreams) ist all jenen gewidmet, die an Geisterspielen keinen Spaß haben oder im HomeOffice gerne mal wieder ein wenig Bewegung hätten.

Mehr Bilder aus dem Süden Afrikas gibt es dann in der nächsten Woche.

Surprise-September

… Ich dachte nicht, dass es mich auch mal erwischen würde…

Der September fing mit einer „tollen“ Überraschung an – ich habe mir den alten Editor versemmelt und musste nun mit dem neuen kräftig üben. Die Initiale finde ich zwar ganz schick, aber das kann doch unmöglich schon alles gewesen sein – nun wollte ich herausfinden, wie weit ich mit den hilfreichen Tips komme.

Du klickst auf „Verfassen“ rechts oben, dann erscheint der neue Editor. Dann klickst du auf das weiße + im schwarzen Feld, gibst dort „cl“ in das Suchfeld ein und klickst auf „classic“, dann nochmal auf „classic editor“, schon kannst Du einen Eintrag erstellen wie bisher.

Das wäre ja mal was… Leider bin ich noch nicht dahintergekommen, aber dafür bin ich jetzt schlauer, was das Einfügen von Bildern aus der Mediathek angeht. „Wer sucht, der findet“ – wie wahr, wie wahr.

Das Beispielfoto stammt natürlich aus Kanada, woher auch sonst…

Im Winter laufen sie hier Schlittschuh…

Schriftart: Hast du es ganz normal über Design-Anpassen-Schriften probiert?

Das habe ich, und zwar mit der Schriftart „Vollkorn“ – die sah der von mir bevorzugten ziemlich ähnlich; aber es gibt noch andere, die ich testen möchte – und zwar im Oktober.

Media Monday # 482 : Sonne & Sport

Mein neuer Plan, wenn ich schon unter der Woche nicht dazu komme: Sonntags zwei Stunden einfach drauflos radeln, kreuz und quer – was Schlauch & Pedale so hergeben. Bei diesem schönen Wetter kein Problem. Das genieße ich…

Genießen werde ich auch das Entspannen bei den sieben Lückentexten des Media Monday – noch achtzehn Mal, dann gibt es das 500. Jubliäum.

Media Monday # 482

1. Einer der seltenen Fälle, wo die Fortsetzung besser ist als der erste Teil war für mich Spider-Man.

—@@@—

2. Schon verrückt, dass es tatsächlich jemand in Betracht gezogen hat, mich zu fragen, ob ich als Jurymitglied bei einem Schreib-Award mitmachen möchte. Aber warum auch nicht? Für Freunde musste ich des öfteren auch schon Korrektur lesen, wenn es um Berichtshefte oder Bewerbungen ging; da traue ich mir das Bewerten von Romanen anderer Hobbyautoren erst recht zu.

-@@@—

3. Wieso man ausgerechnet von „West Side Story“ nach all der Zeit ein Reboot/Remake ins Auge gefasst hat, habe ich mich schon letztes Jahr gefragt, was mich dennoch nicht daran hindert, dem Film eine Chance geben zu wollen, auch wenn es sich im Grunde genommen um alten Wein in neuen Schläuchen handelt.

—@@@—

4. Einer der – im besten Sinne – trashigsten Filme ist „Dark Star“ von John Carpenter. „Dogs in Space“ wäre auch noch so ein Kandidat, nur hat der nichts mit Raumfahrt zu tun. Über „Caveman – der aus der Höhle kam“ schreibe ich an dieser Stelle nichts, denn der hatte bei mir schon die Ehre.

—@@@—

5. Das Schaffen von Fahrradstraßen in unserer Stadt ist ja gerade sehr in Mode, wenn man bedenkt, dass sich jetzt viel mehr Leute als vorher aufs Rad schwingen, meine Wenigkeit inbegriffen. Radeln stärkt die Wade(l)n – in meinem Fall sorgt es zur Zeit noch mehr für Muskelkater.

—@@@—

6. Manchmal denke ich so an die Zeit zurück, als man noch kein Musikfernsehen oder gar Youtube hatte. Teilweise war es eine echte Überraschung für mich, wenn ich herausfand, wie die Künstler hinter der Stimme tatsächlich aussahen. Das kann man jetzt so oder so interpretieren. Und wenn wir schon dabei sind, gibt es als Video der Woche mal etwas ganz anderes zum Thema „Raumfahrt“

https://www.youtube.com/watch?v=VDcs0xWyhmY&feature=youtu.be&t=0

—@@@—

7. Zuletzt habe ich das schöne Wetter beim Radeln genossen und das war aber auch sehr muskelkaterfördernd , weil ich ziemlich viele Steigungen und holprige Streckenabschnitte auf meiner Route hatte.

ABC -Etüden – Wochen 39 & 40 : Aurora Australis – Ordnung muss sein

Bei mir steht, auch was Filme angeht, der September im Zeichen von Science-Fiction bzw. Themen rund ums Weltall. Die Wortspende für die aktuelle Etüde bei Christiane kommt diesmal von kommunikatz und setzt sich zusammen aus den folgenden Wörtern: Pilze – traurig – schlafen:

Daraus habe ich einen Text mit weniger als 300 Wörtern entwickelt (ohne die Überschrift und das ganze Drumherum). Da beschränkt man sich doch gerne aufs Wesentliche.

♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦

Aurora Australis Ordnung muss sein

Hinter mir schließt sich die Tür mit einem Plopp, während ich den Schaden begutachte. Hier stehe ich nun im Frachtraum und lasse den Lichtkegel meiner Stablampe über die Regale wandern. War ja zu erwarten, so wie vor lauter Zeitdruck die Ladung nicht vernünftig gesichert wird und beim nächsten Ausfall des Schwerkraftmoduls alles durcheinander fliegt. Wenigstens funktioniert es jetzt dank der Techniker wieder, doch während sie und die meisten der Besatzung schlafen, dürfen meine Kollegen und ich aufräumen.

Einfach traurig, dieser Anblick: Schon zwei ungesicherte Container haben genügt, um ganze Arbeit zu leisten. Werkzeuge und botanische Proben sind zwar verschont geblieben, aber dafür hat es die Lebensmittel erwischt. Bis ich sämtliche Beutel mit Trockennahrung eingesammelt habe, werden Stunden vergehen. Früchte und Pilze können wir abschreiben: die sind pulverisiert worden und haben sich mit ausgelaufenem Öl zu einem widerlichen Schmierfilm vermischt. Wenn ich nicht stürzen und mir den Hals brechen will, ist Putzen angesagt. Ein Traum!

Schön, dass ich zwar wenigstens so weit wie möglich weg von den anderen bin, denen das Gleiche blüht, aber woanders. So habe ich mir meine Zeit auf diesem Raumfrachter dann doch nicht vorgestellt, und inzwischen würde ich die mir aufgebrummten einhundertfünfzig Stunden gemeinnütziger Arbeit wirklich lieber zu Hause abreißen wie die anderen, und nicht auf der Aurora Australis.

Woher sollte ich auch wissen, dass sie hier draußen die Zeit anders messen und ich hier vermutlich für Jahre festsitzen werde, anstatt nur ein paar Monate…

♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦

238 Wörter für ein Space-Thema für den September. Die Illustration habe ich diesmal selbst entworfen.

# Writing Friday 2020 – August, 38. Woche : Ohne Spuren

Bei den Septemberaufgaben des #Writing Friday auf dem Blog von elizzy habe ich mit dem Recyceln von Figuren begonnen. Die erste war Hexe Carolina Conti (Oktober 2019), dicht gefolgt von Lucy und Tom, die in eine aus dem Ruder gelaufene Party verwickelt waren. Diesmal bietet die vierte Aufgabe mit Lara die Steilvorlage für mich:

Schreibe eine Geschichte, die mit dem Satz „Von Natur aus war Lara eigentlich nicht so, doch…“ beginnt.

Wenn sich bunt das Laub verfärbt, machen Spaziergänge erst so richtig Spaß. Besonders an Halloween. Aber nicht immer…

♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦

Ohne Spuren

„Von Natur aus war Lara eigentlich nicht so, doch irgendwie habe ich das Gefühl, dass sie schon länger so komisch ist. Gut, sie hatte dieses Jahr einige Aussetzer, aber…“

Nervös rieb Lukas seine kalten Hände. Wie aus Eis, dachte er, aber wäre der Beamte an seiner Stelle, ginge es ihm bestimmt auch so. Von jetzt auf gleich war Lara verschwunden. Noch einen Tag vorher hatte sie ihm geholfen bei den Vorbereitungen zu seinem Grillabend, zu dem sie trotz Einladung nicht aufgetaucht war. Grillen an Halloween, sein Stichwort. Es war ihm egal, was andere dachten, und was war denn auch schon dabei… außerdem tat es nichts zur Sache: Lara war weg, und wenn er sie anrief, meldete sich nur die Mailbox. Wie lange musste man bis zum Aufgeben einer Vermisstenanzeige warten? 36 Stunden? Lukas hatte keine Ahnung, und es war ihm auch egal. Dem Beamten war er noch eine Antwort schuldig. Stockend beendete er seinen Satz.

„.. aber in der Woche vor diesem letzten Abend war sie nicht mehr sie selbst.“

Nicht mehr sie selbst. Aber da war sie wenigstens noch da gewesen, wenn auch schweigsamer als sonst. Seinen Witz beim Einlegen der Steaks – Steaks, so blutig, dass man das Muhen noch hören kann – hatte sie nur mit einem müden Lächeln quittiert und sich danach verabschiedet. Sehr neblig war es da gewesen, gut möglich, dass sie vielleicht ihren Weg unterbrochen hatte und in diesen irischen Pub eingekehrt war. In den ging sie manchmal. Ach, hätte er sie doch bloß begleitet! Aber wie hätte er auch wissen können, dass er seine Schwester an diesem Abend zum letzten Mal sehen würde.

Schröder schob die Formulare zusammen, nachdem Lukas das Protokoll unterschrieben hatte und gegangen war. Eigentlich kam es gerade an Halloween oft vor, dass manche sich ins Koma feierten und erst Tage später in verkatertem und manchmal auch zerknirschtem Zustand wieder auftauchten, aber angesichts des Serienmörders und die Schlagzeilen über ihn, musste er Lukas Försters Sorge um seine Schwester ernst nehmen. „The Devil’s Party“, „Mord an der Uni“, „Studentin mit Seidenschal erdrosselt“ – gut, dass sie den Irren jetzt hatten. Dass er sicher verwahrt in einer der Zellen saß, hatten sie dem beherzten Eingreifen zweier Gäste aus dem Bogside zu verdanken, die ihn mit Kabelbinder bewegungsunfähig gemacht hatten.

Die beiden Gäste aus dem Bogside – bei Schröder machte es Klick. Er goss sich noch einen Kaffee ein, dann stattete er seinen Kollegen, die in jener Nacht vor Ort gewesen waren und den Kerl dingfest gemacht hatten, einen Besuch ab. Zehn Minuten später hatte er die Namen: Tim Lorenz und Lara Förster. Zeit für Schröder, diesem Tim Lorenz, der die Vermisste anscheinend als Letzter noch lebend gesehen hatte, so schnell wie möglich auf den Zahn zu fühlen.

Leider hatte die Befragung nicht zu dem gewünschten Ergebnis geführt, und Schröders Team hatte den Verdächtigen wieder laufen lassen müssen, nachdem sich herausgestellt hatte, dass dieser ebenso ratlos über Laras Verbleib war wie die Kriminalbeamten. Den Beweis lieferten die wackeligen Bilder der Überwachungskamera: Vor dem Eingang zum Park war Lorenz zu Boden gegangen, Lara hatte ihm aufgeholfen, dann hatte sie sich in den Park hinein gewagt. Er war ihr erst nach 18 Minuten gefolgt und dann nicht mehr aufgetaucht. So weit die Aufzeichnungen der Kamera vor dem Park – aber im frisch eröffneten Skulpturengarten gab es noch weitere davon, für den Fall, dass Vandalen ihr Mütchen an den Kunstwerken kühlen wollten. Und richtig: Die Kameras hatten eingefangen, wie Tim scheinbar ziellos durch den Park geirrt war, bis er irgendwann die erfolglose Suche nach Lara aufgegeben hatte. Nein, er hatte mit Lara Försters Verschwinden nichts zu tun – die Lösung zu diesem Rätsel lag im Park verborgen.

Sobald es am nächsten Tag hell genug war, durchstreiften Schröder und seine beiden Kollegen den Park. Bei der Kopie von Auguste Rodins Meisterwerk „Der Kuss“ blieben sie stehen, besser gesagt, was davon noch übrig war. Die weibliche Hälfte des Paares, Francesca da Rimini, lag umgestürzt und von Rissen durchzogen am Boden, während ihr Liebhaber, Paolo Malatesta, sich ein gutes Stück entfernt befand. Zu seinen Füßen ein zerschmettertes Tablet und zwischen seinen verkrümmten Fingern ein Damenhandschuh. Beweisstücke? Nun, man würde sehen. Vielleicht kamen die IT-Experten mit den Trümmern weiter, und wenn dies wirklich Lara Försters Handschuh war, dann würde sich bestimmt ihre DNA an seiner Innenseite finden.

Er hatte den richtigen Riecher gehabt. Ein Abgleich mit der Haarbürste der Vermissten lieferte den letzten Beweis dafür, dass an der zerstörten Statue im Park, besser gesagt bei Paolo Malatesta jede Spur von ihr endete. Der seltsame Fall machte Schlagzeilen und erreichte dank der sich förmlich überschlagenden und reißerischen Darstellungen in der internationalen Boulevardpresse ungewöhnliches Aufsehen jenseits der deutschen Grenzen. Auf der anderen Seite des Ärmelkanals wurde man hellhörig. Wie jeden Morgen auf seinem Weg zu Scotland Yard, holte sich DCI Connelly die Morgenausgabe des Guardian. Stets betrat er noch vor Dienstbeginn sein Büro und ließ sich einen Kaffee bringen, denn diese halbe Stunde am Morgen gehörte nur ihm und der Zeitung, der er sich angeregt widmete; sein eigentliches Interesse galt den Nachrichten aus aller Welt, und sie sparte er sich für gewöhnlich bis zum Schluss auf. Heute jedoch begann er seine Lektüre mit ihnen und traute seinen Augen kaum – ein Viertel der Seite wurde von einer Aufnahme Lara Försters eingenommen, und der Text dazu ließ ihn sprachlos zurück. Konnte es wirklich wahr sein? Seit fünf Jahren suchten seine Kollegen vergebens nach Hinweisen auf die Identität der jungen Frau ohne Papiere.

2013 hatten sie sie bei einem dreisten Fall von Einbruch und versuchtem Diebstahl in den Kellergewölben Seiner Lordschaft, Sir Randolph, festgenommen; und seitdem schwieg sie eisern – sowohl darüber wer sie war, als auch über ihren Komplizen, falls sie denn einen hatte. Connelly hatte einen bestimmten Herrn im Verdacht, aber keinen Beweis. In Deutschland wurde eine Frau gesucht, die der unbekannten Gefangenen zum Verwechseln ähnlich sah? Euphorisch griff Connelly zum Telefon und wählte Schröders Nummer. Ganz gleich, was bei dem Gespräch herauskäme, mit einem rechnete er ganz fest: Mit dem Schweigen der seit fünf Jahren einsitzenden Gefangenen würde es nun vorbei sein.

♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦

1016 Wörter inclusive Überschrift. Na bitte, geht doch. Und das Recycling von Charakteren hat ja prächtig funktioniert.

Die Schreibthemen im September sind: 1) Stelle uns ein Buch vor, das dich an den Herbst erinnert oder eine Geschichte erzählt, die im Herbst spielt. +++ 2) Eine Kräuterhexe mixt eine besonderen Tee, für wen ist dieser und welche magische Wirkung hat dieser? Verpacke das ganze in eine kleine Geschichte. +++ 3) Schreibe eine Geschichte und flechte darin folgende Wörter ein: Laub, kühl, gesund, Beeren, Vorfreude. +++ 4) Schreibe eine Geschichte, die mit dem Satz „Von Natur aus war Lara eigentlich nicht so, doch…“ beginnt. +++ 5) Der uralte Baum im Park soll gerettet werden, wie verhinderst du das?

Und hier sind die Regeln dazu: Jeden Freitag wird veröffentlicht. +++ Wählt aus einem der vorgegebenen Schreibthemen. +++ Schreibt eine Geschichte/ein Gedicht/ein paar Zeilen – egal, Hauptsache ihr übt euer kreatives Schreiben. +++ Vergesst nicht, den Hashtag #Writing Friday und den Header zu verwenden, schaut unbedingt bei euren Schreibkameraden vorbei und lest euch die Geschichten durch. +++ Habt Spaß und versucht, voneinander zu lernen.

Foto der Woche – Woche 3 : „Re-Nature“

Im Rahmen von aequitasetveritas‘ Fotoprojekt „Foto der Woche“ präsentiere ich am heutigen Dienstag als drittes Motiv einen Zufallstreffer. Gesucht habe ich „meinen Strand“, den ich vor Jahren an einem Bach in unserem Stadtwald entdeckt habe und den man auf offiziell ausgeschilderten Wanderwegen nicht erreichen kann.

Wiedergefunden habe ich ihn zwar nicht, dafür aber eine ganz andere, viel schönere Stelle an diesem renaturierten Bach, dessen Verlauf sich in all der langen Zeit anscheinend stark verändert hat:

Dieses Schattenspiel mit Pilz fand ich so hübsch, dass ich es einfach festhalten musste. Die Aktion „Foto der Woche“ hat am 1. September angefangen und endet am 31. Dezember dieses Jahres – dabei darf alles, was einem vor die Linse kommt, an einem beliebigen Wochentag auf dem Blog gezeigt werden.

Noch ist das bei mir der Dienstag, aber da bei mir nun gleich zwei Wochentage „frei“ geworden sind, liebäugele ich entweder mit dem Mittwoch oder dem Sonntag.

Dienstags-Gedudel #34 : Das ist nicht das Ende!

 

This is the end – nicht das Ende des Gedudels, sondern von der Story. Das Gedudel ist nicht abwertend, sondern ein Name für nellindreams‘ musikalischer Mitmachaktion zur Verschönerung des Dienstags.

Bleiben wir doch gleich in den 80ern bei einem Klassiker – von Journey (https://www.youtube.com/watch?v=LatorN4P9aA), mein Begleiter für die musikalische Übergangsphase in den 80ern, als ich merkte, dass mein Musikgeschmack ziemlich einseitig zu werden drohte.  Übrigens hatten damals wir kein Musikfernsehen, und ich konnte mir nie die Gesichter zu den Stimmen vorstellen – ich konnte mich also nur auf mein Gehör verlassen.

Immer das Gleiche? Wie langweilig. Und deshalb wurde meine Sammlung mit der Zeit immer rocklastiger…

 

 

um gegen Ende der 90er Jahre eine ganz andere Richtung einzuschlagen. Aber das ist eine andere Geschichte, die hier (noch) nicht hinpasst.

„Broken Strings“ : Letzte Worte

Was ich im August 2018 als Experiment begann, hat sich schon bald in eine Richtung entwickelt, die mich selbst überrascht hat. Andere zählen Schäfchen, um besser einschlafen zu können – ich lasse vorm Schlafengehen die Gedanken schweifen; nur aufgeschrieben habe ich sie nie.

Dabei habe ich mir schon öfters überlegt, wie denn mein persönliches Traumtagebuch aussehen könnte. Ein Buch, in dem ich alle Gedanken inclusiver in Erinnerung gebliebener Träume notiere. Dabei war es nur in der Theorie geblieben.

Konkret nahm diese Idee Formen an, als ich mit dem Schreiben loslegte. Der späte Abend war meine Zeit dafür: zwischen 22 und 24 Uhr. Da hatte ich Zeit und meine Ruhe. Einen festen Plot hatte ich noch nicht, also schrieb ich einfach auf, was mir in den Sinn kam und holte mir die Inspiration von der Musik im Hintergrund.

Irgendwann hatte ich dann plötzlich eine Geschichte im Kopf, die ich „Surprise Channel“ nannte, aber wie das mit Überraschungen so ist, verwarf ich die ursprüngliche Idee, als ich an den Mittelteil in Form einer Rückblende kam, denn ich merkte plötzlich, dass mich der eigentliche Erzählstrang nicht mehr reizte und ich die „Rückblende“ viel spannender fand, und so sind daraus 54 Kapitel geworden, und nicht nur einige wenige.

Wer würde was als nächstes tun? Wird es bei dem geplanten Ende bleiben oder entscheide ich mich zuletzt doch noch für ein Happy End? Passen alle Puzzleteile auch wirklich zusammen oder bleiben am Schluss doch noch lose Enden übrig?

Diese Fragen haben mich monatelang begleitet.

Überrascht hat mich, dass ich die Flinte nicht ins Korn geworfen habe, obwohl es Zeiten gab, in denen ich fast soweit war. Doch am Ende machte es dann doch noch Klick, und eins fügte sich zum anderen – wie ein Puzzle, das man nach vielem Herumprobieren endlich löst. Nicht der Genuss von Rotwein hat meinem Vorstellungsvermögen auf die Sprünge geholfen, sondern meine zweiwöchige Kanadareise letzten Sommer. Dank ihr konnte ich die gröbsten Schnitzer ausbügeln. Man fährt dort rechts und nicht auf der linken Straßenseite, Entfernungen werden in Kilometern angegeben, und weder das „Home of the Whopper“ noch das „Gasthaus zum Goldenen M“ sind dort die beliebtesten Fast-Food-Restaurantketten.

Aus „Surprise Channel“ ist eine Story mit fast 170.000 Wörtern geworden, aufgeteilt in 54 Kapitel. Und da die Musik eine wesentliche Rolle darin spielt, schon allein wegen der Songtitel in vielen Kapitelüberschriften, habe ich sie „Broken Strings“ genannt, nicht zuletzt wegen des fehlenden Happy Ends. Und egal, ob das Buch als „Romance“, „Romantic Tragedy“ oder als Kitschroman mit Logiklöchern durchgeht, das Schreiben hat mir Spaß gemacht, und es war mir ein Vergnügen, das Projekt bis zum Ende durchzuziehen, auch wenn ich dazu mehr als eineinhalb Jahre gebraucht habe. Einschließlich Fehlerkorrektur und Editieren. Gut, dass ich so schlau war, alles vorzudatieren, denn da ist mir das Arbeiten mit dem neuen Editor erspart geblieben, der diese Reise zu einem Höllentrip gemacht hätte.    —    Fürs Lesen bedanke ich mich recht herzlich bei allen, die so fleißig gevotet haben.  —