Media Monday # 765 : Hutalarm!

Ob das jetzt bei mir jetzt immer so läuft? Dass ich die Fragebögen, die Wulf Bengsch für seinen „Media Monday“ – eine Blogaktion, bei dem jede/r mitmachen kann – sonntagabends um 18 Uhr online stellt, erst am eigentlichen Tag der Blog-Aktion ausfülle? Manchmal habe ich keine Lust, mich abends nochmal an den Rechner zu setzen, oft bin ich mit einer Freundin verabredet, doch diesmal habe ich mir nach zwei Tagen Einführungskurs Buchbinden abends noch einen Konzertbesuch gegönnt.

Wer bei dem Titel der Show auf dem Bild oben noch nicht ahnte, worum es ging, bei dem fiel spätestens angesichts der im Publikum vereinzelt getragenen Cowboyhüte der Groschen. Wer auftrat? Ein Teil des Ensembles der von 2012 bis 2018 ausgestrahlten Fernsehserie „Nashville“ (Charles Esten, Clare Bowen, Sam Palladino und Jonathan Jackson), von der ich immerhin damals vier Staffeln gesehen habe. Was aber auch bedeutet, dass ich mich an kaum noch einen der Songs erinnern konnte, vor allem nicht an die aus der ersten Staffel.

Dafür aber konnten zwei der Auftretenden – Sam Palladio und Jonathan Jackson – musikalisch vor allem mit eigenem Material bei mir punkten. Und nun versuche ich, die sieben Punkte einigermaßen sinnvoll zu füllen.

Media Monday #765

1. Ein Meisterwerk seiner Art ist die koptische Bindung, eine Technik des Buchbindens, bei der man mehr als nur drei oder vier Buchblöcke zu einem Buch binden kann und hinterher ein optisch ansprechendes Ergebnis hat. Allerdings ist das auch die Technik, bei der ich ordentlich Blut und Wasser geschwitzt habe; natürlich nur sinnbildlich, denn meine Finger sind noch heil und ich habe keine Pflaster gebraucht.


2. Der Abend des 22. Februar 2026 ist wahrscheinlich eine/r der Momente, an die ich mich in einigen Jahren noch positiv erinnern werde, und zwar aus mehreren Gründen.

Erstens: Dass mir mein Fern- bzw. Opernglas sehr geholfen hat, denn ich saß in der letzten Reihe, ganz oben, wo mir meine normale Fernbrille keine Hilfe war. Zweitens: Dass einer der Gitarristen, welche die Gesangsdarbietungen musikalisch unterstützten, schon mit bzw. für Bob Dylan live gespielt hat. Drittens: Zwei Besucher, die mir freudestrahlend berichteten, dass die Frau von Jonathan Jackson neben ihnen im Publikum saß und sie das mit Sicherheit wussten, weil sie sich während der Ode, die er an sie sang, das Instagram-Profil besagter Dame angeschaut hätten. Viertens: Die Coverversionen, die so weit von Country entfernt sind wie Pinguine von Eisbären, u.a. „Halo“ (Beyoncé), „Unchained Melody“ (Righteous Brothers), „This is the sea“ (Waterboys), „A little help from my friends“ (Beatles) und „See the lights“ (Simple Minds). Fünftens und letztens: Der Becher, den ich aus Zeitgründen nicht mehr zurückgeben konnte, weil ich eine Bahn zu erwischen hatte.

See the lights (Simple-Minds-Cover) *** https://youtu.be/RXVnZXDWhpc?list=PLlyUOrg6lZOzY0o1RQBEGhgQPsDFiBWtp


3. Es wäre übertrieben, zu sagen, dass „Nashville in Concert – The Encore Tour“ in der Jahrhunderthalle gestern Abend mein Konzert-Highlight des Jahres wäre, denn es war ja erst mein erster Konzertbesuch in diesem Jahr, und das Konzert von Tori Amos ist noch so weit weg *seufz*… dennoch kann ich sagen, dass die Show richtig toll war und Momente hatte, die man mit Countrymusik eher weniger verbindet. Wie zum Beispiel den, als Clare Bowen dem Publikum ihren Ehemann (Robert Brandon Young) und Gitarrist der Begleitband, der die Worte sprach: „Wenn du keine eigenen Hits hast, spiel die von anderen“ und dann zusammen mit ihr eine mir zu Herzen gehende Version von Beyoncés Hit „Halo“ im Duett sang.

Was für eine Liebeserklärung *** https://youtu.be/PtUWfV290i0?list=PLlyUOrg6lZOzY0o1RQBEGhgQPsDFiBWtp


4. And now for something completely different: Ballett könnte in den kommenden Jahren zu einer Kunstform avancieren, die ich mir öfters anschaue. Gesehen habe ich bereits „Schwanensee“ und „Der Nussknacker“, nun ist dieses Jahr „Romeo und Julia“ dran.


5. Ich werde es wahrscheinlich bereuen, aber es lässt sich nicht mehr rückgängig machen: Mein (damaliger) Wunsch, meine Lieblingsband möge doch bitte endlich in die Rock’n’Roll-Hall of Fame aufgenommen werden. Ganz ehrlich: Was ich mir damals gedacht habe, ist mir jetzt eher unangenehm, denn unter den gegebenen Umständen bin ich froh, dass daraus nichts geworden ist.


6. „Das Klingeln meines Weckers kommt mir so schnell nicht wieder in die Quere mit meinem Wunsch, auszuschlafen“ – das denke ich mir jedes Mal nach einem Wochenende, an dem ich an einem Einführungs- oder Aufbauworkshop teilgenommen habe… um mich dann doch wieder voller Begeisterung in den nächsten Workshop zu stürzen. Oder ich habe Wahldienst. Oder ich breche zu einer Reise auf. Aber das wäre Jammern auf hohem Niveau.


7. Zuletzt habe ich mir eine neue Kaffeemühle zugeleg und das war tatsächlich bitter notwendig, weil es auch wirklich dazu mal langsam Zeit wurde. Nach 60 Jahren.

Außerdem war ich an diesem Wochenende dermaßen produktiv, dass ich nach dem Erlernen verschiedener Buchbindetechniken mit zehn gebundenen Heften bzw. Büchlein nach Hause kam.