Diese Frage gab’s letztes Jahr zu den Darstellerinnen, aber da war ich nicht dabei. Diesmal geht es bei Passion-of-Arts um ihre männlichen Kollegen:
„wir wollen die Damen jetzt nicht alleine stehen lassen, daher fragen wir nun nach den Herren. Let’s go!“
Heute setze ich mal nicht die Filme in chronologische Reihenfolge, sondern die Darsteller nach ihren Geburtsdaten. Von Komödie bis Drama ist so einiges dabei. Ausgespart habe ich übrigens Schauspieler, die in den 1940er, 1950er oder 1960er Jahren beliebt waren. Sonst hätte ich für die Auswahl noch länger gebraucht.
Meine „Top Five“, mit dem Jüngsten zuerst:
Timothée Chalamet (27. Dezember 1995) in Wonka (2023): Happy Birthday nachträglich an dieser Stelle. Wer am gleichen Tag wie ich feiert, muss einfach auf diese Liste. Außerdem habe ich den Film „Charlie und die Schokoladenfabrik“ mit Johnny Depp als Willy Wonka geliebt – da war ich begeistert, dass es ein Prequel geben sollte. Ich sage es jetzt schon: Der Film war mein persönliches Highlight im vorletzten Jahr:
Willy Wonka, Willy Wonka, Schokolade zaubert er *** https://www.youtube.com/watch?v=pY4_nE-Za-I
Weitere Filme mit Timothée Chalamet: „Dune“ (2021), „Dune, Part 2“ (2024) oder „The French Dispatch“ (2021).
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Colin Farrell (31. Mai 1976) in The Banshees of Inisherin (2022): Plötzlich versteht Pádraic die Welt nicht mehr: Ausgerechnet am 1. April redet sein bisher bester Freund Colm (Brendan Gleeson) nicht mehr mit ihm und weigert sich, auch weiterhin in irgendeiner Form noch etwas mit ihm zu tun zu haben. Warum? Weil Colm der intellektuelle Austausch fehlt und er Pádraic mit dessen Einfältigkeit nicht mehr länger ertragen will. Zunächst hält der arme Kerl Colms Entschluss für einen Aprilscherz, muss aber bald feststellen, dass es Colms tatsächlicher Ernst ist – blutiger Ernst.
Plötzliche Funkstille auf den Aran-Inseln *** https://www.youtube.com/watch?v=ThlYvPwMVTs
Weitere Filme mit Colin Farrell: „Nicht auflegen!“ (2002), „The Lobster“ (2015) oder „Fright Night“ (2011).
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Bradley Cooper (5. Januar 1975) in American Sniper (2014): Kriegsfilm oder Antikriegsfilm – oder gar beides zugleich, so in etwa wie Schrödingers Katze? An dieser Biografie des Veteranen Chris Kyle scheiden sich die Geister. Nach mehreren Einsätzen im Irak fällt ihm die Rückkehr in den Alltag mit Frau und Kind schwer, eine posttraumatische Belastungsstörung führt dazu, dass ihn für andere völlig harmlose Geräusche triggern, dass seine Reaktionen darauf Freunde und Nachbarn in Angst und Schrecken versetzen. Im Grunde befindet er sich tief im Innern noch immer in seinen früheren Einsatzgebieten, die er treffenderweise bereits früher als sein wahres Zuhause betrachtet hat. Ironischerweise wird „der beste Scharfschütze“ auf dem Schießstand in seiner Heimatstadt erschossen – von einem von ihm betreuten Kriegsveteranen.
isn’t it ironic? *** https://www.youtube.com/watch?v=IPJjYpMjBRY
Weitere Filme mit Bradley Cooper: „A Star is born“ (2018), „Silver Linigs“ (2012) oder „Joy – alles außer gewöhnlich“ (2015).
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Sam Rockwell (5. November 1968) in Three Billboards outside Ebbing, Missouri (2017): Bisher lief er bei mir eher ganz hinten oder unter „ferner liefen“, doch mit dem Drama um eine Mutter (Frances McDormand), die nicht verstehen kann, warum die Suche nach den Mördern ihrer Tochter im Sande verlief und deshalb zu drastischen Maßnahmen greift, hat Sam Rockwell in der Rolle des Deputy eine beeindruckende Leistung hingelegt. So beeindruckend, dass er einen Oscar für die bester Nebendarsteller einen Oscar erhielt.
vom Rassisten zum Unterstützer *** https://www.youtube.com/watch?v=D00wvd3TncI
Weitere Filme bzw. Serien mit Sam Rockwell: „Jojo Rabbit“ (2019), „The Green Mile“ (1999), oder „Ganz weit hinten“ (2023).
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Hugh Grant (9. September 1960) in Heretic (2024): War der britische Schauspieler zu Beginn seiner Karriere meistens in (romantischen) Komödien zu sehen und deshalb beim Publikum beliebt, neigte er in den letzten Jahren eher dazu, sich Rollen auszusuchen, in denen er so richtig fiese Typen spielen kann, wie zuletzt in dem als Horrorfilm angepriesenen Kammerspiel, in dem er den scheinbar netten und zurückgezogen lebenden Mr. Reed spielt, der eines Tages Besuch von zwei Missionarinnen der Mormonen bekommt. Was mit einer religiös geprägten Diskussion beginnt, mündet in einem Horrorszenario in seinem eingeschlossenen und labyrinthartigen Haus, aus dem es kein Entkommen zu geben scheint.
Glauben oder Unglauben, das ist hier die Frage *** https://www.youtube.com/watch?v=6_Jfsak0c_E
Weitere Filme/Serien mit Hugh Grant: „Eine sachliche Romanze“ (1995), „A very English scandal“ (2018) oder „The Gentlemen“ (2019)
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So, das waren die, die mir von den „liebsten Darstellern“ als erstes eingefallen sind, weil bei einigen der von ihnen verkörperten Figuren eine Änderung im Charakter um 180° spürbar ist. Von gefällig-nett oder kalauernd bis hin zu bösartig, gezeichnet oder anderweitig mit Ecken und Kanten versehen.