Obwohl sich der Farbfilm weltweit durchgesetzt hat, werden ab und an immer noch Filme in Schwarz-Weiß gedreht; aber nicht weil es günstiger wäre, sondern weil diese Technik eine besondere Ästhetik hat. Das fand auch der Regisseur von „Parasite“, der 2020 zusätzlich noch eine Schwarzweiß-Version des Überraschungserfolgs hinterherschob.
Zitat: „I’m sure everyone will have a different opinion about this version. Personally, I think all the characters look even more poignant, and that the distinctions between the three different spaces where the families live, with all the shades of grey, are even more tragic“. (Quelle: https://www.schnittberichte.com/news.php?ID=15631).
Wobei wir beim aktuellen Thema der 5 Besten am Donnerstag bei Passion-of-Arts wären: Es geht nämlich um neuere Filme.
*** Nein wir machen hier keinen Trip in die Vergangenheit. Anfang des Monats widmen wir uns den filmischen Arbeiten, die in schwarz weiß gedreht wurden. Nicht weil sie alt sind und es noch kein Farbfernsehen gab, sondern aus dem Winkel der Filmkunst betrachtet. ***
In meinen „Top Five“ überwiegen diesmal die Komödien. Die Lage ist schon ernst genug – da brauche ich ab und zu etwas heiteres, um nicht völlig gaga zu werden. Wie meistens, fange ich mit dem Jüngsten an und höre mit dem Ältesten auf.
Hundreds of Beavers (2022)
Alles in schwarz-weiß und ohne verständliche Dialoge, dafür mit einer Musik, die den teils echt absurden Slapstick eindrucksvoll untermalt. Ja, das Leben als Trapper ist hart, vor allem weil der Daddy der Angebeteten von ihm hunderte erlegter Biber verlangt, bevor er ihm das Töchterlein zur Frau gibt. Da ist das Chaos vorprogrammiert. Gesehen habe ich die 108 Minuten lange Independent-Komödie beim Fantasy-Filmfest 2023 (oder war’s 2022?). Nun soll das mit einem Budget von nur 150.000 Dollar realisierte Werk am 13. Februar 2025 nochmal in die Kinos kommen.
Wehe, wenn sie losgelassen *** https://www.youtube.com/watch?v=m39iu2YW-oM
Der Leuchtturm (2019)
In quadratischem Format und mit einer ohrenbetäubenden Tonspur, wird hier das Grauen auf einer winzigen Insel vor der Küste Neuschottlands greifbar. Als Leuchtturmwärter machen sich Robert Pattinson und Willem Dafoe in dem 109 Minuten langen Drama von Robert Eggers gegenseitig das Leben zur Hölle und treiben einander in den Wahnsinn. Und das mitten in einem Sturm gigantischen Ausmaßes, der sie für Wochen bei zur Neige gehenden Vorräten festsetzt.
Es bringt Unglück, einen Seevogel zu töten *** https://youtu.be/X6fw9VbVJSQ
The Artist (2011)
Als Hommage an die Zeit des Übergangs vom Stumm- zum Tonfilm ist die 100 Minuten lange Tragikomödie nicht nur in Schwarz-Weiß gedreht, sondern auch fast vollständig als Stummfilm konzipiert. Lediglich in der letzten Szene ist ein Dialog zu hören:
let’s dance *** https://youtu.be/i2nNmU5v8zM
Ed Wood (1994)
In dem Biopic von Tim Burton spielt Johnny Depp den glücklosen Regisseur Ed Wood, der seine an den Kinokassen gefloppten B-Movies für Meisterwerke hält und unerschütterlich an dem Traum von einer großen Karriere im Filmgeschäft festhält.
da wird selbst der Vampir blass *** https://youtu.be/CawVaHxWvnA
Down by Law (1986)
Landen drei in einer Gefängniszelle, doch nur einer von ihnen hat ein Verbrechen begangen – und raubt den anderen mit seinem Gequassel den letzten Nerv: John Lurie, Tom Waits und Roberto Benigni in einer Komödie von Jim Jarmusch.
was für eine Stimmung *** https://youtu.be/7OHg4Ayewao
Honorable mentions: der Animations-Sci-Fi „Renaissance“ von 2006, das animierte Biopic „Persepolis“ von 2007 und das 1946 in Rom spielende Drama „Morgen ist auch noch ein Tag“ von 2023, das zeigt, wie wichtig es ist, wählen zu gehen. Warum sie nicht ganz oben gelandet sind? Weil ich mich mal wieder nicht entscheiden konnte und ich diesmal so wenig Drama wie möglich haben wollte (außerdem hatte ich Persepolis und Morgen ist auch noch ein Tag bereits).








