Die 5 Besten am Donnerstag: Filme der 1990er Jahre

Auch wie beim letzten Filmjahrzehnt, lasse ich den Erbsenzähler raushängen und datiere dieses Jahrzehnt vom 1. Januar 1991 bis zum 31. Dezember 2000 – denn das wäre mathematisch korrekt. Diesmal sind nämlich bei Passion-of-Arts die besten Filme der 1990er Jahre dran:

Die 1990er Jahre waren für mich die Zeit, in der ich mich mehr und mehr vom Mainstream-Kino ab- und „kleineren“ Arthouse-Produktionen zuwandte. Auch für das britische Kino bzw. britische Schauspieler und Schauspielerinnen schlug mein Herz höher. Deshalb tauchen in meinen fünf „Besten“ Filme auf, die in  Programmkinos gezeigt wurden.

Der Engländer, der auf einen Hügel stieg und von einem Berg herunterkam (1995): Hugh Grant als englischer Landvermesser, der im Auftrag der Regierung in Wales die Höhe des Hausbergs der Gemeinde Ffynnon Garw bestimmen soll und die Dorfbewohner mit der Nachricht erschüttert, dass nur wenige Fuß fehlen, um die Erhebung als Berg in die Landkarten Ihrer Majestät einzutragen. Diese Schmach können die Einwohner Ffynnon Garws natürlich nicht auf sich sitzen lassen und so entwickeln sie einen Plan, ein „Wunder“ geschehen zu lassen.

Alles zur Rettung der Ehre des Dorfs *** https://youtu.be/5RNutxGVWhw

Sinn und Sinnlichkeit (1995): Jane Austens Romane zu verfilmen, ist schon sehr lange beliebt. Die englische Produktion unter der Regie von Ang Lee mit Emma Thompson, Kate Winslet, Hugh Grant und Alan Rickman in den Hauptrollen kam zu der Zeit ins Kino, als ihn Deutschland eine Krankheit grassierte, die unter dem Namen Rinderwahn(sinn) bekannt war. Umso größer war der Ausbruch von Heiterkeit im Kinosaal, als die sehr aufs Sparen bedachte Familie Dashwood bei Tisch darüber debattierte, wo das Rindfleisch zur Zeit besonders günstig sei.

nanu, kennen wir den nicht aus Downton Abbey? *** https://youtu.be/WGyC8lwSCfM

James Bond 007 – Der Morgen stirbt nie (1997): Einer der Bond-Filme mit dem irischen Schauspieler Pierce Brosnan, bei dem ich nicht wegen des Hauptdarstellers ins Kino gegangen bin – nein, es war Götz Otto, der an meiner Schule im selben Jahr wie ich das Abitur gemacht hat und einen Handlanger des Bösewichts spielte. Tatsächlich entpuppte sich der Film in Teilen als Komödie, und so gab es nicht nur Spannung, sondern auch ordentlich was zu Lachen. Unvergessen die Szene, als der Tresor bloß eine Super-Illu enthielt.

chinesisch-englische Zusammenarbeit *** https://youtu.be/s6DuhOM2OTM

The Beach (2000): Gedreht unter der Regie von Danny Boyle, basierend auf dem Buch von Alex Garland und in der Hauptrolle des charismatischen Inseloberhaupts Tilda Swinton = very british, hoch drei…  Hier verschlägt es den Rucksacktouristen Richard Fisher (Leonardo diCaprio) und das Pärchen Étienne und Françoise auf eine streng geheim gehaltene Insel, auf der eine Kommune ein zurückgezogenes und abgeschiedenes Leben führt, abgesehen von den wenigen Ausflügen aufs Festland zwecks Verkaufs von Marihuana und Kaufs von lebenswichtigen Gütern. Doch das freie Leben und das vermeintliche Paradies gibt es nicht umsonst – einmal drin gibt es kein Zurück und auch kein Entkommen.

you can check out any time you like but you can never leave *** https://youtu.be/J9KC6GlWM1g

Final Destination (2000): Stell dir vor, erlebst ein Unglück, das sich täuschend echt anfühlt, aber nur eine Prophezeiung ist, und gleich danach ein Déjà-Vu, das nur eine Reaktion zulässt: Hau. Hier. Ab! – In dem mit einem Saturn Award ausgezeichneten Horrorfilm explodiert eine Maschine des Flugs 180 nach Paris, noch während des Starts über dem Rollfeld, doch bei dieser Katastrophe handelt es sich um die Vision des Schülers Alex, der einen Aufruhr provoziert und vom Flugpersonal zusammen mit seinen Freunden und seiner Lehrerin an die frische Luft gesetzt wird. Noch während man aufgeregt diskutiert, müssen die Daheimgebliebenen mit ansehen, wie ein gigantischer Feuerball dem Flug ein jähes Ende setzt. Zunächst mit dem Leben davongekommen, weicht die benommene Erleichterung schon bald der Erkenntnis, dass der Tod dieses Schlüpfen durch die Hintertür gar nicht gut findet und sich nun einen nach dem anderen holen wird, und zwar unter abenteuerlichen Umständen und durch fatale Kettenreaktionen, eine absurder als die nächste.

dem Tod schlägt man kein Schnippchen *** https://youtu.be/bIf5pgKcu9s

Ja, die 1990er Jahre waren voll von tollen Filmen, deshalb haben es die folgenden leider nicht mehr in meine Top 5 geschafft: Brassed Off – mit Pauken und Trompeten“ von 1996 (so richtig was fürs Herz und mit toller Musik) und „Ganz oder gar nicht“ von 1997 (noch ein britisches Social Drama), die ich beide im Kino gesehen habe – sowie „Arlington Road“ von 1999 (bei dem es mir jedes Mal kalt den Rücken runter läuft) und „Die Verurteilten“ von 1994 (ein immer wieder gern gesehenes Gefängnisdrama), die ich nur aus dem Fernsehen kenne.