Jetzt bin ich aber wirklich gespannt, welche Geheimnisse hier enthüllt werden.
Flo von Passion-of-Arts hat uns nämlich heute dazu aufgerufen, hier „versteckte Schätze und verborgene Highlights“ aus dem letzten Jahr miteinander zu teilen. Spoiler: Beim Studieren der Übersicht für den Januar hätte ich wissen müssen, dass sich das Thema auf Filme bezieht – Filme, die wir als Geheimtipps handeln würden. Dumm nur, dass ich mich gefragt habe, ob sich die Top Five auch auf Serien, Bücher oder Musik ausweiten lassen und mich dazu habe hinreißen lassen, in eine ganz andere Richtung zu laufen. Um zu zeigen, warum ich komplett neben der Bahn laufe, zitiere ich den Text aus der letzten Monatsübersicht (Stand 23.12.2025):
„Auf der Suche nach den 5 besten Geheimtipps 2025 erwarten euch überraschende Empfehlungen, exklusive Einblicke und kleine Entdeckungen, die ihr so garantiert noch nicht kanntet. Und wir hoffen, dass ihr ebenso ein paar Geheimtipps habt, die wir noch nicht kannten. Lasst euch inspirieren, stöbert, staunt und entdeckt mit Flo die Insider-Tipps, die das vergangene Jahr zu etwas Besonderem gemacht haben.“
Überraschende Empfehlungen? Upsi, deswegen geht das Thema fast ganz weg vom Medium Film, und so besteht meine Auswahl aus einem bunten Allerlei aus Entdeckungen, die sich auf die menschlichen Sinne beziehen bzw. diese ansprechen. Eine Rangfolge findet ihr, wie meistens hier, vergeblich. Dafür aber alles Mögliche, das nichts mit Film, Serien oder Fernsehen zu tun hat.
Tipp 1 : Hören & Fühlen
Am 13. Dezember 2025 hatte ich das Vergnügen, an einer fast zweistündigen Führung über das Uniongelände an der Hanauer Landstraße in Frankfurt/Main teilzunehmen. Geschrieben hatte ich darüber hier. Was ich in diesem Beitrag jedoch nicht erwähnt hatte, war mein kurzer Rundgang über das Gelände eine halbe Stunde vor Beginn der Veranstaltung. Bei dem machte ich einige interessante Entdeckungen, die zwar nicht zum Thema „Neon“ passen, dafür aber jetzt hier: Kunst zum Anfassen. Wo sonst kann man Installationen anfassen, außer vielleicht Statuen im Park? Und damit ihr wisst, wovon ich rede, gibt es an dieser Stelle ein Foto.
Wer erinnert sich noch an die öffentlichen Münzfernsprecher, in die man Geldstücke einwerfen musste, um jemanden anrufen zu können? Die Telefonzellen gab es zwar später immer noch, nur musste man da vorab gekaufte Telefonkarten einführen – inzwischen sieht man sie im Straßenbild gar nicht mehr (außer zu Bücherschränken umfunktioniert). Doch hier, auf diesem Kunstparcours, haben zwei solche Telefone eine letzte Ruhestätte gefunden. Und das Beste daran: Man muss kein Geld einwerfen, kann aber trotzdem eine Taste drücken und kann sich dann an dem ausgewählten Lied in Mono erfreuen.
Tipp 2 : Riechen & Schmecken
„Zwischen den Jahren“ ist meistens die Luft raus, so auch auf unserem Wochenmarkt, der dreimal pro Woche stattfindet: dienstags, freitags und samstags. An diesem Tag nach den Weihnachtstagen jedoch konnte man die Anzahl der Stände an zwei Händen abzählen. Nicht einmal ein Fischbrötchen war zu bekommen. Soll vorkommen. Was mich aber wirklich überraschte, war der griechische Obststand, an dem man Zitrusfrüchte feilbot – und zwar Sorten, denen ich nur selten begegne. Alleine der Duft! Das sind nicht bloß Orangen und Zitronen, sondern Pomeranzen, Zitronat-Zitronen, Amalfi-Zitronen und Bergamotte-Früchte. Grapefruits gab es zwar auch, aber die waren angesichts dieses verlockenden Angebots bloß schmückendes Beiwerk und schnell gegessen. Die heimlichen Superstars unter all den gelben und orangen Früchtchen habe ich im Bild festgehalten, damit ihr euch vergewissern könnt, wie die duften Kerlchen aussehen.
*1* – Bergamotte-Früchte (die „grüne“ Frucht), ein echter Geheimtipp für Liebhaber von Earl-Grey-Tee, die sich allein schon an ihrem himmlischen Duft erfreuen können.
*2* – Pomeranzen (das orange Früchtchen links im Bild), saurere Früchte aß ich nie. Aber sauer macht ja bekanntlich lustig. Und sie eignen sich zum Kochen von Marmelade.
*3* – Amalfi-Zitronen, die aromatische Grundlage für Limoncello, ihre unbehandelte Schale kann man mitessen, also auch in Salaten verwenden.
*4* – Die Zitronat-Zitrone, die „Ur“-Zitrone, aus ihrer Schale fertigt man Zitronat; mir wurde sie als Zutat für einen Salat empfohlen.
Tipp 3 : Sehen
Weil ich an dieser Stelle zu faul bin, meinen Beitrag zu den fünf besten Filmen 2025 umzuschreiben, erkläre ich kurzerhand den schwedisch-dänischen Film „Therapie für Wikinger“ von Anders Thomas Jensen (Den sidste viking * Schweden/Dänemark. 2025) zum Geheimtipp. Angesehen habe ich mir die schwarze Komödie mit Mads Mikkelsen in der Rolle des an einer dissoziativen Identitätsstörung leidenden Manfred, der sich für John Lennon hält, am 27. Dezember. Worum es geht? Als Anker nach 15 Jahren aus dem Gefängnis kommt, braucht er seinen Bruder Manfred, um an die Beute zu gelangen. Und hier liegt (wortwörtlich) der Hund begraben, denn leider kann sich Manfred nicht mehr erinnern, wo er das Geld verbuddelt hat, denn wegen seiner Identitätsstörung hält sich für John Lennon… Etwas ausführlicher beschrieben habe ich den Film in meiner letzten Ausgabe von „Cinema Scope“, darum gibt’s an dieser Stelle von mir heute nur einen Happen.
Tipp 4 : Sehen – Riechen – Schmecken – Hören
Der Weihnachtsmarkt bzw. die Weihnachtsmärkte „im Wald“. „Winterwald“ Nummer Eins befand sich in Fulda, und hier kam ich mir tatsächlich vor wie im Märchen: Tannenbäume mit ihrem herrlichen Duft, Wandeln auf mit Sägespänen ausgelegtem Boden, eine „Glühlichtung“ und angenehme, dezente Musik – die Stadt Fulda schrieb dazu folgendes: „Pssst: Für alle, die noch mehr gemütliche Marktstimmung genießen möchten, geht der Winterwald Unterm Hl. Kreuz auch dieses Jahr in die Verlängerung und öffnet vom 27. – 30. Dezember 2025“. Hätte ich davon eher gewusst, wäre ich eventuell noch einmal hingefahren. So wie es aussieht, findet auch in diesem Jahr der Markt in dieser Form wieder statt.
Ein anderer Wald, in dem jährlich ein Weihnachtsmarkt stattfindet, ist der Frankfurter Stadtwald rund um den 2020 originalgetreu aufgebauten Goetheturm, nachdem er 2017 in Brand gesteckt und damit vollständig zerstört worden war. Das Ganze nennt sich Sachsenhäuser Weihnachtsmarkt rund um den Goetheturm – und das ist er, der Turm:
Die Stimmung war trotz Gedränge gut, und hier konnte ich auch nach langer Zeit wieder einmal Glühbier (heiß gezapftes belgisches Kirschbier) trinken, während im Hintergrund die Musik vom Kinderkarussell dudelte und am anderen Ende des Marktes eine Band jazzig angehauchte Evergreens zum Besten gab.
Tipp 5 : Schmecken & Sehen
Das ist Miro. Entdeckt auf dem Mannheimer Weihnachtsmarkt.
Ein Figürchen ganz aus Schokolade und viel zu schade zum Verspeisen. Zum Glück kenne ich die Schokolade schon und weiß, dass sie mir mundet.
Das waren meine Tipps aus dem letzten Jahr. Vielleicht entdecke ich ja dieses Jahr noch mehr in dieser Art. Aber um die eigentliche Aufgabenstellung nicht ganz aus den Augen zu verlieren, kommen zum Schluss noch ein paar Filme, über die ich 2025 aufmerksam wurde und anhand der Trailer beschlossen habe, ihnen in der ersten Januarhälfte eine Chance zu geben:
„Lolita lesen in Teheran“: Verfilmung der gleichnamigen Autobiografie von Azar Nafisi, die mit einigen ihrer Studentinnen einen Lesekreis gründet, um heimlich unter der Regierung von Ayatollah Khomeini verbotene, westliche Klassiker zu lesen, u. a. von Jane Austen und Vladimir Nabokov. / „Der Fremde“: unter der Regie von François Ozon entstandene Neuverfilmung des Klassikers von Albert Camus, gedreht in Schwarz-Weiß – was mich an der Stelle dazu bringt, die Vertonung „killing an arab“ von The Cure aus dem Jahr 1978 wieder aus der Versenkung hervorzuholen.
kurz und knackig und nach 48 Jahren immer noch hörbar – mit Ausschnitten aus der Romanverfilmung von Lucino Visconti *** https://youtu.be/c7n_imknhcg






