Dieser Beitrag kommt an dieser Stelle völlig ungeplant, weil ich ja erst die vorherigen Wochenaufgaben „abarbeiten“ wollte, aber irgendwie ist mir bis jetzt zu den Aufgaben der Wochen vier bis sieben nichts brauchbares vor die Linse gekommen.
Und so lege ich jetzt erst einmal eine kreative Pause mit einem Bild zum Thema Nachtfotografie ein, denn das war die achte Wochenaufgabe (16. bis 22. Februar) der 52-Wochen-Challenge von Norbert Eder :
Eine ähnliche Aufnahme hatte ich zwar schon einmal unter dem Stichwort „Diagonale“, aber mir gefiel die Anordnung von Licht und Schatten – weshalb ich mich nachts neulich noch einmal ans Fenster gesetzt und auf den Auslöser gedrückt habe.
Für die einen ist der Oscar das Gütesiegel für einen Spitzenfilm – andere interessieren sich eher für Filme, die in Cannes mit einer Goldenen Palme ausgezeichnet werden. Verliehen wird dieser Filmpreis schon seit den 1940er Jahren, nur hieß er da noch anders – daher konzentriere ich mich auf Filme seit 1975, denn ab da blieb es bei dem Namen. Apropos Namen – Preise für Regie oder Haupt- bzw. Nebenrolle sind hier heute, am 26.2.26 bei Passion-of-arts nicht gefragt, denn wirklich nur die besten Filme – Zitat:
„Hier geht es ausschließlich um die Filme, die als Bester Film die Goldene Palme gewonnen haben– echte Klassiker und moderne Highlights, die Kritiker:innen und Publikum gleichermaßen begeisterten.“
Gebt dem Arthouse-Kino eine Chance? Hurra! Das ist doch genau meins. Und so habe ich mich sogleich auf die Socken gemacht und die Datenbank der Goldenen Palme von 1975 bis 2024 nach Filmen, die ich bereits kenne, durchforstet. Nur zwei davon habe ich tatsächlich im Kino gesehen (nämlich Nummer Drei und Vier in meiner Auflistung) – den Rest auf DVD. Die Nennung ohne Wertung erfolgt wie so oft bei mir in chronologischer Reihenfolge.
Taxi Driver (1976) – Regie: Martin Scorsese
Robert de Niro als Vietnam Veteran Travis Bickle, der wegen seiner Schlafstörungen nur die unbeliebte Nachtschicht fährt – in Gegenden, wo man nicht tot überm Zaun hängen möchte – und mit Gästen, die er im Grunde verabscheut. Besessen von der Vision, die Straßen New Yorks von all dem Abschaum reinigen zu wollen, steigert sich seine, sich selbst aufgelegte Mission, eine minderjährige Prostituierte (Jodie Foster) aus dem von ihm verhassten Milieu zu befreien, in eine Orgie sinnloser Gewalt.
Apocalypse Now (1979) – Regie: Francis Ford Coppola
Der Wahnsinn des Vietnamkriegs, verkörpert durch den Colonel Walter Kurtz, der im Dschungel von Kambodscha sein eigenes kleines „Königreich“ aus ihm ergebenen Anhängern errichtet hat. Den Abtrünnigen zu liquidieren, so lautet die Mission des Captain Willard – ein Himmelfahrtskommando, in dessen Verlauf Meter um Meter durch die Wildnis die Sinnlosigkeit von Willards Spezialauftrag im Einzelnen und des Kriegs im Allgemeinen mehr und mehr zutage tritt.
Sex, Lügen und Video (1989) – Regie: Steven Soderbergh
Fragt man mich nach der Handlung, so kann ich mich nur noch an die Tapes erinnern, die der introvertierte Graham (James Spader) aufnimmt. Wer aber nun anhand des Filmtitels an eine ganz bestimmte Art von „Tapes“ denkt, den muss ich an dieser Stelle enttäuschen – denn Graham filmt niemanden bei seinen horizontalen Aktivitäten, sondern nimmt nur das auf, was Frauen ihm erzählen. Aber das allein reicht schon aus, um bei anderen Missverständnisse und völlig falsche Vorstellungen hervorzurufen…
Wild at Heart – die Geschichte von Sailor und Lula (1990) – Regie: David Lynch
Alle haben es auf Sailor (Nicholas Cage) abgesehen – allen voran Lulas (Laura Dern) Mutter, die gleich zwei Killer anheuert, um ihn zu töten. Und alles nur, weil ihr seine Nase nicht passt und sie verhindern möchte, dass ihre Tochter sich weiter mit ihm einlässt? Ach, wenn es doch so einfach wäre… Denn Sailor hat etwas gesehen, das er nicht sehen sollte. Und während die Killer ihnen auf den Fersen sind, genießen sie ihre scheinbare Freiheit oder besser gesagt das, was ihnen an kurzer Zeit noch bleibt. Ein Roadmovie, das ich erst viele Jahre später nach dessen Entstehung gesehen habe und an dem mich die vielen Rückbezüge auf den Zauberer von Oz nachhaltig beeindruckt haben.
Björk als Selma, die aufgrund einer Erbkrankheit zu erblinden droht und sich in Musicalwelten hinein träumt, um dem tristen Alltag zu entfliehen. Das alleine ist schon deprimierend genug, doch Selma hat noch einen Sohn, dem sie die Krankheit vererbt hat. Helfen kann nur eine teure Operation, doch um diese finanziell stemmen zu können, arbeitet sie in Zusatzschichten bis zum Umfallen. Leider wird sie aber wegen eines Missgeschicks entlassen und muss feststellen, dass ihr das zusammengesparte Geld gestohlen wurde. Eine Entdeckung mit fatalen Folgen.
So, das war meine Auswahl, in Kürze zusammengefasst. Außen vor gelassen habe ich „Das Piano“ (1993 – Regie: Jane Campion), „Der Pianist“ (2002 – Regie: Roman Polanski) und „Parasite“ (2019 – Regie: Bong Joon-ho). Übrigens – wer seinen Favoriten hier nicht gefunden hat, kann sein Glück beim Goldenen Löwen (Venedig) oder beim Goldenen Bären (Berlin) versuchen.
Hier eine Übersicht der übrigen Gewinner: in Cannes, in Berlin und in Venedig.