Cinema-Scope 2026 *** 15. bis 31. Januar

Mit dem Filmfreund:in-Pass ins neue Jahr…  wenn man da pro Vorstellung (inclusive Live-Übertragungen der Opern und Ballettaufführungen aus London) zwei Euro spart, muss ich mindestens neunmal in die Frankfurter Arthouse-Kinos gehen, damit sich die Ausgabe dafür amortisiert.

Viermal habe ich ihn schon benutzt – fehlen noch vierzehn weitere Vorstellungen, und das kann schneller gehen als geplant. Jedenfalls wenn man danach geht, was alles in der zweiten Januarhälfte so lief:

Schade nur, dass sich alles so ballen musste, denn nicht immer wird ein Film länger als nur ein paar Tage gezeigt. Da heißt es zugreifen, solange das Brötchen noch warm ist. Oder so. Und um es mal mit der Analogie zu Speis und Trank zu sagen – nach dem Menü folgt nun eine etwas genauere Auflistung der Zutaten, inclusive Herkunftsland und Datum der Herstellung.


Mit The Dressmaker (Australien, 2015) hatte das Deutsche Ledermuseum das erste Mal einen Spielfilm in seiner Filmabendreihe zum Thema Mode. Und ich war bei weitem nicht die Einzige, die der Einladung zu diesem besonderen Ereignis gerne folgten, hatte ich das auf der gleichnamigen Gothic Novel basierende Drama vor Jahren schon einmal auf DVD gesehen – nun wollte ich das knapp zweistündige Werk noch einmal auf einer Leinwand erleben. Worum es geht? Nach 25 Jahren kommt Myrtle „Tilly“ Dunnage zurück in ihr Heimatdorf, aus dem sie als Kind verstoßen wurde. Als inzwischen erfolgreiche und überaus talentierte Modeschöpferin, die für Balenciaga gearbeitet hat, möchte sie mit der Vergangenheit abschließen und herausfinden, ob sie für den Tod ihres Schulkameraden Stewart, der sie regelmäßig gemobbt hat, verantwortlich ist oder nicht. Je näher Tilly der Enthüllung der Wahrheit kommt, desto stärker reift in ihr das Verlangen nach Rache.

Sie ist wieder da *** https://youtu.be/aBreLeJB4k0


Die jüngste Tochter (Frankreich/Deutschland, 2025): In einem der vielen Vororte (Banlieues) von Paris, lebt die 17jährige Fatima ein Leben mit angezogener Handbremse. In ihrer Freizeit spielt sie Fußball, ihre Schulclique besteht ausschließlich aus Jungs, die in der Klasse als Störenfriede gelten, und trotz ihres Verlobten, mit dem sie eine eher halbherzige Beziehung pflegt, fühlt sie sich zu Frauen hingezogen – rastet aber aus, als ein Mitschüler sie als Lesbe beschimpft. Ein Zustand, der sich erst ändert, als sie ein Philosophiestudium in Paris beginnt und sie wegen ihrer Asthmaerkrankung an einer Schulung im Krankenhaus teilnehmen muss, wo sie auf die Krankenschwester Ji-Na trifft. Eine Liebesbeziehung bahnt sich an, doch Ji-Na beendet wegen ihrer Depressionen diese abrupt und ghostet Fatima. Die versteht die Welt nicht mehr und sucht Rat bei einem Imam, der ihr jedoch auch nicht helfen kann. Bleibt jetzt nur noch die Mutter, die ganz genau spürt, dass mit ihrer jüngsten Tochter etwas nicht stimmt – aber ob das Mädchen sich ihr anvertraut, das bleibt bei dieser französischen Produktion, für die es in Cannes Standing Ovations gab, offen. Nadia Melliti wurde für ihre Rolle der sich mit dem Outing schwertuenden Fatima mit dem Darstellerpreis geehrt.

Gewonnen hat die Goldene Palme zwar ein anderer Film (Ein einfacher Unfall), doch für „Die jüngste Tochter“ gab es die Queer Palm, das Gegenstück zu dem Berliner Teddy Award und dem Queer Lion von Venedig.

Wenn man es allen recht machen will : https://youtu.be/eahVwQAGYak


Diese Sondervorstellung im Rahmen der Filmreihe „Filme des Orients“ in Kooperation mit Stiftung Ostwestpassagen hatte es in sich: nämlich einen gut gefüllten Kinosaal, in dem ich nur noch mit Mühe einen vernünftigen Platz bekam. Und ich dachte mir noch, wer schaut sich schon an einem Montagabend um halb sieben einen Film wie Die Rückkehr des Filmvorführers (Frankreich/Deutschland, 2024) an? Vor allem, wenn es sich um eine Vorstellung in aserbaidschanischer Sprache mit deutschen Untertiteln gezeigt wird… Worum es geht? Ich zitiere an dieser Stelle den Verleih selbst:

„Nach dem plötzlichen Tod seines Sohnes fasst Samid den Plan, seinen alten Kinoprojektor aus Sowjet-Zeiten wieder in Stand zu setzen. Er träumt davon, sein aserbaidschanisches Dorf nach dreißig Jahren wieder vor der Leinwand zu vereinen. Eine große Herausforderung, denn die Projektor-Lampe ist kaputt, die skeptischen Sittenwächter im Dorf müssen überzeugt werden und von der einzig verfügbaren 35mm-Filmkopie fehlt die letzte Rolle. Doch Samid findet Unterstützung in seinem ebenso filmbegeisterten wie pfiffigen Enkel, der die letzte Rolle des Films kurzerhand mit dem eigenen Handy nachdreht.“

Bei dieser Liebeserklärung an das Kino selbst, die so universell ist, dass sie auch in jedem anderen Dorf auf der Welt hätte spielen können, musste ich unwillkürlich an Cinema Paradiso denken, besser gesagt die italienische Kleinstadt, in der der Pfarrer die vermeintlich unmoralischen Kußszenen aus den Filmen schneidet, bevor diese gezeigt werden dürfen. Nur kann in „Die Rückkehr des Filmvorführers“ Samid den Dorfältesten den Wind aus den Segeln nehmen, indem er vorschlägt, an den verfänglichen Stellen den Projektor einfach abzudecken, anstatt an dem Material herum zu schnippeln. Schön, wie sich hier alle ins Zeug legen und mithelfen wollen, damit aus dem groß angekündigten Filmabend kein Reinfall wird. Schließlich wollen 4 x 5 Meter Leinwand erst einmal genäht sein. Aus Bettlaken. Dass sich die Lieferung der aus Litauen bestimmten Glühbirnen für den Projektor so lange hinzieht, sorgt ärgerlicherweise für gewissen Unmut unter den Dorfbewohnern. Doch als es dann soweit ist, können sie ihr Glück kaum fassen. Da macht es auch nichts, dass Samids Enkel sämtliche Dialoge aus dem indischen Original in ihre eigene Sprache übersetzt hat und während der Vorführung ganz einfach darüber spricht – und die letzte fehlende Szene, mit dem Opa als anderthalbminütiger Zeichentrick zusammengefasst, von seinem Smartphone aus abspielt. Kino-zeit.de schreibt dazu: „Ein Film wie der vorliegende beweist, dass die Faszination fürs Kino nicht totzukriegen ist.“ Das will ich aber auch meinen.

Filmtoast-Trailer: https://youtu.be/hZsx705vAUM


Ich könnte es mir an dieser Stelle jetzt einfach machen und behaupten, ich hätte mir In die Sonne schauen (Deutschland, 2025) nur angesehen, weil es unser für den Auslands-Oscar nominierte Beitrag ist – aber nix da. Mir hatte das teilweise op Plattdüütsch gedrehte und mit Untertiteln versehene Werk eine Dame aus meiner Ostfriesland-Reisegruppe empfohlen. Und noch immer tue ich mich fast eine Woche nach der Vorstellung schwer damit, eine kurze und knackige Zusammenfassung zu schreiben, denn – obacht! – eine durchgehende Handlung bietet dieses Zweieinhalbstunden-Brett nämlich nicht; vielmehr gleiten wir Zuschauer übergangslos von Jahrzehnt zu Jahrzehnt: kurz vor dem Beginn des 1. Weltkriegs, kurz vor dem Ende des 2. Weltkriegs, irgendwann in den 1980er Jahren in der DDR und schließlich noch in der Gegenwart. Und alles auf demselben Hof.

Aus dem Puzzle wird für mich dann ein Memoryspiel, wenn Motive aus einem Jahrzehnt in einem anderen wieder auftauchen, wie zum Beispiel das „Geisterbild“, das dann entsteht, wenn jemand bei längerer Belichtung nicht stillhält – so wie die Mutter auf dem mit der Plattenkamera aufgenommenen Bild am Anfang des Jahrhunderts und später Angelika, die minderjährige Hauptfigur, als sie bei dem Gruppenfoto mit der Polaroidkamera aus dem Bild rennt. Oder wenn man über Dinge, die andere komisch finden, nicht lachen kann – aber wenn es um erlebte Traumata geht, aus dem Lachen nicht mehr herausfindet. Kinder bzw. Teenager, die sich vorstellen, wie es wohl wäre, das eigene Leben zu beenden, während in den anderen Generationen das Scheiden aus dem eigenen Leben als Ausweg aus der drohenden Hölle angesehen wird. Als Hölle habe ich auch den alltäglichen Missbrauch und die Übergriffe empfunden, die vor niemandem haltmachen – nicht vor dem Cousin Angelikas, nicht vor Lya, der älteren Schwester Almas.

Nachdrücklich haften geblieben ist bei mir auch die Vorstellung davon, dass ein Wort seine Bedeutung verliert, wenn man es nur oft genug wiederholt: Nicht nur der „Arbeitsunfall“, bei dem klar ist, dass er herbeigeführt wurde, um der Rekrutierung für die kaiserlichen Truppen zu entgehen – sondern auch der Name. Angelika. Und nicht zuletzt: das Schlüpfen in fremde Rollen und das Unvermögen, sich selbst von außen zu betrachten oder gar man selbst zu sein. Wie lange man wohl glücklich spielen kann, bis es jemand merkt?  Den MUBI-Trailer fand ich übrigens stimmiger – weil in dem Film kaum Musik vorkommt, nur der eine Song, den ich am Schluss präsentiere:

Man denke sich die Musik weg *** MUBI-Trailer: https://youtu.be/O-jgGbvLgVo


Apropos „man selbst sein“… Mein Dank geht an die Personen, die mir Rental Family (Japan/USA, 2025)  empfohlen haben. Hier haben wir es mit dem ständig auf der Suche nach Rollenangeboten befindliche und seit sieben Jahren in Japan lebende Schauspieler Phillip, der eines Tages bei einer Agentur unterkommt, die Personen „verleiht“ – für die unterschiedlichsten Rollen. So mimt Phillip (Brendan Fraser) unter anderem den Bräutigam für eine junge Frau, die sich nicht outen kann und ihr Gesicht wahren muss, als sie von zu Hause ausziehen will, um mit ihrer großen Liebe zusammenzuziehen. Interessant waren für mich vor allem die Beweggründe, weshalb Menschen andere engagieren, um vor anderen eine ihnen zugedachte Rolle zu spielen. Da ist die Mutter, die einen Vater für ihre uneheliche Tochter Mia aus dem Hut zaubern muss, damit das Kind eine Chance hat, an der besten Privatschule überhaupt angenommen zu werden. Oder der Gamer, der einfach nur einen Partner für seine Nachmittage an der Spielekonsole braucht. Und schließlich noch der alte, immer stärker von Demenz heimgesuchte ehemalige Schauspieler, der von dem von der Tochter angeheuerten „Journalisten“ interviewt werden soll, aber – gegen den Willen seiner Tochter – noch eine letzte Reise unternehmen muss, bevor die Krankheit die Oberhand gewinnt. Vor allem aber muss Phillip die Entscheidung treffen, ob er alles stehen und liegenlässt, um die heißersehnte Rolle in Korea anzunehmen oder diese ausschlägt, um zu seinem Versprechen, das er Mia gegeben hat, stehen zu können.

Auf der einen Seite der kurze Erfolg, der den Durchbruch zu der angestrebten Karriere bedeuten könnte – auf der anderen Seite das regelmäßige Schlüpfen in Rollen, die sich nicht nur zunehmend echter anfühlen, je länger er sich darin einrichtet. Rollen, die laut Agenturchef eine Bedeutung haben und den Kunden dabei hilft eine Verbindung zu etwas aufzubauen, was ihnen im Leben fehlt. Dass dies aber auch Phillip in ähnlicher Weise helfen könnte, war nicht Teil der Tagesordnung.

Was mir vor allem gefallen hat, war die Tatsache, dass der Film recht schnell auf den Punkt kommt und sich dann mit den entscheidenden Fragen ausreichend Zeit nimmt, die es braucht, um seine Wirkung zu entfalten. Nur weil es anscheinend Fake ist, heißt es nicht, dass es nicht wahr sein kann (sometimes the story we tell ourselves becomes the truth. It’s cool but it’s fake. Well, sometimes it is okay to pretend) – und schließlich erkennt Phillip, dass er zwar eine Rolle im Leben seiner Kunden spielt, aber am Ende spielen diese ebenfalls eine in seinem Leben. In jeder Hinsicht.

Es wird die Rolle seines Lebens *** Deutscher Trailer :  https://youtu.be/Vv0Wq6IOffM
 


„The world is a wonderful stage but has a deplorable cast“ (Die Welt ist eine wunderbare Bühne, aber ihr Ensemble ist erbärmlich)… Kann sich noch jemand an „Die Truman Show“ erinnern? Da fällt eines Tages ein Scheinwerfer zu Boden und stürzt den eher simpel gestrickten Versicherungsangestellten Truman Burbank in heillose Verwirrung. Denn der muss erkennen, dass sein Leben nicht echt ist, sondern ein inszenierter Teil einer Fernsehshow, aus der er von da an ausbrechen möchte. Ungefähr so habe ich mir Decorado (Spanien/Portugal, 2025) von Alberto Vázquez erklärt, nur dass in diesem Animationsfilm mit Fabelwesen (Tiere und Pilze) die Maus Arnold sich zu fragen beginnt, ob sein Leben in der von dem Konzern ALMA (Almighty Limitless Megacorporative Agency) beherrschten Stadt überhaupt noch echt ist. Ein Arzt erklärt ihm, dass es in dieser Welt unmöglich ist, zu träumen („In this world, Arnold, it is impossible to dream“), und selbst seine geliebte Frau Maria will ihm nicht glauben. Nachdem seine besten Freunde verschwunden sind, spült er die von ALMA verordneten Pillen in der Toilette hinunter und macht sich auf die Suche nach dem Ausgang, der am anderen Ende des als böse verrufenen Waldes liegen soll und den noch niemand gefunden hat.

Ein morbides, düsteres Märchen, das sich mit der Frage beschäftigt, was Freiheit ist und in dem unter anderem ein Geist heraufbeschworen wird, eine depressive, schwarz-weiße Fee Arnold und seiner Frau zuredet und Singvögel kein Zwitschern, sondern Handytöne absondern… Was 2016 mit einem elfminütigen Kurzfilm gleichen Titels begann, hat Vázquez zu einem abendfüllenden Spielfilm von 95 Minuten Länge ausgebaut.

Dass hier alles nur Staffage oder eben Kulisse (decorado) ist, verrät schon der Titel  – und wenn man sich zudem noch vergegenwärtigt, dass das spanische Wort „alma“ auf Deutsch „Seele“ bedeutet, wirkt die Darstellung des seelenlosen Molochs auf dem Berg über der Stadt wie der reinste Hohn.

Fantasy-Filmfest-Trailer *** https://youtu.be/C9cNMTQsZ-o

Eine kleine filmische Perle, die mich an „Birdboy: The forgotten children“ erinnert. Kein Wunder – der Regisseur war ja auch der gleiche.


 
So, das waren meine gesammelten Highlights des ersten Monats in diesem Jahr. Auf dass noch weitere schöne Stunden folgen werden – z.B. mit Send Help. Bis dahin noch ein Song, der mich noch tagelang beschäftigt hat – Anna von Hausswolff mit „Stranger“:

Es gab nur diesen einen Song in „In die Sonne schauen“ *** https://youtu.be/DbjkjTsOKx8

Media Monday # 761 : White Nights

Fantasy Filmfest White Nights – die angekündigten Schneemassen, die heute Morgen knöchelhoch lagen, hätten zu keinem passenderen Zeitpunkt kommen können. Dabei war von der weißen Pracht gestern auf dem Nachhauseweg noch nichts zu sehen. Die Flocken begannen wohl erst am Abend zu rieseln, aber da lag ich schon in den Federn und kurierte meine plattgelatschten Füße aus, die mir die Freinsheimer Rotweinwanderung am Samstagnachmittag eingebracht hatte: 7 Kilometer durch die Freinsheimer Weinberge und 13 Stände, an denen man alle möglichen Weine trinken und Pfälzer Spezialitäten verzehren konnte, u.a. Saumagen im Brötchen oder Felsenaustern…

Ich bin bei der bodenständigen Variante geblieben und weiß nun endlich, worauf einer unserer ehemaligen Bundeskanzler kulinarisch so schwor. Nicht, dass ich Fan dieses Herrn gewesen wäre, aber wenigstens weiß ich nun, wie Saumagen schmeckt. Nun aber weg vom belegten Brötchen und hin zum Media Monday mit seinen sieben Lückentexten.

Media Monday #761

1. Wenn jemand einen Film dreht, dann hätte ich entweder ein Ergebnis mit Tiefgang und zum Nachdenken oder eines, das mein Herz berührt – zwei Kriterien, die sich für mich meistens in Arthouse-Produktionen erfüllen und weniger im sogenannten Mainstream-Kino.


2. Es ist wirklich spektakulär, was sich da draußen vor meinem Fenster gerade tut. Blöd nur, dass ich deswegen jetzt doch nicht zum Saunieren gefahren bin, weil ich nach der Schneeschipperei nicht auch noch mein Auto freiräumen wollte. Morgen ist auch noch ein Tag.


3. Es grenzt an eine Frechheit, dass „Wallace & Gromit – Vergeltung mit Flügeln“ nach nur wenigen Tagen und begrenztem Erscheinen in welchem Kino auch immer (hierzulande vermutlich so gut wie gar nicht), zu Netflix gewandert ist. Ich hätte ihn gerne gesehen, aber Netflix deswegen zu abonnieren, kommt für mich nicht in die Tüte. Außerdem habe ich mir sagen lassen, dass DreamWorks den Aardman-Studios zu viel reingequatscht hat, was in meinen Augen mindestens genauso schlimm ist, sind es doch gerade die vielen Anspielungen auf britische Eigenheiten, welche die Aardman-Produktionen für mich so liebenswert machen. Diese amerikanisierte Einheits-Soße finde ich ganz furchtbar.


4. „In die Sonne schauen“ ist völlig zu Recht für einen Oscar nominiert, denn mit seiner Struktur und Erzählweise fällt er völlig aus dem Rahmen der üblichen Sehgewohnheiten.


5. Selbst die größte Lobhudelei konnte den Film „Eddington“ für mich nicht retten, denn ich habe mich dabei gefühlt wie bei „Once upon a time in Hollywood“, inclusive ständigem Auf-die-Uhr-Schauen.


6. Die Ankündigungen bzw. Starts neuer Projekte waren im Januar auch wieder zu erwarten – eine Erwartung, der ich nur in Teilen nachgekommen bin, denn bei einigen hänge ich gnadenlos hinterher.


7. Zuletzt habe ich die 13-Uhr-Vorstellung beim Fantasy Filmfest in Frankfurt besucht und das war mal wieder richtig schön, weil ich mir genau den richtigen Film ausgesucht hatte: „Decorado“, einen spanisch-portugiesischen Animationsfilm von Alberto Vázquez, der auf dessen Kurzfilm von 2016 basiert. Spaßiger Nebeneffekt – ich bin Medienhobbit über den Weg gelaufen, der sich den gleichen Film angeschaut hat, allerdings nicht alleine, und von weiter vorne.

Die 5 Besten am Donnerstag : Es lebe der Sport

Nach 45 Jahren immer noch gut *** https://youtu.be/u09I7rMKpIs


Heute, am 22. Januar, sollen ja die Oscar-Nominierten bekanntgegeben werden – ein Thema, das mich früher mehr interessiert hat. Im Vergleich dazu geht es bei Passion-of-Arts um Längen spannender zu, denn jetzt wird’s sportlich. Denn das Thema Box- und Kampfsportfilme kommt diesmal von Martin – ich zitiere:

Da muss ich mich gar nicht erst fit machen, denn ein Haudrauf bin ich nie gewesen und habe es auch nicht vor, eine/r zu werden. Aber zugucken? Was der Fendrich kann, kann ich schon lange. Und auch wenn hier vermutlich Werke wie „Fight Club“ eher nicht gefragt sind, bin ich doch gerne dabei, wenn sich zwei oder mehrere Sparringspartner auf der Leinwand begegnen. Der ein oder andere Film auf meiner Liste wird daher vermutlich niemanden überraschen. Dafür aber ein Genre, das hier vermutlich nur wenige in Betracht gezogen hätten.


Der Klassiker auf meiner Liste: Rocky (1976)

Ich glaube, es waren genau zwei Rollen, für die Sylvester Stallone mir bis heute im Gedächtnis geblieben ist. Die erste war die des Vietnam-Veteranen John Rambo in „Rambo“ (First Blood) – und sechs Jahre davor die des Boxers Rocky Balboa in „Rocky“ – die Geschichte eines Amateurs und Außenseiters, der sich durch harte und schier endlose Trainingseinheiten für den Kampf gegen Apollo Creed, den amtierenden Weltmeister im Schwergewicht, fit macht. Am Ende mag zwar Creed nach Punkten siegen – doch dadurch, dass Rocky nicht aufgibt, und sich durch jede Runde kämpft, erringt er die Gunst des Publikums und wird Weltmeister der Herzen. Und wenn wir schon von Herzen sprechen: Natürlich darf auch die Liebe in dem mit drei Oscars ausgezeichneten Spektakels nicht fehlen – denn was für ihn wirklich zählt, ist das Herz der schüchternen Adrian, das er am Ende gewinnt. Außerdem ist die Musik legendär.


Boxen können auch andere : Million Dollar Baby (2004)

Anders als in „Rocky“ ist es hier die für den Boxsport eigentlich schon zu alte Kellnerin Maggie Fitzgerald (Hilary Swank), die es mit Hilfe ihres Trainers Frank (Clint Eastwood) und durch etliche Kämpfe, die sie durch K.O. gewinnt, bis zu dem entscheidenden Kampf gegen die Berliner Titelverteidigerin im Mittelgewicht schafft – doch durch einen Überraschungsangriff der mit unfairen Mitteln kämpfenden Gegnerin stürzt sie so schwer, dass sie danach vom Hals abwärts unheilbar gelähmt bleiben wird, inclusive künstlicher Beatmung für den Rest ihres Lebens – ein Zustand, mit dem sich die vom Verlust ihrer Gliedmaßen bedrohte Maggie nicht abfinden möchte, und so steht schon bald nach Erhalt der Diagnose das Thema Sterbehilfe im Raum. Ich habe bei dem 127 Minuten langen Werk Rotz und Wasser heulen müssen, so nah ging mir das Schicksal Maggies.

ob sich der Ehrgeiz am Ende auszahlt? *** https://youtu.be/_iH47yRY9UM


Vom Boxen zum Schaukampf : The Wrestler (2008)

Unter der Regie von Darren Aronofsky entstand dieses Drama mit Mickey Rourke in der Rolle eines Wrestlers, der seine besten Zeiten, in denen er in Arenen auftrat, schon lange hinter sich hat und kaum weiß, wie er die Miete für seinen Wohnwagen zusammen bekommen soll. Auch im Privatleben sieht es nicht allzu rosig aus, versucht er doch schon seit längerem, den Kontakt zu seiner Tochter aufrecht zu erhalten, die jedoch weniger begeistert von dem quasi nie anwesenden Vater ist. Klingt nicht sonderlich spannend? Äh, nein – denn anders als in „Million Dollar Baby“ besteht hier zu keiner Zeit die Gefahr, in Kitsch abzudriften – außerdem verlangt der Regisseur seinen Hauptakteuren so einiges ab, wenn ich z.B. an Natalie Portman in „Black Swan“ denken. Doch während sie zuvor noch Ballett getanzt hatte und sich im Vorfeld im wahrsten Sinne des Wortes blutige Füße holte, Mickey Rourke auf Erfahrung im Boxen zurückgreifen. Insgesamt gesehen liefert er für meine Begriffe eine beeindruckende Leistung als Charakterdarsteller ab.

eine beeindruckende Charakterstudie *** https://youtu.be/Z5yJLc78KDQ


Vom Realismus zu übernatürlichen Techniken : House of Flying Daggers (2004)

Und damit es ein sauberer Schnitt wird, springen wir mal eben aus der Gegenwart ins China des neunten Jahrhunderts – Rebellen gegen den Kaiser und seine Truppen, und jede Menge Kampfszenen. Kampf? Ach was sage ich… Das Motto „Wir trotzen jeglichen physikalischen Gesetzen“ würde es eher treffen. Auf eine Zusammenfassung der verschiedenen Handlungsstränge verzichte ich an dieser Stelle und lasse lieber die Bilder in traumhaften Farben für sich sprechen…

Was für eine Körperbeherrschung *** https://youtu.be/PWj_chL3dBQ

Ab 4:17 zeigt die blinde Dame übrigens, was sie mit dem Schwert tatsächlich drauf hat.


Martial Arts/Wu-Xia, zum Zweiten: Tiger and Dragon (2000)

Und alles nur, weil sie in Ruhe ihren Tee genießen wollte!

Man gehe mir nicht auf den Sack – https://youtu.be/Hp_KhU2h5XQ

Am Ende bleibt dann nur noch ein zerlegtes Teehaus übrig. Das war definitiv der erste Film, der mich für dieses Genre begeistern konnte. Eine Gouverneurstochter, die lieber als freie Kämpferin leben möchte, ein gestohlenes Schwert und jede Menge Kampfkünste in Kombination mit der Illusion des Fliegenkönnens, die dieses Genre so einzigartig machen. Auch hier spare ich mir eine nur unzureichende Zusammenfassung.


Das war’s jetzt von meiner Seite erst mal mit den sportlichen Aktivitäten. Schauen wir mal, was die nächste Woche auf dem Plan steht. Man will es ja nicht gleich zu Beginn übertreiben.

Media Monday # 760 : Mer losse de Dom en Kölle…

… oder die Kirche im Dorf? Nö, ich lasse einfach beide Kirchen da, wo sie hingehören und klappere beide am selben Tag ab, denn so sah mein Plan für den gestrigen Sonntag aus: Zuerst zu einer öffentlichen Führung in St. Leonhard in Frankfurt am Main, danach zum Neujahrskonzert mit Werken von Bach, Mozart, Corelli und Zamboni in der Rumpenheimer Schlosskirche. Beide Veranstaltungen waren zwar gratis, aber Spenden waren willkommen. Den Glühwein danach habe ich mir dann allerdings gespart, denn nach sechs Stunden, in denen ich unterwegs war, war dann am Ende doch die Luft raus und ich reif fürs Bett.

Kommen wir deshalb nun jetzt erst zu den sieben neuesten Lückentexten des 760. Media Monday.

Media Monday #760

1. Es ist wirklich so bei mir: Öfters Salat zu essen, hebt meine Stimmung.


2. So mancher Arthouse-Film hätte es verdient, ein breiteres Publikum zu bekommen oder von gewissen Youtubern auf ihren Filmkanälen vorgestellt zu werden – ein Umstand, den ich den betreffenden Personen schon öfters in ihren Kommentaren mitgeteilt habe. Von wegen „es sind keine neuen Filme gestartet“. Ha ha. Wenn man sich natürlich nur auf die Blockbuster oder Mainstream aus Hollywood konzentriert, kann das ja auch nix werden.


3. Ich war ja schon immer der Meinung, dass sich die Argumente, die fürs Streaming sprechen, mit der Zeit relativieren und dass ich mir für das Geld, das andere in mehrere solcher Dienste monatlich investieren, die neuesten Filme, die mich interessieren, im Kino ansehen kann. So komme ich erstens öfters raus und komme in den Genuss von Produktionen, die besagte Anbieter nicht ins Programm nehmen würden.


4. „The Dressmaker“ ist ein filmisches Kleinod, das ich bei einem Filmabend im Deutschen Ledermuseum endlich auch einmal auf einer Leinwand erleben durfte, und dann noch in einer mehr als gut besuchten Vorstellung, bequem aus der ersten Reihe heraus. Denn im Gegensatz zu anderen Kinos, wo in der ersten Reihe zu sitzen, eine wahre Bestrafung darstellt (ich sage nur „Die Möllner Briefe“), habe ich hier Beinfreiheit und zwischen Leinwand und Sitz liegen ein breiter Gang und eine Bühne, so dass man sich nicht den Hals nach oben verrenken muss.


5. Einmal möchte ich es noch erleben, dass ich gleich nach dem Läuten des Weckers aufstehe und mit dem Tagewerk beginne. Vielleicht kommt dieser Tag schneller als gedacht, denn demnächst geht es mit dem Bus zum Wandern in die Pfalz.


6. Die Volkshochschule Rodgau hat es tatsächlich geschafft, meine Begeisterung fürs Kochen neu zu entfachen.


7. Zuletzt habe ich den Klängen eines Ensembles aus Streichern und Orgel gelauscht und das war eine exzellenter Genuss, weil die Kirche zwar proppenvoll war und ich nur noch oben auf der Empore sitzen konnte, dafür aber eine ausgezeichnete Sicht auf den Organisten hatte. Außerdem habe ich etwas neues gelernt, nämlich dass bei steigenden Innentemperaturen die Orgel höher spielt, aber die anderen, historischen Instrumente tiefer, so dass vor jedem neuen Stück die Instrumente neu gestimmt werden müssen.

Cinema-Scope 2026 *** 1. bis 14. Januar

Mit dem Filmfreund:in-Pass ins neue Jahr…  kann das neue Jahr besser anfangen? Das haben sich vermutlich auch die gedacht, die wie ich am 2. Januar losgezogen sind. Anscheinend haben es die anderen genauso wenig an diesem trüben Tag zu Hause ausgehalten wie ich.

Und als hätte ich es geahnt, traf dann genau das ein, was ich schon in den Jahren zuvor erlebt habe: Kaum sehe ich einen Film, machen mich die davor gezeigten Trailer neugierig auf weitere Filme, die ich sehen möchte – und schon ist die schönste Kettenreaktion im Gange.

So wurden es am Ende dann Filme, die ich am Ende des letzten Jahres noch gar nicht auf dem Schirm hatte – nämlich:

Für alle, die es gerne etwas ausführlicher hätten, folgen nun noch ein paar mehr oder weniger erhellende Worte, worum es bei den einzelnen Werken geht.


Lolita lesen in Teheran * 2024

Basierend auf den Memoiren der Literaturdozentin Azar Nafisi, die nach ihrer Rückkehr in den Iran erleben musste, wie schnell nach der Revolution aus ihrem Heimatland eine religiöse Diktatur wurde. Frauen müssen sich verhüllen, erniedrigende Fragen über ihr Privatleben über sich ergehen lassen – und sogenannte westliche Literatur darf nicht mehr gelesen werden. Ein Zustand, den Azar Nafisi nicht hinnehmen will und kurzerhand, nachdem sie an der Universität nicht mehr unterrichten darf, mit einer Gruppe ihrer Studentinnen einen privaten und geheimen Lesekreis gründet, um all die Klassiker zu lesen, die unter dem Regime der Ayatollahs verboten sind.

Während ich noch grübelte, wo ich das Gesicht der Hauptdarstellerin (Golshifteh Farahani) schon einmal gesehen hatte, kam nach 108 Minuten der Abspann, der von einem Lied unterlegt wurde, das mir genauso bekannt vorkam. Und dann dämmerte es mir: Es war „Baraye“ – gesungen von besagter Dame und begleitet von Coldplay auf deren Konzert in Buenos Aires am 29. Oktober 2022.

Das Original von dem inzwischen inhaftierten Komponisten *** https://youtu.be/0th9_v-BbUI


Eddington * 2025

Wenn meine Lieblingsschauspielerin mit am Start ist, mich der Regisseur mit „Midsommar“ überzeugt hat und es sich bei dem produzierenden Studio um A24 handelt – dann kann das empfohlene Werk ja nur gut sein (zumal die Kombination aus Western und Horror mit „Nope“ von Jordan Peele für mich ausgezeichnet funktioniert hat)? Oder? Äh – Spoiler! – nein. Dabei sah der Trailer so vielversprechend aus…

Ein mitten in der Corona-Pandemie gegen den amtierenden Bürgermeister antretender Sheriff, Verschwörungstheoretiker, ein ominöser Sektenführer und ein Tech-Gigant, der dem siechen Kaff – äh – der wirtschaftlich darniederliegenden und fiktiven Kleinstadt Eddington mit dem Bau eines Rechenzentrums wieder auf die Füße helfen möchte. Und als die Dinge nicht so laufen, wie es der Sheriff gerne hätte, dreht dieser durch und startet eine gigantische Vertuschungsaktion, ohne zu ahnen, dass die gegen ihn sprechenden Indizien offen herumliegen…

Die Mischung an sich klingt ja nicht schlecht und hat noch viel mehr im Gepäck. Doch bald wurde mir klar: Hier hat jemand viel gewollt und auf 145 Minuten ausgewalzt. Dummerweise dabei aber nicht bedacht, dass in der Synchronfassung große Teile der sich aus den Hintergrundstimmen erschließenden Handlung verloren gehen, weil man das Gesagte schlichtweg nicht hören kann. Warum ich das weiß? Weil ich mir die Originalfassung mit Untertiteln angesehen habe und so von der Leinwand ablesen konnte, was im Radio gesprochen wurde. Klingt praktisch, war aber für mich alles in allem eine Qual, die zu einem Déjà-Vu führte, das ich bei „Once upon a time in Hollywood“ von Quentin Tarantino hatte: Erst passiert über lange Zeit nicht viel (und das noch sehr langsam), und dann jagt auf den letzten Metern ein Gewaltexzess den nächsten.

Es gibt Menschen, die sich dabei ertappen, wie sie in immer kürzeren Abständen auf die Uhr schauen, wenn sie sich bei dem Geschehen auf der Leinwand unwohl fühlen. Nach diesem Geheimtipp, der bei mir nicht zünden wollte, zähle ich inzwischen auch mich.


Der Fremde * 2025

Wie schon bei „Eddington“, stand meine Meinung in Bezug auf den Regisseur im Voraus fest: Wenn außen Ari Aster draufsteht, kann ja nur gutes drin sein.  Nur war es für mich bei François Ozon genau anders herum. Nach meinen persönlichen Enttäuschungen mit „8 Frauen“ und „Swimming Pool“, erwartete ich bei Ozons aktuellem Werk mit 120 Minuten Länge nicht gerade das Gelbe vom Ei – und musste meine vorgefasste Meinung revidieren. Komplett in Schwarz-Weiß gedreht, wirkt die Verfilmung des gleichnamigen Romans von Albert Camus wie aus der Zeit gefallen. Kein Wunder, stilistisch ähnelt für mich das im Algerien von 1938 spielende Drama in seiner Ästhetik an Filme der 1960er Jahre, genauer gesagt an die der Nouvelle Vague. Was nicht zuletzt an Benjamin Voisin liegt, denn der erinnert mich in seiner zurückhaltend-reservierten Art an Alain Delon, den ich mir in der Rolle des Meursault auch hätte gut vorstellen können, wenn es damals eine solche Verfilmung gegeben hätte.

Meursault, ein junger Mann ohne berufliche Ambitionen, dem alles egal zu sein scheint („ein Leben ist ebenso gut wie jedes andere“), zeigt bis auf seltene Momente keinerlei Gefühle, und ebendies wird ihm vor Gericht zum Verhängnis, als es um für die Anklage essenzielle Fragen geht, wie z.B. die Gründe für den in Rückblenden gezeigten Mord an einem Araber oder ob er die Tat bereue. Schon bald wird klar, dass es dem Staatsanwalt in Wahrheit um die fehlende Moral Meursaults geht, da dieser gar nicht oder nicht angemessen um seine verstorbene Mutter trauert. Oder – noch schlimmer – nicht an Gott glaubt. Ein wahrhaft abscheuliches Verbrechen, für das es nur eine Strafe geben kann…

Nach zwei Stunden, von denen sich die letzten Minuten ein klein wenig zogen, bin ich jedoch nicht sofort aus dem Saal verschwunden, sondern sitzengeblieben, um den Klängen von The Cure zu lauschen, deren Song „Killing an arab“ beim Abspann zu hören ist.


Royal Ballet & Opera : La Traviata * 2025

Achtung: Mogelpackung! Das war kein Film über die Entstehung zu einer Oper, wie neulich mit „La Scala – Die Macht des Schicksals (Die Entstehung eines Meisterwerks)“, sondern ein Meisterwerk selbst, in diesem Fall die berühmteste Oper Verdis. Wem die Geschichte um die todkranke, an Tuberkulose leidende Kurtisane Violetta, die ihre große Liebe zu dem Dichter Alfredo aufgibt, bekannt vorkommt, hat wahrscheinlich den Roman „Die Kameliendame“ von Alexandre Dumas gelesen oder das Filmmusical „Moulin Rouge“ von Baz Luhrmann gesehen. Vielleicht aber auch keines von beiden – die bekannte Arie „Brindisi“ wurde schon oft genug in der Werbung verwurstet.

So lasst uns denn die Gläser heben *** https://youtu.be/SK-NUuTCras

In dieser Live-Übertragung aus London, die inclusive Pausen und Vorab-Werbung für weitere Veranstaltungen der Reihe knapp vier Stunden dauerte, zeigte die Sopranistin Ermonela Jaho als die tragisch dahinsiechende Violetta eine beeindruckende Leistung, nicht nur gesanglich, sondern vor allem auch schauspielerisch. Bei den Worten des Arztes (die nur ihre Zofe hören kann), Violetta habe nur noch wenige Stunden zu leben, konnte ich nicht mehr länger an mich halten, und ich ließ die Tränen einfach fließen.


~ Fortsetzung folgt. ~

Die 5 Besten am Donnerstag : Filmische Neustarts

Nachdem wir im Dezember bei Passion-of-Arts danach gefragt wurden, welche Filme wir 2026 unbedingt verpassen möchten, geht es am dritten Donnerstag des neuen Monats um Filme, die wir 2026 unbedingt sehen möchten. Zitat:

Bei mir war es bisher immer so, dass ich gegen Ende eines Jahres kaum Ahnung hatte, was uns im kommenden Jahr erwartet, weshalb ich in den Newsletter der Frankfurter Arthouse-Kinos schaute und mich dann im Vorprogramm eines mich interessierenden Films von den Trailern für zukünftige Filme inspirieren ließ. Bei dieser Aufgabe ist das jedoch etwas anders. Nicht nur, weil ich bereits weiß, für wann der ein oder andere Filmstart geplant ist, sondern auch, weil ich bereits bei der Recherche zu den verpassenswerten Filmen auf einiges gestoßen bin, was ich mir gerne anschauen würde. An der Stelle werden sich manche augenbrauenhochziehend fragen, was ich mir dabei bloß gedacht habe.

Worum es in den Filmen jeweils geht, konnte ich teilweise nicht in Erfahrung bringen, sondern nur, wer alles mitspielt. Und noch etwas ist heute anders: Im Gegensatz zu sonst zäume ich heute das Pferd von hinten auf und fange mit dem Film an, der am Ende des Jahres in die Kinos kommt und höre mit dem auf, bei dem ich in wenigen Wochen bereits das Vergnügen haben werde.

Dune – Part Three: Dass ich den dritten Teil der Dune-Trilogie von Denis Villeneuve gleich als erstes nenne, obwohl er erst am 17. Dezember in die deutschen Kinos kommen soll, dürfte wohl niemanden überraschen. Ich liebe Teil Eins, finde Teil Zwei nicht minder großartig. Teil Drei wartet mit Florence Pugh, Jason Momoa, Anya Taylor-Joy und Robert Pattinson auf.


Die Tribute von Panem – Der Tag bricht an: Eine weitere Filmreihe, von der ich bisher jeden Teil gesehen habe. Hier fällt am 19. November der Startschuss zu den 50. Hungerspielen, und unter anderem sind Elle Fanning, Kieran Culkin, Ralph Fiennes und Glenn Close darin zu sehen.

Trailer auf KinoCheck: https://youtu.be/eS74rGuW-2w)


Der Teufel trägt Prada 2: Das kann ja heiter werden. Nein, wir haben nicht den 1. April (es ist also kein Scherz), sondern den 30. April als Datum für den Filmstarts der Fortsetzung des 20 Jahre alten Vorgängers „Der Teufel trägt Prada“. Man könnte auch sagen „Der Teufel kehrt zurück“, aber er legt noch eine Schippe drauf, denn die alte Truppe (Meryl Streep, Anne Hathaway, Emily Blunt, Stanley Tucci) wird nun um weitere klangvolle Namen ergänzt, wie z.B. Lucy Liu, Kenneth Branagh oder Pauline Chalamet (die Schwester von Thimotée Chalamet) sowie Donatella Versace und Lady Gaga. Angeblich soll Heidi Klum auch dabei sein, aber das halte ich für ein Gerücht.

Trailer/Teaser auf KinoCheck: https://youtu.be/roty8YWNUfo


Nürnberg: Nach der leichten Kost davor wird es nun düster. Auf mehreren Ebenen. Der Film über den Gefängnispsychiater Douglas Kelley (Rami Malek), der während der Nürnberger Prozesse gegen die 24 Hauptkriegsverbrecher die Psyche der Angeklagten, u.a. Hermann Göring (Russell Crowe), Rudolf Heß oder Ernst Kaltenbrunner untersuchen soll, stammt zwar bereits aus dem letzten Jahr, findet aber erst dieses Jahr am 23. April den Weg in die deutschen Kinos.

Nein, der Herr im KinoCheck.com-Trailer (https://youtu.be/aCk_aSCNlKg) ist nicht John Goodman


Der Astronaut: „Ich bin kein Astronaut!“ Dem Science-Fiction-Film um ein Himmelfahrtskommando mit Ryan Gosling in der Hauptrolle, der am 19. März anläuft, wurde bereits auf einigen Blogs entgegengefiebert. Die Geschichte des Astronauten wider Willen, der erst von ESA-Mitarbeiterin Eva Stratt (Sandra Hüller) wird in dem Trailer so interessant angedeutet, dass dies voraussichtlich der erste Film in diesem Jahr sein wird, den ich mir anschauen möchte – oder besser gesagt: der erste, den man in die Kategorie „Blockbuster“ einstufen kann.

KinoCheck-Trailer: https://youtu.be/MlsrbQaKXoY

Apropos Blockbuster: Dass keine Arthouse-Filme in dieser Liste auftauchen, hat einen Grund, denn ich war schon seit längerem nicht mehr im Kino. Ich musste also auf Recherchen im Internet (Stand 25.12.2025) zurückgreifen, um mir zu überlegen, was ich mir 2026 anschauen möchte. Da spielte es auch keine Rolle, dass ich „zwischen den Jahren“ nochmal im Kino war und auch im Januar schon ein paar Filme gesehen habe, für die sich die Fahrt zum Kino gelohnt hat.

So, und nun das, was ich neben Die Rückkehr des Filmvorführers, Rental Family und Hamnet ebenfalls noch gerne sehen würde:

Billie Eilish – Hit me hard and soft – The Tour: Der 3D-Konzertfilm unter der Regie von James Cameron ist für den 19. oder 20. März angekündigt worden und würde somit parallel zu meinem Wunschkandidaten Nr. 5 anlaufen, aber vermutlich nicht in vielen Kinos, denn dazu ist das Spektakel wahrscheinlich zu speziell.

nach Avatar, Teil 1 bis 3 mal was ganz anderes – Quelle: Billie Eilish (https://youtu.be/WY1zGdMyWZQ)


Toy Story 5: Klingt haarsträubend? Hm… Aber: Da ich nur Teil 1 und 2 kenne, aber nicht 3 und 4, betrachte ich dieses Werk (Start: 19. Juni) als alternative Timeline und gebe ihm eine Chance. Außerdem wurde der eine Song (Never tear us apart) einer sinnvolleren Verwendung zugeführt, als ihn in einen Soundtrack für einen für mich mehr als zweifelhaften Film einzubinden und für dessen Trailer zu verwenden.

Mehr als ein Teaser von Pixar ist es nicht (https://youtu.be/GGBgf8dcgyY)


Shaun the Sheep – the Beast of Mossy Bottom: Nachdem ich „Wallace & Gromit – Vergeltung mit Flügeln“ verpasst habe, das im übrigen nur auf BBC One ausgestrahlt wurde, um dann sofort auf Netflix zu landen, dachte ich mir, dass das hier vielleicht wirklich lustig werden könnte. Da dieses Knetfiguren-Abenteuer am 1. Oktober anläuft, wäre das auch gleich eine schöne Einstimmung auf den Horrorctober.

Quelle: Shaun the Sheep Official (https://youtu.be/wV4kROxS-WQ)

Dienstags-Gedudel #305 – Zum Runterkommen

Willkommen in der Welt des Sports: Nachdem letzte Woche Punkmusik aus den 1980ern bei mir angesagt war, lasse ich es heute ruhiger angehen – bei einer schönen Tasse Kaffee… Aber halt! Die ist ja kalt geworden. Macht nichts – auch damit lässt es sich leben, vor allem, wenn die Klänge dazu aus dem Jazz der gechillten Art daher kommen…

Ein immer wieder gern gehörter Klassiker * https://youtu.be/zMsnnH7Tu34

Media Monday # 759 : Anders als geplant

So lautet momentan bei mir die Devise, denn was da zur Zeit vom Himmel kommt, gefällt mir gar nicht und führt dazu, dass ich so einiges abgesagt und verschoben habe. Wohin ich das Ganze schieben soll? Keine Ahnung. Aber was das Schieben angeht, so reicht mir schon das Schneefegen morgens vor sieben Uhr. Und wenn ich schon beim Thema bin: Meine sonntagabendliche 18-Uhr-Sitzung anlässlich der 759. Ausgabe des Media Monday wird nicht verschoben.

Media Monday #759


1. Ein erstes Highlight im noch jungen Jahr könnte die für Ende Januar geplante Wanderung sein, die meine Freundin und mich in die Pfalz führt.


2. Vielleicht bin ich ja auch ein Kunstbanause oder ich habe die Message des Films nicht verstanden: Aber Emma Stone ist dermaßen talentiert, dass es mich wundert, dass sie in dem Film „Eddington“ von Ari Aster in ihrer Rolle so seltsam blass geblieben ist. Und das bezieht sich nicht nur auf Kostüm, Haare und Make-Up. Insgesamt war ich von dem Film so ziemlich enttäuscht. Warum das so ist, werde ich demnächst ausführlicher schreiben.


3. Als nächstes würde ich ja beizeiten packen – und nicht wieder auf den letzten Drücker wie bei meiner letzten Reise. Aber noch habe ich ein wenig Zeit.


4. Haufenweise Fisch wird wahrscheinlich demnächst von mir im Hamburg-Kochkurs zubereitet werden  – aber vielleicht darf ich mich auch an Labskaus oder Roter Grütze versuchen, je nachdem welches Rezept ich „aus dem großen Lostopf“ ziehe.


5. Es hätte nicht viel gefehlt, dass ich auch noch einen Kochkurs „Koreanisches Streetfood“ oder „Schwedisches Büfett“ gebucht hätte, aber a) ist mein Terminkalender schon voll genug und b) gehen die ganzen Kurse so ziemlich ins Geld.


6. Eine ganze Reihe Filme, vor allem solche abseits von Hollywood, wird mich wahrscheinlich ins Kino locken, denn die Beschreibungen und Trailer dazu haben mein Interesse für u.a. „Rental Family“ mit Brendan Fraser (KinoCheck-Trailer) oder „Die jüngste Tochter“ (KinoCheck Indie-Trailer) geweckt. Ich hoffe nur, das Wetter mit Glatteis und Neuschnee macht mir keinen Strich durch die Rechnung.


7. Zuletzt habe ich ein Schnittmuster aus einem in Deutschland nicht mehr aufgelegten Magazin und das war das reinste Tetris, weil manche Teile aus bis zu vier Einzelteilen zusammengeklebt werden müssen. Jetzt liegt es fertig zusammengepuzzelt da und harrt des Zuschneidens , das ich aber erst einmal an einem alten Laken ausprobieren möchte, bevor ich am Ende noch den für das Kleid vorgesehenen Stoff ruiniere, weil das Modell nicht passt.