Die Bosheit war sein Hauptplaisir …

… drum, spicht die Tante, hängt er hier. „Er“ ist in diesem Fall jedoch ein „Es“, nämlich das „Drecksfutter“,das ich nur unter allergrößten Schwierigkeiten in einen halbwegs akzeptablen Zustand und schließlich auch gleich noch dahin bringen konnte, wo es schon seit Wochen hätte sein sollen – im Mantel.

Was war geschehen? Nun, für die in Bielefeld stattfindende AnNäherung hatte ich mir als Projekt kühnerweise einen verschlußlosen Mantel aus rot-grau kariertem Flanell mit Bindegürtel vorgenommen, und weil mir die Hürde noch nicht hoch genug war, auch gleich

das Futter zugeschnitten. Ja-haa, dass ich noch nicht mal den Mantell, ohne das Futter, komplett fertig bekommen würde, war ja klar. Da hätte ich das Futter auch mal hübsch zu Hause lassen können. Oder besser noch: Mit dem Zuschneiden warten, bis ich wieder zurück bin, denn mittlerweile hatte ich die viel zu weiten Ärmel um 1,5 Zentimeter verschmälert, weshalb die Ärmel des Futtermantels jetzt natürlich nicht mehr passten, da sie nun weiter waren als die des Mantels.

Das war aber nicht das einzige Ärgernis. Es ging nämlich „lustig“ weiter mit dem Zusammennähen der Vorder- und Rückenteile, insgesamt derer vier. Wahrscheinlich hatte ich schon beim Zuschneiden vor Bielefeld Mist gebaut, denn als ich die zusammengenähten Teile begutachtete, musste ich feststellen, dass eins der beiden Vorderteile ein etliches Stück kürzer war als die beiden Rückenteile, während das andere genau bündig mit den Rückenteilen abschloß. Den ganzen Murks kürzen? No way.

Da war so gründlich der Wurm drin, dass mir nur eine Lösung einfiel: Einfach nochmal genug Futterstoff nachkaufen und nochmal von vorne anfangen. Zugeschnitten war schnell, aber diesmal richtig. Nur mit dem Versäubern, Zusammennähen und der Befestigung am Mantel war das so eine Sache, die ich dann auch prompt nochmal zwei Wochen vor mir herschob. Abends zu kaputt, am Wochenende hier was, da was, dort was. Und dann – endlich – und zwar heute, konnte ich Überstunden abfeiern und mich dieser leidigen Angelegenheit nach meinem Marktbesuch widmen.

Jetzt hängt der auf links gewendete Mantel auf der Puppe, und den Futtermantel habe ich links auf links drauf festgesteckt, wo beide Teile darauf warten, von mir per Hand angenäht zu werden. Kann doch eigentlich nicht so schwer sein. Nur wird das heute nichts mehr, und wahrscheinlich auch weder morgen noch übermorgen, weil das schöne Wetter im Taunus ruft.

 

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