52-Wochen-Challenge 2025 : KW 22

In der 22. Kalenderwoche der 52-Wochen-Challenge 2025 von Norbert Eder (27. Mai bis 2. Juni) lautet das fotografisch umzusetzende Thema: Straßenlaterne. Moderne Laternen mögen zwar effizient sein, geben aber bei Tageslicht nicht viel her – so meine Meinung. Bisher. Da ich nicht in der Zeit zurückreisen kann, muss ich das nehmen, was da ist. Also habe ich bei einsetzender Dämmerung mein Glück versucht – und das ist dabei herausgekommen.

Aufnahme von weiter weg:

Nahaufnahme:

Die Lampe im Detail:

Die 5 Besten am Donnerstag: Disney-Soundtracks

Oh je – das kann ja was werden, dachte ich, als ich Martins Thema (hier, auf Passion-of-Arts) sah:

Als Kind habe ich die Zeichentrickfilme aus dem Hause Disney geliebt, doch viele Jahre später wurde mir das ganze Gesinge zu viel, genauso wie die unterschwellig oder auch ganz offen vermittelten Botschaften darin. Trotzdem kann ich mich dem Reiz der ganz alten Klassiker nicht entziehen. Meine Liste enthält daher so manchen „Oldie“.

Schneewittchen (1937): Whistle while you work… Hei-Ho… Hier haben nicht nur die Titelheldin und die sieben Zwerge, bei denen sie sich versteckt, ihren großen Auftritt, sondern auch die Königin – und das ziemlich furchteinflößend.

Ding-Dong, noch ist die Hex‘ nicht tot *** https://youtu.be/mySIleVCPg8

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Fantasia (1940): Die Mutter der Musikvideos.Hier muss ich als erstes zugeben, dass ich den Film nie gesehen habe. Aber warum er hier erscheint? Es sind die größten klassischen Kompositionen von Bach (Toccata und Fuge in d-moll, BWV 565) über Schubert (Ave Maria) bis Tschaikowski (Der Tanz der Zuckerfee aus der Nussknacker-Suite), die visuell durch kurze Cartoons umgesetzt werden.

Wenn die Zuckerfee wie die Vorläuferin von Tinkerbell aussieht *** https://youtu.be/8At8zfh_o3E

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Mary Poppins (1964): Supercalifragilisticexpialidocious! Was mich vom Titel her an den Wunschpunsch von Michael Ende erinnert, ist nur einer der Klassiker in einem der für mich schönsten Disneyfilme, auch wenn die Verfilmung mit Julie Andrews in der Rolle des Kindermädchens nicht ganz an die Bücher von P.L. Travers, der Schöpferin von Mary Poppins heranreicht.

Ein Löffelchen voll Zucker macht die bitt’re Medizin angenehm und sehr bequem *** https://youtu.be/_L4qauTiCY4

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Robin Hood (1973): Oo de Lally – was für ein Tag! Der darf einfach nicht fehlen, denn in dieser Verfilmung einer immer wieder gern genommenen Erzählung werden die Charaktere von Tieren dargestellt, die mich teils an „Das Dschungelbuch“ und teils an den „König der Löwen“ erinnert, wie z.B. Sir Hiss (Schlange Kaa) oder König John (Scar), doch am interessantesten fand ich schon immer den Hahn als Barde, dem Reinhard Mey in der deutschen Synchronisation die Stimme leiht.

Ein Barde mit der Stimme Reinhard Meys *** https://youtu.be/ztCju5k3q90

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Lilo & Stitch (2003): Auch neuere Disney-Filme können, was die Musik angeht, für mich mit den ganz alten durchaus mithalten – hier gab die Reihe von Elvis-Songs, die konsequent bei diesem Soundtrack eingesetzt wurden, den Ausschlag. Elvis und Hawaii? Da musste ich sofort an den Film „Blue Hawaii“ denken… Schade, dass ich diesen Zeichentrickfilm nie gesehen habe, aber ich freue mich auf das Remake, das dieses Jahr in die Kinos kommt (da man munkelt, es sei gar nicht so übel).

Rock-a-Hula, Baby *** https://youtu.be/bL3mpuKAlw0?list=PLKeZUByWvh8XIBLtim9UYMDZP6FBagEYC

So, das war mein Ausflug in die musikalische Welt der Disney-Studios, ging doch besser als erwartet.

Media Monday # 726 : Wenn der Sommer kommt…

… hier hilft nur die Flucht ins Zimmer ***https://youtu.be/AHeprFpgUmc

 
… hilft nur die Flucht nach drinnen. Nur dass ich bereits drinnen war. Mit diesem von mir immer wieder gerne gehörten Reinhard-Mey-Chanson eröffne ich den heutigen Media Monday. Denn irgend so ein Depp von weiter unten in unserer Straße meinte, am regnerischen Sonntagmorgen den Laubsauger anwerfen zu müssen, um seinen Boliden von Blättern zu befreien. Um neun Uhr morgens… da war die Nacht vorbei. Da mir aber nicht nach Krawall war, bin ich aus dem Zimmer gegangen und habe den Standort gewechselt. Und nun zum 726. Media Monday, der noch immer unter den Eindrücken zweier Events steht – dem Grüne-Soße-Festival zum einen, und dem neuen Final-Destination-Film (FSK 18), den ich am Mittwoch gesehen habe:

1. Es hat etwas für sich, zu wissen, dass der Efeu in meinem Garten doch noch zu etwas nütze ist. Nein, nicht in der Küche, sondern in der Waschmaschine. Schließlich will ich niemanden vergiften.

2. Aus der Perspektive von so manchem Frankfurter gesprochen, obwohl ich gar nicht aus Frankfurt bin: Dass sich beim Grüne-Soße-Festival ein Darmstädter Küchenteam an die Spitze gesetzt und die beste von 49 Grünen Soßen war, ist letztlich enttäuschend, denn eine Revanche wird es so schnell nicht geben. Grund: Das Festival wird aus Kostengründen nicht mehr stattfinden. Aber vielleicht besteht ja doch noch Hoffnung für das Festival, wenn ich einem Artikel in der FAZ Glauben schenken kann: „Das könne ja nun nicht mehr das letzte Wort sein, sagt Hans-Peter Schlörit, Betriebsleiter im Darmstädter Ratskeller, als er mit seinem nahezu sprachlosen Küchen-Kollegen den Siegerpokal in Händen hält. „Frankfurt darf es sich nicht entgehen lassen, den Titel zurückzuholen“, appellierte er an den Stolz – und die Kassen – der Stadt“ (Quelle: https://www.faz.net/aktuell/rhein-main/frankfurt/von-wegen-frankfurt-die-beste-gruene-sosse-gibt-es-in-darmstadt-110498888.html)

3. Einer meiner liebsten Fun-Facts über „Crocodile Dundee“ (einer meiner Lieblingsfilme) ist, dass eine Band, die einen Song dazu beigesteuert hat, mit einem gigantischen Flop an den Kinokassen gerechnet und damit gerechnet hatte, den Verlust steuerlich absetzen zu können. Dummerweise wurde der Film ein Riesenerfolg, und das Finanzamt rieb sich die Hände („In a move that was like the plot of The Producers, Hutchence and the rest of the band invested in Crocodile Dundee – as an attempted tax write-off. “We soon had 20 times the tax problem,” he said“ – Quelle: https://www.gq-magazine.co.uk/culture/article/mystify-michael-hutchence). Oops – was ich erst beim Ausfüllen dieses Texts erfahren habe: Der Kultfilm kehrte am 8. Mai dieses Jahres in die australischen Kinos zurück – in 4K. Nur hier hab ich mal wieder nichts davon mitbekommen.

4. Fünf Final-Destination-Filme gab es zwar schon, doch egal, ob der Ablauf immer der gleiche ist oder nicht, ich habe mir jetzt auch den sechsten Film angesehen und war überrascht, wie viele Zitate und Rückbezüge auf die vorigen Filme ich entdecken konnte. Außerdem ist der Soundtrack auch nicht zu verachten – hier eine Kostprobe:

Feuer und Scherben – was für ein Inferno *** https://youtu.be/xpDxpgTQ72k

5. Der neueste Streaming-Coup ist mir gänzlich unbekannt, denn ich habe keinen der bekannten Dienste abonniert.

6. Der Produzent der Final-Destination-Reihe ist zu verehren dafür, dass er sich selbst für sein Franchise so begeistert, dass er sämtliche Crewmitglieder mit Namen kennt und es liebt, zu erklären, wie die ganzen Tricks bei den absurden Todesfällen zustande kamen. Jetzt weiß ich aber auch, dass das meiste echt ist und nur einzelne Effekte mit dem Computer generiert wurden.

7. Zuletzt habe ich eine dreistündige, von einer Biologin geführten Kräuterwanderung mit zehn weiteren Interessierten unternommen  und das war sehr spannend, weil sich herausgestellt hat, dass ich doch gar nicht so wenig über gewisse Pflanzen weiß, wie ich anfangs gedacht hatte. Außerdem habe ich dabei ein Motiv für die 52-Wochen-Challenge entdeckt, das ich demnächst unter der entsprechenden Rubrik zeigen werde.

NEON, Baby! ~4~ : Motto „in blau“

Meine Suche nach in Form gegossenen Leuchtstoffröhren, in denen Edelgase in den schönsten Farben zum Leuchten gebracht werden, geht weiter. Blau sind heute die Röhren, die ich abends fotografiert habe.

Keine Doppelbelichtung: Den Werbeschriftzug für eine Bekleidungsmarke habe ich durch die Schaufensterscheibe hindurch fotografiert.

Hier wird ohne große Worte schon von außen deutlich, was sich in den Geschäftsräumen befindet.

~ wird fortgesetzt ~

Die 5 Besten am Donnerstag : Filme der 1980er Jahre

Waren im April die besten Filme der 1970er Jahre dran, so geht es heute bei Passion-of-Arts mit den 1980er Jahren weiter:

Ich lasse heute den Erbsenzähler raushängen und datiere dieses Jahrzehnt auf den Zeitraum vom 1. Januar 1981 bis zum 31. Dezember 1990.

Brazil (1985) – Regie: Terry Gilliam: Durch einen Tippfehler wird aus einem als Terroristen bezeichneten Heizungsinstallateur Tuttle ein Unschuldiger mit dem Namen Buttle verhaftet, welcher unter der Folter stirbt. Daraufhin wird Sam Lowry von seinem Arbeitgeber, dem Informationsministerium, beauftragt, der Witwe eine Entschädigung zu überbringen. Als er bei der Ausführung seines Auftrags der Lastwagenfahrerin Jill begegnet, beschließt er, die ebenfalls wegen Terrorismus Gesuchte ausfindig zu machen, um ihr zu helfen. Der dystopische Spielfilm war 1986 in zwei Oscarkategorien nominiert.

It’s only a state of mind *** https://youtu.be/EvBF3Lxla98

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Mad Max – Jenseits der Donnerkuppel (1985) – Regie: George Miller & George Ogilvie. 1985 war anscheinend das ideale Jahr für Dystopien oder Endzeitvisionen. Inzwischen ist die Mad-Max-Filmreihe auf fünf Filme angewachsen, ein sechster soll folgen. Ich habe bei diesem hier, dem dritten, aufgehört, denn das war der letzte mit Mel Gibson. Der Endgegner in diesem Spektakel: Tina Turner.

wenn Tina Turner und Mel Gibson aufeinandertreffen *** https://youtu.be/RP39e1YJB9U

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Der Name der Rose (1986) – Regie: Jean-Jacques Annaud. Dies war der erste Film, den ich mir nicht nur zweimal kurz hintereinander angesehen habe (auf Englisch in Schottland und auf Deutsch, als ich von meiner Reise zurück war) – er war auch Schuld daran, dass ich die literarische Vorlage von Umberto Eco lesen wollte. Bis heute hat das mystische Ratespiel um eine Mordserie in einem mittelalterlichen Kloster in den Bergen Norditaliens nichts von seiner Wirkung auf mich verloren, obwohl mir das Ende des Films wohlbekannt ist.

Wenn die Apokalypse naht *** https://youtu.be/wrWpJkWPVNI

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Crocodile Dundee – ein Krokodil zum Küssen (1986) – Regie: Peter Faiman. In dieser Filmkomödie reist die New Yorker Journalistin Sue Charlton nach Australien, um den Abenteurer Mick „Crocodile“ Dundee kennenzulernen und lädt ihn kurzerhand in ihre Heimatstadt ein. Seine Versuche, im Großstadtdschungel klarzukommen, werden jedoch wider Erwarten von Erfolg gekrönt.

mit hellwachem Instinkt auf ins Unbekannte *** https://youtu.be/zGnDNBUihKE

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Angeklagt (1988) – Regie: Jonathan Kaplan. Kommen wir nach Dystopie, Detektivspiel und Komödie zu einem ernsten Thema. Basierend auf einem wahren Fall, dreht sich das Gerichtsdrama mit Jodie Foster und Kelly McGillis in den Hauptrollen um eine junge Frau, die in einer Bar das Opfer einer Gruppenvergewaltigung wurde. Vor Gericht stehen später jedoch nicht nur die Täter, sondern auch jene, die die Täter angefeuert haben.

wenn man die Hölle ein zweites Mal erlebt *** https://youtu.be/kf8NklFXAd4

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Ebenfalls noch erwähnenswert: „Lethal Weapon – zwei stahlharte Profis“ von 1987 – sowie „Ein Fisch namens Wanda“ und „Stirb langsam“, beide von 1988. Außerdem „The Breakfast Club“ (1985) und „Dirty Dancing“ (1987).

Und mein besonderer Liebling unter den „honorable mentions“: „So sind die Tage und der Mond“ von 1990 (Regie: Claude Lelouch) ~~~ Die Sommerzeit war schon damals umstritten. In diesem episodenhaft angelegten Puzzle beschwert sich zu Beginn ein älterer Herr, dass sie ihm im Frühjahr eine Stunde klauen, nur um sie ihm dann zurückzugeben, wenn er sie nicht brauchen kann. Und genau zu diesem Zeitpunkt, noch dazu mit einer Vollmondnacht, beginnt dieses Drama, das die Leben von dreizehn Menschen miteinander verknüpft. Mit tödlichem Ausgang. Doch das Finale wurde bereits zu Beginn des Films angekündigt, und ich habe die ganze Zeit über mitgefiebert, wen es am Schluss erwischt. Und vor allem wo und weshalb. Was bei mir aber selbst heute noch immer bei mir nachhallt, ist die Musik von Francis Lai.

 

52-Wochen-Challenge 2025 : KW 21

Das Jahr schreitet rasend schnell voran, und wir befinden uns schon in der 21. Kalenderwoche (20. bis 26. Mai) der 52-Wochen-Challenge 2025 von Norbert Eder. Diesmal galt es den Begriff „rund“ umzusetzen, und auf meinem Bild geht es in doppelter Hinsicht rund. Denn rund ist hier nicht nur das Geschirr, sondern die Ansammlung der Schneckenhäuschen.

Das Motiv hätte sich auch gut für die Vorwoche geeignet, wenn ich den Begriff „Freude“ im Sinne von „aus dem Häuschen sein“ hätte interpretieren wollen. Und darum gibt es jetzt noch zwei Aufnahmen vom selben Motiv (Zitronenwackelpudding mit Fruchteinlage):

Dienstags-Gedudel #271 – die Neuinterpretation : von Filmen inspiriert

Wenn man ein Biopic sieht und gar nicht wusste, wie viele Songs man von der porträtierten Person kennt, sondern nur von anderen Künstlern und Künstlerinnen. Im besagten Fall dachte ich, das Lied wäre eine Komposition von Joan Baez.

Parlez-vous français ? *** https://www.youtube.com/watch?v=Hduk1VGh4eE

Kleiner Irrtum! Bob Dylan’s Komposition basiert auf dem Folk Song „Farewell to Tarwathie“ von 1850 und wer dieses 175 Jahre alte Lied noch interpretiert hat, erfahrt ihr nächste Woche.

Media Monday # 725 :    make america grie again!

Nein, ich bin nicht unter die MAGA-Leute gegangen – das wäre ja noch schöner bzw. gar nicht schön und außerdem auch komplett gegen meine Einstellung. Aber der Spruch zierte gestern Abend einen der Sofortgewinne, den ich mir bei einer Tombola abholen konnte, und zwar dieses Frühstücksbrettchen:

Bildquelle: https://shop.gruene-sosse-festival.de/wp-content/uploads/2020/10/Brett_MakeAmerica.jpg

green is everywhere * in 40 shades of green

Ort des Geschehens war das Grie-Soß-Festival, oder auf Nicht-Hessisch: das Grüne-Soße-Festival. Ein Fest, das es dieses Jahr zum 18.  und zum letzten Mal gibt. Der Erlös aus den verkauften Losen kommt der AIDS-Hilfe zugute. Statt für das Frühstücksbrettchen habe ich mich dann für eine grüne Gummi-Ente für die Badewanne entschieden. Nun aber zum 725. Media Monday, dessen sieben Lückentexte ich erneut wieder erst heute Morgen statt zum Zeitpunkt der Veröffentlichung (gestern Abend um 18:00 Uhr) komplettiere.

1. Eine der Größen der Zunft wenn es ums Zaubern bzw. Erzeugen von Illusionen geht, ist Nicolai Friedrich. Ihn durfte ich bereits vor ein paar Jahren in der Jahrhunderthalle erleben, nun gab er sich im Festzelt des Grie-Soß-Festivals die Ehre und ließ uns staunen. An dieser Stelle zitiere ich das Programmheftchen: „Real sind an diesem Abend auf jeden Fall die Grünen Soßen – der Rest ist Illusion“.

2. Die Museumsufer-Card zu erwerben, ist wirklich mitunter das Beste, was mir eingefallen ist, denn so kann ich mir eine Ausstellung, die mich reizt, gleich mehrmals besuchen, ohne erneut den Geldbeutel zu zücken. Zur Zeit ist es die komische Kunst des Walter Moers, die noch bis zum 15. Juni läuft. Zwei Stunden Zeit sollte man sich dafür nämlich schon nehmen, denn es gibt so viel zu sehen. Schon eines der Gemälde ist so vollgepackt mit Details, dass ich mir das gleich nochmal anschauen möchte.

Bildquelle: https://www.caricatura-museum.de/storage/images/iujBR3louYOysXAYmWHzwXWkbwW1rMVZWKOKYPeO.jpg

3. Es ist eine der traurigen Tatsachen, dass ein Land, das als demokratisch galt und das seit Generationen Ziel für Auswanderer war, nun in die entgegengesetzte Richtung läuft.

4. Frankfurt (oder Hessen ganz allgemein) begeistert mich mit seiner Liebe für die Grüne Soße dermaßen, dass ich jetzt beschlossen habe, den Gasthäusern, in denen die Gewinner des Festivals zubereitet werden, einen Besuch abzustatten.

5. Traurig, dass es mittlerweile üblich ist, selbst bei Live-Aufführungen nicht mal für fünf Minuten den Schnabel halten zu können, selbst wenn das Stück schon angefangen hat. Von der nervigen Handyfilmerei möchte ich hier gar nicht erst reden. Umso mehr hat es mich gefreut, dass das Publikum bei „Die Walküre“ mehr Anstand hatte und das Reden einstellte, als das Orchester zu spielen anfing.

6. Walter Moers ist echt eine Liga für sich, denn seine Kunst beschränkt sich nicht nur aufs Zeichnen von Comics, sondern er betätigt sich äußerst erfolgreich als Schriftsteller, bei dem Texte und die eigenen Illustrationen eine ganz zauberhafte Verbindung eingehen. Und Käpt’n Blaubär ist einfach Kult.

k.A. – musst nicht traurig sein *** https://youtu.be/eS7MFYrTBu0

7. Zuletzt habe ich meine Minifrikadellen gegessen und das war ein ganz besonderer Genuss, weil es schon lange her ist, dass ich zum letzten Mal selber welche gemacht habe und befürchtete, dass es diesmal nichts wird. Aber die Sorge hat sich als unbegründet herausgestellt.

Cinema-Scope 2025 – 30. April bis Mitte Mai

Im April zog es mich nach dem Lichter Filmfest noch genau zweimal ins Kino, und zwar am 28. und 30. April.

Der erste Kinobesuch fand abends statt: in einer Sondervorstellung mit anschließender Podiumsdiskussion, als Ergänzung zu der noch bis zum 7. September im Museum für Kommunikation laufenden Ausstellung „Apropos Sex“ (vom 2. Oktober 2024 bis 7. September 2025). Gezeigt wurde die litauisch-schwedisch-spanische Produktion „Slow“:

Szene aus „Slow“- Bildquelle: https://www.mfk-frankfurt.de/wp-content/uploads/Slow_Presse_01_c_AndriusAleksandravicius-2048×1150.jpg

In dem Melodram von 2023 fühlen sich die Tänzerin Elena und der Gebärdensprachdolmetscher Dovydas sofort zueinander hingezogen, als sie sich in einem Tanzkurs für Gehörlose kennenlernen. Die zunächst freundschaftliche, dann aber bald schon ins Romantische abdriftende Beziehung der beiden völlig unterschiedlich tickenden Charaktere gestaltet sich schwierig, da sich Dovydas selbst als asexuell bezeichnet. Nun gilt es für sie herauszufinden, ob sie sich mit diesem Umstand arrangieren können und sich der Frage zu stellen, wer eigentlich definiert, was normal ist und wie Beziehungen abzulaufen haben. Eine Frage, der in der anschließenden Diskussion zwischen Publikum, dem Podcast-Team „ACE AROund the Cake“ und der Moderatorin vom Museum für Kommunikation noch einmal nachgegangen wurde.

Ein Flyer, den ich bei einem meiner vorherigen Kinobesuche mitgenommen hatte, warb für die spanisch-britische Mischung aus Drama und Komödie „Der Pinguin meines Lebens“ und führte mich in eine Vorstellung am Nachmittag. Basierend auf einer wahren Geschichte? Anscheinend habe ich zur Zeit ein Händchen für solche „Biopics“, denn die 1976 angesiedelte Geschichte um Tom Michell, der als Englischlehrer Tom Michean einem argentinischen Internat für Jungen aus wohlhabenden Familien anfängt, ließ mich sofort an das Drama „Der Club der toten Dichter“ denken. Vielleicht wegen des Pinguins, den er nach einer Rettungsaktion am Hals hat und fortan für ihn sorgen muss, obwohl Haustiere im Internat nicht erlaubt sind? Wie man sich doch täuschen kann: Im Gegensatz zu John Keating ist Tom ein Zyniker, dem man die Unlust, einen Haufen undisziplinierter Schüler zu unterrichten, anmerkt. Der Schulleiter verlangt von Tom, unpolitisch zu bleiben? Nichts, was ihm lieber wäre, hält er sich doch nur allzu gerne aus allem raus. Leider aber hat er nicht mit dem Militärputsch gerechnet und damit, dass plötzlich Menschen, die ihm nahestehen, am helllichten Tag auf der Straße entführt werden, um für lange Zeit oder gar für immer zu verschwinden. Was ihn dazu bringt, seine eigene Haltung immer stärker zu hinterfragen und sich mit seiner eigenen Vergangenheit auseinanderzusetzen.

Pinguine sind gute Zuhörer *** https://youtu.be/ivhwya7O-xE

Und noch eine autobiografische Geschichte, diesmal aus Australien: „Mein Weg – 780 km zu mir“, basierend auf der Autobiografie des australischen Regisseurs Bill Bennett über dessen Wanderung auf den letzten 800 km des Jakobswegs. Die gönnte ich mir Anfang Mai. War schon das Buch ein Bestseller, so wurde der Film in Australien und Neuseeland ein Überraschungserfolg an den Kinokassen. Bennett, der hier nicht nur Regie geführt und den Film mitproduziert hat, ließ darin seine Frau und seine Mitwanderer, mit denen er sich vor zehn Jahren nach Santiago de Compostela aufmachte, sich selbst spielen. Und weil die Dreharbeiten zumeist morgens oder in den Abendstunden stattfanden, konnte das Roadmovie der besonderen Art mit besonders stimmungsvollen Landschaftsaufnahmen punkten. Der Inhalt ist schnell erzählt: Nachdem Bennett während eines Spanienurlaubs eine Gruppe Pilger gesehen und sie nach ihrer Motivation für ihr Abenteuer gefragt hat, sitzt er ein Jahr später selbst in der Economy Class, um mit drei Gleichgesinnten, mit denen er sich virtuell ausgetauscht hat, den langen Weg auf sich zu nehmen. Und das trotz Kniebeschwerden, die ihm das Gehen zusehends zur Qual machen. Doch Bennett lässt sich von seinem Vorhaben nicht abbringen, denn er hat ein Ziel: Seinem Kumpel aus der Pilgergruppe dessen geborgtes, sündteures Handtuch zurückzugeben, das er sich zum Kühlen seiner von Arthritis geplagten Gelenke ausgeborgt hat.

das etwas andere Road-Movie *** https://youtu.be/tCD5P3ynAzI

Nach so viel Wohlfühlkino wartete schon das Kontrastprogramm auf mich, denn ein ganz besonderes Event stand vor der Tür: Fantasy Filmfest Nights. Der Prospekt las sich verheißungsvoll und ich hatte mal wieder die Qual der Wahl, denn ich wollte meinen Besuch des vier Tage währenden Festivals mit Schwerpunkt Thriller und Horror nicht in Stress ausarten lassen. Also strich ich rigoros zusammen, was sich zusammenstreichen ließ und so wurden es dann nicht fünf, sondern „nur“ drei Besuche, die sich über das Muttertags-Wochenende erstreckten.

Bildquelle: https://fantasyfilmfest.com/wp-content/uploads/2025/02/poster_allgemein_quer_nights25-scaled.jpg

Noise“: Mein Favorit unter den drei ausgewählten Filmen. In der 93 Minuten langen Mischung aus Grusel und Thriller kommt der Horror über die Tonspur rein. Mehr als diesen kurzen Hinweis im Programmheft brauchte es nicht, um mein Interesse zu wecken. Wohnblocks, in denen etwas nicht stimmt und in denen in einem Teil der Appartements nervtötende Geräusche die Bewohner in den Wahnsinn treiben, war nur ein Aspekt der südkoreanischen Produktion von 2024 in Originalsprache mit englischen Untertiteln.

Als Ju-Hee spurlos verschwindet, quartiert sich ihre hörgeschädigte Schwester in deren Wohnung ein, um Nachforschungen anzustellen. Doch weder die Nachbarn noch die Hausverwaltung erweisen sich als auskunftsfreudig. Als ein einschüchternder Nachbar durch einen Sturz vom Balkon ums Leben kommt und sich herausstellt, dass Ju-Hee auf keiner Kamera zu sehen ist, versteigt sich ihre Schwester immer mehr in den Gedanken, sie hätte das Gebäude nie verlassen. Und dann ist da noch ein seit Jahren mit einer massiven Kette abgeriegelter Bereich, den niemand betreten darf…

Diese klassische Spukgeschichte vereint die Qualitäten des asiatischen Genrekinos, lässt aber den Horror diesmal zum Großteil über die Tonspur auf das Publikum los? (Zitat aus dem Programmheft) Oh ja, da hatte die Werbung nicht zu viel versprochen. Und weil schon Videos mit ASMR-Inhalt bei mir triggernd wirken, kann man sich gut vorstellen, dass bei diesem Film meine Nerven zum Zerreißen gespannt waren.

The Damned“: Eine britisch-isländisch-irisch-belgische Co-Produktion von 2024, bei deren Entstehung dem Schauspielensemble einiges abverlangt wurde. Gedreht wurde im Winter in historischen Kostümen, denn wir befinden uns in einem abgelegenen Teil Islands in der Mitte des 18. Jahrhunderts. Der winzigen Gemeinschaft von Fischersleuten geht so langsam der Proviant aus, und mitten in jener Not läuft ein ausländisches Schiff vor der Küste auf ein gefährliches Riff. Sollen wir sie retten und damit die Not vergrößern oder sie ihrem Schicksal überlassen? Bei der Abstimmung setzt sich die Mehrheit mit der letztgenannten Entscheidung durch. Doch damit nicht genug: Die Plünderung des Wracks hat schwerwiegende Folgen, denn die Schiffbrüchigen leben noch. Mit der Reaktion auf diese fatale Erkenntnis laden die Fischer schwere Schuld auf sich, und so bahnt sich das Böse seinen Weg und treibt einen nach dem anderen in den Wahnsinn.

Und wieder haben die Betreiber der Seite des Fantasy Filmfests mit ihrer Kurzbeschreibung ins Schwarze getroffen: „Frostiger Albtraum zwischen Aberglauben und Wahnsinn“. Starke Bilder dank der ausgezeichneten Kameraführung, die mich auch schon in „Lamb“ (ebenfalls auf Island gedreht) mitgerissen haben, sind ein Pluspunkt dieses schaurigen Epos‘ – ein anderer sind die Schauspieler (Odessa Young, Rory McCann, Siobhan Finneran u.a.), die den Horror der klaustrophobischen Wohnverhältnisse und die Verlorenheit in der winterlichen Landschaft mehr als glaubhaft zum Ausdruck bringen.

Das einzige, womit ich leichte Probleme hatte: Vorgeführt wurde die englischsprachige Originalversion ohne Untertitel. Mein Englisch ist zwar gut, aber bei manchen Dialekten oder wenn Schauspieler nuscheln, muss sogar ich passen. 

The Rule of Jenny Pen“: Bei dem letzten Film der Veranstaltungsreihe, den ich mir zum Abschluss gönnte, handelte es sich um einen neuseeländischen Beitrag, bei dem der Horror auf mich dort wartete, wo ich nicht mit ihm gerechnet hatte. Ebenfalls in der englischsprachigen Originalversion, aber mit englischen Untertiteln, war dieser Psychothriller mit 105 Minuten Lauflänge der längste der drei von mir ausgesuchten Filme. Hier erleidet der Richter Stefan Mortensen (Geoffrey Rush) mitten in der Urteilsverkündung einen Schlaganfall und landet in einem Alten- und Pflegeheim: zwei Themen, bei denen sich mein persönlicher Trigger meldete. Da ich beides aus nächster Nähe miterlebt habe und zwei Jahrzehnte lang meinen Alltag nach der Pflege meiner Mutter ausrichten musste, fing mein Kopfkino schon vorher an. Denn ich kann mir für jemanden, der auf fremde Hilfe angewiesen ist, nichts schlimmeres vorstellen, als einem sadistischen Mitbewohner ausgeliefert zu sein, der es liebt, andere zu schikanieren und zu erniedrigen. Doch leider blüht den Heimbewohner ein solcher Tyrann – in Form von Dave Crealy (John Lithgow). Der streift nachts mit Jenny Pen, einer albernen Baby-Handpuppe, durch die Gänge und reagiert sich besonders gerne an Stefans Zimmergenossen Tony, einem ehemaligen Rugby-Profi, ab. Leider aber gerät Stefan schon bald in dessen Fokus und da die Heimleitung nichts gegen diesen Terror unternimmt, spioniert Stefan schließlich auf eigene Faust hinter Crealy hinterher, wobei er bei dem sich entwickelnden Katz-und-Maus-Spiel mehr als beunruhigenden Dingen auf die Spur kommt.

-Wer hat hier das Sagen? -Jenny Pen! *** Bildquelle: https://fantasyfilmfest.com/wp-content/uploads/2025/04/The-Rule-of-Jenny-Pen_Still1_copyright_Charades-1000×500.jpg

Was mich, abgesehen von dem Terror durch den Filmbösewicht, besonders erschreckt hat, war die Lücke zwischen Selbstwahrnehmung Stefans und der Außenwirkung auf das Personal – sieht er sich selbst noch als vollkommener Herr seiner Sinne, den die anderen scheinbar absichtlich ignorieren; während diese ihn in Wirklichkeit wegen der Folgen seines Schlaganfalls kaum verstehen können. Beobachtet ihn die Kamera aus seiner Sicht dabei, wie er mit zitternden Fingern ein beinahe vollständiges Zifferblatt zeichnet, so offenbart der Perspektivwechsel, dass auf dem Papier nur unleserliche und zusammengeschobene Krakel zu sehen sind. Ein Horror, der mir erst im Nachhinein so richtig bewusst wurde, also seine Schockwirkung auf mich erst später entfaltete. Die englischen Untertitel hätte ich hier (im Gegensatz zu „The Damned“) nicht gebraucht.

Wie es danach weiterging? Lasst euch überraschen…