Ein weiteres Highlight in den vergangenen Tagen (neben dem Judas-Priest-Konzert am Mittwoch) war der irisch-schottische Abend in Erlensee, für den ich mir im Voraus bereits Karten gesichert hatte, nachdem ich durch einen Flyer in unserer Tageszeitung darauf aufmerksam geworden war.
Angekündigt waren die Spessart Highlanders (die älteste und größte Pipe-Band Unterfrankens) und die nordrhein-westfälische Gruppe „Mearbhall“, die Irish Folk spielte. Also genau das Richtige für meine Schwester und mich. Auch einen Stand mit Whisk(e)ys aus Schottland und Irland konnte man besuchen. Und für das leibliche Wohl sorgte ein Stand mit Bratwürsten und Shepherd’s Pie.
Und das Getränkeangebot? Das wartete an einer „Bar“ bzw. einem Stand, der dem Charakter des Abends angemessen, entsprechend dekoriert war – und genau diesen habe ich im Bild festgehalten.
Sehr schön fand ich auch die „Industrie-Glühlampen“ im Stand und die Guinness-Leuchte, aber die sind beide nicht mehr Bestandteil dieser Fotoserie).
Meine beste Freundin und ich waren gestern in Bad Vilbel, denn dort fand ein ganz besonderes Konzert statt: Judas Priest – die hatten bei ihrer Shield-of-Pain-Tournee einen Stopp beim Hessentag eingelegt. Unterstützt wurde die dieses Jahr 50 Jahre alt gewordene Heavy-Metal-Truppe von der walisischen Hardrock Band Phil Campbell and the Bastard Sons und den schon seit den 1980er Jahren bekannten Accept, die mir nur vom Namen her ein Begriff waren.
Leider klingelte es bei mir bei den Walisern überhaupt nicht, und erst recht nicht, warum wir eine Coverversion des Motörhead-Klassikers „Ace of Spades“ zu hören bekamen – doch ein Ausflug zu Wikipedia heute Morgen lieferte mir die Lösung für das Rätsel: Phil Campbell, der zusammen mit seinen Söhnen Todd, Tyla und Dane bereits 2016 in Wacken spielte, war bis zur Auflösung von Motörhead deren Gitarrist.
Was das mit NEON zu tun hat? Zum einen waren es die Bändchen…
… und zum anderen die gigantische „Pommesgabel“ beim Priest-Konzert.
Vier Stunden im sogenannten Front-of-Stage-Bereich zwischen Bühne und Wellenbrecher – der Ausflug hat sich für mich wirklich gelohnt, denn nicht nur der Sound war glasklar, auch das gesamte Repertoire (also aller drei Bands) ließ keine Wünsche offen, vom sonnigen, nicht zu drückenden Wetter gar nicht erst zu reden. Und wir standen außerdem nicht so sardinenmäßig dichtgedrängt wie die Meute hinter den Wellenbrechern, die dennoch einen Riesenspaß hatten.
Nur der Weg nach Hause war etwas zäh und zog sich für mich über gute anderthalb Stunden hin.
Wie schon beim Begriff „Echo“ bereitete mir die Aufgabe der 25. Kalenderwoche der 52-Wochen-Challenge 2025 von Norbert Eder (17. bis 22. Juni) Kopfzerbrechen. Und das nicht wenig. Denn diesmal geht es um den Begriff „Bruchstück“.
Im Bild festgehalten habe ich daher nicht nur eines, sondern gleich mehrere, frei nach dem Motto „mehrere Bruchstücke ergeben ein Ganzes“, denn schließlich möchte ich die 1000 Teile nicht umsonst zusammengesetzt haben, bevor ich sie wieder in die Schachtel verfrachtet habe.
Dennoch war ich nicht ganz zufrieden – und nach kurzem Überlegen verfiel ich darauf, mit Scherben zu spielen. Ein in zwei Hälften zerbrochenes Glasschälchen habe ich auf unterschiedlichen Untergründen neu arrangiert:
Wann ich die beiden Teile zusammenklebe oder ob ich sie woanders befestige (zum Beispiel an einer Wand), das steht auf einem anderen Blatt.
Wie ich an anderen Stellen öfters ab und zu geäußert habe, bin ich nun wirklich kein Fan von dem exzessiven Einsatz von KI auf allen möglichen Gebieten; und dennoch kommen wir nicht an ihr vorbei. Es war daher auch nur eine Frage der Zeit, bis das Thema von Passion-of-Arts aufgegriffen wurde…
„Hier legen wir den Fokus auf Filme, die mit diesen Thema gedanklich spielen und welches Ausmaß die KI auf uns Menschen hat“
… und die meisten denken sicherlich sofort an Filme wie „Matrix“ von 1999 oder „Blade Runner“ von 1982, die ja nun auch schon einige Jährchen auf dem Buckel haben. Die fehlen zwar in meiner Aufstellung, aber dafür sind ein paar echte Oldies dabei. Und mit denen fange ich bei meiner chronologisch sortierten Hitparade auch prompt an:
Tron (1982): Der Klassiker um einen Programmierer, der in ein Computerspiel hineingezogen wird und dort nun um sein Leben kämpfen muss, besticht durch eine tolle Optik, die zu einem Teil durch computergenerierte Effekte erzeugt wurden.
WarGames – Kriegsspiele (1983): Als sich der Schüler David bei einer Telefonnummer in Sunnyvale einhackt, ahnt er nicht, dass er mit dieser Aktion nicht bei einem Spielehersteller gelandet ist, sondern sich in dem System von WOPR, dem Computer der US-Luftstreitkräfte befindet. Dummerweise entscheidet er sich aber nicht für Poker oder Schach, sondern startet die Simulation „weltweiter thermonuklearer Krieg“ – von der sowjetischen Seite aus. Mit Konsequenzen.
Ghost in the Shell (1995): Eine Zukunftsvision, und zwar eine der dystopischen Art, denn bei diesem im Cyberpunk-Genre angesiedelten Meilenstein des japanischen Kinos handelt es sich um einen Anime, der Werken wie „Matrix“ oder „Avatar – Aufbruch nach Pandora“ als Inspirationsquelle diente. Im Jahr 2029 sind Cyborgs (Menschen mit künstlichen Körperteilen) etwas völlig Alltägliches, Lebewesen mit Cybergehirnen inbegriffen. Die Verfilmung des gleichnamigen Mangas ist keine leichte Kost und behandelt existenzielle bzw. philosophische Fragen wie der folgenden: Zählt ein Wesen, das fast vollständig aus einem künstlichen Körper besteht, noch als Mensch oder als künstliches Wesen mit einem künstlichen Bewusstsein?
Wall·E – Der Letzte räumt die Erde auf (2008): Ein kleiner Aufräumroboter, der Letzte seiner Art, sortiert und stapelt auf der völlig zugemüllten und unbewohnbaren Erde die Hinterlassenschaften der sich aus dem Staub gemachten Menschheit. Als eines Tages EVE, ein Roboter zum Aufspüren von vegetativen Lebensformen, von einem Raumtransporter in der Nähe von Wall·E’s Behausung abgesetzt wird, verliebt er sich in den Neuankömmling und folgt ihr, nachdem sie sich mit dem von ihm gefundenen Pflänzchen auf den Rückweg zum Raumtransporter, der Axiom. Hurra, endlich ist wieder Leben auf der Erde möglich und damit die Rückkehr zum Heimatplaneten. Jedenfalls in der Theorie, denn der Autopilot der Axiom hat andere Pläne.
Passengers (2016): Eigentlich sollte der Hyperschlaf, in den die Passagiere eines Raumschiffs auf ihrem Weg von der Erde zu einer Kolonie im Weltraum 120 Jahre dauern, doch durch einen Computerfehler, verursacht von der Kollision mit einem Asteroiden, erwacht Jim (Chris Pratt) 90 Jahre zu früh. Einsamkeit und die Aussichtslosigkeit seiner Lage treiben ihn dazu, nach einem abgebrochenen Selbstmordversuch, die Kapsel der Passagierin Aurora (Jennifer Lawrence) zu öffnen und die junge Frau, zu der er sich schon seit einer Weile hingezogen fühlt, aus dem Schlaf zu erwecken. Wohl wissend, dass auch sie – genau wie er – die neue Kolonie niemals lebend erreichen werden.
Ganz klar fehlen hier die altbekannten Klassiker wie „2001: Odyssee im Weltraum“ (1968), „Die totale Erinnerung – Total Recall“ (1990) oder „Minority Report“ (2002). Was ich aber zum Abschluss noch erwähnen möchte, sind die Filme „The 13th Floor“ (1999), „A.I. – Künstliche Intelligenz“ (2001), „Inception“ (2010) und„M3GAN (2022)“.
Sechs gestellte Aufgaben und ungefähr 160 Aufnahmen, von denen einige mit den sechs umzusetzenden Themen nichts zu tun haben. Gründe dafür: Weder habe ich die Bilder draußen aufgenommen noch kann man darauf kaum Pflanzen sehen, jedenfalls nicht im Rathaus, sondern draußen, also eher dezent im Hintergrund. Auch symbolisieren sich nicht Weite, und blaue Elemente sucht man auf ihnen vergeblich, es sei denn, der leichte Blaustich würde auch dazu zählen. Kurzum – sie laufen sozusagen „außer Konkurrenz“.
Genau jenen Aufnahmen möchte ich jetzt einen Platz geben.
Also fange ich an mit einer Wanddekoration, die ich zuerst für die Aufgabe 04 (Blau) festhalten wollte, dann aber erkannte, dass das Blau hier nur eine untergeordnete Rolle spielt:
Bleiben wir noch ein wenig bei den von mir abgelichteten Wanddekorationen. Was hier blau aussieht, ist in Wirklichkeit schwarz:
Hier ein ähnliches Bild, das sehr schön die Maserung der im Sichtbetonguss zum Einsatz kommenden Holzverschalungen hervorhebt und das Feld unten rechts eher grau denn schwarz erscheinen lässt:
Was mir an der Gestaltung der Innenräume besonders gut gefällt, ist die Art der Beleuchtung, d.h. die Kombination aus Leuchtstoffröhren und quadratischen Lichtbausteinen, die man anscheinend seit den 1970er Jahren nicht ausgetauscht hat:
Die würden sich auch fantastisch für meine Serie „NEON, Baby!“ eignen.
Doch bevor ich dazu übergehe, möchte ich lieber noch ein paar Bilder zu einem Thema zeigen, das mir sehr am Herzen liegt. Besser gesagt, ein Objekt, das auf einer Insel mitten auf einer Durchgangsstraße prangte und an dem ich als Kind Tag für Tag vorbei kam. Was für ein Drama, als die Figur irgendwann zu meiner großen Enttäuschung abmontiert wurde: Was für ein Drama: Mein Bär! Weg! Einfach schnöde und herzlos entsorgt!
Ich hätte es besser wissen müssen – denn der Berliner Bär, das Geschenk, das die Offenbacher Bürger 1962 von den Arbeitern aus Berlin-Wedding erhielten, verschwand nicht einfach sang- und klanglos irgendwo in der Versenkung. Nein, in unserem Rathaus hatte es ein neues Zuhause gefunden. Allerdings nicht mitten im Foyer, sondern ein wenig versteckt im ersten Stockwerk. Und mit ein wenig Suchen wurde ich auch bald fündig:
Google Maps sagt zwar 541 Kilometer von Offenbach nach Berlin, aber vielleicht hat man die Entfernung von Stadtrand zu Stadtrand gemessen, was im Prinzip aber auch keine Rolle spielt. Konnte ich früher nur einen Blick beim Vorbeifahren erhaschen und die Skulptur nicht im Bild festhalten, so hatte ich nun die Gelegenheit dazu, und zwar von vorne und im Profil:
Täusche ich mich oder sehe ich ihn tatsächlich wie die Bärchen in der Haribo-Werbung lächeln? Und zum Schluss dieses „Bärentreffs“ noch ein Detail – die Tatze:
Die letzten Aufnahmen beschäftigen sich mit einem Thema, das nicht Gegenstand der gestellten Aufgaben war: Spiegelung (und nicht nur in den Fensterscheiben).
Hier spiegelt sich die Häuserzeile gegenüber in den Fensterfronten des Haupteingangs:
Hier sind es die Fenster auf der Rückseite des Gebäudes:
Diesmal habe ich den Blick nach Osten gewählt und die Oberfläche eines Schaukastens mit einem Modell der Stadtplanung zum Spiegeln ausgewählt:
Und das verbirgt sich in diesem Schaukasten:
Aber ich habe keine Ahnung, welcher Teil unserer Stadt hier dargestellt wird.
Und damit schließe ich diese Serie zum Thema „Architekturfotografie“ ab. Wenn ich mich nicht irre, warten noch weitere architektonische Fundstücke auf mich. Doch dazu später – zu einem noch nicht näher bestimmten Zeitpunkt – mehr.
Mein heutiges Motto, denn endlich wird es etwas kühler. Die heftigen Regenschauer am Samstagabend, die mir beinahe einen Strich durch den Besuch der Veranstaltung „Classic Cars & Sounds“ gemacht hätten, haben nur dafür gesorgt, dass es am Sonntag zwar etwas kühler, dafür aber auch ganz schön schwül war. Die Oldtimer anzusehen und der dazu gespielten Live-Musik zuzuhören, war jedenfalls mal wieder richtig schön und ich habe sogar einen richtig flotten Käfer gefunden. Er hört auf den Namen Herbert.
1. Es gibt nicht viele Filme, die mir zur Zeit Grund für einen Kinobesuch geben würden, außer vielleicht der norwegische Horrorfilm „The Ugly Stepsister“. Noch lieber würde ich mir „The Lost Boys“ in einer Sondervorstellung ansehen, aber ausgerechnet an diesem Tag habe ich schon etwas anderes vor.
2. „Barbie“ arbeitet schon hart am Klischee – nein, besser: Der Film spielt mit Klischees und treibt sie auf die Spitze.
3. Es würde mir ja genügen, wenn nur Temperaturen um die 20°C derzeit an der Tagesordnung wären.
4. Was derzeit auf der Welt abläuft, geht für mich in eine Richtung, die mich erschaudern lässt.
5. Wenn ich daran denke, wie ich früher mühelos stundenlang Rad gefahren bin, dann wünsche ich mir meine alte Form zurück.
6. „Kein Tier. So Wild.“ ist einer der wenigen Filme aus Deutschland, bei dem man viel Ausdauer mitbringen sollte, denn die freie Adaption des Shakespeare-Stückes „Richard III.“ erstreckt sich über 142 Minuten.
7. Zuletzt habe ich Waffeln nach einem einfachen Rezept gebacken und das war mal wieder dringend nötig, weil ich Lust auf etwas Süßes hatte aber keine Schokolade oder ähnliche Snacks im Haus waren. Gegessen habe ich sie, als ich meine Bilder von der Oldtimer-Veranstaltung betrachtet habe (siehe unten) – und das beste daran: Sie waren endlich mal so knusprig, wie ich sie schon immer haben wollte.
Mit einigen Eindrücken von dem Oldtimer-Abend mit Musik aus den 1980er Jahren schließe ich heute die 729. Ausgabe des Media Monday ab. Viel Spaß beim Gucken:
PS: Die Schlafaugen des Herbert fand ich ganz herzallerliebst.
Asymmetrie, Klaustrophobie, Dystopie… Drei Begriffe, die mir bei der Durchsicht meiner Ergebnisse zur Aufgabe 05 (Weite) einfallen. Tatsächlich könnte man auch sagen: Je später der Abend, desto düsterer die Räume. Frei nach dem Prinzip der sogenannten Gelsenkirchener Schule, nach dem am Bildaufbau nichts verändert werden soll, entfiel hier also das Betätigen des Lichtschalters. Es hätte auch nicht viel genutzt, weil sich in den weitläufigen und verwinkelten Räumen das zusätzlich eingebrachte Licht hoffnungslos verloren hätte. Da war Fantasie gefragt oder Umdenken …
Asymmetrie:
Klaustrophobie:
Dystopie:
… doch egal, wohin ich mich auch stellte, es wurde nicht besser. Ich versuchte es trotzdem weiter.
Aufgabe 05
Vielleicht kommen ja diese beiden Kompositionen dem Thema näher? Überzeugt war ich noch nicht…
… aber dann erinnerte ich mich: Hatte unsere Kursleiterin uns nicht etwas von Luftigkeit erzählt? Und was symbolisiert Luftigkeit besser als große Fensterfronten, die Licht in die Dämmerung bringen? Et voilà – schon hatte ich mein Motiv bzw. meine Motive gefunden:
Zu diesem Zeitpunkt war ich nun schon drei Stunden im und ums Rathaus unterwegs und auf den Beinen – doch die sechste und damit letzte Aufgabe stand noch aus: „Und jetzt geht ihr los und macht euer Bild des Tages! Ob drinnen oder draußen – alles geht.“
Aufgabe 06
Unser Bild des Tages, bevor es zur gemeinsamen Besprechung unserer Aufnahmen geht? Und wieder „nur“ eine halbe Stunde. Die können schnell rum sein oder sich ziehen wie Kaugummi, je nachdem wie stark man motiviert ist oder ob die Luft komplett raus ist. Ich musste gar nicht erst überlegen, denn ich hatte meines schon „im Kasten“:
Zum Schluss waren wir dann nur noch zu viert, weil der Herr mit seiner Plattenkamera bereits vorher schon den Heimweg angetreten hatte. Schließlich war er mit seinen zwölf Aufnahmen durch und musste sie noch entwickeln.
Das bedeutete, dass es bei unserer Nachbesprechung um insgesamt acht Aufnahmen ging: zwei Bilder pro Person, auszuwählen in zwei Minuten. Bei mir ging das fix, denn ich schnappte mir mein Bild des Tages und mein Ergebnis zur dritten Aufgabe (Pflanzen und Beton), die ich an dieser Stelle noch einmal nebeneinander stelle:
Am Ende ernannte ich dann kurzerhand nicht das Foto mit der Spieglung zum Bild des Tages (links), sondern das andere, weil es die Umsetzung von gleich drei Aufgaben miteinander vereinte: Pflanzen, Blau und Weite.
Insgesamt war es ein sehr lehrreicher, spannender und dabei unterhaltsamer, aber gleichzeitig auch wahnsinnig anstrengender Ausflug, der mich zu der Erkenntnis gebracht hat, dass ich für die 52-Wochen-Challenge verstärkt meine Digitalkamera einsetzen und mich demnächst auf die Suche nach weiteren Gebäuden im gleichen Baustil machen werde.
Und vielleicht kann ich mit dieser Kamera auch Neonreklamen ansprechender umsetzen.
Egal, mit wem ich mich früher unterhielt, sobald die Sprache auf unser Rathaus kam, hieß es „O Gott, wie hässlich!“ – womit sie nicht ganz Unrecht hatten, denn von außen ist das Gebäude auf den ersten Blick nun wirklich kein echter Hingucker. Aber wie heißt es so schön – wahre Schönheit kommt von innen?
Und damit komme ich auch schon zu den nächsten Aufgaben, die wir in den Innenräumen des Rathauses erfüllen sollten; als da wären, die zahlreichen Pflanzen mit dem allgegenwärtigen Beton zu verbinden (Aufgabe 03) und die Farbe Blau in den Fokus zu nehmen (Aufgabe 04).
Aufgabe 03
Hier lag für mich die Schwierigkeit darin, dass die Lichtverhältnisse bei den von mir bevorzugten Pflanzen zu gruseligen Ergebnissen führten – während das restliche Grün vorwiegend aus Ficus und Schlingpflanzen besteht und darum nicht zu meinen Favoriten zählt.
Lieber hätte ich mich für diese Aufgabe auf die vielen Blumen im Freien konzentriert, aber gefragt waren Innenaufnahmen. Warum also nicht die Kamera auf die Tür zum Balkon richten und die Bäume auf der anderen Straßenseite mit einbeziehen? Dass ich dieses Bild später noch zu einem anderen Zweck zum Einsatz kommen würde, konnte ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht ahnen.
Ich war nur froh, dass ich mit dem Ficus (links im Bild) die Aufgabe noch so einigermaßen lösen konnte: Hier stehen die zarten Blättchen der Pflanze (ich glaube, es ist der allseits beliebte Ficus) im Vordergrund, während der Beton tatsächlich nur schemenhaft im Hintergrund zu sehen ist.
Aufgabe 04
Blau: Aber nicht irgendwas. Sinn des Unterfangens sollte nicht sein, soviel blaue Elemente wie möglich auf das Bild zu bekommen, sondern Blau als dominierende Farbe auftreten zu lassen.
Das mag jetzt zwar widersprüchlich klingen, aber tatsächlich ist es ein Unterschied, ob ich jetzt ein Gemälde in vielen Blautönen fotografiere (denn die gibt es im Rathaus auch) – oder ob ich einen blauen Gegenstand so ablichte, dass der Blick automatisch auf ihn gelenkt wird.
Also eher so (der Hausalarm wurde nicht nur von mir verewigt):
Anstatt so:
Damit möchte ich es an dieser Stelle erst einmal gut sein lassen, obwohl die Zeit an dieser Stelle noch nicht um war.
*** Apropos… Brutalismus: Die Bezeichnung für diesen modernen Stil leitet sich von „béton brut“ ab und bedeutet nichts anderes als roher Beton, also Sichtbeton. Mit dem Adjektiv „brutal“ hat der Name dieses Baustils nichts zu tun, obwohl viele ihn genau so empfinden. Zugegeben, Betonfassaden werden durch Witterungseinflüsse mit der Zeit nicht unbedingt schöner, aber seine Eigenheiten können im Inneren von Gebäuden durchaus eigenen Charme entwickeln. ***
Unter dem Motto „Die Schönheit des Brutalismus“ bekamen wir nach und nach sechs verschiedene Aufgaben gestellt:
*** „Brutalismus wird oft als hässlich und undekorativ verschmäht. Zu Unrecht. Durch das Rathaus der Stadt Offenbach sticht dieser Architekturstil der Moderne besonders in Offenbach hervor. Mit der Kamera entdecken wir die versteckte Schönheit des denkmalgeschützten Rathauses. Von außen unnahbar, öffnet sich das Foyer lichtdurchflutet und lädt uns zum Fotografieren zwischen rohen Treppengängen und abstrakten Wandmalereien ein. – Während der Exkursion im Rathaus fotografieren die Teilnehmenden das Rathaus von innen und außen und erhalten neben Aufgaben zur Inspiration und Umsetzung auch einen kurzen Überblick über das allgemeine Verständnis des Brutalismus.“ (aus dem Programm der Volkshochschule). ***
Dafür hatten wir je eine halbe Stunde Zeit. Für die ersten beiden Aufgaben gingen wir im Freien auf Motivsuche. Und da komme ich auch schon zur ersten Hürde. „Zeig jemand Fremdem, wo wir sind“. Der naheliegende Gedanke: Nimm den Schriftzug „RATHAUS“ auf – doch den verwarf ich schnell, weil der im grellen Sonnenlicht einfach nichts hergab. Warum dann nicht statt dessen die Adresse des Rathauses? – Leider hatte ich dabei übersehen, dass der Bezug zu unserer Stadt in den Bildern auch noch auftauchen sollte – da war für mich die zweite Aufgabe besser umsetzbar: „Zeige das Rathaus aus verschiedenen Perspektiven“. Und da zu dem Rathaus noch zwei Pavillons gehören, nahm ich auch diese ins Visier.
Aufgabe 01
Aufgabe 02
Hier habe ich mit unterschiedlichen Belichtungszeiten experimentiert – so wie zuvor schon bei der Plattenkamera.