Dienstags-Gedudel #290 –  aus aktuellem Anlass

„RAAG E ISQH“ – Melodie der Liebe: Wenn man nichtsahnend die folgende Veranstaltung besucht …

… und nach der Pause dann ein gesanglicher Programmpunkt unter dem Stichwort „östliche Klassik trifft auf westliche Moderne“ folgt.

Und so kündigte die Schirmherrin dieses Abends den Namen der Band, die den Song 2005 veröffentlichte, in einzeln ausgesprochenen Buchstaben an: I N X S.


Tatsächlich kannte ich von diesem Song zwei Versionen. Zum einen das Original – und dann den für mich persönlich um einiges spannenderen Remix der indischen Sängerin und Komponistin Sona Mahapatra:

die passende Wahl für einen gelungenen (Tanz)abend *** https://youtu.be/jqKtf14ngFY


Was wir zu hören bekamen, war eine Akustikvgitarrenversion, die dem Original in Teilen sehr ähnlich war, aber von Herrn Dasgupta um eigene, in Hindi gesungene Melodien, erweitert wurde. Nach der Veranstaltung habe ich mich noch kurz mit der Künstlerfamilie ausgetauscht und dabei erfahren, dass sie wegen den Ragas (melodische Strukturen der klassischen indischen Musik) in Sonas Version genau dieses Lied für ihre Aufführung ausgewählt hatten.

Leider kann ich mit einer Aufnahme dieses Ereignisses nicht dienen – das Video oben muss für dieses Mal genügen.

Media Monday # 744 : eine kurze Woche

Die haben wir nun. Blöd nur, dass der Feiertag diesmal auf einen Freitag fällt, denn dann muss ich mich mal wieder (*grummel*) nach dem Feiertagsfahrplan der Deutschen Bahn richten, und der ist für mich auch seit Jahren noch gewöhnungsbedürftig.

Jetzt aber genug gemeckert, denn nun geht es auch schon los mit der 744. Ausgabe des Media Monday und seinen sieben Lückentexten:


1. Wenn jetzt der Horroctober vor der Tür steht, beschäftige ich mich vermutlich mit anderen Dingen – ich habe noch so viele Bücher auf meiner Leseliste bei Wattpad, die ich noch nicht gelesen habe, da wartet noch so einiges an spannender Lektüre.


2. Meine nächste Busreise  wird bestimmt großartig, schließlich geht es dann ins winterliche Ostfriesland und da war ich noch nicht. So weit ich bisher sehen konnte, sollen die Weihnachtsmärkte dort ganz zauberhaft sein – zum Beispiel wie hier: 

Schloss Gödens *** Bildquelle: https://landpartie.com/wp-content/uploads/2025/04/dji_0458-1-scaled.jpg


3. Ich hätte ja nicht übel Lust, mich von DVDs zu trennen, die ich mir nie wieder zu Gemüte führen werde, wie zum Beispiel die Disney-Filme, die sich hier angesammelt haben.


4. „Downton Abbey: Das große Finale“ ist letztlich auch nur einer der Filme, bei denen ich mich rundum wohlfühle. Dabei bezieht sich das „nur“ in diesem Satz darauf, dass Serie und Filme bei vielen übertriebenen Kultstatus erreicht haben. Und zwar dermaßen, dass Fans zu den Drehorten pilgern (was sie auch bei anderen Serien tun). Aber 125 Pfund für eine Filmpremiere am Originalschauplatz, Highclere Castle hinblättern? Och nö, da bin ich dann lieber nach Frankfurt gepilgert und habe für einen Bruchteil des Geldes nicht nur den Film gesehen und dazu eine heiße Schokolade getrunken.


5. In letzter Zeit kommt es häufiger vor, dass ich mir Veranstaltungen zum kleinen Preis gönne, wie zuletzt ein Filmabend mit einem türkischen Film oder einen Abend mit traditionellem indischem Tanz und Gesang, der östliche Klassik mit westlicher Moderne verband.


6. Den Ausflug in andere Kulturen empfinde ich als ungemein faszinierend, sei es unter 5) erwähnter Abend oder ein VHS-Kochkurs mit dem Titel „Türkische Küche zum Schlemmen“. Jetzt kann ich endlich meine Lieblingsgerichte selber zubereiten. Und, nein: Es handelt sich nicht um Döner! PS: Die Weinblätter und Spieße waren von meiner Freundin und mir.


7. Zuletzt habe ich einer Freundin beim Sichern ihrer Daten geholfen und das war ein zähes Unterfangen, das sich über Stunden hinzog, weil sie wie ich früher zu den Jägern und Sammlern gehört. Fotos über Fotos – das Aufräumen meiner Fotodatenbanken steht bei mir als nächstes an. Da kann viel Schrott weg.

Cinema-Scope 2025 – Juli, August, September

Ein Quartal, in dem sich filmisch gesehen, nicht viel bei mir getan hat. Auf dem Plan standen neben verschiedenen Horrorfilmen („M3GAN 2.0“ oder „Weapons“) auch F1, das Rennfahrer-Spektakel mit Brad Pitt (wobei das Wort „Spektakel“ nicht herabsetzend gemeint ist).

Aber wie das bei mir oft so ist, habe ich nach meinem Crash am 30. Juni wenig Verlangen nach Filmen gehabt, in denen Rennen gefahren werden oder es zu Zusammenstößen kommt. Insgesamt habe ich in den letzten Wochen viel Lust verspürt, mir Filme anzusehen.

Nach meinem Österreich-Urlaub war es dann aber mal wieder soweit: Ich bin ins Kino gegangen – aber insgesamt kann man meine Besuche an einer Hand abzählen. Und weil das so wenig waren, kann ich auf die einzelnen Werke etwas genauer eingehen – die Originaltitel und das jeweilige Produktions- bzw. Erscheinungsjahr befinden sich in Klammern dahinter.


Der Salzpfad („The Salt Path“ * 2024) : Mit Filmen in denen gewandert wird („Mein Weg – 780 km zu mir“ oder „Wild“) und den darin eindrucksvoll präsentierten Landschaften bekommt man mich meistens. Und wenn dann noch das Etikett „nach einer wahren Geschichte“ oder „basierend auf wirklichen Gegebenheiten“ hinzukommt… In diesem Drama spielen Gillian Anderson und Jason Isaacs die Hauptrollen und ich war gespannt, was bei der fast 1000 Kilometer langen Wanderung entlang der Küste Cornwalls auf mich zukommen würde. In der Beschreibung zu dem Trailer (s.u.) heißt es: „Basierend auf den Memoiren eines Ehepaars, das sein Haus verliert und Tage später erfährt, dass bei seinem Mann eine tödliche Krankheit diagnostiziert wurde, machen sie sich auf eine einjährige Küstenwanderung. In offiziellen Kreisen ist der Salt Path als South West Coast Path bekannt – Englands längster Wanderweg. Früher war er ein beliebter Weg für die Küstenwache, die in den Buchten und Flussmündungen nach Schmugglern Ausschau hielt, die dort ihre Waren versteckten“.

nichts zu verlieren? *** https://youtu.be/EfKYGBBeZkI

Menschen, die nichts mehr zu verlieren haben? Da dachte ich so für mich: Nun ja, warum nicht? Wenn ich schon nicht in nächster Zeit nach England komme, schaue ich mir das Werk mit dem vielversprechenden Trailer an einem verregneten Nachmittag einmal an – das wird schon. Na ja, was soll ich sagen… – irgendwie wollte sich das erwartete Gefühl nicht einstellen. Ja, die Landschaften sind toll, ohne Frage, und diesen Teil Cornwalls kannte ich bisher auch noch nicht. Aber den Verlauf der Handlung fand ich schon bald arg vorhersehbar, die Chemie zwischen Raynor und Moth Wynn nur stellenweise erkennbar und manches recht unglaubwürdig. Wie jetzt, der Arzt gibt dir nur noch wenige Monate mit deiner Lungenkrankheit und sobald du die Medikamente absetzt, blühst du auf – um am Ende noch mindestens ein weiteres Jahrzehnt auf dieser Erde zu wandeln? Meine Einschätzung? Ich beschreibe es mit meiner Reaktion auf folgendes Zitat einfach mal so: „Wenn es Sie berührt hat, wenn Sie es zulassen, sind Sie nicht mehr derselbe Mensch“. – Ich glaube, ich bin immer noch die Gleiche wie vorher.


Das Mädchen mit dem roten Kopftuch („Selvi Boylum Al Yazmalım“ * 1977): Jemand im Publikum bei dieser Sondervorführung des türkischen Spielfilms (Original mit deutschen Untertiteln) ließ die Bemerkung fallen, das Liebesdrama wäre ein wenig schnulzig. Aber weil ich mich vorab nicht mit Bewertungen näher beschäftige, sondern lieber erst mal herausfinde, ob mich die Handlung vom Hocker reißt, bin ich geblieben anstatt den spärlich besetzten Saal unauffällig zu verlassen. Die englische Wikipedia-Seite war das einzige, was ich mir vorab anschaute und fühlte mich genügend informiert. Das 95-Minuten-Drama nun also in Kurzfassung.

Als Asya mit einer Kanne Milch auf den weiten Fußmarsch zum Markt geschickt wird, begegnet sie dem LKW-Fahrer İlyas – eine Liebe auf den ersten Blick und so dauert es nicht lange, bis sich die beiden in einer religiösen Zeremonie vermählen. Als dann der gemeinsame Sohn Samet zur Welt kommt, könnte das Glück nicht größer sein, doch als Asya sich bei dem Chef für ihren Mann einsetzt, der plötzlich einer anderen Tätigkeit im Betrieb nachgehen soll, rastet İlyas aus: Es knallt wortwörtlich und um das Maß vollzumachen, wendet er sich seiner langjährigen Affäre Dilek zu. Heute würde man dazu Freundschaft plus sagen, aber den Begriff kannte man in den 1970er Jahren noch nicht.

Was man anscheinend damals aber gut beherrschte, war der Kunstgriff des sogenannten Voice-Overs, der über eine Szene gelegten Stimme aus dem Off, die das ausspricht, was die betreffende Person in diesem Moment denkt. Und das zwar hilfreich und wirkt an manchen Stellen auf mich ein wenig befremdlich, aber ist notwendig, um den inneren Konflikt widerzuspiegeln – besonders dann, wenn die vom „Ehemann“ verlassene Asya mit ihrem Baby auf dem Rücken die Brücken hinter sich abbricht und dem Dorf den Rücken kehrt, ohne zu wissen wohin. Dass ich den Ehemann in Gänsefüßchen gesetzt habe, hat seinen Grund, auf den ich gleich komme.

Asya findet tatsächlich eine Mitfahrgelegenheit und wird von Cemşit, einem Angestellten der Straßenmeisterei, der bei einem Erdbeben seine Frau und Kinder verloren hat, aus Mitgefühl aufgenommen. „Liebe ist Freundschaft, Liebe ist Güte“… so in etwa entwickelt sich die Beziehung der beiden über längere Zeit hinweg, bis sie dann irgendwann standesamtlich heiraten. Bigamie? Nein, so ist das nicht – denn die erste „Ehe“ gilt vor dem Gesetz anscheinend als nicht geschlossen, und nun könnte tatsächlich so etwas wie Ruhe und Frieden einkehren, wäre da nicht İlyas, der plötzlich auf der Bildfläche auftaucht und Asya zurückgewinnen möchte, schon allein wegen Samet. Doch das Kind sieht inzwischen Cemşit als seinen Vater an. Da ist nun guter Rat teuer. Nein, ich verrate nicht, für wen Ayse sich am Ende entscheidet – außer dass ich vermutlich genauso gehandelt hätte wie sie. – Ich glaube, ihr merkt schon, welcher von den beiden bisher genannten Filmen mich mehr bewegt hat.


Downton Abbey: Das große Finale („Downton Abbey: The Grand Finale“ * 2025): Kommen wir nun zum dritten Film in diesem Quartal – der, auf den ich am meisten hingefiebert habe. Aber war es das Warten auch tatsächlich wert? Zumal die Besetzung ohne die großartige Maggie Smith (Dame Margaret Natalie Smith) auskommen muss, da diese 2024 gestorben ist. Nun aber zu „Downton Abbey“, das nach sechs Staffeln und zwei Kinofilmen (2019 und 2022) nun tatsächlich 1930 endet. Eine Scheidung im Hause Crawley, und dann noch von der Ehefrau initiiert? Einfach skandalös! Wie soll Lady Mary denn da dem altehrwürdigen Hause vorstehen, wenn sie sich in den höheren Kreisen nicht mehr blicken lassen kann? Hinzu kommen noch ein windiger Finanzberater, der sich in Erpressung versucht, Pferderennen in Ascot (mit den tollsten Hüten) und viel Zeitkolorit inclusive beeindruckender Garderobe – und natürlich die altbekannte Dienerschaft, von der einige ihrem Wechsel ins Rentnerdasein entgegensehen… An dieser Stelle breche ich lieber ab und gebe übergebe an Lady Mary und Edith, die sich im Foyer über die Schulter hinweg austauschen: „Lang lebe Downton Abbey“ – „Amen, sage ich“.

Der Trailer zum Film *** https://youtu.be/46iKl0VJndo

Das Finale wäre kein Finale gewesen, hätte man nicht Dame Maggie Smiths gedacht – ein Porträt der von ihr verkörperten Lady Violet hat deshalb einen Ehrenplatz in der Eingangshalle von Downton Abbey bekommen. Doch dieses opulenten Grußes an jeden, der hier eintritt hätte es gar nicht bedurft – der gesamte letzte Teil dieses Epos ist durchdrungen vom Geist der Verstorbenen, die man tatsächlich noch einmal in einer letzten Traumsequenz bewundern durfte (wobei ich mich fragte, wie das Filmteam diesen Kniff hinbekommen hat).  Fazit: Alle drei Jahre ein Downton-Abbey-Film, und nun der letzte? Da bin ich gespalten, denn eventuell würde ich mir auch noch einen vierten oder fünften ansehen, vielleicht pro Jahrzehnt einen – aber da wir ja wissen, dass man aufhören soll, wenn es am schönsten ist, fürchte ich, dass weitere Fortsetzungen diesem Serien- und Filmuniversum nicht guttun würden und sich der Grey’s-Anatomy-Effekt einstellen würde.

Die 5 Besten am Donnerstag : Deutsche Genrefilme

Kann ich hier überhaupt mitreden? Das fragte ich mich ganz ernsthaft, als ich in der Monatsübersicht für den September sah, wie das letzte Thema für den September bei Passion-of-Arts lautet: „Deutsche Genrefilme“. Und ich hatte keine Ahnung, was ich mir darunter vorstellen darf.

Also habe ich mich mal ein wenig umgehört, um herauszufinden, wie andere die Filmlandschaft definieren. Und siehe da: Schlauer bin ich zwar immer noch nicht – aber von den Filmen, die in diese Kategorie fallen, habe ich tatsächlich einige gesehen habe. Und die meisten sind „jüngere“ Produktionen darunter. *** Aber bevor es bei mir losgeht (mit dem ältesten Film wieder einmal zuerst), noch ein Hinweis in eigener Sache, und der lautet, dass ich womöglich mit ein oder zwei Filmen in meiner Liste daneben liege, denn nicht alles fällt unter „Arthouse“ oder die Genres „Horror“ & „Science Fiction“ …


Das Cabinet des Dr. Caligari (1920): Der 72 Minuten lange im Horrorgenre angesiedelte Stummfilm gilt neben Metropolis als Meisterwerk des Expressionismus und lässt sich in die Sparte „Horrorfilm“ einordnen. Ein Schlafwandler, der tagsüber auf einem Jahrmarkt zur Schau gestellt wird und nachts mordet. Wendung in der verschachtelten Handlung: Der Jahrmarktsbetreiber entpuppt sich als Leiter einer Irrenanstalt. Doch ist das Gezeigte Realität oder nur Einbildung? Ich hatte 2024 das Vergnügen, eine Aufführung des Werks zu erleben, die von Karl Bartos und Mathias Black neu vertont wurde.

beklemmende und schwindelerregende Kulissen *** https://youtu.be/IAtpxqajFak


Christiane F. – Wir Kinder vom Bahnhof Zoo (1981): Basierend auf der Autobiografie „Wir Kinder vom Bahnhof Zoo“ thematisiert das Drama den Alltag der 13jährigen Christiane Felscherinow in einer tristen Hochhaussiedlung in Berlin und ihr Abrutschen in die Heroinabhängigkeit. Dreckig, rauh und ungeschönt – das Dahinvegetieren der Süchtigen dermaßen schonungslos vor Augen geführt zu bekommen, hat damals nicht wenige schockiert. Obwohl zur Abschreckung gedacht, wurde in vielen Ländern die Altersfreigabe heraufgesetzt. Apropos Explosives Gesellschaftsdrama (siehe Zitat oben) – vielleicht liege ich mit diesem Werk ja doch nicht so falsch.

beklemmende Bilder, u.a. vom Kalten Entzug *** https://youtu.be/Udgp-bl5omw


Lola rennt (1998): Mit 81 Minuten liegt der Actionfilm knapp unter der bis damals regulären Spielfilmlänge von anderthalb Stunden. Was ihn aber gefühlt kürzer wirken lässt, ist die Aufteilung in drei verschiedene Versionen von je 20 Minuten mit minimalen Abweichungen, die das Drama einen jeweils anderen Lauf nehmen lassen. In jeder der drei Versionen hat Lola exakt zwanzig Minuten Zeit, einen Beutel mit 100.000 D-Mark wiederzubeschaffen, andernfalls sieht sich ihr Freund Manni gezwungen, einen Supermarkt auszurauben, da er selbst bei einem Ganoven mit besagen 100,000 Mark in der Kreide steht.

ob das die Blaupause für „The Butterfly Effect“ war? *** https://youtu.be/nflEk4JnnT0


Anatomie (2000): Franka Potente, die schon in „Lola rennt“ als Lola zu sehen war, spielt in diesem Thriller die Medizinstudentin Paula, die unbedingt in die Forschung möchte und während ihres Studiums auf eine Geheimgesellschaft namens AAA (die Antihippokraten) stößt. Deren Mitglieder haben sich dem Streben nach medizinischem Fortschritt um jeden Preis verpflichtet und – den Eid des Hippokrates verachtend – schrecken selbst vor Mord nicht zurück.

Ob Mengele auch zu den AAA gehört hat? *** https://youtu.be/-YQGlw62c8k


Victoria (2015): Eine Studentin aus Spanien trifft in Berlin auf vier junge Männer. Auf der Suche nach Bekanntschaften, lässt sich Victoria darauf ein, mit den „Berlinern“ durch die Stadt zu ziehen. Doch der sorglose Streifzug durch das Nachtleben nimmt eine jähe Wendung, als die Gruppe eine Privatbank überfällt, sich in Sicherheit wähnt und dann doch überstürzt quer durch Berlin flüchten muss. Gedreht wurde ders 140 Minuten lange Independent-Film in einer einzigen Kameraeinstellung. Egal ob Krimi, Thriller oder Drama – hier spielt auch die Musik (u.a. von Deichkind) eine nicht ganz unmaßgebliche Rolle.

wenn sich der unbeschwerte Trip in einen Alptraum verwandelt *** https://youtu.be/v14uKSQfYIs


Vielleicht habe ich das Thema verfehlt, vielleicht aber auch nicht – aber dieses Risiko bin ich bei dem spannenden Thema gerne eingegangen. Ob ich daher die folgenden, die mir hinterher noch eingefallen sind, als Deutsche Genrefilme bezeichnen kann, das sollen andere entscheiden:

a) Aus meiner Haut (2022): Körpertausch auf einer nur per Fähre erreichbaren Insel / b) The Ordinaries (ebenfalls von 2022): Wenn das ganze Leben ein Film ist und nur in Metaphern erzählt wird. *** Filme wie Die Saat des heiligen Feigenbaums (2024) und Kein Tier. So Wild. (2025) habe ich bewusst nicht mit aufgeführt, weil beides Co-Produktionen zwischen Deutschland und anderen Ländern sind.

Media Monday # 743 : Houston, wir haben ein Problem

Und zwar eines mit dem Laptop bzw. dem Ladegerät, und so gibt es meinen Beitrag zum 743. Media Monday leider einen Tag später.

1. Von all den Reboots und Remakes kann ich mich auf Anhieb nur das von Lilo & Stitch erinnern, und in diesem Fall war ich von der „Real“-Version in 3D so richtig begeistert.


2. Happy Deathday 2U ist eine unverhofft gelungene Fortsetzung von Happy Deathday, weil ich solche Zeitschleifenstorys gerne sehe.


3. Es ist nicht so, dass ich keine Lust gehabt hätte, gestern beim Media Monday mitzumachen – leider hat das Ladegerät von meinem Laptop gezickt, und so habe ich der Technik mal einen Ruhetag gegönnt.


4. Jedes meiner geliebten drei Arthouse-Kinos hat wirklich einige Qualitäten, die mir in den Kinos, wo der Mainstream regiert, fehlen. Klein, gemütlich und so kuschelig, dass ich mir letztes Jahr die Frage gestellt habe, ob ich nicht gleich dort einziehen möchte.


5. Großartig, dass es mittlerweile für mich möglich ist, auch tolle Sachen für wenig Geld zu unternehmen – in dem Zusammenhang empfehle ich den Besuch von Ausstellungen in weniger bekannten Museen bzw. eine von den Kuratorinnen geleitete Führung. In diesem Fall habe ich nicht gegendert – sondern die Kuratoren waren tatsächlich weiblich.


6. Downton Abbey – Teil 3 genießt für mich jetzt schon Kultstatus, obwohl ich ihn noch gar nicht gesehen habe – aber ich schwöre: Diese Woche kommt der dritte und letzte Teil der Saga an die Reihe.


7. Zuletzt habe ich mir den Kopf über ungelegte Eier zerbrochen und das war ein wilder Mix aus „was wäre wenn“ und „das und das musst du aber unbedingt auch noch erledigen“, weil hier noch so viel zu tun ist, mir aber irgendwie die Lust dazu fehlt.

Die 5 Besten am Donnerstag : Lesenswerte Bücher

Erwischt! Ich wusste es – früher oder später würden sie mich kriegen, mit meinem Fimmel, Bücher anzufangen und liegenzulassen. Dabei gab es eine Zeit, in der ich von Büchern kaum wegzukriegen war… Trotzdem bin ich auch in dieser Woche bei den 5 Besten (hier, bei Passion-of-Arts) dabei:

Ihr habt „Die Tribute von Panem“ erwähnt? Da könnte ich jetzt jubeln, weil es genau die Trilogie ist, bei der für mich auch die Verfilmung stimmt. Aber da ich es mir ja selten leicht mache, suche ich jetzt mal ganz gezielt nach anderen Werken, zu denen ich immer wieder gerne greife. Ob einem breiten Publikum bekannt oder nicht – je länger ich in meinem Gedächtnis nach lesenswerten Büchern kramte, desto weiter nach unten auf meiner Liste wanderten die „Klassiker“.

Nicht, dass man mich hier falsch versteht: Selbstverständlich halte ich Werke wie „1984“, „Fahrenheit 451“, „Animal Farm“ oder „The Handmaid’s Tale“ für wichtig und leider auch schon wieder so aktuell wie noch nie… aber ich wollte meinen Blick zur Abwechslung auf Bücher von Schriftstellerinnen lenken, von denen man vielleicht irgendwann gehört hat. Eine Reihenfolge bzw. Wertung gibt es bei mir übrigens wieder nicht.

Wer ein Faible für Jane Austens „Pride & Prejudice“ oder Julian Fellowes‘ „Gosford Park“ und „Downton Abbey“ hat, könnte sich bei diesem Buch vermutlich so richtig wie zu Hause fühlen – denn hier werden Begebenheiten im Hause der Familie Bennet aus der Perspektive des Personals, genauer gesagt der Bediensteten Sarah beschrieben. Wäsche waschen, Woche für Woche. Leseprobe:

Ein Absatz, bestehend aus lediglich zwei Sätzen, von denen der längere sehr gut beschreibt, wie ungern sie dieser Arbeit nachgeht und wie man sich in seiner Naivität das Leben in den damaligen Kolonien vorgestellt haben könnte – an Sklaverei dachte die arme Sarah dabei bestimmt nicht. Kritik an den Umständen und an ihren Dienstherren war für sie das Nächstliegende, frei nach dem Motto „wenn die Bennets auch nur ahnten, wie mühsam diese kräftezehrende Sisyphus-Arbeit ist, würden sie besser auf den Zustand ihrer Garderobe achten“.


In dem Briefroman ändert sich mit dem 18. Geburtstag das Leben des Waisenmädchens Jerusha Abbott schlagartig, als ein im Hintergrund bleibendes, wohlmeinendes Vorstandsmitglied sie auf eine Universität schickt – unter einer Bedingung: Sie muss dem Unbekannten regelmäßig per Brief über ihre Fortschritte berichten, ohne eine Antwort von ihm zu erwarten. Besagte Briefe schildern das Leben der sich fortan nur noch Judy nennenden Jerusha in einer lebhaften und gewitzten Sprache, Religions- und Gesellschaftskritik inbegriffen. Hochnäsige Kommilitoninnen und vor allem das Waisenhaus kommen dabei gar nicht gut weg. Leseprobe:

So viel zum Thema Wohltätigkeit bzw. „Tu Gutes und rede darüber“.


Von der Wiege bis zur Bahre… Das Leben einer chinesischen Bauernfamilie. zu Beginn des 20. Jahrhunderts, komplett erzählt aus der Sicht der Chinesen. Es ist ein hartes Leben, voller Entbehrungen,  Mühsal und  Schuften für die Oberschicht, doch dann kommt die Revolution und das China, wie es das Familienoberhaupt kannte, verändert sich von Grund auf. Leseprobe:

So viel zum Thema „Bloß nichts verschwenden, und wenn es die Teeblätter am Hochzeitsmorgen sind.“


Auch wenn dieses Epos bei mir schon öfters genannt wurde, darf es in meinen Top Five nicht fehlen und deshalb fasse ich hier alle drei Bände der Trilogie unter dem Sammelbegriff zusammen. Nach drei Kandidaten in meiner Liste, in denen die weniger Privilegierten im Fokus stehen, komme ich nun zu der Dystopie, die eigentlich in die Kategorie „Jugendliteratur“ gehört. Wir befinden im zwölften und ärmsten Distrikt von Panem, einem totalitären Staat, und erleben die Geschichte aus der Perspektive von Katniss Everdeen, der Tochter eines bei einem Grubenunglück ums Leben gekommenen Bergmanns. Die meldet sich freiwillig zur Teilnahme an den jährlichen Hungerspielen, um ihrer jüngeren Schwester Primrose das Schicksal, gegen dreiundzwanzig andere Tribute (pro Distrikt einen männlichen und einen weiblichen) zu ersparen – denn aus der Arena darf es im Kampf auf Leben und Tod nur einen Überlebende bzw. eine Überlebende geben… Eine Entscheidung, die für das Kapitol – die Regierung Panems – bis in die Zukunft reichende Konsequenzen haben soll, denn innerhalb des Landes brodelt es gewaltig. Verfilmt wurde die Trilogie äußerst erfolgreich, und meiner Meinung nach sehr dicht an der Romanvorlage.

Die Rebellion ist nur eine Frage der Zeit *** https://youtu.be/H2V3W92ncRg


Nach diesen mehr oder weniger düsteren literarischen Ausflügen komme ich schließlich zu einem Buch, das völlig aus der Reihe tanzt – handelt es sich doch um ein Standardwerk der Literatur, das nach Meinung meiner Eltern in keinem Haushalt, der keine großen Sprünge machen konnte oder wollte, fehlen darf. Ich zitiere an dieser Stelle einfach mal das Vorsatzblatt: „1560 Rezepte mit 350 teils mehrfarbigen Illustrationen von Gerhard Oberländer“. Erschienen ist das 639 Seiten dicke Kochbuch im Jahr 1958 bei der Büchergilde Gutenberg, Frankfurt am Main. Hier isst das Auge mit, und zwar schon beim Studieren der Rezepte, die noch aus alter Zeit stammen und die nicht in Vergessenheit geraten sollten. Kochen mit teuren oder preisgünstigen Zutaten, ganz nach Belieben… hier kann man echt noch etwas lernen.


Bücher, die beinahe auf meine Liste gelandet wären: „Mary Poppins“ von P.L. Travers, „The Joy Luck Club“ von Amy Tan, „Anne auf Green Gables“ von Lucy Maud Montgomery – sowie „Die unendliche Geschichte“ von Michael Ende, „Der Herr der Ringe“ von J.R.R. Tolkien und „Die 13 ½ Leben des Käpt’n Blaubär“ von Walter Moers. Nicht unerwähnt lassen möchte ich zum Schluss noch „Der Name der Rose“ von Umberto Eco und „Der illustrierte Mann“ von Ray Bradbury.

52-Wochen-Challenge 2025 : KW 38

Für die 38. Kalenderwoche von Norbert Eders 52-Wochen-Challenge 2025 (15. bis 21. September) bin ich für euch noch einmal durchs Museum spaziert: Musik ist nämlich das Thema, und da musste ich an meinen letzten Besuch dort denken, bei dem sich ein Vortrag um das Musikhaus André und die folgende, zentrale Frage drehte: Wie kommen die Noten aufs Papier?


Mit dem von Alois Senefelder erfundenen Steindruckverfahren, der Lithographie ließen sich nämlich plötzlich Noten in großen Auflagen vervielfältigen. Gedruckt wird auf den sogenannten Lithografiesteinen aus Solnhofener Plattenkalk. Auf diese wird das gewünschte Motiv einem fetthaltigen Mittel (Wachs- oder Ölkreide oder meinetwegen auch ein Lippenstift, wenn man nichts anderes zur Hand hat) aufgetragen – aber spiegelverkehrt. Eine Technik, von der nicht nur das besagte Musikhaus (damals noch Musikverlag André) profitierte, sondern auch Künstler wie Henri de Toulouse-Lautrec (1864-1901).


Für die Wochenaufgabe #38 habe ich also genau diese Steine so von der Wand, an der sie hängen, abfotografiert.

Media Monday # 742 : Bunt, bunter, am buntesten…

… ging es bei den „Farben der Gefühle“ zu – einem Workshop, auf den ich gleich noch eingehen werde. Was ich mit dem im Farbrausch entstandenen Bildern bzw. Leporellos anstelle, ist mir an dieser Stelle zwar noch nicht ganz klar, aber mir fällt bestimmt noch etwas sinnvolles ein. Vielleicht Grußkarten? In der Zwischenzeit widme ich mich dann doch liebe erst einmal der aktuellen Ausgabe des „Media Monday“.


1. Zuletzt so richtig umgehauen/ begeistert hat mich die Samstagswerkstatt im Offenbacher Klingspormuseum unter dem Titel „Farben der Gefühle“: unter der Leitung der Künstlerin Petra Ober haben wir mit wasserlöslicher Holzbeize (auch bekannt unter der Bezeichnung „Lasurfarben“) auf hochwertigem Papier gemalt und uns dabei kreativ ausgetobt – ich habe hier mal eine Collage aus meinen Ergebnissen zusammengestellt:


2. Workshops dieser Art funktionieren vor allem gemeinsam, wenn nicht jede/r schweigend vor sich hin werkelt, sondern sich über die Tische hinweg ausgetauscht wird. Und selbst dann kann es zu dem Phänomen kommen, dass zwei, die nebeneinander sitzen, rein zufällig (ohne vorherige Absprache) das gleiche Thema auf dem Papier umsetzen.


3. Regelrecht bahnbrechend, wie der Steindruck den Druck von Büchern, Notenblättern und anderen Druckerzeugnissen revolutioniert hat. Um es mit den Worten des Historikers Dr. Harry Neß zu sagen: „Hier ist die Wiege des reproduzierbaren Bücherdrucks“ – oder mit denen des Hauses für Stadtgeschichte: „Was Johannes Gutenberg für Mainz, ist Alois Senefelder für Offenbach.


4. Die Ausstellung „Love Stories“ zusammen mit dem rund um sie angebotenen Programm ist ein großer Wurf in Sachen 250jähriges Jubiläum, und dazu muss man nicht einmal Goethe gelesen haben. Die sich auf zwei Museen verteilende Ausstellung beschäftigt sich mit verschiedenen Facetten der Liebe. Um das zu veranschaulichen, hier ein Zitat aus der Veranstaltungsübersicht: „Im Haus der Stadtgeschichte steht die beginnende Liebe im Fokus, während sich das Klingspor Museum dem Ende der Liebe mit allen Aspekten von Abschied, Enttäuschung und Neuanfang widmet. Auch Goethe und Lili kommen natürlich nicht zu kurz…“


5. Hätte ich vor Jahren gewusst, dass ich so einen Spaß am Stempeln mit den unterschiedlichsten Schriftgrößen und -typen entwickeln würde, hätte ich mich nicht von unserer alten Kinderpost aus den 1970er Jahren getrennt. Hat das vielleicht gedauert, bis ich dieses Foto gefunden habe – auf der gleichen Seite fand ich übrigens noch einen anderen Klassiker der 1970er Jahre, der mir aber leider im Lauf der Jahre abhandengekommen ist:

ein Hauch von Nostalgie, gefunden auf https://www.erinnerstdudich.de


6. Bäppi ist eine dieser Personen, die eine Stadtführung wie die vom letzten Dienstag („Mit Bäppi rund um den Römerberg“) zu etwas Besonderem machen. Am Schluss der zweistündigen Tour, mit kulinarischer Unterstützung durch Bier, Äppler und Weißwein, gab’s ein Quiz, bei dem dann prompt die mich begleitende Freundin eine DVD gewonnen hat: Die James-Bond-Verulkung „Specktre“.


7. Zuletzt habe ich mich in der ARD-Mediathek umgeschaut und das war eine wahre Fundgrube für mich , weil die Sommerpause bei einer meiner Lieblingsserien nun endlich vorbei ist und ich mir wieder neue Folgen anschauen kann.