Nach der sehr spät nachgelieferten Oktoberausgabe, geht es jetzt Schlag auf Schlag: Im November und fast den gesamten Dezember über herrschte Funkstille, doch dann war ich dreimal kurz hintereinander im Kino: 27., am 29. und am 30. Dezember. Und mir da so anschaute, konnte unterschiedlicher nicht sein, sowohl was das jeweilige Genre betraf als auch die Preise für die Eintrittskarten: HFR-3D in Kombination mit sogenannten VIP-Plätzen (bei „Avatar 3“ im Cinemaxx) war leider nicht für unter 20.—Euro zu haben – bei der faszinierendem Dokumentation über die Entstehung einer Operninszenierung war ich dagegen mit 8.—Euro dabei, ein echtes Schnäppchen, das den Durchschnittspreis pro Kinobesuch für mich im Endeffekt wieder relativierte.
Therapie für Wikinger * 2025
Nach der Enttäuschung, die ich zuletzt mit „A big, bold, beautiful journey“ erlebte, traute ich mich dann doch nochmal und setzte ich bei diesem Werk auf volles Risiko, denn hier hatte ich so überhaupt keine Ahnung, was mich erwarten würde, da der Trailer meiner Meinung nach nur oberflächlich an der Handlung kratzte. Angekündigt als „schwarze Komödie“ aus Dänemark bzw. Schweden (ja, es ist eine dänisch-schwedische Co-Produktion) mit Mads Mikkelsen, der den an einer dissoziativen Identitätsstörung leidenden Manfred spielt, schlug der bald eine Richtung ein, die für mich mehr Ähnlichkeiten mit einem Drama als mit einer Komödie hatte.
Manfreds Bruder Anker, der nach 15 Jahren aus dem Gefängnis entlassen wird und den sich John (wie in John Lennon) nennenden Manfred braucht, um die vergrabene Beute wiederzufinden, fährt mit ihm zu ihrem früheren Elternhaus im Wald. Anker hat jedoch nicht bedacht, dass bei dem Versuch, Erinnerungen an „Johns“ früheres Ich als Manfred zu erwecken, vor allem seine eigenen verdrängten Traumata aus der Kindheit wach werden. Eine Reise, die ans Eingemachte geht und die in Verbindung mit dem Cartoon zu Beginn und Ende des Films, in den sie eingebettet ist, eine ganz eigene Logik entfaltet. Ein echter Geheimtipp.
Wenn man ein Geheimnis hat, setzt man eine Rune *** https://youtu.be/nuQmXeDv1WQ
Avatar: Fire and Ash * 2025
And now for something completely different, um es mit den Worten Monty Pythons zu sagen: Manchmal bin ich auch Blockbustern nicht abgeneigt, vor allem dann nicht, wenn sie als so ein Brett daherkommen; nicht nur, was die Länge angeht. Die Fortsetzung von „Avatar: The way of water“ gab es als 197 Minuten langes Epos in 3D und HFR (high frame rate). Die letztgenannte Technik kam auch schon bei „Der Hobbit“ (mit 48 Bildern pro Sekunde) zum Einsatz. Seltsamerweise hatten meine Augen damit aber keine Schwierigkeiten. Viel über die Handlung kann ich nicht erzählen, weil ich das Gefühl hatte, dass die Geschichte zwar weitererzählt wird, aber trotzdem nicht wirklich vorankommt, aber dafür entschädigte mich das Eintauchen in eine völlig andere Welt in Videospiel-Optik für mehr als drei Stunden vollends.
und noch ein Volk mehr – KinoCheck-Trailer: https://youtu.be/2JZXCoR3bPc
La Scala – Die Macht des Schicksals (Die Entstehung eines Meisterwerks) * 2025
Hätte ich doch besser das Kleingedruckte (in diesem Fall das auf dem Plakat Rotgeschriebene) und die Kurzbeschreibung auf der Seite der Frankfurter Arthousekinos gelesen – dann hätte ich gewusst, dass ich an diesem Abend nicht die Verdi-Oper „Die Macht des Schicksals“ zu sehen bekommen würde, sondern einen Dokumentarfilm über die Erschaffung dieses Meisterwerks, wie der Zusatz in Rot sagt:
Bildquelle: https://www.arthouse-kinos.de/fileadmin/arthouse-kinos/import/_processed_/8/1/csm_fw43big_37_3d0c880783.jpg
Um es mit den in der Quelle genannten Worten zu sagen:
Die feierliche Eröffnung der Mailänder „Scala“ ist seit mehr als sieben Jahrzehnten die wohl wichtigste Opernpremiere des Jahres, im wohl bedeutendsten Opernhaus der Welt. Doch bevor sich der Vorhang im Dezember für die erste Vorführung von Verdis „Die Macht des Schicksals“ öffnet, haben über 900 Künstlerinnen, Choreographen, Handwerker und Bühnentechniker monatelang im Schweiße ihres Angesichts geplant, geprobt und teils bis zur Erschöpfung geschuftet. Hautnah folgt Filmemacherin Anna Bonnefont dem Opernregisseur Leo Muscato und dem Dirigenten Riccardo Chailly bei jedem Schritt dieser Vorbereitungen. Von der Auswahl der Tänzerinnen über die Bühnengestaltung bis hin zu den Generalproben mit weltberühmten Sängern wie der Sopranistin Anna Netrebko und dem Tenor Brian Jagde verlangt der Prozess kompromisslose Akribie und kreatives Genie, das nur ein Ziel kennt: Ein opulentes Bühnenspektakel, das unvergesslich ist. (Quelle: Verleih) – Ab 0 Jahren | 92 Minuten – Frankreich 2025 Regie: Anissa Bonnefont – Alle Vorstellungen in der italienischen Originalversion mit deutschen Untertiteln.
So wurde ich erst einmal überrascht. Und zwar positiv. Denn hier wurden nicht nur die Bühnenarbeiter und -arbeiterinnen, Kostümbildnerinnen und das Ensemble selbst ausgiebig gewürdigt, sondern der Aufbau der Filmdokumentation war wie ein Countdown gestaltet: „Noch 75 Tage bis zur Premiere, noch 40 Tage bis zur Premiere (…), noch 10 Stunden…“ – Dieser Kniff verlieh dem 92 Minuten langen Werk eine gewisse Spannung und war gewiss nicht die schlechteste Wahl.
Und da Vorfreude bekanntlich die schönste Freude ist, gibt es demnächst von mir bei den 5 Besten am Donnerstag einen Ausblick, worauf ich mich im kommenden Jahr freue.















