Cinema-Scope 2025 – kurz vorm Jahresende

Nach der sehr spät nachgelieferten Oktoberausgabe, geht es jetzt Schlag auf Schlag: Im November und fast den gesamten Dezember über herrschte Funkstille, doch dann war ich dreimal kurz hintereinander im Kino: 27., am 29. und am 30. Dezember. Und mir da so anschaute, konnte unterschiedlicher nicht sein, sowohl was das jeweilige Genre betraf als auch die Preise für die Eintrittskarten: HFR-3D in Kombination mit sogenannten VIP-Plätzen (bei „Avatar 3“ im Cinemaxx) war leider nicht für unter 20.—Euro zu haben – bei der faszinierendem Dokumentation über die Entstehung einer Operninszenierung war ich dagegen mit 8.—Euro dabei, ein echtes Schnäppchen, das den Durchschnittspreis pro Kinobesuch für mich im Endeffekt wieder relativierte.

Nach der Enttäuschung, die ich zuletzt mit „A big, bold, beautiful journey“ erlebte, traute ich mich dann doch nochmal und setzte ich bei diesem Werk auf volles Risiko, denn hier hatte ich so überhaupt keine Ahnung, was mich erwarten würde, da der Trailer meiner Meinung nach nur oberflächlich an der Handlung kratzte. Angekündigt als „schwarze Komödie“ aus Dänemark bzw. Schweden (ja, es ist eine dänisch-schwedische Co-Produktion) mit Mads Mikkelsen, der den an einer dissoziativen Identitätsstörung leidenden Manfred spielt, schlug der bald eine Richtung ein, die für mich mehr Ähnlichkeiten mit einem Drama als mit einer Komödie hatte.

Manfreds Bruder Anker, der nach 15 Jahren aus dem Gefängnis entlassen wird und den sich John (wie in John Lennon) nennenden Manfred braucht, um die vergrabene Beute wiederzufinden, fährt mit ihm zu ihrem früheren Elternhaus im Wald. Anker hat jedoch nicht bedacht, dass bei dem Versuch, Erinnerungen an „Johns“ früheres Ich als Manfred zu erwecken, vor allem seine eigenen verdrängten Traumata aus der Kindheit wach werden. Eine Reise, die ans Eingemachte geht und die in Verbindung mit dem Cartoon zu Beginn und Ende des Films, in den sie eingebettet ist, eine ganz eigene Logik entfaltet. Ein echter Geheimtipp.

Wenn man ein Geheimnis hat, setzt man eine Rune *** https://youtu.be/nuQmXeDv1WQ


And now for something completely different, um es mit den Worten Monty Pythons zu sagen: Manchmal bin ich auch Blockbustern nicht abgeneigt, vor allem dann nicht, wenn sie als so ein Brett daherkommen; nicht nur, was die Länge angeht. Die Fortsetzung von „Avatar: The way of water“ gab es als 197 Minuten langes Epos in 3D und HFR (high frame rate). Die letztgenannte Technik kam auch schon bei „Der Hobbit“ (mit 48 Bildern pro Sekunde) zum Einsatz. Seltsamerweise hatten meine Augen damit aber keine Schwierigkeiten. Viel über die Handlung kann ich nicht erzählen, weil ich das Gefühl hatte, dass die Geschichte zwar weitererzählt wird, aber trotzdem nicht wirklich vorankommt, aber dafür entschädigte mich das Eintauchen in eine völlig andere Welt in Videospiel-Optik für mehr als drei Stunden vollends.

und noch ein Volk mehr – KinoCheck-Trailer: https://youtu.be/2JZXCoR3bPc


Hätte ich doch besser das Kleingedruckte (in diesem Fall das auf dem Plakat Rotgeschriebene) und die Kurzbeschreibung auf der Seite der Frankfurter Arthousekinos gelesen – dann hätte ich gewusst, dass ich an diesem Abend nicht die Verdi-Oper „Die Macht des Schicksals“ zu sehen bekommen würde, sondern einen Dokumentarfilm über die Erschaffung dieses Meisterwerks, wie der Zusatz in Rot sagt:

Bildquelle: https://www.arthouse-kinos.de/fileadmin/arthouse-kinos/import/_processed_/8/1/csm_fw43big_37_3d0c880783.jpg

Um es mit den in der Quelle genannten Worten zu sagen:

So wurde ich erst einmal überrascht. Und zwar positiv. Denn hier wurden nicht nur die Bühnenarbeiter und -arbeiterinnen, Kostümbildnerinnen und das Ensemble selbst ausgiebig gewürdigt, sondern der Aufbau der Filmdokumentation war wie ein Countdown gestaltet: „Noch 75 Tage bis zur Premiere, noch 40 Tage bis zur Premiere (…), noch 10 Stunden…“ – Dieser Kniff verlieh dem 92 Minuten langen Werk eine gewisse Spannung und war gewiss nicht die schlechteste Wahl.


Und da Vorfreude bekanntlich die schönste Freude ist, gibt es demnächst von mir bei den 5 Besten am Donnerstag einen Ausblick, worauf ich mich im kommenden Jahr freue.

Cinema-Scope 2025 – Oktober

Das Jahr ist fast zu Ende, und was muss ich feststellen? Mein letzter Beitrag in meiner Rubrik „Cinema Scope“ erschien am 28. September – danach herrschte Funkstille. Was hier noch fehlt, sind die Monate Oktober bis Dezember. Darum an dieser Stelle die Kurzfassung:

Ab hier wird’s ausführlicher – und wie ihr seht, fiel der Horrorctober bei mir flach, obwohl man das ein oder andere Werk mit viel guten Willens in dieser Kategorie unterbringen könnte.

Mit 86 Minuten Länge ist der Gewinner des Silbernen Bären nicht der kürzeste Film in meiner Liste in diesem Monat, aber das dystopische Roadmovie hat es in sich: Mit dem Erreichen des 80. Lebensjahrs wird man in eine Seniorenkolonie umgesiedelt, damit „junge Menschen ungestört ihre Produktivität steigern können“. Dabei ist die penetrant unters Volk gebrachte Botschaft „o futuro é para todos“ (Die Zukunft ist für alle da) allgegenwärtig, klingt aber angesichts der Tatsachen wie eine Lüge. Für die 77jährige, in einer Fleischfabrik beschäftigte Tereza, die glaubte, noch drei Jahre Zeit zu haben, bricht eine Welt zusammen, als sie erfährt, dass die Regierung das Alter auf 75 Jahre heruntergesetzt hat und sie sofort packen und sich umsiedeln lassen soll, möchte sie doch noch einmal ihren Traum vom Fliegen verwirklichen, bevor die vermeintliche Freiheit ein Ende hat. Doch ein Flugticket zu bekommen, ist unmöglich, weil die Tochter, als Vormund über Tereza, sich querstellt. Da kann sie nur noch auf illegale Methoden zurückgreifen und einen Kapitän anheuern, der sie durch das Gebiet des Amazonas und seiner Nebenflüsse zu einem abgelegenen Flugplatz bringen soll. Für die zum Outlaw gewordene Tereza beginnt eine Reise, die ihr Leben verändern wird.

Bildquelle: https://www.tip-berlin.de/wp-content/uploads/2025/02/202510635-5-scaled.jpg

Wie, Du spurst nicht und möchtest nicht „freiwillig“ mitkommen? Widerstand ist sinnlos: Zuerst folgt der Verrat durch Spitzel, dann der Abtransport mit dem „Wrinkle Wagon“ (wie beim Hundefänger) – und zwar auf Nimmerwiedersehen, denn zurückgekehrt ist aus der Kolonie bisher noch niemand. Aber frag lieber nicht so genau nach, was dort passiert. Zum Wohlfühlen waren diese 86 Minuten nicht, und doch gelang der Kamera mit Hilfe von wunderschönen, farbenfrohen Bildern der Spagat zwischen Vermüllung des Amazonas auf der einen Seite und unberührter Natur auf der anderen Seite. Ich sage nur „Kampffische“ im Casino zum Goldenen Fisch – in einer Gegend, in der noch ein Hauch von Freiheit zu existieren scheint. „Noch“ deshalb, weil es nur eine Frage der Zeit ist, bis auch dort der Flieger mit dem von der Regierung verbreiteten Slogan auftaucht.

Mein  Fazit: ein sehenswertes Plädoyer gegen die schleichende und perfide Entwürdigung von Menschen, die ihr Leben lang geschuftet und damit ihrerseits zur Steigerung der Produktivität beigetragen haben. Denn was für eine Zukunft soll das sein, in der die so gehypten jungen Menschen irgendwann alt und damit nutzlos sein werden?


Auch in diesem 67 Minuten langen Drama, das ich mir im Offenbacher Klingspor-Museum ansah, stehen alte Menschen im Mittelpunkt. Hier hatte uns die für die hier veranstalteten Filmabende zuständige Kuratorin erklärt, die beiden Charaktere hätten ihre eigene Liebesgeschichte dargestellt und in Korea wäre es kurz nach Aufführung zu Protesten gekommen, weil es sich bei „Liebe im Alter“ um ein Tabuthema handelte. Anscheinend kam man dort zu diesem Schluss, nachdem die Bewohner dreier Altersheime zu Filmvorführungen geladen worden waren.

Bei dem Exemplar, das wir zu sehen bekamen, handelte es sich um die weltweit einzige verfügbare DVD, die der Regisseur der Kuratorin persönlich zugeschickt bekommen hatte. Doch dann ging die Scheibe auf dem Postweg verloren und erst nachdem sie sie nach mühevoller Nachverfolgung endlich wieder in den Händen hielt, stellte sie fest, dass die Spur mit den Untertiteln nicht vorhanden war. Weshalb sie die Dialoge selbst übersetzt hat. Die ergaben zwar wenig Sinn – aber das war mir egal, da ich sie ignorierte und so tat, als sähe ich einen Stummfilm. Mehr Aufschluss gibt die asiatische Wiki-Seite „asianwiki.com“.

Mein Fazit: Im Falle einer Überarbeitung der Übersetzung würde ich dem Film durchaus noch einmal eine Chance geben.


Beim Titel war ich ja schon ziemlich skeptisch, da er mich fatal an die vom Präsidenten der USA ins Leben gerufene „Big Beautiful Bill“ erinnert, aber dann war es doch der Trailer und die Grundidee, die mich ins Kino gelockt haben:

Dennoch hat bei mir – trotz traumhafter Optik – der etwas andere Autoverleih nur bedingt gezündet: Stell dir vor, plötzlich fragt dich eine KI-Stimme, ob du dich auf eine große, alles verändernde Reise begeben möchtest, und als du ja sagst, triffst du jemanden wieder, der dieselbe Frage gestellt wurde. In diesem Fall erwischt es David (Colin Farrell) und Sarah (Margot Robbie), die beschließen, die mysteriöse „Reise“ gemeinsam fortzusetzen. Vom Navigationssystem geführt durchschreiten Sie Türen, die scheinbar zufällig am Wegesrand bzw. mitten in der Landschaft erscheinen und gelangen dadurch in ihre eigenen Vergangenheiten – mit absurden Konsequenzen. Was folgt, ist eine Aufarbeitung der eigenen Konflikte und der Frage, ob sie beide, die sich selbst für nicht beziehungsfähig halten, es am Ende vielleicht doch miteinander versuchen möchten. Zitat Verleih: „Sie erkennen auch, wie sie dorthin gekommen sind, wo sie heute sind und dass sie vielleicht eine Chance erhalten haben, ihre Zukunft zu verändern.“

Klingt schräg? Ist es auch, aber nicht immer positiv schräg. Was mich vor allem gestört hat, war das teilweise aufgesetzte Schauspiel und hölzernen Dialoge von Colin Farrell und Margot Robbie sowie die nicht immer auffindbare Chemie zwischen den beiden.

Mein Fazit: Trotz origineller Ansätze nicht das, was ich erwartet hatte, dennoch keine komplette Zeitverschwendung. Also eher so lala.


Zwei Brandanschläge 1992 in Mölln, und erst 2019 später tauchten sie durch einen Zufall auf: die Briefe, geschrieben von Hunderten von Menschen, die den Überlebenden und ihren Familien ihr Beileid bekundeten. Verschollen im Stadtarchiv von Mölln, entdeckte eine Studentin sie bei Recherchen für ihr Thema und informierte İbrahim Arslan, der in diesem Dokumentarfilm darüber spricht, wie sich die Geschichte bis heute auf seine Familie und die der anderen Betroffenen auswirkt. Zitat İbrahim Arslan: „Wenn wir damals von der Anteilnahme und Solidarität in der Gesellschaft gewusst hätten, hätte uns das damals geholfen und ein wenig Trost gespendet.“

Wer bis dato noch nicht wusste, wie groß die Solidarität mit den Opfern tatsächlich war, dürfte von diesem Film, der bereits zu Beginn des Jahres auf einem Filmfest in Frankfurt gezeigt wurde (aber nur für Schulklassen), der dürfte nach diesem Filmabend (in Kooperation mit den Omas gegen Rechts) genauso überrascht gewesen sein wie ich – überrascht im negativen Sinn von den Verantwortlichen, die Briefe, die nicht für sie bestimmt waren, in der Versenkung verschwinden ließen. Und selbst nachdem diese Tatsache bekannt wurde, wurde nicht das gesamte Material offengelegt.

Inzwischen befinden sich die Briefe, von denen einer mit einem Stein als Glücksbringer darin, zu einem Treffen mit der damals 12jährigen Absenderin aus Hamburg geführt hat, im DOMiD (Dokumentationszentrum und Museum über die Migration in Deutschland) in Köln. Zusammen mit Artefakten/persönlichen Gegenständen, die für die Betroffenen eine besondere Bedeutung haben.

Mein Fazit: An diesem Abend habe ich mir im vollbesetzten Kino auf meinem Platz in der ersten Reihe beinahe den Allerwertesten abgefroren, aber das war es mir wert.


Wer mitgezählt hat, fragt sich jetzt, wo denn die restlichen drei Filme geblieben sind… Ja, genau – sie habe ich mir für den letzten Beitrag in dieser Rubrik für 2025 aufgehoben.

Media Monday # 757 : Kurz vor Toresschluss

Hui, noch drei Tage, dann ist das neue Jahr da. An dieser Stelle kommen viele auf die Idee, einen Jahresrückblick auf ihre Leserschaft loszulassen. Ob ich das diesmal auch schaffe? Schauen wir mal – beim 757. Media Monday gibt es jedenfalls wie immer sieben Lückentexte, die dafür theoretisch Spielraum bieten.

Media Monday #757


1. Am zurückliegenden Jahr gab es im Großen und Ganzen nichts zu meckern, obwohl manches auch besser hätte laufen können. Schön war, dass ich ehemalige Kollegen wieder getroffen habe – nicht so toll war der Unfall, den ich hatte, und bei dem ich hinterher froh war, mit heiler Haut davon gekommen zu sein.


2. Mein neuer Gebrauchtwagen wird mich noch lange begleiten – jedenfalls hoffe ich das.


3. Für die kommenden Monate würde ich gerne ein neues Schreibprojekt beginnen, das mir schon länger vorschwebt. Leider ist bis jetzt der Plot nur rudimentär vorhanden.


4. So mancher Film in diesem Jahr hat mich ziemlich begeistert – welche das sind, erfahrt ihr dann am kommenden Donnerstag bei den „5 Besten am Donnerstag“.


5. Im kommenden Jahr erwarten mich so einige musikalische Highlights. Welche das sind, erfahrt ihr in der jeweiligen Ausgabe des Dienstagsgedudels (eine Aktion von nellindreams), und zwar dann, wenn der Käse gegessen sein wird.


6. 2026 wird bestimmt kein Jahr der weiten Reisen für mich, denn ich habe vor, ein paar Gegenden in Deutschland zu erkunden, in denen ich bisher kaum war.


7. Zuletzt habe ich mir für die „5 Besten am Donnerstag“ (eine wöchentliche Challenge bei Passion-of-Arts) den Kopf über von mir in diesem Jahr entdeckten Geheimtipps zerbrochen und das war eine mühsame Arbeit, weil ich zu viele Ideen habe, aber keine Ahnung, wie ich sie alle in meinem Beitrag unterbringen soll.

Adventskalender 2025 ~‡~ Türchen 27

Mit dem 27. öffne ich heute das letzte Türchen:

Kam es mir zuerst wie ein Wink des Schicksals vor, dass mein Anruf beim Sender ins Leere lief, so war es am Ende dann Caro, die mich davon überzeugte, es nicht bei dem einen halbherzigen Versuch zu belassen.

„Ruf am Montag nochmal bei denen an“, redete sie beharrlich auf mich ein, „am besten gleich ganz früh, wenn die Ersten im Büro sind.“

Warum, Caro? schrie alles in mir. Doch ich wusste, dass mir die Antwort auf meine unausgesprochene Frage nicht gefallen würde. Nicht, nachdem ich ihr nach verschiedenen, größtenteils holprigen Anläufen mehr oder weniger verständlich mein ganzes Chaos auseinander klamüsert hatte.

Mein gegen die Wand gefahrenes Work & Travel. Mein anschließender Job in der Roadcrew einer Band, die vermutlich noch immer auf ihren Durchbruch wartet. Meine kurze, aber heftige Affäre – wenn man das so nennen wollte – mit Mike. Dem Sänger eben dieser Band. Und das mehr als unschöne Ende, an dem ich mindestens genauso großen Anteil habe wie er. Nur dass wir darüber nie gesprochen hatten. Weder miteinander noch mit anderen. Und am allerwenigsten John.

Sein bester Freund, der keine Ahnung hatte, was er mit seinem „bitte melde dich“ auslösen würde. Wäre ich nicht so blöd gefallen, hätte ich mir diese dämliche Sendung nie angesehen, und sein Auftritt wäre-

Spar dir dein ‚was wäre wenn‘, bringe ich das Gedankenkarussell zum Stoppen, deine Spekulationen führen zu nichts. Denn sie kommen an der Tatsache nicht vorbei, dass ich mir damit, dass ich nur zu gerne für den Weg des geringsten Widerstands gehe, am Ende keinen Gefallen tue. Ich könnte ja auch weiterhin schön den Kopf in den Sand stecken. Eine Disziplin, in der ich Meister bin.

Ja, könnte ich. Aber wie lange noch? Weil das ja auch bisher ja auch immer so wunderbar geklappt hat, höhnt ein Stimmchen leise in meinem Hinterkopf. Und diese Wahrheit ist etwas, das mich den ganzen Sonntag durch eine Berg- und Talfahrt der Gefühle schickt, von der ich auch an meinem Lieblingsplatz in München keine Ruhe finde. Von der darauf folgenden Nacht gar nicht erst zu sprechen, denn dieser Montag wird definitiv kein Schontag.

Als ich am Montag kurz nach acht die Nummer, die mir Caro übers Internet rausgesucht hat, mit zitternden Fingern in mein Smartphone tippe, schlägt mir das Herz bis zum Hals, und mir ist, als bliebe die Zeit stehen, als nach dem ungefähr zehnten Tuten endlich jemand abhebt.

„Moin, Alster-Studios, Matthiesen am Apprat, womit kann ich Ihnen helfen?“

Jetzt gibt es kein Zurück mehr. Nervös räuspere ich mich und zögere den Moment noch für ein, zwei Sekündchen hinaus, bis meine Worte meine Lippen verlassen.

„Moin. McAllister“, stammele ich unbeholfen vor mich hin. „Andrea McAllister. Wegen der Show am Samstag. Ich sollte mich doch bei Ihnen melden…“

Das war er, mein Adventskalender für 2025, bestehend aus vier Kurzgeschichten, die einem Jahreszyklus folgen und miteinander verknüpft sind. Ich wünsche euch an dieser Stelle einen guten Rutsch ins neue Jahr. Und wer alle Teile lesen möchte, hat hier Gelegenheit dazu:

Türchen 1 ~~ Türchen 2 ~~ Türchen 3 ~~ Türchen 4 ~~ Türchen 5 ~~ Türchen 6 ~~ Türchen 7 ~~ Türchen 8 ~~ Türchen 9 ~~ Türchen 10 ~~ Türchen 11 ~~ Türchen 12 ~~ Türchen 13 ~~ Türchen 14 ~~ Türchen 15 ~~ Türchen 16 ~~ Türchen 17 ~~ Türchen 18 ~~ Türchen 19 ~~ Türchen 20 ~~ Türchen 21 ~~ Türchen 22 ~~ Türchen 23 ~~ Türchen 24 ~~ Türchen 25 ~~ Türchen 26.

52-Wochen-Challenge 2025 : KW 52

Zum Abschluss der 52-Wochen-Challenge 2025 von Norbert Eder (21. bis 27. Dezember) ist „diagonal“ die 52. und letzte Aufgabe, die es fotografisch umzusetzen gilt.


Hier sind die diagonal verlaufenden Streifen durch einen Zufall entstanden, denn eigentlich wollte ich die bunt illuminierte Fassade des Büsing-Palais mit dem Weihnachtsbaum davor im Bild festhalten, muss mich aber bewegt haben, ohne es zu bemerken.

Das Besteck auf dem festlich geschmückten Tisch ist diagonal ausgerichtet:

Und bei den letzten beiden Bildern verläuft die Baumreihe in Diagonalrichtung:


Das waren meine Beiträge zur diesjährigen 52-Wochen-Challenge. Es hat mir sehr viel Spaß gemacht, auch wenn ich mich ab und zu gefragt habe, ob es schon Schummeln ist, wenn ich die passenden Motive bereits ein bis zwei Tage oder Wochen vor der eigentlichen Aufgabe im Bild festhalte. Oder erst hinterher – für zurückliegende Aufgaben. Auf jeden Fall möchte ich mich an dieser Stelle dem Schöpfer dieser vielseitig interpretierbaren Herausforderung noch einmal danken.

Adventskalender 2025 ~‡~ Türchen 26

„Andie…“

Ich habe keine Ahnung, wie lange ich schon so – regungslos und zu keiner Reaktion fähig – auf dem Sofa gesessen habe, aber es dauert ewig, bis Caros Stimme zu mir schließlich durchdringt.

„Andie – rede mit mir… Geht’s dir gut?“

Ob es mir gut geht? Ich weiß, Caro macht sich bloß Sorgen, so käseweiß, wie ich vermutlich aussehe, und zudem kann sie nicht in mich hinein sehen. Denn sonst wüßte sie, was für ein Sturm in meinem Innern tobt.

Der Eissturm: allein – zu zweit, allein verlassen…

„Du siehst ja aus, als ob du einen Geist gesehen hättest!“

Einen Geist gesehen… Nun, in gewisser Weise habe ich das auch. Nur, dass dieser Geist quicklebendig im Fernsehen auf der Bühne steht und mich meine Vergangenheit in Gestalt von John einholt, und zwar ohne Ankündigung. Obwohl  auch das nicht so ganz stimmt, wenn ich genauer darüber nachdenke. Denn als der unsägliche Moderator den jungen Nachwuchskünstler mit seinem Theremin ankündigte, hätte es schon bei mir klingeln müssen. Nur wollte ich es da nicht wahrhaben und habe mich lieber an die Möglichkeit geklammert, dass es sich bei dem Ganzen hier nur um einen Zufall handeln kann. Als Lew Termen dieses Instrument vor 105 Jahren erfand, konnte er nicht ahnen, dass eine treue Fangemeinde es heute noch immer spielen würde. Und John McIntyre ist einer von ihnen.

Experimentelle Popmusik aus Kanada? Seien wir doch mal ehrlich: Wie groß ist die Wahrscheinlichkeit, dass ein anderer mit Inspector Barnaby anfängt und übergangslos weiterspielt, um das Set mit By my side zu beenden? Ausgerechnet mit dem Song, der-

„Aber das ist doch…!“ höre ich Caro fassungslos rufen und sehe sie dabei förmlich in den Bildschirm hinein kriechen. „Das ist doch wohl ein Scherz, oder?“

Leider nein – auch wenn wir beide es gerne anders hätten. Die Wahrheit ist: Ein Zufall ist das schon lange nicht mehr. Ist es nie gewesen. Denn kaum hat John seinen Auftritt beendet und sein Instrument zusammengepackt, schüttelt Harry ihm auch schon die Hand und verwickelt ihn in ein kurzes Gespräch, in dessen Verlauf er sein Gegenüber fragt, ob er zum Schluss noch jemanden grüßen möchte. Oh ja, und wie er das möchte. Und spätestens jetzt weiß ich: Die Hoffnung stirbt zuletzt.

„Ja, die hab ich. Und zwar an Dich, Andrea McAllister. Und sie ist von ihm. Ja, von ihm – du weißt schon, von wem…“

Ich weiß zwar nicht, wer oder was „sie“ ist – aber dafür wird mir nur allzu schmerzlich bewusst, wen er mit „ihm“ meint.

Du weiß schon, von wem… Und ob ich das weiß, aber der Moment der Ruhe, den ich jetzt so dringend bräuchte, um das Chaos in meinem Kopf zu sortieren, soll so bald nicht kommen. Denn da ist immer noch Caro, die mindestens genauso geschockt ist wie ich, wenn nicht sogar noch mehr. Kaum ist mein Name den Lautsprechern sämtlicher Fernsehapparate Deutschlands, Österreichs und der Schweiz entfleucht, nimmt mich Caro ins Visier und schnappt hörbar nach Luft.

„Sag jetzt bitte, dass das nicht wahr ist!“ stößt sie hervor und zeigt, ohne noch einmal hinzusehen, auf die Mattscheibe. „Der da hat doch gerade Deinen Namen-“.

Ja, hat er. Leugnen ist zwecklos. Ich könnte jetzt zwar so tun, als wüsste ich von nichts. Aber dafür ist nach dieser Offenbarung der Zug wohl endgültig abgefahren, und so bleibt mir nichts anderes übrig, als meine Aufmerksamkeit  auf den Bildschirm zu richten, denn so wie es aussieht, ist der Gast aus Kanada noch nicht fertig. O Herr, lass Morgen werden.

„Du weißt, ich bin in sowas nicht gut. Aber glaub mir: Es tut ihm leid. Alles. Und wenn er könnte, würde er es ungeschehen machen. Bitte melde dich – wenn dir noch etwas an ihm liegt.“

Wenn dir noch etwas an ihm liegt…  hallen Johns Worte in meinem Kopf wider und verhindern, dass ich auch nur einen klaren Gedanken fassen kann. Es tut ihm leid… All die Jahre später? Immer noch? Bitte melde dich… Immer wieder diese drei gebetsmühlenartig abgespulten Worte, die dafür sorgen, dass sich mein Hals zusammenzieht und Tränen aufsteigen. Unaufhaltsam. Ich muss hier raus.

Diamantenstaub krönt die Nacht zu einem kalten Tränenmeer. Und aus Regen kalt erwacht der Eissturm…

In Zeitlupe ziehen die Minuten, in denen ich mich ins Bad schleppe, vorbei. Mit zitternden Knien schaffe ich es gerade noch, mich auf den Badewannenrand zu setzen und die Krücken fallenzulassen. Gegen die blauen Kacheln gelehnt, die meine brennenden Wangen nicht kühlen können, starre ich ins Leere und frage mich, wo meine so mühsam aufgebaute Selbstsicherheit hin ist. So neben der Spur wie heute habe ich mich schon seit Jahren nicht mehr gefühlt: Nicht, als ich diesen Winter einen unserer Gäste übers Eis führen musste und wir uns beinahe im Nebel verirrt hätten. Auch nicht während meiner Gesellenprüfung – und erst recht nicht, als ich mich für eine zusätzliche Ausbildung im Hotelwesen entschied, weil ich noch einmal neu und ganz von vorne anfangen wollte, nachdem-

„Wie konntest Du nur?!“

Wieder und wieder spielt mein Kopf diesen einen, fatalen Abend im November vor fünf (nein, sechs) Jahren in Dauerschleife ab: Mike, der ahnungslos aus dem Nichts auftaucht, während ich das bereits angezählte Schiff mit voller Kraft voraus gegen die Felsen in der aufgewühlten See steuere. Zusammen mit Ryan, seinem Bandkollegen, während sich John zwischen allen Fronten wiederfindet und nichts tun kann.

„Wie konntest Du nur… und dann auch noch ausgerechnet mit ihm??? Ihr beide seid echt das Letzte!!!“

Die Verachtung in Mikes Augen, während ich erkenne, dass ich mit meinem erbärmlichen Versuch, den Schaden einzudämmen, auf verlorenem Posten stehe.

Meine kopflose Flucht, nachdem ich Ryan, dem ich so bereitwillig auf den Leim gegangen bin, aus purer Verzweiflung anzufauchen – eine unnütze Maßnahme in der mehr als eindeutigen Situation.

Der Rest der Nacht verschwimmt in einem diffusen Nebel.

Es tut Mike leid? Wenn es jemandem leidtun müsste, dann doch wohl mir.

Mir dies einzugestehen, fällt mir schon schwer genug. Denn das würde bedeuten, dass ich ihm längst hätte sagen müssen, wie sehr ich im Unrecht gewesen bin. Aber genau das ist das Problem. Mit Schrecken wird mir nämlich klar, dass die zum Abschließen der Vergangenheit notwendige Aussprache nie stattgefunden hat. Wie auch, wenn die Verbindung abreißt? – Mach dir nichts vor, Andrea: Hättest du wirklich gewollt, dann hättest du Mittel und Wege gefunden. Es gab keinen Weg, weil er dich geghostet hat, nachdem er dich beim Beinahe-Seitensprung erwischt hat? Alles nur faule Ausreden!

Vielleicht ist es das, was mich an dieser Wahrheit am meisten schmerzt.

Und nun fleht mich Mikes bester Freund im Fernsehen an, den Kontakt zu ihm aufzunehmen, wenn mir „noch etwas an ihm liegt“. Was ihn das gekostet haben muss! – Da ist es wieder,mein schlechtes Gewissen. Verstecken kann ich mich nun nicht mehr, so viel ist sicher. Ach, es wäre so einfach, zum Hörer zu greifen und Johns Wunsch zu erfüllen. Aber will ich das?

Mike wiederzusehen, und sei es nur für ein einziges Mal:  Möchte ich wirklich, dass das ganze Drama noch einmal von vorne losgeht?

Wer die gesamte Geschichte lesen möchte, kann hier alle bisherigen Türchen öffnen: Türchen 1 ~~~ Türchen 2 ~~~ Türchen 3 ~~~ Türchen 4 ~~~ Türchen 5 ~~~ Türchen 6 ~~~ Türchen 7 ~~~ Türchen 8 ~~~ Türchen 9 ~~~ Türchen 10 ~~~ Türchen 11 ~~~ Türchen 12 ~~~ Türchen 13 ~~~ Türchen 14 ~~~ Türchen 15 ~~~ Türchen 16 ~~~ Türchen 17 ~~~ Türchen 18 ~~~ Türchen 19 ~ Türchen 20 ~~~ Türchen 21 ~ Türchen 22 ~ Türchen 23 ~ Türchen 24 ~~~ und Türchen 25.

Die 5 Besten am Donnerstag : Familienfilme für die Feiertage

Gab’s das nicht schon einmal auf Passion-of-Arts? Wenn ja, dann ist es auch egal, denn Familienfilme für die Feiertage sind immer ein paar Zeilen wert, auch wenn frei nach dem Weihnachtslied „Alle Jahre wieder“ vermutlich wieder dieselben Verdächtigen zusammenkommen. Zitat:

Cozy, gemütlich, hyggelig… Das Glück, filmische Kost fürs Herz genießen zu dürfen, kennt viele Namen. Und da wird es bei mir schwierig – einerseits war ich zwar versucht, auf Bewährtes wie „Tatsächlich… Liebe“, „Kevin allein zuhaus“ oder „Amy und die Wildgänse“ zurückzugreifen – andererseits aber wollte ich auch mal etwas zum Lachen dabei haben, weshalb hier bei mir diesmal ein Kessel Buntes daraus geworden ist, wenn auch nicht immer uneingeschränkt für Kinder geeignet…

Neulich erst noch unter ferner liefen, jetzt unter den Top Five. So schnell kann’s gehen. Aber der skurrile Fernsehsketch um Miss Sophie und ihren Butler James ist an jedem Silvesterabend ein Ritual auf allen Fernsehkanälen der ARD. Dabei feiert Miss Sophie ihren 90. Geburtstag nicht etwa am letzten Tag des Jahres. Hätte sie ihren Butler James nicht, der zu diesem Anlass nicht nur kellnern, sondern auch in die Rollen der vier längst verstorbenen Gäste (Mr. Pommeroy, Sir Toby, Mr. Winterbottom und Admiral von Schneider) schlüpfen muss, wäre sie doch glatt gezwungen, den Ehrentag alleine zu begehen. Und da bei einem solchen Anlass viel, sehr viel sogar, gebechert wird, kann man sich vorstellen, wie es James nach und nach ergeht. Ich sag nur eines: a) Tigerfell und b) die Leber wächst mit ihren Aufgaben. Ich schaue heute „Dinner for One“ inzwischen nicht mehr – dafür macht Feiern mit Freunden zu Hause, ohne Fernsehen, mehr Spaß.

same procedure as last year? *** https://youtu.be/r0K05bt40uo


Lalalala Lalala La La… Nein, ich habe mich nicht ins LaLa-Land gebeamt, sondern singe im Geiste den Singsang mit, den ich letztes Jahr bei einer Live-Aufführung genießen durfte. Wie oft ich diese zauberhafte Märchenverfilmung mit einem reitenden und bogenschießenden Aschenputtel gesehen habe? Keine Ahnung, aber es gibt für mich auch zum 51. Jahrestag immer wieder neues zu entdecken, wobei meine zweitliebste Stelle immer noch die ist, in der der Prinz dem auf dem Baum sitzenden Aschenbrödel die Frage stellt, ob sie sich schon einmal gesehen haben – und sie darauf antwortet: „Daran müsstest Du mich aber erinnern.“ – Ein Aschenbrödel, das nicht sofort begeistert „Hier!“ schreit, wenn der Prinz verkündet, er wolle sie heiraten, sondern ihm erst einmal frech einen Korb gibt? Ich glaube, das war bis zu dem Zeitpunkt noch nicht dagewesen.

Schön, wenn man die Arbeit an andere delegieren kann *** https://youtu.be/BBT5GAHPAbg


Ein Hoch auf die Freundschaft! Eine Begegnung mit der betagten, in einem Altersheim lebenden Ninny Threadgoode (Jessica Tandy) lenkt das Leben von Evelyn Couch (Kathy Bates) in neue Bahnen, die während ihrer Besuche mehr und mehr über das Leben von Idgie und ihrer Freundin Ruth, das in Rückblenden aus der Sicht von Ninny erzählt wird.  

Towanda! *** https://youtu.be/ezeqI5Bonck


Damit der Sprung ins neue Jahrtausend nicht ganz so groß wird und es auch gerne nochmals märchenhaft sein darf, ich aber auch gerne nochmal lachen möchte, bevor es ernst wird. Das Märchen vom Schneewittchen neu verwurstet? Bitte schön, denn hier ist eine ganze Reiher bekannter Komödianten versammelt, u.a. Otto Waalkes, Mirco Nontschew, Ralf Schmitz oder Christian Tramitz. Michael „Bully“ Herbig sucht man vergebens, dafür dürfen aber Nina Hagen als die böse Königin mit ihrer Tupperbox und Cosma Shiva Hagen als „schachspielendes“ Schneewittchen ihr darstellerisches Können unter Beweis stellen. Wenn man so will, ist dieser Klamauk eine 85minütige Anreihung von Kalauern. Die zünden zwar nicht immer und sind teilweise hart an der Grenze, aber die Verballhornungen anderer Filme dafür schon; zum Beispiel, wenn Helge Schneider als Gandalf-Parodie durchs Bild wandelt. Anders als im Grimm’schen Märchen, ist es dann nicht der Prinz, sondern der Hofnarr, in den die Prinzessin sich verguckt – und die böse Königin muss mit fürchterlicher Frisur fortan die Böden schrubben.

Das Grauen der Ondulation ist allgegenwärtig *** https://youtu.be/2KQkS2OwhKw


Wer den gleichnamigen Song in diesem Jahr bis jetzt noch nicht gehört hat (ja, es ist „die Weihnachtsschnulze“ von Wham!), der kann davon jetzt eine extragroße Portion haben, bis der Arzt kommt und hoffentlich ein Mittel gegen den Zuckerschock vorbei bringt. Nein, Spaß beiseite – der Kitsch existiert, ohne Frage, aber er hat seine Berechtigung, denn diese zu Herzen gehende Geschichte bekommt gegen Ende hin leicht düstere Untertöne und führt zu dem gleichen Schock, der Bruce Willis in „The sixth Sense“ widerfährt – nur dass es hier Kate (Emilia Clarke) ist, die erst sehr spät hinter das Geheimnis des mysteriösen Tom (Henry Golding) kommt. Und plötzlich bekommt der Refrain des Songs eine ganz neue Bedeutung. Der Soundtrack besteht übrigens ausschließlich aus Songs von Wham! und George Michael, der am 25. Dezember 2016 verstarb.

Kate als Weihnachtself *** https://youtu.be/jc0ZKmhkpMs


Mit dieser melancholischen Schlussnote lasse ich diese Ausgabe ohne Verweis auf möglicherweise in Frage gekommene Kandidaten enden.

Adventskalender 2025 ~‡~ Türchen 25

Fröhliche Weihnachten an dieser Stelle auch nochmal von mir und viel Spaß mit dem neuen Türchen, auf das noch zwei weitere folgen.

Ich hatte gleich so ein komisches Gefühl, als Caro die Fernbedienung an sich riss und die Oberhoheit über das Abendprogramm verkündete. Ja, ja, ich weiß – sie findet es cool, gegen den Trend zu schwimmen und auf die altmodische Art fernzusehen. Mit Snacks und Getränken – und einem spannenden Film. Aber nichts, was ich vorschlage, findet ihre Zustimmung. Dabei hätte RTL 2 „Ocean’s Twelve“ im Angebot.

„Laaaangweilig!“ kommt es von ihr zurück. „Außerdem: alle zwanzig Minuten Werbung? Braucht kein Mensch!“

Ach, meine Liebe, du möchtest ein Programm ohne Werbung? Wie wär’s statt dessen mit „Vertical Limit“ oder „Saturday Night Fever“? Die laufen beide auf ZDF Neo oder 3sat, aber auch das passt ihr aus irgendwelchen Gründen genauso wenig. Oder warum nicht gleich einen gemütlichen Netflix-Abend auf dem Zimmer, da hätten wir wenigstens Ruhe vor Leon.

So viel dazu, dass wir oft ähnlich ticken – mindestens genauso oft aber leider auch nicht. Gerade, was Kino oder Musik angeht, muss kann es schon mal länger dauern, bis wir auf einen gemeinsamen Nenner kommen. Aber ich sehe schon, heute wird das nicht der Fall sein. Anscheinend hat Caro heute morgen einen Clown gefrühstückt und dazu jede Menge Vertrauen in das Nicht-wieder-Auftauchen unseres nervigen Kollegens. Den sehen wir vor morgen früh nicht wieder? Na hoffentlich. Und bitte auch den ganzen Sonntag lang nicht.

Zielsicher steuert Caros Zeigefinger die Eins an und nach einem kurzen Knistern, das über die Mattscheibe flackert, dudelt der Abspann der Tagesschau aus den Lautsprechern. Eins muss ich dem lassen, der diesen Apparat hier aufgestellt hat – bei der Soundanlage haben sie sich nicht lumpen lassen. Da kann jede 80s-Party in der City einpacken. Aber brauche ich so eine Intensivbeschallung bei den Nachrichten? Zu dumm, dass den Lautstärkeknopf nicht erreichen kann! Aber es soll noch dicker kommen.

Kaum sind die letzten Töne der Nachrichtensendung verklungen, erscheint eine Fernsehansagerin und kündigt den nächsten Programmpunkt an. Fernsehansagerin – huch?! Hat nicht die Letzte dieser Art schon vor fünfundzwanzig Jahren ihren Hut genommen? Wie oldschool! Mich noch immer über diesen rückwärtsgewandten Move wundernd, zucke ich plötzlich vor Schreck zusammen, als uns das Intro zu einer ominösen Game- und Datingshow in einer Lautstärke entgegen dröhnt, die sich gewaschen hat und mich um ein Haar vom Sofa gehauen hätte. Was zum-

Pinke Buchstaben, die hektisch über den Bildschirm tanzen und den Namen der Show enthüllen, der Caro so aufgeregt entgegen fiebert, wer weiß, wie lange schon…

Offenbar kommen hier gerade Seiten an meiner Freundin ans Licht, die ich bisher noch nicht kannte. Und mir ist, als wäre ich wieder klein und bei meiner Oma. Eingehüllt in einen flauschigen Pyjama und eingekuschelt in eine warme, weiche Decke, mit einer dampfenden Tasse Kakao auf dem Couchtisch, und dazu ein holländischer Showmaster, der später auch noch eine Gesangseinlage gibt… Aber da war ich dann meistens schon eingeschlafen…

Eingeschlafen… Und Caro nennt „Ocean’s Twelve“ langweilig? Lahm gegen eine Show, die sich doch höchstens Familien mit Kindern ansehen? Irgendwie ist mir gerade alles aus dem Gesicht gefallen, als ich meine Sprache wiederfinde.

„Ist das wirklich dein Ernst?“ stoße ich prompt mit einiger Fassungslosigkeit hervor.

Caro, die dabei ist, eine Chipstüte aufzumachen, hält bei meinen Worten inne und starrt genauso entgeistert zurück, als hätte ich gerade verkündet, mir einen Tesla zulegen zu wollen. Tesla… als ob!

„Ach, komm schon, Andie – das wird lustig.“ Etwas, das ich stark bezweifle, wenn ich mir Harry Hirschheimer, den Moderator, in seinem geschmacklosen Outfit anschaue. „Außerdem tritt später er auf.“

Wie… was… er? So wie sie, einem Flummi gleich, auf dem Sofa auf und ab wippt, könnte man meinen, Taylor Swift persönlich würde ihre Eras-Tour um ein halbes Jahr und einen Aufenthalt in Hamburg verlängern und dort zusammen mit Harry Styles zum Tee vorbeikommen. Oder der Papst würde in der Sendung eine Audienz geben.

Anscheinend habe ich laut gedacht. Wieder einmal, wie schon früher so oft – ein Muster, von dem ich dachte, dass ich es längst abgelegt hätte.

„Er? Sag bloß nicht, du weißt nicht, wer er ist?“ Und dann, nach einer bedeutungsschwangeren Pause: „Na, Niall!“

„Niall wer?“

„Ouh Mann“, mit einem gequält klingenden Stöhnen schllägt sich meine Freundin mit der flachen Hand vor die Stirn, bevor sie das Geheimnis lüftet.

„Niall Horan!“

Oooookay, da war doch was… und plötzlich macht es leise ding! in meinem Oberstübchen, als der Groschen bei mir fällt. Irgendwann, ganz am Anfang, haben sich Sternchen in ihre Augen geschlichen, wenn immer es um One Direction ging, doch da wusste ich ja noch nicht, für wen Caros Herz tatsächlich schlägt.

Und tatsächlich betritt das irische Goldkehlchen, wie der überdrehte Showmaster den Solokünstler ankündigt, die Bühne in der Mitte des Studios und greift zur Gitarre.

… let me treat you… to a drink… nice to meet ya…

Gar nicht so übel, dieser „internationale Star“ und Caros Lieblingssänger, doch Harry, der dem Blondschopf zum Abschied einen riesigen Blumenstrauß in die Hand drückt, hat noch eine Überraschung für sein Publikum in dieser Jubiläumssendung. 50 Jahre – das muss ja schließlich gefeiert werden. Und zwar mit dem ganz großen Knall.

Wie war das nochmal mit der Zeit, die angeblich linear verläuft? Irgendwer hat mal gesagt, das Leben wäre trotzdem keine Einbahnstraße und das Verständnis von Zeit pure Illusion – weil die Zeit in Wirklichkeit in Schleifen verläuft und alles irgendwann als Bumerang zurückkommt… Ich wollte es ja nicht glauben oder anders gesagt: Gedankenexperimente dieser Art waren für mich dummes Zeug.

Bis jetzt.

Ich kann nicht genau sagen, wie viel Zeit zwischen Niall Horans Auftritt und dem des „jungen Nachwuchskünstlers und Autodidakten mit seinem Theremin“ vergangen ist – in dem Augenblick, in dem das Wort „Theremin“ fällt und ein schlaksiger Typ Anfang Dreißig mit störrischem braunem Haarschopf ins Bild kommt, erfasst es mich eiskalt aus dem Nichts heraus und mir ist, als ob ich halluziniere.

Was sich in der Sendung bisher abgespielt hat, welches Kandidatenpaar punktemäßig vorne liegt oder wer welchen Beruf ausübt – in diesem Augenblick verschwindet jede Erinnerung in einem grauen, undurchdringlichen Nebel. Wird von einem schwarzen Loch angesaugt und verschwindet im Nirwana. Und das alles, noch bevor Hirschheimer die Katze aus dem Sack lassen kann. Seltsamerweise ist sein Name das Einzige, was seit dem Ende der Tagesschau bei mir hängengeblieben ist. Denn der Typ, der uns mit der Titelmelodie von „Inspector Barnaby“ beglückt, ist kein anderer als…

John

Die ganze Welt dreht sich um mich… Kein Wunder, wenn die Vergangenheit plötzlich Gegenwart wird. Eine Vergangenheit, mit der ich eigentlich abgeschlossen hatte. Vor fünf Jahren, um genau zu sein. Jetzt aber frage ich mich, ob das wirklich der Fall ist.

Oooch, Mensch Andie, du Arme… ich bring dir auch ein Fläschchen mit! höre ich Luca sagen und sehe ihn vor mir, wie er sich zusammen mit den anderen von mir verabschiedet und sich hinter das Steuer seines alten Ford Capri schwingt.  

Let me treat you to a drink?

Oh, wie ich jetzt einen gebrauchen könnte. Aber bitte in Faßstärke.

Wer immer noch alle bisherigen Türchen öffnen möchte – hier sind alle vergangenen: Türchen 1 ~~~ Türchen 2 ~~~ Türchen 3 ~~~ Türchen 4 ~~~ Türchen 5 ~~~ Türchen 6 ~~~ Türchen 7 ~~~ Türchen 8 ~~~ Türchen 9 ~~~ Türchen 10 ~~~ Türchen 11 ~~~ Türchen 12 ~~~ Türchen 13 ~~~ Türchen 14 ~~~ Türchen 15 ~~~ Türchen 16 ~~~ Türchen 17 ~~~ Türchen 18 ~~~ Türchen 19 ~ Türchen 20 ~~~ Türchen 21 ~ Türchen 22 ~ Türchen 23 ~ Türchen 24.

Adventskalender 2025 ~‡~ Türchen 24

Heiligabend. Normalerweise wäre jeder andere Adventskalender an dieser Stelle zu Ende – manche auch einen Tag später -, aber da der 27. Dezember ein ganz besonderer Tag für mich ist, läuft mein Adventskalender noch drei Tage weiter.

Da sitze ich nun, krümme mich und kann meinem Knöchel beim Wachsen zusehen. Und so, liebe Freunde, endet diese Schicht vorzeitig – aber damit kann ich leider auch mein Campingwochenende begraben. So viel ist klar, als ich spät am Abend aus der Notaufnahme zurückkehre und an Krücken in Richtung Angestelltentrakt humple.

Ruckelnd bleibt der Aufzug im zweiten Stock stehen und lässt die Tür zum Gemeinschaftsraum aufgleiten. Erwartungsvoll springt Caro von ihrem Sessel auf und eilt mir entgegen. Auf glühenden Kohlen in der abgewetzten Sitzecke warten zu müssen und nichts tun zu können – für meine Freundin müssen die letzten drei Stunden die Hölle gewesen sein. Schließlich war ich es, die nicht wollte, dass sie mitkommt, war ich doch schon nervös genug. Da hätte es Caro wahrscheinlich noch schlimmer für mich gemacht, als es so schon für mich ist.

Falls irgendwer behauptet, jemandem Hals- und Beinbruch zu wünschen, wäre ganz schlechter Stil und fiele in die Kategorie „wenn man vom Teufel spricht“, wenn sich die betreffende Person dann tatsächlich die Knochen bricht, der hat im Leben noch keine Verstauchung oder Zerrung gehabt. Sonst müsste ich mich jetzt nicht mit einem Tapeverband in pink durch die Gegend schieben. Dabei hasse ich diese Farbe wie die Pest.

„Und?“ will sie wissen. „Was haben sie im Krankenhaus gesagt?“

Caro und die anderen werden begeistert sein, wenn ich ihnen die frohe Botschaft überbringe. Natürlich nicht.

„Zwei Wochen. Mindestens“, erwidere ich. „Wenn nicht sogar drei.“

Ja, ich weiß, Caro. Genauso sparsam habe ich geguckt, kommt mir meine Reaktion auf die Nachricht vorhin im Krankenhaus wieder in den Sinn. Das Gesicht, das ich bei meiner Antwort ziehe, muss Bände sprechen.

„Ach du Sch… da wird sich die Obermoser aber freuen!“

Natürlich wird sie das nicht. Ich möchte mir lieber nicht ausmalen, was sie sagen wird. Aber seien wir doch mal ehrlich: Was kann sie schon tun? Die Idioten, die an der Cocktailpfütze auf dem Boden schuld sind, auf Schmerzensgeld verklagen? Nicht einmal in Amerika könnte sie das, es sei denn, der Kunde wäre auf einmal nicht mehr König oder hätte immer recht. Mit meinem Totalausfall im Service werden wir alle leben müssen, und nicht nur Adelheid Obermoser. Vor allem bin ich diejenige, die die Leidtragende ist. Was nützt es mir, dass ich Anspruch darauf habe, die durch meine Krankschreibung nicht antretbaren Urlaubstage später nehmen zu dürfen?

Später – ah, ja. Später, wenn die Sommersaison vorbei und das Wetter für’n Ar*** ist? Oder wenn die anderen keinen Urlaub mehr nehmen? Also, irgendwann im neuen Jahr? Aber so oder so, kann ich mich von meinem Campingwochenende gepflegt verabschieden. Adé Spitzingsee, tschüs Rotwand und Taubenstein, und die edlen Tropfen in der Brennerei werden sich Luca und die anderen wohl ohne mich schmecken lassen.

„Oh ja. Und wie sie das wird-“, will ich ihr gerade antworten, da grätscht von der anderen Seite Leon dazwischen. O Gott, nicht jetzt auch noch der! Natürlich in seinem Lieblingsoutfit. Weißes T-Shirt und graue Jogginghose. Reicht es nicht, dass ich unsere Chefin heute nicht mehr erwischen kann und mich gleich morgen früh wie immer aus dem Bett quälen darf, um ihr nach Dienstbeginn in ihrem Büro Rede und Antwort zu stehen? Muss der Kerl sich überall rein tauchsiedern?

„Na, da hat ja unsere Pommesballerina ganze Arbeit geleistet!“

Mit diesem dümmlichen Grinsen, das er immer dann aufsetzt, wenn er nichts Gutes im Schilde führt, wirft er sich auf das fadenscheinige Sofa, das unter der spontanen Belastung quietschend protestiert, und führt eine geöffnete Dose Cola an seine Lippen.

Pommesballerina!? – und du fragst dich ernsthaft, warum ich von dir nix will? Als ob ich nicht selber wüsste, dass ich das ein oder andere Pfund zu viel mitbringe. „Hugh! Ich habe gesprochen – wenn der Kuchen spricht, schweigen die Krümel“, oder was?

Was, zum Geier? Mögen sich die Sprungfedern in deinen durchtrainierten Hintern bohren für diese Unverschämtheit! wallt es in mir vor Ärger auf. Erst das ins Wasser gefallene Wochenende, und jetzt auch noch solche blöden Sprüche von diesem Idioten? Am liebsten würde ihn vom Sofa zerren und ihm die Ohren langziehen oder in den Hintern treten, aber sobald ich auch nur auftrete, schießt ein stechender Schmerz durch mein bandagiertes Bein, als ob jemand tausend glühende Messer hindurch jagen würde. Sport ist ab jetzt für die nächsten Wochen gestrichen, also bleibt mir nur noch, mich verbal zur Wehr zu setzen.

„Pommesballerina? Ich glaub, es hackt!“ stoße ich angesäuert hervor und will zu einer Schimpftirade ansetzen, da geht Caro dazwischen.

„Komm, Andie, lass ihn. Der Typ ist es nicht wert, dass du ausrastest“, versucht sie, mich zu beruhigen, und dreht sich zu Leon um. Ich ahne schon, dass sie seine Bosheit nicht unbeantwortet lässt, aber dass sie gleich so deftige Worte wählen muss..

„Sag mal, geht’s noch? Dir haben sie wohl ins Hirn geschissen!“

Und vergessen, umzurühren? ergänze ich in Gedanken und muss unwillkürlich still in mich hinein lächeln – trotz der Schmerzen, aber die werden gleich Geschichte sein, wenn ich mir die IBUs eingeschmissen habe und ins Reich der Träume gleite. Vielleicht kann ich dann für ein paar Stunden vergessen, dass ich mir in der nächsten Zeit Leons dämliches Gesülze anhören darf.

„Wer hat die Hoheit über das hier?“ spricht Caro, die sich die Fernbedienung in einem Sprint, um den Usain Bolt sie bestimmt beneiden würde, gesichert hat. Fernsehen? Ich kann mir für den Samstagabend auch spannendere Beschäftigungen vorstellen, aber was tut man nicht alles, wenn man alle Bücher schon gelesen hat, sich kaum vernünftig bewegen kann und vor lauter Langeweile nicht weiß, was man tun soll. Na gut, dann halt Fernsehen, aber ohne Fernbedienung wird das schwierig. In diesem Augenblick steht Caro nämlich auf einem Küchenstuhl und hält das Teil hoch in die Luft. Zu hoch für Leon, der machen kann, was er will, und trotzdem nicht drankommt. Und das bringt ihn in Rage.

Warum muss er überhaupt hier sein und den Frieden stören? Normalerweise zieht er doch am Abend zu seinen gewohnten Clubtouren auf, nachdem er den gesamten Samstag im Fitneßstudio verbracht hat. Natürlich um seine Muckis auszuführen, wie Caro respektlos sagt. Klar, wenn ich jede freie Minute dazu nützen würde, sie aufzubauen, würde ich vermutlich genauso denken. Lieber nicht fragen, warum er es sich heute anders überlegt hat. Womöglich kommt dann wieder eine weitschweifige Begründung, gespickt mit kleinen Bosheiten. Und darauf lege ich nun wirklich keinen Wert. Leider lässt Leon den von oben auf ihn niedergehenden Hohn und Spott nicht von sich abprallen und hechtet auf meine Freundin zu. Da ich ihm inzwischen leider alles zutraue, befürchte ich dann auch prompt das Schlimmste, als er nach der Stuhllehne greift. Er wird doch nicht…?

Oh nein, mein Freund, das wagst du nicht – so haben wir nicht gewettet!

Hoffnungslose Situationen erfordern verzweifelte Maßnahmen – und so ist das einzige, was mir in diesem Moment einfällt, eine meiner Krücken einzusetzen und sie ihm so zwischen die Füße zu befördern, dass es ihm den Boden unter ihnen wegreißt. Zwei zu eins juble ich innerlich und hoffe gleichzeitig, dass das einzige, was er von seinem Sturz davongetragen ist, ein gewaltiger Schreck ist.

„Blöde Kuh!“ ist dann auch das einzige, was ihm einfällt, als er sich nach diesem Sturz wieder gefangen hat und sich umständlich aufrappelt, um schnaufend von dannen zu humpeln. Der Knall, mit dem er die Zimmertür lautstark hinter sich zuschlägt, spricht Bände.

„Gut so, den sehen wir vor morgen früh nicht wieder“, feixt Caro, während sie von dem Tisch hinunterspringt, auf den sie sich bei Leons jähem Angriff gerettet hat.

Dem gemeinsamen Fernsehabend steht nun nichts mehr im Wege, jetzt müssen wir uns nur noch auf ein Programm einigen.

Wer immer noch alle bisherigen Türchen öffnen möchte – hier sind alle vergangenen: Türchen 1 ~~~ Türchen 2 ~~~ Türchen 3 ~~~ Türchen 4 ~~~ Türchen 5 ~~~ Türchen 6 ~~~ Türchen 7 ~~~ Türchen 8 ~~~ Türchen 9 ~~~ Türchen 10 ~~~ Türchen 11 ~~~ Türchen 12 ~~~ Türchen 13 ~~~ Türchen 14 ~~~ Türchen 15 ~~~ Türchen 16 ~~~ Türchen 17 ~~~ Türchen 18 ~~~ Türchen 19 ~ Türchen 20 ~~~ Türchen 21 ~ Türchen 22 ~~~ und Türchen 23.