Nachdem ich letzte Woche meine Schwierigkeiten mit dem französischen Film Noir hatte, bin ich diesmal wieder mit dabei. Wenn auch einen Tag später. Der Grund dafür – ich bin soeben von einem Kurzurlaub (in Ostfriesland) zurückgekommen. Hach, war das schön – aber dazu später vielleicht mehr.
Jetzt aber endlich zu dem aktuellen Thema bei Passion-of-Arts, das das letzte im November ist und mich vage an die Superkräfte erinnert, die ich gerne hätte – nur dass es diesmal um Technologien geht. Zitat:
„Erfindungen, die auf der Leinwand geboren wurden und oft weit über die Realität hinausreichen (…) Technologien, die begeistern und die wir gerne selbst in unserem Alltag hätten.“
Der Gegenpol also dessen, was sich zum Fluch entwickeln könnte oder sogar bereits hat, wenn ich nur an den Einzug von KI in unseren Alltag denke. Meine „Top Five“ konzentrieren sich daher größtenteils auf Science-Fiction-Filme, bei denen sich vermutlich einige die Frage stellen werden, warum zwei Fernsehserien in meiner Liste auftauchen. Die Antwort ist einfach: Die jeweilige Technologie kommt zwar ausgiebig in der jeweiligen Serie zum Einsatz, aber fürs Kino gab es auch die entsprechenden Adaptionen, so dass sie bei mir einen Platz gefunden haben.
Die Lösung des Wohnungsproblems : Die TARDIS
Innen größer als außen – oder außen kleiner als innen? Alles eine Frage der Perspektive, wie zwei Begleiterinnen des jeweiligen Doktors einmal verstört und einmal begeistert feststellen.
Eine völlig geschockte Rose Tyler, die gleich in der ersten Folge der ersten Staffel um ihr Leben rennt:
Bigger on the inside *** https://youtu.be/5hdHJNvBOzI
Während Clara Oswin Oswald in einem Weihnachts-Special mit ihrer Bemerkung den Doktor aus der Fassung bringt:
Smaller on the outside *** https://youtu.be/S6uGx7kf4Ng
Aber wie man‘ auch nimmt, im Grunde läuft’s immer auf das gleiche hinaus: Die TARDIS (Time And Relative Dimensions In Space) trotzt allen bisher bekannten Naturgesetzen. Reisen durch Zeit und Raum? – Kein Problem! Doch wovon ich nie genug bekommen konnte, war dieses Szenario: Was von außen aussieht wie eines dieser noch immer im Stadtbild britischer Städte auffindbaren Polizei-Notruf-Häuschen, in das man Ganoven einsperren konnte, bis die Polizei kam, hat das Fassungsvermögen eines Palasts.
Vielleicht passt auch noch viel mehr rein. Auch wenn Michael Ende eine ähnliche Idee in einer seiner in Italien spielenden Kurzgeschichten hatte, die TARDIS ist ein essentieller Charakter in der britischen Science-Fiction-Serie „Doctor Who“, zu der es vor einigen Jahren auch ein Christmas Special im Kino gab. Ach ja, und erneuern kann sie sich auch ab und an. Das macht das Renovieren um so vieles einfacher. Übrigens reagierte die Mehrheit derer, die zum ersten Mal mit der TARDIS in Berührung kamen, wie Rose – während ich es mehr mit Clara hielt.
Alles ist vernetzt : Der Baum des Lebens
In „Avatar – Aufbruch nach Pandora“ faszinierte mich nicht die Technik, die den Erdling in den Avatar eines Bewohners des zu erobernden und auszubeutenden Planeten schlüpfen lässt, sondern das neuronale Netzwerk von Pandora, das ich für mich den Baum des Lebens genannt habe. Jedes Lebewesen ist durch ihn miteinander verbunden, was für mich eine besondere Ebene von Fortschritt darstellt – eine, durch die mir Pandora weiter entwickelt erscheint als die vom Rohstoffmangel vors Aus gestellte Erde.
Eine allumfassende Verbindung *** https://youtu.be/Ib44VkSzJTE
Nicht, dass ich ein besonders religiöser Mensch wäre, aber die Vorstellung, dass so manche Zeitgenossen sich vielleicht eher in andere Lebewesen einfühlen können oder auf diese Weise schneller kapieren, dass alle eine gemeinsame Verbindung haben, hat ihren Reiz für mich.
Unendliche Weiten : das Holodeck
Star Trek, den älteren Semestern unter uns auch bekannt als Raumschiff Enterprise, kann neben der seit den 1960er Jahren laufenden (Fernseh-)Serie auch mit einer Reihe Filmen aufwarten. Hier hat mich jedoch nicht der Warp-Antrieb begeistert, sondern ein Raum, den die Besatzung gerne zum Training oder zur Zerstreuung aufsucht: das Holodeck. In was für Welten man sich dort hinein projizieren kann… der helle Wahnsinn. Leider steckt manchmal der Teufel im Detail, und so bricht eines Tages der Alptraum von einem Holodeck, das selber zur Bedrohung wird, über die Crew des Raumschiffs herein.
Fast schon ein wenig wie in der TARDIS *** https://youtu.be/Oy5DAxGhV_c
Ich glaube, so ein Holodeck zu haben oder gar nutzen zu können, würde mir ungemein beim Entwickeln von Ideen fürs Schreiben oder beim Austesten der mir vorgestellten Szenarien helfen.
Unendliche verschachtelte Tiefen : Träumen als Mittel zur Manipulation
Science Fiction muss sich nicht immer im Weltraum oder auf fernen Planeten abspielen – diese Kunst kann man auch in Filmen wie Inception bewundern, die mit einer nie gekannten Architektur in spektakulären Szenenbildern glänzen. Leider ist es in diesem Meisterwerk von Christopher Nolan wieder einmal das Militär, das das sogenannte Traum-Sharing entwickelt hat, mit dem man die Träume fremder Menschen beeinflussen kann. Wie das genau funktioniert und wie man erkennen kann, ob man noch immer in einem Traum feststeckt oder schon wieder in der Realität gelandet ist – den Versuch, das herauszufinden, habe ich irgendwann aufgegeben. Zu gewaltig waren die Bilder und die kompliziert verschachtelten Erzählebenen, so dass ich am Schluss auch nicht schlauer war als zu Beginn des Films.
Gesetze der Physik wortwörtlich auf den Kopf gestellt *** https://youtu.be/ZszlJQhj4aA
Versteht mich nicht falsch: Die Vorstellung, ich könnte andere (oder die anderen mich) durch Träume manipulieren, ist mir höchst zuwider; aber in einer Traumwelt die eigene Regisseurin sein und grandiose Landschaften entwerfen zu können, lässt mich so schnell nicht los und geht von der Grundidee her in Richtung Holodeck.
Die Verwandlung von Wüsten in grünende Landschaften
Heute habe ich leider an dieser Stelle kein Foto oder einen Film für euch, aber besäßen wir Erdbewohner doch bloß die Fähigkeiten der Fremen, die sich auf Arrakis unter die Erde zurückgezogen haben, um ihr Überleben zu sichern.
In Der Wüstenplanet von David Lynch aus dem Jahr 1984 ist es eine Szene am Ende des Films, bei der ich plötzlich wieder hellwach wurde: Wie aus dem nichts erscheinen düstere Wolken und lassen einen Regen auf den Planeten niedergehen, der dafür sorgt, dass die Wüste endet und das Grün beginnt. Leider sieht man davon in den Neuverfilmungen von 2021 und 2024 nichts, aber ich gebe die Hoffnung nicht auf und setze auf den dritten Teil, der im Dezember des nächsten Jahres in die Kinos kommen soll.
Mehr Grün – das könnten wir angesichts des Verschwinden der Regenwälders wirklich gut gebrauchen.
Natürlich ist mir klar, dass jede der oben aufgeführten Technik zum Wohl oder aber auch zum Schaden anderer verwendet werden kann – so gesehen bin ich froh, dass man sie nicht realisieren kann.


















