Bei Passion-of-Arts geht es heute um ein aktuelles Thema, bei dem ich auf Filme aus meiner Rubrik Cinema-Scope zurückgreifen kann – und zwar deshalb:
„Maddin erforscht in der Mitte des Monats mit euch die Filme des 1. Halbjahres 2025. Spannend zu erfahren, was ihr daraus schon gesehen habt und wie eure Toplisten aussehen werden.“
Da ich aus der großen Menge an Filmen, die ich bis zum 30. Juni gesehen habe, nur die aktuellen Filme in meine Top Five aufnehmen möchte, bleiben die von mir besuchten Sondervorstellungen von „Wild at Heart“ oder „Ghost in the Shell“ außen vor. Tatsächlich stammt der Großteil aus dem letzten Jahr – nur einer aus diesem Jahr ist dabei – und zunächst geht es auch ganz gemächlich los, aber das bleibt nicht lange so:
Flow (2024): Diesen mit kleinem Budget geschaffenen Animationsfilm aus Lettland, Belgien und Frankreich fand ich so toll, dass ich ihn gleich zweimal sehen musste. Die abenteuerliche Reise einer schwarzen Katze, eines Labradors, eines Sekretärvogels, eines Lemuren und eines Wasserschweins durch überflutete Landschaften kommt ganz ohne Dialoge aus und lässt die Tiere so sein, wie sie sind: nicht vermenschlicht – wobei ich fand, dass ihre spezifischen Eigenarten und physikalische Gegebenheiten naturgetreu abgebildet wurden. Außerdem bin ich ein großer Fan von angenehmen Filmmusiken und Welten, die aussehen wie in Computerspielen im Stil von „Myst“ und „Riven“.
wenn man die Heimat verlassen und sich mit anderen zusammen tun muss *** https://youtu.be/Q5pZxlKyBrk
The Damned (2024, Þórður Pálsson): Noch eine Koproduktion, aber was für eine! Diesmal waren außer Belgien noch das Vereinigte Königreich, Island und Irland beteiligt, und die Torturen, denen sich das Schauspielensemble aussetzte, verdient meinen vollsten Respekt. Gedreht bei eisigen Temperaturen in historischen Kostümen, da die gruselige Geschichte über eine abgeschieden lebende Dorfgemeinschaft im achtzehnten Jahrhundert spielt.
wenn man mit unabsehbaren Konsequenzen rechnen muss *** https://youtu.be/5NoSOFB2Ryg
The Brutalist (2024): Es gibt Filme, die muss ich auf einer großen Leinwand sehen und nicht auf Fernseh- oder Laptop-Bildschirm. Fotografisch ist das 215 Minuten lange Epos mit Adrien Brody in der Hauptrolle in meinen Augen ein Meisterwerk, das mit einem Ende glänzt, das ich so nicht erwartet hätte. Was den Film für mich so überragend macht? Da ist zum einen die von dem ungarischen Architekten, einem Überlebenden des Holocaust, geschaffene Architektur. Und zum anderen die auf mehreren Ebenen gleichzeitig ablaufende Erzählweise.
wenn man sein Lebenswerk errichten muss *** https://youtu.be/dkakOd9DC3w
Das Kostbarste aller Güter (2024): Die herzergreifende Geschichte eines in den Wäldern Polens lebenden Holzfällerpaares, denen ein aus dem Todeszug nach Auschwitz geworfener Säugling sprichwörtlich vor die Füße fällt, ist ein Animationsfilm, der stilistisch in keine Schablone passt und mich an Holzschnitte des 20. Jahrhunderts denken lässt.
wenn man eine Entscheidung fürs Leben treffen muss *** https://youtu.be/XZZ0oFhVgBk
Drop – Tödliches Date (2025): Ein Thriller als Kammerspiel mit einer Idee, die mich stark an „Nicht auflegen!“ erinnert. Während eines Dates in einem Nobelrestaurant erlebt Violet den Alptraum ihres Lebens, da ein Unbekannter sie zwingt, ihren überaus sympathischen Datepartner umzubringen und sie schnell erkennt, dass der Psychopath irgendwo im Raum sein muss. Optisch ein Knaller, da für das Publikum die Wände des Restaurants zur Projektionsfläche für die Textnachrichten an Violet werden.
wenn Irre mitdaten *** https://youtu.be/ObG1c33fGwQ
Ebenfalls erwähnenswert: „Wild at Heart – Die Geschichte von Sailor und Lula“ (1990), „Martin Margiela – Mythos der Mode“ (2019) und „The Substance“ (2024) sowie „Kein Tier. So Wild“ und „Lilo & Stitch“ (2025).











