Die 5 Besten am Donnerstag: Filme der ersten Jahreshälfte

Bei Passion-of-Arts geht es heute um ein aktuelles Thema, bei dem ich auf Filme aus meiner Rubrik Cinema-Scope zurückgreifen kann – und zwar deshalb:

Da ich aus der großen Menge an Filmen, die ich bis zum 30. Juni gesehen habe, nur die aktuellen Filme in meine Top Five aufnehmen möchte, bleiben die von mir besuchten Sondervorstellungen von „Wild at Heart“ oder „Ghost in the Shell“ außen vor. Tatsächlich stammt der Großteil aus dem letzten Jahr – nur einer aus diesem Jahr ist dabei – und zunächst geht es auch ganz gemächlich los, aber das bleibt nicht lange so:


Flow (2024): Diesen mit kleinem Budget geschaffenen Animationsfilm aus Lettland, Belgien und Frankreich fand ich so toll, dass ich ihn gleich zweimal sehen musste. Die abenteuerliche Reise einer schwarzen Katze, eines Labradors, eines Sekretärvogels, eines Lemuren und eines Wasserschweins durch überflutete Landschaften kommt ganz ohne Dialoge aus und lässt die Tiere so sein, wie sie sind: nicht vermenschlicht – wobei ich fand, dass ihre spezifischen Eigenarten und physikalische Gegebenheiten naturgetreu abgebildet wurden. Außerdem bin ich ein großer Fan von angenehmen Filmmusiken und Welten, die aussehen wie in Computerspielen im Stil von „Myst“ und „Riven“.

wenn man die Heimat verlassen und sich mit anderen zusammen tun muss *** https://youtu.be/Q5pZxlKyBrk


The Damned (2024, Þórður Pálsson): Noch eine Koproduktion, aber was für eine! Diesmal waren außer Belgien noch das Vereinigte Königreich, Island und Irland beteiligt, und die Torturen, denen sich das Schauspielensemble aussetzte, verdient meinen vollsten Respekt. Gedreht bei eisigen Temperaturen in historischen Kostümen, da die gruselige Geschichte über eine abgeschieden lebende Dorfgemeinschaft im achtzehnten Jahrhundert spielt.

wenn man mit unabsehbaren Konsequenzen rechnen muss *** https://youtu.be/5NoSOFB2Ryg


The Brutalist (2024): Es gibt Filme, die muss ich auf einer großen Leinwand sehen und nicht auf Fernseh- oder Laptop-Bildschirm. Fotografisch ist das 215 Minuten lange Epos mit Adrien Brody in der Hauptrolle in meinen Augen ein Meisterwerk, das mit einem Ende glänzt, das ich so nicht erwartet hätte. Was den Film für mich so überragend macht? Da ist zum einen die von dem ungarischen Architekten, einem Überlebenden des Holocaust, geschaffene Architektur. Und zum anderen die auf mehreren Ebenen gleichzeitig ablaufende Erzählweise.

wenn man sein Lebenswerk errichten muss *** https://youtu.be/dkakOd9DC3w


Das Kostbarste aller Güter (2024): Die herzergreifende Geschichte eines in den Wäldern Polens lebenden Holzfällerpaares, denen ein aus dem Todeszug nach Auschwitz geworfener Säugling sprichwörtlich vor die Füße fällt, ist ein Animationsfilm, der stilistisch in keine Schablone passt und mich an Holzschnitte des 20. Jahrhunderts denken lässt.

wenn man eine Entscheidung fürs Leben treffen muss *** https://youtu.be/XZZ0oFhVgBk


Drop – Tödliches Date (2025): Ein Thriller als Kammerspiel mit einer Idee, die mich stark an „Nicht auflegen!“ erinnert. Während eines Dates in einem Nobelrestaurant erlebt Violet den Alptraum ihres Lebens, da ein Unbekannter sie zwingt, ihren überaus sympathischen Datepartner umzubringen und sie schnell erkennt, dass der Psychopath irgendwo im Raum sein muss. Optisch ein Knaller, da für das Publikum die Wände des Restaurants zur Projektionsfläche für die Textnachrichten an Violet werden.

wenn Irre mitdaten *** https://youtu.be/ObG1c33fGwQ


Ebenfalls erwähnenswert: „Wild at Heart – Die Geschichte von Sailor und Lula“ (1990), „Martin Margiela – Mythos der Mode“ (2019) und „The Substance“ (2024) sowie „Kein Tier. So Wild“ und „Lilo & Stitch“ (2025).

Dienstags-Gedudel #279 – Die Neuinterpretation

Da sucht man arglos nach der beim irisch-schottischen Abend von Mearbhall gespielten Version der Titelmelodie von Game of Thrones und wird ganz woanders fündig:

steckbrieflich gesucht ??!! *** https://www.youtube.com/watch?v=_3YhDzg5ENc

Fand ich am Ende dann doch viel cooler.

52-Wochen-Challenge 2025 : KW 29

Überraschung!

Die letzten Bilder, die ich für die 29. Wochenaufgabe der 52-Wochen-Challenge 2025 von Norbert Eder (14. bis 20. Juli) in Betracht gezogen habe, sind alle in der letzten Woche während der Sommerakademie entstanden – und dazu muss ich etwas ausholen.


Die erste Überraschung für mich war, dass wir einen Raum im Museum nutzen durften, in dem nicht nur an den Wänden Lithografien von den Originalen der jahrhundertealten Notenblätter hingen, sondern auch eine historische Steindruckpresse stand (hier ein Detail der Presse):


Hier lernten wir, mit den Materialien umzugehen und machten uns dann auf die Suche nach geeigneten Motiven. Gar nicht so einfach, wenn man mit Sack und Pack nach draußen möchte und es gießt wie aus Eimern. Zieht man dann in einer Regenpause mit einem Plan im Kopf los und formt aus Knete seine Stempel, so ist mit Überraschungen rechnen, wenn man das auf Papier gedruckte Ergebnis sieht:


Ich war selbst ganz überrascht, wieviel wir in jeweils sechs Stunden von Montag bis Freitag geschafft haben – meine Bilder befinden sich auf der linken Tischhälfte:


Und die größte Überraschung für mich: Eigentlich wollte ich nur lernen, wie ich Eindrücke von erinnerungswürdigen Stellen meiner Stadt sammeln und auf Papier übertragen kann – statt dessen entstanden kleine Graphic (Short) Novels aus meinen Manuskriptideen für eine Challenge, an der ich zur Zeit teilnehme. Hier eines von vier Deckblättern:

Media Monday # 733 :  Oops, I did it again.

Beach Life

Was das heißt? Dass ich mich mit einigen der sieben Lückentexte womöglich wiederhole, aber das kennt man ja schon von mir.

1. Ich würde ja gerne mehrere, ganz bestimmte Leuchtreklamen in meiner Heimatstadt auf Bildern festhalten, doch leider leuchten sie nachts nicht, wie ich am Samstagabend feststellen durfte.

2. Mein Auto zu Schrott gefahren zu bekommen, hätte ich nicht gebraucht. Aber vielleicht war das ja so etwas wie ein Zeichen von oben.

3. Durchaus dringend, dass ich zum Kardiologen muss. Aber wegen der Ferienzeit war auf die Schnelle nichts zu bekommen, und so wird es dann eben in der zweiten Augustwoche passieren.

4. Fisch zu essen, ist nicht schlecht, aber doch nicht mehrmals hintereinander. Samstags gegrillte Sardellen, sonntags in Knoblauchöl marinierte Garnelen – heute steige ich auf vegetarische Kost um.

5. Dabei geht doch nichts über ein nettes Essen mit Freundinnen. Und ich stelle fest, in letzter Zeit schlage ich immer öfter bei den Getränken zu. Allerdings ohne Alkohol. Vor allem im Sommer.

6. Die von mir in der letzten Zeit öfters besuchte Cocktailbar hat leider nicht alkoholfreies Bier im Sortiment. Also muss ich bei Cola, Wasser oder alkoholfreien Cocktails bleiben.

7. Zuletzt habe ich von dem von meiner besten Freundin und mir besuchten marokkanischen Fischrestaurant die Telefonnummer herausgefunden und das war ein wenig tricky, weil das Lokal zwar nicht im Internet vertreten ist, aber dafür die Mobilfunknummer auf dem Kassenbon steht.

7 aus 12 | Etüdensommerpausenintermezzo


Es ist wieder einmal soweit: Die ABC-Etüden gehen bis zum 7. September in die Sommerpause, und deshalb gibt es wie auch in den vergangenen Jahren auch diesmal wieder das Etüdensommerpausenintermezzo, das zum einen zum Verfassen eines Beitrags für die Adventszeit da sein, als auch zum Schreiben einer beliebig langen Sommer-Etüde mit sieben aus zwölf ausgelosten Wörtern anregen soll.

Da man mit mindestens sieben Wörter nur schwerlich eine Etüde von höchstens 300 Wörtern zusammenbringt, dürfen die Texte ausnahmsweise länger sein. Aber es gibt eine Bedingung: Christiane hat uns hier in diesem Jahr vor die Aufgabe gestellt, einen Text zu verfassen, in dem die Liebe vorkommt.

Das kommt mir wie gerufen, stand doch die erste Offenbacher Sommerakademie unter dem Motto „Love Stories“ für welches das 250jährige Jubiläum der Verlobung Johann Wolfgang Goethes mit Lili Schönemann als Inspirationsquelle dient – und damit auch mir für meine Sommeretüde. Es war übrigens nicht zwingend notwendig, eine Liebesgeschichte zu schreiben, dennoch ist meine Etüde irgendwie eine geworden – und für diese Aufgabe habe ich mich der folgenden acht, aus dem Lostopf gezogenen Wörter bedient:


Dabei bewege ich mich…

Als sich Johann Wolfgang und Anna Elisabeth, Lili genannt, im Jahre 1775 verlobten, konnte noch niemand ahnen, dass diese Beziehung zwischen der siebzehnjährigen Bankierstochter und dem Mittzwanziger zu großer Berühmtheit gelangen und 250 Jahre später in der Heimatstadt der jungen Frau gefeiert werden würde.

Begegnet waren Lili und der Jurastudent einander nicht etwa, wie es moderne Liebesromanzen gerne suggerieren, bei einem Sommerspaziergang mit überhasteter Flucht in einen Pavillon wegen plötzlichen Starkregens, sondern ganz konventionell bei einem winterlichen Hauskonzert.

Ein Festival der Liebe? Könnte man meinen, wäre da nicht die Tatsache, dass die Verbindung der beiden nicht nur von einem fast zehnjährigen Altersunterschied geprägt war, sondern auch auf nur allzu tönernen Füßen stand.

Bereits ein halbes Jahr später war der Zusammenhalt vorbei. Aber was blieb den Liebenden auch anderes übrig als die Verlobung zu lösen, waren die Familien der beiden der ungleichen Verbindung gegenüber mehr als voreingenommen.

Ob die Eltern der jungen Dame eine bessere Partie im Sinn hatten? Vielleicht hielten sie ihr Töchterlein ja auch für zu Höherem geboren, denn sonst wäre es nie zu der für ihre Verhältnisse vermutlich passenderen Vermählung mit einem Freiherrn und Bankier gekommen, der es in Straßburg weit brachte. Jedoch nicht für lange. Kaum hatten die Jakobiner das Sagen, war es auch schon aus mit Ansehen und Wohlstand.

Was für ein Leben – was für ein Abenteuer: In der Maske einer Bäuerin gelang es der Entwurzelten, mit ihren Kindern das Land zu verlassen und einige Jahre in der Emigration zu verbringen.

Und der Herr Geheimrat? Wie erging es ihm derweil? War es doch er gewesen, der die Verlobung gelöst hatte, weil eine Ehe nicht in seine Pläne passte und er glaubte, eine solche nähme ihm die Luft zum Atmen. Heute würde man Herrn Goethe Beziehungsunfähigkeit als Motor für den Antrieb zum Beenden der Liebschaft attestieren. Doch zu seiner Zeit war man einerseits mit der Entwicklung des Motors hierzulande noch nicht ganz so weit, aber andererseits wohl erleichtert, dass die Mesalliance nicht fortgeführt wurde.

Dennoch konnte er die Dame seines Herzens auch bis ins hohe Alter nie vergessen. Davon zeugt noch heute eine Gedenktafel in der Nähe eines nach ihr benannten kleinen Parks. Außerdem wäre da noch ein Badetempel, im Volksmund Lili-Tempel genannt, von dem fälschlicherweise behauptet wird, Goethe und Lili hätten dort gelustwandelt, dabei wurde das Bauwerk erst 1798 von einem französischen Architekten für den Frankfurter Bankier Friedrich Metzler errichtet – als die berühmt gewordene Liebschaft längst Geschichte geworden war.

Wer dieses architektonische Kleinod vor Jahren erwarb, hatte im Sinn, das Anwesen für kulturelle Veranstaltungen zu öffnen. An sich eine brillante Idee, doch nach gründlichem Nachdenken frage ich mich, welcher Art diese sein sollten?

Kurkonzerte mit leichtem Jazz? Klassische Konzerte? Oder gar Schnorchelkonzerte?

Spazierengehen kann man dort zwar immer noch, aber nur noch von außen. Selbst wenn die unter Denkmalschutz stehende Sehenswürdigkeit frei zugänglich wäre, so würde ich doch niemandem ein Bad im Gewässer zu deren Füßen empfehlen. Ob in Wanderschuhen, barfuß oder in Badelatschen: Die steilen Felsen der ehemaligen Grotte verleihen dem Ort etwas Unzugängliches und der begrenzte Platz würde sich allenfalls für ein Froschkonzert eignen.

Für diese Sommeretüde mit 511 Wörtern (ohne die Überschrift) habe ich die vier gezogenen Wörter Imbibition, Sandengel, Sommergrippe und Zahnstocher unter den Tisch fallen lassen.

NEON, Baby! ~12~ : die Sommerakademie

Diese Woche bin ich wieder einmal in der Stadt unterwegs, aber nicht am Abend, sondern tagsüber – im Rahmen der in Offenbach zum ersten Mal ausgerichteten Sommerakademie. Angeboten wurden u.a. Kurse in Bildhauerei, kreativem Schreiben, Lithographie und dem sogenannten Stadtstempeln.

Das Programmheft preist den fünftägigen Kurs so an: „Mit Knete, Stempelkissen und Papier werden Orte erkundet. Die Knete nimmt erhabene Formen auf, die dann mit Stempelfarbe gedruckt werden. Die Teilnehmer:innen werden in die Technik eingeführt und ermutigt, eigene Wege zu gehen. Wir sind künstlerisch forschend im Außenraum unterwegs und richten unser Atelier im Haus der Stadtgeschichte ein.

Ein Arbeitsplatz zwischen Original-Notenblättern Mozarts und historischen Druckpressen? Das allein klang für mich schon verlockend, und die Aussicht, meine Stadt mal aus einer anderen Perspektive zu erleben oder gar neue Orte auf ganz andere Art kennenzulernen, gab den Ausschlag, mich für diesen Kurs anzumelden. Außer mir sind noch drei Frauen und zwei Kinder – alle von auswärts – mit von der Partie, und gemeinsam oder jede für sich haben wir die unterschiedlichsten Objekte per Stempelabdruck auf Papier und Pappe gebannt.

Und weil das Ganze mir so viel Spaß gemacht hat und ich meine neueste Manuskriptidee in eine Art Graphic Novel umwandeln konnte, habe ich mir ein Stempelset zum Weiterarbeiten zu Hause zugelegt – das hier ist es:



Für die Originalgrafik in schwarzer Farbe haben die beiden Künstlerinnen Papier in Neon-Orange ausgewählt. Im Schächtelchen befindet sich außerdem eine neongelbe Karte zum Bedrucken, aber die kann ich hier nicht zeigen, weil die Handykamera die Farbe nur unzureichend wiedergibt.

Die 5 Besten am Donnerstag: Queer Cinema

Ist gerade der Pride Month vorbei, widmet sich Passion-of-Arts dem Thema LGBTA+ in Bezug auf Filme:

Es soll ja Leute geben, die schon LGBT als Buchstabensalat bezeichnen, obwohl sich das Merken der aus dem Englischen stammenden Abkürzung für Lesbian (L), Gay (G), Bisexual (B) und Transgender (T) meiner Meinung nach nun wirklich kein Hexenwerk ist. Später hinzu gekommen sind noch die Kürzel I für intergeschlechtliche Personen und das A für aromantische, asexuelle und agender (geschlechtsneutrale) Personen.

Um es einfach zu halten, werden alle Menschen, die sich einer oder mehrerer dieser Untergruppen zugehörig fühlen, als Queer bezeichnet – und hier setzt das Thema des heutigen Donnerstags an, was für mich längeres Nachdenken bedeutet, weil ich nicht allzu viele Filme hierzu kenne (oder ich mich bei mehreren Filmen zum gleichen Buchstaben wieder mal nicht entscheiden konnte).  Die Reihenfolge der Filme ergibt sich heute aus der Reihenfolge der Buchstaben, allerdings ohne das I – denn mir ist keiner dazu eingefallen (und außerdem wäre es dann ein Film mehr gewesen).

L ~ Die Taschendiebin (2016), Regie: Park Chan-wook ~ Den Anfang macht der von einem Roman inspirierte und in den 1930er Jahren angesiedelte Film „Die Taschendiebin“ aus Südkorea, in dem ein kriminelles Komplott eine unerwartete Wendung nimmt.

wenn es anders läuft als geplant *** https://youtu.be/hQOr1jJ8ft0


G ~ Brokeback Mountain (2005), Regie: Ang Lee ~ Taiwanischer Regisseur, amerikanischer Film, angesiedelt im 20. Jahrhundert zum Thema „from friends to lovers“. Im Fokus steht die Liebesbeziehung zweier Cowboys (Heath Ledger & Jake Gyllenhaal), die sich über einen Zeitraum von 20 Jahren erstreckt. Eine Geschichte, die voller Hindernisse steckt und auf wenig Sympathie bei der Umwelt, insbesondere potentiellen Arbeitgebern stößt.

wenn man seine Orientierung erst später erkennt *** https://youtu.be/z89xU8l5wn8


B ~ Frida (2002), Regie: Julie Taymor ~ Okay, den hatte ich schon mal bei den 5 besten Biopics aufgezählt, aber die mexikanische Malerin Frida Kahlo, deren Leben hier in faszinierende Bilder gebannt wurde, pflegte Zeit ihres Lebens Liebschaften mit männlichen und weiblichen Partnern, so war sie verheiratet mit Diego Rivera, hatte aber eine Affäre mit der Sängerin Chavela Vargas.

wenn man sich zu beiden Geschlechtern hingezogen fühlt *** https://youtu.be/kqUSiM-BU_4


T ~ Oskars Kleid (2022), Regie: Hüseyin Tabak ~ Als der von seiner Frau getrennt lebende Ben (Florian David Fitz) bei der vorübergehenden Betreuung seiner Kinder herausfindet, dass sein neunjähriger Sohn Oskar seit einem halben Jahr ein Kleid trägt und nur noch Lili genannt werden möchte, versteht er die Welt nicht mehr. Völlig unterschiedliche Ansichten aus seinem Umfeld verwirren ihn und sucht das Gespräch mit einer Transfrau, die ihm den Rat gibt, seinem Kind den Rücken zu stärken. Laut EMMA handelt die Geschichte nicht von einem Jungen, der „ein Mädchen ist“, sondern von einem Vater, der seinen Sohn dabei stärken will, auch im Rock ein Junge zu sein.

wenn man nicht weiß, wie man dazu stehen oder was man soll *** https://youtu.be/wuk9IQgPbVs


A ~ Slow (2023), Regie: Marija Kavtaradze ~ Eine Liebesbeziehung zwischen einem asexuellen Mann und einer Frau mit häufig wechselnden männlichen Liebschaften… meistens sind es ja Frauen, die sich der Ace-Community zugehörig fühlen, wie ich bei der anschließenden Diskussionsrunde im Kino erfahren durfte. Doch hier ist die Ace-Person zur Abwechslung mal ein Mann. Doch viel spannender als alle Spekulationen, ob es für die beiden eine Zukunft gibt, fand ich die Frage, wer denn eigentlich bestimmt, was normal ist und wie ein Mann oder eine Frau zu sein hat.

1:15 – wenn man sich fragt, was es bedeutet, ein Mann zu sein *** https://youtu.be/EWauZkixtec


Ebenfalls erwähnenswert: „Monster“ aus dem Jahr 2003 und „Blau ist eine warme Farbe“ von 2013 (für L) – „Der Kuss der Spinnenfrau“ aus dem Jahr 1985 (für G) und „Eiskalte Engel“ von 1999. Sowie „Dallas Buyers Club“ aus dem Jahr 2013 und „Orlando“ aus dem Jahr 1992 (für T).

Und zuletzt noch ein Film, dessen Namen ich nicht mehr weiß und indem eine Transfrau an den Ort ihrer Kindheit zurückkehrt. Aber bei genügend anderen Alternativen habe ich auf eine zeitintensive Suche verzichtet.

52-Wochen-Challenge 2025 : KW 28


Auch in der 28. Kalenderwoche der 52-Wochen-Challenge 2025 von Norbert Eder (7. bis 13. Juli) gibt es wieder eine interessante Aufgabe: „Nacht“ ist das Thema.


Hier hatte ich quasi schon vorgearbeitet, denn als es darum ging, eine Straßenlaterne im Bild festzuhalten, habe ich diesen Ausblick aus dem Fenster fotografiert (nur, weil ich nachschauen wollte, ob die Laternen in unserer Straße schon leuchten):

Eines hätte ich noch – eines, das ich niemandem vorenthalten wollte, und zwar die illuminierte Fassade eines Museums:

Dienstags-Gedudel #278 –  Generations of a song

Kam neulich jemand mit einem „neuen“ Song um die Ecke, der schon ziemlich country war – aber auch nur mehr oder weniger gelungen gecovert:

die Neuverwurstung *** https://youtu.be/oaF4HSL9xak


Hätte der Junge bloß mal seinen Paps gefragt, dann hätte er gewusst, dass es zwanzig Jahre vorher schonmal eine ähnliche Version gab, und zwar mit …

where did you come from *** https://youtu.be/5Z0SSOwIIbA


… dabei ist dieser schwedische Dancefloor-Kracher auch bloß aufgewärmte Kost von vor 76 Jahren – also von 1928: The Skillet Lickers „Cotton Eyed Joe“ – und die wiederum hatten ihn von The Dykes Magic City Trio „Cotton Eyed Joe“ (aus dem Jahr 1927).

Ob diese paar von mir ausgegrabenen oder die hier genannten 130 Versionen seit den 1950er Jahren (inclusive Nina Simone oder den Chieftains): Manche Dudler sind einfach nicht totzukriegen.

Media Monday # 732 :  was ich vorletzte Woche getan habe…

… diese verstümmelte und verfremdete Überschrift scheint sich an einen bekannten Horrorfilm anzulehnen, dabei war meine Woche vor dem Unfall eher märchenhaft, und zwar wegen meines Besuchs der Brüder-Grimm-Festspiele im Amphitheater Hanau, denn es wurden die Bremer Stadtmusikanten als Musical für Kinder und Erwachsene inszeniert (Quelle des Bildes von dem begeisterten Ensemble, das mit Herzblut und ganz viel Schwung vollen Einsatz gab: https://www.festspiele-hanau.de/festspiele.de/mam/static/img/slider-bremer2.jpg) :

Ein Esel ohne Job, ein Straßenköter ohne Geruchssinn, eine pechbringende schwarze Katze ohne Zugehörigkeit und ein verrücktes Huhn mit Starallüren – vier unterschiedliche Charaktere, die sich zusammenfinden, um den Bremer Musikpreis zu rocken und nebenbei auch noch den Räubern das Handwerk zu legen – da war echt Musik drin! Yippieh. Hinterher hatte so manches der im Publikum zahlreich vertretenen Kinder jede Menge Spaß und ein neues Lieblingslied – und ich? Einen Ohrwurm, der sich bis jetzt gelegentlich meldet. Ob auch in der 732. Ausgabe des Media Monday Musik drin ist? Möglich ist alles, erwarten Sie nichts und freuen Sie sich, wenn Sie eine positive Überraschung erleben…

1. Großartig, wie es den Machern der Brüder Grimm Festspiele gelungen ist, altbekannten Märchen einen neuen Twist zu verleihen und in Musicals zu verwandeln. Haben mich die Bremer Stadtmusikanten schwer begeistert, bin ich schon sehr gespannt, wie die Inszenierung des Oscar-Wilde-Stücks „Ernst sein ist alles“ sein wird.


2. Dieses in unserem Treppenhaus hängende Bild (eine Radierung), das auf dem Foto leider etwas unscharf rüberkommt, ist im Großen und Ganzen ein echtes Unikat, das ich für den Kunst-Grundkurs in der Oberstufe unseres Gymnasiums angefertigt habe. Seitdem hängt es in unserem Haus seit Ende der 1980er Jahre


3. Es ist ja immer eine Freude, eine*n Newcomer*in bei seinem bzw. ihrem Werdegang zu beobachten wie ihrerzeit Amy MacDonald. Schade nur, dass ich sie und ihre Musik irgendwann aus den Augen verloren habe.


4. Dieses Konzert kann man echt kaum toppen, denn es im Kino auf einer riesigen Leinwand zu sehen und die Musik mit einer richtig guten Soundanlage zu hören, fühlte sich für mich an, als wäre ich nicht bloß dabei, sondern mittendrin gewesen“ – ungefähr so hätte ich schreiben können, nachdem ich 2019 in einer Sondervorstellung das INXS-Konzert vom 13. Juli 1991 im Wembleystadion genießen durfte.


5. Mich fasziniert ja die Nische der in Stop-Motion-Technik gedrehten Animationsfilme mit Figuren aus Knetmasse wie z.B. die Wallace-und-Gromit-Filme. Der Film „Memoir of a snail“ spielt aber nochmal in einer ganz anderen Liga, denn da lagen Freude und Trauer dicht beieinander. Und um beim Thema Knetgummi zu bleiben – in Kürze begebe ich mich selbst unter die Knetkünstler, doch dazu demnächst mehr.


6. Resteverwertung geht immer, schließlich hat man nicht immer Zeit, frisch einzukaufen und Lebensmittel wegzuschmeißen, wäre ja der helle Wahnsinn – das war die Überlegung, die hinter meinem gestrigen Abendessen stand. Man nehme: zwei Tomaten, eine Frühlingszwiebel, etwas Parmesan, Gewürze, Tomatenmark und Tabasco sowie das Wichtigste überhaupt: Spiralnudeln. Ach ja, und etwas Butter ist auch ganz schick. Bon appétit.


7. Zuletzt habe ich eine Wochenaufgabe aus dem Jahr 2024 gelöst und das war die der 52-Wochen-Challenge von Norbert Eder, weil ich die Idee und technischen Möglichkeiten für die Umsetzung erst jetzt hatte. Und wenn ich so darüber nachdenke, dann erinnert mich die Art, wie ich die Kamera dabei eingesetzt habe, an ein ganz bestimmtes Musikvideo aus den 1980er Jahren mit seiner bunten Lichtmalerei.