Die 5 Besten am Donnerstag : Monochrome Arthouse-Filme

Bei Passion-of-Arts werden heute Schwarzweiß-Filme abseits des Mainstreams gesucht – Zitat:

Mit großer Wahrscheinlichkeit habe ich einige der Filme bereits bei anderen Themen in meinen „Top Five“ gehabt, aber das Risiko gehe ich gerne ein und fange – wie meistens – mit dem ältesten Film an:

Drei Galgenvögel (John Lurie, Tom Waits, Roberto Benigni), die in der Gemeinschaftszelle nicht miteinander auskommen, und ihre Flucht durch die Sümpfe Louisianas.

Grisselige Optik, Ellen Barkin und die Musik von Tom Waits *** https://youtu.be/7OHg4Ayewao


Das Biopic ist dem Leben und Sterben von Ian Curtis gewidmet – dieser war Sänger der Post-Punk-Band „Joy Division“, aus der nach deren Auflösung die Band „New Order“ hervorging. Mit „Control“ gab Anton Corbijn,  der bereits als Regisseur von Musikvideos (u.a. für Depeche Mode, U2 oder Echo & The Bunnymen) Bekanntheit erreicht hatte, sein Spielfilmdebüt.

Punk, Pillen & Psychosen – Love will tear us apart *** https://youtu.be/7RA0Z4aU2u4


„Biopic“ Nummer Zwei in dieser Liste. Dem Zeichentrickfilm aus Frankreich liegt die als Graphic Novel veröffentlichte Autobiografie Marjane Satrapis zugrunde, die hier auch an der Regieführung mitbeteiligt war. Das Leben der achtjährigen Marjane nimmt eine unheilvolle Wendung, als nach dem Sturz des Schahs und dessen Familie die Ajatollahs im Iran das Sagen haben und sich das Leben für die Menschen ins Gegenteil des versprochenen Paradieses verkehrt. Was folgt, ist ein Leben im Exil.

Wenn die Sittenwächter regieren *** https://youtu.be/v5GEsi-5P6M


Und noch ein französisches Meisterwerk, das sich mit den 1920er Jahren beschäftigt – genauer gesagt mit dem Wechsel zum Stumm- zum Tonfilm; konsequenterweise ist der Film dann auch bis zur letzten Szene als Stummfilm gehalten.

Auf- und Abstieg in Hollywood *** https://youtu.be/YB9Oq0hn5KY


Nicht nur in Schwarz-Weiß, sondern auch gleich noch in Römischem Dialekt als Originalsprache – denn das Drama spielt im besetzten Rom, kurz nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs. Italien ist aufgerufen, sich zwischen zwei Staatsformen zu entscheiden (Monarchie oder Republik) und zum ersten Mal dürfen auch Frauen wählen.

in Italien erfolgreicher als Barbie und Oppenheimer zusammen *** https://youtu.be/i1ZXesE2lWg


Hier liegt der Schwerpunkt eindeutig auf Europa, auch wenn beim Ersten in meiner Liste Amerika mitmischt.

Ebenfalls erwähnenswert: „Die Nacht des Jägers“ (USA, 1955) von Charles Laughton, „Der Himmel über Berlin“ (Deutschland/Frankreich, 1987) von Wim Wenders und „Der Leuchtturm“ (USA, 2019) von Robert Eggers.

Wen ich außerdem noch gerne in meiner Liste gehabt hätte: „Pleasantville“ und „Belfast“, aber die beiden zählen nicht zur Kategorie „Arthouse“ – genausowenig wie „The Brutalist“, der zwar zum Arthouse-Genre zählt, aber kein Schwarzweißfilm ist.

PS – Update von 11:26 Uhr: Heißgeliebt aber mysteriöserweise vergessen zu erwähnen oder gleich in meine Top Five aufzunehmen (Sakrileg!): die Low-Budget-Produktion „Hundreds of Beavers“ (USA, 2022) von Mike Cheslik & Ryland Tews, den ich so gut fand, dass ich ihn in zwei aufeinanderfolgenden Jahren im Kino sehen musste. Slapstick pur! Wie konnte ich den nur unterschlagen?!!

Dienstags-Gedudel #296 – Offe’bach Hellau

… oder heißt es Hallau? Ach, wurst – egal, ob Gut Stuss oder Alaaf – und auch ganz und gar wurscht, ob ich nun Karneval feiere oder nicht:

Heute, am 11.11. schicke ich ein echtes Original um 11:11 Uhr ins Rennen

Erbarmen! Zu spät: die Hesse komme *** https://youtu.be/EFdScVZV7o8?list=PLlyUOrg6lZOy3JNCQqjXctGy1h6Wxz9gN

ABC -Etüden 2025 – November : Der Marktschreier

Weil ich mal ein wenig mit anderen Schrifttypen spielen wollte, habe ich noch eine ABC-Etüde mit den Wörtern Seelenverkäufer, obskur und ergattern (gespendet von Cynthia alias Rübenigel) geschrieben. Um einen Eindruck von dem gedichteten Teil (der bei der Anzahl der Wörter mitzählt) zu bekommen, habe ich ihn in ein Bild eingebunden. Alle, die Etüden schreiben, treffen sich übrigens hier, bei Christiane.


Kommen Sie näher! Damen und Herren und alle dazwischen und außerhalb!

Neugierig drehe ich mich um und lasse mein Fischbrötchen sinken. Wer auch immer da sich die Seele aus dem Leib schreit und den Böhmermann gibt, er hat meine Aufmerksamkeit.

Was hatten sie daheim tolles vom Hamburger Fischmarkt erzählt. Extra früh aufgestanden war ich und hatte mich durch den Nebel gequält. Und wofür? Für einen Touristenrummel, dem ich mit jeder verstreichenden Minute immer weniger abgewinnen konnte. Bis jetzt.

„Nehmen Sie sich einen Keks und staunen Sie! Das Theater obskur gibt „Der Seelenverkäufer“.

Hui, das klingt spannend. Von vorne reicht jemand flammendrote Zettel mit weißen Lettern in grotesk-fetter Schrift und einen Teller Kekse zu uns durch und ich folge den Zeilen mit den Augen: 

Schon schwirrt mir von so viel Nonsens bös der Kopf, doch der Marktschreier, der seine Werbung zum Spektakel macht, ist noch nicht fertig.

„Aber Sie vorgewarnt! Es gibt nur noch wenige Plätze zu ergattern!“

Mit einem Mal will mir mein Fischbrötchen so gar nicht mehr munden. Vom Seelenverkäufer fortgetragen? Anscheinend nicht zum Teufel, aber wohin? Ein Mann ein Wort, eine Frau ein Wörterbuch? Welcher Klischeekiste ist dieser müde Reim entsprungen?

Ich beschließe, es für heute mit dem Fischmarkt gut sein zu lassen und mir lieber einen Besuch des Jazzfrühschoppens an der Hafenkante zu gönnen.


280 Wörter für meine zweite Etüde vor dem Advent – und für alle, die das Gedicht nicht entziffern können, habe ich den Text hier nochmal im gewohnten Schrifttyp:

52-Wochen-Challenge 2025 : KW 45

Die 45. Kalenderwoche (3. bis 9. November) der 52-Wochen-Challenge 2025 von Norbert Eder dreht sich um die fotografische Umsetzung des Themas „süß“. Entweder im Sinne von „niedlich“ oder als tatsächliche Geschmacksrichtung – meine Wahl habe ich gestern beim Mittagessen getroffen, als mir zum Kaffee etwas Süßes in bunt serviert wurde:

Zucker ist Nahrung fürs Gehirn. Ich konnte es gestern dringend brauchen.

Novemberleuchten : Tage 7 bis 10

Nachdem Jess‘ Mitmachaktion namens „Herbstzeitlos“ am 31.10. zu Ende ging, habe ich mich entschlossen, nun beim „Novemberleuchten“ auf dem Blog von steinegarten mitzumachen

Also zeige ich diesen Monat alles, was leuchtet – und wenn es „nur“ Farben sind.


Tag 7

Im Theater… wie das leuchtet!


Tag 8

Persischer Grillteller – mein Seelenwärmer


Tag 9

Guckkasten im Theater – da kommt die Beleuchtung von unten


Tag 10

Das Büsing-Palais am Abend

Media Monday # 750 : JUBILÄUM !

Heute ist es soweit: Wir feiern die 750. Ausgabe dieses Projekts, das von Wulf Bengsch ins Leben gerufen wurde und bei dem sieben Lückentexte gefüllt werden sollen.

Ich fasse mich heute kurz, denn ich war gestern Abend zu erschöpft, um mir eine aussagekräftige oder rückblickende Einleitung einfallen zu lassen – denn als die Lückentexte auf Wulfs Blog erschienen, war ich gerade von einem kreativen Wochenende zurückgekommen und zu erschöpft, um nochmal online zu gehen. Meine Eindrücke habe ich daher jetzt erst gesammelt und in die sieben Texte einfließen lassen.

1. Ich würde ja wirklich gern öfters die in letzter Zeit von mir häufiger besuchte Druckwerkstatt selber nutzen, aber offen für jede/n ist sie nur einmal pro Woche.


2. Das manuelle Drucken auf Papier (und auf Stoff, siehe unten) hat es mir wahrhaftig angetan, denn aus einem Setzkasten einen Satz Buchstaben zu entnehmen und diese so zu arrangieren, dass am Schluss ein schönes Druckbild entsteht, hat etwas ungemein Entschleunigendes. Da ist nix mit Ausspucken eines Textes auf Knopfdruck – da kann das Setzen eines Zweizeilers mit Nennung der Dichterin in der dritten Zeile schon einige Stunden in Anspruch nehmen.

Außerdem war einer meiner vor Jahren verstorbenen Onkel von Beruf Drucker – vielleicht hat das ja auf mich abgefärbt.


3. Auch möchte ich gerne wissen, wie ich einen auseinandergefallenen Winkelhaken wieder zusammenbauen kann. Wer nicht weiß, was ein Winkelhaken ist – über diesen Link, kommt ihr zu einem Foto von diesem WerkzeugAußerdem würde ich gerne herausfinden, ob ich das Drucken von Bleisatzlettern und Holzbuchstaben miteinander kombinieren kann und wenn ja, wie das funktioniert.


4. Ich glaube, mit den beiden Einführungskursen in die Lithografie und den Bleisatz wäre ja nun auch nicht bei mir das Ende der Fahnenstange erreicht – mir schwebt mittlerweile die Idee vor, im kommenden Jahr an einem Kurs fürs Buchbinden teilzunehme, um die bisher erlernten Techniken nicht nur zu vertiefen, sondern auch miteinander zu verbinden.


5. Wenn ich ehrlich sein soll, bin ich damit zwar hoffnungslos altmodisch, aber ich bin der Meinung, dass alte Handwerkskünste nicht in Vergessenheit geraten dürfen.


6. Mein nächstes Projekt braucht nun nur noch zwölf in eine Lithografie umsetzbare Motive (für einen Kalender), und das recht zügig.


7. Zuletzt habe ich beschlossen, diese Woche einer Ausstellung, in der ich schon einige Male war, einen Besuch abzustatten – und das war ist „Love Stories…“, weil sie am kommenden Sonntag endet, so dass dies für mich die letzte Gelegenheit ist, mir ein oder zwei Exponate noch einmal genauer anzuschauen.

Novemberleuchten : Tage 5 und 6

Nachdem Jess‘ Mitmachaktion namens „Herbstzeitlos“ am 31.10. zu Ende ging, habe ich mich entschlossen, nun beim „Novemberleuchten“ auf dem Blog von steinegarten mitzumachen:  

Also zeige ich diesen Monat alles, was leuchtet – und wenn es „nur“ die Farben sind.



Fotoprojekt 2025/Würfelspiel (ein Projekt von royusch)

Jetzt bin ich schon so oft darüber gestolpert, aber habe mir nie die Zeit genommen, mich damit näher zu beschäftigen: Das Fotoprojekt „Würfelspiel“ von royusch, bei dem es darum geht, per Würfelwurf eine Zahl und den damit entsprechenden Buchstaben des Alphabets zu ermitteln und dazu ein Foto zu finden – genaueres erklärt die Aufgabenstellung hier, auf seinem Blog.

Bei mir ist nach vier Würfen mit einem Würfel (4, 4, 3 und 1) die 12 herausgekommen, was dem 12. Buchstaben des Alphabets – also dem L – entspricht. Et voilà: Dieses 2019 in Ottawa aufgenommene Bild zeigt einen Lichtreflex in einem der Fenster eines Luxushotels oberhalb des Rideau-Canals:

Das L steht hier also auch für Luxushotel.

ABC -Etüden 2025 – November : Der Brief

Die Wortspende für die letzte reguläre Etüdenrunde vor den am 30.11.2025 beginnenden Adventüden (hier, auf dem Blog von Christiane) stammt diesmal von Cynthia alias Rübenigel (Querfühlerin) und lautet: 

Mit meiner Etüde begebe ich mich heute in die Vergangenheit – historische und zeitliche Unstimmigkeiten bitte ich zu entschuldigen.


Caitríonas Brief, der durch ein dummes Missgeschick bei der Post liegengeblieben war und Belfast erst am 2. April mit dem Schiff der White Star Line verließ, sollte sein Ziel nie erreichen. Umso überraschter war Caitríona, als sechzehn Tage später ein Bote vor der Tür stand und ihr ein Telegramm überbrachte, in dem ihr Aoife mitteilte, dass sie und ihre kleinen Geschwister dem angeblich unsinkbaren Seelenverkäufer mit einem der wenigen Rettungsboote entkommen waren und es wohlbehalten bis nach New York geschafft hatten.


Ergiebiger als gedacht, hat diese Wortspende bei mir diesmal zu einer Etüde von 295 Wörtern geführt.

Die 5 Besten am Donnerstag : Einsame Individuen im Film

Kaum sind die Halloween-Themen bei Passion-of-Arts vorbei, kommen schon die nächsten, bei denen ich tiefer graben musste, wie zum Beispiel bei dem ersten Thema: einsame Individuen im Film. Zitat:

Bei dem Thema musste ich an den Song Hikkomori von Zola Jesus denken – der beschreibt den extremen sozialen Rückzug von Menschen (Quelle siehe Link), die sich aus freien Stücken in ihrer Wohnung oder ihrem Zimmer einschließen und den Kontakt zur Gesellschaft auf ein Minimum reduzieren.

Deine Einsamkeit: https://youtu.be/4ZRxgtpn1fY

Auf die Individuen, die ich heute beleuchte, trifft dieses Verhalten aber nicht zu (oder nur in Ansätzen). Sie habe ich im jeweiligen Text im Fettdruck hervorgehoben – und wie immer sind meine Filme chronologisch geordnet.


Wolfgang Petersens Verfilmung des Bestsellers von Michael Ende kann gleich mit mehreren einsamen Individuen aufwarten: Bastian, die Uralte Morla, Werwolf Gmork… doch wer mir hier als erstes in den Sinn kam, war die Kindliche Kaiserin. Zwar ist sie Tag für Tag umgeben von ihrem Hofstaat, doch die Bedrohung, die sie und damit auch Phantásien befallen hat, kann nur durch den absoluten Alleingang abgewehrt werden. Ganz klar liegt auch bei der literarischen Vorlage der Fokus auf Bastian Balthasar Bux, aber der ist im Grunde nicht wirklich allein. Doch die Kindliche Kaiserin, die dringend einen neuen Namen braucht, damit Phantásien weiterbestehen kann, ist für mich eine wahrhaft einsame Gestalt.

sie muss ganz alleine losziehen, um Bastian wachzurütteln, damit der endlich eingreift *** https://youtu.be/wUttwzazq30


Niemand versteht Donnie – die meisten halten ihn für hochgradig gestört, und schnell wird auch klar, warum. Wie viele von uns sehen schon einen Typen im (gruseligen) Hasenkostüm, der das Ende der Welt in 28 Tagen, 6 Stunden, 42 Minuten und 12 Sekunden vorhersagt? Oder hören Stimmen, die den Befehl geben, die Schule zu verwüsten?

Ist alles doch vorherbestimmt? *** https://youtu.be/YBoPpF4VNnk


Hier haben wir zur Abwechslung eine reale Person und keine erdachte – ein junger Mann aus wohlhabendem Haus trennt sich aus scheinbar heiterem Himmel von seinen Besitztümern und spendet seine gesamten Ersparnisse an eine wohltätige Organisation, um fortan in der Wildnis Alaskas zu leben, da er in der Einsamkeit sein Glück zu finden hofft. Ein Vorhaben, das auf grausame Weise schon bald an mangelhafter Vorbereitung, einem nutzlosen Survival-Handbuch und schließlich am Verzehr giftiger Pflanzenteile scheitert. Christopher McCandless wurde nur 24 Jahre alt.

auf der Suche nach sich selbst *** https://youtu.be/3XtG4cHn6w8


Wie es um ihn steht, signalisiert schon der Filmtitel (The desolation of Smaug). Alle fürchten ihn – den Berg, in dem er haust und die Schätze, die er bewacht, wollen die Zwerge zurück – und im Grunde ist die einsamste Gestalt Mittelerdes eine arme Socke: Der Drache Smaug, dem Benedict Cumberbatch im Original seine Stimme leiht. Zwar mag auch ich ihn nicht sonderlich, aber am Ende tut er mir fast schon ein wenig leid.

ich weiß, dass du da bist *** https://youtu.be/sBN1E0VmP1M


Vom Raumschiff aus dem Hyperschlaf gerissen, muss James Preston (Chris Pratt) feststellen, dass noch 90 lange Jahre vor ihm liegen, bis das Schiff seinen Bestimmungsort erreicht. Ein ganzes Jahr erträgt er die Einsamkeit, bis er einen irreversiblen Schritt wagt und Passagierin Aurora Lane (Jennifer Lawrence) aufweckt. Fortan sind sie gemeinsam einsam.

Der Horror, wenn man der Einzige ist *** https://youtu.be/yVXQq2u6OP0


Weitere einsame Individuen kann man in folgenden Filmen sehen: Zac Hobson in „Quiet Earth – das letzte Experiment“ (1985), Chuck Noland in „Cast Away – Verschollen“ (2000), WALL·E in „WALL·E – Der Letzte räumt die Erde auf“ (2008), Dr. Ryan Stone in „Gravity“ (2013) und Mark Watney in „Der Marsianer – Rettet Mark Watney“ (2015).